Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Ich habe so ziemlich alle Vorschläge aus dem Forum umgesetzt, sauge im Wochentakt ab -

    Kein Wunder, im Wochentakt bringt gar nichts. Man sollte - möglichst mehrmals, mindestens aber einmal pro Tag!!! - die Beläge vom Untergrund ablösen (abpinseln). Damit verhindert man die Etablierung. Die gelösten Beläge kann man absaugen oder mit einem Netz abfischen. Dies ist aber nur notwendig, um bei deren möglichen Zerfall die Wasserbelastung zu minimieren, aber keine echte Bekämpfungsmaßnahme für sich allein. Man wird die Cyanos durch Absaugen nie völlig entfernen können, denn sie haben die Möglichkeit, sich durch rasche Zellteilung schnell wieder nachzubilden.
    Durch das Abpinseln verhindert man aber ihre dauerhafte Festsetzung, also die Freisetzung des Untergrundes. Man gibt damit anderen Mikroorganismen eine Chance.
    Aber dies muss eben, wenn auch anstrengend, so oft wie möglich erfolgen. Dann klappt es auch.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    aufgrund der Möglichkeiten der Pigmentkonzentration können Cyanobakterien auch noch Schwachlicht nutzen. Lt. einer Untersuchung - nach meiner Erinnerung Dissertation Claudia Wiedner - sollen sie unter diesen Bedingungen sogar noch besser gewachsen sein. Dafür spricht auch die Beobachtung, dass Cyanos häufig bei alten Leuchtstoffröhren vorkommen. Offensichtlich verschafft ihnen diese Möglichkeit einen Konkurrenzvorteil.
    Man müsste daher einen kompletten Lichtentzug über längere Zeit realisieren. Dies würden aber die sonstigen Beckeninsassen - vor allem Korallen - weit weniger vertragen. Vermutlich würden die Cyanos die einzigen Überlebenden sein!

    Unter Stören verstehe ich, die dauerhafte Ansiedlung an einem bestimmten Platz zu verhindern, da sie dort durch Abgabe von hemmenden Toxinen anderweitige Ansiedlungen verhindern können.

    Gruß

    Bernd

    Es gibt eine ganze Reihe von Untersuchungen und Dissertationen zum Wachstum der Cyanobakterien. Ergebnis: Unterschiedliche Arten haben unterschiedliche Ansprüche, sie sind sehr variabel, besitzen eine sehr hohe Anpassungsfähigkeit! Meist treten sie als stark gemischte Aggregate auf. Die Nährstoffverhältnisse spielen kaum eine Rolle.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Daniel,

    es geht hier doch nicht darum, den Fortschritt zu verdammen oder Leuten Lampen mit Dimmphasen zu vermiesen! Es geht darum, klar zu machen, dass vieles eben nicht unbedingt nötig ist, um ein Meerwasseraquarium vernünftig zu betreiben.
    Du weißt dies, aber viele Leute, die hier mitlesen, eben noch nicht, weil sie neu in die Materie einsteigen. Vieles "Geprotze",was man da so alles hat und kann und hier darstellt, wird dann leicht als ein Muss angesehen.
    Wer genügend finanziellen Spielraum hat, für den sind die Kosten egal. Natürlich mag er sich da die neueste Technik leisten, wenn er Freude daran hat. Aber es gibt auch genügend Einsteiger, die wirklich ein Herz für dieses Hobby haben, aber eben auch rechnen müssen. Und denen sollte man zeigen was wirklich wichtig ist, dass es eben ohne Krimkram genauso gut geht. In der Diskussion hier geht es ja nicht nur um so ein doofes Mondlicht!

    Ich habe alles andere als begrenzte Spielräume, aber trotzdem versuche ich immer alles in vernünftigen Größenordnungen zu halten und damit auch Alternativen aufzuzeigen.

    Und noch eine Anmerkung: Dass man heute im breiteren Umfang schöne SPS_Becken findet, liegt ganz bestimmt nicht am überbordenden "Spielzeugangebot"!!! Da hinkt dein Argument gewaltig. Dies liegt am ernsthaften Beschäftigen mit der Materie, dem Sammeln von Erfahrungen und deren Weitergabe (gerade in den Foren). Hier liegt der wahre Schlüssel zu Erfolg.
    Den schönen, erfolgreichen Aquarien stehen heute aber auch unverhältnismäßig viele Eintagsfliegen gegenüber, die mit viel Geld und aufwändigstem Equipment, aber ohne Bereitschaft zum Erwerb echter Sachkunde, Tiere regelrecht "verbrauchen", um sich dann nach Misserfolgen bald wieder anderen Betätigungsfeldern zu widmen!

    Gruß

    Bernd

    . Wenn da etwas hilft, dann ist es hochdimmen am Morgen. Ich konnte beobachten, dass Fische von plötzlich einschaltender T5 erschreckt wurden, "Mondlicht" hilft da m. E. definitiv nicht.

    Hallo,

    ich glaube sogar, dass bei den meisten Aquarien selbst morgens kein Problem entsteht, zumindest dann nicht, wenn das Aquarium nicht in einem völlig abgedunkelten Raum steht. Ganz früh am Morgen wird wohl niemand die Beleuchtung einschalten. Das eindringende morgendliche Tageslicht weckt die Fische allmählich auf. Das Einschalten der Beleuchtung erschreckt sie dann normalerweise nicht mehr.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Daniel,

    ich habe schon einige - manchmal auch fast gruselige - nächtliche Tauchgänge hinter mir. Die Intensität der Dunkelheit hängt vom Wetter und Mondstatus ab. Totale Dunkelheit war dabei nicht selten, und nur der Lampenstrahl hat ein enges Sichtfeld geschaffen.

    Nach meiner Erinnerung sind bei mir - auch im früher völlig offenen Becken - noch nie Fische herausgesprungen (wohl infolge vieler Versteckmöglichkeiten im Aquarium und - bei Neukauf von Fischen - kurzzeitig an bleibender Raumbeleuchtung). Deine Kaltlichtkathode mag nicht schlecht sein, aber Dimmphasen in Leuchten sind wohl etwas aufwändiger.
    Letztlich wird jeder selbst für sich entscheiden; den Einsteigern sei aber empfohlen, genau zu hinterfragen, was man wirklich sinnvoll benötigt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Daniel,

    nun, dass langsame Hoch- und Runterfahren schadet nicht, ist aber auch bei Fischen selten nötig. Allenfalls bei Neubesatz mag dies Sinn machen, damit sich die Fische vor dem Abschalten der Beleuchtung verstecken können. Aber dafür reicht es, wenn man das Zimmerlicht noch eine Minute brennen lässt. Nach recht kurzer Zeit haben sich die Fische normalerweise eingelebt und suchen von sich aus ihr Schlafversteck rechtzeitig auf.
    Dafür eine teure Regulierung einbauen, steht für mich von der Kostenseite in keinem Verhältnis. Offensichtlich befriedigen heute viele technische Möglichkeiten eher den Spieltrieb mancher Leute; der Ersatz für die frühere elektrische Eisenbahn.
    Wer zu viel Geld hat, mag es machen. Leider werden für Krimskram häufig grenzenlose Summen ausgegeben, bei den Insassen der Becken aber geknausert. Der Anfangsbesatz an Korallen beschränkt sich dann auf ein paar winzige Fragmente ( mit den dann üblichen Anfangsproblemen) und für Nachzuchten bei Fischen möchte man auch beim Kauf die höheren Kosten sparen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    genau der "Käse" , wie Joe geschrieben hat, macht vor allem Neueinsteiger verrückt. Da werden von den Herstellern "tollste" Einstellungsmöglichkeiten angepriesen, deren Vorteile vor allem im Marketing, viel weniger aber in der Korallenhaltung liegen! In den Foren werden diese "Vorzüge" von Technikfreaks dann groß angepriesen und diskutiert. Einsteiger halten dies dann für unumgänglich, spielen an Farben und Zeiten und scheitern!
    10 - 12 Stunden Dauerbeleuchtung ohne Vor- und Nachspiel (dies sollte man dem Liebesleben überlassen) sind in einem gemischten Riffbecken optimal ausreichend. Den Zeitpunkt kann man an die persönlichen Nutzungswünsche anpassen. Dämmungsphasen, Mondlicht, Wolken, Gewitter und ähnliche Spielereien nützen den Korallen überhaupt nichts, manches - beispielsweise zu energiereiches Mondlicht - kann sogar schaden. Das gleiche gilt für Farbeinstellungen. Amiblue ist zwar große Mode wo Trump regiert, zum unbedingten Vorbild muss man sich da aber rein gar nichts nehmen.

    Gruß

    Bernd

    Das halte mich mal für eine sehr mutige Aussage. Soweit ich mich erinnere besitzen Cyanos einen anderen Energiespeicher (anderen Zucker) als andere Algen und höhere Pflanzen.

    Nur sind Cyanobakterien eben keine Algen, sondern - wie der Name schon sagt - Bakterien! Ihre Anpassungsfähigkeit bei der Konzentration der Pigmentierung erlaubt es ihnen, sehr variabel auf veränderte Lichtbedingungen zu reagieren und damit noch geringe Restlichtmengen zu nutzen, bei denen Algen keine ausreichende Photosynthese mehr machen könnten.
    Dazu gibt es Untersuchungen der Uni Bremen.

    Hallo,

    genau das ständige Stören hat in schon so vielen Fällen geholfen. Man muss da aber eben auch die nötige Geduld und Ausdauer mitbringen.
    Was ist der Sinn der Maßnahme? Primärbesiedler setzen sich bevorzugt an freien, noch nicht besetzten Flächen fest, oftmals auch dort, wo ihnen noch nicht viel Abwehr entgegengesetzt wird. Diese "Plätze" verteidigen sie dann mit biochemischen "Waffen"; je länger, desto wirksamer. Das Entfernen durch Absaugen, Abpinseln usw. verschafft konkurrierenden Organismen bessere Möglichkeiten, hier den Platz einzunehmen.
    Chemische Bekämpfungsmittel, selbst wenn sie den Bestand momentan vollständig vernichten würden, wirken nicht selektiv auf Cyanobakterien beschränkt. Sie beseitigen auch die meisten ihrer Konkurrenzorganismen. Die allgegenwärtigen Cyanos sind dann in der Regel zuerst wieder da, und die Plage nimmt meist verstärkt erneut ihren Lauf.

    Aber ich weiß, man kann anraten was man will, oft wird dann in der vermeintlichen Not doch wieder auf irgendwelche Mittelchen zurückgegriffen. Nur, kennt ihr eines, das - über angebliche Einzelmeinungen hinaus - wirklich immer zuverlässig und auf Dauer geholfen hat??? Ich nicht (einmal abgesehen von nicht akzeptablen Antibiotikas)! Und ich habe mich mit der Materie nun schon fast Jahrzehnte beschäftigt und verfolge das Thema ständig.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    wenn ich richtig gelesen habe, sind ja nur noch Horn-und Weichkorallen vorhanden, Da kann die PO4-Konzentration schon schneller gesenkt werden.
    Bei einer langsamen "Optimierung" und bestehendem Fischbesatz wird es mit SPS nach meinen Erfahrungen so gut wie nie etwas.
    Ich würde bis auf die offensichtlich fest angebrachte Rückwand auch alles entfernen und die Fische und Weich-/Hornkorallen zwischenhältern, völlig frisches Wasser einfüllen und ein paar Tage beobachten, ob PO4 wieder ansteigt (dann ggflls. Phosphatadsorber verwenden).
    Wenn dann die Werte stabil bleiben, etwas Lebendgestein und die Korallen einbringen. Lässt sich dann ein Nährstoffverbrauch feststellen, können auch wieder vorhandene Fische im angemessenen Verhältnis ins Becken. Nährstoffeintrag (durch Fische) und Nährstoffverbrauch (Korallen) sollten sich die Waage halten. Erst wenn dies alles im Lot ist, können - zunächst robuste - SPS hinzukommen.

    Grundsätzlich gilt, dass ein optimaler Aufbau eines gemischten Riffbeckens mit SPS und LPS zuerst mit möglichst vielen Korallen und erst danach mit angepasstem Fischbesatz erfolgten sollte. Umgekehrt funktioniert die meist nie. Dies gilt eben auch für eine Sanierung vernachlässigter Aquarien, da die Herstellung für SPS akzeptable Bedingungen durch Senkung überhöhter Werte bei ständig weiter hinzukommenden Belastungen meist nicht richtig funktioniert; schon gar nicht in einem überschaubaren Zeitraum.

    Das Hauptproblem in den meisten ähnliche Fällen ist immer die längerfristige Unterbringung der Fische. Man sollte sich also überlegen, was wichtiger ist. U.U. macht dann eine vorläufige Trennung von vorhandenen Fischen mehr Sinn, als dauernde Verluste neuer Korallen etc..

    Gruß

    Bernd

    Hallo Stefan,

    hast du den Riffast zur gleichen Zeit eingeklebt wie den Rest des Aufbaus? Wie Joe richtig geschrieben hat, wird jede unbesiedelte Fläche zunächst von Primärbesiedlern besetzt. Dabei könnten schon Unterschiede je nach der augenblicklichen Wassersituation auftreten (Fadenalgen beispielsweise auch gern bei sehr frischem Wasser oder exponierter Strömung).
    Mit jeglichem Totgestein hat man eben im Gegensatz zum Lebendgestein oft die Probleme mit Primärbesiedlern.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Fabian,

    dies gilt für alle Korallen! Wasserbewegung um die Korallen herum und zwischen ihren Ästen ist nötig, aber da reicht - und wird überwiegend sogar bevorzugt - eine weiche, laminare Strömung, also eine ständiger leichter Wasseraustausch. Dieser soll für eine ständige Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen und Abtrag von Abfallstoffen sorgen.
    Mit dem Aufkommen der speziellen Strömungspumpen hat sich das Thema immer mehr verselbstständigt. Da wurden dann jede Menge Theorien zu den Strömungsrichtungen und der erforderlichen Umwälzungsstärke entwicklelt, bis hin zu Systemen mit Richtungswechsel oder zeitlichen Intervallen. Vieles davon ist allerdings reine Spielerei. Schaukelnde Korallen mögen nett aussehen, notwendig für sie ist es aber nicht!
    Beworben werden diese Systeme von der Herstellerindustrie. Viele Thesen dazu beruhen weniger auf echten Erfahrungen, vieles wird ohne echte Vergleichsmöglichkeiten einfach von einander abgeschrieben. So kommen dann irgendwelche Formeln zu Stande, was angeblich notwendig sei.
    Tatsache ist aber, dass alle schönen Strömungsbilder vor allem durch den Wuchs der Korallen recht schnell gestört werden.

    Ein reines Wunschdenken ist die immer wieder zu hörende Aussage, die Strömung solle einen Austrag von Detritus durch Zuführung zum Beckenabfluss und somit dessen Absinken verhindern. Wer ein bisschen Ahnung vom Wasserbau und Strömungen hat, weiß wie komplex sich dies gestaltet. Es wird immer Zonen geben, in denen Partikel absinken und Anlagerungen entstehen. Dies ist auch völlig unproblematisch, denn diese werden bei einer guten Beckenbiologie zu inaktiven, unschädlichen anorganischen Reststoffen verarbeitet.

    Mein Aquarium ist im Lauf der fast 20 Jahre des Bestandes von Korallen regelrecht zugewuchert. Da funktioniert keinerlei gerichteten Strömung mehr. Ein paar kleine, nur nach optischen Gesichtspunkten (unsichtbar versteckt) untergebrachte Strömungspumpen sorgen für etwas Wasserbewegung und alles wächst und gedeiht im Übermaß.

    Gruß Bernd

    Hier noch ein Ausschnitt aus meinem Becken, um eine Vorstellung zu vermitteln:

    Hallo Daniel,

    mach dir um die Montipora digitata keine überflüssigen Gedanken. Diese wächst eigentlich selbst noch unter nicht ganz optimalen Bedingungen wie Unkraut. Ihr Wachstum ist auch bei nicht gezeigten Polypen sehr gut.
    Bezüglich der Strömung wird generell viel zu viel Theater gemacht. Ein harter Strahl wird meist nicht gut vertragen. Dem kann man entgegen wirken, indem man die Pumpe beispielsweise schräg gegen die Rückwand richtet. Von dort aus wird dann die Strömung laminar reflektiert. Den Korallen reicht es vollkommen aus, wenn eine leichte Strömung verhindert, dass stehende Wasserzonen um sie herum entstehen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    dies habe ich auch schon häufig gemacht. Gelegentlich kam es dabei vor, dass mein Palettendoktor anschließend einige weiße Pünktchen bekam (genaue Diagnose nicht bekannt). Ich vermute, dass dabei aus dem Bodengrund etwas aufgewirbelt wurde. Die Pünktchen verschwanden aber nach einiger Zeit ohne Behandlung wieder.
    Also möglichst vorsichtig vorgehen und nicht zu stark alles aufwirbeln.

    Gruß

    Bernd

    Der prinzipielle Sitz der Photosynthese ist die Zooxanthelle, und die einzelne Zooxanthelle passt sich dem Lichtklima an, nicht die Koralle. Der Zooxanthelle ist es völlig egal, was andere Zooxanthellen im Nachbarast tun. Lichtbedingtes Ausbleichen betrifft deswegen in der Regel die einzelne Zooxanthelle. Wird ein bestimmter Bereich der Koralle von zu viel oder unpassendem Licht getroffen, bleichen hier die Zooxanthellen aus, während sie womöglich an schattigen Stellen verhungern.

    Hallo,

    dies ist mir schon klar. Die Berichte über negative Erfahrungen mit LED-Beleuchtung sind jedoch meist unspezifisch, also nicht auf ein Ausbleichen oder Verkümmern der Korallen konkret bezogen. Ich habe hierzu keine eigenen Erfahrungen, da ich keine freihängenden Leuchten im Wohnraum mag und mit T5-Beleuchtung bestens klar komme, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass möglicherweise stellenweises Auftreten negativer Effekte bei den Korallenstöcken insgesamt als Problem wahrgenommen werden. Wenn einzelne Bereiche gut wachsen und andere kümmern, weil da gerade die Photosynthese nicht funktioniert, ist dies ja kein befriedigender Umstand.
    Pauschale Aussagen und Bewertungen sind schwer möglich. Ob es letztlich nun unzureichende Lichtmischungen, Abschattungen durch punktuelle Strahlung oder andere Störungen infolge Spielereien mit falschen Einstellungen der Spektralbereiche sind, irgendwo muss es Ursachen für die relativ häufigen Misserfolge bei der Pflege von SPS geben. Dies manifestiert sich für mich auch in der Zunahme von Hybridbeleuchtungen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    dass die Farbigkeit der SPS stark von der Lichtintensität abhängt, lässt sich an ihren natürlichen Standorten beim Tauchen oder sogar schon beim Schnorcheln ganz klar beobachten. In Polynesien gibt es beispielsweise sogenannte Overwater-Bungalows mitten in Korallenriffen. An einigen Stellen schatten diese einen kleinen Riffbereich zeitweise ab. Genau da waren diverse SPS um einige Nuancen weniger stark gefärbt als die gleichen Arten im ganztags voll bestrahlen Bereich wenige Meter daneben. Unterschiedliche Konzentrationen von Spurenelementen etc. kann man da wohl ausschließen. D.h. allerdings nicht, dass man sich im Aquarium allein auf das Licht konzentrieren sollte. Gute Nährstoffangebote und ausreichend Spurenelementversorgung sind natürlich auch wichtig.

    Wenn man allerdings die Lichtstärke in den Tropen zwischen 10 und 14 Uhr bedenkt, kann für Korallenarten, die aus den oberen Zonen stammen, vom Grundsatz her wohl kaum eine der üblichen Aquarienleuchten zu stark sein. Das Problem dürfte eher an der Eingewöhnung liegen, da man nie genau weiß, in wie weit sich die neu ins Aquarium kommenden Korallen bisher an andere Lichtbedingungen angepasst haben.

    Bei den konzentrierten LED-Clustern sehe ich - neben Spielereien mit den Einstellungsmöglichkeiten -auch den Hauptgrund für die häufigen Berichte über Probleme mit SPS, vor allem auch dann, wenn Strahlungen unterschiedlicher Spektralbereich sich nicht ausreichend überdecken. Ein Korallenast mit mehr blauem Licht und der daneben mehr weiß bestrahlt, dürfte vermutlich nicht so ganz optimal für den Wuchs sein.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ein besonderer Vorteil der T5-Röhren ist für mich noch der Umstand, dass man diese sehr nahe der Wasseroberfläche installieren kann, also auch in einer geschlossenen Abdeckung. Dies ist mir sehr wichtig, da ich das Streulicht von über dem Aquarium hängenden Leuchten im Wohnraum abscheulich finde. LED kann man dagegen wegen der unzureichenden Lichtmischung nur mit einem größeren Abstand platzieren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Martin,

    ich beleuchte mein Riffbecken seit Jahren auch mit ATI T5 Aquablue Special, Blue Plus und Coral (sowie einer Purple plus, ist aber bei wenigen Röhren nicht nötig). ATI-T5 sind hervorragend auf die Bedürfnisse der Korallen abgestimmt.
    Meine Korallen, vor allem SPS und LPS wachsen super und sind bestens gefärbt. LED rechnen sich in meinen Augen überhaupt nicht (hoher Anschaffungspreis, viel weniger Stromersparnis als in der Werbung angepriesen, halten auch nicht ewig und häufig wird von Problemen mit SPS berichtet.) Die Röhren wechsle ich nach 9 - 12 Monaten komplett. Wenn es Zeit wird, sehe ich immer an der Färbung der Korallen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Klaus,

    einen Fischbesatz allein nach der Literzahl des Aquariums zu berechnen, ist nicht sinnvoll. Es gibt artbezogen ganz große Unterschiede am Raumbedarf, die Beckeneinrichtung spielt eine Rolle, die zu erwartende Wasserbelastung im Bezug auf einen möglichen Korallenbesatz, ebenso der Besatz mit sonstigem Getier usw.. Faustformeln machen daher wenig Sinn.
    Händlerempfehlungen oder Wünsche von Neueinsteigern gehen zumeist über den tatsächlich empfehlenswerten Besatz hinaus.
    Wenn du keine eigenen Erfahrungen hast und niemand um Rat fragen kannst, der dein individuelles Aquarium kennt, dann solltest du zunächst nur einen ganz minimalen Besatz planen. Orientiere dich an den Größenangaben im Meerwasserlexikon und den dort beschriebenen Bedürfnissen.


    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    wie ich ja schon geschrieben habe, kann man nach beiden Alternativen verfahren. Der Einsatz von Lebendgestein hatte vor Jahren die Meeresaquaristik stark nach vorn gebracht und insbesondere erst die Pflege von Steinkorallen richtig ermöglicht.
    Ob daran nun vor allem "ältere Semester" hängen, mag ich einmal dahingestellt sein lassen. Dass langjährige Erfahrungen in jungen Lebensjahren noch nicht so vorhanden sein können, liegt in der Natur der Sache.
    Ich persönlich kenne von einer ganzen Reihe von Leuten beide Verfahrensweisen. Nach meinen Beurteilungen liefen die Aquarien mit Lebengestein in der Anfangsphase, vor allem aber auch auf Dauer, im Durchschnitt stabiler. Ausrutscher gab es natürlich auch auf beiden Seiten.

    Der Vorteil beim Start liegt nach meinen Beurteilungen insbesondere darin, dass im Gegensatz zum Totgestein, welches Primärbesiedlern wie Cyanobakterien einen bevorzugten Ansatzpunkten bietet, bei Lebendgestein keine Freiflächen vorhanden sind.
    Diese Problematik wird nur weitgehend vermieden, wenn man anstatt Lebendgestein zu verwenden, dass Aquarium sofort mit größeren Mengen und größeren Stöcken Korallen besetzt und dabei auch nur ganz wenig Dekomaterial einbringt. Diese Verfahrensweise klappt heute oftmals sehr gut, allerdings sind die wenigsten Leute bereit - vor allem auch nicht Einsteiger ohne breite Kenntnis zur Korallenpflege -, sofort derartig teure Investitionen zu leisten.

    Der entscheidende Vorteil von Lebendgestein im Langzeitbetrieb liegt für mich aber in der Verarbeitung der organischen Abfallprodukte wie Futterreste, Fischausscheidungen usw.. In einem Becken mit totem Gestein können weitgehend nur diverse Bakterienarten eingebracht werden. Selbst mit Importkorallen wird im Gegensatz zu Jörg Kokotts Darstellungen (den ich an sich überaus schätze) kaum etwas anderes eingetragen. Auf dem lebenden Korallengewebe selbst siedeln nur wenige für uns nützliche Organismen. Natürliches Steinmaterial ist mit Importkorallen aus Gründen der Transportkosten kaum verbunden (wenn doch, dann wäre dies ja auch Lebendgestein). Meist werden die Korallenäste jedoch auf künstliches Trägermaterial aufgeklebt verkauft.
    Das Lebendgestein bringt dagegen normalerweise eine Vielzahl maritimer Kleinstlebewesen wie Bakterien, verschiedenste Würmer, Borstenwürme, Kleinstkrebse, Rädertierchen, Schnecken, Schwämme, Seescheiden, Algen usw. ein. Durch seine poröse Struktur bietet das Lebendgestein diesen Mikroorganismen den optimalen Siedlungsraum und setzt sofort die biologischen Abbauprozesse in Gang.
    Diese Organismen sind wichtig, um die anfallenden organischen Reststoffe aufzuspalten und zu verarbeiten. Dabei entsteht dann eine ganze Aufbereitungskette, bei der letztlich nur noch ganz feines anorganisches, biologisch inaktives Restdetritus übrig bleibt. Bakterien wirken dabei zwar auch mit, sind aber allein nicht in der Lage, diesen Prozess vollständig zu bewerkstelligen.

    Da sieht man dann häufig den Unterschied zwischen beiden Systemen. Ohne vollständige Aufarbeitung der Reststoffe verbleibt meist recht viel Mulm in den Aquarien. Man versucht dann mittels ausgeklügelter Strömungsverhältnisse diesen aus dem Becken zu bekommen, was aber auf Dauer so gut wie nie richtig gelingt. In der Regel verbleiben irgendwo im Aquarium Mulmansammlungen, die das Wasser mehr oder weniger stark belasten können.
    In meinem Becken, seit fast 20 Jahren im Betrieb und mit Korallen zugewuchert, sieht man Derartiges ohne jegliche Eingriffe überhaupt nicht.

    Gruß

    #Bernd

    Hallo Robert,

    es gibt durchaus noch hochwertiges Lebendgestein zu kaufen. Schau beispielsweise einmal bei Fauna Marin nach.

    Man kann ein Riffaquarium durchaus auch ohne Lebendgestein starten, eine richtige Mikrobiologie, die ja nicht nur aus ein paar Bakterienarten besteht, bekommt man aber auch heute noch eigentlich nur mit Lebendgestein ins Becken. Es ist nicht sinnvoll, sein neues Aquarium mit Gestein, egal welcher Art, vollzustopfen. Die echte schöne Gestaltung soll durch die lebenden Korallen erfolgen. Zuviel Gesteinsaufbauten nehmen diesen nur den Platz weg! Daher gestaltet man als Sockel für die Korallen nur ein minimales Grundgerüst, und hierzu würde ich ausschließlich Lebendgestein verwenden.

    Es ist ein altes Aquarianermärchen, dass Lebendgestein riffschädigend aus der Natur entnommen wird! Es darf weltweit nirgends aus Riffen heraus gebrochen, sondern immer nur aufgesammelt werden. Kontrolliert wird dies durch die erforderlichen Cites-Bescheinigungen für Aus- und Einfuhr.

    Gutes Lebendgestein wird heute normalerweise vorgehältert angeboten. Dadurch gibt es kaum Probleme mit absterbenden oder Organismen oder solchen, die zur Plage werden können. Siehe hierzu den Beitrag von Bernhard.

    Was heute als "künstliches Lebendgestein" angeboten wird, ist keines!!! Die gewünschte biologische Funktion erfüllt es meist nicht einmal ansatzweise. Davon rate ich absolut ab.

    Gruß Bernd

    Hallo Andreas,

    deine bisherigen Maßnahmen haben wieder einmal bestätigt, was ich auch in meinem nun schon vor einigen Jahren verfassten Artikel geschrieben habe, nämlich dass die Zugabe von Bakterienpräparaten wohl nichts bringt, ebenso wie Veränderungen der Alkalinität und auch nicht Änderungen der Nährstoffverhältnisse.
    Gerade in neu eingerichteten Aquarien sind es offensichtlich die noch nicht von anderen Organismen besiedelten Freiflächen, die die Cyanobakterien als ausgesprochene Primärbesiedler hinsichtlich einer Massenvermehrung besonders fördern. Diese verteidigen dann ihre Ansiedlung gegenüber anderen konkurrierenden Organismen auch noch durch Abgabe von hemmenden Toxinen. Fördernd wirkt dabei meist auch noch eine kräftige Strömung.
    Ein sofortiger dichter Besatz mit Korallen etc. bei der Neueinrichtung wirkt Cyanoplagen nach vielfältigen Erfahrungsberichten am besten entgegen. Ein dauerhaftes Stören hilft erfahrungsgemäß auch recht gut, da dies Konkurrenten eine Chance zur Ansiedlung verschafft. Allerdings braucht man da einen langen Atem.
    Dass ein Wechsel der Salzmischungen Bekämpfungserfolge zeigt, wird auch gelegentlich beobachtet. Warum dies dann der Fall ist, scheint aber nicht näher ermittelt worden zu sein.
    Ich würde an deiner Stelle beides kombinieren, also zum Salzwechsel auch noch so oft wie möglich die Beläge abpinseln. Eine zusätzliche Verbreitung der Cyanobakterien findet dabei nicht statt, denn an freien Stellen sitzen sie normalerweise ohnehin schon, an von anderen Organismen besetzten Bereichen werden sie sich aber nur schwer festsetzen können.

    Gruß

    Bernd