Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo,

    in den letzten Jahren machen immer mehr Leute um die Strömung eine wahre Wissenschaft. Da behauptet jemand wie sie verlaufen müsste und alle meinen dies übernehmen zu müssen! Da wird über Hinter- Ring- oder Wechselströmung diskutiert und empfohlen. Vom Gegenteil haben sich die Wenigsten in der realen Praxis versucht!

    Eigentlich ist für die Korallen, besonders die SPS, nur wichtig, dass um ihre Äste herum keine toten Zonen ohne jegliche Wasserbewegung entstehen. Dafür reicht eine laminare Strömung völlig aus, d.h. also eine leichte Wasserbewegung. Starke, harte Wasserstrahlen vertragen die wenigsten Korallen.
    Alle komplizierten Richtungsmodelle werden meist nach einiger Zeit durch den Korallenwuchs ohnehin überholt. Die Wuchsrichtung der Korallen wird außerdem primär vom Licht und nicht der Strömung beeinflusst.
    Viel wichtiger erscheinen mir zwei Aspekte:
    1. Sollten die Strömungspumpen so angebracht werden, dass man notfalls an sie heran kommt, ohne dass die ganze Beckeneinrichtung umgeschichtet werden muss.
    2. Kann ein Aquarium nur dekorativ wirken, wenn man keinerlei technischen Geräte sieht. Die meisten Aquarien die ich kenne, wären eigentlich ganz schön anzusehen, wenn da nicht Strömungspumpen - möglichst noch vorn im unmittelbaren Sichtbereich - den Anblick stören würden.

    Ich habe meine -relativ schwach dimensionierten !!! Strömungspumpen vollständig im Grundgerüst der niedrigen Aufbauten aus Lebendgestein versteckt und allein nach diesen Gegebenheiten platziert. Inzwischen steht das Becken fast 20 Jahren und ist von Korallen stark zugewachsen, ohne riesige Strömungspower und großartige Richtungspläne.


    Gruß

    Bernd

    Hallo Maik,

    auch wenn die Messergebnisse von JBL zu hoch sein sollten (was nicht unbedingt der Fall sein muss), so geben sie doch zumindest ein ungefähres Bild. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang auch noch den KH-Wert zu ermitteln.
    Erhöhte Calcium- und Magnesiumkonzentrationen sind ansich nicht besonders gefährlich. Sie schaden eher den Pumpen, wenn diese nicht von eventuellen Kalkrückständen gereinigt werden.

    Ich würde mir ein Salz mit niedrigem Ca-Gehalt (siehe Salzliste im Aquacalculator von Kuhn) zulegen und damit mit mehreren kleinen Wasserwechseln über einen Zeitraum von ein paar Tagen die Werte langsam senken.
    Falls die Alkalinität nicht auch zu hoch ist, kannst du Calcium aber auch durch die Zugabe von Natriumhydrogencarbonat senken (aber immer langsam!).

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    was bei der ganzen Diskussion wohl etwas wenig beachtet wurde, sind die individuellen Unterschiede im Hörvermögen in den verschiedenen Frequenzbereichen und des subjektiven Empfindens. Meine Frau stört beispielsweise das leiseste Brummen bei tiefen Tönen, während sie im Gegensatz zu mir sehr hohe Frequenzen nicht wahrnimmt.
    Eine aktiv gekühlte Leuchte käme daher schon von vornherein nicht infrage.

    Da Robert mit einer Abdeckung arbeiten möchte, was bei mir persönlich auch unverzichtbar wäre, denn das bei offen hängenden Leucten austretende kalte Streulicht empfinde ich im Wohnraum als absolut scheußlich, enstehen bei LED-Lampen u.U. Kühlungsprobleme. Seine Frage nach der Haltbarkeit von passiv gekühlten LED-Leuchten wurde hier ja noch nicht beantwortet. Grundsätzlich gilt ja, dass die Haltbarkeit je geringer wird, desto höher die Betriebstemperatur ist. Mit den überoptimistischen Versprechungen vieler Hersteller wäre ich diesbezüglich vorsichtig.
    Ich weiß nicht, wie Robert sich die Abdeckung vorstellt. Ein hoher "Abdeckkasten" über dem Aquarium, der viel Luftraum bietet, sieht eigentlich unschön aus; es sei denn, man hat eine Verkleidung bis zur Zimmerdecke. Hinzu kommt, dass eine ausreichende Lichtmischung der verschiedenfarbigen LED erst ab einer relativ großen Aufhängungshöhe erfolgt. Unzureichende Mischungen sind für mich ursächlich für viele Berichte über Misserfolge.

    Da ich dies bei den genannten unumgänglichen Anforderungen mit LED in meinem Fall nicht lösen kann, habe ich mir eine ganz flache Abdeckung mit T5-Beleuchtung gebaut, und das funktioniert bei nur einmal jährlichem Komplettröhrenwechsel und hervorragendem Korallenwuchs immer noch bestens.

    Viele Grüße und schöne Weihnachten

    Bernd

    Hallo Rotfeuer,

    Vibrionen waren ja in diesem Sommer im Zusammenhang mit der erwärmten Ostsee ein Thema. Ich weiß nicht wo du wohnst, aber kann es da bei dir irgendeinen Zusammenhang (Wasser, Handel, Futter) geben?
    Allerdings kommen sie eigentlich in allen Meeren vor. Wenn sie tatsächlich die Auslöser deiner Probleme sein sollten, dann müsste wohl auch noch eine zusätzliche Ursache für eine rasche Massenvermehrung in deinem Aquarium vorliegen.

    Gruß

    Bernd

    Ps.: Zu den Vibrionen noch ein paar Artikel:https://www.korallenriff.de/artikel/29_Der…_Vibrionen.html
    http://archiv.korallenriff.de/06_bakterien1.html

    Hallo Thomas,

    ich würde niemals Live Sand empfehlen. Es gibt viele Berichte, wonach dieser zu erheblichen Wasserbelastungen mit diversen Folgeproblemen geführt hat. Viel "Leben" wirst du damit ohnehin nicht ins Aquarium bringen. Der Sand liegt ja in Tüten unbestimmbar lange Zeit herum. Mehr als ein paar Bakterienreste sind da meiner Meinung nach nicht zu erwarten. Bakterien bekommst du auch viel einfacher mit vielen Möglichkeiten ins Becken. Eine artenreiche Mikrobiologie ensteht aber auch nicht allein durch Bakterien.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    um nochmals auf den Ausgangspunkt zurückzukommen, der Mandarinfisch ist keinesfalls verhungert. Ich habe vor langer Zeit einen völlig abgemagerten Mandarinfisch bei einem Händler, der dort schon monatelang(!!!) in einem dicht besetzten Gesellschaftsbecken dümpelte, eher aus Mitleid mitgenommen. Allerdings war ich dabei auch der Ansicht, dass er, wenn er dies so lange überlebt hat, wohl nicht von einem Giftfang stamme und robust sei.
    Nach einigen Tagen, in denen er so gut wie kein Futter annahm, ging er zögerlich an lebende rote Mückenlarven und etwas später dann auch an lebende Artemia. Dies war allerdings ein eher problematisches Unterfangen, denn die Futterkonkurrenz in meinem Becken ist sehr groß. Für ihn fiel also nicht viel ab. Nach einiger Zeit hat er dann auch gefrorene Mückenlarven und Artemia angenommen. Nun lebt er schon lange bei mir, es hat aber lange gedauert, bis überhaupt eine Zunahme zu beobachten war.

    Dick und vollgefressen muss überhaupt kein Aquarienfisch sein. Da kommt es viel eher zu Leberverfettungen! Und ohne Vorschädigungen sind Mandarinfische durchaus robust.

    Für nicht sonderlich sinnvoll und zielführend halte ich die immer wieder einmal auftauchende Diskussion um sogenannte Mindestgrößen der Haltungsbecken. Menschliche Empfindungen a la "möchtest du in solch einem kleinen Raum leben ?" kann man nicht 1 : 1 auf Fische übertragen. Viel wichtiger als Größenangaben sind beispielsweise die Strukturen der Einrichtung.
    Wer enge moralische Maßstäbe anlegen möchte (was jedem natürlich zusteht), der sollte besser ganz auf die Aquarienhaltung verzichten, denn die natürlichen Größenverhältnisse können wir in der Gefangenschaft nie abbilden. Die Aquarienhaltung dient, einmal abgesehen von Forschungsprojekten, immer unseren menschlichen Interessen, kann aber auf indirektem Weg der Natur durchaus zugute kommen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    eine Hefekur wird manchmal als Mittel gegen Cyanobakterien beschrieben. Ob dies tatsächlich wirkt, weiß ich nicht. Bei Dinoflagellaten dürfte dies aber kontraproduktiv sein, denn die Hefe (Kleinstorganismen/Eukaryoten) stellt für sie eher eine Futterquelle dar.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Thomas,

    rein optisch sieht es nach Kieselalgen oder Dinoflagellaten aus. Genaueres kann man mittels Mikroskop sehen.
    Zu hohe Silicatkonzentrationen verursachen meist starke Kieselalgenvermehrungen und diese wiederum sind gutes Futter für Dinoflagellaten.
    Wenn du wieder besseres Ausgangswasser ohne Silicat hast, werden Kieselalgen bald wieder verschwinden. Rühre den Bodengrund täglich möglichst mehrmals mit einem Stab o.ä. um. Dinoflagellaten mögen keine dauernden Störungen. Bei mir hat dies immer geholfen.

    Gruß

    Bernd

    Leider haben nur wenige ein derart großes Refugium wie Du, Bernd. (^-^)
    In den meisten Fällen wird es selbst bei Triton-Anwendern nur 10-20 Prozent des Volumens vom Hauptbeckens betragen, wenn überhaupt.

    Das funktioniert auch mit "normal"dimensionierten Algenrefugien im Technikbecken ganz gut. Algenrefugien bieten ohnehin viele Vorteile mit wenig Aufwand.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    sorry Hans-Werner, ich habe aber ausdrücklich geschrieben, dass der Verbrauch nicht nur von der Kalkbildung abhängt. Insofern kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum du mir die Kalkbildung erklärst.

    Meine "Weisheit" oder Unwissen beruht nicht nur auf den eigenen Beobachtungen, sondern auch auf Ausführungen in der Fachliteratur von namhaften Autoren; ganz besonders unseres gemeinsamen Freundes Armin Glaser. Dessen Ausführungen wirst du wohl nicht als "reines Marketing oder Beschönigung gepaart mit Unwissen oder Unfähigkeit" bewerten wollen.

    Nach meinen bescheidenen Kennnissen gibt bekanntlich weitere Einflussgrößen auf die Alkalinität, die mit der Kalkbildung nichts zu tun haben (z.B. Abbau organischer Stoffe, Nitrifikation, Denitrifikation, Assimilationen mit Ammonium oder Nitrat usw.; dabei Verringerung oder Erhöhung der Alkalinität durch Verbrauch oder Zunahme von H+).
    Diese individuellen Einflussgrößen sind ja in den einzelnen Aquarien offensichtlich ganz verschieden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    eine bewährte Methode zum Ausgleich der Tag-/Nachtschwankungen ist der Betrieb eines Algenrefugiums mit gegensätzlichen Beleuchtungszeiten.
    Wenn die Beckenbeleuchtung ausgeschaltet ist, wird dann das Refugium beleuchtet.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    nach meinen konkreten und langjährigen Erfahrungen erfolgt der Verbrauch, der ja nicht nur von der Kalkbildung abhängt, nicht im gleichen Verhältnis. Dies wird auch von Armin Glaser bestätigt.
    Auch wenn die Abweichungen bei mir nicht unbedingt gewaltig sind, so bedarf es doch regelmäßiger Nachdosierungen bzw. Anpassungen.

    Wenn man - wie auch von dir eingeräumt - dies mit den Ballingsalzen natürlich problemlos machen kann, warum soll man dann nicht gleich mit diesen preiswerten Salzen arbeiten? Wo siehst du die Vorteile der "Kombimischungen"?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Stefan,

    es gibt verschiedene Anbieter derartiger Mischprodukte zur gleichzeitigen Deckung des Calciumbedarfs und der Alkalinität. Die Produkte haben immer ein festes Mischungsverhältnis. Da aber die Verbrauchswerte meist nicht gleichmäßig sind, bin ich von diesen Mischungen nicht so überzeugt. Eine separate bedarfsgerechte Dosierung finde ich sinnvoller.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    nochmals zurück zum Polypenbild. Ich glaube nicht, dass dieses wirklich ein echtes Indiz für die aktuellen Lebensverhältnisse der Korallen darstellt. Seit vielen, vielen Jahren versuche ich, bei meinen Korallen zu beobachten, welche Faktoren wirklich ursächlich sind, bin aber nie eindeutig schlau geworden.

    Meine Wasserwerte und Lichtverhältnisse sind sehr stabil, was auf das große Wasservolumen im riesengroßen Algenrefugium und regelmäßige Teilwasserwechsel zurückgeführt werden kann. Alle Korallen wachsen sehr stark, sie müssen regelmäßig beschnitten werden, nach Fragmentierung Herangezogene sind in ganz verschiedenen Bereichen platziert.
    Trotzdem gibt es teilweise immer wieder unterschiedliche Situationen. Diverse Acroporas, Seriatoporas und Pocilloporas zeigen fast immer ein schönes Polypenbild, Stylophoras ein wechselndes und Montiporas zeigen ihre Polypen so gut wie nie, Hornkorallen ständig, ebenso Sinularias, Röhrenkorallen wechselnd, Sarcophytons sind häufig geschlossen oder zeigen nur ganz kurze Polypen.
    "Zupfer" habe ich keine im Becken bzw.noch niemals beobachtet. Änderungen des Polypenbildes bei Wasserwechseln oder Zugaben von Spurenelementen gibt es nicht. Auch bei Strömungsveränderungen oder dem Röhrenwechsel waren keine nennenswerte Reaktionen zu beobachten. Lediglich nach der Direktfütterung blähen sich diverse LPS etwas auf.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich sehe es wie Reinhard. Eine zu hohe Alkalinität bei gleichzeitig begrenzten Nährstoffen wirkt wie ein Gasgeben bei angezogener Handbremse. Es gibt Züchter, die mit hohen KH- und Nährstoffwerten arbeiten, aber dabei wirken die Farben stumpf und die Korallenäste dünn und brüchig.

    Allerdings habe ich auch festgestellt, dass manche SPS (bei mir Seriatopora caliendrum - grüne Form - und Pocillopora damicornis) auf zu starke Beleuchtung mit einem verblassen der Farben reagieren. An weniger intensiv bestrahlten Stellen passiert dies nicht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    in einem gemischten Riffbecken können die Ansprüche hinsichtlich der Nährstoffversorgung und Lichtverhältnisse schon unterschiedlich sein, dies gilt vor allem für die gemeinsame Pflege von LPS und SPS. Während letztere zur Erhaltung der guten Ausfärbung nährstoffarme, aber nie limitierte Verhältnisse benötigen, brauchen viele LPS doch etwas mehr Nährstoffe. Damit entsteht eine etwas widersprüchliche Situation.
    Ich fahre mein Becken relativ nährstoffarm (PO4 ca. 0,03 mg/l, NO3 2 - 5 mg/l), gebe aber einigen LPS direkt Frostfutter, nachts gelegentlich Cyclop Eeze und ca. alle drei Tage JBL Korall Fluid oder Red Sea Coral Nutrition.
    Dies hat sich bei mir bewährt und früher zu beobachtenden leichten Degenerationserscheinungen bei LPS bestens entgegengewirkt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    in einem gut laufenden Riffaquarium stehen Nährstoffeintrag durch Fütterung und Verbrauch durch die Korallen in einem ausgewogenen Verhältnis. Abschäumer, Phosphatadsorber, Bacto Balls etc. sind eigentlich nur Hilfsmittel, um unausgewogenen Verhältnisse zu stabilisieren.
    Eine Quelle für deine Überhöhten Werte muss es ja geben! Der Sand wäre denkbar, das kann man testen (etwas Sand in ein kleines Gefäß geben, mit Osmosewasser auffüllen und Werte messen, nach zwei Tagen erneut messen und vergleichen. Sind die Werte erheblich erhöht, dann ist der Sand belastet).

    Viel wahrscheinlicher ist aber zumeist der zu hohe Futtereintrag.

    Also erst die echte Ursache suchen, dann - wie schon geschrieben wurde - die Werte mit einer der vielen möglichen Methoden ganz. ganz langsam senken. Schnelles Absenken vertragen die meisten SPS nicht; sie benötigen viel Zeit zur Anpassung. Diese Zeit hast du, denn es sieht ja alles noch ganz gut aus.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    nach dem Foto zu urteilen, sieht doch alles ganz ordentlich aus; für einen stärkeren Korallenwuchs bzw. Besatz ist allerdings noch genügend Raum. Die Nährstoffwerte sind zwar relativ hoch, aber der Beckenbesatz scheint sich angepasst zu haben. Wenn du also kein konkretes Problem erkennst, dann würde ich mir auch keine Sorgen machen.
    Willst du allerdings NO3 und PO4 senken, dann wäre der Nährstoffeintrag (Futter) zu senken, also dem Verbrauch durch die Korallen anzupassen; alternativ den Austrag zu verstärken (regelmäßige Teilwasserwechsel).

    Gruß

    Bernd

    Ich setze Aktivkohle nur gelegentlich ein, etwa alle zwei Monate einmal eine Woche. Aber da streiten sich die Geister. Manche Leute verwenden sie auch im Dauerbetrieb. Man sollte dabei aber bedenken, dass sie dann auch wichtige Spurenelemente entfernen kann.

    Hallo Daniel,

    um den zu hohen Ca-Wert zu reduzieren, kannst du weiterhin Natriumhydrogencarbonat zugeben. Das Calcium fällt dann als Calciumcarbonat (Kalk) aus.
    Phosphatadsorber würde ich derzeit keinesfalls verwenden. Der Wert ist okay; zu tiefe Konzentrationen führen schnell zur Limitierung. Werte bis 0,1mg/l sind in Ordung.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich bin auch absolut zufrieden mit dem Hanna HI 736. Man muss dann nur noch das Ergebnis mit 3,1 multiplizieren und das Zwischenergebnis durch 1000 dividieren. Dann hat man den genauen Phosphatwert.

    Die Alkalinität messe ich auch mit Tröpfchentests. Auf das Zehntel Genauigkeit kommt es da nun wirklich nicht an. Man kann ja einen neuen Test mit einer Referenzlösung testen. Dann weiß man, wo man liegt. Wichtiger ist, das die Alkalinität nicht zu sehr schwankt und das kann man mit jedem Test kontrollieren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Helga,

    meinst du Stammlösung oder reines Calciumchlorid-Dihydrat? 3,67 g von letzterem erhöhen in 100 l Aquarienwasser Ca um 10 mg/l.
    Verwendest du eine Stammlösung nach Balling (800 g Calciumchlorid-Dihydrat in 1Liter dest. Wasser) musst du 4,59 ml pro 100 l zugeben, um 10 mg/l zu erhöhen.
    Da du auf ca. 420 mg/l Ca kommen solltest, wären es bei deinen 380 mg/l also 4 x die genannte Dosis.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    da steht nicht old school gegen "moderne Riffaquaristik, sondern praktische Erfahrung gegen manche durchschaubaren Verkaufsstrategien. Es werden nämlich vermehrt vielen eher unerfahrenen Leuten jede Menge angeblich "unbedingt nötigen" Produkte, Geräte oder Systeme aufgeschwätzt, die man mit etwas Sachkunde weit einfacher und billiger haben oder auf die man ganz verzichten kann. Man sollte - sofern auch etwas Durchblick vorhanden ist - gelegentlich manch angebliche "Neuerung" einmal hinterfragen, vor allem auch wie daran verdient wird.

    Gruß

    Bernd

    ich dachte, da sollte die ICP-OES helfen, zumindest um gravierende, toxische Überdosierungen zu erkennen. Mir sind noch keine bekannt geworden.

    Hallo Hans-Werner,

    wenn sie denn zeitnah gemacht würden! Ich beobachte in den Foren regelmäßig, dass Leute über Probleme im Aquarium klagen, von "optimalen" Wasserbedingungen berichten und hierzu uralte Analyseergebnisse posten. Was sie sich alles haben "empfehlen" lassen und ins Becken gekippt haben, wissen sie oft nicht. Wer forscht da wirklich nach den realen Zusammenhängen?
    Bedenke, dass heute nicht mehr alle Leute sorgsam handeln, sondern sich unzählige "Eintagsfliegen" in der Meeresaquaristik tummeln. Das sind vorzugsweise auch die Leute, die vor allem aus Bequemlichkeit solche "Fertigprodukte" kaufen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    die Kernaussage von Hajo stand am Anfang seines Beitrages (Nr.30) und der dürfte man wohl kaum Widersprechen.
    Es ist doch in vielen Fällen die übliche Praxis, irgendwelche Spurenelementmischungen, deren Zusammensetzung zumindest im quantitativen Verhältnis dem Anwender meist verborgen bleibt, nach allenfalls pauschalen Mengenangaben der Hersteller ins Becken zu kippen, oftmals sogar noch als Kombiprodukt mit Makroelementen.
    Im günstigsten Fall leisten sich die Anwender dann von Fall zu Fall eine Analyse, die aber nur den Augenblickszustand der Wasserwerte - ohne Organik - wiedergeben kann.

    Niemand stellt wohl die teilweise essentielle Bedeutung diverser Spurenelemente in Abrede, aber hier geht es vornehmlich um die pauschalen Dosierungen und daneben um die Frage, ob Zusatzgaben überhaupt notwendig sind.
    Da sind wir uns doch sicher einig, dass wir in der Praxis hinsichtlich der richtigen Dosierungen immer noch in sehr unsicheren Bereichen agieren. Der Produktanbieter kann die individuellen Bestandskonzentrationen genauso wenig wie den jeweiligen Verbrauch beurteilen. Also werden wohl mehr oder weniger pauschale Mittelwerte zugrunde gelegt. Gleichmäßige Konzentrationen im natürlichen Lebensraum haben wir auch nicht als feste Bezugsgröße, hinsichtlich des Verbrauchs fehlen uns in weiten Bereichen ausreichende Größenangaben. Oft wissen wir nicht einmal genau, was bei den physiologischen Prozessen tatsächlich aufgenommen oder aber nur - z.B. in Skeletten - eingelagert wird. Auch hinsichtlich des Austrages durch Wasserwechsel oder Filterung, Abschäumung oder die Bindung an Gestein oder Bodengrund gibt es keine einheitlich definierbaren Größen.
    Die Liste der Unsicherheiten liese sich noch lang fortsetzen.

    Dem gegenüber stehen bei den extrem niedrigen Mengenverhältnissen, um die es hier geht, die oftmals engen Bereiche zwischen biologischer Notwendigkeit und toxischen Wirkungen. Wer von uns kann auch nur ansatzweise beurteilen, wieviel tatsächliche Misserfolge in der realen Praxis auf Probleme mit Spurenelementen zurückzuführen sind? Meist raten und spekulieren wir bei der Fehlersuche doch nur anhand der Vielzahl der komplexen Möglichkeiten.

    Wir führen unseren Aquarien auch ohne explizite Zugaben Spurenlemente in ebenfalls kaum quantifizierbaren Mengen zu, beispielsweise mit dem Futter, den Meersalzmischungen oder sogar den Ballingsalzen - selbst bei hohen Reinheitsgraden.

    Die auf Deinen Ansatz i.Z.m. dem Balling System beruhenden Dosierungen haben sich in jahrelanger Praxis wohl bewährt, sofern sie denn auch eingehalten werden. Aber selbst da bleiben Fragen offen, weil man wohl zwischen opportunistischen und biologisch relevanten Einlagerungen in den Korallenskeletten kaum unterscheiden kann und die Hauptaufnahme der Spurenelemente ohnehin in den Zooxanthellen erfolgt.

    Zurück zum Kernthema des Diskussionsthemas, sehe ich eben die Verabreichung von Spurenlementen vor allem zusammen mit Makroelementen in den immer mehr angebotenen Kombiprodukten aus den o.a. Gründen äußerst kritisch.
    Ich selbst habe in meiner nun jahrzehntelangen Praxis alle möglichen Angebote versucht, komme aber seit vielen Jahren eigentlich ganz ohne diese aus. Wesentliche Unterschiede konnte ich bei meinen Korallen in diesem Zusammenhang nie feststellen. Zufall oder nicht? Wer weiß es?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    ein konkreter Beispiel ist mir nicht bekannt, lediglich ein Verdachtsfall mit unklaren Verhältnissen bei den Spurenelementen. Glaser hat, wie geschrieben, auf diese Möglichkeit hIngewiesen.
    Im Beckenn eines Bekannten, welches sehr früh mit Spurenelementen versorgt (überversorgt?) wurde, deutet einiges auf eine schleichende Vergiftung hin. Eine Quelle für mögliche Toxine konnte angeblich nicht ermittelt werden. Man wird in diesem Fall aber wohl im spekulativen Bereich verbleiben müssen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans Werner,

    es ist richtig, dass Huminstoffe große Mengen Kupfer binden und damit zunächst Vergiftungserscheinungen verhindern können. Bei einem Ozoneinsatz, heute ja vielfach praktiziert, wird aber der Huminstoff in kleinere Bestandteile zerlegt, wobei es zur teilweisen Freisetzung der an die Huminstoffe gebundenen Spurenelemente kommt. Deren freie Konzentrationen steigen dadurch kurzzeitig stark an, was bei Kupferzugaben zu kritischen Konzentrationen kommen kann (Quelle Armin Glaser, Ratgeber Meerwasserchemie, S. 144).
    Da wir hier über kombinierte Versorgungssysteme unter pauschaler Beimischung von Spurenelementen diskutieren, sollte meiner Meinung nach auf diesen Aspekt schon hingewiesen werden. Ob das OTS darauf zurückzuführen ist, kann dabei letztlich offen bleiben. Da gibt es ja keine völlig gesicherten Erkenntnisse. Es gibt aber Diskussionen zu den Kombipräparaten und möglicherweise damit verbundenen Problemen.

    Gruß

    Bernd