Ich denke: Wildfänge sollten in den nächsten Jahren schrittweise aus dem Handel verschwinden oder verboten werden.
Warum?
Zwei einfache Gründe:
1. Der Transport und die Hälterung von Fischen, über Fischer, vers. Großhändler, Spediteure, Einzelhandel und ggf. Versand ist einfach zu störanfällig und sorgt für zu hohe Ausfälle.
Woher weißt du das? Kannst du dies belegen oder ist dies nur eine Unterstellung?Aufgrund der hohen Transportkosten und breiter Erfahrungen sorgen die Importeure m.W. für möglichst verlustfreie Lieferungen.
Hinzu kommt, dass die Bedingungen im Riff sich oft stark von denen im Aquarium unterscheiden (Raum, Futter, Wasserparameter) und so zusätzliche Anpassungsprobleme bestehen.
Die vom Becken des Züchters oder Verkäufers zum Becken des Käufers aber auch.
Insgesamt entstehen so inakzeptabel hohe Ausfallraten, (unbelegt, wie im nachfolgenden Halbsatz selbst bestätigt) die natürlich keiner dokumentieren will, aber die schon bei geringer Beschäftigung mit dem Thema (Besichtigung von Händlerbecken, (woran erkennst du das?)wechselnder Besatz in Aquarien die man kennt, eigene Erfahrungen, lesen von Artikeln zum Thema) absolut nachvollziehbar sind.
Dies trifft aber für viele BecKäufer ohne ausreichende Erfahrungen genauso zu, egal ob die Tiere aus dem Wildfang oder der Zucht stammen.
2. Der Fang von Fischen aus Riffen stellt eine Belastung für die sowieso angeschlagenen Riffe dar.
Natürlich könnte man ein Riff auch nachhaltig bewirtschaften, aber wer soll das überwachen, wie sollen am Existenzminimum lebende Fischer von z.B. Giftfischerei abgehalten werden, wie soll in korrupten, maroden politischen Systemen nachhaltiger Riffschutz umgesetzt werden...
In vielen Herkunftsgebieten ist heute das Gegenteil der Fall (beispielsweise Indonesien). Meist wird heute so streng überwacht, dass sogar Züchter vor Ort Probleme bekommen haben. Giftfischerei ist heute kaum nach ein Problem. Fischer, denen der Speisefischfanng durch Überfischung nicht mehr möglich ist, haben durch nachhaltigen Zierfischfang dagegen ein neues Auskommen gefunden. Damit ist ihnen der Riffschutz auch viel wichtiger geworden.
Ich kann nur dazu herausfordern, dass wir hier umdenken und ich fasse mir hierbei zuerst an die eigene Nase!
Dies würde ja voraussetzen, dass nur deine Sichtweise die Richtige ist. Andere Leute haben aber eben auch andere Auffassungen.
Und ganz ehrlich, die oben angeführten Argumentationen pro Wildfänge sind doch oftmals fadenscheinig.
Deine Bewertung teile ich nicht.
Am Ende geht es um unsere Bedürfnisbefriedigung nach möglichst bunten und dabei noch günstigen Fischen, für die Fischer vor Ort interessiert sich doch kaum jemand, der Wildfänge käuft. Sorry, aber da gibt es effektivere Wege die Menschen vor Ort zu unterstützen, wenn es wirklich um sie geht...
Möchtest du nur farblose Fische oder gar kein Aquarium mehr? Natürlich kann man die Leute vor Ort auch anders unterstützen (sofern diese Unterstützung überhaupt dort ankommt). Ihr Interesse an der Erhaltung der Riffe wird damit aber nicht gefördert.
Die vielen andere Gründe, die für Nachzuchten sprechen (Futterfestigkeit, Robustheit, Angepasst an Aquariumhaltung usw.) kommen dann ja noch dazu!
Dies trifft zwar zu, aber neue Arten und damit neues Wissen und Erfahrungen kommen dann aber nicht hinzu. Gerade die Aquaristik hat aber für die Meeresbiologie vielfältige Erkenntnisse beigetragen.
Jetzt fehlt es nur noch an Kunden, die bereit sind die Preise für Nachzuchten zu bezahlen und ihre Händler nerven und vor allem die bestehenden Nachzuchten kaufen. Gute Ansätze gibt es ja schon lange...
Leider gibt es aber unzählige Einsteiger in die Aquaristik, die sich nicht einmal für die grundlegenden Bedürfnisse richtig interessieren. Da ist die Herkunft am wenigsten wichtig.
Frohe Ostern euch!