Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Hans-Werner,

    Übersättigung ist ein rein thermodynamischer Begriff.
    Er sagt aus, dass es ein energieärmerer Zustand wäre,
    wenn das Salz ausfallen würde. Er sagt nicht aus,
    ob es das auch tatsächlich tut.

    Ein anderes thermodynamisches Beispiel:
    ein Stück Holz an der Luft ist nicht thermodynamisch stabil.
    Nach der Verbrennung zu CO2 ist ein energieärmerer Zustand erreicht.
    Trotzdem zerfällt das Stück Holz nicht von alleine,
    sondern erst wenn man ein brennendes Streichholz dranhält.

    Im Grunde kann man die Thermodynamik in der Praxis nur für den Umkehrschluss gebrauchen:
    Prozesse die thermodynamisch nicht möglich sind, laufen sicher nicht ab.

    Hallo Alex,

    natürlich haben sich die Werte im Laufe der Jahrmillionen verändert.
    Aber das waren immer Änderungen über lange Zeiträume.
    Das ist ja das heutige Problem, dass sich zur Zeit z.B. der pH-Wert im Meer
    in Jahrzehnten ändert und nicht wie bisher in Jahrtausenden.

    Hallo Thomas,

    bist du sicher, dass es sich um Kieselalgen handelt?
    Schau sie dir mal unter dem Mikroskop an.

    Ich glaube kaum, dass dieses Salz Silicat enthält.
    Hast du Leitungswasser oder destilliertes Wasser verwendet?

    Ansonsten könnten es auch Cyanobakterien sein,
    die sich gerne ansiedeln, wenn sich irgendetwas im Aquarium verändert.

    Hallo Rainer,

    um Energie geht's hier natürlich nicht, da hast du recht.
    Aber jeder Organismus besteht zu ca. 10% aus Stickstoff
    und zu ca. 1% aus Phosphor. Und das braucht er folglich auch zum Überleben.

    Im Meer gibt es keine Limitierung (die angegebenen Nullwerte sind natürlich Quatsch,
    hier wurde vergessen die Nachweisgrenze angegeben), da die niedrigen Werte
    immer garantiert nachgeliefert und damit nie unterschritten werden.

    Im Aquarium ist das anders. Hier ist kein unendliches Depot vorhanden, das immer nachliefert.
    Das kannst du ganz leicht selbst ausprobieren: Setze ein paar Korallen in ein kleines Aquarium
    ohne Fischbesatz und ohne Nährstoffzufuhr. Und du kannst ihnen beim langsamen Verhungern zusehen...

    Hallo zusammen,

    da sind wir ja bei meinem aktuellen Lieblingsthema "natürliche Fischernährung".
    Ich habe mich in letzter Zeit ziemlich viel damit beschäftigt und bin zu dem Ergebnis
    gekommen, dass praktisch nichts, was wir unseren Fischen füttern, mit ihrer
    natürlichen Nahrung identisch ist. Und dass das den Fischen völlig egal ist,
    solange sie die Proteine, Fettsäuren und sonstigen Stoffe kriegen, die sie brauchen.

    Wen es interessiert, der kann es in knapp 3 Monaten im Meerwasseraquarianer 3/2014 nachlesen.

    PS: Was in der Nahrungsvorschlagliste bisher noch fehlte: das Vivarium ist einer der besten Kunden
    des örtlichen Feinkosthandels. Frische Garnelen und sonstiges Meeresgetier sind ebenfalls eine
    hervorragende Nahrung für unsere Fische.

    Hallo Stephan,

    6,5/422 ist die Orientierung. Das Ziel sollte sein, dass die Werte mit möglichst wenig Aufwand stabil sind.
    Eine etwas höhere Alkalinität bis ca. 8 ist oK. Calcium kann etwas niedriger sein, das ist unkritisch.

    Aber wie schon gesagt: mit wenig Aufwand die Werte stabil halten. Nicht um jeden Preis einen "Idealwert" anstreben.

    Hallo zusammen,

    und da hatte ich schon gedacht, dass ein paar Aquarienmärchen allmählich aussterben würden...
    Ich habe dafür extra ein Buch geschrieben. Das wird zwar oft verkauft, aber scheinbar nicht von allen gelesen :loudly_crying_face:

    Natürliches Meerwasser hat einen Calciumgehalt von 422 mg/l und eine Alkalinität von 6,5 °dH.
    Daran sollten wir uns orientieren, denn das funktioniert schon seit vielen Millionen Jahren.

    Korallen sind anpassungsfähig und können auch bei anderen Werten gedeihen.
    Aber davon sollten wir nicht gleich fragwürdige Theorien ableiten.

    Hohe Calciumwerte über 450 mg/l haben nur einen Effekt: sie machen die Pumpen kaputt.
    Den Korallen nützen sie nichts.

    Calcium fällt nicht aus, wenn wenig Carbonat im Wasser ist, sondern wenn viel Carbonat vorhanden ist.
    Es ist richtig, dass bei der Calciumzugabe die Alkalinität gemessen werden sollte. So bemerkt man,
    wenn es zu einer Kalkfällung kommt.

    Und grundsätzlich keine Chemikalien direkt ins Aquarium geben.

    Also Thomas: Geduldig weiterdosieren und sowohl Ca als auch KH messen.

    Hallo Philipp,

    auf der Herstellerseite heißt es:

    18 kg reichen für 540 Liter Aquarienwasser mit einer Dichte von 1,023 bei 25°C.
    Das heißt du gibst 33,3 Gramm Salz zu und hast hinterher 34,5 Gramm im Wasser.
    Genial :face_with_tongue: Oder einfach nur ahnungslos :loudly_crying_face:

    Auch die Angaben
    Calcium von 325,715 bis 440 mg/l
    Magnesium von 875,110 bis 1350,305 mg/l
    wecken bei mir kein Vertrauen.
    edit: Ca/Mg hat sich geklärt wg. Zugabemöglichkeit

    Hallo Andreas,

    Fische fressen in der Natur genauso oft Flockenfutter wie Frostfutter :winking_face:

    @Stefan: Wenn du oft weg bist und per Automat füttern musst,
    dann ist natürlich Trockenfutter (Granulat und Flocken) erste Wahl.
    Ergänze aber möglichst oft mit Frostfutter, wenn du da bist.
    Und pflanzenfressende Fische brauchen täglich Grünzeug!

    Hallo Hans-Werner,

    warum sollte bei der Zugabe einer Natron/Soda-Mischung kein Hydroxid ausfallen können? Soda ist eine starke Base.

    Und nicht nur früher war Meerwasser ca. 5 fach mit Calcit, ca. 3,5 fach mit Aragonit und ca. 2000 fach mit Dolomit übersättigt.
    Das ist auch heute noch so, auch wenn normalerweise nur Aragonit ausfallen kann.
    Übersättigung bedeutet, dass ein thermodynamisch instabiler Zustand herrscht,
    der nur durch kinetische oder andere hemmende Effekte aufrechterhalten wird.

    Hallo Andy,

    einen pH-Wert über 8,2 findest du nicht im Meer.
    Er beträgt höchstens 8,2 an der Oberfläche, unterhalb ist er niedriger.

    Im Aquarium, das sich in einem Gebäude und damit in einer
    stärker mit CO2 angereicherten Umgebung befindet,
    ist ein niedrigerer pH normal.

    @Hans-Werner: Eine pH-Messung könnte diese Frage nicht beantworten.
    Wichtiger ist es, die Kinetik der Carbonatbildung zu kennen.
    Calcium- und viel mehr noch Magnesiumcarbonate bilden sich nicht ohne weiteres,
    auch wenn das Löslichkeitsprodukt längst überschritten ist.

    Aber das ist auch gut so, sonst würde Meerwasser fast kein Calcium und
    nur wenig Magnesium enthalten, da z.B. die Löslichkeit von Dolomit
    um mehr als das Tausendfache überschritten ist.

    Hallo Stefan,

    solange die Flasche fest verschlossen bleibt,
    sind alle Werte außer NO3/PO4 stabil.

    Der Tipp von Lutz ist gut, wenn du die Dichte/Salinität
    nach längerer Zeit kontrollierst, kannst du dir sicher sein.

    Oder die Werte korrigieren, denn alle Werte steigen proportional zur Salinitätserhöhung an.
    Das heißt, wenn z.B. die Salinität von 35 auf 38 gestiegen ist,
    dann ist auch Calcium von 420 auf 456 mg/l gestiegen.

    Hallo Björn,

    die 200°C werden zwar in Wikipedia für das Solvay-Verfahren angegeben,
    aber Lutz' Erfahrung sprechen dafür, dass eher das Römpp Chemie Lexikon recht hat:
    "Natriumhydrogencarbonat...zerfällt beim Erwärmen auf über 65° in CO2, H2O u. Natriumcarbonat
    oberhalb 300° ist die Umwandlung vollständig. "

    Hallo Andy,

    bei deinem pH-Wert würde ich nur Natriumhydrogencarbonat verwenden.

    Außer zur pH-Erhöhung, die je nach Aquarium angebracht sein kann,
    kann Natriumcarbonat auch zu lokaler Kalkfällung führen.
    Das Problem kennen wir alle vom Kalkwasser und wie dort auch lässt es sich durch
    langsame Zugabe in starke Strömung vermeiden.

    Ansonsten hat es keine Nachteile gegenüber Natriumhydrogencarbonat.

    Hallo Norman,

    was hast du für schlecht erzogene Aalgrundeln?
    Bei mir gräbt ein einzelnes Exemplar mein 2,80 m Becken
    wöchentlich um. Und hat damit alle Cyanos vertrieben.

    Dann besorge dir noch ein paar grabende und Boden reinigende Tiere.
    Ich bin z.B. auch Fan von Holothuria atra. Aber das ist nicht jedermanns Sache...

    Hallo Jan,

    du bist etwas sparsam mit dem Licht.
    320 W T5 bei 560 Litern sind nicht sehr viel und das nur 6 Stunden lang?
    Und die Gesamtbeleuchtungsdauer nur 10,5 Stunden? Da würde ich,
    wenn ich Koralle wäre, auch schmollen.

    Dehne mal die Beleuchtungsdauer auf 12 Stunden, die 100% Zeit auf 8-10 Stunden.
    Aber nur schrittweise. Und beobachte, wie sich deine Korallen verändern.

    Hallo Norman,

    es gibt eine sichere Methode gegen Ichtyo, die im Vivarium schon lange erfolgreich eingesetzt wird:
    du steckst jeden Fisch erst einmal in Quarantäne. Diese Quarantäne besteht aus mehreren kleinen
    Becken, in denen der Fisch jeweils nur 24 Stunden sitzt. Dann wird er umgesetzt in frisches Wasser,
    das alte Becken wird entleert und mit heißem Süßwasser ausgespült. So werden die Schwärmer,
    die den Fisch verlassen, abgetötet. Nach 14 Tagen ist der Fisch garantiert frei von Erregern.

    Hallo Jan,

    relevant ist von diesen Werten vor allem Iod.
    Das solltest du ganz schnell in Form von PVP-Iod zugeben.

    Und wie Joe schon sagte: wichtiger ist PO4 und NO3.
    Nicht nur deren Absolutwerte, sondern auch eine Aussage darüber,
    ob sie sich in letzter Zeit verändert haben.

    Hallo Norman,

    ich hatte es schon oft geschrieben, mit der Suchfunktion hättest du eigentlich drauf stoßen müssen:
    Cyanos halten sich nur dauerhaft auf dem Bodengrund, wenn sie nicht gestört werden.
    In dem Moment wo der Bodengrund regelmäßig bewegt wird, z.B. durch eine Aalgrundel,
    verschwinden sie schnell wieder. Absaugen und direkte Strömung sind daher auch hilfreich.

    Der Hintergrund ist der, dass unsere Cyanos im Aquarium meist keine Heterocysten besitzen
    und daher ein stabiles Mikroklima benötigen, um ihren Vorteil der Stickstofffixierung einsetzen zu können.

    Hallo Alfred,

    deine Messergebnisse sind immer mg/l, nicht ml!

    Wenn du 800 g Calciumchlorid-Dihydrat in 1 Liter Lösung hast,
    (Achtung! Das sind deutlich weniger als 1 Liter Wasser, denn das Salz plus das Wasser ergeben zusammen 1 Liter!)
    dann brauchst du von dieser Lösung 31,6 ml, um 6,9 g Calcium zuzuführen.

    Insofern war deine Rechnung in etwa richtig, nur die Maßeinheiten waren teilweise durcheinander.

    Hallo Naif,

    richtig, das Novacarb léger ist nicht als Lebensmittelqualität deklariert.

    Aber die Lebensmittelqualität ist ebenfalls mit 10 mg/kg Schwermetalle angegeben: http://www.novacarb.fr/files/2012/07/ftcaslal01_fr1.pdf
    die Pharmaqualität sogar mit 50 mg/kg: http://www.novacarb.fr/files/2012/07/ftcaphar01_fr1.pdf

    Da ich für die Lebensmittelqualität damals keine Bezugsquelle hatte
    und da sich die Spezifikationen in den wichtigen Punkten nicht unterscheiden
    verwende ich schon seit langem das angegebene Novacarb léger.

    Hallo Alfred,

    ich kann deine Rechnung nicht ganz nachvollziehen.

    Du meinst statt ml sicher mg/l und hast einen Verbrauch
    von 11,5 mg/l Calcium pro Tag errechnet.

    Daraus ergeben sich für mich für ein 600 l Becken 6,9 g Calcium pro Tag.

    Hallo Alfred,

    es freut mich, dass du weiter gekommen bist.

    Deine Messergebnisse weisen aber darauf hin,
    dass aus irgendeinem Grund deine Messungen nicht stabil sind.
    Das liegt meist an einer Unachtsamkeit, die erst bei
    solch einer Versuchsreihe auffällt.

    Überlege nochmal ganz genau, was bei der 2. Messung anders war.
    Erst wenn du da dahinter gekommen bist, kannst du dich auf
    deine zukünftigen Messungen verlassen.

    Oder du musst immer 3 mal messen :winking_face:

    Hallo Stefan,

    550 nm sind grüngelbes Licht. Das ist so ziemlich das Häßlichste,
    was du einem Meerwasseraquarium antun kannst.

    Und da gibt es dann keine individuellen Geschnacksunterschiede mehr :winking_face:

    Ein PAR-Messgerät sollte bei jedem besseren Händler oder Aquarienverein
    vorhanden sein. Ich weiß aber, dass es leider nicht so ist.

    Vielleicht mit ein paar anderen Aquarianern zusammentun und die ca. 400 € investieren?

    PS: vielleicht ein sinnvoller Tipp für die Händler: mit dem Angebot, eine vorher/nachher PAR-Messung
    bei der Unstellung von HQI/T5 auf LED zu machen, könntet ihr alle ebay und China-Konkurrenten ausstechen!

    Hallo Alfred,

    führe einfach die Referenzmessung 3 mal hintereinander durch.
    Wenn du 3 mal den ungefähr gleichen Wert erhalten hast und
    dieser vom Realwert abweicht, dann teile den Realwert durch deinen Messwert.
    Damit erhältst du einen Korrekturfaktor, mit dem du deine zukünftigen
    Messergebnisse multiplizieren musst, um richtige Ergebnisse zu erhalten.

    Beispiel: Referenz ist 420 mg/l, gemessen wurde 450-450-450.
    Korrekturfaktor 420/450 = 0,93
    In Aquarienprobe wurde 430 mg/l gemessen, dann sind 430 x 0,93 = 400 mg/l real im Aquarium

    Hallo Stefan,

    ich hatte die 550 zuerst überlesen bzw. automatisch als 470 nm interpretiert (Danke für den Hinweis bendel).
    Da hast du dich aber hoffentlich verschrieben, oder? Dieses Licht würde überhaupt keinen Sinn machen.

    Bevor ich über diverse Peaks spekuliere, würde ich das machen, was ich schon vorher vorgeschlagen hatte:
    eine vorher/nachher PAR-Messung. Ich bin mir sicher, dass die meisten Umstellungsprobleme beim
    LED-Einsatz auf Strahlungsüberdosierung zurückzuführen sind.

    Hallo Stefan,

    da hast du eine sehr blaulastige (= dunkel wirkende) Mischung gewählt.
    Den Korallen wird sie gefallen, wenn du sie nicht zu hoch dosierst.

    Aber unterschätze den Faktor Geschmack nicht. Dir soll doch dein Licht
    auch gefallen, nicht nur deinen Korallen.