Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo,

    der von Captainpoppey verlinkte Beitrag aus dem Gorgonien-Lexikon ist teilweise nicht ganz richtig. Falsch ist dabei der Tipp, wonach man das Verhältnis von Calcium zur Alkalinität durch unterschiedliche Einstellungen des Reaktors verändern könne! Deren Verhältnis zueinander bleibt immer gleich.

    Hallo Ewald,
    dass es auf verschiedene Faktoren ankommt, wurde ja schon mehrfach dargelegt und wenn deine Einstellung bei dir klappt, ist ja alles okay. Allerdings ändert es nichts an den chemischen Grundgegebenheiten, wonach das feste Calciumcarbonat (Kalksubstrat) mittels Kohlensäure gelöst wird und als Produkt hauptsächlich Calcium-Ionen und Hydrogencarbonate (Alkalinität) entstehen. Je mehr Kohlensäure gegeben wird, desto mehr Calciumcarbonat kann gelöst werden und je niedriger der pH-Wert ist, desto mehr Kohlensäure ist im Wasser vorhanden.
    Da beim Themensteller die erzielte Alkalinität unzureichend war, egal ob beim Auslaufwasser oder im Becken selbst gemessen, ist es also nötig, mehr Calciumcarbonat zu lösen und hierfür mehr Kohlensäure einzubringen. Dein Tipp, den pH-Wert anzuheben, würde aber dazu führen, dass weniger Kohlensäure in den Reaktor kommt. Leider war er somit nicht richtig.

    Diese Klarstellung erfolgt nur deshalb, weil es bei dieser Materie immer wieder zu Missverständnissen kommt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die Ausgangswerte werden je nach Modell und Kalksubstrat verschieden sein. Bei meinem Eigenbau habe ich einen Ausgangswert von knapp 40 KH. Es werden pro Sek. knapp 2 Blasen CO2 zugeführt und auch etwa 2 Tropfen angereichertes Ablaufwasser ins Becken. Gefüllt ist der Reaktor mit etwa 7 l Korallenkies. Die Alkalinität halte ich damit beim Gesamtwasservolumen von 1500 l auf KH 6,5 -7. Parallel führe ich noch Calcium im Rahmen des Verdunstungsausgleichs durch Kalkwasser zu.

    Gruß

    Bernd

    Ps. Du solltest die Ablaufmenge reduzieren, dann steigt auch der KH. KH 13 ist viel zu wenig.

    Hallo,

    das Thema ist inzwischen doch tüchtig ausgelutsch, und die meisten Argumente werden nicht überzeugender, wenn sie ständig wiederholt werden. Klaus versucht zwar hier in seinem Forum das Thema von Zeit zu Zeit wieder zu beleben, aber ansonsten und in anderen Foren interessiert es außer einigen Jüngern wohl recht wenige Meeresaquarianer. Den meisten Aquarianern wird es eher um das Wohl ihrer Tiere, ihren Lebensraum und ihre Ansprüche geht. Wie sie hierzu ihre Becken gestalten, hängt vom persönlichen Geschmack und vielleicht auch vom individuellen Geschick ab. Man muss diese Einrichtungen aber nicht krampfhaft in eine Schublade pressen wollen, auch Versuche angebliche Trends herbei zu reden, halte ich für Unsinn. Gleiches gilt für völlig unbelegte Aussagen die hier getroffen wurden, dass jeder 2. Süßwasseraquarianer inzwischen (tatsächliches ?) Aquascaping betreibe.

    So lange die Gestaltungen den Lebensansprüchen unserer Pfleglinge entsprechen, ist ja alles in Ordnung. Da mag sich jeder nach Herzenslust betätigen. Allerdings muss man auch deutlich feststellen, dass einige der hier propagierten Beispiele diesen Anforderungen nicht gerecht werden. Diese "Künstler" hätten sich wohl besser beim Bau von Landschaften für elektrische Eisenbahnen ausgetobt. Das würde dann wenigstens keinen Fischen schaden. Aber das hatten wir ja schon alles, deshalb mein erster Satz.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    da muss ich ausnahmsweise auch einmal Armins Beitrag etwas kritisch hinterfragen: So seltsam erscheinen mir die Kernaussagen im von Sebastian zitierte Beitrag nun auch wieder nicht. In wesentlichen Teilen geht er schon in die richtig Richtung, egal welche Reinstwasser/Abwasserverhältnisse im Einzelfall oder professionellen Anlagen tatsächlich jeweils erreicht werden. Tatsache ist, dass wir in den meisten Gegenden Deutschlands keinerlei Wasserprobleme haben und Wasser auch nicht verbrauchen, sondern nur gebrauchen. Das Abwasser wird daher nicht verschwendet, sondern - egal ob noch anderweitig genutzt oder nicht - wieder in den natürlichen Wasserkreislauf eingeleitet!

    Daher stellt sich eigentlich vornehmlich die Frage der Kosten. Die Preise für einen Kubikmeter Trinkwasser sind regional unterschiedlich. Ob sich die Anschaffung einer weit teueren UO-Anlage mit Druckerhöhungspumpe und ggflls. vorgeschaltetem Enthärter für einen geringeren Abwasseranteil rentiert, sollte man für den einzelnen Bedarf doch genauer berechnen.

    Nur leicht konzentriertes Abwasser kann man tatsächlich auch noch anderweitig verwenden, aber auch da sollte man eine Kosten-Nutzen-Analyse aufstellen. Dass damit Pflanzen im Garten sogar "noch besser wachsen", wie hier in einem Beitrag angeführt wurde, ist eine recht irreführende Aussage. Dies trifft auf einige Kalk liebenden Pflanzen zu (meine Oleandersammlung beispielsweise), aber recht viele Gartenpflanzen bevorzugen neutrales oder sogar leicht saures Wassser. Zumindest Anreicherungen im Boden können da über kurz oder lang erhebliche Probleme bereiten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die wichtigsten Argumente gegen die Verwendung von Leitungswasser wurden schon genannt, aber wichtig ist eben auch: Leitungswasser ist nicht überall gleich. Zwar gibt es in Deutschland eine Trinkwasserverordnung, die die Grenzwerte festlegt. Aber 50 mg/l Nitrat gelten auch in Deutschland und die wären für ein Aquarium mit Korallen völlig ungeeignet. Wer dagegen ein reines Fischbecken betreiben will, hätte damit keine Probleme.
    Die Unterschiede im Trinkwasser basisieren auf regionalen Gegebenheiten. Dort, wo viel Landwirtschaft betrieben wird, sind meist die Nitratbelastungen sehr hoch. Silikate oder Härtebildner hängen von den geologischen Bedingungen ab. Leider werden auch zur Spülung der Rohre von den Wasserwerken gelegentlich unerwünschte Stoffe kurzzeitig eingeleitet. Einmalige Angaben zur Zusammensetzung des jeweiligen Trinkwassers sind für unsere Anforderungen unvollständig und unsicher.
    Wer davon ausgeht, sein Leitungswasser wäre geeignet, sollte es zumindest regelmäßig kontrollieren und die Ausgangswerte bei der Salzwasseraufbereitung berücksichtigen.

    Mir wäre dies aber alles viel zu umständlich und unsicher. Deshalb halte ich die Aufbereitung mittels Osmos und nachgeschalteter Mischbettharzfilterung letztlich für die günstigste Lösung.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mark,

    warum du den etwas strittigen Rat von Ewald mit dem grenzwertig hohen, nahe der Lösungsgrenze liegenden ph-Wert zur Beseitigung deines Problems der zu geringen KH-Abgabe unbedingt umsetzen möchtest, wundert mich. :confused_face:
    Ebenso dass dein Reaktor stark "verdreckt" gewesen sein soll.
    Woher kommt der Dreck? Ist dein Becken so belastet, dass sich im Reaktor mit seinem sehr geringem Durchlauf so viel ansammeln konnte? Verwechselst du vielleicht den "Dreck" mit Schlamm aus bereits angelöstem Kalksubstrat? Der sammelt sich in Kalkreaktoren im Lauf der Zeit häufig an und ist normalerweise problemlos.
    Nochmals, die üblichen Empfehlungen für den pH-Wert beim Betrieb eines Kalkreaktors liegen bei etwa 6,2 !

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    mit diesen Tieren - alle selbst gesammelt - haben wir in den frühen 70er Jahren den Einstieg in die Meeresaquaristik begonnen. Es waren sehr interessante Aquarien, vor allem wenn man dann nach dem Urlaub die Entwicklung der Fänge beobachten konnte. Nur haben dann die oftmals sehr hohen Sommertemperaturen immer wieder Probleme bereitet; genauso wie nach kurzer Zeit gescheiterte Versuche, die niederen Mittelmeertiere zusammen mit den ersten importierten tropischen Fische zu halten. So sind sie breitflächig eher in Vergessenheit geraten; eigentlich sehr schade.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mark,

    ein Substratwechsel macht vielleicht Sinn (ich verwende z.B. nur natürliche Korallenkies), aber der von Caribsea propagierte "geringe CO2-Verbrauch" ist irreführend. Der pH-Wert im Reaktor ist entscheidend, er muss im sauren Bereich liegen. Die Struktur des Kalksubstrates mag je nach Oberflächengröße die Löslichkeit beeinflussen, allzu große Unterschiede zwischen den angebotenen Produkten sehe ich aber nicht. Vielleicht war einfach nicht mehr genug Kalksubstrat im Reaktor.
    Da der Verbrauch in deinem Becken offensichtlich nicht nur gering ist, würde ich den pH-Wert schon unter 6,5 einstellen (8,4 im vorherigen Beitrag war ein Schreibfehler!), erst wenn die Alkalinität im Becken zu sehr ansteigt würde ich die CO2-Zufuhr etwas drosseln.
    Berichte später einmal wie es sich entwickelt hat.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mark,

    ein zu niedriger pH-Wert kann nicht ursächlich dafür sein, dass zu wenig Alkalinität im Becken ankommt! Je saurer das Wasser ist, desto mehr Calcium wird ja gelöst. Wenn das Ablaufwasser nur einen relativ geringen KH-Wert hat, ist entweder der Durchlauf im Reaktor zu groß (zu geringe Verweilzeit), zu wenig Kalkmaterial im Reaktor oder eben der pH-Wert zu hoch. Ein pH-Wert von 8,4 wäre schon richtig, niedriger schadet aber nicht; es sei denn zu viel CO2 wird mit ins Becken eingebracht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo André,

    die von dir genannte Zusammenstellung der Giesemann-Röhren erscheint mir für Korallen etwas zu sehr rot- und gelblastig.
    Als Basisbeleuchtung bei ATI würde ich 2 : 1 Aquablue Spezial (im Gegensatz zur etwas seltsamen Bezeichnung hellweißes Licht) und Blue Plus (blau) wählen. Dazu mit jeweils einer Röhre Coral Plus und Purple Plus. Tageslichtröhren gibt es m.W. von ATI nicht. Ich habe (aber nur eine von insgesamt 18 Röhren) als Tageslichtröhre die 6700 K Fluval Life Spectrum, es würde aber auch jede andere ähnliche Röhre (meist aus dem Süßwasserprogramm) gehen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Julian,

    das ist ein generelles Problem. Mir und vielen anderen geht es genauso. Die Farbabstufungen in den niedrigen Bereichen sind zumindest für viele Leute einfach zu gering. Aber ich denke nicht, dass es dafür eine Lösung gibt, denn dann hätte sie Peter Gilbers sicher längst umgesetzt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    man kann sehrwohl die Alkalinität durch die Zugabe von Calciumchlorid-Dihydrat senken; diese fällt dann als Calciumcarbonat (Kalk) aus.
    Wenn tatsächlich keine Reaktion messbar gewesen sein sollte, stimmt entweder mit dem Test etwas nicht oder die Ausgangswerte waren noch höher.

    Gefährlich sind die derzeitigen Werte auch nicht unbedingt. Allerdings sollte man die Pumpen auf Kalkablagerungen kontrollieren.

    Normalerweise fallen die Konzentrationen durch den Verbrauch von allein. Einige Verbraucher sind ja im Becken. Allerdings geht dies bei der beschränkten Anzahl recht langsam. Mit kleinen Wasserwechseln unter Verwendung einer Ca und KH niedrig dosierten Salzmischung (z.B. Aqua Medic SeaSalt, Aqua Medic BioSalt oder Silbermann Pro Color dKH0) kann man die Werte gut senken. Allerdings sollte dies nur langsam in mehreren Etappen (max. 2° KH pro Tag) erfolgen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    bei mir war es nach den vielen Jahren ähnlicher Beckenarbeiten auch das erste Mal.

    Hallo Frank,

    das Abspülen mit Salzwasser werde ich künftig vorsichtshalber auch durchführen. Kohle habe ich im Technikbecken, mehr hätte wohl nicht viel genützt, denn es ging ja ganz schnell.

    Hallo Joe,

    dass du das Phänomen bei der Masse deiner Korallen auch schon erlebt hast, ist sehr interessant. Bei dir werden ja ständig Korallen umgesetzt und bewegt. Ich gehe davon aus, dass es trotzdem auch ein seltenes Ereignis war.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    Fotos werden wohl keinen Sinn mehr machen, da sich das Erscheinungsbild bei den meisten betroffenen Korallen inzwischen verändert hat. In die von dir vermutete Richtung wird es wohl gehen. Mit Ausnahme der Caulastreas waren alle betroffenen Korallen aus der Familie der Pocilloporidae, unbeeinträchtigt blieben die Pocillopora damicornis. Ähnliche Probleme werden ja auch gelegentlich von anderen Aquarianern nach Arbeiten im Becken berichtet, wobei dieser Eingriff im Bereich des häufig Üblichen lag. Konkreteres wird man letztlich wohl kaum ermitteln können. Vielleicht ist es beobachtenswert von welchen Arten vornehmlich ähnliche Erfahrungen berichtet werden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich sehe gerade, dass meine letzte Antwort irgendwie untergegangen ist. Also die verwendete Zange kann ich ausschließen. Sie benutze ich ausschließlich für die häufig notwendigen "Gärtnerarbeiten" in meinem dicht besetzten Aquarium.
    Alle Seriatopra caliendrum fahren inzwischen wieder ihre Polypen aus und scheinen keine Schäden zu haben. Teiweise ist dies auch bei der Stylophora pistillata der Fall, die ich aus dem Becken genommen hatte. Aber ausgerechnet die Stylophora am anderen Ende des Beckens, die also überhaupt nicht in der Nähe war und nicht berührt wurde, ist bis auf wenige Flecken immer noch weiß. Das gleiche gilt für die S. hystrix.
    Irgendwie scheint es tatsächlich einen wie auch immer funktionierenden Signalaustausch zu geben.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rene,

    physikalisch ist es völlig egal wie und wo du die Durchflussmöglichkeiten schaffst. Sie müssen nur groß genug sein, damit sich das Wasser im Beckenteil mit dem Zulauf nicht aufstaut. Die nötige Wasserbewegung zur Vermeidung von "Totzonen" erzeugst du ja mit den Strömungspumpen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rene,

    wenn du im einen Beckenteil den Zulauf und im anderen den Ablauf installierst, dann klappt dies. Dagegen spricht also grundsätzlich nichts. Nur muss die Verbindung zwischen beiden Teilen ausreichend groß sein und darf nicht verstopfen. In welche Richtung du dabei die Strömung ausrichtest, ist völlig egal.
    Ob ein geteiltes Becken optisch gut aussieht, ist natürlich Geschmackssache. Den besonderen Fütterungsaufwand bei Seepferdchen - auch in Zeiten der Abwesenheit - kennst du sicher? Da du die Trennscheibe ja auch fixieren musst, bedeutet die Umgestaltung natürlich auch wieder einen Eingriff in dein erst kürzlich neu gestartetes Becken (mit allen denkbaren Problemen).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    alle Korallen, auch die Hystrix waren in einem sehr guten Zustand. Ich denke auch eher in Richtung irgendwelcher Botenstoffe oder Toxine. Interessant ist für mich die ausgesprochen unterschiedliche Reaktion bei den anderen Korallen. Insbesondere bei den Caulastreas ist mir dies nur schwer erklärlich. Mal sehen ob von den Korallenprofis da noch weiter Idee kommen. Auch bin ich gespannt, ob sich einige Korallen wieder regenerieren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    über dieses Phänomen wurde schon häufig berichtet und diskutiert. Meist geht man davon aus, dass plötzliche Veränderungen der Nährstoffverhältnisse Ursache hierfür sind. Manchmal wird von fetzenartigen Gewebeablösungen berichtet, häufig erfolgt jedoch nur ein völliger Farbverlust. Diesem dürften wohl Probleme mit den Zooxanthellen zugrunde liegen.
    Unter dem Thema "Korallen werden in kürzester Zeit weiß" hatte Nils in seinem Beitrag vom 22.10.2015 berichtet, dass dies nach einer kleineren Gärtner- und Räumaktion Korallen in seinem Becken betroffen hatte, die gar nicht unmittelbar betroffen waren.

    Vor zwei Tagen hatte ich eine größere Seriatopora caliendrum und eine Stylophora pistillata, die zu einem massiven Block zusammengewachsen waren, aus dem Becken genommen, weil ich am gewebefreien Sockel der Korallen einen Horst Kugelalgen (dem bisher einzigen im Aquarium) bemerkt habe. Die Kugelalgen wurden außerhalb des Aquariums mechanisch entfernt und hierzu auch ein Teil des Korallensockels abgebrochen. Bei dieser Arbeit hatten sich die Polypen dieser Korallen natürlich eingezogen, ganz kurze Zeit nach ihrem Rückstellen an den alten Platz begannen auch andere Korallenstöcke der gleichen Art, aber auch eine Seriatopora hystrix und Caulastreas furcata ihre Polypen einzuziehen. Bei den Caulastreas seltsamerweise nur die im Becken weit verteilte blaue Farbform, während die ebenfalls zahlreichen neongrünen Stöcke völlig unbeeinträchtigt blieben. Alle anderen Korallenarten, von diversen Acroporas, Montiporas, Pocilloporas, Pavonas bis hin zu Weich- und Lederkorallen blieben ohne jegliche Reaktion.

    Die Seriatoporas und Stylophoras wurden dann innerhalb weniger Stunden bis auf wenige Reste weiß, wobei weder Abgaben von Zooxanthellen noch Gewebeablösungen zu beobachten waren. Die blauen Caulastreas haben ihr Gewebe stark zurückgezogen, zeigen aber keinen Farbverlust. Die S.caliendrum zeigen nun noch Polypen, an einigen Stellen der Äste noch gefärbt, ansonsten aber größtenteils weiß. Ebenso verhält es sich mit den Styloporas, wobei ein weit weg stehendes Exemplar besonders stark betroffen ist.

    Alle Wasserwerte sind im optimalen Bereich, das Becken läuft schon jahrelange stabil, außer dem beschriebenen Hantieren gab es keinerlei Veränderungen oder Eingriffe.
    Bei mir ergibt sich nun die Vermutung, dass Korallen möglicherweise irgendwelche Signal- oder Hemmstoffe abgeben könnten, wenn es zu Verletzungen o.ä. kommt. Eine plötzliche Bakterienfreisetzung wäre vielleicht auch denkbar, aber der extrem kurze Zeitraum erscheint mir dem eher entgegen zu stehen. Seltsam finde ich, dass auch Caulastreas, hier aber nur eine Farbform, betroffen sind. Von Seriatopra hystrix wird ja gelegentlich von einem Absterben älterer Stöcke berichtet, S.caliendrum ist dagegen als sehr robust bekannt.

    Da ähnliche Beobachtungen, auch hier nach kleinerem "Gärtnern" bei einwandfreien Wasserverhältnissen und auch ohne sonstige negativen Bedingungen berichtet wurden und ansonsten andere SPS-Arten völlig unberührt bleiben, rege ich an, dieses Phänomen einmal unter diesen Gesichtspunkten zu diskutieren. Auf Eure Meinungen bin ich gespannt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    genau diesen Eindruck hatte ich beim Betrachten des Fotos auch. Ich sehe da viel zu wenig Rückzugsmöglichkeiten für die Fische, was deren scheues Verhalten verursachen könnte. Aber auch verschiedene chemische Einwirkungen - z.B. Ammoniakvergiftungen - können zu unruhigem Verhalten und Änderung der Fressgewohnheiten von Fische führen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich möchte es nur noch einmal zur Warnung für die weniger Kundigen wiederholen: Es ist heute eigentlich unumstritten, dass neben einigen Faktoren wie Temperatur, Gezeiten und Jahreszeit das Licht des Mondes die synchrone Massenabgabe von Spermien steuert. Bereits Korallen besitzen wie wir Menschen das Gen CRY2. Bei uns steuert es den tagesperiodischen Schlafrhythmus; Korallen erlaubt es die Wahrnehmung feinster Lichtveränderungen. Hierzu gibt es auch wissenschaftliche Studien (z.B Bill Leggat Science Ausgabe vom 22.10.2007). Das Massenablaichen kann, wenn man es nicht rechtzeitig bemerkt, für das Aquarium verheerende Folgen haben.
    Hierüber hatte Armin Glaser schon vor einigen Jahren aus eigener Erfahrung berichtet:
    Korallenablaichen

    Gruß

    Bernd

    Hallo Reinhard,

    mein Dive-Buddy war zwar ein sehr erfahrener Taucher (bei Tag), hatte aber wenig Ahnung von der Meeresfauna. Deshalb war er nachts auch eher unsicher. Wir sind deshalb immer relativ weit oben nahe der Riffkante geblieben. Man sieht halt wirklich nur das was direkt vom Lichtstrahl der Lampe erfasst wird. Daneben ist es schwarz, auch bei wenigen Metern Wassertiefe. Sonderlich fasziniert war ich da nicht. Mögliche Haie bei Nacht sind nicht so mein Ding.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Joe,

    ja, ich habe schon einige (wenige!) nächtliche Tauchgänge hinter mir; wenige deshalb, weil mir da vor lauter Finsternis immer die "Klammer gegangen ist". Außerhalb des Lichtstrahls der Lampe war es nämlich immer total dunkel, und wenn ich diese ausgeschaltet habe, war absolut nichts mehr zu sehen. Und dies alles in geringer Wassertiefe (weil ich da schon die Nase voll hatte).
    Ich weiß nicht woher du das Licht bekommen hast, über das du dich gewundert hast. Bei Bewölkung oder außerhalb der Vollmondzeiten ist es bei den Riffen die ich kenne normalerweise einfach dunkel!!! Woher soll denn auch das Licht kommen? Straßenlampen etc. gibt es da nicht, wenn man nicht gerade an einem Hotelstrand zum Baden geht.

    Wer nun das Mondlicht erfunden hat, weiß ich nicht, aber viele Leuchterhersteller werben seit einigen Jahren mit dieser "Errungenschaft". Vor dieser Zeit ist die Aquaristik wunderbar ohne ausgekommen. Auch Fische benötigen dies nicht, wenn man das Licht nicht schlagartig auslöscht. Normalerweise ziehen sich die Fische schnell in ihr Nachtversteck zurück; hierfür reicht das Licht, wenn es im Raum noch kurze Zeit an ist. So wurde es schon in grauer Vorzeit in der Süßwasseraquaristik gemacht. In Händlerbecken mit uneingewöhnen Fischen mag dies anders sein.

    Was das natürliche Mondlicht mit seinen unterschiedlichen Phasen anbelangt, so synchronisiert es bekanntlich die einheitlichen Ablaichzyklen der Korallen. Es hat daher sehrwohl seine biologische Bedeutung. Aber volles Mondlicht gibt es eben nicht jeden Tag und bei schlechtem Wetter schon gar nicht. Über mögliche Probleme damit wurde hier schon diskutiert. Armin Glaser hatte sogar von heftigen Problemen durch ablaichende Korallen berichtet. Dies wird sicher ein Ausnahmefall sein, aber eine allnächtliche Funzelei wird den natürlichen Gegebenheiten sicher nicht gerecht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Werner,

    blaues Licht wirkt vielleicht für den Mensch dunkel, ist in Wirklichkeit aber sehr energiereich. Hast du schon einmal einen blauen Mond gesehen? Scheint der Mond jede Nacht und bei jedem Wetter pausenlos? Möchtest du ohne Unterlass bestrahlt werden? Damit dürfte sich deine Frage schon beantworten. Das immer häufiger verwendete "Mondlicht" ist eines der vielen unsinnigen Angebote der Leuchtenhersteller, mit denen propagiert wird, was mit ihren Modellen alles "Tolles" möglich ist (Gewitter, Wolkenzug, roter Sonenuntergang usw.).
    Nötig ist dieser ganze Krampf absolut nicht, manches - insbesondere dauernde Bestrahlung mit Blaulicht - sogar schädlich! Hierzu wurde hier im Forum schon viel geschrieben.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    deine Überlegungen zu vermuteten Fehlinformationen bei den Rezeptoren scheinen mir sehr plausibel, bleibt aber noch die Frage zur konkreten Umsetzung bei den gebräuchlichsten LED-Leuchten. Die Vielzahl der Varianten hinsichtlich ihrer Bestückung, Einstellung und Intensität macht die Herausarbeitung klarer Kriterien wohl doch recht schwierig. Hinsichtlich der Royal-Blau-LED gibt es scheinbar deutliche Ansatzpunkte (obwohl es auch da offensichtlich unterschiedliche Erfahrungswerte gibt), aber allein hieran dürften Misserfolge auch kaum liegen. Hinzu kommt, dass auch bei der HQI - oder Leuchtstoffröhrenbeleuchtung alles andere als gleichartige Lichtverhältnisse bestehen. Auch da gibt es recht variable Zusammensetzungen, die Fehlsteuerungen wahrscheinlich machen, ohne dass dabei so häufige Misserfolge berichtet wurden.

    Mir scheint die überwiegend konzentrierte Anordnung der LED in den Leuchten Hauptursache des Problems zu sein. Diese Problematik besteht bei einer T5-Beleuchtung eben nicht. Inzwischen werden ja auch LED-Leuchten mit breitflächiger Verteilung der Leuchtdioden vermehrt angeboten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Tom,

    wieviel Watt und welche LED da jeweils verbaut wurden weiß ich nicht; waren ja auch ganz verschiedene Leuchten. Gemeinsam war aber die dichte Verteilung von kleinen LED (wohl jeweils 3 Watt) ganzflächig über dem gesamten Becken und insgesamt sehr hohe Wattleistung (also kein Streben nach Stromersparnis ).

    Gruß

    Bernd

    Hallo zusammen,

    um auf die Eingangsfrage des Themenstellers einzugehen, HQI befindet sich (nach meiner Meinung leider!) doch auf dem Rückzug. In Kombination mit T5 hatte ich damit viele Jahre beste Erfolge, während recht viele mir persönlich bekannte Aquarianer beim Umstieg auf LED mit erheblichen Problemen zu kämpfen hatten. Übertriebene Einsparversprechungen mancher Hersteller, fehlende flächige Ausleuchtung vor allem der ersten Lampenmodelle, falsche Spektralzusammensetzungen etc. waren da wohl die Hauptursachen. Interessanterweise waren da einige clevere Bastler mit ihren DIY-Konstruktionen offensichtlich erfolgreicher.
    Inzwischen verschwinden bewährte und auch preisgünstige HQI-Brenner vom Markt ( z.B. Aqua Light) und man ist auf weit teuere ( und nach meinen Erfahrungen keinesfalls bessere) angewiesen. Weil nun auch noch eine Lampenreparatur fällig war, bin ich schweren Herzens vollständig zu T5 übergegangen, und mit der richtigen Leuchtenkombination habe ich - auf die Beleuchtung der Gesamtfläche bezogen - sogar noch eine Verbesserung der Farbintensität bei einigen SPS (besonders bei div. Acroporas) beobachtet.

    Zweifellos haben aber auch viele Hersteller von LED-Leuchten, vor allem mit Hybrid-Modellen, inzwischen ihre Hausaufgaben gemacht, auch da habe ich in letzter Zeit hervorragende SPS-Becken gesehen. Was ich hier rein persönlich noch nachteilig empfinde, ist die meist notwendige aktive Kühlung (wir mögen nicht die geringsten Lüftergeräusche und auch keinerlei Streulicht im Wohnraum) sowie schlechte Farbmischungen bei unmittelbarer Lampenanbringung über der Wasseroberfläche in einer geschlossenen Abdeckung. Deshalb habe ich mich für eine reine T5 Bleuchtung (auf DIY-Basis) entschieden, aber viele Wege führen je nach eigenem Bedürfnis nach Rom.

    Polarisieren oder mit unnötiger Schärfe muss man da nicht diskutieren, da sehe ich es eher wie Klaus.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    dass man hohe Nährstoffwerte bei daran gewöhnten Korallen nur langsam senken darf, ist grundsätzlich richtig. Aber deine sehr schlechten Wasserverhältnisse haben den Korallen ja offensichtlich schon massiv geschadet.
    Wenn man öfters nur kleine Mengen Wasser wechselt, nimmt man ja auch immer wieder frisch eingebrachtes Wasser mit aus dem Becken. Die kritischen Werte werden damit auch nur wenig gesenkt

    Ob du auf erfahrene Aquarianer oder lieber auf Händler hören möchtest, musst du natürlich selbst wissen. Viele gute Ratschläge hast du hier ja schon bekommen, vieles wurde scheinbar vergebens geschrieben. Da wirst du dann vermutlich auch nicht mehr viele Ratschläge bekommen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ralf,

    man stellt immer wieder fest, wenn alles gut läuft, dann muss man unbedingt auf etwas Neues umsteigen. Leider lassen sich Einsteiger immer wieder ungeprüft von Werbeaussagen leiten. Seit einiger Zeit sind einige "Systeme", verbunden mit kommerzielle Laboranalysen die große Mode (oder das große Geschäft). Da werden dann wichtige, aber auch fragwürdige Parameter getestet und manchmal recht seltsame Empfehlungen gegeben. Hier wurde schon oft diskutiert, warum bei einigen Sytemen ein Verzicht auf Wasserwechsel propagiert wird. In meinen Augen ein haarsträubender Unsinn!
    Ein regelmäßiger Wasserwechsel korrigiert viele Fehlentwicklungen, seien es unerkannte Mangelsituationen oder problematische Anreicherungen. Solche auf Basis verschiedener organischer Verbindungen werden von den Tests gar nicht erkannt und von den "Systemen" auch nicht beseitigt.
    Es ist doch preiswert und kein großer Aufwand, Verbrauchselemente wie Calcium - und meist weniger notwendig Magnesium - sowie die Alkalinität manuell dem tatsächlichen, individuell verschiedenen Verbrauch entsprechend nachzudosieren. Mit Calciumchlorid-Dihydrat und Natriumhydrogencarbonat und ordentlichen Tests geht es doch ganz einfach.

    Die entscheidenen Ratschläge wurde dir schon erteilt. Ich bin da vor allem voll bei Mark´s Ausführungen. Mach einige größere Wasserwechsel bis die Werte stimmen und dann zukünftig regelmäßige. Du bist nicht der Erste und leider wohl auch nicht der Letzte, dem bei derartigen Umstiegen alles durcheinander geraten ist.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    meine wachsen seit Jahren auch wie Unkraut, Iod hatte ich jahrelang nicht zugegeben. Nach der Zugabe (im Zusammenhang mit der Dosierung von Color Elements) hat sich da auch nichts verändert, sehr wohl aber, als ich einmal die Nährstoffkonzentration gesenkt hatte. Da wurden sie auch schnell ganz hell. Im Lauf der Zeit haben sie sich aber angepasst und wurden auch wieder bräunlicher.
    Wenn PO4 und NO3 gesenkt werden, dann unbedingt ganz, ganz langsam, also über viele Wochen hin.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Corinna,

    ob es eine Asparagopsis ist, bin ich mir nicht so sicher. Anhand von Fotos ist aber auch eine Zuordnung nicht ganz einfach.

    Ich hatte vor Jahren A. falkenbergia (zuverlässig bestimmt) im Becken. Die Algenfäden waren da aber viel feiner und dichter; der Befall allerdings auch stärker ausgeprägt. Mit der Kalkwasermethode und Verzicht auf zwischenzeitliche Wasserwechsel sowie Reduzierung der Strömung hatte ich sie nach einigen Wochen total beseitigen können. Diese Alge kam auch nie mehr zurück.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich dachte bisher, dass das Thema inzwischen veraltet ist. Aus einem Bericht im Nachbarforum ging hervor, dass Mycosidol von einzelnen Händlern doch noch immer angeboten wird und siehe da, auch von Amazon! Auf die Unzulässigkeit des Vertriebs eines nicht zugelassenen und unregistrierten Tierarzneimittels hingewiesen, sieht sich Amazon als Betreiber der Verkaufsplattform als nicht verantwortlich. Diese liege beim Anbieter, einer Firma in Großbritannien.
    Hier dürfte Amazon wohl falsch liegen. Es verschafft hier einem unzulässigen Produkt den Zugang zum deutschen Markt, auch der Versandhandel mit Arzneimitteln ist an die Vorschriften des deutschen Arzneimittelgesetzes gebunden und der BGH hat mit seinen "Kinderhochstühle-Urteil II und III inzwischen eine Mitverantwortung der Betreiber von Internetmarktplätzen festgestellt.
    Ich bin mal gespannt wie es weitergeht.

    Gruß

    Bernd