Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo Marcel,

    Du hast zwar Klaus angesprochen, aber Eure Erfahrungen sind ja nicht unbedingt übertragbar. Becken ohne Wasserwechsel zu betreiben - warum auch immer - stellt heute sicher nicht die breit übliche Vorgehensweise dar. Dass hier im Lauf der Zeit das eine oder andere Spurenelement verarmen könnte, wäre nachvollziehbar. Bleibt für mich aber die Frage, wie Ihr dies tatsächlich quantifiziert (Messung der biologisch verfügbaren Konzentrationen, tatsächlicher - sicher unterschiedlicher - Bedarf der einzelnen Organismen, Dosierung der Zugaben/ einzelne Spurenelemente oder Mischprodukte)?

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    auch ich habe ein Algenrefugium und dies in einer eher ungewöhnlichen Art: Das Refugium besteht aus einem gemauerten 1000 l-Becken mit Frontscheibe und befindet sich in einem Bastelraum ein Stockwerk tiefer als das 500l-Riffbecken im Wohnzimmer. Zielrichtung dabei war, im Wohnzimmer kein größenmäßig alles dominierendes Becken aufzustellen, gleichzeitig aber durch ein möglichst großes Wasservolumen stabile Verhältnisse zu garantieren.
    In diesem Refugium befinden sich dann auch alle Geräte, die störende Geräusche entwickeln könnten, also vor allem Abschäumer und Kalkreaktor, daneben ein Wasserreservoir mit Osmosanlage und die automatische Kalkwasserzufuhr.
    Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit einer separaten Unterbringung. Der Vorteil liegt bei mir darin, dass ich dort viele selbstgebaute, optisch nicht unbedingt schöne, aber wirkungsvolle Geräte unterbringen kann, für die es im Wohnraum keinen Platz gäbe.
    Beleuchtet wird mit ganz normalen T 8 Leuchtstoffröhren auf Feuchtraumlichtschienen aus dem Baumarkt, den Wasserkreislaug zum Riffbecken leistet seit Jahren störungsfrei eine Ocean Runner 6500.
    Das Refugium hat nur einen dünnen Bodengrund aus Kies mit ein paar alten lebenden Steinen. Darin wuchern Caulerpa taxifolia, die regelmäßig in größeren Mengen ausgedünnt werden müssen. Auf diese Weise erziele ich recht niedrige Nährstoffwerte im System, weshalb ich - was sich auf die Farbgebung der wuchernden Korallen im Hauptbecken sehr positiv ausgewirkt hat - seit einiger Zeit flüssiges Korallenfutter zugebe.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    sicher mag es mehrere alten Becken irgendwo geben, die abgestürzt sind, aber sicherlich nicht "fast alle früher oder später". Statistiken kennen wir beide nicht, es bleibt bei unseren subjektiven Eindrücken. Wenn man aber die Forenbeiträge berücksichtigt, wird es wohl unbestritten sein, dass hier vor allem Neubeginner über Probleme berichten. Von alteingefahrenen Becken liest man dagegen wenig und das berühmte "old tank Syndrom" scheint mir wirklich kein zentrales Thema mehr zu sein.
    Auch sind die Ursachen für die jeweiligen Einzelfälle keinesfalls auf einheitliche Umstände zurückzuführen und meiner Meinung nach schon gar nicht auf fehlende Spurenelementgaben.
    Selbstverständlich sollen/müssen auch mögliche Thesen zu Problembereichen diskutiert werden, nur helfen diese selten weiter, wenn man versucht Gleichungen mit lauter Unbekannten zu undefinierten Problemstellungen aufzustellen.
    Ich möchte hier keinesfalls eine Diskussion abwürgen, was mir auch gar nicht zusteht. Ob da aber bei der komplexen Materie in allen Bereichen, gerade auch was mikrobiologische Kentnisse anbelangt, die wirklich ausreichende Kompetenz vorliegt, kann ich nicht beurteilen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Klaus,

    genau die von Dir genannten Grundpfeiler der Meeresaquaristik sind es, zusätzlich auch noch die nötige Ruhe und Geduld, die auch nach meinen Erfahrungen die besten Erfolge garantieren. Rieselfilter und Co. hatte ich früher auch im Einsatz, bin davon aber auch schon lange wieder abgekommen. Als ausgesprochen stabilisierender Faktor hat sich lediglich mein sehr großes Algenrefugium erwiesen. Kurzzeitig war es wegen eines Schadens außer Betrieb, läuft inzwischen aber wieder hervorragend, und man kann es den Korallen deutlich ansehen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    natürlich trifft es zu, dass die Wissenschaft nicht alles weiß. Aber um zu neuen Ergebnissen zu kommen, wird dort eher aktiv geforscht oder empirisch ausgewertet und weniger theoretisch spekuliert. Dies ist keinesfalls abwertend gemeint, aber von konkreten Ergebnissen lese ich hier wenig.

    Widersprechen möchte ich Deiner Auffassung, dass "fast alle früher oder später an einen Punkt kommen, wo sie nicht mehr, oder zumindest nicht mehr wunschgemäß, funktionieren." Hast Du für diese Annahme Belege? Sind es wirklich die "alterfahrenen Aquarianer", die hier von Problemen berichten?
    Vom sogenannten "old tank Syndrom", welches vor einigen Jahren vorzugsweise durch amerikanische Foren geisterte , hört man kaum noch etwas, und über mögliche Ursachen wurde da auch nur mehr oder weniger spekuliert.
    Nach meinem Erfahrungsstand - und ich kenne nun wirklich auch viele andere Aquarien - funktionieren einmal richtig laufende Aquarien normalerweise recht dauerhaft (mein jetziges seit 1997, und Störungen durch äußere Einflüsse liesen sich schnell beheben). Im Gegenteil, viele sachgemäß gepflegte Becken wurden nach meinen Beobachtungen im Lauf der Jahre, allein schon durch den immer dichter werdenden Korallenbestand, immer stabiler.
    Probleme gab es wohl eher, wenn jemand gemeint hat, er müsse im funktionierenden System etwas ändern, etwa weil wieder einmal ein neues Mittelchen angepriesen wurde. Ich plädiere auch nicht für einen Stillstand, bin aber der Auffassung, dass man dort keine Probleme konstruieren sollte, wo keine bestehen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    nun ist die Diskussion, sicher nicht uninteressant, doch etwas sehr akademisch vom natürlichen Meerwasser zu den Spurenelementen gekommen. Für mein Empfinden bewegt sich da aber manches etwas im luftleeren Raum. Es gibt kaum vernünftige, vor allem vergleichbare Untersuchungen zu den komplexen biologischen Fragen der Meeresaquaristik. Manches wird aus Untersuchungen zu Fischkulturen abgeleitet, anderes aus der allgemeinen Biologie, kaum etwas im realen Bezug zur Aquaristik und Vieles beruht allein auf Angelesenem.
    Hinsichtlich der komplexen Problematik der einzelnen Spurenelemente wissen wir oftmals lediglich, dass sie zwar biologisch essentiell für die Organismen sind, aber kaum etwas über den realen Bedarf bei den unterschiedlichen gepflegten Arten, über kritische Obergrenzen, wie sich wirkliche Mangelerscheinungen darstellen, über alle Formen der tatsächlichen biologischen Verfügbarkeit, über Wechselwirkungen usw., usw.. Wir haben sogar Probleme mit deren zuverlässigen Messung bzw. Quantifizierung. Trotzdem wird darüber mit mehr oder weniger gesichertem Wissen (Halbwissen, wenn überhaupt) spekuliert und kommen vor allem immer mehr entsprechende Produkte auf den Markt, die angeblich unersetzlich sind und häufig wahre Wunderwirkungen versprechen.
    Keiner von uns weiß, was er mit dem jeweiligen Produkt überhaupt in sein Becken kippt, schließlich gilt es ja das Geschäftsgeheimnis gegenüber der Konkurrenz zu wahren. In den Foren liest man dann gelegentlich euphorische Lobeshymnen der meist unbedarften Anwender, im Gegensatz dazu aber auch manche Katastrophenmeldungen. Keiner hier kann aber genau nachvollziehen, weshalb und warum wer was berichtet!

    Meiner Meinung nach bewegen wir uns da auf ganz dünnem Eis! Vieles erscheint mir als das Ergebnis immer weiter ausufernder Marketingstrategien, wobei sich viele Leute zum Versuchskaninchen verführen lassen. Ich habe aber auch den begründeten Eindruck, dass weit verbreitet aus unspezifischen Einzelbeobachtungen auf der Basis falscher Korrelationen Rückschlüsse gezogen werden.

    Ob man diesem Trend begegnen kann, bezweifle ich eher. Fakt ist aber, dass es jede Menge äußerst erfolgreicher Meeresaquarianer gibt, die ihre Becken ohne Zugabe fragwürdiger Mittelchen, ganz herkömmlich nur mit regelmäßigem Wasserwechsel - und dies auch nicht mit teurem, angeblich natürlichen Meereswasser aus dem Kanister - betreiben.
    Unausgegorene Überlegungen, Thesen oder Diskussionen, so interessant sie im Einzelfall für den tatsächlich Kundigen sein mögen, bergen in sich aber auch Gefahren, nämlich dann, wenn sie die große Zahl weniger in der Materie Bewanderter unnötig verunsichern und Handlungsnotwendigkeiten suggerieren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    für die eher wenigen Aquarianer unter uns, die den Vorzug eines nahen Wohnens am Meer genießen, stellt die Verwendung natürlichen Meerwassers sicher eine Alternative dar, möglicherweise auch für Großanlagen mit der Möglichkeit der eigenen Beschaffung. Für "Normalaquarianer" im Binnenland sehe ich eher als wieder einmal eine (fragwürdige?) Geschäftsidee.

    In unseren Anfangsjahren, als das Angebot an synthetischen Salzmischungen noch gering war und wir uns das Salz nach Rezepten von De Graaf oft selbst angemischt haben, war für uns das Mittelmeer eine Alternative (zumal wir damals unsinnigerweise Mittelmeertiere mit tropischen Fischen gemischt zu halten versuchten). Da wurden dann Plastikkanister gefüllt und das Wasser stundenlang nach Süddeutschland transportiert. Den manchmal eher zweifelhaften Geruch des Wassers - wohl vom absterbenden Plankton - habe ich noch heute in der Nase.
    Berauschende Erfolge hatten wir damit nicht, ob es an der damaligen relativen Unerfahrenheit oder am Wasser lag, bleibt dahingestellt. Aber Fadenalgen (die in damals noch erwünscht waren) und Cyanoexplosionen waren an der Tagesordnung.
    Wer einmal ins Ozeanographische Museeum in Monaco kommt wird feststellen, dass dort - trotz direkter Meerwasserzufuhr und fraglos hoher Sachkunde - auch nicht immer alle Becken gleich gut aussehen.

    Ich finde besonders Torsten hat die wichtigsten Argumente für erhebliche Zweifel angeführt. Entnahme, Transport und Lagerung wären mir da viel zu unsicher, vom Preis ganz abgesehen. Biologische Vorteile im Hinblick auf das Einbringen wertvoller Mikroorgansimen sehe ich auch als äußerst fragwürdig; was lebt denn schon im Freiwasser und was überlebt die lange Zeit im Kanister? Da bringe ich mir auch lieber eine kleine Menge Bodengrund oder ein paar Steine und Algen, sorgfältig transportiert, aus den Urlauben mit.

    Bei allen kleinen Problemen, die mit den synthetischen Produkten gelegentlich verbunden sein können, schlecht sind wir damit doch wirklich nicht gefahren. Die Meeresaquaristik hat sich damit im Lauf der Jahre weit ausgebreitet und es gibt herausragende Erfolge.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Kobe,

    ich hatte lange Probleme mit der blauen Farbe bei Acroporas. Die Konzentration von PO4 lag immer bei ca. 0,02 mg/l; Nitrat hatte ich seltener gemessen, da mein Becken an einem übergroßen Algenrefugium hängt und der Fischbesatz relativ gering ist. Da waren hohe Nitratwerte nicht zu erwarten.
    Bei einer Labormessung kam dann heraus, dass sich - obwohl Nitratlimitierungen wohl kaum realistisch sind - NO3 unterhalb der Nachweisgrenze des Labors (Eurofins) lag, beim starken Korallen-und Caulerpawuchs eigentlich auch nicht unbedingt verwunderlich. Mit einem flüssigen Korallenfutter hatte ich dann die Werte angehoben und siehe da, die blaue Färbung wurde recht schnell wieder deutlich intensiver.
    Daher würde ich, wenn es Dir um die Farben geht, vor allem im Hinblick auf die plakativen Farben, auch nicht zur Nitratsenkung raten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    da muss ich ausnahmsweise einmal Torsten recht geben. Die "Messeritis" hinsichtlich angeblicher Schwermetallkonzentartionen entwickelt sich in manchen Fällen eher zu einer Geschäftemacherei und macht, wie man es in letzter Zeit an Forenbeiträgen erkennen kann, viele Leute eher verrückt. Peter hat deutlich auf die Grenzen und Unsicherheitsfaktoren hingewiesen.
    Meine Proben beispielsweise, von einem Fachkundigen eines europaweit führenden Laborkonzerns nach deren Vorgaben entnommen und auf das gleiche Salzmischungsprodukt bezogen, wie es mir von einer Tritonanalyse bekannt geworden ist, ergaben da ganz erhebliche Abweichungen, sogar bei Makroelementen! Angebliche Unter-und Überversorgungen, wie sie bei Triton dargestellt wurden, gab es bei meinen Proben nicht. Dass die Ausgangsproben der Tritonanalyse auch richtig entnommen wurden, nehme ich doch an.
    Bei manchen Grenzwerten, die Triton bei seinen Analyseergebnissen hinterlegt, stellt sich auch die Frage nach deren Belastbarkeit. Offensichtlich wird sich da auf irgendwelche imaginären "Erfahrungswerte" bezogen; fragt sich nur, wer derartige Erfahrungswerte exakt belegbar überhaupt nachweisen kann?

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    wenn man nur einen Dinobefall im begrenzten Rahmen, also etwa nur auf dem Bodengrund hat, bekommt man das Problem auch allein durch möglichst häufiges Stören in den Griff. Am besten geht es, wenn man den befallenen Bodengrund mehrmals täglich mit einem Bambusstab o.ä. oberflächlich umrührt. Allerdings braucht man da schon etwas Geduld, da es einige Wochen dauern kann bis sie völlig verschwunden sind. Wichtig ist dabei, dass man nicht zu früh aufhört!
    Mit dieser Maßnahme hatten schon eine ganze Reihe von Betroffenen Erfolg.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich wäre eher vorsichtig, ob man anhand von Fotos wirklich zuverlässig Turbellarien diagnostizieren kann. Süßwasserbäder werden nach meinen Erfahrungen besonders von vielen LPS schlecht vetragen; den zweifelfhaften "Erfolg" hat man ja gesehen. Auch in Fachbeiträgen wurden diese schon lange als problematisch genannt (siehe z.B. hier.http://archiv.korallenriff.de/05_turbellarienbefall_2.html).
    Zumindest bedarf es bei derartigen Maßnahmen neben einer sicheren Diagnose auch ausreichend Erfahrungen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Thomas,

    ich habe ein sehr großes gemauertes Technikbecken/Algenrefugium in einem Hobbyraum ein Stockwerk tiefer. Der Nachteil des großen Höhenunterschiedes ist die erforderliche größere Pumpenleistung für den Höhenunterschied. Generell würde ich mich aber auch, wie von Björn geschrieben, an der Arbeitshöhe des Technikbeckens orientieren. Kleinere Höhenunterschiede wären da kein so großes Problem; eine schlechte Zugangsmöglich bei zu großer Höhe schon.
    Was ich unbedingt bedenken würde, wäre die Geräuschdämmung. Abschäumer, Pumpen und plätscherndes Wasser können gewaltig nerven. Die vorgesehene Leichtbauwand dämmt Geräusche nur sehr minimal! Insgesamt ist ein gesonderter Raum zweifellos eine feine Sache. Man kann das ganze Equipment unsichtbar unterbringen. Ich habe auch viele Geräte der Marke Eigenbau (Kalkreaktor, Abschäumer, automatische Wassernachfüllanlage mit Kalkwasser, Osmosewasserdepot, Beleuchtung). Da kommt es dann nicht auf die Optik und Größe an, sondern nur auf Funktion und leichte Handhabung.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die Röhrenkoralle ganz zu entfernen, wäre ja schade, denn sie ist äußerst dekorativ. Das Abdecken in den relevanten Grenzbereichen, so wie z.B. von Florian geschrieben oder einfach mit kleinen flachen Steinstücken ist die unschädlichste Methode. Mit Calciumhydroxidbrei wäre ich vorsichtig, denn dadurch wird der pH-Wert u.U. zu stark angehoben.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    gerade wenn man ein bisschen Ruhe und Zeit hat macht es Sinn, sich einmal etwas tiefgreifender mit den komplexen Fragen der Meerwasserchemie zu beschäftigen. Besonders bei der Pflege von heikleren Korallen, aber nicht nur da, kommt diesem Thema eigentlich die Schlüsselstellung zu, und da gibt es für mich eine ganz überzeugende Lektüre, den "Ratgeber Meerwasserchemie von Armin Glaser".
    Welche ganz besondere Sachkompetenz dahinter steckt, kann man ja hier in den Forenbeiträgen regelmäßig lesen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Wolfgang,

    ich meine den hier:http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2361_Collospongia_sp01.htm

    Gruß

    Bernd

    Ps. Wenn man sein Becken im Auge behält, passiert da nichts. Der Schwamm schwimmt ja nicht durch die Gegend. Lediglich wenn Teile abgerissen und nicht entfernt werden, können sie sich an anderer Stelle festsetzen und weiter wachsen. Aber auch dies war bei mir nie ein Problem. Mit einer Pinsette bin ich unter derartige Fragmente gefahren und habe sie abgehoben. Erst wenn man alles ewig weiterwuchern lässt, kann es lästig werden. Aber wie auch schon geschrieben, bei sehr nährstoffarmen Verhältnissen verkümmert auch alles wieder.

    Hallo,

    ganz so verteufeln wie hier zu lesen muss man den Ohrenschwamm gar nicht. Ähnlich wie bei Anemonia manjano muss man damit nur richtig umgehen, denn beide Tiere können durchaus auch recht attraktiv sein.
    Collospongia auris hatte ich über viele Jahre im Becken; immer auf einem separaten Stein unter Kontrolle. Seine bizarrer Wuchs und die blauschwarze Farbe waren recht dekorativ, vor allem aber war er ein sehr starker Phosphatvertilger. Dies war früher unter Aquarianern bekannter, scheint aber eher in Vergessenheit geraden zu sein.
    Sein Phosphathunger hat dann wegen der sehr nährstoffarmen Verhältnisse in meinem Becken auch zu seinem allmählichen Rückzug und schließlichem Absterben geführt.

    Es gibt auch eine gelegentlich angebotene Variante in leuchtendem lila; in meinen Augen durchaus auch eine Bereicherung in den Riffaquarien.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich verwende für Verklebungen direkt im Wasser auch nur noch Riffmörtel. Kleber auf Epoxidharzbasis haften nicht besonders gut, solche auf Siliconbasis noch schlechter. Allerdings braucht man auch bei Riffmörtel bis zum Aushärten eine Stütze, wenn man die Ableger seitlich befestigen möchte. Ich verwende hierzu immer ein Plastikrohr als Auflage.
    Zur Befestigung von Ablegern in Vertiefungen im Riff oder auf Ablegersteinen kann man natürlich auch Epoxid-oder Siliconkleber verwenden. Letztere, meist bonbonrosa oder orange eingefärbt, sehen aber lange Zeit scheußlich aus, da sie kaum überwachsen werden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ob es spezielle Untersuchungen zum Schwimmverhalten der Erreger bei den verschiedenen Strömungssituationen gibt, weiß ich nicht, bezweifle dies aber. Unstrittig ist allerdings, dass diese zunächst im Boden ruhen und dann von dort aus auf der Suche nach Fischen ausschwärmen. Wo sie dann die Fische befallen, ob in Bodennähe oder anderen Stellen im Wasser wird wohl niemand beobachten können, aber für die Bodennähe, vor allem nachts beim Schlafen der Fische, spricht doch eine gewisse Wahrscheinlichkeit.
    Nicht in allen Becken herrschen extrem starke Strömungen, vor allem aber sind die Wasserbewegungsrichtungen durch die Beckeneinrichtung sehr individuell. Wichtig wäre ja, dass die Erreger zum Ansaugpunkt der UV-C-Anlage hingetrieben werden. Da hier aber der Durchfluss zwecks ausreichender Verweilzeit im Bestrahlungsbereich nicht zu schnell sein darf, wird auch kein großer Ansaugsog entstehen. Gerade auch eine zu starke Strömung im Becken wirkt dem entgegen. Daher macht es auch Sinn, bei akutem Befall die Beckenströmung zu vermindern. (Ich betreibe übrigens mein Becken mit weit geringerer Strömungsstärke wie dies heute propagiert wird; trotzdem wuchern alle Arten Korallen das Becken zu).
    Auch zum Abfluss in das Technikbecken hin herrscht üblicherweise kein so starker Sog, dass er die Strömungsrichtung im Becken wesentlich beeinflusst. Daher wird sicher nur ein Teil der Schwärmer erfasst und ins Technikbecken gespült werden und von dort dann auch nochmals nur ein Teil in die schwach durchströmte UV-C-Anlage; meiner Auffassung nach alles Gründe für eine reduzierte Wirksamkeit bei einer derartigen Installation.

    Gruß

    Bernd

    Ps. Eine Pumpe zum Ansaugen muss man des wegen noch lange nicht im Becken selbst unterbringen.

    Hallo,

    wo sich die UV-C-Anlage selbst befindet, ist unerheblich. Wichtig ist aber, dass ihre Wasserzufuhr, also der Einlass unmittelbar aus dem Becken entnommen wird und dort möglichst in den Bereichen, an denen die meisten Krankheitserreger zu vermuten sind (bei Cryptocarion irrtans angeblich vor allem in Bodennähe). Eine Wasserzufuhr aus dem Technikbecken wäre dagegen nicht sinnvoll.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mona,

    es macht schon Sinn, die Brenner regelmäßig zu wechseln, wobei alle Marken, auch die teueren, im Lauf der Zeit an Leistung verlieren. Große Unterschiede habe ich da bei allen bisher verwendeten Produkten nicht festgestellt. Ich wechsle alle 9 - 12 Monate, habe aber alte ausgewechselte Aqua Light noch in meinem Orchideenraum im Betrieb, und dabei einige seit mehreren Jahren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mona,

    welche Veränderung strebst Du denn an? Ich hatte den Giesemann Crystal-Brenner, allerdings 250 Watt, im Einsatz und mit dem Aqua Light 14 000 K verglichen. Fotos müssten hier (oder im Nachbarforum) noch eingestellt sein (recherchiere einmal).
    Im Ergebnis war der Giesemann-Brenner, obwohl er angeblich mit 17 000 K strahlen soll, deutlich gelber als der von Aqua Light. Rottöne wurden damit natürlich stärker angeregt, blau dagegen eher grau. Weil ich damit unzufrieden war, hatte ich ihn zurückgegeben und bin bei Aqua Light geblieben.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    selbst wenn man die nötigen Sicherheitsmaßnahmen einhält, ändert dies nichts daran, dass die Reinigung von Kalkstein mit Säuren Unfug ist. Dass dies in einem imaginären Fachbuch, welches leider nicht benannt wurde, beschrieben sein sollte, mag ich zu bezweifeln. Aber selbst wenn dies der Fall wäre, wird es damit noch nicht richtig. Da wird sich wohl eher auf den verlinkten Beitrag bezogen, der die Sache aber auch nicht besser macht. Richtigerweise wird dort aber auch auf die Möglichkeit der Verwendung einer Lauge hingewiesen, was bei Kalkstein eher Sinn macht. In älteren Fachbüchern, die sich noch auf die Verwendung toter Korallenstöcke zur Dekoration bezogen, wurde da noch Kali-oder Natronlauge, manchmal auch Chlorbleichlauge empfohlen.
    Aber auch da ist ein vorsichtiger Umgang sicherzustellen!

    Gruß

    Bernd

    @ Bernd

    Dann soll es der magnificus werden. Sollte man Paarhaltung ausschließen?

    Gruß Torben


    Hallo Torben,

    eine Paarhaltung würde ich nicht empfehlen. Es wird immer wieder berichtet, dass es nach einiger Zeit zu Problemen kommt. Geschlechtsunterschiede sind mir nicht bekannt. Zumal der Fisch auch nur gelegentlich angeboten wird, wird man auch nur recht schwer tatsächlich ein Paar bekommen.

    Gruß

    Bernd

    @ Bernd

    Ich finde den magnificus optisch am ansprechensten und habe ihn auf meiner Wunschliste. Gibt es Erfahrungen?


    Gruß Torben


    Hallo Torben,

    ich selbst halte immer nur S. unimaculatus, aber große Unterschiede in der Haltung dürften nicht bestehen. S. magnificus sind farblich blasser in eher verwaschenen Farben, aber das ist Geschmacksache. Auf alle Fälle sind es sehr friedliche Fische, die sich bestens vergesellschaften lassen. Sie gehen auch relativ schnell an neues Futter. Man sollte aber immer reichlich Grünfutter anbieten. Nach meiner Erfahrung die einzigen Fische, die auch tatsächlich Fadenalgen in nenneswerten Mengen fressen. Damit halten sie das Becken immer algenfrei.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Alex,

    einfach deshalb, weil ich kein Balling System mache, sondern mein Calcium über Kalkwasser und die Carbonate mit einem Kalkreaktor einbringe. Beides läuft ohne großen Arbeitsaufwand wochenlang. Nachregulierungen sind bei jedem System von Zeit zu Zeit nötig, auch bei Dosierpumpen. Dadurch können auch Schwankungen entstehen. Natürlich kann man diese durch ständiges Messen und Regulieren weitgehend vermeiden (wenn man dafür die Zeit hat). Eine Notwendigkeit sehe ich aus meinen Erfahrungen in den genannten Bandbreiten aber nicht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    da kann ich mich Hajo voll anschießen; auch bei mir schwanken die Werte in einem begrenzen Bereich (KH zwischen 6 und 8,5; Ca. zwischen 400 und 450 mg/l). Mein Becken ist mit Korallen stark zugewuchert, der Verbrauch daher recht hoch. Ich betreibe einen Kalkreaktor (Marke Eigenbau) und führe zum Verdunstungsausgleich über einen Niveauregler Kalkwasser zu. Da die Verdunstungsmengen je nach Wetter und Temperatur verschieden sind, das Kalkwasser auch nicht immer frisch angesetzt ist und auch die Tropfenzahl im Rückfluss des Kalkreaktors nie ganz konstant bleibt, entstehen diese Schwankungen. Auch messe ich die Alkalinität höchstens einmal pro Woche, Calcium in weit größeren Abständen. War die Alkalinität - was gelegentlich auch vorkommt - einmal zu tief gefallen, gebe ich - auch über den Daumen gepeilt - etwas Natriumhydrogecarbonat zu.
    Wie gesagt, alle Arten Korallen wachsen dabei seit vielen, vielen Jahren prächtig.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Christian,

    m.W. kommt der Stoff aus Indien, zumindest bietet eine entsprechende Firma (P.I.Drugs&Pharmacentricals.LTD) diesen an. Ob er hier in Tierarzneimitteln enthalten ist, weiß ich nicht. Vermutlich ist er - u.a. wegen der Gefahr lichtallergischer Reaktionen - nicht zugelassen. Unter dem reinen Namen Bithionol wird oder wurde glaube ich ein Mittel gegen Würmer bei Pferden vertrieben.

    Gruß

    Bernd

    Die "paar Tropfen" auf dem Futtergranulat können leider auch den Fisch - zumindest langfristig - schädigen, das haben Fischgifte eben so an sich. Ob man nun Hinweise in Lehrbüchern der Veterinärmedizin oder auch aktuelle Verbote in verschiedenen europäischen Ländern als an den "Haaren herbeigezogen" bewerten möchte, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Die Argumente sind nun sicher bekannt.

    Gruß

    Bernd

    Hier auch noch ein alter Beitrag eines erfahrenen Mitgliedes des Forums zu diesem Thema:



    Torsten Sause


    Forenteam




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    20



    Montag, 25. Februar 2008, 17:52



    Hallo Michael,


    als Naturwissenschaftler versuche ich nur beweisbare und einwandfrei
    reproduzierbare Fakten anzugeben. Daher bleibe ich auch bei der Aussage
    bzgl. Malachitgrünoxalat. Es gibt viele wissenschaftliche Publikationen und Untersuchungen an Speisefischen, die die Giftigkeit von Malachitgrünoxalat
    (genotoxisch und karzinogen) gerade auch beim Verfüttern an die Fische
    belegen. Ich hatte daher in dem von Dir zitierten Thread kritisiert,
    dass man diesen giftigen Farbstoff als Bestandteil des Futters an Fische
    verfüttert. Natürlich waren diese "Medizinflocken " von Tetra sehr
    wirksam. Auf dem selben Prinzip beruhen ja auch Pflanzenschutzmittel,
    die über die Wurzeln aufgenommen werden und dann die saugenden Läuse
    abtöten. Wenn man Malachitgrün verdünnt
    ins Aquarium gibt, ist es zwar immer noch nicht sehr gesund, aber es ist
    dann im Rahmen einer Wirksamkeitsabwägung sicher auch heute noch ein
    probates Mittel zur Behandlung von Ektoparasiten bei Zierfischen. Nach
    den Angaben von Moritz sind in dem Becken bis auf 2 Anemonen keine
    weitere gefährdeten Bewohner, so dass ich das Mittel Tetra Marin Oopharm
    als Kompromiß zwischen Wirksamkeit und unerwünschten Nebenwirkungen
    ansehe. Im Übrigen gehe ich davon aus, dass jeder Aquarianer die
    Sicherheitshinweise auf den Medikamenten lesen kann.

    Zitat


    Zitat


    Und Malachitgrün nur übers Futter geben, nie ins Beckenwasser dosieren/...Ich nutze es auch schon lange, aber wie erwähnt nur übers Futter.

    Vor ein paar Jahren, gab es noch die guten alten Medizinalflocken von
    Tetra, welche den Wirkstoff enthielten. Auch ein Beweis dafür , dass der
    Wirkstoff übers Futter sehr gut vertragen wird, und somit der Eintrag
    ins Becken zum Grossteil unterbunden wird.


    Die "guten alten Medizinalflocken" sind nicht zu Unrecht in USA und Europa inzwischen verboten worden. Heute findet man leider das Malachitgrün
    in vielen importierten und heimischen Speisefischen. Niemand kann
    kontrollieren, ob sie wirklich nur bei Zierfschen eingesetzt werden und
    selbst dann bleibt es immer noch die vorsätzliche Intoxikation eines
    Fisches mit leber- und nierenschädigenden Farbstoffen. Diese Farbstoffe
    als Behandlung ins Wasser zu geben, ist bei reinen Zierfischen evtl.
    noch vertretbar, das Verfüttern dieser Stoffe aus meiner Sicht aber
    nicht ! Woher weißt Du, dass der Wirkstoff sehr gut vertragen wird -
    hast Du schon Fische mit Leber - und Nierenschäden nach Fütterung von Malachitgrün obduziert ?

    Hallo,

    ich weiß nicht, ob eine spitzfindig werdende Diskussion hier noch weiterhilft. Im zitierten Lehrbuch der Veterinärmedizin wird Malachitgrün als umweltkontaminant durch den Eintrag in Gewässer auch aus der Aquaristik mit dem Verdacht der Erbgutschädigung (beim Mensch!) bewertet. In einer Reihe von anderen Berichten ist auch von möglichen Leberschäden bei behandelten Fischen die Rede.

    Offensichtlich haben auch verschiedene Hersteller reagiert, zumindest sind einige entsprechende Präparate meines Wissens nicht mehr im Handel.

    Ob man dieses Mittel dann noch weiter propagieren sollte? Ich persönlich sehe jedoch gute Gründe davon abzuraten.

    Gruß

    Bernd