Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo Bernd,

    wenn du den Abschäumer nicht nutzen möchtest, solltest du ein Gleichgewicht zwischen Nährstoffeintrag (Fütterung und Ausscheidungen der Fische) und Verbrauch der Korallen anstreben. D.h. meistens weniger Fischbesatz. Bei einer guten Beckenbiologie zersetzen die Mikroorganismen die Abfallstoffe.

    Ausgleichen kann man noch durch regelmäßige Wasserwechsel; macht aber auch Arbeit. Allerdings gehört ein bisschen Arbeit bei diesem Hobby auch dazu !!!

    Lanthan richtig eingesetzt ist auch eine gute Lösung. Mit ganz minimalen Dosierungen halte ich bei mir PO 4 seit Jahren sehr stabil. Da gibt es viele falsche Vorstellungen. Lanthan wird ja sogar in der Humanmedizin verwendet. Zur Vorgehensweise findest du hier im Forum genügend Informationen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    ich finde es gut, dass du das Verfahren testen wirst und bin auf die Ergebnisse gespannt. Dass sich Bakterien an Substrat anheften, ist naheliegend. Kalkpulver als Trägerelement könnte da durchaus geeignet sein, wobei sich die Cyanos allerdings nicht nur auf dem Bodengrund aufsetzen.

    Allerdings hatten wir vor Jahren einige Versuche mit handelsüblichen Bakterienpräparten gemacht, die keinerlei Erfolge zeigten. Hierzu hatten wir kleine, mit Cyanos behaftete tote Korallenstückchen in Gläser gegeben und Bakterienpräparate zugegeben. Auch in höheren Konzentrationen war da keine Wirkung erkennbar. Bei Verwendung von Erdaufgüssen gab es bei ein paar Versuchen, aber auch nicht immer, Erfolge. Man könnte daraus schließen, dass es auf spezielle Bakterienarten ankommen könnte, die dann eine tatsächliche Verdrängungskonkurrenz bilden. Einen systematischen Überblick kenne ich da aber nicht. Erfolge soll es dagegen mit Bakteriophagen gegeben haben.

    Ich weiß nicht, ob jemand schon einmal die Wirkung von Korallenschnee allein getestet hat? Denkbar wäre theoretisch auch ein Veränderung der Wasserwerte durch eine gewisse bindende Wirkung. Leichte Veränderungen haben lt. diverser Erfolgsberichte schon zum Verschwinden der Cyanos geführt.
    Insgesamt bin ich allerdings skeptisch, ob wir überhaupt jemals ein allgemein zielführendes Bekämpfungsverfahren finden werden. Dazu ist die Vielzahl der unterschiedlichen Cyano-Stämme, der Mutationsreichtum und ihre Anpassungsfähigkeit wohl viel zu groß.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Paul,

    der Schlamm besteht schon weitgehend aus feinem Calciumcarbonat (CaCO3). Das eingesetzte Kalkmaterial, egal ob Korallenkies oder wie Rowalith, besteht ja überwiegend aus Calciumcarbonat (Rowalith zu über 99 %), welches durch Kohlensäure gelöst wird. Dieser Prozess verläuft langsam, der Schlamm besteht aus noch nicht vollständig gelöstem Material. Dieses lässt sich durchaus auch noch weiter mit Kohlensäure lösen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    im Kalkreaktor bildet sich oft ein schlammiger Bodensatz. Dies ist Calciumcarbonat. Im Meerwasser ist es beim üblichen pH-Wert nicht mehr löslich, entfaltet also keine chemische Wirkung. Mit etwas Wasser verrührt kann es als Kalkschnee eingebracht werden. Dies dürfte mit dem sogenannten "Korallenschnee" identisch sein.
    Bei der Reinigung des Kalkreaktors (bei mir im TB innen liegend) gelangt gelegentlich ein bisschen davon ins Becken, das Wasser ist dann kurzzeitig milchig weiß. Irgendwelche Wirkungen habe ich allerdings noch nie beobachtet.
    Ob es gegen Cyanos wirken könnte, weiß ich nicht. Man kann es ja einmal versuchen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich spüle das Frostfutter nicht. Auf eventuell kleinste Mengen Phosphat kommt es bei mir auch nicht an. Mein Frostfutter kaufe ich bei Kölle, Dehner oder Hornbach. Da ist der Umsatz relativ hoch, und die Qualität war immer völlig in Ordnung.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    aufwendige Notstromaggregate werden sich viele Aquarianer sowohl von der Kostenseite als auch aufgrund räumlicher Gegebenheiten kaum leisten können. Mehrtägige Stromausfälle werden bei uns wohl auch künftig seltene Ausnahmen bleiben. Seitens der Netzbetreiber bleiben diese im Regelfall bei wenigen Stunden, zumindest wenn man nicht völlig abseits wohnt.
    14 Stunden (im Winter und aufgrund einer internen Störung) haben meine Fische und Korallen einmal schadlos überstand, einen zweitägigen Umlaufpumpenausfall während einer Urlaubsabwesenheit einige größerer Fische dagegen nicht. Kleinere hatten überlebt. Da damals der Wasserstand zu stark abgesunken war, hatte es die Spitzen einiger Korallen erwischt, was wohl das Wasser auch belastet hat.

    Das Problem möglicher zu großer Absenkung des Wasserspiegels ist gelöst, die geschädigten Korallenspitzen waren auch schnell wieder nachgewachsen. Mit dem begrenzten Restrisiko kann ich leben.
    Alle Lebenslagen kann man nicht absichern, Kosten, Aufwand, Möglichkeiten und Nutzen müssen für mich in einer Relation stehen. Dies wird hier dann individuell ganz verschieden sein.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Dietmar,

    Magnesium kann sich bei übermäßigen Zugaben durchaus in größeren Mengen an diversen Gesteinsarten ablagern. Das Gestein kann dann von starken Magnesiumschichten überzogen werden. Bei der Zugabe von Magnesiumchlorid - am besten als Stammlösung - sollte man daher langsam vorgehen, da kurzzeitig höhere Konzentrationen während der Zugabe sehr schnell zu Ausfällungen führen. Die Ablagerungen lassen sich dann bei einem Wassertest nicht mehr mit erfassen.

    Bei einen höheren pH-Wert kann Magnesium auch von Phosphatadsorbern gebunden werden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mathias,

    da du nun auch schon Doktorfische (welche?) und ein Fuchsgesicht im Becken hast, musst du jetzt auch mit der Fütterung beginnen. Die Algen allein werden wohl nicht reichen. Fressen denn auch deine beiden Doktorfische überhaupt Fadenalgen? Bei längeren Algenfäden ist dies nämlich oftmals nicht der Fall.

    Mit der Fütterung und den Ausscheidungen der Fische werden die NO3-Werte auch ansteigen, da sehe ich keine Probleme.
    Die Phosphatkonzentrationen musst du unbedingt im Auge behalten. In der Anfangszeit sind sie meist nicht stabil. Es dauert meist längere Zeit, bis man das Verhältnis zwischen Nährstoffeinträgen und Verbrauch in ein stabiles Gleichgewicht bringt. Chemische Absenkungen des Phosphats mit Lanthan muss man ganz vorsichtig machen!!! Anstreben solltest du eine Konzentration zwischen 0,05 und 0,08 mg/l. Etwas höhere Werte sind auch nicht schlimm, bewirken bei verschiedenen SPS aber Farbverdunkelungen Richtung braun.

    Der Seehase beseitigt Fadenalgen recht zuverlässig. Dies dauert aber alles einige Zeit. Beobachte die Entwicklung einfach weiter. Wenn es auf Dauer weiter ein größeres Problem bleiben sollte, hilft die sogenannte Kalkwassermethode recht zuverlässig. Dafür ist es aber noch zu früh.


    Gruß

    Bernd

    im Grunde genommen kannst du das halten wie ein Dachdecker: völlig egal wie.


    Ob du zuerst Fische und dann Korallen einbringst oder erst Korallen und zufütterst und dann Fische nachsetzt macht keinen Unterschied.

    Hallo,

    so pauschal sollte man diese Aussage nicht stehen lassen: In einem Riffbecken mit SPS-Besatz wird eine Nährstoffkonzentration in relativ engen Grenzen angestrebt. Die Werte sollen niedrig, aber keinesfalls limitiert sein. Hierzu bedarf es eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Nährstoffeintrag (Fütterung und Ausscheidungen der Fische) und Nährstoffaustrag (Verbrauch durch Korallen, technische Maßnahmen zum Entzug).

    Viele Neueinsteiger machen hier immer wieder den großen Fehler, dass einem sofortigen großen Fischbesatz viel zu wenig Korallen gegenüber stehen. Aus Kostengründen werden meist nur kleine Korallenfragmente eingesetzt, die dann bei anfänglich wenig stabilen Werten zunächst auch noch nur schlecht wachsen. Der neue Fischbesatz, bei dem es je nach Art anfangs auch zu Problemen mit der Futteraufnahme kommen kann, wird dagegen mangels Erfahrung häufig auch noch überfüttert. Dadurch bilden sich in vielen Fällen ganz rasch Phosphatdepots, die man nur schwer wieder wegbekommt.

    Aus diesen Gründen rate ich, zunächst mit einem möglichst großen Korallenbesatz zu beginnen, je mehr und umso größere Korallenstöcke, desto besser. Deren Nährstoffversorgung lässt sich leicht steuern und testen. Auch ungewünschte Einfahrprobleme wie Fadenalgen, massenhafte Cyanobakterien etc. lassen sich so besser kontrollieren.
    Hat man nach einiger Zeit alles mit einem guten Korallenwuchs und stabilen Werten im Griff, dann kann man mit einem angepassten Fischbesatz beginnen.

    Letztlich kommt es eben immer auf ein ausgewogenes Verhältnis an. Wer gleich einen dichten Korallenbesatz finanzieren kann, dem ist auch ein schnellerer Fischbesatz möglich. Umgekehrt wird es meist viel schwieriger.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rüdiger,

    nein, ich versuche nicht aus einer subjektiven Einzelbeobachtung eine wissenschaftliche Regel aufzustellen, verfüge aber über 40 jährige Erfahrungen in der Meeresaquaristik mit entsprechend umfangreichen Beobachtungen. Diese habe ich in Erfahrungsberichten auch veröffentlicht. Nach einem klar definierten wissenschaftlichen Versuchsaufbau zur Frage, ab welcher Konzentration der Cyanobakterien ihre Ansiedlung erfolgt, kannst du lange suchen. Da wirst du nichts finden, es gibt keine entsprechende Untersuchung. Sehr wohl gibt es aber einer Reihe von Dissertationen zur Bildung von Belägen oder Aggregaten durch Cyanobakterien, die du - im Gegensatz zu mir - offensichtlich noch nicht gelesen hast.
    Ja, du scheinst da wohl manches noch nicht gesucht oder gefunden zu haben. Wilkens ist einer der Pioniere der Meerwasseraquaristik, der hierzu grundlegende Bücher geschrieben hat. Und nein, kein Grund auf einem hohen Ross zu sitzen, du bist hier nicht der Einzige, der ein wissenschaftliches Studium absolviert und - hoffentlich auch abgeschlossen - hat. Nur hilft uns dies in der konkreten Einzelfrage nicht viel weiter. Reine theoretische Überlegungen und Vermutungen führen da aufgrund offensichtlich häufig widersprüchlicher Beobachtungen und komplexer Gegebenheiten nicht zuverlässig weiter. Man ist bei Cyanos in der Aquaristik immer noch auf empirische Beobachtungen angewiesen, was Joe, als langjährige erfahrener Korallenzüchter auch absolut richtig ausgeführt hat.

    Deshalb kann ich nur wiederholen, über mehr oder weniger hohe Belastungen des Wassers konnte ich keine Korrelationen hinsichtlich eines verstärkten Auftretens von Cyanobakterien beobachten. Wie auch Joe berichtet, gab es in identischen Wasserkreisläufen ganz unterschiedliche Entwicklungen, die offensichtlich auf andere Faktoren zurückzuführen waren. Gutes, frisches Lebendgestein direkt erwies sich in nahezu allen Fällen als resistent gegen Cyanobefall, totes Material, egal ob Gestein (incl. Real Reef Rocks), Bodengrund, oder sonst etwas dagegen nicht. Auch dann nicht unbedingt, wenn es zusätzlich zum Lebendgestein ins Becken eingebracht wurde.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rüdiger,

    sorry Rüdiger, auch ich kenne mich aus und dies schon lange. Dass deine These in der Praxis nicht unbedingt stimmt, kannst du z.B. oftmals in Zoogeschäften beobachten. Da sind in den meisten Fällen die verschiedenen Becken mit dem gleichen Wasserkreislauf verbunden. Trotzdem sieht man oft, dass in einem Becken Cyanobakterien stark verbreitet sind, andere dagegen können völlig frei sein.

    Ähnliches beobachte ich auch gelegentlich in meinem Riffbecken, dass mit meinem 1000 l Technikbecken ein Stockwerk tiefer im Kreislauf verbunden ist. Da pinsle ich die Cyanos bei auftretendem Befall immer ab, ohne diese besonders aus dem Wasser zu entfernen. Sie sind dann reichlich vorhanden, ohne das andere Becken zu befallen. Umgekehrt kam dies auch schon vor.
    Das Auftreten und die Massenvermehrung hängen nicht primär mit der Konzentration der Bakterien im Wasser zusammen, so einfach ist es nicht! Viel entscheidender sind eine Reihe Faktoren zu den passenden Lebensbedingungen.

    Nur am Rand zu deiner Information, ohne dir deine Qualifikation absprechen zu wollen: Ich weiß nicht ob dir der Name Peter Wilkens etwas sagt? Mit dem habe ich bereits Ende der 70er Jahre umfangreiche Versuche zu der Cyanoproblematik gemacht und habe über die Massenvermehrung von Cyanobakterien auch schon einiges veröffentlicht.

    Gruß

    Bernd

    Ps.: Mein jüngerer Bruder ist auch promovierter Molekularbiologe, hat aber von Aquaristik und Problemen mit Cyanobakterien keine Ahnung.

    Hallo,

    Cyanos sind Primärbesiedler, die sich schnell auf Materialien ansiedeln, die noch nicht von anderen Mikroorganismen besiedelt sind. Haben sie erst einmal einen freien Platz gefunden, wehren sie sich mit Hemmstoffen gegen Konkurrenten, Deshalb bekommt man sie dort auch nicht so schnell los.
    Wie Burkhard schon geschrieben hat, sind sie allgegenwärtig und können sich bei geeigneten Bedingungen auch blitzschnell vermehren. Ob man da Altwasser verwendet oder frisch angesetztes, hat in der Praxis kaum Bedeutung. Wichtig ist das Fehlen freier Siedlungsplätze!

    Die angepriesenen Real Reef Rocks sind nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen bei Einsteigern nicht viel besser als anderes Totmaterial!
    Einen breiten Mikrokosmos bekommt man auch nicht mit ein paar begrenzten Bakterienarten. Ich würde daher stets nur mit echtem Lebendgestein starten. Man muss sein Becken auch nicht mit Dekomaterial vollstopfen. Daher reichen ein paar wenige lebende Steine. Die richtige Gestaltung des Riffbeckens schaffen dann die lebenden Korallen mit ihrem bizarren Wuchs.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    mit der "Wasserhygiene" ist dies auch so eine Sache. Durch Strömung - gleich welcher Art - Abfallstoffe so ständig in Bewegung zu halten, dass sie dem Beckenabfluss zugeführt und aus dem System entfernt werden, ist ein frommer Wunsch; nur klappt dies so gut wie nie, vor allem nicht vollständig.

    Wenn ein Riffbecken gut eingerichtet jahrelang steht und die Korallen richtig stark gewachsen sind, wird es immer mehr kleine Zonen geben, in denen sich Ablagerungen sammeln; egal wie man da die Strömung ausgerichtet hat. Jeglicher "Strömungsplan" funktioniert dann nicht mehr.

    Dies ist aber auch kein Problem, denn eine sterile "Hygiene" ist ohnehin nicht erstrebenswert, wichtig ist ein stabiles, gesundes Ökosystem. In richtig funktionierenden Riffaquarien bildet sich im Lauf der Zeit ein vielfältiger Mikrokosmus - nicht nur aus Bakterien bestehend - der in einer langen Kette organische Abfallstoffe spaltet, aufarbeitet und letztlich durch Mineralisierer in feines, biologisch nicht mehr aktives anorganisches Material (Detritus) umwandelt.

    Die wichtigere Funktion der Strömung ist dagegen die Förderung des Gasaustausches im Aquarium, die Aufnahme von Sauerstoff und die Verhinderung von "Todzonen" zwischen den Korallenästen. Dafür bedarf es aber einfach nur einer ausreichenden Wasserbewegung, egal wie gestaltet.

    Gruß

    Bernd

    Hai

    @Bernd Koberstaedt

    Auf den Riffdächern hast du deutlich mehr Verwirbelungen als laminare Strömung.
    Diese Bereiche, nahe der Wasseroberfläche haben zwar eine Hauptrichtung wo die Strömung herkommt aber da sich dort auch immer die Wellen brechen hast du vor allem turbulente Strömung.
    Je nach Gezeitenstand, mal mehr oder auch mal weniger.

    Es ist keineswegs überall laminare Strömung vorhanden.

    Mfg Torsten

    Ich habe nichts von laminarer Strömung geschrieben, sondern von den Richtungen. Und diese drehen sich eben nicht in einem wechselnden Kreis.
    Ich weiß nicht ob du schon in Riffgebieten getaucht hast? Unter "normalen" , also nicht stürmischen Bedingungen - und dies nur in den ganz oberen Bereichen - kommt es lediglich bei Niedrigwasser zu etwas Turbulenzen infolge brechender Wellen, ansonsten läuft die Strömung in einer Richtung einfach durch.
    Mit dem hier zur Diskussion stehendem Gerät wird dagegen ein Karussell mit ständig wechselnder Drehrichtung erzeugt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    hier machen sich einige Leute eher naive Vorstellungen von den wahren Gegebenheiten in den Riffen und den Bedürfnissen der Fische und Korallen. Ich kenne sehr viele tropische Riffgebiete aus eigener Anschauung und weiß über was ich schreibe.
    Sich ständig ändernde Strömungsrichtungen und damit verbundene dauernde Turbulenzen sind im Bereich der Korallenriffe nicht der Normalzustand. Derartige Verhältnisse findet man allenfalls ganz nahe der Küstenlinien in den Zonen auflaufender Wellen oder im Ausnahmezustand bei stärkeren Stürmen. Im Bereich der häufigsten Riffformen, der Saumriffe, verlaufen die Strömungen normalerweise relativ gleichmäßig linear, gesteuert von den Gezeiten in zeitlich wechselnde Richtungen oder in bestimmten geografischen Zonen ständig nur in eine. Dort geben bestimmte starke Meeresströmungen eine feste Richtung vor; wie zum Beispiel in der Timorsee zwischen dem südlichen Teil Indonesiens und Australien.

    Eine ständig kleinräumig wirbelnde Waschmaschine in unseren Aquarien ist nicht der natürliche Idealzustand für unsere Riffbewohner. Mit derartigem Schnickschnack mögen sich manche Technikfreaks selbst einen Gefallen tun, den dauernd Achterbahn fahrenden Fischen und durchgewirbelten Korallenpolypen wohl weniger.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich würde mir so eine hässliche und sofort sichtbare Spielerei niemals ins Becken hängen, zumal die angeblichen Vorteile für mich ohnehin fragwürdig sind. Da wird hinsichtlich der Strömung vieles überschätzt.
    Mein Becken läuft mit relativ geringer Strömung, ohne sichtbare Technik und mit Korallen zugewuchert seit vielen Jahren hervorragend (Bilder im Profil). Was will man da mehr?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Wolfgang,

    falls ich es richtig verstanden habe, ging es Rüdiger nur um einen Anschluss des Ablaufes an seinen vorhandenen Harzfilter, also nicht um die Druckseite. Die Osmoseanlagen die ich kenne, sind ja alle auf der Druckseite mit einen Anschluss für einen Wasserhahn fest vorgerüstet. Dass da jemand den dünnen Druckschlauch extra an einen 3/4" Gardena-Schlauchanschluss anschließen möchte und dafür große Umrüstungen vornimmt, kann ich mir weniger vorstellen. Abdrehen und somit lösen kann man die vorhandenen Anschlüsse bei Bedarf ja ebenfalls mit geringem Aufwand.
    Eine Wissenschaft werden wir daraus letztlich wohl nicht machen müssen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Wolfgang,

    bei deiner Lösung muss man dann wohl das ganze Basisgerät kaufen, denn den Adapter habe ich noch nirgends allein angeboten gesehen. Hinzu kommen, wenn ich es richtig sehe, ein verschraubbares Übergangsschlauchstück und ein Kupplungsstück zur Verbindung mit dem vorhandenen Gardenaanschluss.
    Ich denke, zusammen wird dies vermutlich teurer, aber funktionieren dürfte es auch. Probleme bereiten bei mir im Rahmen der Gartenbewässerung dabei allerdings immer die Kupplungsstücke, da sie gelegentlich tropfen.

    Gruß

    Bernd

    Als besonders schnell wachsende, sehr preisgünstige und gut Nährstoffe verbrauchende Korallen eignen sich besonders Lederkoralle, beispielsweise Sinularia brassica. Diese sind äußerst anspruchslos und sind problemlose Nachbarn für andere Korallen.
    Ich habe damit damals beim Neuaufbau zunächst mein ganzes Riff- und Technikbecken zuwuchern lassen.

    Wenn die Wasser- bzw. Verbrauchswerte dann besser stimmen, kann man die Lederkorallen nach und nach reduzieren und gegen gewünschte LPS oder SPS austauschen. Auf diese Weise können letztlich auch Acroporas, von denen es auch robustere Arten für den Einstieg gibt, Einzug halten.
    Man muss ein gemischtes Riffbecken eben im Lauf der Zeit entwickeln. Das benötigt natürlich auch Zeit und Geduld, damit es etwas Richtiges wird.

    Hallo Panos,

    um ein konstantes Nährstoffverhältnis zu erzielen, müssen Nährstoffeintrag und deren Verbrauch in einem guten Gleichgewicht stehen. Da hast du mit dem Beckenstart den typischen Einsteigerfehler mit gleich viel zu großem Fischbesatz, zu starker Fütterung und zu wenigen und zu kleinen Korallen gemacht. Da ist es dann logisch, dass sich die Nährstoffe anreichern und Phosphatdepots bilden. Nach dem Foto von deinem Becken zu schließen, bist du da weit, weit von einem ausgeglichenen System entfernt!

    Einmal falsch eingefahren, ist eine Umkehr schwierig und langwierig. Dir bleiben nun eigentlich nur häufige Teilwasserwechsel, geringere Futtermengen und Futterintervalle, der Einsatz von Phosphatadsorbern oder Lanthan, Nitratfilter. starke, nasse Abschäumung und vor allem zusätzliches Einbringen robuster, schnell wachsender Korallen.

    Gruß

    Bernd

    PS. Bilder von meinem Becken findest du hier unter meinem Profil.

    Hallo Sven,

    klar, viele Tiere im Becken könnten ohne Eingriffe auf Dauer invasiv werden, aber das Foto würde ich nicht als Maßstab nehmen. Da müsste man den Schwamm ewig unkontrolliert wachsen lassen und sehr hohe Phosphatwerte im Becken herrschen.
    Aber wie geschrieben, der Schwamm lässt sich relativ leicht beherrschen. Im Erfahrungsaustausch des Meerwasserlexikons schreiben dies ja auch einige Leute genauso.

    Weil auch danach noch gefragt wurde, natürliche Fressfeinde hat der Ohrenschwamm m.W. nicht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Jürgen,

    ich denke eher, dass es sich um Collospongia handelt ( https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/1059_Collospongia_auris.htm ). Die Färbung kann von blauschwarz bis lila variieren. Ich hatte diesen Schwamm früher lange Zeit im Becken. Er sah recht dekorativ aus und hat die Korallen nicht beeinträchtigt. Man sollte ihn aber durch mechanisches Einkürzen je nach Bedarf kontrollieren. Größere Stücke des schnellwachsenden Schwamms lassen sich einfach abziehen, an Steinen festgewachsene Teil dagegen nur schwer. Für mich war dies aber nie ein Problem.
    Collospongia zieht viel Phosphat aus dem Wasser und erfüllt damit eine gute biologische Funktion im Aquarium. Wenn die PO4-Werte niedrig sind, verschwindet er im Lauf der Zeit von allein immer mehr.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    heute kam im ZDF-info ein interessanter Beitrag über das Korallensterben in den Tropen infolge der Klimaerwärmung. So haben Forscher festgestellt, dass im Golf von Akaba sämtliche Korallen, im Gegensatz zu den anderen Meeresgebieten mit gleichen ansteigenden Wassertemperaturen, keinerlei Schäden aufweisen.
    Man hat dann Korallen aus diesem Bereich unter Laborbedingungen verschiedenste Stressfaktoren wie Überdüngung, sinkende pH-Bereiche etc. unterzogen, worauf diese identisch negativ reagiert haben. Damit konnte man alle anderen Stressfaktoranpassungen ausschließen und nachweisen, dass die dortigen Korallen offensichtlich eine spezielle genetische Veränderung entwickelt haben, die ihnen nur eine Anpassung an höhere Temperaturen erlauben. Die Ursache sieht man in der erdgeschichtlichen Entwicklung. Es gab im Paleozän eine extreme Hitzeperiode, in der in vielen tropischen Meeresbereichen außer ein paar Archäozoen das gesamte Leben abgestorben war. Im Randbereich des roten Meeres konnten sich aber durch Auslese Korallen mit einer höheren Hitzetoleranz entwickeln. Im Rahmen der gesenkten Meeresspiegel in den späteren Eiszeiten haben diese Korallen dann offensichtlich ausschließlich im Bereich des Golfes von Akaba überlebt.

    Interessant sind auch Forschung an fossilen Korallenstücken, die früher einmal in den damals wärmeren nördlichen Breiten gelebt haben. Diese sind eindeutig viel langsamer trotz damals tropischer Temperaturen gewachsen. Ursache dürften die schlechteren Lichtbedingungen durch die hier herrschenden jahreszeitlichen Lichtveränderungen gewesen sein.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Andreas,

    ich habe eigentlich schon immer den Palettendoktor im Becken gehabt. Hautirritationen habe ich weder beim Einsatz von Adsorbern noch bei Lanthan oder Aktivkohle beobachtet. Wenn du trotz verschiedener Maßnahmen keine Veränderung beobachtest hast, dürfte die Ursache wohl wo anders zu suchen sein.

    Was bei ihm schnell zu Hautproblemen - nicht nur zu Pünktchen - führt, sind Aufwirbelungen im Becken, besonders des Bodengrundes. Dabei werden meist latent vorhandene Bakterien aufgewirbelt, auf die der Fische sehr empfindlich reagiert. Man sollte beim Palettendoktor die Hand möglichst aus dem Becken lassen.
    Was hier sehr zu empfehlen wäre, ist der Einsatz einer ausreichend großen UV-Lampe. Die würde ich zunächst im Dauerbetrieb laufen lassen. Dadurch wird der bakterielle Druck deutlich gesenkt. Regelmäßige kleine Teilwasserwechsel sind auch immer wichtig, da dadurch vor allem auch biologische Problemstoffe (Algentoxine, Nesselgifte, Hemmstoffe etc.) regelmäßig ausgedünnt werden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Tom,

    natürlich ist es sinnvoller von Anfang an ein Salz mit niedrigeren Konzentrationen zu verwenden. Im Grundsatz sind in den Salzmischungen aber auch nichts anderes als die genannten Salze, um Calcium und Carbonate in das Wasser zubringen. Bei den sogenannten "Pro"-Salzen sind diese lediglich höher dosiert, weil man damit dem Verbrauch durch die Korallen entsprechen möchte.

    Viele Leute wenden ja die klassische Balingmethode an. Da haben sie die Salze Natriumhydrogencarbonat zur Carbonatversorgung und Calciumchlorid-Dihydrat ohnehin im Haus. Mit denen kann man bei Bedarf eben leicht nachsteuern. Dies gilt ja nicht nur für frisch angesetztes Wasser, sondern ebenso für einen ungleichmäßigen Verbrauch.

    Salzsäure verwende ich nie, da mir die Größenordnungen der damit verbundenen Ionenverschiebungen mangels eigener Erfahrungen nicht bekannt sind. Vermutlich werden sie aber auch da nicht sonderlich relevant sein. Eine leichte Senkung des pH-Wertes ist bei beiden Methoden natürlich der Fall; für mich aber auch nicht sonderlich problematisch.

    Leichte Ausfällungen von Kalk (Calciumcarbonat) sind immer einmal möglich, wenn die sogenannten Löslichkeitsprodukte, also die Aufnahmefähigkeit von gelöstem Calcium oder Carbonaten überschritten sind. Diese sind aber kein wirkliches Problem.

    Ich habe entsprechende Nachdosierungen früher immer einmal praktiziert, sowohl zur Hebung oder auch Senkung der Alkalinität. Wenn man die Salze zur Hand hat eine einfache Übung. Heute ist dies aufgrund Kalkwassereinsatz und Kalkreaktor bei mir kaum noch nötig; allenfalls einmal eine leichte KH-Erhöhung, wenn der Kalkreaktor nicht rechtzeitig nachjustiert wurde.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Burkhard,

    ja, bei sehr niedrigen P-Konzentrationen und gleichzeitig hoher Alkalinität können schnell Probleme auftreten. Ich vergleiche dies immer mit einer Autofahrt, bei der man Vollgas gibt und gleichzeitig die Handbremse zieht.
    Die hohe Alkalinität fördert die Calcifikation in den Korallen, eine gleichzeitig mögliche schnelle Limitierung des Phosphates verursacht eine poröses, bröselige Struktur des Korallenskeletts. Manche Korallenzüchter arbeiten zur Förderung eines schnelleren Wuchses zeitweise mit einer hohen Alkalinität, dabei dann aber auch mit hohen Nährstoffwerten. Allerdings haben die Korallen dann meist auch eine weniger kompakte Wuchsform und können zerbrechlicher sein.

    Abhängig ist die Wirkung bei der Verwendung von Nachfüllwasser mit hohem KH-Wert bei vorhandenen niedrigen P-Konzentrationen natürlich immer auch von den Mengenverhältnissen zwischen Becken- und dem Nachfüllwasser. Kleinere Zugaben sind logischerweise weniger problematisch als größere Wasserwechsel.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Paul,

    irgendwie reden wir aneinander vorbei. Wie du nun selbst schreibst, bewirkt die Zugabe einer CaCl2 - Lösung eine Senkung der Alkalität. Um die geht es hier doch. In der Meerwasseranalytik gibt es weder eine temporäre Härte noch eine Carbonathärte. Der richtige Begriff ist die Alkalinität, also das Säurepufferungsvermögen. Die Abkürzung KH steht heute also praktischen Gründen für die Alkalinität, diese wollen wir senken.
    Im Meerwasser wird die Alkalinität zu 97% durch Carbonate und Hydrogencarbonate erzeugt. Dadurch kann durch die Alkalinität auch eine Ausage zu deren Konzentration machen.

    Glaser schreibt dann dazu: "Bei zu hohen KH-Werten kann Calciumchlorid zugegeben werden, um die Alkalinität durch Calciumcarbonatfällung zu senken."

    Gruß

    Bernd

    Hallo Paul,

    ich möchte hier keinen Streit entfachen und dich nicht zu weiteren Diskussionen nötigen, auch wenn der Austausch sachlicher Argumentationen zu fachliche Fragen sicherlich mit der Sinn eines solchen Forums ist. Da es hier immer auch Mitleser gibt, die bei einzelnen Problemstellungen vielleicht nicht so breite Kenntnisse oder Erfahrungen haben, versuche ich meist - auch um deren Bewertungsmöglichkeiten zu ermöglichen - meine Argumentationen etwas tiefer zu belegen.

    Ich möchte deine Kompetenz, die ich nicht beurteilen kann, keinesfalls in Frage stellen, nur habe ich mich über deine Argumentation schon etwas gewundert. Im Beitrag 21 hast du zunächst expressis verbis geschrieben, dass meine Aussage zur Senkung der Alkalinität "nicht richtig" sei. Weiter schreibst du:

    Das Ausfällen von Ca-Karbonat erreichst du damit im Meerwasser mit Sicherheit nicht und damit auch kein Sinken der KH (nur der Alkalinität).

    Dies sehe ich schon als Widerspruch in sich, da du offensichtlich ein Sinken der KH "mit Sicherheit" ausschließt, wohl aber nicht der Alkalinität, was du da also offensichtlich einräumst. Hier scheinst du wohl fälschlich differenzieren zu wollen, wobei man als in der Meerwasseranalytik Bewanderter wissen muss, dass es im Meerwasser keine "temoräre Härte" gibt, auf der der veraltete Begriff Carbonathärte beruht. In der Meerwasseraquaristik geht es in diesen Zusammenhang trotz der vereinfachenden Bezeichnung KH immer nur um die Alkalinität.
    Schließlich relativierst du im letzten Beitrag vom ursprünglichen "mit Sicherheit nicht möglich" zum nur noch "nicht sinnvoll".

    Ich habe die von mir zitierte Anleitung zur Balling-Methode auch nicht falsch verstanden. Mit dem darin genannten Passus wollte ich mit einer neutralen Quellen nur deiner ursprünglichen generalisierenden Behauptung widersprechen, dass eine Fällung nicht möglich sei.

    Über den Sinn kann man immer streiten. Ich persönlich habe diese Maßnahme zum Ausgleich von Schwankungen früher, als ich noch keinen Kalkreaktor und Kalkwasserrührer eingesetzt hatte, häufig erfolgreich angewendet. Bei meinen Empfehlungen halte ich mich an meine eigenen Jahrzehnte langen Erfahrungen, beruhend auch auf Ratschläge des mir persönlich bekannten, wirklich ausgewiesenen Fachmanns Armin Glaser.

    Im vom Fragensteller genannten konkreten Fall halte ich es bei seinen sehr niedrigen Phosphatkonzentrationen zur Vermeidung von höheren KH-Werten durchaus für sinnvoll, frisch angesetztes Wasser durch die Zugabe von den nur nötigen geringen Mengen Calciumchlorid (dem bewährten "Balling-Salz") recht einfach auf die gewünschten Zielwerte einzustellen.
    Letztlich bleibt es aber jedem selbst überlassen, welchen Empfehlungen man folgen möchte.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Paul,

    hier noch eine Quelle zur Klärung der häufigen Missverständnisse bei der Calciumcarbonatfällung, dem "Schneesturmeffekt".
    Am Beispiel einer mengenbegrenzenden Schüssel mit Chips (als Beispiel für eine Lösung mit begrenzter Aufnahmefähigkeit) - rote Chips für Calcium und grün für Carbonate - wird aufgezeigt, dass eine plötzliche Zufuhr von roten Chips die grünen verdrängt, diese also ausfällen.

    https://de.orphek.com/understanding-calcium-and-alkalinity/

    Gruß

    Bernd

    Hallo Paul,

    dann lies einfach einmal in der Fachliteratur nach (z.B. Ratgeber Meerwasserchemie von Armin Glaser Seite 68 "Wenn KH-Wert (Alkalinität) zu hoch).

    Im Meerwasser geht es immer um die Alkalinität! Die noch übliche Schreibweise KH - ursprünglich vom veraltertem Begriff der Carbonathärte in der Süßwasserchemie abgeleitet - wird in der Meerwasseranalytik nur der Einfachheit halber verwendet, bedeutet aber nicht Carbonathärte sondern immer Alkalinität! Dies ist in der Meerwasseraquaristik eigentlich eher ein Grundwissen. :winking_face:

    Weiteres zu Alkalinität, den Carbonaten, den Wechselwirkungen usw. findest du in dem Buch auch gut erläutert, wäre aber hier zu viel.

    Im übrigen, der beschriebene Prozess zur Senkung der Alkalinität wurde schon häufigst angewendet. Du kannst es ja selbst ganz einfach testen.


    Gruß

    Bernd

    Im ersten Augenblick bin ich ganz kurz zusammengezuckt. Bernd meinte wahrscheinlich, wenn beide Balling-Lösungen (Calcium und KH) benutzt werden, nur erst einmal die Calciumlösung weiterdosieren, die KH-Lösung nicht.

    Hallo,

    nein, ich meine nicht eine Weiterdosierung!!! Jedes Meerwasser, egal ob frisch angesetzt oder Beckenwasser mit zu hohen Werten kann durch entsprechende Zugaben ausgeglichen werden. Die Zugabe von Calciumchlorid bewirkt eine Calciumcarbonatfällung welche die Alkalinität senkt.

    Umgekehrt kann auch eine zu hohe Calciumkonzentration mit Natrium- oder Natriumhydrogencarbonat gesenkt werden, wobei dann Calciumcarbonat ausfällt.

    Bei häufigen entsprechenden Maßnahmen sollte nur darauf geachtet werden, dass Kalkablagerungen in Pumpen auftreten können, die dann gelegentlich gereinigt werden sollten.

    Auf diesen grundsätzlichen chemischen Reaktionen beruht zwar die Balling-Methode, was aber nicht bedeutet, dass diese Prozesse nur im Rahmen von Nachdosierungen funktionieren!!!

    (Nachzulesen bei Armin Glaser).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ingo,

    die Alkalinität lässt sich ganz einfach durch die Zugabe von Calciumchlorid-Dihydrat senken. Umgekehrt geht es übrigens auch, einen zu hoher Calciumwert kann man durch die Zugabe von Natriumhydrogencarbonat senken.
    Wer die "echte" Ballingmethode kennt, der weiß dies. :winking_face:

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die Ursachensuche ist meistens das Kernproblem. Obwohl mein Becken nun schon ewig lange steht, mit SPS und LPS stark zugewachsen ist und seit Jahren der Besatz und die Wasserwerte kaum verändert sind, treten doch manchmal und in großen zeitlichen Abständen an einigen Stellen wieder Cyanos oder auch Fadenalgen auf.
    Bei den Cyanos sind es am ehesten frei gewordene Siedlungsplätze, etwa wenn irgendwo auf einem kleinen Korallenast Gewebe abgestorben ist. Aber bei den Fadenalgen habe ich keinerlei Hinweise zu den Ursachen finden können. Da bilden sich dann relativ plötzlich ganz lokal kleine Büschel an unterschiedlichsten Stellen, im lichtarmen oder auch stark beleuchteten Bereich, meist in stark beströmten Zonen, aber gelegentlich auch in ruhigeren Bereichen.
    Treten sie locker auf, etwa zwischen Hornkorallen, beseitigt sie mein Fuchsgesicht nach und nach. Bilden sich aber dichte Büschel, ignoriert er sie. Dann hilft nur die Kalkwassermethode, manchmal schnell, manchmal erst nach Wochen. Dann ist wieder viele Monate oder gar Jahre Ruhe, ehe urplötzlich der Spuk wieder losgeht.
    Obwohl ich mir immer alle wichtigen Parameter, Veränderungen und Pflegemaßnahmen notiere, konnte ich über die vielen Jahre hinweg trotzdem keinerlei Kausalitäten oder Auffälligkeiten ermitteln!

    Gruß

    Bernd