Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo,

    Preisvergleiche zwischen den einzelnen Produkten sind nicht ganz einfach, denn zwischen den einzelnen Grundstoffen gibt es im Zusammenhang mit dem verwendeten Reinheitsstufen, aber auch den Gebindegrößen schon erhebliche Preisunterschiede. Was die einzelnen Hersteller wirklich verwenden, ist nicht immer klar dargestellt.
    Ein Meersalz mit wirklich pharmazeutisch reinsten Salzen wie beispielsweis das Fauna Marin Professional Sea Salt gehört auch zum oberen Preissegment, liegt aber bei einem Kilopreis von 3,56 Euro doch noch unter den angeführten Beispielen.
    Letztlich bleibt es eine Erfahrungs- und Vertrauenssache welches Salz man verwendet, wobei ich es wie Armin sehe. Selbst die heikelsten Pfleglinge werden schon lange Zeit erfolgreich mit den etablierten Produkten gehalten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Norbert,

    ich betreibe mein stark mit div. Korallen zugewachsenes Becken unverändert seit 2004 mit relativ schwacher Strömung. Es war bisher immer frei von Cyanos, obwohl sie im großen Algenrefugium immer wieder einmal auftauchen. Probleme mit zu hohen Nährstoffen hatte ich nie. Ich muss eher auf Limitierungsgefahren achten.

    Dein Konzept mit der Bodendurchflutung überzeugt mich ehrlich gesagt nicht, zumal ja der Boden unterschiedlich abgedeckt ist und damit für das durchströmende Wasser auch unterschiedliche Widerstandszonen bestehen. Aber wenn du zufrieden bist, dann ist ja alles bestens. Nur als Problemlösung für den Themensteller scheint es mir eher fragwürdig.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Michael,

    hast du dir schon Gedanken gemacht woher die hohen Nitratwerte kommen ? Dafür gibt es ja zwei Komponenten, einmal der Eintrag (zu starke Fütterung oder zu hoher Fischbesatz?) und dann die unzureichende Entfernung (Abschäumung, Wasserwechsel). Du hast ja von großen Wasserwechseln geschrieben. Dann müssten die Werte eigentlich gefallen sein.

    Bei deinem ATI-Test habe ich die NO3-Werte übrigens nicht gesehen. Eigener Test?

    Was ist mit den angeblichen Dinoflagellaten (richtig mikroskopiert ?).

    Mein Rat bleibt bestehen. Gründlich Reinigung, wenige, aber frische lebende Stein, großer Wasserwechsel und dann das System in Ruhe lassen. Ständige Veränderungen sind problematisch.

    Gruß

    Bernd

    Wichtig ist aber auch, das der Bodengrund an der Oberfläche ständig mit wechselnder Strömungsgeschwindigkeit und aus unterschiedlichen Richtungen angeströmt wird. Andauernde Strömung aus unterschiedlichen Richtungen mögen Cyano-Bakterien nicht.

    Hallo Norbert,

    bist du dir da wirklich sicher??? Es gibt nähmlich Untersuchungen der Universität Bremen, wonach stärkere Strömungen und Verwirbelungen den Zusammenschluss von Cyanobakterien zu Matten und Belägen gerade fördern.

    Gruß

    Bernd

    Ps. Eine Durchspülung des Bodengrundes von unten hat man früher versucht, ist aber wieder davon abgekommen, da dies wie ein Kiesfilter wirkt. Es wird da mehr in den Bodengrund eingetragen als ausgespült.

    Hallo Michael,

    offensichtlich ist die Beckenbiologie bei deinem Becken etwas durcheinander geraten; Dinoflagellaten und Cyanobakterien sowie der hohe Nitratwert sprechen hierfür.Ich vermute, dass die mehrmaligen Systemwechsel kontraproduktiv waren.
    Zunächst würde ich den Bodengrund in zwei Etappen säubern (unter fließendem Wasser gut reiben und durchspülen), aber keinen feinen Sand verwenden! Die von dir verwendete Körnung ist schon in Ordnung, denn darin bilden sich kaum anerobe Zonen und Nitrifikationsbakterien können sich hier gut ansiedeln. Dann würde ich einen großen Wasserwechsel (mit gut aufbereitetem, silikatfreiem Wasser und vielleicht einmal einer anderen Salzsorte) durchführen, um die NO3-Konzentration zu senken und schließlich zur Neuankurbelung der Beckenbiologie zwei bis drei (nicht unbedingt große ) frische lebende Steine einbringen.
    Ab dann das Becken in Ruhe lassen! Nur noch Cyanobeläge oder eventuell wieder auftretende Dinobeläge - falls es sich dabei tatsächlich um solche gehandelt hat (mikroskopisch bestimmt?) - durch tägliches Abpinseln stören. Dabei lange Geduld aufbringen. Bis zum Verschwinden der Plagen k e i n e n Wasserwechsel mehr machen. Nur den Verbrauch der Makroelemente (Calcium und Alkalinität) ausgleichen, sonst
    n i c h t s anderes zugeben! Unbedingt Fütterung überprüfen. Mir scheint diese zu stark zu sein, denn irgendwo müssen die hohen Nitratkonzentrationen herkommen. Lass auch einmal die Wasserwerte in einem guten Labor testen, damit du einen zuverlässigen Überblick über den tatsächlichen Status hast. Oft sind die eigenen Testergebnisse fragwürdig.
    Wichtig ist natürlich auch eine ausreichende Beleuchtungsstärke. Aber wenn du früher keine Probleme damit hattest, dürfte hier der Fehler eher nicht liegen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    mess einmal eine Probe frisch angesetzten Meerwassers. Sollte diese auch so hohe Mg-Konzentrationen aufweisen, dann teste nochmals mit einem anderen Test oder lass von deinem Händler nachmessen. Es gab in der Vergangenheit schon bei verschiedenen Produkten Probleme mit dem Mg-Gehalt, vermutlich durch Störungen im Mischverfahren.
    Zur Orientierung hier ein alter Thread mit der gleichen Prolematik:
    http://meerwasserforum.info/index.php?page…=54381&pageNo=1


    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    bei deinem letzten Beitrag sind wir nun einmal ganz einer Meinung. Das Problem der Überlagerung hatte ich noch gar nicht bedacht; ein zusätzliches Argument für die Sinnlosigkeit derartiger Messungen.

    Man sollte wohl eher formulieren, dass sich die Leuchten an den nutzbaren Spektralbereichen der einzelnen Pigmente ausrichten sollten ( plus für die Optik bzw. Darstellung der Farben an denen des Tageslichtes.)

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    als interessierter Laie (allerdings mit engen Zugang zu einschlägig wissenschaftlich Gebildeten im engen familiären Umfeld) bin ich ja auch nur auf Publikationen angewiesen. Sofern sie auch auf guten wissenschaftlichen Quellen beruhen, überzeugen sie mich (anders als in der Aquarienpraxis immer mal wieder auftauchende unbelegte Theorien, die sich dann leicht in den Köpfen festsetzen können).

    In deiner geposteten Quelle erkenne ich beim ( notgedrungen flüchtigen ) Hineinblicken keinen Wiederspruch zu meinen Ausführungen, vor allem was die Bedeutung von Chlorophyll a und c2 anbelangt. Welche Gewichtung die einzelnen Pigmente - vor allem quantitativ - jeweils spielen, hängt wohl von den individuellen Bedingungen ab. Darüber weiter zu diskutieren, führt hier beim Thema Beleuchtungsqualität sicher nicht weiter.

    Meine Kernaussage im ursprüngliche Beitrag, die sich auch nicht auf dich, sondern auf die auch für mich nur schwer verständlichen Ausführungen von badtoy bezog, geht doch dahin, dass alle Adsorptionsbereiche der in den Zooxanthellen wirksamen Pigmente bekannt sind, wonach sich in deren Summe auch die optimale Lichtquelle unabhängig von der jeweiligen Technik ausrichten kann.

    Da sich der jeweilige quantitative Anteil (plus die für die Wirksamkeit bedeutende strukturelle Anordnung) der verschiedenen Pigmente im Zuge der äußeren Bedingungen und der damit verbundenen Anpassungsmöglichkeiten der Korallen individuell ganz unterschiedlich gestaltet, nützen Einzelmessungen nach meiner Auffassung überhaupt nichts. Offensichtlich sind die Anteile nicht einmal artspezifisch determiniert. Was nützt für die lichttechnischen Umsetzung ein Messergebnis x, wenn es bei der gleichen Korallenart aus anderer Herkunft bei y liegen würde?

    Mag sein, dass ich aufgrund der sehr speziellen Artikulation des Schreibers Verständnisprobleme habe und dadurch vielleicht auch etwas voreingenommen bin, aber nicht grundlegend übertragbare angebliche Messergebnisse können durch falsche Verallgemeinerung in meinen Augen eher schaden als nützen.

    Gruß

    Hans-Werner,

    ich möchte hier nicht schon wieder einen rechthaberischen Streit über Nebenaspekte vom Zaum brechen, aber verzeih mir, dass ich mich primär an etablierte wissenschaftliche Quellen (Perry 1981, Kaiser 1997, Straßburger 1999 etc.) halte. Danach besitzen alle Algenarten das allgegenwärtige Chloropyll a, Zooxanthellen dazu Chlorophyll c2, ß-Karotin, Xanthopylle usw..

    Den akzessorischen Pigmenten, deren Verhältnis zu Chl a verschiebbar ist, kommen danach Ausgleichsfunktionen hinsichtlich der Nutzung zusätzlicher Spektralbereiche durch Energieübertragung auf das reaktive Zentrum des Photosystems (Chl a) oder auch Schutzfunktionen bei Überlastungen durch einen zu starken Photonenfluss durch Ableitung von Energie zu.
    Damit werden Anpassungsmöglichkeiten der Korallen an die - je nach Wassertiefe - unterschiedlichen Lichtverhältnisse gesteuert. Was hierbei nun als Regel- oder Notversorgung angesehen wird, ist wohl ein Streit um des Kaisers Bart.
    Ich gehe davon aus, dass die Pflegeverhältnisse in unseren Aquarien mit ihrer beschränkten Tiefen am ehesten den oberen Einstrahlungsbereichen der Korallenriffe entsprechen.

    Wenn eine Beleuchtung in ausreichender Stärke die bekannten Absorptionsbereiche der Chlorophylle und u.U. auch der weiteren Pigmente abbildet, dann dürfte doch alles in Ordnung sein. Diese wurden bisher mit den vorhandenen Leuchtmittel erfolgreich bedient und haben sich mit der neuen LED-Lichttechnik auch nicht verändert.
    Daher sehe ich keine Notwendigkeit irgendwelche Lichtbedürfnisse der Korallen weiter zu ermitteln, sondern allenfalls das Problem, auch mit LED die richtigen Spektralbereiche in der notwendigen Intensität und Verteilung abzubilden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    ich weiß schon, dass bei den Zooxanthelle neben Chlorophyll a und c2 weitere Pigmente zur Lichtadsorption mehr oder weniger beitragen/können. Diese verschaffen - neben Änderungen der Anordnungsstrukturen oder quantitativen Verschiebungen von Chlorophyll a zu akzessorischen Pigmenten - den Zooxanthellen in prikären Beleuchtungssituationen die Nutzung weiterer Spektralbereiche.
    Aber auch hierfür sind die Spektralbereiche ihres Asorptionsmaximums hinreichend bekannt: ß-Karotin 450 nm, Peridinin 483 nm, Fucoxanthin 510 - 525 nm,Diatoxanthin, Diadinoxanthin im blaugrünen Spektralbreich.
    Hier geht es aber um die optimale Beleuchtung der Korallen, d.h. um die für die Photosynthese primär wichtigsten Spektralbereiche. Inwieweit die für die "Notversorgung" relevanten Spektralbereiche "mit bedient" werden sollten, mag zunächst offen bleiben.
    Wichtig ist mir aber, dass alle betreffenden Adsorptionsmaxima bekannt sind und somit auch die optimalen Ausgestaltungsmöglichkeiten der Beleuchtung.
    Daher erschließt sich mir nicht, was da hierfür noch besonders gemessen werden soll.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich sehe das Problem nicht. Die Zooxanthellen der Korallen verfügen im Wesentlichen ( von ß-Karotin etc. abgesehen)über die Chlorophylle a und c2, oder? Wo deren Absorptionsmaximum liegt ist bekannt, nämlich bei 430 und 662 nm (Chlorophyll a) und 444, 576 und 626 (Chlorophyll c2). Wo besteht da ein Bedarf für gesonderte Absorptionsmessungen?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    dann verwende flüssiges Korallenfutter (z.B. von JBL KorallFluid). Einfach immer ein paar Tropfen zu geben. Nachts, wenn Polypen richtig offen sind, kannst du auch direkt füttern (feines Futter wie z.B. gefrorene Cyclops oder Cyclop Eeze, letzters vorher längere Zeit in Wasser stehen lassen, da es sonst nur an der Wasseroberfläche schwimmt).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    am einfachsten mit leichten Erhöhungen der Futtergaben für die Fische. Ja nicht schnell die Phosphatkonzentration erhöhen, vor allem nicht auf chemischen Weg! und die Spurenelementdosierung vorerst einstellen. Höhere Spurenelementkonzentrationen wirken bei niedrigem Nährstoffangebot kontraproduktiv.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Klaus,

    weil du mich direkt angesprochen hast, nur noch einmal soviel: Ich verstehe nicht, warum du immer so nachdrücklich und oft einseitig krasse Negativfälle zur Regel machen willst. Es gibt doch - gerade im Onlinehandel - eine ganze Reihe bekannter und sehr seriöser Händler - welche erstklassiges, frisches Lebendgestein anbieten und dessen Verwendung sich in den meisten Fällen seit langen Jahren bewährt hat. Probleme - aus verschiedenen Gründen und meist beim Aquarianer selbst liegend - können bei jeder Form der Aquarien auftreten. Nimm als Beispiel nur einmal die vielen Verkaufsbecken in mehr oder weniger gut geführten Zoogeschäften. Immer wieder kann man dort einen starken Befall mit Cyanos beobachten. Nach deiner Theorie dürfte dies bei deren meist überhaupt nicht dekorierten, völlig nackten Becken ja nicht der Fall sein. Seltsamerweise zeigen diese Geschäfte dagen oft auch noch ein schon lange laufendes Schaubecken, ohne Plagen!

    Viele der Lieferanten von qualitativ hochwertigem Lebendgestein beschreiben auf ihren Seiten Herkunft, Lagerung und sogar die Qualitätskriterien selbst. Dass diese, in der Meeresaquaristik erfahrenen und lange etablierten Leute dir hier nicht widersprechen, dürfte wohl an den Veröffentlichungen in deinem Herstellerboard liegen.

    In meinen Augen bestehen durch diese Boards schon Gefahren einer einseitigen, verzerrten Meinungsbildung. Eigentlich sollten Hersteller auf ihren Seiten über ihre Produkte berichten. Allgemeine Diskussionen über Fachthemen gehören in die neutralen Fachforen.
    Mich wundert, dass die Betreiber des Meerwasserforums mit den geforderten und angekündigten Veränderungen bei den kommerziellen Seiten nicht zu Potte kommen. Die Reaktionen (reihenweiser Rückzug erfahrenster Leute) sprechen doch Bände!

    Klaus, in vielen Dingen, auch in Fragen der Beckenoptik, liegen wir ja ganz nah beieinander und ich schätze auch kontroverse Diskussionen mit dir. Aber dieses Thema hier mit der ewig gleichen Leier ergibt für mich keinen weiteren Sinn und über das Niveau von nachgemachter Plastikdeko mag ich wirklich nicht streiten. Ich bin da jetzt wirklich raus.

    Viele Grüße

    Bernd

    hoffentlich erschrickst du nicht die Dekosteine sind aus Plastik :smiling_face:

    Hallo Vitus,

    keine Sorge, wegen so etwas erschrecke ich ganz bestimmt nicht. Meinetwegen kann man sich auch noch Plastikfische ins Becken setzen. Da gibt es dann wenigstens keine Probleme mit unerfüllten Haltungsansprüchen.
    Erschrecken könnte man höchstens über manches was hier zu lesen ist.

    Dass Lebendgestein "faulen" soll, ist für mich auch so eine seltsame Aussage. Allerdings bin ich der Diskussion, die sich ohnehin nur noch im Kreis dreht, inzwischen reichlich überdrüssig. Da widme ich mein Interesse doch lieber ergiebigeren Themen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rudi,

    meine Elektroden wurden immer mit einer dicht schließenden Hülle geliefert, die mit 3-molarer KCI-Lösung gefüllt ist. So bewahre ich sie auch auf. Man kann sie aber auch trocken lagern und so verschicken. Sie braucht dann aber längere Zeit bis zur Anpassung.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mark,

    dies ist ein Diskussionsforum und Diskussion bedeutet, dass man auch andere Meinungen vertreten kann, auch wenn dies manchen Leuten nicht passen mag. Ich habe - lese einfach den Thread durch - auch Zustimmungen bekommen. Setzt dich doch einfach auch einmal mit meinen Sachargumenten auseinander oder ignoriere meine Beiträge!

    Wenn wir nun allerdings schon bei der Propagierung von Plastikdeko sind, dann gibt es hier für mich wirklich nichts mehr hinzuzufügen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Thomas,

    natürlich hat ein gepflegtes Becken gut geputzte Scheiben, aber überlege einmal wie man bei größeren Becken mit entspechender Tiefe die Rückscheiben blank putzen kann, wenn sie von hinten nicht zugänglich sind.
    Ich habe einen Bekanntenkreis mit viele mit tollen Becken! Ob die sich nun als konservativ empfinden sollen??? Es wird ihnen aber eher egal sein.

    Allerdings Plastikdeko kenne ich nur aus einer Zoohandlungskette, die ihre Becken damit dekoriert - u.a. auch einen Plastikschiff und einen Taucher neben Plastikkorallen zeigt - und ansonsten noch aus Hotels in den USA. Wenn du dies toll findest, nun denn. Dann brauchst du dir auch keine Gedanken mehr über zu gutes Wachstum machen :winking_face_with_tongue: .

    Gruß

    Bernd

    Hallo Klaus,

    eine Schwalbe macht noch keinen Frühling und ein paar Begeisterte hier in deinem Thread setzen noch lange keinen Trend! Manche Beispiele waren sicher recht ansprechend, eine ganze Reihe aber auch ein absoluter Witz.
    Dass man heute ein schwebendes Riff gestaltet, Sand einklebt oder gar keinen einbringt, Seiten-und vor allem Rückscheiben blank geputzt hält... diese generalisierende Aussage als neue allgemeine Richtung anzusehen, halte ich - die Gründe wurden hinreichend geschrieben - mehr als gewagt. Sicher wird es einige Anhänger derartiger Gebilde geben, aber die große Richtung? Sicher nicht (schon vom täglichen Pflegeaufwand nicht), aber warten wir einfach einmal ab.

    Gruß

    Bernd

    Warst du schon mal Tauchen oder Schnorcheln?
    Ich persönlich konnte schon selbst schön gewachsene Riffe sehen so wie mein Riffaufbau aussieht. nosy Bee Madagaskar, Mauritius flic en flac, la Reunion, Seychellen la digue und pralin.

    Hallo Mirko,

    ja, das war ich und zwar seit Jahrzehnten in den meisten Riffgebieten der Welt. Meine Eindrücke waren aber leider völlig anders ( von Trümmerfeldern einmal abgesehen). Aber dir soll es ja gefallen.

    Gruß

    Bernd

    Hi Willi

    stimmt.

    und so sieht mein junges Becken aktuell aus.


    LG
    Mirko


    Hallo Mirko,

    nicht böse sein, aber für mich sieht es aus wie Korallentrümmern nach einem Sturm. Und dann auch noch die Kabelbinder! Unter Aquascaping verstehe ich etwas anderes, es sei denn, man möchte Zerstörungen an einem Riff darstellen.
    Aber nochmals, nicht böse sein, nur mein persönlicher Eindruck.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rene,

    ich habe mir die Mühe gemacht und deinen alten Tread durchgelesen. Du hast ja ganz am Anfang schon Bekämpfungsmittel (Phycoex) eingesetzt und bist trotzdem die Plagen (wohl Bryopsis und Cyanobakterien) nie richtig losgeworden. Die angestrebte gesunde Beckenbiologie hattest du vermutlich nie bzw. hast du sie mit der Chemiekeule gleich zerschossen. Eine große, unbezahlbare Menge Lebendgestein, dass jetzt offensichtlich nicht mehr viel taugt, besitzt du nicht. Bryopsis los zu werden ist auch recht zweifelhaft und Kent Tech Magnesium recht teuer. Kugelalgen hast du auch noch im Becken. Die können auch in kürzester Zeit zur Plage werden.

    Ein völlig neuer Start wird daher vermutlich billiger als die ewige Experimentiererei. Bring die paar Insassen in einem separaten Gefäß unter (notfalls eine billige Plastikwanne aus dem Baumarkt). Entferne alles inckl. Steine, Bodengrund und Wasser und reinige das Becken und alle Gerätschaft gründlich. Achte darauf, dass auch alles was wieder ins Becken soll, also Geräte, Korallen etc. völlig frei von Bryopsis oder Kugelalgen ist!
    Richte dann dein kleines Becken mit einigen wenigen kleinen lebenden Steinen, die nur die Basis für später wachsende Korallen bilden sollen, neu ein (damit keine großen Gebilde konstruieren!). Kaufe nur Premiumsteine bei einem Tophändler (gerade im Online-Handel gibt es da ein paar gute Quellen). Verwende kein zusätzliches totes Dekomaterial (andere sehen dies vielleicht anders, aber meine Erfahrung sieht dies uneingeschränkt so). Setze ein bis zwei Tage vorher schon das neue Wasser an und bringe dann ganz wenig neuen Bodengrund, das Lebendgestein und am folgenden Tag auch gleich deinen alten Besatz ein. Kauf dann sehr bald ein paar neue harte Verbraucher (z.B. robuste Lederkorallen, pflegeleichte LPS-Arten, Krusten o.ä.). Mach in den ersten Wochen wöchentlich 5 - 10 % Wasserwechsel, da in den lebenden Steinen anfangs gern einige Organismen absterben und das Wasser belasten können. Ansonsten gib zunächst nichts zu, keine Spuris, Superprodukte irgendwelcher Systeme, Bakterien oder Wundermittel. Erst wenn ein deutliches Wachstum erkennbar ist, musst du Ca und Alkalinität u.U. nachdosieren.
    Bryopsis kann man sich immer einschleppen, das ist eine Pechsache, die man aber selten zweimal erlebt. Alles Neue daher vor dem Einsetzen genauestens kontrollieren! Fadenalgen können immer kommen, auch bei nährstoffarmen Wasser und gern bei stärkere Strömung. Fressfeinde wirken da meist nur gleich zu Beginn, für die wirklich guten Fresser wie Kaninchenfische ist dein Becken zu klein. Die einzig zuverlässige Bekämpfungsmöglichkeit wäre dann die Kalkwassermethode (mühsam, aber nicht mit einem schädlichen biologischen Eingriff verbunden). Cyanos sind eher selten, wenn keine toten Siedlungsflächen vorhanden sind und bald ein größerer Besatz einzieht.

    So sollte es - wie bei vielen anderen Leuten - eigentlich klappen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Thomas,

    sorry, mein Beitrag kam direkt nach deinem vielleicht nicht ganz zum richtigen Zeitpunkt, denn dein Anliegen teile ich ja, und er war auch nicht auf dich bezogen! Der Einbürgerung derartiger Abwertungen möchte ich inzwischen aber grundsätzlich etwas entgegensetzen, da diese hier nach meinem Empfinden schon etwas methodisch gebraucht werden. Man könnte umgekehrt Aquascaping ja auch als Aquarien im Disneyland-Stil oder Ikebana-Kitsch verunglimpfen, was wir aber bei respektvollem Umgang sicher vermeiden sollten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    nur am Rande, um der Sachlichkeit willen sollte man vielleicht auch auf die hier immer öfters zu lesende abwertend polemischen Bezeichnung "Kaimauer" verzichten. Diese ist im Sinn einer präzisen Sprachlichkeit schon unsinnig, denn eine Kaimauer wird niemals mit Korallen bewachsen sein. Wer aber bei der Beckengestaltung die Natur zum Vorbild nimmt, kann - neben dem Riffdach - sehr wohl auch einen Fels, die Riffkante oder -abhang als Orientierung nehmen, zumal dann gleichzeitig die Rückwandproblematik und eine größere Raumausnutzung gelöst werden können.
    Eigentlich steht niemand zu, derartige Ansätze despektierlich herabzuwürdigen, man könnte es ja umgekehrt auch tun. Dies wollen wir im Interesse der gemeinsamen Sache doch sicher vermeiden, oder?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Norbert,

    da stimmen wir voll überein und natürlich spricht absolut nichts dagegen, so etwas anzustreben, wenn man es leisten möchte und auch wirklich kann. Aber bei der Mehrzahl der Aquarianer wird dies eher nicht der Fall sein, was ich denen vor Augen halten möchte. Ein bisschen Schwanger geht eben nicht. Deshalb glaube ich auf Dauer auch nicht an einen breiten Trend.
    Wer wie ich die Welt der Riffe sehr gut kennt, mag sich eher an der bunten Vielfalt der nicht aufgeräumten Natur orientieren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    alle hier vielleicht groß Begeisterte sollten vielleicht folgendes bedenken:

    Derartige Aquarien benötigen einen weit größeren Pflegeaufwand. Jeder weiß wie schnell die Scheiben veralgen. Bei freistehenden Becken mag da die Scheibenreinigung rundum mit einem guten Magnetreiniger noch zu bewältigen sein (wenn nicht immer die Beckenkanten oder manche widersätzlichen Algenreste wären). Aber wie sieht es mit der rückwärtigen Scheibe aus, wenn das Aquarium - wie bei den meisten Leuten - an der Wand steht? Dann ist es vorbei mit dem Magnet; man muss - wenn man überhaupt bei größeren Becken dahin kommt - mühsam hinter den feistehenden Korallenaufbauten mit den Händen im Wasser fummeln und dies nahezu täglich. Ohne saubere Scheiben ist es aber ganz schnell mit der Attraktivität vorbei.
    Wer hat - besonders als Berufstätiger - die Lust und Zeit auf Dauer hierfür???

    Minimalistische Becken erschweren es sehr stark, die technischen Geräte - insbesondere die Strömungspumpen - unsichtbar zu integrieren. Bei nahezu allen der gezeigten Beispielsbecken waren diese zu sehen. Da ist es schnell vorbei mit dem künstlerischen Gesamteindruck und entspricht nicht der hohen Schule der Gestaltung, wenn all das Zeug zu sehen ist. Allerdings scheint mir dieser ästhetische Aspekt bei vielen Aquarien nicht besonders weit verbreitet und die Intergration in das Gesamtbild des Wohnraumes noch seltener.

    Die meisten gezeigten Aquarien verfügen über einen ganz hellen Boden. Wer ein paar Erfahrungen hat, der weiß wie schwer es ist, den Bodengrund auf Dauer so zu halten. Für die Präsentation auf den Fotos ist dies leicht zu verwirklichen. In der Praxis wird feiner weißer Sand durch die Strömung jedoch schnell verschoben; Kies - auch relativ feiner - bekommt jedoch schnell Verfärbungen.
    Es waren dann auch schon Überlegungen zu lesen, den Bodengrund zu streichen oder weiße Plastikplatten (besonders "geschmackvoll" :confused_face: ) zu verwenden. Aber auch diese werden schnell mit Algen besiedelt; eine Reinigung rund um die Korallen herum noch schwerer möglich.

    Derartige Aquarien entspechen in vielen Fällen nicht den Lebenansprüchen von riffgebundenen Fischen. Man ist hier also in der Auswahl des Fischbesatzes sehr eingeschränkt. Viele Aquarianer werden aber vom "Haben wollen" geleitet. Was dann dabei heraus kommt, kann ich mir leider gut vorstellen.
    Ein angepasster Fischbesatz ist aber auch zur Nährstoffversorgung notwendig, es sei denn, man möchte auf den Chemiebaukasten setzen. Einige der hier gezeigten Korallen sind nicht etwa schön gefärbt, sondern extrem hell, als mehr oder weniger entfärbt. Abgesehen davon, dass man sie im gesunden Riff so nie finden würde, stellt eine derartige Haltung hart an der Grenze zur Limitierung einen absoluten Ritt auf der Rasierklinge dar. Allenfalls bei erfahrenen Spezialisten mag dies gut gehen, beim großen Durchschnitt der Aquarianer nicht und bei Einsteigern schon gar nicht.

    Zwischen Fotoshooting und Dauerbetrieb ist eben ein gewaltiger Unterschied. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Becken mancher Begeisterter, mit großen Enthusiasmus gestartet, nach einiger Zeit im Alltag aussehen werden.

    Gruß

    Bernd


    ihr beiden seid doch meine Lieblingsstreitpartner :grinning_squinting_face: ... weil man mit euch beiden sich vorzüglich streiten kann. Immer in der Sache, niemals mit der Person. Und genau das zeichnet eine gepflegte Streitkultur aus.

    Hallo Klaus,

    schön dass du dies so siehst. Da sind wir uns einmal absolut einig. Schließlich soll so ein Forum ja von der Diskussion leben, was uns in der gemeinsamen Sache auch ein Stück weiterbringen kann.

    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo,

    ich habe auch das Epoxydharz vom Bootsservice Behnke verwendet. Spezielles Aquarienepoxyd gibt es eigentlich nicht (wird nur als Verkaufsargument so angeboten), aber verschiedene Harzsorten mit unterschiedliche Viskosität und Trocknungszeit.
    Mit Baumwollflocken wird das Harz fester, aber trotzdem nicht formbar. Da läuft dir alles davon. Lediglich mit Glasfaservlies, welches mit Harz getränkt wird, sind Formen möglich. Dazu bedarf es aber langer Erfahrungen! Als Laie sind eigentlich nur mehr oder weniger Beschichtungen eines festen Untergrundes erfolgreich möglich.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Klaus,

    offensichtlich hat jeder von uns völlig konträre Wahrnehmungen. Die Foren sind nach meinen Beobachtungen regelmäßig voll von Klagen über Cyanoplagen, vornehmlich von Einsteigern. Meist wird da von Einrichtungen mit Riffkeramik oder Totgestein berichtet. Einzelbeobachtungen und subjektive Beispielsauswahl bringen wenig und können völlig in die Irre führen. Um einen tatsächlichen Überblick zu bekommen, müsste man vielleicht mehr systematisch nachhaken wie diese Becken eingerichtet sind und dies über einen längeren Zeitraum hin.

    Den Trend zu klinisch reinen Becken hatte man früher ja schon einmal und der wurde dann durch den Einsatz von Lebendgestein überwunden. Damit waren Riesenfortschritt in der Meeresaquaristik verbunden. Weshalb soll man nun eine Rolle rückwärts machen?

    Was die Ablehnung der Gestaltung mit Gesteinsmengen angeht, sind wir uns ja relativ einig; vielleicht nicht so sehr in der Geschmacksfrage. Aber darüber sollte man bekanntlich ohnehin nicht streiten.

    Und da du dich nun schon mehrfach auf Peter Wilkens bezogen hast. Wohl im Gegensatz zu dir habe ich den Peter persönlich gut gekannt. Peter war gerade einer der Pioniere, die sich für die Entwicklung einer ausgeglichenen Beckenbiologie eingesetzt haben!!!

    Gruß

    Bernd

    Ps. Einige der gezeigten Becken sind sehr schön, kann man aber nach meinem Empfinden nicht unbedingt als minimalistisch bezeichnen. Das letzte Beispiel ähnelt eher meinem Becken mit starkem, dichten Korallenwuchs.

    Hallo Bernhard,

    dass die Korallen aufgrund des großen Wasservolumens stabilere Verhältnisse haben, ist schon klar, aber es geht doch nicht primär um das spätere Korallenwachstum, sondern um das typische Problem, welches viele Neustarter haben. Dort treten häufig Cyanos, Faden-, Kieselalgen oder Dinoflagellaten auf, welche zum großen Problem werden können. Im Filterbecken ohne jegliche Dekoration habe ich diese recht stark! In das Hauptbecken gehen sie nicht über.
    Dies ist für mich der Kern der Situation und dies widerspricht der Behauptung, wonach minimalistische Becken - auch in der Startphase - besser laufen würden. Nach meinen Erfahrungen treten die Probleme durch die noch nicht besiedelten Dekomaterialien auf, da hier Cyanos etc. noch keine Konkurrenten haben. Dies ist biologisch auch gut nachvollziehbar und war in der Aquaristik bisher nicht umstritten. Lebendgestein wirkt diesem Problem entgegen, ebenso eine größere Zahl sofort eingesetzter Korallen. Daher liegt es für mich nicht an der Minimalistik, sonder einfach am verwendeten Material.

    Mein Becken steht seit 2004 in der derzeitigen Form. Es wurde damals mit lebenden Steinen eingerichtet und hat nur eine realtiv schwache Strömung (also nichts mit umfassender Umströmung der Korallen).
    Ich halte daher die nicht belegten Vermutungen nach wie vor für nicht stichhaltig; sehe also keinen direkten Zusammenhang. Dann müssten die vielen dicht besetzten Becken, die ich kenne, irgendwo diese Probleme aufweisen.
    Natürlich halte ich absolut nichts von totem Dekomaterial und von Keramik schon gar nichts; auch die lebenden Steine sollten nur die Basis für die Korallen bilden. Dies hat aber nichts mit Aquascaping zu tun!

    Was das Nichtvernesseln anbelangt: Die Korallen wurden mit ausreichendem Abstand eingesetzt und sind dann im Lauf der Jahre auf einander zugewachsen. Dies erlebt man ja auch in den natürlichen Riffen, von denen ich sehr viele kenne, die mich gestaltungsmäßig inspiriert haben und weshalb ich auch keine unrealistischen filigranen Kunstgebilde mag.

    Wenn du einmal nach Karlsruhe kommst, dann melde dich gern. Dann wäre auch das neue Riesenriff mit 240 000 l (mit lebenden Steinen) sicher einen Besuch wert.

    Gruß

    Bernd