Guten Morgen,
interessanter Thread mit koryphäenhaften Betrachtungsweisen. 
hat eigentlich jemand mal darüber nachgedacht, das in den bunt zusammengewürfelten, nicht harmonierenden Fischvergesellschaftungen, in ihren unpassenden Einhausungen überhaupt der Grund einer Primärinfektion zu suchen ist?
es war doch unlängst wieder ein Fall hier im Forum ausgerollt, welcher meine Einschätzung des weiteren Verlaufes bei Einsetzen des unpassenden Besatzes bestätigte.
An der UV klammern sich viele als technische Krücke fest, andere wiederum am Gedanken der Hilfe durch Bakterien.
Ich halte es so, den Fischen bestmögliche Haltungsbedingungen bei bester Ernährung in sozialem Umfeld zu bieten.
Die Fische sind kerngesund, manche nun schon 12 Jahre bei mir, seit ich dieses Metier betreibe.
Zitat
Vielleicht erleichtert das ja einigen Leuten die Entscheidung, ob sie eine UV- Anlage installieren oder nicht..
aber sicher doch-; meine Entscheidung war dahingehend, -nach Schaffung der optimalen Grundbedingungen, eine installierte (eigentlich waren es viele) UV wieder abzuschalten...
Zum Glück sind Krankheiten ein Gebiet, auf dem ich nur einmal eine Erfahrung gemacht habe und ich Grund dessen in UV aufrüstete.
Ich habe einmal den Fehler begangen, einen Fisch vor 8 Jahren aus Aquarien-UV Haltung zu übernehmen. Den Fisch hatte ich in ein Zwischenbehältnis gegeben, -bis zu dessen angedachter Übersiedlung in ein grosses Becken. Genau dieser Fisch wurde Grund seines geschwächten Immunzustandes unter seiner jahrelangen UV-Hälterung von Oodinium befallen.
Binnen 14 Tagen verlor ich damals fast meinen gesamten Fischbesatz durch folgende Sekundärinfekte in allen im Wasserkreislauf hängenden Becken. Der 'Seuchenfisch' überlebte als einer von wenigen und erfreut sich heute bester Gesundheit ...ohne UV.
Warum hat er überlebt?
Meine laienhafte Vermutung: sein Immunsystem hat sich mit richtiger Ernährung in einem mit Keimen wie in der Natur durchsetzten Umfeld erholt und wurde sogar gestärkt.
Eure Erkenntnisse, dass UV die Keime und Sporen der freien Wassersäule eleminiert, ist ausnahmslos richtig.
Nur, habt ihr in eure Betrachtungen die Lebensweise herbivorer Fische mit einbezogen? Die würden durch die Nahrungsaufnahme , wenn sie es wie sie in der Natur handhaben, durch das abstreifender Biofilme die Erreger aufnehmen. Und was bekämpft in diesem Fall eine UV?
Es stimmt zumindest mich bedenklich, wenn eine UV heutzutage als must have beschrieben wird, schlimmstenfalls bei Steckerziehen auch noch der Fischbesatz -ich sage es deutlich- verreckt; dies dann wiederum als Beweis angesehen wird, dass eine Haltung der Fische in mit pathogenen Keimen durchsetzten Aquarien nicht/kaum möglich sei.
Da unterstelle ich einfach: was sind das für umfunktionierte Gülle- und Klärgruben, in denen die Fische ihr Leben fristen müssen?
Zitat
Das Thema "Einsatz probiotischer Hilfsfaktoren (u.a. nützliche Bakterien) zur Abwehr schädlicher Bakterien" schwappt seit einiger Zeit aus der professionellen Aqua-Kultur in die Aquaristik rüber. Bereits 2001 hatte die Dissertation von Franziska Geiger dieses Thema aufgenommen und an Zierfischen überprüft, ebenso die auch von mir in meinen Fachartikeln propagierte Anwendung von ß-Glucan zur Immunstimmulierung und als unterstützende Therapie bei Infektionen. Allerdings gibt inzwischen einige Arbeiten zu dem Thema, die dann den "harten" wissenschaftlichen Beweis über aussagekräftige Statistiken und reproduzierbare Testreihen häufig schuldig bleiben, dass hier tatsächlich der so erhoffte Nutzen eintritt. Allerdings will ich auch nicht betreiten, dass es immer wieder von professionellen Aquafarmen Berichte über Erfolge gibt, die z.T. ganz auf künstlich hergestellte Antibiotika verzichten.
sehr dogmatisch beschrieben
.
in Ansätzen sicherlich richtig; aber wie lässt sich der Hype der letzten Zeit auf bestimmte Bakterienpräparate erklären, wenn die Anwender wiederum Anwender werben, weil die sichtbaren Erfolge das halten, was sie versprechen?
Da bleiben erklärbare reproduzierbare Testreihen, wie so oft im tatsächlichen Leben, aussen vor. 
Edit:
mir entzieht sich die Logik, einer UV-Anlage ihren unbestreibaren Effekt in der Abtötung von frei in der Wassersäule vorhandenen (abgeschwemmter?) Bakterien und Sporen etc. zuzugestehen, andererseits sich aber der Wirkung derer aus Flaschen und Tröpfeleinheiten, auf die Fischgesundheit und der von Niederen Tieren zu verschliessen.
Zugegeben, nicht allles auf diesem Gebiet taugt etwas. manches taugt bestenfalls als Bakterienfutter, womit man dann die jeweils vorherrschenden Bakterienstämme in den Becken begünstigt.