Hallo Paul,
ich möchte hier keinen Streit entfachen und dich nicht zu weiteren Diskussionen nötigen, auch wenn der Austausch sachlicher Argumentationen zu fachliche Fragen sicherlich mit der Sinn eines solchen Forums ist. Da es hier immer auch Mitleser gibt, die bei einzelnen Problemstellungen vielleicht nicht so breite Kenntnisse oder Erfahrungen haben, versuche ich meist - auch um deren Bewertungsmöglichkeiten zu ermöglichen - meine Argumentationen etwas tiefer zu belegen.
Ich möchte deine Kompetenz, die ich nicht beurteilen kann, keinesfalls in Frage stellen, nur habe ich mich über deine Argumentation schon etwas gewundert. Im Beitrag 21 hast du zunächst expressis verbis geschrieben, dass meine Aussage zur Senkung der Alkalinität "nicht richtig" sei. Weiter schreibst du:
Das Ausfällen von Ca-Karbonat erreichst du damit im Meerwasser mit Sicherheit nicht und damit auch kein Sinken der KH (nur der Alkalinität).
Dies sehe ich schon als Widerspruch in sich, da du offensichtlich ein Sinken der KH "mit Sicherheit" ausschließt, wohl aber nicht der Alkalinität, was du da also offensichtlich einräumst. Hier scheinst du wohl fälschlich differenzieren zu wollen, wobei man als in der Meerwasseranalytik Bewanderter wissen muss, dass es im Meerwasser keine "temoräre Härte" gibt, auf der der veraltete Begriff Carbonathärte beruht. In der Meerwasseraquaristik geht es in diesen Zusammenhang trotz der vereinfachenden Bezeichnung KH immer nur um die Alkalinität.
Schließlich relativierst du im letzten Beitrag vom ursprünglichen "mit Sicherheit nicht möglich" zum nur noch "nicht sinnvoll".
Ich habe die von mir zitierte Anleitung zur Balling-Methode auch nicht falsch verstanden. Mit dem darin genannten Passus wollte ich mit einer neutralen Quellen nur deiner ursprünglichen generalisierenden Behauptung widersprechen, dass eine Fällung nicht möglich sei.
Über den Sinn kann man immer streiten. Ich persönlich habe diese Maßnahme zum Ausgleich von Schwankungen früher, als ich noch keinen Kalkreaktor und Kalkwasserrührer eingesetzt hatte, häufig erfolgreich angewendet. Bei meinen Empfehlungen halte ich mich an meine eigenen Jahrzehnte langen Erfahrungen, beruhend auch auf Ratschläge des mir persönlich bekannten, wirklich ausgewiesenen Fachmanns Armin Glaser.
Im vom Fragensteller genannten konkreten Fall halte ich es bei seinen sehr niedrigen Phosphatkonzentrationen zur Vermeidung von höheren KH-Werten durchaus für sinnvoll, frisch angesetztes Wasser durch die Zugabe von den nur nötigen geringen Mengen Calciumchlorid (dem bewährten "Balling-Salz") recht einfach auf die gewünschten Zielwerte einzustellen.
Letztlich bleibt es aber jedem selbst überlassen, welchen Empfehlungen man folgen möchte.
Gruß
Bernd