Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo Marc,

    am sinnvollsten und lange bewährt ist die Kombination eines Kalkreaktors im Verbund mit einem Ausgleich des Verdunstungswassers mit Kalkwasser. Damit werden die gegenteiligen Auswirkungen auf den pH ausgeglichen.
    Das Prinzip des Kalkreaktors ist relativ einfach. Wer etwas Bastelgeschick hat, kann ihn sich selbst bauen. Teuren Schnickschnack mancher Geräte im Handel kann man auch leicht selbst verwirklichen.
    Insgesamt ist die Methode zweifellos preisgünstiger als teure Zugaben und einmal richtig eingestellt auch mit sehr wenig Arbeitsaufwand verbunden. Man muss sich allerdings in die Zusammenhänge richtig einarbeiten und auch die Einrichtung/ Einstellung dauert zunächst einige Zeit.

    Beide Systeme arbeiten bei mir seit vielen Jahren völlig problemlos. Den Wasserwechsel ersparen diese Systeme allerdings nicht! Davon halte ich aber auch prinzipiell nichts.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Stefan,

    ich würde den verbliebenen Zebrasoma nicht verkaufen. Dieser Fisch muss ja nicht unbedingt paarweise gehalten werden, zumal es ohnehin recht fraglich ist, ob man tatsächlich ein Paar hat. Mein Z. flaverscens harmoniert sehr gut mit einem Fuchsgesicht und einem Palettendoktor.
    Über die Todesursache kann man wohl nur rätseln. Dass sie an Fischlarven ersticken könnten, habe ich noch nie gehört. In der Natur werden ja Jungfische auch recht häufig gefressen. Überfressen kommt bei Fischen ja gern vor, allerdings ohne derartige Symptome. Diese ähneln eher einer Vergiftung, wobei Kaudernis ja keine Toxine abgeben und auch als adulte Tiere von verschiedenen Fischen gefressen werden.

    Ähnliche Symptome werden bei Kiemenwürmern beobachtet. Damit können Fische auch längere Zeit befallen gewesen sein. Allerdings hättest Du dies sicher schon vorher beobachtet. Wenn Du den Fisch behälst, kannst Du vielleicht durch die weitere Beobachtung Rückschlüsse ziehen. Vielleicht war das Verenden des neuen Fisches auch nur Zufall.

    Sicher wäre es interessant wenn Du weiter berichtest.

    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo Ronny,

    es ist hier in diesem Thread nicht nötig, über die Problematik des richtigen Lichtes zu referieren. Dieses Thema ist einigermaßen informierten Meerwasseraquarianern seit Jahren bekannt. Dazu hat schon vor Jahren Jörg Kokott geschrieben (http://www.korallenriff.de/artikel/345_Fa…inkorallen.html) oder auch Pritzel (http://archiv.korallenriff.de/Referat%20Beckum%20Pritzel.pdf).

    Wenn Andreas Malz im Kontext dieses Threads richtig darauf hinweist "viel Licht hilft schon einmal weiter", dann kannst du getrost davon ausgehen, dass er damit auch das "richtige" Licht meint. Dein Kommentar "Viel Licht hilft viel ist schon einmal Quatsch" ist daher in diesem Zusammenhang schon einmal völlig unangemessen und die weitere Ausführung "Richtiges Licht hilft weiter" zeigen, dass du den Kern der Aussage nicht erkannt hast. "Richtiges Licht" ist nämlich eine der typisch verkürzten Sichtweisen, die auf manch überzogenen Werbeaussagen besonders von Leuchtenherstellern beruhen. Da werden im Zusammenhang mit LED unrealistische Energieeinsparungsversprechen gemacht, aber oftmals reicht eben gerade die Lichtintensität nicht aus, selbst wenn - was auch nicht immer gewährleistet ist - die notwendigen Spektralbereiche angeregt werden.
    Und genau dies ist der springende Punkt, warum eben oft - und möglicherweise auch beim Themensteller - ein Wachstum der SPS zu beobachten ist, aber nicht die angestrebten Farben erreicht werden.

    @ Immo - auf deinen "hilfreichen" Beitrag einzugehen, erspare ich mir. Wenn du willst, kannst du gern die verlinkten Quellen lesen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ronny,

    da muss ich Klaus voll zustimmen. Auch zeugen deine Anmerkungen zum Licht nicht unbedingt von überragender Sachkunde! Becken mit wirklich knalligen Farben der Korallen - und da kenne ich eine ganze Reihe - werden bei begrenzten, aber nie limitierten Nährstoffwerten alle mit sehr hohen Lichtstärken (die relevanten Spektralbereiche naürlich vorausgesetzt) betrieben. Ob T5 oder HQI ist dabei eher nebensächlich. Man muss sich nur einfach einmal die Lichtflut in tropischen Riffen vor Augen halten (mittags bis zu 100 000 Lux an der Wasseroberfläche).
    In meinem Becken kann man dies ganz deutlich aufzeigen. Zum Beispiel Ableger einer blauen Acropora sp. vom gleichen Mutterstock sind direkt unter HQI leuchtend blau, die in einem eher schlechter ausgeleuchteten Beckenbereich dagegen stumpf graubraun.

    Gruß

    Bernd

    Am besten geht es mit einem weichen Pinsel. Damit kannst du auch den Sand öfters umrühren. Robuste Korallen gibt es einige. Schau am besten einmal im Meerwasserlexikon nach:http://www.meerwasser-lexikon.de/
    Ich würde dir bei ausreichender Beleuchtung neben diversen Leder- und Hornkorallen als Steinkorallen beispielsweise Montipora digitata und M. venosa, Seriatopora calliendrum, Pavona cactus und Caulastrea furcata empfehlen. Auch diverse Krustenanemonen (nicht unbedingt Palythoas) sind recht robust.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Patrick,

    der Nitratwert ist zu hoch. Entweder sind Zersetzungsprozesse organischer Materie (z.B. abgestorbene Mikroorganismen in den lebenden Steinen) noch nicht abgeschlossen oder du fütterst zu stark. Im ersten Fall ( normale Erscheinung) einfach nur abwarten, bei der zweiten Alternative Futtergaben verringern. Generell kannst du die Nitratkonzentration durch Wasserwechsel senken, wegen der Cyanoprobleme würde ich dies momentan aber nicht machen.
    Die roten Beläge sind Cyanobakterien. Sie setzen sich als Primärbesiedler in neu eingericheten Becken an den Stellen fest, an denen noch keine Besiedlung durch konkurrierende andere Mikroorganismen stattgefunden hat. Störe die Cyanos durch häufiges, regelmäßiges Abpinseln. Gelöste Beläge einfach mit einem Netz grob abfischen, das reicht. Ziel ist es, deren massivere Festsetzung, bei der sie Hemmstoffe abgeben können, die andere Ansiedlungen verhindern, zu stören. Total verschwinden werden sie nie, bei einer eingefahrenen, stabilen Beckenbiologie werden sie aber kaum noch in Erscheinung treten.

    Sinnvoll ist es, baldigst den Besatz mit Korallen etc. stark zu erhöhen. Je besser ein Becken besetzt ist, desto geringer ist die Gefahr von Cyanoplagen.

    Bei den braunen, wegblasbaren Belägen handelt es sich entweder um Dinoflagellaten - für die das oben angeführte gilt - oder Kieselalgen. Letzteres ist bei neuen Becken wahrscheinlicher. Zur Verhinderung solltest du das Aufbereitungswasser nach der Osmosefilterung unbedingt noch durch einen nachgeschalteten Mischbettharzfilter laufen lassen. Nur damit werden Silikate, die Nahrungsgrundlage der Kieselalgen weitgehend entfernt. Die Kieselalgen verschwinden dann auch von allein. Zu viele Kieselalgen im Becken fördern allerdings Dinoflagellaten, die sich von ihnen ernähren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    das Problem in Bayern ist, dass man ein "berechtigtes Interesse" an der Tierhaltung bei der Erteilung einer Genehmigung nachweisen muss. Reine Liebhaberei reicht hierfür nicht aus!
    Ich glaube aber auch, dass niemand die Haltung überprüft. Auch zweifle ich, dass überhaupt ein Betretungsrecht der Wohnung für Kontrolleure ohne konkrete Tatsachen besteht. Wer sich den Fisch andernorts beschafft - z.B. in einem anderen Bundesland - dürfte kaum Probleme bekommen.

    Gruß

    Bernd

    Bei der Größe deines Beckens sollte es schon mehr sein. Am besten, du ersetzt mit Lebendgestein einen Teil des Totgesteins.

    Aber dies kann auch nur ein Teil der nötigen Maßnahmen sein. Dazu habe ich ja schon einiges geschrieben. Wichtig wäre vor allem auch noch den Besatz mit Korallen etc. zu erhöhen, dazu die ständige Störung der Cyanobeläge (am besten durch Abpinseln) und - falls sich die extrem niedrigen Nährstoffwerte tatsächlich bestätigt haben - deren leichte Erhöhung. Außerdem würde ich auch die Wasserwechselintervalle momentan verringern; Wechselwasser aber mit einer anderen Salzmarke aufbereiten und - falls nicht schon geschehen - Osmosewasser über einen nachgeschalteten Mischbettharzfilter (mit frischem Harz) nachbereiten.
    Wichtig auch noch, keine Spurenelement etc. geben.

    Es geht doch vor allem darum, dass in dein Becken überhaupt erst einmal ein bisschen mikroorganistisches Leben kommt. Gutes Lebendgestein sondert normalerweise kaum etwas ab. Allenfalls wenn Mikroorganismen in einem größeren Maß absterben würden, könnte es zu einer gewissen Belastung kommen. Aber da deine Wasserwerte nach deinen Berichten alle nahe einer Limitierung sind, kann dies nicht das Problem sein. Gute Händler hältern ihr Lebendgestein einige Zeit vor und säubern es. Damit sind Anstiege von NO3 oder PO4 ohnehin weitgehend ausgeschlossen.

    Hallo,

    mit altem Lebendgestein erreicht man nicht viel. Aufgrund der einseitigen Aquarienbedingungen verarmt im Lauf der Zeit der Mikrokosmos in den Steinen. Ich denke, da wird am falschen Platz gespart. Totes, unbesiedeltes Gestein stellt zudem die ideale Siedlungsfläche für Primärbesiedler dar.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Sandy,

    nein, da wird immer wieder etwas falsch interpretiert. Natürlich benötigen Cyanobakterien wie alle autotrophen Lebewesen Licht für ihre Photosynthese. Gegenüber ihren Konkurrenten, die meist nur über Chlorophyll a und b Licht absorbieren, können Cyanobakterien mit weiteren Pigmenten (Carotin, Phycoerythrin) auch unter schlechten Beleuchtungsverhältnissen Lichtenergie aufnehmen. Daher haben sie unter Schwachlicht (hoher Rotanteil)gegenüber anderen autotrophen Mikroorganismen Konkurrenzvorteile. Somit kann also Schwachlicht (etwa ausgelaugte Leuchtstoffröhren) Cyanos fördern, nicht aber starke Beleuchtung, da diese allen zugute kommt.
    (Auch Ergebnis wissenschaftlicher Untersuchungen).

    Hallo David,
    egal welche Lichtquelle, Lichtstärke und Spektralbereiche müssen stimmen. T 5 oder Hybrid sind sicher geeignet. Ich setze immer noch auf HQI + T5.

    Gruß

    Bernd

    Also so wie ich das sehe, ist meine beckenbiologie vollkommen im Eimer. Also werde ich diese mit Bakterien und lebendgestein wieder in Gang bringen. Zusätzlich absaugen und Schnecken. Und natürlich viel Geduld...
    Sag mir wo der Fehler liegt?

    Du hast die Fehler gegenüber deinem Beitrag 28 ja offensichtlich weitgehend erkannt, also keine täglichen Wasserwechsel, dafür etwas frisches Lebendgestein, dazu dichteren Besatz mit Korallen oder Krustenanemonen etc.. Die Zugabe von Bakterienpräparaten schadet nicht, dürfte aber überflüssig sein. Die bringst du dir mit lebenden Steinen und Korallen auch so mit ein. Bei guten Lebensbedingungen vermehren sie sich dann von allein blitzschnell; bei ungeeigneten sterben sie ab, auch wenn mit Präparaten größere Mengen eingebracht werden.
    Den Aufsatz zur Massenvermehrung von Cyanobakterien hast du wohl nicht gesucht. Schau hier:http://www.riffaquaristikforum.de/content/30-pro…-cyanobakterien

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    recherchiere einmal im Internet zur Massenvermehrung von Cyanobakterien. Da findest Du einen Aufsatz von mir zu der grundsätzlichen Problematik.

    Ich würde zunächst auch dafür sorgen, dass sich in dem Becken eine stabile Mikrobiologie etabliert. Durch die bisherigen Maßnahmen wurde sie bestimmt nicht gefördert! Diese erreicht man auch kaum durch die Zugabe von ein paar Bakterienpräparaten. Verwunderlich erscheinen mir auch die angeblich extrem niedrigen Nährstoffwerte bei dem Fischbestand!

    Aber sei es wie es sei, die Nährstoffsituation oder Theorien über Missverhältnisse zwischen PO4 und No3 halte ich ohnehin für äußerst fragwürdig. Massenvermehrungen einer Form von Mikroorganismen, seien es nun Cyanobakterien oder andere Plagegeister, sind stets Folge einer Störung des Gleichgewichts im komplexen Zusammenwirken innerhalb des Mikrokosmoses in unseren Aquarien. Wo es da konkret "klemmt" ist für uns im jeweiligen Einzelfall nur schwer zu durchschauen, da wir die Parameter und Prozesse allenfalls ansatzweise kennen, mit unseren Theorien aber mehr spekulieren als wissen.
    Hinzu kommt, dass Cyanobakterien, eine der ältesten Lebensformen auf unserer Erde, als Primärbesiedler äußerst anpassungsfähig und variantenreich sind, was ihnen bei der Ansiedlung große Vorteile gegenüber anderen konkurrienden Mikroorganismen verschafft.

    Variantenreichtum bei den konkurrierenden Mikroorganismen erreicht man am ehesten durch das Einbringen von ein paar guten lebenden Steinen (es müssen keine großen Mengen sein!) und durch einen dichten Besatz mit Korallen und Co.. Dadurch werden unbesiedelte Freiräume in den Aquarien minimiert, die bevorzugt von Primärbesiedlern besetzt werden.

    Mein Vorschlag zum konkreten Vorgehen: Keinerlei chemische Bekämpfungsmittel mehr einsetzen! Alle Cyanobeläge regelmäßig abpinseln. Derartige Störungen begünstigen die Ansiedlung konkurrierender Organismen. Einbringen - u.U. auch nur vorrübergehend - von einigen möglichst frischen lebenden Steinen. Schneller Besatz mit einer größeren Menge verschiedener robuster Korallenarten. Wechsel der Salzmischung. Zuverlässige Kontrolle der Nährstoffwerte; Limitierungen oder zu hohe Belastungen verhindern. Geduldiges Vorgehen (nichts ändert sich von Heute auf Morgen), immer nur einzelne Parameter nach und nach verändern, um die tatsächlichen Wirkungen abschätzen zu können. Dann sollten die Cyanobakterien auch langsam verschwinden.

    Viel Erfolg und Gruß

    Bernd

    Hallo Ralf,

    nach der nun vorliegenden Analyse sind die Nährstoffwerte tatsächlich nicht das Problem. Auffällig ist aber der etwas zu hohe Kaliumwert. Die Konzentration sollte den natürlichen Wert (ca. 400 ml/l) nicht überschreiten. Dein Alkalinität liegt dagegen im unteren Grenzbereich. Halte sie bei ca. 7 KH. Die erhöhten Ca- und Mg-Werte sind dagegen kein Problem und dürften durch den natürlichen Verbrauch wieder sinken.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ralf,

    ich bin mir recht sicher, dass es tatsächlich an der Beleuchtungststärke (nicht unbedingt allein an der spektralen Verteilung!) liegt. Genau die gleichen Beobachtungen wie Du hatte ich früher bei meinen Korallen gemacht. Alle Maßnahmen i.Z.m. den Wasserverhältnissen hatten nichts gebracht. Eine Verstärkung des Lichts (ich beleuchte mit HQI und T5) brachte dann den gewünschten Erfolg. Noch heute kann ich die Unterschiede bei Acroporas (alle Ableger vom gleichen Stock) deutlich erkennen. Im schlechter ausgeleuchteten Randbereich des Beckens ist eine Acropora sp. eher graubraun, im gut beleuchteten Zentrum dagegen schön hellblau und dies alles bei den logischerweise gleichen Wasserwerten.
    Bedenke, dass die Lichtintensität in den tropischen Riffen mittags bis zu 100 000 Lux an der Wasseroberfläche und etwa 45 000 Lux in einem Meter Wassertiefe beträgt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rene,

    möglich ist eine Umgestaltung schon, aber es besteht - wie schon geschrieben - immer die Gefahr, dass das Becken dann etwas Probleme macht. Wichtig ist, dass Du ganz behutsam vorgehst, vor allem möglichst wenig Detritus aufwirbelst.
    Am besten Du stellst Dir eine große Wanne neben das Becken und nimmst dann ganz langsam die Steine nach und nach aus dem Becken. Beim Wiedereinsetzen würde ich sie dann mit Reef Bond fixieren. Mach aber nicht zu viele Steine hinein. Ein kleineres Grundgerüst reicht. Den Rest gestalten dann die Korallen mit ihrem Wachstum viel besser.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Torsten,

    wenn wir künftig auch noch über die Überschriften diskutieren wollen, dann machen wir uns doch vollends lächerlich! Wer ein bisschen mitdenken kann, der kann ersehen um was es bei der Beckenvorstellung geht. Es ist nun einmal das Ziel vieler Korallenliebhaber, möglichst kräftige Farben zu erzielen. Ich finde dies im gezeigten Becken schon gelungen, vor allem wenn man auch die Entwicklung des Beckens einbezieht.
    Andere haben vielleicht andere Vorstellungen. Du hast viele Erfolge mit der Nachzucht von Fischen, legst aber weniger Wert auf Korallen oder Gestaltungsfragen. Jedem eben das seine.

    Was mir hier im Forum auffällt - nicht auf Dich bezogen! - ist der ständig erhobene Finger mancher Leute und nicht so seltene Bestrebungen, an allem herumzumäkeln. Wem es nicht gefällt, der soll es doch einfach noch besser machen und seine Ergebnisse präsentieren. Aber da sehe ich hier nicht viel.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Daniel,

    bekanntlich findet ja ständig ein CO2-Austausch zwischen der Umgebungsluft und dem Aquarienwasser statt. Diese Gasdiffusion läuft langsam in Richtung eines Gleichgewichts. Ist in einem Raum zu viel CO2 in der Luft enthalten, wird dies in das Aquarienwasser gelangen und den pH-Wert absenken. Die Konzentrationen von CO2 in der Raumluft hängt u.a. stark von der Zahl der Menschen (und Haustieren) im Raum sowie der Häufigkeit des Lüftens ab.
    Also die nächsten Tage häufiger Lüften und die Entwicklung des pH-Wertes beobachten. Bei positiver Entwicklung kannst Du u.U. über einen Luftschlauch von außen zum Abschäumer nachdenken.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    auch ich teile die Meinung von Bernhard und Frank, zumal die Bedeutung bzw. biologischen Wirksamkeit der meisten genannten Spurenelemente unklar oder umstritten ist. Da wird vom Handel viel Geld gemacht. Der etwas niedrige pH-Wert hängt oft mit der Raumbelüftung zusammen. Da wird viel CO2 ins Wasser eingetragen. Eine andere Möglichkeit wäre Abbauprozesse im Becken (Futterreste oder tote Tiere).

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich betreibe mein gemischtes Riffaquarium (vorwiegend SPS, dazu einige LPS, Horn-und Lederkorallen, Tridacna, Fische, Einsiedler, Schlangenstern und Garnelen) wie folgt: Wasserwechsel 10 % alle zwei Wochen, Calciumzufuhr durch Ausgleich Verdunstungswasser mit Kalkwasser, Alkalinität mit Kalkreaktor, Spurenelemente mit Color Elements von Fauna Marin.
    Die Nährstoffe sind aufgrund angepasstem Fischbesatz stabil niedrig (PO4 0,02 - 0,04; No3 2- 3 mg/l). Nur gelegentlich ( ca. einmal wöchenlich) füttere ich die Korallen etwas zusätzlich (KorallFluid von JBL oder Cyclop Eeze oder Cyclops als Frostfutter). Sonst kommt nichts ins Becken.
    Meine Korallen wachsen sehr stark (es muss regelmäßig beschnitten werden); die Farben sind im stark beleuchteten Bereich gut, im abgeschatteten eher dunkler).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ewald,

    40 Fische in 1000 l ist schon eine tüchtige Menge, wobei die reine Zahl ohne Größenangaben der Fische auch nicht ausreichend aussagekräftig ist. Dein Diakatverbrauch ( sogar Diakat B-plus !) ist auch außergewöhnlich. Ich glaube schon, dass Du da etwas überdenken solltest.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ewald,

    ich kann mir nur schwer vorstellen, dass diese dauernden Belastungen auch noch nach zwei Jahren von Phosphatdepots stammt. Bei mir erfolgen seit fast 15 Jahren ununterbrochen Kalkwasserzufuhr als Ausgleich des Verdunstungswassers und parallel der Kalkreaktorbetrieb. Da gibt es keinerlei Phosphatprobleme.
    Wie sieht denn der Fischbesatz aus? Verbunden mit starker Fütterung liegt hier ja in den meisten Fällen die wesentliche Phosphatquelle.

    Gruß

    Bernd

    @Bernd
    die Frage ist was ein zu "falsches", bzw. ein zu blaues Licht anrichtet, könnte das sehr energiereiche blaue Licht zu Problemen führen, könnte es zu Strahlungstress in den
    Korallen kommen, so dass diese in ihrem Wachstum gehemmt werden, oder sogar anfangen auszubleichen?
    Wie du schon sagst, es geht hier auch um Erfahrungsaustausch, hat jemand mit einem bestimmten Lichtspektrum positive oder negative Erfahrungen, was konnte er an seinen
    Korallen beobachten usw. usw.

    Hallo,

    falsches Licht, also vor allem ein zu hoher UV-Anteil, kann durchaus Schäden hervorrufen. Dies betrifft den Bereich unter 350 nm, ab dem Zellschädigungen auftreten können. Allerdings können wirtseigene Pigmente der Korallen auch schädliche UV-Strahlen abblocken.
    In den Korallen ist sowohl die Anzahl der Zooxanthellen als auch die schützende Anordnung der Pigmente veränderlich. Sie können damit auf zu geringe oder auch sehr starke Strahlungsintensität reagieren, benötigen dafür aber ausreichende Zeit zur Anpassung.
    Es gibt einen Sättigungspunkt, ab dem eine weitere Verstärkung der Strahlung keine weitere Erhöhung der photosynthetischen Leistung mit sich bringt. Dies gilt für den gesamten photosynthetisch relevanten Spektralbereich, also auch für blaue Strahlung. Dieser Sättigungspunkt ist je nach Korallenart verschieden. Seine Überschreitung bringt also nichts (Energieverschwendung), aber ob und ab wann er schädlich wird (Wachstumsschädigung?) scheint strittig.
    Angeblich soll der Sättigungspunkt im Durchschnitt bei etwa 15 000 Lux liegen (???, genaue Untersuchungen kenne ich nicht). Andererseits sind manche Korallen nahe der Wasseroberfläche im Riff mittags bis zu 100 000 Lux ausgesetzt. Schädigungen halte ich daher in der Aquarienpraxis bei unseren Beleuchtungen für sehr unwahrscheinlich, sofern man den Korallen genügend Zeit zur Anpassung lässt und keine Leuchtmittel mit übermäßigem UV-Anteil verwendet.

    Im Ergebnis ist festzuhalten: Schwache Strahlungsintensität bedeutet eine Vermehrung der Zooxanthellen zur ausreichenden Ernährung der Korallen, damit dunkle Farben. Hohe Strahlungsintensität bewirkt weniger Zooxanthellen, da die Photosyntheserate höher ist und als Schutz gegen Überdosierungen eine bessere Ausprägung der wirtseigenen Farbpigmente, also kräftigere Farben. Es können allerdings auch nur diejenigen Farben angeregt werden, deren Wellenlänge die Lichtquelle auch abstrahlt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    natürlich gehören - was wohl jeder einigermaßen erfahrene Aquarianer weiß - neben Licht auch andere Voraussetzungen zu einer erfolgreichen Korallenpflege. Schließlich füllen Diskussionen über Nährstoffwerte oder Strömungsverhältnisse die Foren. Richtig ist auch, dass knallbunte Korallenfarben kein absolutes Muss und das verbreitete Streben danach oftmals mit problematischen Gratwanderungen verbunden sind. Wer die natürlichen Riffe kennt, weiß ob der häufig begrenzten Farbigkeit.
    Dass nun aber wieder mehr über das Licht - eben auch ein ganz entscheidender Faktor für Erfolg oder Misserfolg - diskutiert wird, hat seine guten Gründe und hängt primär mit dem aktuellen technischen Umbruch zusammen. Da dieser offensichtlich noch nicht abgeschlossen ist und ganz unterschiedliche Erfahrungen vorliegen, finde ich hier einen Austausch von Meinungen und Ergebnissen recht informativ. Dabei zeigt sich auch, dass man eben manchen Herstellerangaben allein nicht blind vertrauen kann. Erfahrungen der Anwender finde ich da sehr weiterführend.

    Gruß

    Bernd

    @Bernd
    woran erkenne ich denn ein zuviel bzw. ein zuwenig an Beleuchtungspower?


    Ein zuwenig am schlechten Korallenwuchs und schlechter Farbgebung, ein zuviel habe ich in der Praxis noch nie erlebt. Da müsste man über die Becken die Leuchten dicht auf dicht packen. (Nicht verwechseln mit "Verbrennungen, die auf mangelnder Anpassung beruhen)

    @ Torsten, ja ich halte zumindest derzeit aus guten Gründen noch an meiner HQI fest und wurde in einem anderen Thread im Nachbarforum anhand vieler Erfahrungsberichte wieder darin bestätigt. Vor allem muss ich nicht, kann ich aber rechnen. Aber vielleicht tut sich ja noch einiges auf dem Beleuchtungsmarkt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Henning,

    beides ist wichtig, die flächige Ausleuchtung um Abschattungen zu reduzieren und ausreichende Beleuchtungsstärke. Man muss sich nur einmal die Maximalwerte ca. 100 000 Lux im tropischen Riff an der Wasseroberfläche, noch 45 000 Lux in 1m Wassertiefe vor Augen halten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    grundsätzlich wichtig ist, dass die Strahlung der LED das richtige Emissionsspektrum abgeben, damit die Photosynthesepigmente der Zooxanthellen bestmöglich angeregt werden. Bekanntlich sind es die Bereiche um 430, 440-470, 630 und 660 nm. Ob dies jeweils tatsächlich der Fall ist, hängt von der Zusammenstellung der LED in der Beleuchtung ab. Ob es im Einzelfall Lücken gibt, muss beim jeweiligen Modell prüfen, wobei heute wohl die meisten neueren Produkte diesen Erfordernissen nahe kommen. Was ich aber beobachte ist, dass sehr häufig die Strahlungsintensität der eingesetzten Leuchten unzureichend ist, die Leuchten sind einfach unterdimensioniert. Um für teure Produkte und angebliche Einsparpotentiale zu werben, werden häufig viel zu schwache Wattzahlen propagiert. Das perfekteste Emissionsspektrum nützt aber nichts, wenn die Strahlungsintensität nicht ausreicht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    ich glaube nicht, dass Du mit Deinen Einwänden und Hinweisen auf eventuelle Bestimmungsprobleme in Einzelfällendie international übliche Nomenklatur ernstlich infrage stellen und durch Übernahme so "aussagekräftiger" Händlerwitze wie "Aussi Premium Trallala" ersetzen möchtest.
    Man braucht auch nicht länger zu diskutieren, ob sich Zusatznamen als Sortenbezeichnung nun auf natürliche Fundstücke, Auslesen oder Züchtungen beziehen. Wie schon geschrieben, werden sie stets der lat. Nomenklatur nachgestellt. Ein Blick in irgendeinen gärtnerischen Katalog oder ähnlichem Verzeichnis genügt. Da steht dann beispielsweise Brunnera maropylla "Mr.Morse" und jeder, der nähere Informationen hierzu sucht, findet sie unter den Artennamen und nicht unter Mr. Soundso.
    Dein Hinweis auf Fossa und Nilsen ist dabei auch nicht wirklich weiterführend. Sie stellen die übliche Nomenklatur nicht infrage, sondern weisen nur darauf hin, dass manche Autoren in der Aquaristikliteratur fehlerhaften Bestimmungen unterliegen. Ganz neu sind diese Ausführungen (aus 1995) auch nicht mehr. Auch ihre gutgemeinten Versuche mit einem Buchstaben-und Zahlenkode zu arbeiten, haben sich nicht durchgesetzt. Da hat sich in der Taxonomie der Nesseltiere inzwischen wohl auch einiges getan, auch wenn es noch - wie hier zum Beispiel bei den in Frage stehenden Krustenanemonen -in Einzelfällen Bereiche mit Unklarheiten gibt. Die werden dann aber auch durch Händlerfantasien nicht besser.
    Aber genau in dem von Dir zitiertem Kapitel weisen die Autoren darauf hin, dass anhand einfacher, äußerlich sichtbarer Merkmale Bestimmungen bei Nesseltieren gelegentlich problematisch sind, weil diese oft allein durch variable Umwelteinflüsse bestimmt werden. So wird dann eben aus einer sündhaftteuren Premium "Superblue", dem Riff an einer lichtexponierten Stelle entnommen, im Becken des Aquarianers oft ganz schnell eine ganz gewöhliche Acropora echinata.
    Nur unter diesem Namen hätte der Händler wohl kaum seinen Premiumpreis bekommen!

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    ich denke Joe´s Anmerkung spielt schon eine Rolle. Bei Kulturpflanzen, bei denen durch gezielte Selektion spezielle individuelle Merkmal ausgelesen wurden, mit denen sie sich von der ursprünglichen Art unterscheiden, sind Fanatsienamen durchaus üblich, die aber immer den eigentlichen Artnamen nachgestellt werden. Was wir aber im Handel angeboten bekommen, sind ja keine Auslesen mit gezielter Weitervermehrung individueller Merkmale. Es sind Naturentnahmen oder deren Ableger. Hier werden einfach kleinste natürliche Abweichungen, oft nicht einmal genetisch festgelegt, sondern häufig nur vergängliche Ergebnisse von Modifikationen, mit einfältigen "Aminamen" belegt. Bei einer ganzen Reihe von Verkäufern hat man den Eindruck, dass sie selbst dabei die eigentliche Art nicht einmal richtig bestimmen können.

    Aus gutem Grund bewegt sich ja die Biologie in einer festen Nomenklatur, damit auch immer klar ist, von was man eigentlich spricht. Genau dies fehlt hier in diesem Handelskauderwelsch. Händler kommen dann immer mit dem fragwürdigen Argument, dass sie sich auf internationale Handelslisten beziehen. Wer aber hindert den Handel, sich des üblichen internationalen wissenschaftlichen Sprachgebrauchs zu bedienen, der ja auch in sämtlichen Fachpublikationen verwendet wird? Es sind wohl genau die geistlosen Gründe, die Hajo in seinem Beitrag angeführt hat.

    Wir sollten in einem Fachforum, dass auch Anspruch auf ein gewisses fachliches Niveau erhebt, aber auch im Interesse von nach Informationen suchenden Aquarianern, diesem lächerlichen Geplappere nicht unbedingt folgen!

    Gruß

    Bernd