Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hans-Werner, wir haben wohl aneinander vorbei diskutiert. Du beziehst Dich auf Cemil´s augenblickliche Situation, während ich seinen generellen Reaktorbetrieb meine - sofern er auf Dauer tatsächlich eine zu hohe Alkalinität und zu wenig Calcium erreichen würde. Da würde ich mit Kalkwasser zusätzlich arbeiten.

    Den momentanen Ausgleich seiner Werte hätte ich ja zunächst über einen Wasserwechsel angestrebt.

    Zu Satz 2: Kann meiner Meinung nach, muss aber nicht, da abhängig von der CO2-Situation im Becken.

    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von Hans-Werner

    ... mit exakt der gleichen Begründung wie von mir oben.

    Eben, die habe ich auch nicht infrage gestellt und daher spricht wohl auch nichts gegen den Kalkwassereinsatz, da beide Methoden gegenteilige Auswirkungen auf den pH haben. Wenn sie sich ausgleichen, verschiebt sich auch das Carbonatgleichgewicht nicht, es entsteht keine Untersättigung von CO2, damit kein zusätzlicher Eintrag durch Gasaustausch und keine Hydrocarbonatbildung.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    Du hast nur bedingt recht, nämlich nur dann, wenn das Kalkwasser den pH-Wert stärker erhöht und das Carbonatgleichgewicht zur CO2-Untersättigung verschiebt. Kalkwasser gibt bekanntlich keine Carbonationen unmittelbar ab.
    Macht Cemil zusätzlich die Balling-Methode, dann erhöht er auch die Alkalinität durch die Zugabe von Natriumhydrogencarbonat. Natürlich kann er dieses auch weglassen, aber dann bleiben Chloridionen übrig (bei geringen Zugaben sicher auch nicht weiter problematisch).

    Den parallelen Einsatz von Kalkwasser zum Kalkreaktor empfiehlt übrigens auch Armin in seinem Buch!

    Hallo Cemil,

    ob im Endeffekt der Reaktor sowohl Ca als auch KH im richtigen Verhältnis liefert, hängt letztlich von den Verbrauchswerten im Becken ab. Mg gibt er mit Sicherheit ausreichend - wie schon geschrieben je nach der Menge des eingefüllten Mg-Substrates. Denkbar wäre, dass er mehr Alkalinität als Calcium liefert, besser ausgerückt, dass der Calciumverbrauch bei Dir höher ist als der Verbrauch von Carbonaten, aber das muss man einfach abwarten. Dann müsstest Du nur Calcium zusätzlich zuführen (mit Calciumchlorid oder meiner Meinung nach besser mit Kalkwasser), aber ich glaube auch, dass Du bei Deinem Besatz keinen so hohen Verbrauch haben wirst.
    Zunächst wäre es aber wichtig, die Werte auf den optimalen Ausgangpunkt einzustellen (Ca etwa 420 mg/l und KH auf 6 - 7 ). Bei Deiner momentanen Situation würde ich zunächst einen Teilwasserwechsel machen, um die hohe Alkalinität zu senken, ggfls. dann auch noch Calcium zuführen. Wenn die Werte dann stimmen, wie beschrieben den Kalkreaktor starten und systematisch vorgehen. Bei den derzeitig nicht optimalen Ausgangswerten ist die Einstellung schwieriger.
    Bei einem normalen Durchschnittsverbrauch kann der Reaktor dann durchaus alles im richtigen Verhältnis liefern. Dies war bei mir jahrelang der Fall. Erst nach dem äußerst starken Zuwuchs von Steinkorallen hat er dann nicht mehr genug Ca geliefert. Seit dem führe ich noch Kalkwasser zu.

    Gruß

    Bernd

    Ps. Bei meinem gestrigen Beitrag zur Einstellung des Reaktors hatte ich mich tatsächlich verschrieben, richtig hätte es heißen müssen, die CO2-Tropfenzahl zu verringern, wenn die Alkalinität zu stark steigt. Aber dies hat Armin ja schon korrigiert.

    Hallo Cemil,

    eine gute Alternative zum von Armin auch angeführten Calciumchlorid wäre auch der Ausgleich des Verdunstungswassers mit Kalkwasser (mit Calciumhydroxid angesetzt). Kalkreaktor und Kalkwasser ergänzen sich hervorragend, da dadurch auch der pH-Wert ausgeglichen wird.
    Wenn Dein Ca-Gehalt angehoben und die Alkalinität gesenkt ist, dann bleibt es aber dabei, dass Du Dich dann langsam und systematisch an die Reaktoreinstellung herantasten solltest.

    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von Gerd Guddat


    Balling ist so schön einfach........ :winking_face:

    Der Kalkreaktor ist noch viel einfacher. Man muss nur lernen damit umzugehen.

    Hallo Cemil,

    die Gasreduktionskammer rechnet sich normalerweise nicht. Da musst Du lange CO2 einsparen, bis der Preis erreicht ist.
    Um die nötigen Erfahrungen zu sammeln, musst Du systematisch vorgehen. Am besten stellst Du die Tropfenzahl am Auslauf und bei der CO2-Zufuhr zunächst auf 1 Tropfen/Sekunde. Nach 2 Tagen KH und Ca messen (Mg zunächst unberücksichtigt lassen). Ist der KH-Wert zu hoch, nun CO2 auf 2 Tropfen/Sek. stellen. Nach einem Tag wieder messen. Ca sollte ansteigen. Nun die Tropfenzahl im Auslauf auf 2 Tropfen/Sek. erhöhen und am nächsten Tag wieder messen.
    Notiere Dir die Tropfenzahlen und die Messergebnisse auf. So wirst Du anhand der Ergebnisse den Zusammenhang zwischen CO2-Menge - Auslaufmenge und Wasserwerten incl. Verbrauchswerten im Becken erkennen und entsprechend den Kalkreaktor steuern können.
    Erst wenn Ca 420 mg/l und KH 6 - 7 als optimale Werte erreicht sind, gibst Du ganz langsam winzige Mengen Mg-Granulat hinzu und beobachtest den Mg-Wert. Diesen steuerst Du also über die Menge des Granulats im Reaktor. Aber nochmals vorsichtig, er steigt nämlich bei einer zu großen Granulatmenge immer weiter an. Meist ist in den Salzmischungen ohnehin schon genug, oft sogar zu viel, enthalten.

    Solltest Du mit dem Reaktor im Lauf der Zeit keine optimalen Werte erreichen - etwa weil der Verbrauch bei Dir äußerst hoch sein sollte - dann kannst Du verbrauchsoptimiert Calcium (mit Calciumchlorid-Stammlösung) oder Carbonat (mit Natriumhydrogencarbonat-Stammlösung) - nachdosieren. Aber dies ist nur bei Riesenmengen Steinkorallen im Becken u.U. nötig.
    Zunächst also mit Geduld und Sorgfalt die Wirkungsweise Deines Kalkreaktors ermitteln. Bei weiteren Problemen kannst Du auch per PN nachfragen.

    Gruß

    Bernd

    Ps. Solltest Du eine zu starke Senkung des pH-Wertes im Becken durch das Auslaufwasser beobachten, dann kannst Du diese einfach über ein bisschen Korallenkies laufen lassen, ehe es ins Becken gelangt.

    Hallo,

    warum tut Ihr Euch so schwer? So schwierig ist die deutsche Sprache doch nun auch wieder nicht. Natürlich gibt es mehrere Möglichkeiten die nötige Beckengröße richtig zu beschreiben, nur müssen sie eben klar und eindeutig formuliert sein. So kompliziert ist dies doch nun wirklich nicht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Marko,

    ob Caulerpa zur Sporulation neigen, hängt auch sehr stark von der Art ab. Die gefiederten Arten wie C. sertularioides oder C. taxifolia neigen hierzu weit weniger wie andere. Oft scheint ein sehr dichter Wuchs begünstigend zu sein, denkbar wären aber auch Mangelzustände. Genaue Untersuchungen hierzu sind mir allerdings nicht bekannt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    wenn man es sprachlich richtig bewertet, hat Ingrid eindeutig recht. Bei einer empfohlenen Maximalgröße bedeutet dies, dass der Fisch in keinem größeren Becken gehalten werden sollte (damit er sich darin nicht verläuft???) Die Aussage ist also unsinnig.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    es gibt genügend gegenteilige Erfahrungen, die auch publiziert worden sind. Am Rande bemerkt: Um "mehrere Kilogramm organischen Materials freizusetzen" bräuchte es ein Riesenbecken voll Caulerpa! Hier geht es aber um etwas anderes, nämlich wie von Ingrid schon geschrieben um die geschlechtliche Vermehrung der Caulerpa. Dies wird von vielen Aquarianern oft völlig falsch gedeutet.
    Freigesetzt werden hier im Rahmen der geschlechtlichen Fortpflanzung lebende Geschlechtszellen, sogenannte Gameten, die das Wasser wie bei einer Algenblüte färben. Diese Gameten würden sich nach der Kopulation wieder festsetzen und neue Pflanzen bilden, werden aber durch die Abschäumung weitgehend entfernt. Die vermutete Wasserbelastung, wie sie mit einer Zersetzung abgestorbenen organischen Materials verbunden ist, findet hier nicht statt!

    Die von Fossa beschriebene Belastung mit Caulerpin ist etwas anderes. Diese Freisetzung erfolgt durch mechanische Verletzung der Caulerpa, die hier aber nicht gegeben ist.

    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von Hanno


    Ich würde einen großzügigen Wasserwechsel machen und dabei den größten Teil der Caulerpas entfernen. Normalerweise passiert dann nix.

    Hallo,

    das passiert gar nichts, auch wenn man keinen Wasserwechsel macht und die Caulerpa nicht entfernt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    also bei mir erscheint im Meerwasserlexikon auch nur der Eintrag wie bei Alex, also ohne den Hinweis, dass auch Tiere angefressen werden.
    Aber dass Lanzenseeigel räuberisch sind, ist eine altbekannte Tatsache. Das kann man auch in der Fachliteratur nachlesen (stand schon bei Wilkens) und sollte einem Fachhändler unbedingt bekannt sein.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Cemil,

    ich würde zunächst auch mit dem Magnesiumsubstrat sehr vorsichtig umgehen, d.h. eher noch weniger als 5 % einfüllen. Der Mg-Verbrauch ist meist viel geringer und in den Salzmischungen viel darin. Nachfüllen nach Bedarf kannst Du dann problemlos, entfernen wenn untergemischt dagegen schwierig.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Dirk,

    woher die hohen Kaliumwerte kommen, wird man aus der Ferne schwer beurteilen können. Frische Riffkeramik kann in der Anfangszeit Kalium abgeben, in geringen Mengen auch gemahlenes Zeolit. Am ehesten würde ich aber die verwendete Salzmischung verdächtigen. Dass da bei vielen Sorten die Mischungsverhältnisse nicht immer genau stimmen, ist ein breit diskutiertes Thema.
    Armin Glaser hat einmal berichtet, dass in untersuchten Meerwasseraquarien weit verbreitet hohe Werte festgestellt wurden. Solange keine Probleme ersichtlich sind, würde ich mir keine Sorgen machen, zum Wasserwechsel aber einmal ein anderes Salz verwenden.
    Aber vielleicht kann hier Armin mehr beitragen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Stefan,

    die CO2 bindende Wirkung tritt erst ab pH 8,4 ein, also den Wert weiter langsam erhöhen. Die direkte Ursache der Plage zu finden ist schwierig. An eine Schraube etc. glaube ich nicht, aber Eisen wird in gelöster Form ja auch durch das Futter oder Spuren im Salz eingetragen. Da Du sicher die größten Mengen der Algen schon entfernt hast, wird es mit dem CO2-Entzug in einiger Zeit als Bekämpfungsmaßnahme schon klappen. Ein paar wenige Seeigel würde ich erst dann hinzu setzen, wenn die Fadenalgen weitgehend verschwunden sind. Viele Seeigel gehen nämlich auch an die Korallen oder verschieben die Deko.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    das Wachstum der Fadenalgen ist nicht allein von einem Überangebot von Nitrat und Phosphat abhängig! Eine wesentliche Rolle spielen auch gelöstes CO2, die Eisenversorgung und das Licht.

    Wenn man in der Natur einmal ein beschädigtes Riff - etwa durch Baumaßnahmen - gesehen hat, wird man beobachten können, dass sich dort sofort Fadenalgen ansiedeln, obwohl die Wasserwerte ja mit denen daneben liegender unbeschädigter Riffbereiche identisch sind. Sobald sich dann wieder genügend Fraßfeinde wie Seeigel etc. eingefunden haben, werden auch die Algen reduziert.

    In vielen Becken kann man feststellen, dass der Beginn der Fadenalgenplage in besonders gut durchströmten Bereichen, besonders auch nahe der Oberfläche, zu beobachten ist. Von dort breitet sich der Wuchs dann im gesamten Becken aus. Ich sehe hier einen Zusammenhang mit dem Gasaustausch und Eintrag von CO2. Eine rechtzeitige Reduzierung der Strömung kann nach meinen Erfahrungen eine beginnende Algenansiedlung oftmals rasch stoppen.
    Auf der Bindung des freien gelösten CO2 bei einem mit Kalkwasser auf 8,6 erhöhten pH-Wert beruhen auch die Bekämpfungserfolge bei akuten Plagen.

    Wichtig ist daher, dass zur Bekämpfung der Plage neben der Reduzierung der Nährstoffe Nitrat und Phosphat vor allem die Verfügbarkeit des für den Algenwuchs unbedingt erforderlichen CO2 begrenzt wird, hierzu auch die Strömungsverhältnisse geprüft und u.U. reduziert werden, keine Zugabe von Spurenelementen - insbesondere Eisen - erfolgt, vorläufig der Wasserwechsel ausgesetzt und letztlich auch die Beleuchtung geprüft wird.
    Natürliche Fraßfeinde können dabei die Plage zwar nicht beseitigen, aber eine Wiederansiedlung verhindern.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Paul,

    das Kalkwasser kannst Du auch ohne Kalkrührer ansetzen (in einen verschließbaren Plastikkanister Osmosewasser einfüllen, ein paar Eßlöffel Calciumhydroxid zugeben, verschließen, schütteln und einige Stunden absetzen lassen. Das dann wieder klare Waser verwenden, ohne Bodensatz). Der Kanister mit dem Bodensatz kann dann mehrfach neu aufgefüllt werden (erst wenn der pH-Wert unter 12 fällt ist ein neuer Ansatz notwendig).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Paul,

    das Fuchsgesicht ist der wohl zuverlässigste Algenfresser. Allerdings geht auch er mehr oder weniger nur an kürzere Algenbüschel, so dass man eine größere Fadenalgenplage damit auch nicht los wird. Zur Kleinhaltung von Algenbeständen - also Resten wie bei Dir - ist er aber bestens geeignet. Er vertilgt auch Caulerpa, sogar in größeren Mengen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Dirk,

    dass der massive Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung der Hauptverursacher der Antibiotikaresistenzen ist, dürfte eine gesicherte Erkenntnis sein und "die Landwirtschaft hat keine Lobby" :ylol :ylol :ylol???? Dann schau einmal nach Brüssel zur EU!
    Aber damit weichen wir tatsächlich vom Thema ab.

    Gruß

    Bernd

    Hallo zusammen,

    die von Stefan in seinem 2. Link genannte Firma hat soeben mitgeteilt, dass sie Mycosidol ab sofort aus ihrem Programm genommen hat. Wenigstens ein kleiner Erfolg.
    Bleibt nur noch der Holländer. Die Vertreiberfirma ist offensichtlich auch mit dem Hersteller Colombo identisch.Dort geht man ja nach wie vor mit Antibiotika gewissenlos um. Viele auch die Zuchttierhalter mit illegalen Mitteln versorgende Händler stammen häufig aus den Niederlanden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Micha W.,

    in meinem Freundes-und Verwandtenkreis habe ich bis hin zum Chefarzt in einer großen Klinik jede Menge Mediziner. Die von Dir geschilderte Situation ist bekannt und inzwischen wohl in den meisten Bereichen nicht mehr aktuell. So werden heute Operationssäle regelmäßig auf MRSA geprüft und sofort - extrem teuer - desinfiziert, aber aufgrund der breiten Durchseuchung in kürzester Zeit erneut infiziert. Da liegt es nicht mehr am Willen zur Hygiene, sondern am realen Können. Das holländische Modell wird auch in Ulm erfolgreich angewandt, lässt sich aber im Massenbetrieb von Großkliniken kaum finanzieren.

    Was mir passiert ist, bleibt letztlich eine äußerst unangenehme, aber harmlose Angelegenheit. Auch da lag es nicht an der mangelnden Hygiene sondern am Keim selbst, den ich mir eingefangen hatte. Andere Leute hatten da weniger Glück und es sind in Deutschland nicht wie von Dir geschrieben nur ein paar hundert Betroffene, sondern jährlich etwa 50 000!!!

    Gruß

    Bernd

    Ps. Auch bei unterschiedlichen Auffassungen dürfen wir beim Vornamen und Gruß bleiben

    Hallo Micha,

    eigentlich hätte ich lieber einen noch weit deutlicheren Ausdruck bevorzugt. Meine hoffentlich gute Erziehung hat mir dies untersagt. Da dieses Thema ja nun schon mehrfach breit behandelt wurde und angesichts der enormen Auswirkung auf die Allgemeinheit reicht der erhobene Zeigefinger wohl nicht mehr aus.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    die mir bisher bekannten Onlinehändler haben das Zeug ja alle aus dem Programm genommen. Der Anbieter im ersten Link von Stephan sitzt im Ausland. Dem kommt man nicht bei. Nur wer es dort bestellt und es hier einführt könnte belangt werden.
    Dem zweiten Anbieter - offensichtlich ein verschlafener Gemischtwarenladen - habe ich gerade auf das Verbot aufmerksam gemacht.

    Die Überwachungsbehörden sind bei der Vielzahl der Verstöße schlicht mengenmäßig überfordert. Besonders in der Landwirtschaft und Tiermast wird da ja immer noch gewaltig gesündigt und oftmals stehen auch Lobbyinteressen massiv dagegen. Im Grund ist der Kampf schon verloren. Man muss sich nur einmal bei den Medizinern im Krankenhaus umhören. Auch in den Medien wurde ja in letzter Zeit häufig berichtet, dass in den Krankenhäusern jährlich zigtausend Menschen an Infektionen mit multiresistenten Keimen sterben, was im Gegensatz zu manchen Darstellungen nicht an mangelnder Hygiene in den Kliniken sondern am breiten Durchseuchungsgrad der Menschen liegt. Wenn solche Folgen von der Kernkraft verursacht würden, hätten wir hier schon einen Bürgerkrieg. So aber bleibt die dumpfe Masse noch weitgehend ahnungslos und viele Einzelschicksale bleiben vorerst Privatsache. Die Aussichten sind deprimierend, da auch die Pharmafirmen aufgrund beschränkter Gewinnaussichten kaum noch an der Erforschung neuer Antibiotika arbeiten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Freunde,

    das Thema Mycosidol bzw. Antibiotika haben wir ja schon reichlich diskutiert. Worauf ich aus eigener Erfahrung aber nochmals aufmerksam machen möchte, sind die Auswirkungen auf den Mensch selbst.
    Vor ein paar Wochen habe ich nach einer kleinen Erkältung einen winzigen Eiterpunkt auf einer Mandel bekommen. Behandlungsversuche durch den Facharzt mit drei verschiedenen Antibiotikas verliefen wirkungslos. Also musste ich ins Krankenhaus, wo mir ein viertes Antibiotika intravenös verabreicht wurde. Wirkung wieder gleich Null und im Endeffekt mussten letzte Woche die Mandeln raus, eine überaus besch.... , schmerzhafte Sache. Auf gut noch eine Woche Schmerzen darf ich mich noch freuen, und dies alles, weil durch die breite Rumpfuscherei in allen Bereichen Bakterien immer resistenter gegen Antibiotika werden!!!
    Wenn ich dann lese, dass immer noch irgendwelche Dünnbrettbohrer wegen solch einer Nebensache wie Cyanos im Aquarium mit verbotenen Antibiotikamitteln handeln oder stolz deren vermeintliche Behandlungserfolge verkünden, dann würde ich diesen am liebsten kräftig in den - ihr wisst schon wo - treten.

    Hallo Dirk,

    die Kugelalgen wirst Du vermutlich nur mechanisch loswerden. Doktorfische und vor allem das Fuchsgesicht knappern zwar gelegentlich daran herum, aber Mengen bekommt man so nicht weg.
    Die Cyanos haben sich, so wie Hans-Werner schon geschrieben hat, vermutlich an von organischer Besiedlung frei gewordenen Stellen angesetzt. Eine Reduzierung der Strömung in diesem Bereich und regelmäßiges abpinseln mit einem weichen, flachen Pinsel, dürfte nach einiger Zeit Abhilfe bringen. Wasserwechsel und Spurizugaben solltest Du vorerst aussetzen.

    Gruß

    Bernd

    Ps. Der eine im Link von Stefan angeführte Vertreiber sitzt im Ausland. Dem kann man nichts anhaben, dafür aber dem Besteller der es hier einführt.

    Hallo Stephan,

    Du hast von Malte schon den richtigen Ratschlag bekommen: pH-Wert mittels Kalkwasser längere Zeit auf 8,6 halten. Dadurch wird die Verfügbarkeit des für die Algen lebenswichtigen CO2 begrenzt und führt nach einiger Zeit zu deren Absterben.
    Reicht die Zugabemenge als Ersatz für das Verdunstungswasser nicht aus, kannst Du mit der parallelen Zuführung einer höherkonzentrierten Salzlösung die Salinität stabil halten. Ansonsten bis zum Verschwinden der Algen keinen Wasserwechsel durchführen und keine Spurenelemente zugeben. Vor der Behandlung so viel wie möglich Algen mechanisch entfernen, um die Wasserbelastung so gering wie möglich zu halten. Sinnvoll ist auch eine vorübergehende Reduzierung der Strömung (stärkere Stömung fördert den Gasaustausch mit der Umgebungsluft und damit den CO2-Eintrag. An gut beströmten Stellen wuchern die Fadenalgen besonders stark).
    Natürliche Fraßfeinde wirken - wenn überhaupt - allenfalls unterstützend. Am wirksamsten ist dabei das Fuchsgesicht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Armin,

    warum schließt Du Dich nicht der plausiblen Empfehlung von Sven an, wegen der schonenderen Wirkung Natriumhydrogencarbonat anstatt Nariumcarbonat zu verwenden? Damit sind doch stärkere pH-Wertsprünge zu erwarten und Du hälst Dich nicht an Deine eigenen Empfehlungen in Deinem Buch.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich sehe auch in der Verwendung künstlichen Calciummaterials keinen großen Sinn, deshalb verwende ich seit vielen Jahren Korallenkies. Die angebliche Phosphatfreisetzung wird total überbewertet. Da kommt durch jede Fütterung weitaus mehr ins Becken. Man muss nur den Korallenkies wie schon geschrieben wurde ordentlich auswaschen.
    Ein Vorteil gegenüber künstlichem Material ist die zusätzliche Abgabe von Stoffen in genau der Konzentration, wie sie die Korallen natürlich in ihrem Skelett abgelagert haben.


    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von hajo

    Tagsüber wird durch die Tiere und Pflanzen CO2 verbraucht und
    damit steigt auch der PH-Wert.

    Hallo, kleine Korrektur: Tiere verbrauchen kein CO2, sondern produzieren dies.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Dietmar,

    ein wirkungsvoller Weg den beleuchtungsabhängigen pH-Schwankungen entgegen zu wirken ist ein gegensätzlich (also nachts) beleuchtetes Algenrefugium. Hinzu kommen ja noch weitere positive Effekte.

    Gruß

    Bernd

    Bei uns scheint eben die Sonne weniger als in südlichen Ländern und beim Energieaufwand muss man von der Erzförderung, Silizium-und Glasherstellung bis zum Transport alles für die Energiebilanz berücksichtigen. Deutlich günstiger ist da die Windenergie.
    Aber ich glaube wir kommen zu sehr vom Thema ab.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Adi,

    dass die Photovoltaik bezogen auf Deutschland eine äußerst fragliche Energiebillanz im Verhältnis Gesamtenergieaufwand für die Herstellung, Haltbarkeit und Energieertrag aufweist, kann man in vielen Berichten lesen. Damit wurden auch ungeheure Fördermittel falsch eingesetzt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Christian,

    wenn Du das Kalkwasser umfüllst, brauchst Du es nicht mehr zu rühren. Ich führe in meinen Kalkwasserbehälter automatisch Osmosewasser nach. Dies ist weniger Aufwand.
    Das Kalkwasser brauchst Du nicht mehr zu verdünnen. Nur musst Du vor allem in der Anfangszeit unbedingt den pH-Wert beobachten, bist Du die Werte Deines Beckens im Griff hast. Je nach Beckengöße muss die Zugabe auch ganz langsam erfolgen. Die Zufuhr erfolgt bei mir morgens ab 8.00 Uhr.

    Ob Dir Kalkwasser auf Dauer zur Calciumversorgung reicht, hängt von der Menge und dem Wuchs der Korallen ab. Falls nicht, kannst Du auch zusätzlich noch mit einer Stammlösung aus Calciumchlorid arbeiten oder natürlich ganz auf Balling/ Balling light setzen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Christian,

    genauso mache ich es seit Jahren mit Erfolg. Als Vorratsbehälter verwende ich ein Plastikfass. Im Fass habe ich eine billige Umwälzpumpe, die das Kalkwasser abends (zeitschaltuhrgesteuert) umrührt. Das Fass ist luftdicht abgeschlossen, damit das Kalkwasser nicht durch CO2-Eintrag aus der Luft zu schnell unbrauchbar wird. Die auch zeitgesteuerte, über den Niveauregler (Zajak) geschaltete kleine Förderpumpe führt morgens zur Zeit des noch niedrigeren pH-Wertes das Kalkwasser im Technikbecken ganz langsam zu. Damit ersetze ich das komplette Verdunstungswasser. Allerdings sind ja die Verbrauchswerte für Calcium stark vom Besatz abhängig. Am Anfang musst Du den pH-Wert und die Ca-Konzentration unbedingt regelmäßig testen!

    Gruß

    Bernd