Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo,

    ich betreibe - ganz ähnlich wie Paul - eine selbst gebaute Dosieranlage für Kalkwasser zum Nachfüllen des Verdunstungswassers prallel mit einem ebenfalls selbst gebastelten Kalkreaktor.

    Zum Aufrühren des Kalkwassers im Mischbehälter (ein 30 l Kunststofffass) verwende ich auch eine seit vielen Jahren störungsfrei und ohne besondere Wartung laufende kleine billige Chinapumpe direkt im Fass, ebenfalls nur mehrmals am Tag kurzfristig für wenige Minuten und mit Zeitschaltuhr gesteuert.

    Nach den Mischintervallen kann sich das nicht gelöste Calciumhydroxid in Ruhe absetzen. Anschließend schaltet sich für einige Zeit - ebenfalls zeitgesteuert - ein H-Tronic Wasserpegelgerät ein, welches die Menge des benötigten Kalkwassers für den Verdunstungsausgleich steuert. Zeitgleich wird mit einer kleinen Eheimpumpe aus einem großen Vorratsbehälter Osmosewasser in den Kalkwassermischbehälter nachgefüllt. Zu- und Ablauf verlaufen so langsam, dass dabei der Bodensatz im Mischbehälter nicht aufgewirbelt wird.

    Im Prinzip funktioniert alles wesentlich gleich wie in den im Handel angebotenen Kalkrührern ab, nur dass der Betrieb mit einer billigen innenliegenden Kleinstpumpe erfolgt. Bei den nur kurz notwendigen Betriebsintervallen ist keinerlei Verschleiß zu beobachten.

    Der Kalkreaktor läuft im Gegensatz zur Kalkwasserzugabe im Dauerbetrieb.
    Das Sytem hat sich seit zig Jahren bei ganz geringem Arbeistaufwand bestens bewährt.

    Die pauschalen, völlig unkonkreten, nebulösen und chemisch unbelegten Aussagen von Claude zu angeblich negativen Auswirkung von Kalkwasserzugaben halte ich für unbegründet. Meine Erfahrungen widersprechen dem total.

    Gruß

    Bernd

    Mit der dritten Pumpe wollte ich die Möglichkeit schaffen bei Bedarf aus dem Becken abzusaugen. Z.B. meim Wasserwechsel um dann direkt Mulm und Co. mit abzusaugen. Und zwar in der Form, dass ich mir einen Schlauch ans Hauptbecken verlege, und bei Bedarf eine Pumpe aktiviere, die im Technikraum steht und mir das Wasser dann abpumpt, welches direkt in den Abfluss geleitet wird.

    Der Einfachheit wolte ich alle drei Pumpen gleich, aber ich habe nun verstanden, dass das nichts wird. Ich kaufe jetzt zwei normale Förderpumpen und folge dann der Idee von Erwin, für eine Membranpumpe. Da habe ich jetzt schon ein paar geeignete Produkte aus dem Bootszubehör gefunden.

    Schöne Grüße

    Ralf

    Hallo,

    da kannst du doch eine ganz normale, preisgünstige selbstansaugende Gartenpumpe nehmen, denn das abgesaugte Wasser kommt ja ohnehin in den Abfluss, mit Beckenwasser also nicht in Berührung.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die Probleme entstehen ja nicht nur durch die Riffkeramik, auch wenn bestimmt Produkte wie die hier genannten offensichtlich ganz besonders Schwierigkeiten bereiten, sondern durch den übermäßigen Einsatz toten Dekorationsmaterials grundsätzlich. Leider neigen gerade Einsteiger immer wieder dazu, ihre Becken beim Start - oftmals mit besonders unnatürlich kitschigen Formen - vollzustopfen.

    Dass hier heute möglicherweise weniger von Problemen mit der Riffkeramik geschrieben wird, mag primär daran liegen, dass sich inzwischen viele Leute bei Facebook austauschen (mit entsprechendem Blödsinn, der dort in einem hohen Maß zu lesen ist), oder aber - einmal optimistisch gesehen - vielleicht auch daran, dass doch auch vermehrt aus den negativen Erfahrungen gelernt wurde.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich habe mir ein Tragegestell aus Vierkantrohr vom Schlosser schweißen lassen. Als Auflage für das Becken dienen auch Vierkantrohre - Abstand 10 cm und oben Zellkautschukband aufgeklebt. Die Seiten und Fronttüren sowie die Rückwand bestehen aus furnierten und lackierten, zu den sonstigen Möbeln passenden, wasserfesten Sperrholzplatten und wurden mit dem Eisengestell verklebt, das Gestell selbst mit normalem Metallschutzlack gestrichen.
    Viel Werkzeug und Spezialkenntnisse benötigt man da nicht. Eine Bohrmaschine hat wohl fast jeder im Haus.
    Das Ganze steht nun knapp 20 Jahre ohne jede Schäden oder Rost.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Stefan,

    kannst du die Werte nicht durch "natürliche" Maßnahmen (angepasster Besatz, Fütterung etc.) langfristiger stabilisieren? Mit den Phosphatgaben treten doch sehr häufig Probleme auf, die sich dann relativ schwer beherrschen lassen. Problematisch ist besonders die nur schwer zu kontrollierende Depotbildung, welche nicht unbedingt linear verläuft.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    aus der Vorgehensweise bei diesem "Experiment" würde ich keine grundsätzlichen Rückschlüsse für den Einsatz von Lebendgestein bei der Neueinrichtung eines Riffaquariums ableiten.
    Ziel des Einsatzes ist ja das Einbringen von Mikroorganismen, was hier offensichtlich erfolgreich ist. Dass damit zunächst auch eine gewisse Belastung des Wassers durch absterbende Organismen verbunden ist, liegt auf der Hand. Hierfür ist in einem "richtigen" Aquarium der Einsatz eines Abschäumers sinnvoll.

    Derartige, relativ grobe Plastikreste zwischen dem Gestein sind sicher nicht der Regelfall. Allerdings wundert mich die erst späte Entdeckung nach mehreren Tagen des Einsatzes. Eigentlich sollte man die Steine vor dem Einsetzen sehr genau untersuchen und etwas säubern; weder der Importeur noch der Händler wird dies so genau vornehmen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    Corey´s Auffassung deckt sich da weitgehend mit unserer. Und dein Vergleich mit den Nahrungsergänzungsmitteln ist absolut zutreffend. Wenn man bedenkt, was die Mischpräparate von Spurenelementen jeweils kosten, machen die geringen bis zweifelhaften Wirkungen wenig Sinn (zumindest nicht für den Aquarianer :grinning_squinting_face: ).
    Ich wiederhole es in vielen Zusammenhang immer wieder: Die Aquaristik ist heute ein großer Geschäftszweig. Da kann man auch aus der Unwissenheit mancher Anwender viel Geld machen, ganz besonders mit irgendwelchen Mittelchen oder Fertigpräparten. Wenn man die Bezugspreise mancher Stoffe aus dem Chemikalienhandel oder selbst aus Apotheken mit denen vieler Aquaristikfirmen vergleicht, dann sind sogar die Apotheken manchmal eher ein Discounter.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    deine Schlussfolgerungen finde ich sehr vernünftig. Wenn die Korallen gut stehen, sollte man zufrieden sein.
    Was die Farben letztlich entscheidend beeinflusst, sind nach meinen Beobachtungen vor allem das Licht und die niedrigen, aber nie limitierten Nährstoffwerte, also ein alter Hut.

    Ich beleuchte ja ausschließlich mit einer Kombination diverser ATI T5 Röhren in einer Gesamtstärke von ca. 1 Watt pro 1 l Beckenvolumen. Wenn die Röhren älter werden, also nach über 6 Monaten, werden die Farben der meisten SPS auch etwas schwächer. Zunächst nur minimal, der Zusammenhang lässt sich aber im Lauf der Zeit schon eindeutig erkennen. Dramatisch ist dies allerdings nicht, weshalb ich dann erst nach 10 - 12 Monaten wechsle.

    Die Nährstoffwerte halte ich durch relativ niedrigem Fischbesatz und dichtem Korallenwuchs niedrig; PO4 liegt immer um 0,05 mg/l. Durch minimale tägliche Gaben einer äußerst stark verdünnten Lanthanlösung halte ich ihn sehr stabil.

    Die Korallen - vor allem die Acroporas - sind unter diesen Verhältnissen pastellfarbig hell. Wenn man unbedingt bei den Farben noch etwas herauskitzeln möchte, könnte man diese mit einigen bestimmten Elementen und ganz vorsichtiger Dosierung ein bisschen fördern: Rottöne z.B. mit Jod, Kalium, Brom,
    blau mit Bor, Chrom, Molybdän; grün mit Eisen und Mangan.
    Ich habe dies auch schon gemacht, für mich stehen die feinen Unterschiede aber kaum mehr in einer sinnvollen Relation zu Aufwand und Kosten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    wir dürfen uns nichts vormachen, vieles im Zusammenhang mit der tatsächlichen Wirkung, realen oder fragwürdigen Notwendigkeit, Wechselwirkung, Verbrauch und Dosierung von Spurenelementen liegt noch reichlich im Nebel. Das alles ist vor allem auch ein Geschäft. Da werden viele unbelegte Behauptungen in die Welt gesetzt.
    Vertrauen kann man den Empfehlungen nur mit Vorsicht; am besten sind immer noch eigene empirische Beobachtungen. Wenn da Firmen mit ihren "Systemen" und Analysen allgemein verbindliche Werte propagieren, ohne die individuellen Verhältnisse von Besatz, Filterungen, Wasserwechsel, sonstigem Eintrag etc. zu kennen, bewegt man sich auf sehr dünnem Eis.
    Ich betreibe die Meeresaquaristik ja nun schon Jahrzehnte, habe viele kompetente Kontakte und verfolge auch die mannigfaltigen Berichte. Es zeigt sich dabei immer noch wenig wirklich Faktisches, aber auch eine Menge Widersprüche. Gravierende Änderungen bei den Korallen habe ich eigentlich nie festgestellt. Wer seine Korallen gut beobachtet, irgendwelche Zugaben vorsichtig dosiert und Wirkungen abwartet, liegt meist am ehesten richtig. Regelmäßige Teilwasserwechsel helfen dann auch am besten, Fehlentwicklungen zu begegnen. Wahre Mangelerscheinungen habe ich auch bei völligem Weglassen von derartigen "Mittelchen" über längere Zeiträume nie beobachtet, wahre Wunder aber auch bei Versuchen mit teuren Präparaten nicht erlebt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Wolfgang,

    wenn du andere Erfahrungen gemacht hast, dann wird dies schon so sein. Nur denke ich nicht, dass dies tatsächlich Borstenwürmer waren, vor allem auch nicht dort, wo dünne Röhren entstanden. So klein sind Borstenwürmer nicht.
    Den Borstenwürmern wird viel nachgesagt, obwohl nur ganz wenige Arten tatsächlich Schäden anrichten. Für mich sind sie wichtige Teile des angestrebten Ökosystems im Riffbecken.

    Aber wenn jemand Bedenken hat, spricht natürlich nichts dagegen, wenn er Vorkehrungen treffen möchte.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ewald,

    falls jeweils seitliche Bohrungen bei deinen Becken nicht möglich sind, zumindest nicht beim alten, bliebe als Lösung das neue Becken höher als das alte TB zu stellen. Im neuen Becken dann nur eine Bohrung am Boden mit Tankverschraubung, darüber eine Rohr bis zur Höhe des gewünschten Wasserspiegels. Wasserkreislauf mit Pumpe aus dem alten zum neuen Becken und Rücklauf über das Rohr im neuen Becken und Abfluss aus der Bodenbohrung zum tiefer liegenden alten Becken. Zulauf im alten Becken dann von oben, somit dort keine Bohrung erforderlich.

    Eine weitere Möglichkeit wäre ein ständiger Wasseraustausch mit jeweils Pumpen zwischen den beiden Becken, wobei dann eine ( die stärkere) mit einem Niveauregler gesteuert werden müsste. Die Regler von H-Tronic arbeiten sehr zuverlässig und genau.

    Eine Beckenverbindung nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren würde ich nicht empfehlen, da zu störungsanfällig.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    für einen echten Schwarm bräuchte man schon ein riesiges Becken. Pomacentrus pavo hatte ich noch nicht. Aber Chrysiptera hemicyannea und parasema habe ich immer in kleinen Gruppen (4 - 6 Stück) gut halten können. Voraussetzung ist aber ein dicht mit Korallen bewachsenes, gut strukturiertes Becken. Die Fische können dann klare Reviergrenzen bilden und Rückzugsmöglichkeiten finden.
    Vorrausetzung ist ein gemeinsamer Einzug gleichgroßer Tiere.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich habe in meinem Becken seit ewigen Zeiten Korallenkies 3 - 4 mm. Der wurde noch nie gewechselt und anaerobe Stellen bilden sich da nie.
    Allerdings scheint Korallenkies inzwischen schwer erhältlich zu sein. Ersatzweise würde ich Aragonit-Kies in ähnlicher Körnung verwenden. Den gibt es z.B. von Dupla.

    Den Sand von Mrutzek kenne ich nicht. Wenn er wie beschrieben tatsächlich belebt und nicht zu sehr belastet ist, wäre dies sicher auch einen Möglichkeit.
    Wichtig: Nur eine dünne Schicht Bodengrund einbringen!

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich würde niemals Livesand verwenden. Nicht nur, dass da kaum bis gar nicht lebende Bakterien vorhanden sind (die würde man auch schon allein mit Korallen einbringen), sondern meist ist der Livesand mit organischen Stoffen belastet. Dies ist vor allem in der Startphase kontraproduktiv.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Johannes,

    bedenke, dass Keramik offensichtlich häufig unerwünschte Einflüsse auf das Wasser hat. Da wurde in den Foren schon viel diskutiert, wenn ich mich recht erinnere auch über die Produkte aus Rostock. In kleinen Becken sehe ich dies noch problematischer als bei einem großen Wasservolumen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    Tubellarien habe ich zuverlässig mit Concurat L , also ausnahmsweise mit der "chemischen Keule" schnell und zuverlässig bekämpft. Natürliche Fressfeinde haben absolut nichts bewirkt. Von dem Mittel wurden weder Fische noch Korallen beeinträchtigt.

    Glasrosen hat bei mir nur der Tang-Feilenfisch gefressen, aber leider bestehen bei dieser Fischart offensichtlich individuelle Unterschiede. Zwei Versuche waren nicht erfolgreich, der dritte Fisch hat dagegen aufgeräumt. Ich habe ihn dann später weitergeben. Leider, denn nach einiger Zeit sind wieder Glasrosen aufgetaucht.
    Problematisch ist beim Tang-Feilenfisch allerdings die spätere Fütterung, wenn die Glasrosen scheinbar alle weg sind. Die beiden ersten Exemplare gingen an Frostfutter, aber eben nicht an Glasrosen; der "Glasrosenfresser" nahm dagegen keinerlei Ersatzfutter.
    Ich denke, dass die ersten Beiden Nachzuchten waren. Diese sind ja häufig im Handel anzutreffen. Die kennen daher vermutlich ihr Spezialfutter Glasrosen gar nicht. Der Dritte war dann lt. Händler ein Importtier. Wenn man ihn aber nicht weitergeben kann, wird es problematisch.

    Asterinas frisst meine Harlekingarnele mit Begeisterung. Im Riffbecken hat sie damit tüchtig aufgeräumt. Im großen Technikbecken befindet sich aber immer noch eine Menge - inzwischen aber deutlich kleinerer - Nachschub. Mit dem füttere ich immer nach. Dies geht inzwischen schon knapp zwei Jahre so.

    Immer mal wieder tauchen bei mir im Riffbecken Fadenalgen auf. Mein Fuchsgesicht knabbert diese gern ab, aber nicht immer vollständig. Dagegen hilft bei mir die Kalkwassermethode sehr zuverlässig. Allerdings muss man da am Ball bleiben und der Erfolg stellt sich erst nach zwei bis drei Wochen ein.

    Cyanobakterien treten manchmal auf, wenn sich ein abgestorbener Korallenast oder anderes totes Material im Becken befindet. Mit einem kleinen harten Pinsel entferne ich sie sofort. Die kommen dann an dieser Stelle manchmal zwei- bis dreimal wieder, dann ist Schluss. Die abgepinselten kleinen Fetzen entferne ich nicht, was auch schwierig wäre. Sie setzen sich aber auch so gut wie nie anderswo fest, zumindest solange es keine anderen freien Siedlungsplätze gibt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Johannes,

    soll der "versteckte Sumpf" im Aquarium selbst oder dahinter außerhalb angebracht werden? !00 l ist schon ein bisschen klein, wenn du die Technik im Becken planen solltest. Je kleiner das Wasservolumen, desto schwieriger ist es, die Wasserwerte stabil zu halten. Sandy hat dir ja schon geschrieben, dass Sarcophyton, aber auch Capnella, schnell relativ groß werden können.

    Von Riffkeramik /Miniriff Korallenwelt würde ich unbedingt abraten. Ein paar kleine lebende Steine wären weitaus besser. Nicht das Becken mit toter Deko vollstopfen!

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    warum denn die Borstenwürmer überhaupt entfernen? Zumindest die kleinen Arten sind doch sehr nützlich, wühlen gern im Bodengrund und beseitigen organische Abfallstoffe. Übergriffe auf anderen Beckeninsassen gibt es allenfalls bei einem Massenauftreten, habe ich aber noch nie beobachtet.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Daniel,

    ich weiß nicht, ob du dich noch an die breiten Diskussionen erinnern kannst, als die Foren voll von Ratschlägen zur Cyanobekämpfung mittels Antibiotika waren und entsprechende Präparate sogar bei Amazon vertrieben wurden. Du brauchst da nur einmal das Stichwort "Mycosidol" ins Internet einzugeben.
    Rüdiger hat doch für alle Unkundigen bestens dargelegt, wie problematisch sich schon allein eine Entsorgung von belastetem Wechselwasser auswirken kann. Und über die Möglichkeiten der Inaktivierung mittels spezieller Enzyme dürften hier ganz sicher nur die Allerwenigsten verfügen.

    Hier zeigt sich für mich wieder einmal die typische Auffassung "was macht denn schon das Bisschen aus, das Ich selbst verursache, wenn man es mit dem Dreck der Anderen vergleicht". Diese Haltung empfinde ich als sehr fragwürdig, denn es sind nicht nur ganz wenig Leute, die auf entsprechend problematische Ratschläge reagieren!
    Gerade durch Foren etc. werden doch derartige Tipps verbreitet.

    Da sehe ich als unsere Aufgabe an, also diejenigen, welche die heute möglichen "schönen Riffaquarien" mit entwickelt haben, (und dies ohne Antibiotikaeinsatz!!!) aufzuklären und weniger Informierte vor den realen Gefahren zu warnen. Dass es dabei nicht um Peanuts geht, konnte man heute ganz aktuell in den Badischen Neuesten Nachrichten lesen: "Jedes Jahr sterben weltweit 1, 5 Millionen Menschen ( in Europa 35.000), weil bei ihnen Antibiotika gegen Infektionen nicht mehr gewirkt hat."
    Dazu sollten wir mit unserem Hobby nun wirklich nicht auch noch beitragen!

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich habe sie wegen der dekorativen gelben Farbe auch im Becken, aber sie können schon zur Plage werden. Leider können sie sich auch an unzugänglichen Stellen ansiedeln. Es gibt zwar natürliche Fressfeinde, sogenannte Zoa-Spider, eine Asselspinnenart, aber auf Dauer hat dies bei mir nicht geholfen. Auch mit krustenanemonenfressenden Schnecken (Aeolidiella) hatte ich kein Glück. Ich würde daher auch ein Wegzupfen empfehlen, solange die Anzahl noch begrenzt ist.


    Gruß

    Bernd

    Hallo Daniel,

    mir geht es hier primär um den vorhersehbaren Antibiotikaeinsatz.

    Klar, ich halte auch nichts vom Kauf überaus heikler Fischarten, wenn man deren ganz besonderen Haltungsanforderungen nicht erfüllen kann, nur um zu zeigen was man da hat. Damit ist nichts gegen echte Spezialisten gesagt, denen es wirklich um Fortschritte in der Meeresaquaristik geht. Auch sehe ich kein Problem darin, wenn jemand ein paar hundert Euro für grässlich farblich verunstaltete Amphiprion-Zuchtformen zahlen möchte. Dies ist seine eigene Sache.

    Wenn man aber im vornherein weiß, dass man ein Tier wohl nur Antibiotikaeinsatz halten kann, dann geht dies - beispielsweise infolge der Entsorgungs- oder Resistenzprobleme - zu Lasten der Umwelt und Allgemeinheit.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    wir hatten vor ein paar Jahren die ganze Antibiotikadiskussion im Zusammenhang mit Cyanos recht intensiv geführt. Letztendlich kam man damals aufgrund der der breiten Problematik und Gefahren weitgehend zur Überzeugung, dass ein Einsatz in der Aquaristik unterbleiben sollte. Diese Gründe haben auch heute noch Gültigkeit. Nicht für umsonst wurden antibiotikahaltige Präparate zur Cyanobekämpfung aus dem Markt genommen und sind derartige Medikamente rezeptpflichtig.
    Ich habe ja auch geschrieben, dass ich in Einzelfällen die Nöte der Anwender auch verstehen kann. Den durchaus interessanten Beitrag von Robin sehe ich auch so. Was ich allerdings für fragwürdig halte, ist der Kauf von Korallen, wenn man - von jetzt auf die Zukunft bezogen - annehmen muss, dass diese unter Umständen nur unter Antibiotika auf längere Zeit haltbar sind. Dann sollte man einfach die Finger davon lassen!

    Ich habe gar nichts gegen irgendwelchen Luxus, so lange er nicht die Allgemeinheit schädigen kann. Den gönne ich mir auch. Ob jemand in der Aquaristik den Hype auf das "Haben Müssen" aus welchen Gründen mitmachen möchte, ist mir reichlich egal. Aber wenn es dann nicht klappt, sollte man wegen der hohen Verluste nicht jammern, sondern Verantwortungsbewusstsein zeigen und nicht auf fragwürdige Mittel zurückgreifen. Dies gilt nicht nur für Korallen x oder y, sondern genauso für für besonders schwer zu haltende Fische.

    Dass dies zuweilen nicht nur aus speziellen fachlichen Interesse, sondern vielleicht - ganz allgemein gesprochen - auch aus einer gewissen Renommiersucht geschieht, dieses Eindrucks kann ich mich gelegentlich nicht erwehren, besonders dann, wenn exzessiv dargestellt wird: "Schaut einmal her was ich da habe" .

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    jetzt sind wir wieder an dem äußerst fragwürdigen Punkt! Jemand möchte seine besonders schöne, lange im Becken befindliche Koralle retten und greift in der Not als letztes Mittel zu Antibiotika. Sicher keine optimale Entscheidung, letztlich aber verständlich.
    Warum muss man aber für mehrere tausend Euro eine fragwürdige Spezifikation einer Koralle kaufen, von der man dann annimmt, dass diese nur in einem sterilen Becken und unter ständigen Einsatz von Antibiotika gehalten werden Kann? Bei Chinesen ist dies für mich kein Wunder. Dort setzt man - offensichtlich aus Dummheit - massenhaft Antibiotika ein und wundert sich dann irgendwann über die schlimmen Folgen von Resistenzen. Hinzu kommt der dort weit verbreitete neureiche Hang zum Protzen; Geld und Reichtum ist dort Identitätsstiftend. Aber bei uns, wirkliches fachliches Interesse oder bloße Angeberei?

    Übrigens, ich hatte und habe diverse Euphylliaarten in meinem gemischten Becken. Keine Golden Torch oder was weiß ich für Phantasieformen, sondern die "normalen" Arten. Alle hielten und halten sich im gemischten Riffbecken problemlos und wurden/ werden häufig geteilt und weitergegeben. Alles ohne UV (wird nur bei neuen Fische für eine kurze Zeit in Betrieb genommen) und ohne Strömungshokuspokus.

    Vielleicht sind manche der überteuren Angebote nicht nur Farbmorphen, sondern auch durch Mutationen oder Überzüchtungen instabil geworden? Dann aber lasst doch lieber die Finger davon, anstatt euch und/oder die Umwelt durch herumkleckern mit fragwürdigen Medikamenten zu schädigen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Fabian,

    nein, Bilder vom Aufbau vor nun fast 19 Jahren habe ich nicht. Ich habe damals feinen Korallensand und flüssigen Kunststoff zur Beschichtung verwendet. Damit nichts mehr ans Wasser abgegeben wird, habe ich die Konstruktion zunächst zwei Wochen mit normalem Wasser gewässert. Heute würde ich allerdings eher Epoxidharz verwenden.
    Die unterer Etage in ca. 15 cm über dem Boden hat geschwungene Formen, bleibt jeweils mindesten 15 cm von der Front- und den Seitenscheiben weg, ist mit Plexistreifen gestützt und an der innenliegenden Rückwand (Hart-PVC und auch beschichtet) angeklebt.
    Die zweite Etage ist schmäler und etwa 25 cm über der ersten.
    Die tragenden Stützen sind jeweils durch lebendes Gestein verdeckt. Und was mir noch einfällt, alle Scheiben habe ich mit einem Lochbohrer (32 mm) zigfach durchlöchert, um auch einen vertikalen Wasseraustausch zu ermöglichen.

    Von der Grundkonstruktion ist absolut nichts mehr zu sehen. Die lebenden Steine sind auf ein Minimal begrenzt; die eigentlichen Gestaltung sollen ja die Korallen übernehmen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    zu euren Fragen:

    Das Grundgerüst der Aufbauten besteht aus zwei Ebenen Plexiglasplatten (unregelmäßig mit der Stichsäge geschnitten, mit feinem Korallensand verklebt/beschichtet).
    Auf den Platten diverse kleinere Lebendsteine unterschiedlicher Höhe. Der Aufbau bleibt trotz seiner optisch kompakten Wirkung relativ luftig und kann von den Fischen überall durchschwommen werden.

    Alle Korallen ( größtenteils aus Fragmenten - teilweise auf früheren Reisen mitgebracht) nur lose in Spalten oder Löcher im Lebendgestein gesteckt. Sind dann selbst komplett festgewachsen)

    Drei Strömungspumpen Turbelle 6045 ohne Halterung auf blauem Schwann vibrationsfrei gelagert und verdeckt eingebaut.
    Pumpe 1 - links hinten mit Strömungsrichtung voll gegen linke Beckenseite
    Pumpe 2 - rechts unten mit Strömungsrichtung gegen Vorderseite
    Pumpe 3 rechts obere Mitte mit Strömungsrichtung schräg zur Wasseroberfläche
    Eine Förderpumpe Jebao DCP 20000 stark gedrosselt für Wasserumlauf zum großem Technikbecken ein Stockwerktiefer im Hobbyraum (dort befinden sich alle techn. Gerätschaften wie Abschäumer, Kalkreaktor, Kalkwasserrührer, Heizung etc.) Der Zulauf der Förderpumpe ist rechts oben, erzeugt aber keine nennenswerte Strömung. Die Pumpenstärke wurde nur zur Überwindung des großen Höhenunterschiedes gewählt.

    Das Becken wurde 2004 hauptsächlich mit Leder- und Hornkorallen und diversen kleinen SPS gestartet. Nach und nach kamen dann weitere Korallen hinzu. Die Auswahl erfolgte unter rein optischen Gesichtspunkten, hauptsächlich robustere Arten (Acropora, Seriatopora, Stylopora, Pocillopora, Montipora, Pavona, Caulastrea, Echinopora, Euphyllia, Fimbriaphylla usw.).
    Alle Korallen wurden mit kleinem Abstand eingesetzt. So konnten sie aufeinander zu wachsen, haben sich aneinander gewöhnt und so gut wie nie vernesselt.

    Das Becken wird mit niedrigen Nährstoffwerten betrieben, PO4 durch minimalste Lanthangaben stabilisiert, Euphyllia und Fimbriaphylla gelegentlich mit feinem Frostfutter zusätzlich direkt versorgt.
    Außerdem gibt es - nur einmal monatlich - ganz geringe Dosierungen von Faunamarin Color Elements und Red Sea Reef Energie Plus.
    Kleine Teilwasserwechsel von ca. 5 % erfolgen ca. alle vier Wochen.

    Beleuchtet wird ausschließlich mit ATI T 5 - Röhren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    in meinem Becken stehen viele Arten, egal ob SPS, LPS oder Lederkorallen dicht beieinander, ohne dass sie sich beeinträchtigen.
    Ich betreibe mein Becken nur mit sanfter Strömung und lasse die unterschiedlichen Korallen langsam aufeinander zu wachsen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich hatte damals von Hans-Werner zum Beginn des Vertriebs Bacto-Balanc zu Testzwecken bekommen und später, nachdem Probleme aufgetreten waren, eine neue Testversion. In beiden Fällen kam es bei verschiedenen SPS zu größeren Gewebeverlusten. Mit H-W kam es dann zu relativ heftigen Diskussionen. Er hatte immer unterstellt, dass meine Korallen zuvor bei zu hohen PO4-Werten gehalten worden wären, was aber nicht zutreffend war. Eine ganze Reihe anderer Aquarianer hatten dann von gleichen oder sogar weit größeren Folgen berichtet, manche waren aber auch zufrieden.
    Ich habe dann den Versuch abgebrochen. Meinen Korallen ging es schnell wieder besser.

    Die Wodka-Methode hatte ich früher auch einmal probiert. Da ich aufgrund meines großen Wasservolumens (separates TB mit ca. 1000 l) und angepasstem Besatz kaum Probleme mit den Wasserwerten habe, hat dies im Grund nichts gebracht.

    Gruß

    Bernd