Meine Erfahrung mit Cryptocarion irritans ist genau jene, dass Knoblauch und Vitamine die Infektion eindämmen - sofern die Haltungsparameter ansonsten stimmen. Allicin wirkt antibakteriell, und die Vitamine stärken die Widerstandskraft.
Beizeiten (also beim ersten Verdacht oder überhaupt präventiv - am Besten natürlich in einem Quarantänebecken) angewendet ist die Wirksamkeit einer solchen Behandlung evident.
Das lass ich mir von 'Schulaquarianern' nicht kaputtreden.
Es ist schon ok, wenn traditionelle Behandlungsmethoden mit Kupfer, Ozon und UV als Mittel gepriesen werden. Aber die ganzheitliche Betrachtung von Krankheiten hat auch in der Aquaristik ihren Platz.
Hallo Linda,
sicher gibt es viele Anhänger von alternativen Heilmethoden. Dies ist eben doch tatsächliche eine Glaubensfrage. Ob man da die Humanmedizin mit Krankheiten im Bereich der Aquaristik gleichstellen kann, will ich ebenso offen lassen wie die Sinnhaftigkeit entsprechender Empfehlungen.
Es hat aber nichts mit "kaputtreden" zu tun, wenn man hier auf mögliche Mängel, Irrtümer oder Gefahren hinweist. Hierfür ist ein Fachforum ja da und jeder Anwender muss letztlich für sich selbst entscheiden, was für ihn überzeugender ist.
Wenn man in einem Kräuterlexikon nachschaut, wird man wohl für sämtliche Krankheiten ein Kräuterlein finden, dem eine entsprechende Wirkung zugeschrieben wird. Was allerdings meist fehlt ist der Bezug zur Schwere der Erkrankung und der tatsächlich enthaltenen Menge der wirkenden Substanzen. So wird z.B. dem Rotklee, der tatsächlich eine Unmenge verschiedener Wirkstoffe beinhaltet, auch die Hemmung von Tumoren nachgesagt. Aber würdest Du Dich bei einer hoffentlich niemals auftretenden Krebserkrankung allein auf Rotklee verlassen und hast Du jemals davon gehört, dass damit tatsächlich viele Leute gerettet werden?
Im Knoblauch sind vor allem Schwefelverbindungen und Allicin enthalten, so wie in allen Lauchgewächsen (Alliaceae). Dies gilt auch für unsere Speisezwiebel, der auch zig Wirkungen nachgesagt werden, von der Ateriosklerose bis zur Bronchitis, Diabetes, Eierstockentzündung, Gicht oder Haarausfall. Aber hast Du schon einmal davon gehört, dass Diabetiker mit Zwiebeln behandelt werden oder Glatzenträger davon wieder ihre Haarpracht bekommen? Manches mag bis zu einem gewissen Grad vorbeugend wirken, aber als Behandlungsmittel bei erheblichen Erkrankungen sind doch deutliche Fragezeichen berechtigt. Dies vor allem dann, wenn die Mengen der notwendigen Wirkstoffe viel zu gering sind oder ihre Übermittlung in den erkrankten Organismus problematisch ist.
Dies sollte man Bedenken, ehe man hier eine "evidente Wirksamkeit" unterstellt, ebenso wie die Frage, ob die gemachten Erfahrungen auch gesichert auf eine eindeutige Diagnose der entsprechenden Infektion zu beziehen sind.
Gruß
Bernd
Ps.: Sicher gibt es eine Schulmedizin, aber "Schulaquariner" ?