Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo Hajo,

    erfolgreiche Versuche sind immer gut und dir natürlich ganz besonders gegönnt. :wink

    Hallo Hans-Werner,

    wir haben es im Aquarium doch nicht nur mit dem Sandlückensystem zu tun und im von mir beschriebenen oberen Riffbereich verhindern Strömung und Wellen ganz bestimmt eine Schichtung. Auch wenn du dich nun auf Schichtungen verbeißt, für mich bleibt dies teilweise eine Spekulation.
    Dass gerade Cyanobakterien Primäbesiedler sind, muss man wohl nicht besonders belegen, kannst du beispelsweise aber gern hier nachlesen:https://www.lernhelfer.de/schuelerlexiko…/cyanobakterien.

    Deine Handlungsansätze sind gut, treffen bei mir auch bestens zu, nur meine Cyanos haben sich leider nicht daran gehalten.

    Gruß


    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    in Teilen mag deine Theorie zutreffen, in Teilen erscheint sie mir zu spekulativ. Viele der von dir genannten Faktoren sind im Aquarium unvermeidbar und alltäglich. Klar zielführende Bekämpfungsstrategien lassen sich für mich daraus nicht unbedingt ableiten, allenfalls eben, dass man auch einmal an eine Erhöhung der Phosphatkonzentration denken sollte, wenn man mit sehr nährstoffarmen Verhältnissen fährt.

    Dass abgestorbene Korallenäste mehr oder weniger Phosphatanteile enthalten können, spricht ja in keiner Weise gegen die Beobachtung, dass sich hier Cyanobakterien als Primärbesiedler bevorzugt ansetzen, während sie auf anderem belebtem Material, etwa mit Kalkalgen bewachsenen alten Bruchstücken, kaum zu finden sind. Dies gilt auch für andere Materialien, weshalb ich bei Neueinrichtungen immer zur möglichst sparsamen Verwendung toten Dekomaterials rate.
    Dem entspricht auch meine Beobachtung in mehreren Riffgebieten, dass sich dort, wo Touristen auf Korallen herumgetrampelt haben, öfters mit Fadenalgen oder Cyanos befallene Korallenspitzen finden lassen.

    Dass in strömungsarmen Gewässern eher Schichtungen auftreten als in den heute meist stark und häufig sogar wechselnd beströmten Aquarien, liegt wohl auf der Hand. "Schichtungen" im Mikrobereich sehe ich da als arg spekulativ.Das gleiche gilt für die geschädigten Riffabschnitte.

    In meinem großen Algenrefugium treten Cyanos im Gegensatz zum damit verbundenen Riffbecken gelegentlich und in unterschiedliche Stärke auf, ohne dass bisher nachvollziehbare Veränderungen vorgenommen wurden. Das Refugium (1000 l) ist stark mit Drahtalgen zugewachsen, mein Riffbecken sehr stark mit Korallen, alles bei geringem Fischbesatz und vorsichtiger Fütterung.
    Aufgrund dieser Umstände habe ich immer sehr nährstoffarme Verhältnisse (NO3 zw. 0,41 und 1,5 mg/l, PO4 zw. 0,01 und 0,02 mg/l). Cyanos finden sich auch an frisch gereinigten Scheiben oder am Glaskörper eines nicht angeschlossenen Heizers, in stärkeren Konzentrationen in stark beströmten Bereichen. Die Theorie der Schichtungen überzeugt mich auch da absolut nicht
    .
    Mein einziger Anhaltspunkt wären allenfalls geringfügige Schwankungen in der ohnehin geringen PO4-Konzentration, etwa beim Ausdünnen der Drahtalgen. Dies werde ich zukünftig einmal genauer beobachten.

    Aber nochmals, wenn du aus deinen Überlegungen auch praktische Handlungsansätze ableiten könntest, wäre hier viele Leser sicherlich dankbar.


    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    warum sollten Aquarienscheiben etc. nicht befallen werden? In meinem Algenbecken kann man dies momentan gerade besichtigen? Nur werden diese normalerweise regelmäßig geputzt. Da bleibt dann keine Möglichkeit zur weiteren Ausbreitung.
    Auch Quarzkies, der eigentlich phosphatfrei sein sollte, kann nach meinen Erfahrungen besiedelt werden.

    Dass die Phosphatfrage widersprüchlich ist, zeigt sich ja gerade: Bodensee Cyanoproblem seit Rückgang des Phosphatgehaltes, Auftreten bestimmter Formen in nährstoffarmen Gebirgsseen, Untersuchungsergebnisse, wonach Phosphat bei verschiedenen Stämmen keine relevante Steuergröße ist einerseits - und andererseits Berichte über starke Vermehrungen in nährstoffbelasteten Gewässern.

    Ganz entscheidend aber, alle theoretischen Überlegungen, richtig oder falsch, haben mir bisher noch keinerlei praktischen Handlungsansätze zur Problemlösung gezeigt oder habe ich da Umsetzungsvorschläge überlesen?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    deine Beobachtungen mit dem bevorzugten Cyanobefall auf totem Material teile ich. Da sind die Cyanobakterien eben Primärbesiedler. Den Einsatz von Bakterienpräparaten halte ich allerdings für unnötig. Dass diese bei einer akuten Plage kaum helfen, hast du ja selbst festgestellt. Bei einer Neueinrichtung schaden sie sicher nicht, sind aber auch da in meinen Augen überflüssig, wenn man in das neue Becken ein paar lebende Steine und dann vor allem möglichst schnell einen relativ dichten Besatz einbringt.
    Bakterien aus den Präparaten werden nur überleben und sich vermehren, wenn ihre Lebensverhältnisse, vor allem das Nahrungsangebot, stimmen. Bei guten Bedingungen vermehren sie sich in kürzester Zeit von alleine. Hierfür reichen wenige Einzelexemplare, sie potenzieren sich. Die bringt man aber auch ohne teure Präparate mit Lebendgestein, Ablegern etc. ein.

    So habe ich auch selbst oder bei Freunden schon eine ganze Reihe Aquarien problemlos gestartet.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    das Thema habe ich erstellt, um aufzuzeigen, dass es nicht immer die hier herumgeisternden Phosphatdepots etc. sein müssen, welche zur Cyanobakterienplage führen. Dass es wohl keine einheitliche Ursache gibt, habe ich mit einem Link zu einer aufschlussreichen Dissertation aufgezeigt. Diese befasst sich mit den Faktoren, die je nach Art und Stamm der Cyanobakterien deren unterschiedliche Wachstumsdynamik fördern. Insofern finde ich es eher verwunderlich, dass es bei dir keine Rolle spielen soll, ob es sich um unterschiedliche Arten mit abweichenden Ansprüchen handelt. Natürlich sind Cyanobakterien sehr anpassungsfähig, trotzdem ist ihr genetisches Potential differenziert.

    Daraus schließe ich, dass es eben leider keinen einheitlichen Bekämpfungsansatz gibt, man aber durchaus auch versuchen kann, durch eine Erhöhung der Phosphatkonzentration eventuell Erfolge zu erzielen.
    Wenn du außer Theorien auch eine eindeutige erfolgversprechende Lösung hast, nur her damit. "Schichtungen" im Wasser überzeugen mich angesichts der heute üblichen Strömungsverhältnisse allerdings wenig.

    Gruß

    Bernd

    Das Problem, Hans-Werner, liegt darin, dass aufgrund der Vielfalt der Arten und Stämme mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und Ansprüchen keine monokausale Ursache für ihre verstärkte Vermehrung und deshalb auch keine eindeutige Handlungsstrategie für betroffene Aquarianer abgeleitet werden kann.
    Mal mögen es zu hohe Nährstoffkonzentrationen (PO4+NO3), mal zu wenig Phosphat, mal ein ungleiches Verhältnis zwischen Phosphat und Stickstoff und mal begünstigende Lichtverhältnisse oder sonst noch etwas sein.
    Und dann kommt noch hinzu, dass auch Aggregate aus verschiedenen Arten oder sogar mit anderen Algen und Dinoflagellaten vorliegen können.

    Aber deshalb eben wichtig für mich, mein Resümee in Beitrag 13.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    in meinem 1000 l-Algenrefugium haben sie derzeit sehr stark ausgebreitet und sitzen sogar auf Drahtalgen und Caulerpa, ausgenommen ist lediglich eine schlecht beleuchtete Ecke. Dort wuchern Drahtalgen, die nicht von Cyanos besetzt sind.
    In meinem Riffbecken, mit dem Algenrefugium im Wasserkreislauf verbunden, finden sich dagegen ab und zu lediglich zwei winzige Stellen auf einer durch Vernesselung seit langem abgestorbenen Spitze eines Korallenastes. Dort werden sie von mir regelmäßig abgepinselt, kommen aber nach einigen Tagen immer wieder. Ansonsten ist das Riffbecken stets frei von Cyanos.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Joe,

    die so häufig widersprüchlichen Beobachtungen könnten daher resultieren, dass wir immer einfach nur von Cyanobakterien ausgehen, die jeweiligen Arten aber gar nicht so genau bestimmen können. Deren Vielfalt mit ihren unterschiedlichen, ihre Massenvermehrung fördernden Eigenschaften und Ansprüchen, wird in der von mir angeführten Dissertation Wiedner recht deutlich.

    Klare, für den normalen Aquarianer umsetzbare Bekämpfungsstrategien lassen sich nicht finden. Die Ursachensuche bleibt zu Komplex, die Theorien zu vage und Analysemöglichkeiten für die Anwender meist unrealistisch.
    Trotzdem bleiben für mich als Erkenntnisse, dass bei der Ursachensuche - neben der Problematik der freien Siedlungsflächen - die Nährstoffverhältnisse im Wasser nicht einseitig in Richtung von Belastungen interpretiert werden können; auch Limitierungen sind möglich.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    Ausgangspunkt für meinen Beitrag waren ja die Berichte über die gesunkenen Nährstoffwerte im Bodensee, die einen starken Rückgang des Phytoplanktons und ein gleichzeitiges, im Bodensee bisher nicht bekanntes Auftreten von Planktothrix verursacht haben. Die Annahme, dass hierbei abgesenkte Phosphatkonzentrationen primär ursächlich sind, bestätigen auch die Nährstoffwerte des Bodensees:http://www.umwelt.sg.ch/home/Themen/wa…16_Bodensee.pdf.

    Hinsichtlich der unterschiedlichen Trends der Dominaz zwischen verschiedenen Ordnungen, Gattungen und Arten von Cyanobakterien bei Phosphor- bzw. Stickstofflimitation findet man in einer Dissertation von Claudia Wiedner (insbes. Kapitel 3.3.6.1) interessante Ausführungen:http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/w/2002/t…iss_wiedner.pdf

    Gruß

    Bernd

    Hallo Sandy,

    wir sind da nahezu einer Meinung. Ich kann da alles unterschreiben. Lediglich hinsichtlich der Strömung bin ich anderer Meinung. Erstens beseitigt auch starke Strömung keinerlei Ablagerungen, sondern verteilt sie nur um und zweitens gibt es zumindest eine wissenschaftliche Untersuchung, bei der sich ergeben hat, dass gerade starke Bewegungen wie Strömung oder Verwirbelungen den Zusammenschluss der Cyanobakterien zu Matten fördern.Aber mir ging es jetzt primär ohnehin nur um die Nährstofffrage.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    bei den Diskussionen über die Ursachen für Cyanoplagen in unseren Aquarien wurden ja zumeist überhöhte Nährstoffkonzentrationen durch vermutete Phosphatdepots im Bodengrund etc. oder Stickstoffquellen durch Gammelstellen genannt. Weiterhin tauchen auch immer wieder Theorien zu einem gestörten Verhältnisse zwischen den Nährstoffen auf, wobei hierzu bisher zwar klargestellt wurde, dass das gern angeführte "Redfield-Verhältnis" nicht einfach übertragen werden kann, andere Verhältniszahlen aber nicht eindeutig definiert wurden.

    Diese Erklärungsansätzen habe ich im Hinblick auf eigene Beobachtungen und auch diesen Theorien widersprechende Ergebnisse einzelner wissenschaftlicher Untersuchungen mehrfach bezweifelt. Es hat sich ja gezeigt, dass von neueingerichten Aquarien weit mehr berichtet wurde als von stabil laufenden alten Becken; es ist zudem regelmäßig zu beobachten, dass bei miteinader in einem Wasserkreislauf verbunden Aquarien die Plagen nur in einzelnen Becken auftreten (trotz identischer, möglicherweise gestörter Wasserverhältnisse) und eben auch aufgrund früherer Versuche vor Jahren mit Wilkens.

    Nun ist mir hierzu heute ein interessanter Zeitungsbericht aufgefallen. Demnach wurden seit kürzerer Zeit Massenvermehrungen von sogenannten "Burgunderblutalgen" im Bodensee festgestellt, die hier bisher nicht vorkamen. Bei diesen "Algen" handelt es sich in Wirklichkeit um Cyanobakterien der Ordung Oscillatoriales, die früher als Oscillatoria rubescens bezeichnet, inzwischen als Gattung Planktothrix rubescens bestimmt wurden. Zuvor war deren Auftreten nur aus einzelnen nährstoffarmen Gebirgsseen bekannt.
    Interessant für uns ist in diesem Zusammenhang, dass vom Bodensee durch Gewässerschutzmaßnahmen ein extremer Rückgang der Nährstoffverhältnisse berichtet wird, mit der Folge, dass die Fischer einen starken quantitativen Schwund des Fischbestandes beklagen und künstliche Aufdüngung des Sees fordern. Der Nährstoffmangel zeigt sich in einem dramatischen Rückgang der Planktonkonzentrationen, damit der Futterquellen für die Fische und nun im Gefolge in der Massenvermehrung der Cyanos.

    Auch wenn es sich hier im Süßwasser handelt, so müssen wir realisieren, dass die äußerst anpassungsfähigen Oscillatoriales auch zu den Hauptverursachern unserer Plagen gehören und Empfehlungen zur Nährstoffreduzierung in vielen Fällen möglicherweise genau in die verkehrte Richtung weisen!!! Dies erklärt auch, warum Cyanoplagen nach dem Minimieren oder gar vorübergehenden Aussetzen der Abschäumung nach meinen Empfehlungen bei einigen Betroffenen zum Erfolg geführt haben.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Linda,

    es könnte doch durch regelmäßige Wasserwechsel auch immer wieder nachgeliefert werden. Dass der Themensteller vollentsalztes Wasser verwendet, hat er wohl erst jetzt geschrieben. Außerdem werden die Beiträge ja nicht nur vom Fragesteller gelesen, sondern dienen oftmals auch anderen Betroffenen mit ggflls. anderen Bedingungen als Informationsquelle. Eine Messung der Silikatkonzentration ist daher in meinen Augen noch lange kein Unfug!

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    ich weiß natürlich nicht mehr genau wann dieses Thema wirklich aktuell wurde, aber Ende der 70er oder Anfang der 80er Jahre hatte ich regen Kontakt zu Peter Wilkens und da waren Dinoflagellaten noch kein Thema! In seinen beiden Büchern über Niedere Tiere, in denen er sich auch über die Problematik der Cyanobakterien auslässt (wir hatten hierzu ein paar gemeinsame Versuche gemacht), findest du kein Wort über Dinoflagellaten. In meinem Umfeld hier im badischen Raum gab es m.W. keine entsprechenden Probleme. Gleiches gilt für meine damaligen Kontakte zu Aquarienhändlern bzw. einem Großimporteur. Auch an Publikationen in damalige Fachzeitschriften erinnere ich mich nicht.
    Mag sein, dass es damals bereits regionale Unterschiede gab. Interessant wäre die Frage, ab wann entsprechende Berichte auftauchten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Joe,

    was es früher nicht so ausgeprägt gab waren vor allem die starken Strömungspumpen, LED-Beleuchtung, viele Zugabemittel - vor allem Spurenelement- und Bakterienpräparate - sowie Riffkeramik.
    Ich habe aber hierzu aber keine näheren Anhaltspunkte, dass irgendetwas davon die Vermehrung der Dinoflagellate gefördert hätte.
    Theoretisch denkbar wäre, dass mit Importen von Korallen u.a. invasivere Arten oder Stämme eingeschleppt wurden, die nun durch Ableger etc. weiterverbreitet werden. Hierzu müssten aber die zur Plage werdenden Dinoflagellaten wissenschaftlich genauestens bestimmt werden. Dies wird wohl kaum jemand leisten können, allenfalls als Nebenergebnis irgendeiner Dipl.Arbeit

    Gruß

    Bernd

    Hallo Linda,

    warum sollen hier Silikatmessungen Unfug sein? Kieselalgen werden bekanntlich durch höhere Silikatkonzentrationen verursacht und sind ihrerseits eine wichtige Nahrungsquelle für Dinoflagellaten.

    Was die Ursachen der "roten Tiden" anbelangt, ist sich die Wissenschaft ja auch noch nicht eindeutig sicher. Die Annahmen gehen von Phosphat- und Stickstoffverbindungen aus der Landwirtschaft bis hin zu chemischen Verbindungen aus Industrieabwässern, Mineralien aus Tiefenwasser oder Eisen aus Wüstenstaub. Das vermehrte, früher nicht so bekannte Auftreten auch in gemäßigten Zonen wird mit erhöhten Wassertemperaturen in Verbindung gebracht.
    Faszit: man weiß es immer noch nicht ganz genau.

    Joe´s Eindruck, dass früher Dinoflagellaten kein Thema in der Meeresaquaristik war, teile ich. Allerdings ging es immer schon um Cyanobakterien. Da auch hierzu der Kenntnisstand noch beschränkter war, könnten auch Irrtümer bei der Zuordung dieses Bild geprägt haben.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mike,

    auch ich habe mich da bisher herausgehalten, denn bei unklaren Diagnosen sind falsche Ratschläge leicht vorprogrammiert. Die richtige Zuordnung zu treffen ist natürlich oftmals schwierig, zumal derartige Beläge häufig aus ganz verschiedenen Mikroorganismen bestehen. Auch eine Identifizierung als Dinoflagellate garantiert aufgrund deren Artenvielfalt noch keine eindeutigen Bekämpfungserfolge.
    Grundsätzlich kann man wohl davon ausgehen, dass Dinoflagellaten - ähnlich wie viele andere "Plagegeister" -stets latent vorhanden sind. Nach meinen und auch anderer Leute Erfahrung hat sich gezeigt, dass oftmals besondere Zugaben - z.B. irgendwelche Präparate - hier recht kontraproduktiv sind. Insofern sehe ich deine Verwendung von Nitratlösungen recht kritisch!.
    Auffällig war bei mir immer, dass stärkeres Auftreten von Dinoflagellaten häufig im Zusammenhang mit der Vermehrung von Kieselalgen - und diese bei erhöhten Silikatkonzentrationen - verbunden war. Die Folgen waren aber immer relativ zeitversetzt eingetreten, weshalb die richtige Zuordnung der Ursachen anfangs nicht gleich auf der Hand lag.
    Gezeigt hat sich dann in meinem Becken, dass das manuelles Stören, das Absaugen oder oft allein schon das mehrfach tägliche Aufrühren befallener Bodenschichten und das Abpinseln bei gleichzeitigem Verzicht auf irgendwelche Zugaben die beste Bekämpfungsmaßnahme war. Große Beläge sollte man daher gar nicht erst aufkommen lassen!
    Dies alles braucht aber Zeit, viel Zeit! Insofern kann ich da die Ratschläge von Hans-Werner voll bestätigen. Geduld ist da wirklich am wichtigsten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Michael,

    das wenigste Lebendgestein wird direkt aus Riffen entnommen. Wenn du Taucher bist, dann weißt du, dass die meisten Riffe heute geschützt sind. Ein Abbrechen für den Export wird fast nirgends geduldet.
    Die meisten Steine werden einfach gesammelt. In vielen Gebieten kann man sie in Strannähe massenhaft finden, ebenso in Bereichen, in denen Fischer ihre Netze entleeren.
    Zu diesem Thema wurde schon vielfach geschrieben und auch von guten Händlern (z.B. Fauna Marin) über die Herkunft berichtet. Aus ökologischen Gründen braucht man darauf keinesfalls verzichten.
    Die angebotenen Ersatzsteine erfülen die Möglichkeiten der echten lebenden Steine nicht einmal ansatzweise. Tote Materialen bilden häufig Ansatzpunkte für Cyanoplagen und ähnliche Problematiken, da sie keinerlei konkurrierende Besiedlungen aufweisen.

    Hier noch (nur beispielsweise!) ein Link zu den Qualitäten:http://www.shop-meeresaquaristik.de/Lebende-Steine:_:50.html

    Gruß

    Bernd

    Hallo Geri,

    es könnte auch völlig harmlose kleine Mysis oder Salinenkrebse sein.

    Deine Zoanthus degenerieren, weil sie offensichtlich am verhungern sind. Leider ist es nach einer Hungerperiode oft schwer, sie wieder zum Öffnen zu bringen. Am besten du gibst bei ausgeschalteter Strömung mit einer Pipette tägl. etwas aufgetautes feines Frostfutter (z.B. Cyclops) direkt auf die Krusten. Nach einiger Zeit sollten sie sich wieder erholen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Thomas,

    ich halte es nicht unbedingt für sinnvoll, nun mit irgendwelchen Präparaten gegen den zu hohen Nitratgehalt vorzugehen. Die Ursache für den zu hohen Nitratgehalt ergibt sich doch schon aus deinem anderen Thread zur Fütterung der Fische. Wenn dein Fischbesatz zu hoch , die Fütterung zu stark und der Korallenbesatz für die anfallenden Nährstoffe zu gering ist, wäre es besser die Ursachen anzugehen und dann in Ruhe die Entwicklung abzuwarten. Zeitweilige Kohlenstoffzugaben beseitigen nicht die Ursache und bringen dir mehr durcheinander.
    Der Schleimfilm im TB zeigt ein starke Bakterienentwicklung an.

    Den hohen NO3-Gehalt bekommt man zunächst und ohne Nebenwirkungen einfach durch regelmäßige und notfalls verstärkte Wasserwechsel in den Griff. Mit angepasster Fütterung und verstärktem Besatz von Verbrauchern hält er sich dann auch im Rahmen. Ein ständiges Eingreifen mit irgendwelchen Mittelchen wird deinen Korallen auf Dauer nicht behagen. Stimmen die Nährstoffwerte und die richtige Beleuchtung, werden sich auch die Farben der Korallen positiv entwicklen. Aber das braucht alles seine Zeit und keine hektischen Experimente.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    Pauli schrieb aber, dass seine Phosphatkonzentration (0,1 mg/l) konstant geblieben ist, NO3 aber von 20 mg/l auf unter 1 mg/l gesenkt wurde. Da liegt es doch nahe, dass diese wohl einzige, möglicherweise aber zu schnelle, starke Umstellung ansich - weniger der jetzige niedrige NO3-Wert selbst - ursächlich ist.
    Die Frage ist eben, inwieweit Korallen, ähnlich wie bei der Gewöhnung an hohe Phosphatkonzentrationen, auch auf starke Nitratsenkungen (trotz anderer Stickstoffquellen) reagieren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Thomas,

    genau lässt sich dies nicht sagen, nach meinem Empfinden aber eher ein bisschen zu viel. Man sollte so viel Futter geben, wie in kurzer Zeit komplett weggefressen wird, also keine Reste im Becken verbleiben. Ein Indikator für zu starke Fütterung ist u.a. eine hohe Konzentration der Nährstoffe im Aquarienwasser.
    Im Allgemeinen neigen viele Aquarianer eher zur Überfütterung der Fische. Diese können dann Leberschäden durch Verfettung erleiden.
    Man sollte bedenken, dass sie auch in großen Becken bei weitem nicht den Energieverbrauch wie in freier Natur haben.
    Ein erfahrener Aquarianer sieht es seinen Fischen an, ob sie mager oder zu gut genährt sind.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    eine genau Beobachtung der Dinge ist ein Hauptelement der Meeresaquaristik. Hierzu sollte man schon bereit sein, wenn man dieses Hobby betreiben möchte!

    Es ist ja eher die Ausnahme, dass qualitativ hochwertiges Lebendgestein mit Glasrosen besetzt ist. Falls doch einmal einzelne Exemplare gefunden werden, kann man diese problemlos entfernen.
    Wie immer kommt es aber auf die Qualität an und billig bedeutet leider oftmals eben auch schlechtere Qualität. Heute gibt es ausreichend Angebote vorgehältertes Lebendgestein (z.B. bei Mrutzek oder Fauna Marin /siehe dortige Beschreibungen). Da ist das Risiko sehr gering.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    leichtgängig verschiebbar werden Konstruktionen, bei denen Alu-U-Profile mit einfachen Glasmurmeln gefüllt werden, auf denen dann die Lampe - mit einem L-Profil gegen Verkantung gesichert - geführt wird. Ein derartiges Kugellager ist absolut rostfrei, unverwüstlich und einfach selbst zu bauen. Hat sich bei mir jahrelang bestens bewährt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Peter,

    ursächlich könnte sehrwohl der verbliebene CO2-Gehalt im Auslaufwasser des Kalkreaktors sein, aber problematisch ist dein pH-Wert - wie schon geschrieben wurde - nicht. Lediglich größere Schwankungen sollten vermieden werden. Diesen kann man bei Bedarf mit einem zeitlich gegensätzlich (nachts) beleuchteten Algenrefugium entgegen wirken.
    Aber wenn alles gut steht, dan sollte man auch nichts ändern.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    sehr helle Acroporas zeigen eher einen Nährstoffmangel an. Mit deinen Phosphatwerten bist du möglicherweise im limitierten Bereich. Das ist schnell ein Ritt auf des Messers Schneide.

    Meine Montiporas zeigen auch häufiger einmal kaum ihre Polypen, wachsen aber trotzdem sehr stark. Dies allein hat nicht viel zu sagen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Pauli,

    der niedrige Kaliumwert ist kein Problem, dies zeigen zumindest Kurzzeitsstudien. Über dem Normalwert liegende Konzentrationen sind da weit gefährlicher.
    Die Gewebeaufhellungen hängen dagegen mit großer Wahrscheinlichkeit mit zu schnell abgesunkenen Nährstoffwerten (NO3) zusammen. Ich hatte vor längerer Zeit das gleiche Problem und habe mit flüssigem Korallenfutter gegengesteuert. Weißgewordenes Gewebe mit noch vorhandenen Polypen konnte ich bei Seriatopora caliendrum farblich wieder reaktivieren, bei eine Stylophora nicht. Vorsichtig wäre ich zunächst mit Aminosäuren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Basti,

    ich hatte auch immer HQI-Brenner mit 14 000 K im Einsatz, dazu aber T5 Aqua blue (5 Stck) und Blue Plus (nur 2 Stck). Deine Planung mit Coral Plus und Blue Plus wäre mir zu blaulastig. Ich würde wie bei mir gemischt oder nur mit Coral Plus beleuchten oder einen Brenner mit 10 000 K verwenden.
    Brenner mit 6 500 K (wie z.B. der alte Osram Daylight) wären mir zu gelb. Da müsstest du einiges an blauen T5 dazu packen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    und was ist, wenn dunkle Regenwolken das Mondlicht verdecken? Vielleicht bietet eine Firma demnächst noch eine Leuchte an, die mit dem Wetterbericht synchronisiert ist :yidee .
    Diese Spielereien sind doch völlig sinnloses Beiwerk, mit dem sich der eine Hersteller nur vom anderen abheben möchte. Den Korallen ist dies sch...egal.
    Viel wichtiger wären wesentlichere Dinge, vor allem auch narrensichere Einstellungen, damit nicht jeder an seinen Farben herumfummelt, nur weil wieder einmal jemand meint das Rad neu erfunden zu haben.

    Mancher Aquarianer wäre besser beraten, sein technisches Spielzeug bei elektrischen Eisenbahnen etc. zu suchen. Wie man ein Riffaquarium optimal beleuchten kann, bedarf doch heute keiner großen Experimente mehr. Aber wie ist das Motto vieler Leute? "Bei mir klappt alles bestens, da kann man doch bestimmt etwas dagegen unternehmen."

    Gruß

    Bernd

    Hallo Specki,

    auf senkrecht stehenden Glasscheiben läuft Epoxydharz tatsächlich ab.Wenn du das Becken noch seitlich legen kannst, kannst du die Scheiben damit direkt beschichten.
    Weil das bei mir nicht mehr möglich war, habe ich in meinem Becken Hart-PVC-Platten verwendet, die ich entsprechend beschichtet und nach dem Aushärten mit einigen kleinen Tupfern Silikon an den Scheiben befestigt habe. Dies hält nun schon seit dem Jahr 2000 problemlos.
    Wichtig: Nur einmal bestreichen und Sand ganz dick aufstreuen; danach keine zweite Schicht Harz aufbringen! Diese ist unnötig, führt nur zu hässlichem Glanz und schlechterer Besiedlung der Oberfläche. Nach dem Aushärten überschüssigen Sand abschütteln.

    Ich habe übrigens im Hauptbecken (anders als im Algenrefugium) kein Epoxydharz sondern grauen flüssigen Kunststoff verwendet. Dieser ist auch seewasserfest und in Baumärkten zur Bodenbeschichtung erhältlich. Allerdings muss der flüssige Kunststoff einige Tage trocken ablüften und sollte auch einmal gewässert werden (in meinem gemauerten Terrassenteich habe ich ihn nicht gewässert, passiert ist da auch nichts, aber es sind auch nur Goldfische eingesetzt worden).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    bei dem handelsüblichen festem Zeolith handelt es sich um Klinoptiolith! Armin hat hiermit und anderen Formen Versuche durchgeführt. Im Ergebnis wurde festgestellt, es werden allenfalls ganz geringe Mengen Kalium aufgenommen (Klinoptiolith) oder sogar abgegeben (Zeolithpulver und andere).


    Gruß


    Bernd

    Hallo Specki,

    auch ich erinnere mich natürlich noch an dich. Dein neuer Beitrag ist mir nur ins Auge gefallen, weil ich da deinen Namen gelesen habe. Deine konventionelle Planung finde ich okay, da dürfte es auch gut klappen. Das einzige was ich nicht machen würde, ist das Verwenden von totem Gestein zum modellieren. Das sind immer Hauptangriffspunkte für ungewollte Primärbesiedler (insbesondere Cyanos), nehmen eigentlich nur unnötig Platz weg und verleiten manchmal zu fragwürdigen (kitschigen?) Gestaltungen. Die schönsten Becken die ich kenne, wurden in letzter Zeit nur mit Lebendgestein als Basis für die Korallen dekoriert. Die Korallen mit ihrem heute unschwer zu erreichendem guten Wuchs gestalten dann das Aquarium am schönsten. Man braucht dafür zwar Zeit und Geduld, kann dafür aber alles natürlich wachsen lassen und muss nicht dauern darin herumfummeln.

    Also viel Erfolg und schön, dass du wieder dabei bist.

    Gruß

    Bernd