Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo,

    ja, es ist nur eine Frage der Organisation. Bei der Erstbefüllung kann es natürlich dauern, aber für die weiteren Wasserwechsel kann man ja vorsorgen. Das Aufsalzen ist dabei wohl das geringste Problem.

    Letztlich ist immer alles eine Frage, ob man große Investitionen tätigen möchte, wenn es auch problemlos anders geht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Jac,

    man braucht nicht immer unbedingt einen Rolls Royce, um um gut an sein Ziel zu kommen!

    Kauf dir eine einfache kleine Osmoseanlage und schalte einen Filter mit Mischbettharz gegen Silikate etc. nach. Dies alles gibt es schon als Komplettset für unter 100 Euro zusammen. Hier ein Beispiel:https://www.shop-meeresaquaristik.de/Osmoseanlagen/…-10::15374.html

    Das enthaltene Mischbettharz reicht eine ganze Weile. Du kannst es dann, nachdem es verbraucht ist, leicht wechseln. Gibt es im Onlinehandel recht preisgünstig.

    Ich verwende für mein Becken (Volumen insgesamt mit Algenrefugium 1 500 Liter) seit vielen Jahren eine ähnliche Anlage mit bestem Erfolg. Das Wasser produziere ich immer auf Vorrat und bewahre es in einer einfachen Regenwassertonne aus Plastik auf.

    Die teuren Anlagen haben lediglich einen geringeren Abwasseranteil. Wenn man aber die Preisunterschiede der Anlagen mit den Kosten für das Wasser vergleicht, dann rechnet sich dies eher nicht.

    Wer ganz sparsam sein möchte, kann das Abwasser auch auffangen und anderweitig verwenden (z.B. für das Blumengießen bei kalkverträglichen Pflanzen).

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich füttere in meinem gut besetzten Gesellschaftsbecken die Fische täglich nur einmal, Trocken- und Frostfuttern im täglichen Wechsel. Die Futtergaben kommen in so kleinen Portionen ins Becken, dass kaum etwas Futter zu Boden sinkt. Erst wenn alles gefressen ist (meist nach spätestens 30 Sekunden), gibt es eine weitere Portion, insgesamt aber höchstens drei Portionen innerhalb einer reichlichen Minute.
    Diese Menge reicht völlig. Die Fische stehen gut da und sind teilweise uralt.

    Unterernährung ist in den Aquarien selten anzutreffen, Überernährung dagegen recht häufig. Damit wird nicht nur das Wasser stark belastet, auch die Fische leiden dann häufig an Verfettung, insbesondere der Leber. Man muss bedenken, dass ihnen meist auch die Intensität der Bewegung im Vergleich zur Natur in unseren Aquarien fehlt. In der Natur ist auch das Futterangebot nicht so einfach zu erzielen.

    Häufigere kleinere Futtergaben über den Tag verteilt würde den natürlichen Gegebenheiten zwar besser entsprechen. Dabei kommen aber dann die langsamen Fresser meist zu kurz, abgesehen davon, dass dies auch häufig aus Zeitgründen nicht zu realisieren ist.
    Meine Verfahrensweise hat sich bei mir seit vielen Jahren gut bewährt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    mein Riffbecken im Wohnzimmer steht in einem ständigen Kreislauf mit einem großen Algenrefugium in einem anderen Raum (Oberfläche 2m x 1m). Beide Becken sind mit Glasscheiben abgedeckt. Neben dem großen Refugium steht eine grüne Wassertonne mit Osmosewasser. Eine kleine Eheimpumpe kombiniert mit einem H-Tronic Pegelschalter füllt das Verdunstungswasser nach.
    Die Pegelschalter dieser Firma haben zuverlässige salzwasserfeste Messelektoden. Ich verwende sie seit Jahren für verschiedene Zwecke (Gartenteichbefüllung etc.). Sie sind meiner Erfahrung nach viel zuverlässiger und preisgünstiger als spezielle Aquariengeräte, vor allem zuverlässiger als Schwimmschalter.

    https://www.h-tronic.de/shop/wasserpegelschalter-wps-3000/

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    auf die genaue Menge kommt es nicht an. 1 - 2 Eßlöffel pro Liter Wasser ist okay. Schütteln, Erde absinken lassen und dann den klaren Sud ins Becken kippen. Man kann dies auch mehrmals machen, aber eigentlich reicht die einmalige Gabe. Die eingebrachten Bakterien vermehren sich bei passenden Verhältnissen von allein.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    seine Aussage ist ja nicht grundsätzlich falsch. Nur hat er den Sinn der Strategie, also das dauerhafte Festsetzen und die damit verbundene Abgabe von Hemmstoffen zu verhindern, nicht erfasst. Sicher ist es wichtig, die Wasser- und Nährstoffwerte möglichst optimal einzustellen. Allerdings zeigt es sich eben oft, dass damit allein doch keine Beseitigung der Plage erreicht wird. Diese tritt leider auch oft bei ganz unterschiedlichen Werten auf. Oftmals findet man bei den Cyanobelägen auch Mischaggregate mit anderen Organismen vor. Da wird es dann noch unübersichtlicher hinsichtlich möglicher Ursachen.

    Dass das regelmäßige Stören des Festsetzens wirkt, hat sich vielfach gezeigt. Wer dies nicht möchte oder eine bessere Kennt, dem sei dies nicht abgesprochen.
    Absolut beseitigen kann man Cyanos - und dies auch nur für eine beschränkte Zeit - mit Antibiotikas. Damit sind dann aber alle Bakterien kaputt, mit den bekannten Folgen für das Aquarium, möglicherweise den Aquarianer selbst und die Umwelt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Alex,

    ein Biologe ist noch lange kein Aquarienpraktiker und das Absaugen ist kein Witz. Cyanobakterien sind aber u.a. auch Primärbesiedler, die freie oder frei gewordene Flächen - z.B. absterbende Korallenäste - schnell besiedeln. Durch Abgabe toxischer Hemmstoffe verhindern sie die Ansiedlung anderer Konkurrenzorganismen.
    Mit dem Entfernen auf den besiedelten Flächen gibt man den Konkurrenten also ein Chance und mit dem Absaugen verhindert man die Wasserbelastung durch absterbende Cyanobakterien.

    Natürlich lassen sich die Cyanobakterien damit nicht vollständig aus dem Becken entfernen. Sie sind ohnehin immer latent vorhanden. Es geht darum, möglichst wieder ein Gleichgewicht zwischen den Mikroorganismen herzustellen, also die Dominanz der Cyanos, ihre Massenbesiedlung zu unterbinden.

    Leider ist es meist unklar, wo im konkreten Einzelfall die eigentliche Ursache plötzlicher Massenvermehrungen zu suchen sind. Da gibt es neben den verschiedenen Arten, Unterarten und Mutationsformen der Cyanobakterien mit ihrem breiten Anpassungsvermögen viele Möglichkeiten und noch mehr Theorien. Ein allseits wirksames und zuverlässiges Bekämpfungsrezept habe ich noch nirgends gefunden. Das Stören und Absaugen hat sich aber, wenn auch etwas langwierig, als recht erfolgreiche Strategie gezeigt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    eine Osmoseanlage mit nachgeschaltetem Mischbettharzfilter ist schon die richtige Wahl. Die braunen Beläge lassen sich anhand Fotos und ohne Mikroskop nicht zuverlässig bestimmen. Häufig findet man aber Aggregate aus verschiedenen Algen, Diatomeen, Dinoflagellaten und div. Cyanobakterien. Dies würde ich hier auch vermuten. Die Verringerung des relativ hohen Silkatgehaltes mit dem Mischbettharzfilter wäre hierzu der beste Bekämpfungsansatz.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ben,

    du weißt aber hoffentlich, dass Real Live Rock kein Lebendgestein ist. Ich möchte dir nicht reinreden,
    aber einen filigranen Aufbau deiner Planung gibt es nur in der Phantasie derjenigen, die noch nie getaucht oder geschnorchelt haben. Im Meer würden starke Wellen solche Gebilde schnell zerstören.
    Ich würde stattdessen hier beispielsweise eine Acropora tumida (Enzmann platzieren). Die wächst schnell in die Höhe und bildet einen natürlichen Aufbau.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ben,

    generell sollte man zunächst versuchen, ein laufendes Becken biologisch zu stabilisieren, wenn Korallen etc. noch gut dastehen. Aus den geschriebenen Werten ergeben sich ja keine besonderen Auffälligkeiten.
    Eine Beckengestaltung mit zu viel Gestein ist ein typischer Einsteigerfehler. Mangelhafte Strömung ist dabei aber eher selten die Ursache für Probleme (mein total von Korallen zugewachsenes Becken hat nur geringe Strömung und alles steht trotzdem super). Eher ist es da Gestein selbst, welches Siedlungsfläche für alle möglichen unerwünschten Algen etc. darstellt.

    Dass es bisher mit dem Zuviel an Gestein nicht so richtig geklappt hat, zeigen die vielen angeführten Probleme. Wenn du nun schon einen drastischeren Eingriff planst, dann würde ich dies aber auch richtig machen. Riffkeramik wäre für mich das Allerletzte, was ich in deiner Situation einbringen würde!!!
    Jegliches Totgestein, vor allem auch Riffkeramik, stellt eine Siedlungsfläche für ungeliebte Primärbesiedler da. Oftmals ist auch unklar, ob Unerwünschtes abgegeben oder Ausfällungen zu stark angelagert werden. Zwar haben manche Leute damit keine Probleme, andere aber recht deutliche. Lass die Finger von dem Zeug! Kauf dir ein paar wenige neue, lebende Steine und nutze diese als Basis für die Korallen. Diese sollen ja das Aquarium gestalten und nicht irgendwelche Steinhaufen. Sollten Korallen auf dem bisherigen Gestein fest sitzen, kannst du diese vorsichtig ablösen, u.U. so, dass nur noch kleine Gesteinsreste als Sockel verbleiben. Altes Lebendgestein lässt sich ja leicht zerteilen. Das Zuviel an altem Gestein würde ich total entfernen.

    Grundsätzlich zeigt sich auch heute noch, dass man mit dem altbewährten Lebendgestein die beste Grundlage für ein biologisch stabiles Aquarium schafft. Damit kommen wichtige Mikroorganismen - nicht nur ein paar Bakterien - in das Becken; eine gute Voraussetzung für ein ausgewogenes Miteinander der unterschiedlichsten maritimen Organismen in unseren Aquarien.
    Heute wird oftmals sorgfältig vorgehältertes Lebendgestein angeboten. Da ist die Gefahr gering, dass unerwünschte Plagegeister ins Aquarium gelangen.
    Gute Qualität hat heute ihren Preis, aber dafür ist man längst davon abgekommen, kitschige Steinlandschaften mit großen Mengen Gestein zu basteln.

    Was das Kitschige anbelangt: was da so manchmal an Riffkeramik angeboten oder damit gestaltet wird, lässt bei mir die Haare zu Berge stehen. Aber über Geschmack sollte man ja nicht streiten.

    Die bisher aufgetretenen Probleme wie Cyanobakterien, unerwünschte Algen usw. bekämpfst du dann nach der Umgestaltung mit den herkömmlichen Möglichkeiten in Ruhe. Aber dies ist ein anderes, weiterführendes Thema.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Stefan,

    ich bezweifle, dass das "Schwächeln" deiner Korallen allein durch Vernesselungen verursacht wurde. Bei mir stehen die Korallen dicht an dicht. Höchstens wenn sie frisch ins Becken kommen und dann zu dicht nebeneinander stehen treten bei mir auch Schäden auf, nicht aber, wenn sie langsam aufeinander zu wachsen.
    Siehe hierzu ein paar Beispielfotos:

    Gruß

    Bernd

    Hallo Daniel,

    Glückwunsch zu so viel Hightech. Wenn man vom "Fach" ist, kann man dies so optimal gestalten. Aber ehrlich, da kann man auch vielen Einsteigern Angst machen. Um es für alle Unerfahrenen nochmals deutlich zu machen, dies alles ist schön für den Technikfreak, brauchen tut man dies aber ganz bestimmt nicht. Da spreche ich aus nun wirklich jahrzehntelanger Erfahrung. Stromausfälle hatten wir in den vielen Jahren genau zwei für eine kurze Zeit und diese mit Ansage. Mein Haus haben wir 1972 gebaut. Da gab es noch gar keine Sicherungskästen mit FI-Schaltungen. Meine Becken sind - so wie wohl die Mehrzahl aller Aquarien - nicht gesondert geerdet, sondern nur mit den Steckdosenschutzschaltern abgesichert. Ich bin bzw. war vor Corona ständig auf Reisen und wollte da weder von der Ostsee noch der Südsee oder sonst wo ständig mein Becken im Blick haben, weil ich meinen Urlaub entspannt genießen möchte. Zu Hause wäre nämlich auch kaum jemand in der Lage, hier wirklich sinnvoll bei eventuellen Problemen zu reagieren. Es reicht, wenn sich die Tochter mit der Fütterung ein bisschen auskennt. Trotzdem läuft alles zur bester Zufriedenheit und Fische sterben höchstens an Altersschwäche.

    Gruß

    Bernd

    Wer kann, sollte durchaus 4*2,5 oder 5*2,5 direkt von der Hauptverteilung zu seinem Becken legen oder legen lassen. Dann zwei oder drei getrennte Stromkreise aufbauen, einzeln mit FI absichern (pro Stromkreis ein FI und mehrer LS).

    LG
    Daniel

    Hallo Daniel,

    nachträglich mehrere Stromkreise werden ohne Renovierung wohl die wenigsten Leute legen können.
    Ich bin kein Elektriker, aber würde es nicht auch mit mehreren einzelnen Fi Steckdosenadaptern gehen?

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich sehe keine Grund zur Panik! Stromausfälle vom Netztbetreiber her, sind in Deutschland doch relativ selten und vor allem normalerweise nur kurzfristig. Ein paar Stunden halten sowohl Korallen als auch Fische ohne Strömung oder Heizung aus!!!
    Ich betreibe nun ca. 45 Jahre die Meerwasseraquaristik und hatte noch nie irgendeinen Verlust wegen Stromausfall. Natürlich kann man sich nicht zu 100 Prozent vor echten großen Katastrophen schützen, aber wie groß ist da die Wahrscheinlichkeit und hat man dann nicht noch ganz andere Probleme?

    Wichtiger als komplizierte Notstromversorgung ist der ordnungsgemäße Zustand der eigenen Haus- und Aquarienelektrik! Auch sollte man seine Anlage nicht zu kompliziert technisieren, d.h. nach einem Stromausfall sollte alles auch von allein wieder starten. Auf Urlaubsvertretungen etc. wird man sich nur schwer verlassen können.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    aus eigenem Augenschein weiß ich, dass in Australien und in Polynesien überhaupt nicht mit Gift gefangen wird, wohl auch früher nicht. Auch in Hawaii gab es nie eine Cyanidfischerei. Problematisch war die Situation auf den Philippinen und in Indonesien. Dies ist aber in weiten Teilen Schnee von gestern. Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, aber in beiden Länder ist seit 1975 (Philippinen) und 1985 (Indonesien) der Giftfang, ja sogar das Mitführen von Cyanid auf den Booten verboten. Dies wird auch relativ gut überwacht.
    In den 90er Jahren hat sich dann viel getan, Cyanidfänge sind um über 90% zurückgegangen.
    Um schwarze Schafe ausschließen zu können, unterhalten die großen Exporteure heute eigene Laboratorien. Über heiße Säuren wird da aus Proben bei mit Cyanid gefangenen Fischen Blausäuregas gelöst und nach Natriumhydroxid-Filterung Cyanid-Ionen detektiert. So ermittelte Fischfänger scheiden dann auf Dauer als Lieferant aus.

    Viele negative Schlagzeilen sind inzwischen wirklich überholt. Man hat nicht immer nur aus Naturschutzgründen reagiert sondern oft auch rein wirtschaftlichen Überlegungen. Aber auch dies ist kein Schaden.
    Problematisch in diesen Ländern ist immer noch der illegale Fischfang mit Dynamit, der ganze Riffe schädigen kann. Aber da geht es um Speisefische, oftmals auch aus Hunger.

    Schädlich für unsere Fische ist die häufige Massenhaltung im Handel. Da wird auch gern das von dir angeführte Antibiotika eingesetzt. Aber auch da gibt es kaum Unterschiede zwischen dem Verkauf von Wildfängen und Zuchttieren. Gern übersehen wird auch, dass viele Zuchtfische aus tropischen Ländern kommen, mit den dann gleichen Transportbedingungen. Oftmals kommt es dabei auch zu Vermengungen mit Wildfängen, die eine separate Klassifizierung meist unmöglich machen.

    Natürlich ist nicht überall nur heile Welt, aber wo ist dies schon der Fall? Dem muss man auch weiterhin die nötige Aufmerksamkeit schenken, aber sicher nicht mit unrealistischen, oft auf purer Unkenntnis beruhenden Heilserwartungen, die manchmal eher missionarisch vertrieben werden . Auch Verbote sind oftmals zu kurz gedacht. Ich denke, dass wir dies beide ähnlich sehen.

    Viele Grüße

    Bernd

    die unteren einstelligen Prozente sind wenig glaubhaft.Wenn die meisten Fische ihre Reise zu ihrem endgültigen Bestimmungsort ueberleben würden, würden auch weniger Exemplare gefangen.

    Hallo Hajo,

    soweit ich dies überblicke, ist die Mortalität bei den Transporten zumindest bei den größeren Importeuren wirklich extrem gering. Die Verpackung, der Transport unter Sauerstoff und die schnellen Lieferwege werden recht professionell gestaltet. Schließlich sind die Transportkosten recht hoch und Verluste daher ziemlich unwirtschaftlich.
    Der große Teil der Verluste entsteht bei den Aquarianern selbst, denn dort tummeln sich inzwischen viel mehr unerfahrene Eintagsfliegen. Dabei ist es gleich, ob Wildfang oder Zuchttier. Exportbeschränkungen gleich welcher Art hätten darauf keinerlei Einfluss.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    ich bin da voll bei dir. Mein Ansatz (Zölle) war auch nur als theoretischer Denkansatz gemeint. Es ginge, wenn man wollte, aber das will in unserer Wirtschaft natürlich niemand ernsthaft.
    Ein kleiner Lichtblick, wenn auch bisher nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, ist das Aufkommen des Sojaanbaus auch bei uns, besonders hier in Baden-Württemberg. Der Ertrag soll recht gut sein, passt als Antwort auf die Klimaerwärmung, und als Leguminose wertet Soja sogar noch die Bodenqualität auf.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    alles ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Würde das Angebot von billigem Soja sinken, dann würde sich die industrielle Landwirtschaft aus Kostengründen auch wieder anderweitig orientieren, die dann folgende Senkung der Nachfrage nach einiger Zeit auch das Angebot. Maßnahmen zur Beschränkung des Angebotes - beispielsweise höhere Einfuhrzölle - vielleicht aber auch verstärkter Sojaanbau im Inland - wären durchaus sinnvoll und möglich.
    Es sind immer wieder bestimmte Entwicklungen, die aus Kostengründen und Gewinnstreben problematische Entwicklungen in Gang setzen. Einen ähnlichen Verlauf haben wir ja auch beim Palmöl.

    Nun muss man allerdings eindeutig klar stellen, dass die Problematik der Vernichtung von Regenwäldern mit dem Fischfang für Aquarienzwecke absolut nicht vergleichbar ist. Wer behauptet, dieser würde zur Zerstörung der Riffe führen, der hat nun wirklich keine Ahnung von der Realität.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    im genannten Beispiel hat der Zoll jedenfalls die Falschdeklaration bemerkt, was für ein genaues Vorgehen spricht. Dass es auch immer wieder zu Verstößen und Betrügereien kommt, liegt in der Natur der Sache. Dies ist - leider - in allen Lebensbereichen so. Man kann aber nicht alles und jedes verhindern. Niemand wird das Autofahren verbieten, nur weil es ein paar Leute gibt, die ohne Führerschein fahren.
    Überzeugende Argumente gegen Wildfänge sehe ich darin jedenfalls nicht. Importe aus ausländischen Zuchtanlagen wird man wohl nicht auch verbieten wollen.

    Gruß

    Bernd

    Gut das wir uns streiten über das wichtige Thema.
    Mich ärgert es wie man hier über die sicher nicht perfekten cites Regelungen schreibt und damit so tut, als wäre ohne Regelungen alles besser... @Bernd das kann doch nicht dein Ernst sein? Denkst du das es keine Regelungen geben sollte?

    Nein, ich finde es nicht gut, wenn man sich hier offensichtlich nur um des Streites Willen streiten möchte.
    Auch habe ich nirgends geschrieben, dass es keine Cites-Regelung geben sollte. Da sollte man schon richtig lesen. Aufgezeigt habe ich, dass man auch genau das Gegenteil erreichen kann, wenn nicht alles richtig durchdacht wird. Aber dies scheint auch hier schwierig zu sein.

    Hallo,

    es gibt negative Vergleichsbeispiel, die zeigen wie der gut gemeinte Schutz nach hinten losgehen kann:

    Bis Ende der 80iger Jahre gab es in Brasilien Kooperationen, die in festgelegten Regenwaldabschnitten Orchideen und Bromelien sammelten und diese dann u.a. nach Europa exportierten. Dabei wurden auch neue, bisher unbekannte Arten gefunden und zur Bestimmung und Kultur an europäische Fachinstitutionen geliefert.
    Dann kam das Einfuhrverbot in Europa. Cites-Bescheinigungen gibt es für den Verkauf an "normale" Kunden nicht, für den Versandt an die wenigen verbliebenen Spezialeinrichtungen lohnte sich die ganze Sache für die einheimischen Lieferanten nicht mehr.
    Folge: Das Interesse an der Erhaltung und dem Schutz der Gebiete ging verloren, weil damit kein wirtschaftlicher Ertrag mehr zu erzielen war. Die Kooperationen wurden geschlossen, der Schutz der Waldregionen nicht mehr überwacht, weite Gebiete inzwischen vollständig abgerodet und in Viehweiden verwandelt.

    Wie viele Orchideen- und Bromelienarten deshalb nie entdeckt wurden, wie viel genetisches Potential - wichtig beispielsweise auch für die pharmazeutische Forschung - insgesamt dort verloren ging, weiß kein Mensch. Bestimmte Arten konnten nur überleben, weil sie hier nachgezüchtet wurden.

    Idealismus am grünen Tisch, fern der Gegebenheiten vor Ort und ohne wirklichen Überblick über die Gesamtzusammenhänge, kann auch zur schädlichen Schlaumeierei werden! Der Einzelne allein hat die komplexen Wirkzusammenhänge selten voll im Blick. Allerdings bin ich hier unbesorgt. Wegen unseren Diskussionen bewegt sich die Welt wohl nicht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Johns,

    niemand ist dagegen auch Nachzuchten zu kaufen, aber hier wurden dir ja umfangreiche Pro- und Contra-Argumente geschrieben. Deine Überzeugung okay, es gibt aber auch differenzierende andere Argumente. Du wirst deine Sichtweise als idealistisch sehen, andere eher als naiv und weltfremd.
    Wie Hajo schon geschrieben hat, sind die Dinge selten nur schwarz oder weiß. Die Realität sollte man daher nicht aus den Augen verlieren. Jeder hat das selbstverständliche Recht, nach seiner Überzeugung zu handeln. Was sich letztlich aber durchsetzt, entscheidet sich nicht an einzelnen Wünschen und Auffassungen sondern an den komplexen realen Gegebenheiten.

    Gruß

    Bernd

    Ich wünsche auch frohe und gesunde Ostern

    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo,

    bei mir in meinem biologisch sehr stabilen Aquarium wimmelt es von Borstenwürmern. Der einzige negative Effekt sind die massenhaften kleinen Stacheln, wenn man sie zufällig anfasst. Ansonsten sind sie eine ideale "Gesundheitspolizei" im Becken, Teil eines biologischen Kreislaufes zum Abbau organischer Abfallstoffe. Sie haben noch nie etwas geschädigt. Für mich auch absolut kein Grund zum Entfernen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    Nachzuchten sind eine gute Sache, aber nicht allein seelig machend!!! Ich habe hier- bei allem Respekt für den guten Willen - ein bisschen den Eindruck, dass man sich da vielleicht ein bisschen etwas vormacht.
    Was nützt es, wenn jemand Nachzuchten kauft, dann aber durch unsachgemäße Haltung die Tiere verliert? Das muss ja gar nicht böswillig sein. Oft fehlt da auch "nur" die nötige Erfahrung. Ob beispielsweise in Ralf´s Becken die Voraussetzungen für ein Paar Mandarinfische, gemeinsam mit einer Seenadel auf Dauer wirklich gegeben sind??? Trockenfutter werden sie wohl kaum fressen, Frostfutter vermutlich von den anderen Insassen schnell weggeschnappt. Dass bei den hier gegebenen Voraussetzungen ein ausreichendes Mikroleben vorhanden ist, würde mich schon etwas überraschen.
    Nach meinem Eindruck wurde da doch auch ein bisschen nach dem "Gefallen" und nicht allein nach tatsächlichen Ansprüchen besetzt.
    Sollte ich mich irren, dann wäre es ja gut. Aber auch nicht jede Fischart die gezüchtet werden kann, passt tatsächlich zusammen.

    Wie gesagt, man sollte sich da nichts vormachen. Auch Fische sind letztlich eine Ware, egal wo und wie sie herkommen. Das entbindet selbstverständlich nicht von der Verantwortung, die man mit einer Pflege übernimmt, egal ob Zuchttier oder Wildfang.

    Vom Zierfischfang leben heute viele Einheimische in deren Herkunftsländern. Dadurch hat die Natur auch einen echten Wert für sie bekommen. Oft ist dies die letzte Einnahmequelle für frühere Fischer, denen der industrielle Massenfang durch Überfischung die Erwerbsquelle völllig genommen hat. Das spiegelt sich nach allen Erfahrungen dann auch in einem ganz anderen Verständnis dieser Menschen für den Erhalt des Ökosystems wider!
    Gegen einen problematischen Raubbau in den Riffen gehen - im Gegensatz zur Hochseefischerei - in vielen Herkunftsländern (beispielsweise Indonesien) die Behörden durchaus mit Nachdruck vor. Den internationalen Handel regulieren Cites-Bestimmungen.
    Weitaus problematischer sind da Touristenhorden, die auf Riffen herumtrampeln, mit Hotelburgen und dem Abwasser Meeresgebiete schädigen usw., usw..
    Auch macht sich kaum jemand ein schlechtes Gewissen, wenn die Fische, in Massen gefangen, bei uns auf den Tisch kommen oder tonnenweise billiger Rohstoff für Futtermittel werden.

    Nichts gegen gut gemeinten Idealismus, aber eine grundsätzliche Beschränkung auf Nachzuchten überzeugt mich nicht. Eine amtliche Regelung über die Preisgestaltung mag gut klingen, ist bei uns aber schon rechtlich nicht möglich.
    Mein Resümee: Sorgsam mit den Tieren umgehen, egal woher sie kommen. Notfalls muss man sich dann auch auf etwas beschränken. Wer aber generelle Vorbehalte gegen die Aquaristik in der derzeitigen Form hat, sollte vielleicht ganz darauf verzichten.

    Gruß

    Bernd

    ***Edit***
    Thema ab hier aus Aquarientagebuch abgetrennt. Ina
    Einrichtung eines neuen Meerwasseraquariums OHNE Meeresentnahmen

    Hallo,

    im Kern geht es wohl um die Verträglichkeit der Dichteschwankungen und deren Vorkommen in der Natur. Hierzu haben sich ein erfahrener kommerzieller Korallenzüchter (Joe), ein sehr kenntnisreicher Fachmann (Hans-Werner) und ein Uraltmeeresaquarianer mit vielen Aufenthalten in tropischen Meeresgebieten geäußert. Ob man diese Meinungen teilt oder auch nicht, bleibt ja jedem selbst überlassen. Viel weiter führt da die Diskussion zu diesem Aspekt wohl nicht.

    Gruß

    Bernd

    Sorry Bernd, Du musst mich nicht belehren. Ich habe nur eine aquariumtechnische Frage gestellt und Antworten bekommen, die mir aus meiner Tauchpraxis heraus nicht schlüssig erschienen. Dann darf ich wohl in einem Forum nachhaken und diskutieren. Und dann kommt man halt ins plaudern. Einen Streit sehe ich nirgendwo ...

    Nun, ein "Streit um des Kaisers Bart" ist einfach nur eine Redewendung, nennen wir den Verlauf der Diskussion daher eher als ein bisschen Besserwisserei. So empfinde ich es zumindest. Und wer Fragen stellt, muss auch mit Antworten leben. Ob dies Belehrungen sind???
    Das ändert aber nichts daran, dass meine Beobachtungen den deinigen nicht entsprechen.

    Gruß

    Bernd

    Der größte Teil der Korallen, die wir im Hobby behalten, stammt aus tieferen Tiefen. Flache Korallen vertragen den Versand aufgrund des Abnehmens möglicherweise nicht gut.

    Dem möchte ich widersprechen. Die meisten heute gehaltenen Korallen stammen aus kommerziellen Nachzuchten.
    Mein Korallenbestand besteht hauptsächlich aus "Mitbringseln" (vor Jahren, als dies noch möglich war) und ausnahmslos aus flachen "Tümpeln; einfach deshalb, weil ich immer kurz vor dem Heimflug Fragmente gesammelt hatte.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ralf,

    ich sehe es genau wie Hajo. Pseudochromis fridmani habe ich zwar noch nicht mit Manoichthys zusammen gehalten, aber mit Gramma loretos. Dies ging nicht lange gut. Die Pseudochromis, die ohnehin eher versteckt leben, haben sich in meinem dicht mit Korallen zugewachsenen Becken gleich nach der Ankunft der Feenbarsche total zurückgezogen, kamen sogar bei der Fütterung nur noch gelegentlich aus ihrem Versteck und waren dann nach und nach leider verschwunden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Bloom,

    also ich kenne auch aus eigener Anschauung zahlreiche Meeresgebiete auf der ganzen Welt, tauche auch gelegentlich. Fakt ist, dass in in vielen Gebieten, sei es im Bereich der Außenriffe wie in Ostafrika oder auch in Uferbereichen vulkanischer Inseln in Polynesien überall Ebbetümpel mit zweitweiligem Totalabschluss vom Meerwasser gibt. Durch die starke Sonneneinstrahlung kommt es da häufig zu starker Verdunstung mit exorbitantem Salinitätsanstieg und bei tropischen Platzregen zu gegenteiligen Reaktionen. Trotzdem gedeihen hier manigfaltige Korallenarten, auch Acroporas.
    Wo in den Tropen die schönsten Exemplare der Acroporas stehen, ist kein sinnvolles Argument für die Aquarienpraxis. Da zeigen breite, jahrelange aquaristische Erfahrungen, dass geringe Schwankungen der Salinität problemlos vertragen werden. Ob dir diese wichtig sind, bleibt dir überlassen.
    Wenn du meinst in diesem Zusammenhang etwas "perfekt" machen zu wollen, dann sei es dir unbenommen. Meiner Meinung nach muss man hier aber eine Diskussion auf der Basis offensichtlicher theoretischer Überlegungen nicht zum Streit über des Kaisers Bart machen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rüdiger,

    mein Refugium (gemauert, nur Frontscheibe aus Glas) ist mit Glasscheiben abgedeckt. Es steht, im Kreislauf mit dem Riffbecken im Wohnzimmer verbunden, in einem Werkstattraum, ein Stockwerk tiefer. Direkt im Refugium befinden sich der Abschäumer und Kalkreaktor; eine Tunze Nanostream 6025 sorgt für etwas Strömung. Neben dem Refugium stehen eine Wassertonne mit Osmosewasser . Dieses wird - mit einem Niveauregler gesteuert - in einen Kalkwasserbehälter (mit Minipumpe als Kalkrührer) und von dort in das Refugium gepumpt. Einen Lüfter nütze ich nur im Hochsommer als Gesamtkühlung.
    Die gesamte Technik (fast alles Eigenbau) befindet sich abseits vom Riffbecken im Werkstattraum.
    Im Refugium wachsen große Mengen Drahtalgen, außerdem jede Menge überflüssiger Sinularia, Montipora -Fragmente und Krustenanemonen.

    Gruß

    Bernd