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Original von bubble
Hallo zusammen,
ich finde, die Diskussion engleitet mittlerweile zu sehr ins persönliche, als dass man sich davor noch verschließen könnte. Kein guter Forenstil, nach meiner Meinung.
Hallo Ben,
da muss ich Dir fraglos zustimmen und mich auch ausdrücklich dazu bekennen, selbst an dieser Entwicklung mitgewirkt zu haben. Dies geschieht allzu leicht in der Hitze der Diskussion, sollte aber eigentlich wirklich nicht notwendig sein.
Im Sinne einer Versachlichung möchte ich doch noch einmal versuchen, ein Resümee aus m e i n e r Sicht zu ziehen:
Die Ausgangsfrage war ja, wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, in etwa dahin gerichtet, ob und welche zusätzlichen Möglichkeiten bzw. Bezugsquellen für eine Algenfütterung bestehen?
Hierzu kam recht wenig, was wohl auch dafür spricht, dass da die Möglichkeiten eher begrenzt sind.
Stattdessen wurde angeführt, dass die Algenfütterung ja eigentlich gar nicht notwendig sei, da mit "Grünzeug" ein ausreichender Ausgleich erfolge. Hieran hat sich dann die Diskussion erhitzt.
Die eine Seite vertritt im Kern die Auffassung, man müsse dazulernen, es gebe mit Norialgen etc. genügend Angebote, vor allem könne man ja auch selbst geeignete Algen züchten. Für die richtige Ernährung der Fische sei dies notwendig oder sogar unverzichtbar. Als Beleg werden div. wissenschaftliche Quellen angeführt, die die Gegenseite nicht vorweisen könne.
Ich teile dagegen die Auffassung, dass zwar div. Algen fraglos ein hervorragendes (Zusatz-)futter darstellen, was auch die Pioniere der Meeresaquaristik schon immer dargelegt haben, eine derartige Fütterung aber verzichtbar sei. Dass Angebot an verfügbaren Algen entspreche wie eigentlich die gesamte Aquarienernährung auch nicht dem natürlichen Futterangebot, die Zucht sei wegen möglicher Iodbelastung etc. nicht unumstritten, darüber hinaus Aufwand und Erfolg nicht unbedingt in Relation. Die ernährungsphysiologische Notwendigkeit sei nicht belegt, die angeführten Quellen bezögen sich auf andere Ausgangsfragen wie z.B. die Zucht von Speisefischen (im Süßwasser). Die Kernaussage aber lautet, langjährigste breite Erfahrungen hätten gezeigt, dass es - teilweise auch aufgrund der zusätzlichen Verwendung div. Landpflanzen - mit der Fütterung kein Problem mehr gibt.
Hier liegt für mich der springende Punkt! Allzu oft wurden in der Vergangenheit "Problemlösungen" für Probleme präsentiert, die es gar nicht gab. Meist verschwanden sie dann auch wieder rasch im Vergessen. Hier scheint es mir genauso zu sein, eigentlich hatte keiner Probleme mit der Grünfütterung, sondern eher mit der Algenbeschaffung. Nun werden Lösungen mit Nachdruck begründet und ich finde das Problem nicht.
Gab es ein Problem wegen der fehlenden Algenfütterung? Ich sehe keines.
Mag die Lochkrankheit hier als Argument gelten? Nach meinem Kenntnisstand scheint sie heute ein absolutes Randproblem zu sein. In den Foren ist sie auch kaum ein Thema. Für Betroffene könnten Futteralgen vielleicht die Lösung darstellen, aber für die anderen bleibt die Frage nach Aufwand und Nutzen.
Ist die Algenfütterung für das allgemeine Wohlbefinden der Fische zuträglicher? Nun, wir können sie nicht fragen, aber viele eigene und fremde Beobachtungen zeigen, dass Grünzeug den Ersatzalgen häufig vorgezogen wird. Dies mag ein schwächeres Argument sein, denn ich esse auch lieber fette Schweinshaxe statt gesundes Gemüse, aber lassen wir den Fischen doch ihre Freude.
Welche Vorteile bietet letztlich die Algenfütterung? Werden Fische dadurch größer? Vielleicht, aber wird dies in einem normalen Aquarium überhaupt angestrebt? Werden sie gesünder oder bunter? Ich sehe keine Belege. Werden andere Fortschritte wie etwa die Zucht damit wahrscheinlich? Wohl eher nicht, denn die Probleme liegen eher bei der Ernährung der Aufzucht.
Bleibt die berechtigte Frage nach den wissenschaftlichen Untersuchungen für die von mir geteilte Ansicht. Ich kenne leider keine, aber spricht dies wirklich dagegen? Wo es kein Problem gibt, da wird auch selten etwas wissenschaftlich erforscht. Empirische Beobachtungen können aber durchaus dem Rang eines wissenschaftlichen Beleges entsprechen.
Dies ist meine unmaßgebliche Sicht der Dinge. Nach all den langen Jahren der Beschäftigung mit der Meeresaquaristik bleibt mir hofffentlich die Ruhe, mit Geduld die weitere Entwicklung abzuwarten. Dann wird man sehen.
Gruß
Bernd