Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo Ralf,

    dies ist Tatsächlich eine echte Katastrophe, wenn solch ein schönes Becken plötzlich undicht wird.
    Ich hatte dies vor vielen Jahren auch erlebt, mein derzeitiges Becken - wulstverklebt - steht nun schon seit 17 Jahren ohne Probleme. Hoffentlich bleibt dies so.

    Wie werdet ihr nun weiter verfahren?

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich hatte allerdings selbst mit Membranventilen Probleme. Es gab immer leichte Schwankungen, so dass ich häufig nachjustieren musste.
    Mein Hauptablauf (Schlauch), in dem die Abflussmenge gestaut wir, hat nun 19 mm (3/4 Zoll), der Notablauf, Abflusskante im Becken etwas höher liegend, 32 mm. Das Technikbecken befindet sich ein Stockwerk tiefer, so dass aufgrund des starken Gefälles ein relativ hoher Abflussdruck entsteht.

    Ich hatte zwei verschiedene Größen Membranventile versucht, keines war optimal. Nun habe ich mit Gardena Regulierventilen eine befriedigende Lösung gefunden. Die Ventile selbst lassen sich zwar allein auch nicht extrem fein regulieren, aber ich habe zwischen dem oberen Ventil (dient als Hauptabsperrung) und dem unteren (Regulieren) ein T-Stück mit zwei Abzweigungen für dünne Aquarienschläuche 6 mm angebracht. An diesen kann ich mit normalen Luftabsperrhähnen für Aquarien Restmengen ganz fein nachjustieren. Dies klappt dann recht gut. Nur ganz gelegentlich muss ich da etwas nachstellen.
    Das Prinzip würde auch bei größerem Ablaufdurchmesser funktionieren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich betreibe zwar nur ein Kalkreaktor der Marke Eigenbau, gesteuert wird er aber über die Zugabemenge (Tropfenzahl) von CO2 und die Ablaufmenge. Dieses Prinzip gilt eigentlich für jeden Kalkreaktor. Ich würde ihn also konstant laufen lassen, aber die nötige Menge für den Verbrauchsausgleich der Alkalinität entsprechend austesten und einstellen. Bei geringem Bedarf also geringe Zugabe von CO2 und geringe Ablaufmenge ins Aquarium.
    Ein Kalkreaktor im Stillstand birgt für mich die Gefahr der Bakterienbelastung ähnlich anaerober Zonen in zu hohem Bodengrund. Durch den Zulauf werden ja auch immer im Wasser gelöste Nährstoffe in den Reaktor mit eingetragen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    um Detritus abzubauen, reichen Bakterien eben gerade nicht! Sie sind im wesentlichen nur an der Mineralisierung der organischen Reststoffe zu anorganischen, dann nicht mehr biologisch aktiven Stoffen beteiligt. Diese mineralisierten Reste, welche sich immer irgendwo im alten Aquarium ansammeln, weil selbst die beste Filterung, Strömung oder Abschäumung nie alle Reste aus dem Becken vollständig entfernen kann, belasten dann die Wasserwerte auch nicht mehr.
    Vor der Mineralisierung steht aber die Aufbereitung der organischen Abfallprodukte durch Destruenten (Zersetzer)!!!
    Dies sind Abfallverwerter wie z.B. Würmer etc.. Im Prinzip bildet sich also eine ganze Verwertungskette der verschiedensten Mikroorganismen.
    Gerade die Destruenten bekommt man nie durch Präparate und auch nur ganz, ganz beschränkt durch Korallen etc. ins Becken. Und nochmals, hier gibt es ebenso wie bei den Bakterien eine große Artenvielfalt mit ganz unterschiedliche Aufgaben.

    Um die Vielfalt einzubringen und dann auch aufrecht zu erhalten, macht eben eine gelegentliche "Auffrischung" Sinn. Feste Zahlen oder Zeitabschnitte kann man aufgrund der individuellen Breite der jeweiligen Beckensituationen nicht nennen.

    Mein Hauptbecken (gemischtes Riffbecken) steht nun seit 16 Jahren! Es ist mit Korallen zugewuchert und muss zweimal jährlich ausgelichtet werden. Es gibt nur relativ wenig abgeschäumte Substanz; Detritus wird nie entfernt, ist aber auch nirgends sichtbar.
    Ein bis zwei kleine Stückchen Lebendgestein kommen vielleicht einmal im Jahr hinzu (und dies auch nicht immer); meist nur als Sockel für Korallenableger bei der Fragmentierung. Wenn ich auf Reisen in Meeresgebieten bin (wegen Corona nun schon lange nicht mehr), bringe ich dann gelegentlich auch mal ein paar kleine bewachsenen Steine o.ä. mit. Aber eben alles unregelmäßig, je nach Gegebenheiten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ja, die nun so teuren Lebenden Steine werden inzwischen recht sorgsam behandelt. Das liegt auch an den hohen Transportkosten.
    Eine bei mir lange bewährte "Alternative" ist übrigens Lebendgestein aus dem Mittelmeer. Viele marine Mikroorganismen sind nämlich nicht unbedingt an so hohe Temperaturen wie in den tropischen Meeren gebunden.
    Für Nichttaucher: Die Steine im Mittelmeer, auch wirklich richtig poröses Material, findet man am ehesten in kleinen Hafenbecken, dort wo Fischer ihre Netze entleeren. Leider haben die Fundplätze in den letzten Jahren auch etwas abgenommen. Da gibt es wohl inzwischen auch andere Interessenten. Aber nach kleinen "Urlaubsmitbringseln " kann man immer Ausschau halten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Torsten,

    ich habe in den Abschäumertopf ein Loch gebohrt und einen Anschluss mit Absperrhahn (vom Gardena Microtrip System) eingeklebt. Dorthin verläuft der Schlauch von der Dosierpumpe.

    Die Pumpe funktioniert nach einem Test einwandfrei. Im Moment brauche ich ja kein Lanthan mehr :grinning_squinting_face: . Weiß der Kuckuck woran die Störung gelegen hat.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Eric,

    ein guter Ansatz. Ich denke allerdings, dass die meisten Händler das Lebendgestein nach Gewicht abgeben. Kleine Steinchen wird es daher vermutlich auch nicht geschenkt geben. Auch bringen kleinste Steine auch nicht allzu viel, weil man mit Lebendgestein nicht nur Bakterien einbringen kann. Viele andere Mikroorganismen, der gesamte marine Mikrokosmos, sind für eine guten Beckenbiologie sehr wertvoll. Ein kleines bisschen Volumen sollte das Lebendgestein daher schon mitbringen, damit sich darauf auch etwas findet.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    nach nun knapp einer Woche kann ich eine Rückmeldung geben:
    Im Becken ist bei allen Fischen (einschließlich Paracanthurus hepatus) , Korallen und sonstigen Niederen Tieren keinerlei Schädigung festzustellen. Das Wasser ist nach dem eintägigen Aktivkohleeinsatz glasklar, die PO4-Konzentration bleibt stabil bei 0,03 mg/l.
    Die extreme Überdosierung hat also entgegen meiner Befürchtungen keine negativen Auswirkungen verursacht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Burkhard,

    im Vergleich zu deinem Foto sah es bei mir weitaus schlimmer aus. Zunächst konnte ich so gut wie gar nichts mehr erkennen. Nach 24 Std. war dann alles wieder glasklar. Ob es die Kohle war oder Lanthan einfach ausgefallen ist, kann ich nicht beurteilen. Ablagerungen sind im TB jedenfalls nicht sichtbar.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Klaus,

    aus Vorsicht werde ich künftig auch mit einer noch größeren Verdünnung und einem kleineren Vorratsbehälter arbeiten. Hierfür werde ich auch dein Mischungsverhältnis übernehmen. Sicher ist sicher, auch wenn bei mir - erstaunlicherweise - zumindest bisher wohl kein Schaden entstanden ist.
    Momentan lasse ich die Dosierpumpe als Test mit Wasser arbeiten. Da zeigt sich momentan keine Fehlfunktion.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Sven,

    ich habe die Jecod/Jebao DP-2 Pumpe. Woran der Fehler lag, habe ich bisher noch nicht gefunden. Ich kann allerdings nicht ganz ausschließen, dass ich bei einer Umprogrammierung am Vortag etwas falsch gemacht habe. Ein zeitlicher Zusammenhang liegt da auf der Hand. Allerdings ist die Programmierung lt. meiner jetzigen Prüfung völlig richtig eingestellt. Ich werde die Pumpe nun nochmals einige Zeit testen.

    Mit Lanthan in der äußerst geringer Dosierung habe ich eigentlich sehr gute Erfahrungen gemacht. Im Lauf der Jahre hatten sich in meinem Becken doch ganz leichte Phosphatdepots gebildet. Beim Einsatz von Adsorbern haben mir dann die Werte zu stark geschwankt. Mit der Lanthandosierung gem. Empfehlungen von Immo Gerber in seinem Vortrag in Sindelfingen läuft dies eigentlich optimal.

    Hallo Rüdiger und Daniel,

    klar, die Dosierungen unterbreche ich momentan selbstverständlich. Die Phosphatwerte kontrolliere ich engmaschig und beobachte die Entwicklung. Ob ich sie mit Fütterung der Fische und verstärkt auch der Korallen wieder in den optimalen Bereich bekomme, muss man abwarten. Mit direkter Phosphatdosierung bleibe ich aber sehr zurückhaltend. Da habe ich früher genau wie einige mir bekannte Aquarianer eher zweifelhafte Erfahrungen gemacht.
    Mein dichter Korallenbestand hat ja schon manche Unbill gut überstanden. Deshalb hoffe ich, dass dies auch jetzt so bleibt. Momentan sieht es noch gut aus. Danke für das Daumendrücken.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich setze seit längerer Zeit mit guten Ergebnis Elimi-Phos Rapid, die 500 ml verdünnt in 10 l Osmosewasser, tägliche Zugabe 4 ml bei 1500 l Wasservolumen ein. Dadurch halte ich PO4 recht konstant bei 0,03 bis 0,04 mg/l. Wuchs und Farben der Korallen bestens.
    Gestern nun kam es zu einem Missgeschick. Meine Dosierpumpe hat aus noch ungeklärten Gründen nachts plötzlich die gesamte Menge der verdünnten Lösung, etwa 9,5 Liter, in das TB eingefüllt. Das Wasser im Riffbecken und großen TB war weiß wie Milch und so gut wie undurchsichtig.
    Der Schreck war groß. Ich habe dann einen Schnellfilter mit einer größeren Menge Aktivkohle eingesetzt und einen kleinen Teilwasserwechsel ( 5%) gemacht. Heute ist das Wasser wieder glasklar. Zu meinem Erstaunen ist weder den Fischen noch den Korallen irgendeine Reaktion anzumerken. Ich hoffe natürlich, dass dies so bleibt.
    Phosphat ist nun natürlich nicht mehr messbar. Ich versuche es mit flüssigem Korallenfutter wieder ein bisschen anzuheben. Mal sehen wie es klappt und wie es weitergeht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich erlebe es hier recht häufig, dass man Erfahrungswerte schnell mit dem Attribut "das haben wir schon viele Jahre so gemacht" in eine scheinbar veraltete Richtung zu schieben versucht.
    Ja, ich sehe heute noch immer überzeugende Gründe, mit Lebendgestein zu arbeiten und ja, ich sehe eben so wie Armin Glaser auch den großen Sinn, mit regelmäßigen Teilwasserwechseln das Aquarium stabiler zu halten. Und dies nicht nur aus den hier bisher vorwiegend angeführten Gründen der Erhaltung oder Ergänzung bestimmter chemischer Statuswerte - was gerade für nicht so Erfahrene oft nicht ganz einfach und verständlich ist - , sondern eben auch hinsichtlich der Problematik des Austrages kritischer Stoffe.

    Klar, man kann mit Ozon und Aktivkohle viele negativ wirkenden organischen Verbindungen eliminieren oder binden, sofern man dies richtig macht! Aber hierzu bedarf es auch einiges Wissens! Weiß wirklich jeder, welche der auf dem Markt angebotenen Aktivkohlen für seinen Zweck die richtige ist? Achtet jeder auf die richtige DIN-Norm (EN 12915-1), damit die Kohle nicht mit Schwermetallen belastet ist? Ist jede der angebotenen Kohlen, auch die aus Importen wie China, wirklich phosphatfrei? Welche Porengröße ist für unsere individuelle Beckensituation nötig, d.h. kennen wir die Art der speziellen organischen Störstoffe im speziellen Einzelfall und die für die Absorption nötige Porengröße? Herstellerangaben hierzu findet man selten. Wie wirkt die Aktivkohle auf den Status der Spurenelemente im Becken? Es macht nämlich wenig Sinn, teure Präparate mit Spurenelementen ins Becken zu kippen und diese dann gleich wieder mit Aktivkohle aus dem Wasser zu entfernen. Wer weiß welche Herstellungsrückstände im jeweiligen Produkt oder welche Ionenaustauschergruppen darin enthalten sind und wie man dies erkennt?

    Aus vielen Beiträgen in den Foren könnte man annehmen, dass unser Meerwasseraquarium ein einfaches, klares chemisches System ist, dass man nach bestimmten Standardrezepten betreiben kann. In Wirklichkeit haben wir aber komplexe biologisch-chemische Situation. So kann Aktivkohle - besonders im Dauerbetrieb - auch breite biologische Wirkungen als Siedlungsfläche oder direkte Sorption von Bakterien entfalten.
    Ich könnte hierzu noch viel schreiben. Es geht mir um das beispielsweise Aufzeigen der komplexen Problemstellungen, die man schon allein hinsichtlich der Aktivkohle kennen sollte und ohne wirkliche Erfahrungswerte oftmals nur schwer beurteilen kann. Für Einsteiger ist dies eine Wand vor der man stehen kann, gelegentlich auch noch angereichert mit Halbwissen mancher Ratgeber. Ob ein Rat zum Einsatz von Aktivkohle statt Wasserwechsel gerade für nicht so tief in der Materie Steckende wirklich der Richtige wäre, möchte ich doch bezweifeln!

    Es mag für Manchen hier nicht unbedingt en vogue sein, auf Bewährtes hinzuweisen. Aber Mancher ist vielleicht auch dankbar, wenn er Hinweise dafür bekommt, dass es nicht immer das neueste und teuerste Produkt sein muss, um ein Riffaquarium zuverlässig zu betreiben. Nichts gegen den kommerziellen Bereich in der Aquaristik, ohne den es auch nicht gehen würde, aber man sollte auch sehen, dass man nicht jeder Werbung folgen muss.

    Deshalb nochmals gerade für Einsteiger: Regelmäßige kleine Teilwasserwechsel auf der Basis eines guten Markensalzes sind bei allen Systemen und gleich welcher Versprechungen gute Alternativen zu manch teuren und für Einsteiger schwer zu überschauenden Maßnahmen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    über die Frage der regelmäßigen Teil-Wasserwechsel wurde hier schon häufig, meist mit verengtem Blickwinkel, diskutiert. Dabei geht es regelmäßig um die Frage des Verbrauchs und die Nachdosierung von verschiedenen Makro- und Spurenelementen, des Ausgleichs von Ionen-Verschiebungen und damit verbundenen Messungen der Werte.
    Was dabei - mit Ausnahme des Beitrages von Hans-Werner - immer völlig übersehen wird, ist der wichtige Austrag von schädlichen Verbindungen. Diese zumeist komplexen organischen Verbindungen entziehen sich aller Analysen und Messungen. Das können Bakterientoxine, Abwehr und Hemmstoffe etc. sein.
    Alle sogenannten Systeme, die einen Verzicht auf Teilwasserwechsel propagieren, vernachlässigen diesen Aspekt. Ebenso wird da vernachlässigt, dass die biochemischen Entwicklungen in den individuellen Aquarien ganz unterschiedlich, eben aufgrund der individuellen Bedingungen beim Besatz, der Einrichtung, der Fütterung usw., verlaufen können. Mit teuren Analysen im Angebot, fragwürdigen Dosierungsempfehlungen - besonders bei diversen Spurenelementen usw. - wird dann auch kräftig verdient (und viele Anwender unnötig verrückt gemacht).

    Ich halte es daher für völligen Unsinn, auf Dauer auf den als eine Art Reset wirkenden Teilwasserwechsel zu verzichten bzw. diesen Verzicht in Systemempfehlungen zu propagieren (ein zweifelhaftes Verkaufsargument um die Bequemlichkeit der Anwender anzusprechen???). Man sollte ohnehin immer auch bedenken, dass hinter solchen Systemen auch - zweifellos legale - kommerzielle Interessen stehen.

    Mein Becken, seit Jahrzehnten!!! stabil, betreibe ich mit regelmäßigen kleinen Teilwasserwechseln, die billigste und zuverlässigste Methode. Ob dies für die "tollen" (und teuren) "Systeme" auch für so lange Jahre gilt??? Die Ursache später Fehlschläge wird ja nur in den seltensten Fällen erkannt und schon gar nicht kommuniziert.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Lars,

    ich weiß nicht wie du dein Wasser angesetzt hast bzw. auch dein Wechselwasser, auf jeden Fall sollte der Osmoseanlage ein Mischbettharzfilter nachgeschaltet werden. Leitungswasser enthält oftmals, manchmal auch schwankend, Silikat. Manche Wasserwerke geben dies auch zeitweise zum Schutz der Rohre gesondert hinzu. Dieses ist die wichtigste Nahrungsquelle für Kieselalgen und diese dann wieder für Dinoflagellaten.
    Die Osmosanlage entfernt Silikat nur ganz unzureichend; daher der Mischbettharzfilter!

    Wenn das Silikat aufgebraucht ist, verschwindet dann der Spuk meist auch wieder von allein. Beim verstärkten Auftreten von Dinoflagellaten nichts, wirklich gar nichts dem Becken zugeben, vor allem auch keine Bakterienpräparte, denn viele Arten davon stellen auch eine gute Futterquelle für die Dinos dar.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Fabian,

    durch verstärkte Strömung wirst du die Cyanos nicht weg bekommen. Da kannst du noch lange erfolglos herum experimentieren. Wenn du meinen Link gelesen hast - hier Abschnitt physikalische Prozesse - wirst du auch die Erklärung bzw. Hinweise auf Forschungsergebnisse finden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Freunde,

    danke für eure Warnungen, aber ich bin da nicht so ganz unerfahren! Ich hatte beide Arten vor längerer Zeit schon im Becken, allerdings nicht gleichzeitig. Echte Probleme gab es da nicht, wohl weil mein Becken recht stark strukturiert und zugewachsen ist und der sonstige Bestand auch eher robust ist. P. pophyrea war bei mir nie besonders aggressiv, dagegen leider oft zu viel in Höhlen etc. versteckt und relativ wenig zu sehen, also nicht sehr dominant. P. diadema hatte ich vor "Urzeiten", kann mich aber auch nicht an besondere Probleme erinnern.
    Nun möchte ich es gern einmal mit beide Arten zusammen versuchen, also auch P. diadema halten und verspreche mir da auch durch die Revierverteidigung vielleicht mehr "Aktivitäten". Ausweichmöglichkeiten bestehen genug. Andere "Raufbolden" - z.B. Chrysiptera taupou (übrigens ein wunderschöner Fisch, besonders das Weibchen mit seiner gelben Rückflosse) - haben sich bei mir trotz ihres "schlechten" Rufes auch gut integriert. Mir ging es also um tatsächliche Erfahrungswerte im speziellen Verhalten dieser Zwergbarsche untereinander.

    Ich bin allgemein überzeugt, dass - von der Eingewöhnungszeit bei Neuzugängen einmal abgesehen - viel Stress durch nicht ideale Beckenstrukturen entsteht. Die meisten Aquarien die ich kenne haben einfach zu wenig Ausweichmöglichkeiten und zu wenig Bezugspunkte für mögliche Reviergrenzen.

    Leider sieht es im Moment aber eben insgesamt mit Bezugsmöglichkeiten schlecht aus. Bei DeJong ist bei vielen Arten momentan auch Flaute.

    Gruß

    Bernd

    Danke Hajo.

    Um es allgemein nochmals richtig zu formulieren, diverse Arten, die früher zu Pseudochromis zugeordnet waren, werden heute als Pictichromis geführt, u.a. eben die von mir genannten P. diadema und porphyrea, aber auch die häufig gehaltenen P. dinar und coralensis.
    Fridmani wird dagegen weiterhin den Pseudochromis zugeordnet.

    Bedauerlicherweise sind Pictichromis derzeit nicht mehr im Handel vorrätig; auch auf der Stockliste von DeJong nicht. Scheinbar sind die Lieferketten wegen der reduzierten Flüge i.Z.m. Corona eingeschränkt.

    Gruß

    Bernd

    Enschuldigung, aber das ist "Quatsch" oder anders ausgedrückt:"Verkaufsstrategie". Ich bleibe bei meiner Aussage!

    Rolf

    Hallo Rolf,

    ich beschäftige mich schon aus besonderem Interesse an der Mikrobiologie im Meerwasser intensiv mit dem Thema Cyanobakterien. Hierbei habe ich mich bereits in den "Aufbaujahren" mit Peter Wilkens zusammen an Untersuchungen und Experimente beteiligt und in all den Jahren eine große Zahl einschlägiger wissenschaftlicher Studien und Dissertationen verfolgt.
    Im Ergebnis bin ich hierbei zur Überzeugung gekommen, einen Königsweg zur Bekämpfung gibt es nicht, wenn man einmal vom problematischen Antibiotikaeinsatz absieht. Biologische Bekämpfungsmaßnahmen haben sich allerdings im großen Maß bewährt. Dabei kommt Lebendgestein eine Schlüsselrolle zu. Über deren Funktionsweise gibt es in den Foren, der Fachliteratur oder Internet viele Beschreibungen und Erfahrungsberichte.
    Selbstverständlich bleibt es jedem selbst überlassen, sich hierzu eine eigene Meinung zu bilden. Gute Erklärungen wie den hier verlinkten Beitrag von Claude Schumacher als Quatsch oder Verkaufsstrategie abzuqualifizieren, finde ich allerdings als unangemessen.

    Claude Schumacher, Michael Mrutzek und andere sind für mich überzeugende Profis, und deren Sachverstand deckt sich mit meinen bescheidenen Erfahrungen in nun 45 Jahren Meeresaquaristik.
    Leute mit akuten Problemen wie der Fragesteller hier, werden sich letztlich selbst ein Bild machen müssen, was sie überzeugt und welchen Ratschlägen sie folgen möchten.

    Gruß

    Bernd

    p.s. Zum Lebendgestein: Das meiste im Handel ist keins, sondern nur vorgehältertes. Das hat mit Lebendgestein auch nichts zu tun. Muss aber auch kein Lebendgestein sein, ein Becken zu starten. Ich starte seit Jahrzehnten alle Becken nur mit Totgestein, früher Riffäste, heute mit anderen Materialien. Es hat noch nie Probleme gegeben, die auf die Steine zurückzuführen waren.

    Hallo,

    " nur vorgehältertes", was ist das denn für eine Aussage? Natürlich ist dies Lebendgestein mit all seinen biologischen Möglichkeiten. Es wird nur für einige Zeit kontrolliert gehältert und gesäubert, damit man damit keine ungebetenen "Gäste" wie z.B. Glasrosen, unerwünschte Krabben usw. ins Becken einschleppt.

    Siehe hierzu:https://www.shop-meeresaquaristik.de/shop_content.php?coID=50lebend

    und was besonders erfahrene Leute wie Claude Schumacher von Fauna Marin hierzu sagen :

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    wenn das mit dem Phosphatmangel als Ursache für die Massenvermehrung von Cyanobakterien so einfach wäre, dann wären diese durch Phosphatzugaben ja auch schnell zu bekämpfen. Nur ist dies leider nicht so einfach!!!
    Tatsächlich wird immer wieder von Cyanoproblemen in phosphatarmen Aquarien berichtet; gleichzeitig werden bei deren Massenvermehrungen in der Natur bei Messungen meist stark erhöhte Phosphatkonzentrationen gefunden. Aus diesem scheinbaren Widerspruch werden dann oft falsche Rückschlüsse gezogen. Grundsätzlich benötigen alle Cyanoarten Phosphat, dies ist für sie essentiell. Manchmal wird behauptet, sie könnten Sulfat anstelle von Phosphat nutzen. Dies gilt aber nur für oxygene phototrophe Purpurbakterie, nicht für Cyanos. Ergo geht ohne Phosphat nix, der Mangel an Phosphat kann allein nicht die Ursache des Problems sein.

    Die eigentliche Ursache liegt im aquaristischen Mikrokosmos, der sich oftmals - besonders bei zu sterilen Starbedingungen - nur unzureichend und einseitig entwickelt. Den allseits vorhandenen Cyanobakterien stehen keine oder zu wenige Konkurrenten gegenüber! Nun kommt fatalerweise häufig hinzu, dass diverse tote Dekomaterialien Phosphate anlagern können.
    In unseren Aquarien können wir nur das im Wasser gelöste Phosphat messen. Die vermuteten "phosphatarmen Verhältnisse" wollen wir dann mit flüssigen Phosphatpräpaten ausgleichen. Dabei gibt es leider sprunghafte Konzentrationswechsel, kurzzeitig hohe Werte bei der Zuführung und dann wieder schnelles Absinken nach der Anlagerung im Totgestein.
    Wir Haben auch Gattungen von Cyanobakterien im Becken, die erhöhte Phosphatspeicherkapazitäten besitzen, welche sie in der "Hochphase", also bei der Phosphatzugabe auffüllen können, die dann aber auch bei niedrigen Konzentrationen im Wasser durch Biosynthese auf periplasmatische Phosphatasen zurückgreifen können. Um es einfacher auszudrücken, sie können auch Phosphorsäureester bzw. organische Phosphorverbindungen nutzen.

    Mit unseren "chemischen Eingriffen" können wir also viel durcheinander bringen, weil wir die komplexen biologischen Systeme nicht im Griff haben und zu linear handeln.

    Auch wenn das Becken nun einmal so eingerichtet wurde wie es ist, muss dies nicht so bleiben!!! Man muss nicht alles herauswerfen, sondern man kann ergänzen und verändern. Daher nach wie vor mein Rat, biologisch zu agieren, statt nur auf Chemie zu setzen: Lebendgestein einbringen (kleinere Mengen reichen), überflüssiges Totmaterial entfernen, ausreichender Tierbesatz (Fische und Verbraucher/genug und nicht nur kleine Korallen) gut füttern, Schadstoff- und Toxinaustrag durch regelmäßige Teilwasserwechsel, Cyanobeläge nicht festsetzen lassen und ansonsten Ruhe bewahren und Geduld mitbringen. Dann verschwinden die Cyanos garantiert nach einiger Zeit.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    die Zugabe der Phosphatmischungen geht nach einer ganzen Reihe von Berichten jedoch oftmals auch mit dem Auftreten von Cyanoplagen einher. Nun fehlen zwar eindeutige Untersuchungen, ob da ein kausaler Zusammenhang zum Präparat selbst oder zur Beckenstruktur (Einrichtung mit Totmaterial) besteht; allerdings ist auffällig, dass in all diesen Fällen das Problem erst einige Zeit nach dem Neustart und vor allem erst nach den Zugaben des Phosphats auftrat. Unklar ist auch noch, welche genaue Arten oder Unterarten der Cyanobakterien jeweils beteiligt sind und ob es sich um Mischaggregate - etwa mit Dinoflagellaten - handelt.
    Selbstverständlich teile ich die Ansicht, dass es zu keinen Phosphatlimitierungen kommen darf. Dem sollte man aber auf einem biologischen Weg mit ausgewogenem Fisch-Korallenbesatz mit entsprechender Fütterung und einer entsprechenden Beckeneinrichtung mit wenig phosphatziehenden Elementen begegnen. Im "Normalfall" sollten dann Ausscheidungen der Fische, Fütterung und Desorptionsprozesse für den Phosphatnachschub ausreichend sein. Vorbeugung ist immer besser als das "Heilen".

    Gruß

    Bernd

    Hallo Fabian,

    dein Becken wurde weitgehend mit totem Gestein eingerichtet; dass bisschen Gestein an den eingesetzte Korallen erfüllt keinesfalls so breite Funktionen wie Lebendgestein. Nicht gut besiedelte Flächen im Aquarium sind immer bevorzugte Ansatzbereiche für Primärbesiedler wie Cyanobakterien.
    Wie schon geschrieben wurde, sind Cyanos latent immer vorhanden. Sie sind extrem anpassungsfähig und nutzen günstige Bedingungen, welche dies auch immer sein mögen, schnell zu ihrer Vermehrung. Detritus oder "falsche" Strömungsverhältnisse sind ganz bestimmt nicht die Ursache für dein Problem!!! Was bei dir (noch) nicht optimal zu sein scheint, ist eine vielfältige, ausgewogene Beckenbiologie.
    Abfallprodukte kann keine Strömung vollständig aus dem Aquarium entfernen, egal wie sie gestaltet wird! Diese werden aber bei einem einigermaßen aktiven Mikrokosmos bis auf tote, biologisch inaktive Reststoffe aufgearbeitet. Viele Cyanoarten werden übrigens durch starke Strömung besonders gefördert!!!

    Du hast viel zu viel unnötiges Zeugs eingebracht. Ein ordentliches Aquarium funktioniert ohne Zeolith, chemische Zugaben wie Phosphat etc.. Von Cyanoplagen wurde schon häufig nach der Zugabe von Phosphat berichtet.

    Mein Rat: Lass all das Zeug aus dem Becken, lass dieses zur Ruhe kommen, füttere die Fische ausreichend , aber nicht zu viel, mach regelmäßig kleinere Teilwasserwechsel (vor allem zum Austrag schädlicher Verbindungen wie z.B. von Cyanos abgegeben Toxinen), setz ein bisschen Lebendgestein ein und fummle nicht zu viel herum. Wenn du etwas änderst, dann immer nur eine Maßnahme und dies mit Zeitabstand, damit du die Wirkung zuordnen kannst.
    Störe die Cyanos durch häufiges Abpinseln und halte dies lange (u.U. wochenlang) durch. Ansonsten unterlass alles andere und zeige Geduld!!!
    Hier noch mein alter Artikel zu dem Problem: https://www.riffaquaristikforum.de/content/30-pro…-cyanobakterien

    Gruß

    Bernd

    Hallo Horst,

    warum willst du denn bei der Alkalinität halbe Einheiten messen? Das ist so unnötig wie nur was! Die meisten Tests sind ohnehin nie absolut genau, was aber keine Rolle spielt. Bei der Alkalinität kommt es nur auf die Richtung an. Sie sollte idealerweise um KH 7 bis 8 liegen, davon nicht zu sehr abweichen und nicht ständig stark schwanken.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rüdiger,

    ich verwende eine flache Wanne aus durchsichtigem Kunststoff - 40 x 55 x15 - preisgünstig aus dem Baumarkt. Sie steht ab dem Frühjahr unter einer Überdachung im Freien. Den Ansatz habe ich so gemacht wie es Thomas beschrieben hat. Gefüttert habe ich auch zunächst mit Hefe. In kurzer Zeit haben sich in der Wanne von allein grüne Schwebealgen gebildet, die dann als Futter gereicht haben. Allerdings waren auch bei mir die Zuchterfolge verschieden; im vorletzten Jahr massenhafte Vermehrung, im vergangenen schlecht.
    Ich glaube, dass dies nicht an der Sommerhitze lag. Vermutlich waren es die verschiedenen Artemiasorten. 2019 waren sie von JBL, 2020 von Fantaqua. Die genauen Arten waren nicht angegeben, die Schlupfrate war bei beiden sehr gut, aber eben nicht die weitere Entwicklung. Diese Jahr werde ich es daher mit Artemia franciscana gem. des von Ewald dankenswert eingestellten Links probieren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    deine Hypothese könnte eine Erklärung sein. Leider habe ich nicht richtig beobachtet, ab wann Farben verschwunden waren. Da schaut man jeden Tag ins Becken und weiß dann doch nicht mehr, wann sich etwas verändert hat. Auf jeden Fall gibt es keinen Übergang mit langsam schwindender Grünfärbung.
    Vielleicht könnte ich der Sache mit neuen Ablegern einmal auf den Grund gehen, was aber nicht ganz einfach ist. Der Mutterstock ist inzwischen sehr groß, aber im Becken fehlt mir Platz für weitere Ableger.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    bei meinem größten Stock sind die grünen Teile tatsächlich mehr an der vom Licht abgewandten Seite, im direkt bestrahlten Bereich sind nur etwa 40 % grün. Bei einem Ableger ist es aber gerade umgekehrt, da sind die weniger bestrahlten Bereiche auch weniger grün.
    Mutationen schließe ich eigentlich aus, denn die Vermehrung der Polypen an einem Stock erfolgt ja vegetativ. Wenn eine verstärkte Pigmentproduktion als Lichtschutz erfolgen sollte, dann müsste dann der stärker bestrahlte Bereich eigentlich grüner sein. Farbabstufungen zwischen den Tentakeln gibt es auch nicht; sie sind entweder grün oder nicht.

    Gruß

    Bernd