Beiträge von Jens Kallmeyer

    Hi

    das was ich über diesen Fisch gefunden habe, muß es der " Achoerodus gouldii " sein. :smiling_face_with_sunglasses:


    Hmmm, irgendwie bin ich nicht zu 100% überzeugt das dieser Fisch ein Achoerodus gouldii ist. Habe mal nach Bildern von juvenilen gegoogelt und die sahen alle anders aus, meistens eher grünlich. Die tiefblaue Färbung haben wohl nur adulte Männchen, und der von Marco ist ja nun wirklich noch lange nicht ausgewachsen.
    Das stand dazu in einer Datenbank (http://www.fishesofaustralia.net.au/home/species/206):

    These large inquisitive wrasses change sex from females to males during their life (protogynous hermaphrodites), and also change colour along the way. Juveniles are greenish with scattered pale spots. Adult females are typically greyish-green to reddish in colour, and males are greyish to blue.

    Also, das Rätselraten geht weiter.....

    Hallo Angelo,

    die sieht nicht gut aus, aber noch lange nicht tot. In diesem Zustand kann das Kuscheln von Anemonenfischen die Anemone leider umbringen, auf jeden Fall würde ich sie ggf. von den Fischen isolieren.
    Wenn sie sich nicht festmacht ist das kein gutes Zeichen, das hat meine auch mal gemacht als ich sie umsetzen wollte, der neue Platz gefiel ihr nicht, aber anstatt zu wandern ließ sie sich einfach nur treiben. Ich konnte meine Ane dadurch retten das sich sie erstmal in ein Extrabecken mit relativ schwacher Strömung und gute Beleuchtung gesetzt habe (2 T5 Röhren 10 cm überm Wasser bei 20 cm Wasserstand). Sie hat sich dann langsam wieder erholt. Deine Ane ist ja nicht gebleicht, das ist schon mal gut. Ich würde sie irgendwo bei schwacher bis mäßiger Strömung und reichlich Licht platzieren, am besten in einem eigenen Becken. Füttern bringt in diesem Zusand nichts sondern belastet das Tier nur. Gerade H. crispa kann bei der Eingewöhnung manchmal echt heikel sein.
    Grüße
    Jens

    Hallo Wolfgang,

    nun ja, das steht da ja eigentlich nicht in dem Artikel. Die Massenelemente (Ca, Mg, K, Sr, etc) können sehr genau und reproduzierbar mit einer ICP-OES gemessen werden, aber diese ganzen Messwerte für Spurenelemente sind nicht mal zu gebrauchen um eine Tendenz abzulesen da sie z.T. um ein Vielfaches von der Konzentration des Standards abweichen und diese Abweichung auch nicht reproduzierbar ist, d.h. einmal ist der Messwert deutlich über, einmal deutlich unter dem echten Wert. Die Firma macht einen auf Dicke Hose und behauptet Sachen mit einer ICP-OES messen zu können an denen bisher alle großen Forschungslabors gescheitert sind. Auf Nachfrage wie sie es denn tun bekommt man keine Antwort mit dem Hinweis auf Betriebsgeheimnisse. Dazu kommt noch die völlig unzureichende Probenaufbereitung (kein Ansäuern, keine Sterilfiltration), das fehlen jeglicher Nachweisgrenzen und Fehlerbalken, sowie das Weglassen der Salinitätmessung. Wenn mir einer meiner Studenten im Praktikum so einen Bericht abliefern würde wäre er durchgefallen, ohne das ich mir die Ergebnisse überhaupt angeschaut hätte. Zahlen produzieren ist eine Sache, aber ohne eine kritische Betrachtung der Messwerte ist eine Messung nur bedingt aussagekräftig. Für die Massenelemente ist das alles kein Problem, die liegen weit überhalb jeglicher Nachweisgrenzen (ein Fehlerbalken wäre trotzdem nicht schlecht un zu sehen wie reproduzierbar die Messung ist), aber bei den Spurenelementen ist eine Messung ohne Nachweisgrenzen und Fehlerbalken etc. einfach nur Unsinn, da er etwas vorgibt, was u.U. nichts mit der Realität zu tun hat.
    Grüße
    Jens

    HI Dietmar,

    der gleiche Händler der auch die zwei spätblauen Docs in seinem 5000L Becken hat, hat auch einen adulten ca.30 cm großen C. gaimard im Becken. Der dreht gut faustgroße Steine um und ist den ganzen Tag unterwegs. Ein toller Fisch, aber ich möchte nicht wissen was der in einem Korallenbecken alles anstellt. Alles was nicht bombenfest einzementiert ist wird zu Spielzeug.

    Lass die Anemone erstmal noch drin, sie hat sich ja anscheinend gut fest gemacht und sieht auch nciht so aus als ob sie kurz vorm Sterben ist. Was mich wundert ist der lange Fuß und die relativ kurzen Tentakeln, steht die immer so da oder macht sie manchmal auch weiter auf?
    Das sie sich abends zumacht scheint ja bei einigen Leuten zu passieren, habe ich bei meinen in über 10 Jahren noch nciht beobachten können, man lernt nie aus.
    Ich würde mir allerdings Gedanken machen wo Du anderes Wasser her bekommst, entweder ist da eine Umkehrosmose fällig oder ein Ionenaustauscher. Berliner Leitungswasser ohne weitere Aufbereitung ist eher nicht so zu empfehlen. DIeses destillierte Wasser im Kanister ist in vielen Fällen eine echt fiese Brühe, für Autobatterien ist das egal, aber unsere Aquarienbewohner sehen das anders. Außerdem kann man auf alles einen hübschen Fisch draufmalen und draufschreiben das im Himmel Jahrmarkt ist, ob das dann auch zutrifft ist eine andere Sache.
    Grüße
    Jens

    Hallo Unbekannter

    Nein das ist nicht normal. Hier mal ein paar Gedanken dazu, einfach mal so ins Blaue.
    Wie lange ist das Tier schon im Becken? Direkt nach dem Umsetzen in ein anderes Becken führen Anemonen häufig einen Wasseraustausch durch, dabei werden sie ein-oder zweimal schlapp und pumpen sich dann wieder voll. Jeden Abend machen sie das eigentlich nicht.
    Hast Du Anemonenfische im Becken? Wenn die im Verhältnis zur Anemone zu groß sind oder zu aggressiv kuscheln, dann kann die Anemone beleidigt sein und sich zusammenziehen, aber das würde dann nicht immer gegen Abend passieren.
    Fütterst Du die Anemone? Wenn man sie überfüttert kann es passieren das sie versuchen das Futter wieder auszukotzen damit es in ihrem Körper nicht fault. Dazu muss man sie aber schon ganz massiv mästen.

    Ein Foto vom Becken und der Anemone wären ganz hilfreich, außerdem noch ein paar weitere Angaben zum Becken (Alter, Beleuchtung, Strömung, Wasserwerte, etc.)

    Grüße
    Jens

    :face_with_open_mouth: :frowning_face: :angry_face:


    .


    Je nach Analysemethode und Gerät und was die sonst so analysieren können die nach einer Meerwasserprobe das Gerät einen Tag lang ausgiebigst Putzen um die Leitungen wieder sauber zu kriegen. Unterhalte Dich mal mit Leuten die Spurenelemente analysieren, schon auf die Frage ob Du mal eine Meerwasserprobe bei denen ins Labor bringen kannst geht bei denen der Puls hoch. Schon wenn ich bei meiner IC von normaler Anionen Analytik mit karbonatischem Laufmittel auf NOx Analyse mit NaCl Laufmittel umstelle und wieder zurück spüle ich mehrere Stunden bis der Cl-Hintergrund wieder auf normalem Niveau ist, und meine Analysen sind im Vergleich zur Spurenelementanalytik eher grob.
    Da Meerwasser nunmal fast alle bekannten Elemente enthält und das auch noch in einer (aus analytischen Sicht) ziemlich bescheuerten Mengenverteilung ist die Kalibration einer hochempfindlichen Maschine wie z.B. einer ICP-MS (teilweise aus ICP-OES oder AAS) auch keine so ganz einfache Sache. Entweder es wird für eine einzelne Probe ein wahnsinniger Aufwand betrieben oder die Ergebnisse sind auch nciht besser als ein Tröpfeltest.

    Grüße
    Jens

    Hallo Klaus

    ich habe mir damals meine Profile bei http://www.paletti.de bestellt. Teileliste hingeschickt, ein paar Tage später kamen die Sachen in einem handlichen Paket. Ich kann mich nciht mehr an die Transportkosten erinnern, aber wenn es 80€ gewesen wäre, dann hätte ich da nicht bestellt. Bei Paletti gibt es auch die Verbinder in VA, das würde ich auf jeden Fall nehmen.

    Grüße
    Jens

    Wenn er klein ist, ist er niedlich und friedlich, wenn er groß ist ist er ziemlich hässlich und aggressiv. Habe ihn noch nie gehalten und auch keine Lust es jemals zu tun. Habe ihn aber schon im Riff beobachten können, auf jeden Fall sahen die beobachteten Fische Deinem Fisch sehr ähnlich. Jungtiere sieht man in kleinen Gruppen, die Alttiere stehen deutlich weiter auseinander. Keine Ahnung ob jeder Fisch ein eigenes Revier hat oder sie einfach nur mehr Abstand zueinander halten. Auf jeden Fall zicken sie jeden Fisch an der ihrem Loch bzw. Korallenblock zu nahe kommt.
    Grüße
    Jens

    Hi

    Ich habe ein ausgewachsenes Paar Mirakels im Becken und mein Paar Stenopus hispidus hat überhaupt kein Problem mit denen, die hängen gemeinsam in einer Höhle. Die Stenopus wurden etwa 2 Jahre nach den Mirakeln eingesetzt. Kann sein das es an den langen Zangen liegt, das die Mirakel die in Ruhe lassen, Putzergarnelen haben die nicht und passen daher vielleicht besser ins Mirakelmaul.
    Grüße
    Jens

    Hallo Caro,

    Du kannst es Dir ja ausrechnen wie groß der VE sein soll, eine Angabe über die Kapazität in Härtelitern findet man ja eigentlich bei jeden ernstzunehmenden Anbieter. Also Gesamthärte des Ausgangswassers multipliziert mit den benötigten Litern an Wasser. Ich würde die Anlage so planen, dass Du rechnerisch um die 3 Monate mit einer Regenerierung hinkommst, wenn Du dann alle 2 Monate regenerierst bist Du auf der sicheren Seite. Was die Kosten angeht würde ich mir allerdings auch mal Gedanken über die Kosten für Säure und Lauge machen, umsonst gibt es die auch nicht. Außerdem möchte ich Dir ganz dringend raten noch das Geld für eine gute Schutzbrille mit einzuplanen, Handschuhe wären auch nicht schlecht. Du willst nicht das ein Laugenspritzer im Auge landet, denn das wäre das Letzte was Du auf dem Auge sehen würdest. ICh bin selber ein großer Fan von VE Systemen, habe aber schon genügend Aquarianer gesehen denen ich so ein System niemals empfehlen würde.
    Ich habe ein System von Minionic (2 x 10 L, stark sauer und stark basisch) und bin ganz zufrieden, wenn ich mir noch mal eines holen würde, dann würde ich auf Gardena Anschlüsse achten, die gibt es bei meinem nicht und das ist manchmal etwas nervig.

    Grüße
    Jens

    Nun ja, das habe ich so aber nicht gesagt als ich bei Dir war. Ich meinte ja nur, dass bei einem Nullwert mit einem Salifert Phosphat Tröpfeltest es noch lange nicht heißen muss das auch Null Phosphat im Wasser ist. Dein Becken zeigt auf gar keinen Fall irgendwelche Anzeichen einer PO4 Limitierung, sonst hätte ich Dir auch schon geraten den Adsorber rauszunehmen. Für mich sah das alles nach einer leichten Stickstoff Unterversorgung aus, hatte ich ja auch schon ein paar mal in meinem Becken, meisten dann wenn ich länger weg war und niemand eingegriffen hat. Etwas Nitrat rein und ansonsten mal die Finger draußen lassen, dann sollte das ja schon wieder werden. Wachsen tun die Korallen ja bei Dir recht gut..

    Grüße
    Jens

    PS: Die Blasenkoralle steht zur Abholung bereit, lass uns am WE mal telefonieren

    .....würdest du die Preußen auch mit Centropyge multifaciata vergesellschaften? ....

    Ich glaube nicht das die sich was tun werden weil sie ganz andere Bereiche bewohnen. Die Preußen bevorzugen das freie Wasser, meistens stehen sie ein kleines Stück weg von ihrem Block, während die multifasciata ja eher in den Höhlen und Überhängen unterwegs sind und sich selten komplett im freien Wasser zeigen. Das kann man im Riff ganz gut beobachten, bisher habe ich multifasciata nur an tieferen Steilwänden gesehen, während die Preußen (oder irgendwelche gestreiften Demoisellen) weit oben zwischen den Korallen abhängen und sich da anstressen. Bei Deiner Beckengröße sollte sich da ja sowieso alles verteilen. Bei uns hat ein Händler einen Schwarm Chromis viridis im 5000 L Becken, erst da kommen die voll zur Geltung und bleiben auch langfristig als Schwarm. Allerdings herrscht in dem Becken der absolute Terror wenn die Biester laichen, da schwimmt sogar ein fetter Imperator und ein Clownsdrücker nicht mehr in die Ecke vom Becken.

    Grüße
    Jens

    Hi Torben,

    Bei der Taucherei kommt mir wohl zugute das ich schon seit 26 Jahren meinen Kopf unter Wasser stecke (hab damals den Großteil meines Konfirmationsgeldes in eine Ausrüstung investiert), über die Jahre sieht man schon so das eine oder andere Tierchen...trotzdem gibt es noch genügend Fische die mir noch nicht vor die Brille geschwommen sind. Es bleibt also noch spannend.
    Was die Reiserei angeht, manche Touren sind ja echt nett, aber immer häufiger bin ich nur noch am abkotzen wenn ich schon wieder in so einen stinkigen Flieger muss. Bei den meisten Touren sehe ich ja außer Flughafen, Hotel und Konferenzräumen nichts vom Zielort. Manchmal sind die Kollegen vor Ort so nett und organisieren noch eine kleine Tour am Abend oder Wochenende, aber das ist dann schon eine Ausnahme. Und Urlaub dranhängen geht ja kaum noch, das haben uns so tolle Politiker wie z.B. der niedersächsische Ex-Ministerpräsident Glogowski und Herr Scharping (aka Osama bin Baden) versaut. Die haben auf Staatskosten irgendwelche 1-Tagestrips gemacht und dann einen fetten Urlaub drangehängt, gern auch noch mit Familienanhang. Einige Affären sind dann so hochgekocht das im allgemeinen Aktionismus das Bundesreisekostengesetz massiv verschärft wurde. So konnte der Pöbel beruhigt werden, wer sonst alles darunter zu leiden hat ist ja egal.
    Wenn ich mein Becken noch mal planen könnte wäre es 1 m hoch, ginge immer noch mit der gleichen Glasstärke und ob 90 oder 100 cm, das Handling ist echt besch.... sieht aber geil aus.

    Grüße
    Jens

    Hallo Torben,

    konnte C. starkii einmal live beobachten, scheinen paarweise zu leben und sind sehr territorial. In dem Gebiet waren mehr Tiere zu sehen, aber sie standen meistens in Zweiergruppen zusammen und hielten immer einen gewissen Abstand zueinander. Ein traumhafter Fisch, aber mehr als 2 würde ich auch bei Deinem Becken nicht einsetzen. Joachim Großkopf hatte mal ein Paar im Angebot, vielleicht ist das ja noch da.

    Grüße
    Jens

    Hallo Daniel,

    ich habe seit gut 4 Jahren eine E. quadricolor im Becken, sie hat sich in der Zeit mehrfach geteilt und da musste ich dann auch schnell aktiv werden um die überzähligen Tiere so schnell wie möglich zu entfernen. Ich habe die nie gezählt aber 5 Stück oder so konnte ich entfernen und abgeben, der Rest wurde mit Natronlauge ins Nirvana befördert. Bevor mir die SPS vernesselt werden haue ich der lieber eine Ladung Natronlauge rein. Zusätzlich habe ich seit ca. 1 Jahr eine ca. 30 cm große Stichodactyla gigantea im Becken, die sitzt in einer Anemonenhöhle von Korallenwelt und will da auch nciht mehr raus. In dem Jahr hat sie sich nicht einen Millimeter bewegt. Dann habe ich noch eine Heteractis crispa im Becken, die hat mich schon ein wenig geärgert. An ihrem ursprünglichen Platz gefiel es ihr so gut, dass sie schneller wuchs als mir lieb war. Irgendwann war sie dort einfach zu groß. Eine Umsetzaktion klappte leider nicht, sie wurde von einigen kleinen Scheibenanemonen angenesselt! Das hätte ich mir niemals träumen lassen, in einer last-minute Rettungsaktion setzte ich sie in ein anderes Becken und päppelte sie wieder hoch. Nun ist wieder im Hauptbecken und hat sich am neuen Platz auch nur minimal bewegt. Dort kann ich zwar nicht ihr Wachstum kontrollieren, aber wenigstens kommt sie meinen SPS dort nicht allzu sehr in die Quere. Heteractis crispa scheint wohl generell eine der "faulsten" Anemonen zu sein was die Wanderei angeht, allerdings wird sie bei guter Pflege echt groß. Ich würde jederzeit eine Anemone in ein Riffbecken setzen, aber ein Restrisiko bleibt immer, ein paar SPS sind bei mir auch mal vernesselt worden, wirklich komplett verloren habe ich aber keine. So eine Heteractis magnifica würde mich ja schon mal reizen, aber das geht wohl wirklich nur auf einer einzelnen Säule auf freiem Sandgrund, und dafür habe ich leider keinen Platz.
    Das sind meine Erfahrungen, die Entscheidung musst Du treffen und mit den Konsequenzen leben auch.

    Grüße
    Jens


    Nichts für ungut, aber da die Putzer im Harem leben (1 maennliches und bis zu 6 weibliche Tiere),....

    Hallo Hajo,

    hmmm, also in über 20 Jahren Taucherei in tropischen Gewässen habe ich wirklich noch niemals mehr als zwei Putzer zusammen an einer Putzstation gesehen. Ich habe auf Deinen Hinweis hin natürlich auch mal gegoogelt, das führte aber auch zu keinem befriedigenden Ergebnis. Ich fand zwar einige Texte die behaupteten, dass Putzerlippis im Harem leben, konnte aber keinerlei Fotos finden auf denen mal mehr als 2 Putzer abgebildet waren. Wenn es also üblich sein sollte, dass die Tierchen im Harem leben, dann wundert mich das schon. Wenn Du mal ein paar Fotos einstellen könntest von Putzerharems in der freien Natur, dann wäre ich Dir dankbar. Ansonsten beharre ich auf meiner Überzeugung das adulte Putzer ausschließlich als Paare leben und nicht im Harem. Eventuell anwesende Jungtiere (von mir nie beobachtet) werden vielleicht geduldet, haben aber keine aktive Rolle im Harem.
    Lippfische sind eigentlich in der wissenschaftlichen Literatur als protogyne Hermaphroditen beschrieben, d.h. sie können sich nur vom Weibchen zum Männchen umwandeln. Ob sie dieses unbedingt im Laufe ihres Lebens tun müssen, oder ob sie in Anwesenheit eines dominanten Männchens so stark unterdrückt werden, dass sie es nicht tun, dass ist wahrscheinlich von Art zu Art unterschiedlich und wohl auch situationsabhängig. Ich habe nur mal eben die Putzer auf Fischbase gecheckt, ist auf die Schnelle immer noch eine gute Informationsquelle. Alle Putzer werden als protogyne Hermanphroditen angegeben, und falls Infos über die Sozialstruktur angegeben werden steht da immer, dass es sich um monandrische Arten handelt, bei denen also zu jeder gegebenen Zeit immer nur ein Männchen mit einem Weibchen aktiv ist, weitere Tiere sind (wenn vorhanden) also nicht geschlechtsreife oder nicht geschlechtlich aktive (Jung-)tiere.
    Auf Fischbase wird gerade L. phtirophagus als "monogam" bezeichnet, mit einer Referenz an die ich leider so auf die Schnelle nicht rankomme um das zu checken (Whiteman, E.A. and I.M. Côté, 2004. Monogamy in marine fishes. Biol. Rev. 79:351-375. )

    Im Aquarium würde ich mich aufgrund der mangelnden Beckengröße und dem Mangel an zu putzenden Fischen immer auf ein Paar beschränken. Ich kenne auch keine Berichte bei denen eine Gruppenhaltung geklappt hat.
    Ich für meinen Teil habe ein Paar im Becken und bin damit sehr glücklich. Mein erstes Paar kam von Joachim Großkopf und harmonierte ganz prächtig. Glücklicherweise habe ich genügend Fische im Becken, so dass sich die Putzerei auf diverse Fische verteilte. Leider war nach einem Jahr einer von den beiden plötzlich verschwunden. Dann gingen die Probleme eigentlich erst los, der verbliebene Fisch zeigte innerhalb kürzester Zeit bösen Hospitalismus und schoss auf einer festgelegten Bahn durchs Becken. Geputzt wurde kaum noch, selbst wenn die anderen Fische sich ihm anboten. Ich setzte daraufhin einen Putzer nach, und nach einer kurzen Eingewöhnungsphase bei der erstmal die Rollenverteilung geklärt werden musste ging die Putzerei wieder los. Der Hospitalismus des Alttieren war von einem Moment zum anderen vorbei. Nun sind die beiden auch schon ca. 3 Jahre bei mir und verstehen sich prima.

    Was die Unterscheidung zwischen L. pectoralis und phtirophagus angeht, ich konnte sie mir beide schon in der Natur ansehen und habe ehrlich gesagt keinen wirklichen Unterschied feststellen können. Vielleicht hat der phtirophagus etwas mehr Rot in der Schwanzflosse, aber war es dann meiner Meinung auch schon. Leider habe ich kein aktuelles Lippfisch Buch, mich würde es aber nicht wundern wenn die Unterteilung in zwei Arten mal wieder eine von diesen elenden Haarspaltereien von Kuyter war. Der Kerl ist zwar ein toller Taxonom, aber seine permanente Aufteilung von bestehenden Arten mit einer gewisssen geographischen Variabilität in zig einzelne Arten (z.B. Pseudanthias squamipinis in squamipinis, cheirospilos, nobilis und cf. cheirospilos) macht mich echt wahnsinnig. Wenn er wenigstens eine ordentliche Genetik dazu liefern würde, aber das schafft er ja nicht :frowning_face:
    Der große Preisunterschied zwischen den Arten ist wohl dadurch zu erklären, dass der phtirophagus von Hawaii kommt, und da werden den Fängern halt andere Gehälter gezahlt als in Indonesien etc. Der pectoralis hat ja ein wesentlich größeres Verbreitungsgebiet und kommt fast im ganzen Westpazifik vor.

    Grüße
    Jens

    Hi Jens,

    ich arbeite seit 4 Jahren mit einem semi-permanenten Wasserwechsel (2 mal pro Tag) und komme damit sehr gut klar. Das System ist ähnlich zu dem was venusta vorgestellt hat, allerdings ohne Computer sondern mit Zeitschaltuhren.
    Bei der Konstruktion des Systems war es mir besonders wichtig, dass jeder mögliche Fehler (Ausfall einer Pumpe, bzw. Dauerlauf einer Pumpe) nicht zur Katastrophe führt. An jeder Stelle müssen Notüberläufe oder redundante Abschaltmechanismen installiert sein!
    Mein System funktioniert so: Erst wird mit Süßwasser die Verdunstung ausgeglichen, und der Wasserpegel im Filterbecken auf das Soll-Niveau gebracht. Dann schaltet sich einige Minuten später eine Pumpe in der ersten Kammer des Filterbeckens (in Flussrichtung gesehen) an und pumpt Salzwasser ab, das wird in einem Tank aufgefangen. Sobald der Niveauschalter in der letzten Kammer des Filterbeckens einen fallenden Wasserstand bemerkt wird eine Pumpe im Salzwasser-Vorratstank angeschaltet und gleicht den Verlust aus. Das frische Salzwasser wird direkt in den Ansaugstutzen der Rückförderpumpe geleitet, damit es ohne große Umwege im Becken ankommt und nicht von der Abwasserpumpe gleich wieder entfernt wird. Im Vorratstank ist ein Schimmerschalter am Boden, der schaltet das gesamte System ab falls mal die Steuerung eine Macke hat. Außerdem ist der Tank für das Altwasser mit dem Vorratstank über einen Notüberlauf verbunden. Sollte die Anlage also mal im Dauerlauf hängenbleiben, dann pumpt sie einfach das Altwasser im Kreis. Der Vorratstank ist wiederum mit einem Notüberlauf mit dem Süßwasser Vorratstank verbunden. Sollten alle Stricke reißen kann der erstmal Wasser aufnehmen und über das unabhängig laufende Nachfüllsystem für einen Weiterbetrieb der Anlage sorgen. Die Salinität geht dann zwar etwas runter, aber das wäre zu verschmerzen da ich maximal 140 L Süßwasser lagere, bei ca. 1400 L Wasservolumen. Einmal pro Woche Entleere ich den Altwasser Tank, setzte neues Salzwasser an und fülle den Süßwasser Tank auf.
    Grüße
    Jens

    HI

    Ich habe ein Paar in meinem 1400 L Becken. Sie sind den ganzen Tag unterwegs, aber fast nie im freien Wasser sondern nur in den Höhlen und Überhängen unterwegs. Sie zupfen an praktisch jeder Koralle rum, konnte in meinem Becken allerdings keine bleibenden Schäden feststellen. Muscheln werden bei mir interessanterweise in Ruhe gelassen.
    In der Natur sind die Tiere immer als Paare unterwegs, man findet sie meistens an Steilwänden in größeren Tiefen von 25 m und mehr. Auch im Aquarium ist das Paar meistens recht eng zusammen, gemeinsam wuseln sie durch die Höhlen und suchen nach Fressen. Ab und zu nehmen sie auch mal etwas ForFu an, aber meistens suche sie in Spalten und Ritzen anch Futter und scheinen da auch genug zu finden. Für mich ist das einer der schönsten Zwergkaiser, allerdings ziemlich empfindlich und garantiert nicht geeignet für kleinere Becken. An Deiner Stelle würde ich die Finger von den Tieren lassen, 270 L ist zu wenig für ein Paar.

    Grüße
    Jens

    Hallo Patrick,

    es gibt da so eine Faustregel von 10 € pro Liter Beckenvolumen. Viele Leute meinen zwar das es deutlich preiswerter zu machen ist, aber wenn man nach einiger Zeit nachfragt, dann haben sie meistens einiges von der Technik schon getauscht und sind unterm Strich doch in dieser Größenordnung gelandet. Wenn Du Dich nach guter gebrauchter Technik umschaust kannst Du bestimmt den einen oder anderen Euro sparen, aber das es kein billiges Hobby ist sollte Dir von Anfang an klar sein. Was die laufenden Kosten angeht, nur die reinen Stromkosten liegen wohl so bei 1€ pro Jahr und Liter, dazu kommen dann Salz, Verbrauchsmittel, vielleicht noch mal die eine oder andere Koralle oder ein kleines Fischi......
    Nimm lieber ein Becken eine Nummer kleiner und fang erstmal an, anstatt mit einem "Riesenpott" zu starten und dann zu merken dass die Kosten Dich auffressen. Ich will den Teufel nciht an die Wand malen, aber es kann immer mal sein, dass eine Pumpe, Abschäumer, Lampe, etc.....von einem Tag auf den anderen aufgibt. Diese Teile müssen dann innerhalb von extrem kurzer Zeit ersetzt werden und dafür solltest Du genug Geld auf der hohen Kante haben. Du kannst ein laufendes Becken nicht mal eben eine Woche ohne Beleuchtung, Wasserbewegung oder Filterung laufen lassen, in solchen Fällen muss schnell gehandelt werden und das kostet dann Geld. Ein guter Händler vor Ort ist in solchen Fällen ebenfalls Gold wert, denn die haben auch meistens diverses Notfallzubehör im Keller. Ich würde mich nicht nur aufs Internet verlassen, allerdings gibt es Ecken in D wo man echt Probleme hat vernünftige Händler zu finden.
    Schau Dich mal um ob es in Deiner Nähe einen Aquarienverein gibt, da bekommst Du schnell Kontakt zu erfahrenen Leuten die im Zweifelsfall auch mal helfen können.

    Grüße
    Jens

    Hallo Eric,

    wenn Du dringend eine Stickstoffquelle brauchst dann kann ich Dir erstmal aushelfen, Nitrat und Ammonium habe ich hier liegen. Du kannst auch gerne ein paar Kanister mitbringen und von mir Wasser mitnehmen, das hat messbare Nitrat und Phosphat Konzentrationen. Meine SPS fühlen sich darin recht wohl.
    An Deiner Stelle würde ich erstmal jegliche Kohlenstoff-Dosierung einstellen, das ist bei solchen Werten erstmal kontraproduktiv.

    Grüße
    Jens

    Hallo Martin,
    die Frage hat Armin ja schon recht anschaulich beantwortet. Der wichtigste Punkt bei so einem Projekt ist die Frage nach der gewünschten Genauigkeit, d.h. wie genau kannst Du die Konzentrationsänderung einer Komponente messen, wie lange dauert es bis sich diese Komponente im Becken absolut gleichmäßg verteilt hat und verhält sich diese Komponente über den Zeitraum der Vermischung konservativ, d.h. sie geht keinerlei biologische oder chemische Reaktion ein und bleibt zu 100% im Wasser gelöst. Dazu sollte eine Konzentrationsänderung keine negativen Auswirkungen auf die im Becken lebenden Tiere haben.
    Viele Komponenten bleiben da nicht übrig... es soll ja auch noch bezahlbar und legal bleiben. Phosphat wäre eigentlich schon recht gut geeignet, wenn auch für die Korallen nicht gerade prickelnd, Litium könnte gehen, oder ein synthetischer Micropartikel den man über Fluoreszenzmikroskopie oder Durchflusszytometrie quantifizieren könnte. Es gibt bestimmt noch mehr Komponenten, aber die Frage stellt sich nach der Genauigkeit und dem Aufwand.

    Grüße

    Jens

    Hallo Dieter,

    Macropharyngodon lebt in der Natur in kleinen Haremsverbänden, außerdem haben alle Arten einen mehr oder weniger ausgeprägten Geschlechtschromatismus. Wahrscheinlich hast Du noch ein Weibchen, denn die Umbildung zum Männchen wird nur recht selten im Aquarium beobachtet. HIer findest Du mal ein Bild von einem Bock, die Färbung am Kopf ist eindeutig von den Weibchen zu unterscheiden

    Eine kleine Gruppe Choatis wäre schon wirklich geil.......dafür würde ich sogar mehr Sand in mein Becken packen :grinning_squinting_face:
    Grüße
    Jens


    Hallo Jens,

    Wenn man hohe Dosen von Natriumhydrogencarbonat in Wasser gibt, dass Calcium enthält, fällt Calciumcarbonat aus. Welche Ionen noch? Gibt es da eine chemisch Erklärung?

    Außer von einer Euphyllia habe ich von keinen Steinkorallen gelesen. Dass die bei 200 mg/l Calcium nicht wachsen würden, ist klar. Aber würden sie gleich eingehen?

    Ich halte den Wert ja auch für nicht ganz zuverlässig, wie ich oben schon schrieb. Aber dann besteht doch jetzt erst recht kein Grund mehr für so massive Wasserwechsel.

    Grüße
    Ingrid

    Hallo Ingrid

    es gibt die sogenannten Co-Präzipitate. Die durch Übersättigung (nicht biologisch gebildeten) ausfallenden Kristalle sind extrem gute Fänger von anderen Ionen, da sie erstmal keine sonderlich ausgeprägte Kristallstruktur haben und eine riesige Oberfläche für Adsorption bilden. Unsere Eisen-basierten Phosphatadsorber funktionieren auch nach diesem Prinzip. Wenn man sich mal die Mühe machen würde und die weißen Beläge auf Kais Pumpen etc. abkratzt und analysiert, dann würde man reichlich Magnesium, Kalium, Strontium, Barium und wohl auch manches andere Element finden. In der Geochemie werden teilweise solche Verfahren ganz gezielt angewendet um Spurenelemente aus dem Wasser zu holen. Da wird z-B. so viel Magnesium zu einer Probe dazu gegeben das irgendwann Magnesiumcarbonat oder Magnesiumhydroxid ausfällt. Das Magnesiumcarbonat ist dabei komplett uninteressant, aber die anderen Ionen die einfach mit ausgefällt werden, die sind interessant. So kann z.B. in ultra-Phosphat armen Wässern das Phosphat ausgefällt werden ohne irgendwelche nervigen Eisenverbindungen in der Probe zu haben. Die Ausfällung wird dann in einer kleinen Menge stark konzentrierter Säure aufgelöst, das Carbonat dampft als CO2 ab und man kann das angereicherte Phosphat messen.
    Ich denke einfach, dass bei Kai durch die Ausfällungen so viel aus dem Ruder gelaufen ist, dass die Korrektur eines einzelnen Parameters einfach keinen Sinn macht.
    Was die Euphyllia angeht, bei Ca 200 mg/l ist die innerhalb von Stunden mausetot, das musste ich leider schon miterleben, glücklicherweise nicht in meinem Becken.
    Schönen Abend noch
    Jens

    Hallo Ingrid,

    bei 200 mg/l Calcium würde keine einzige Steinkoralle mehr leben, daher halte ich diesen Messwert für nicht relevant. Durch die massiven Ausfällungen sind auch andere Ionen ausgefällt worden, daher hat das gesamte Karbonat-Puffersystem einen massiven Schuss weg. Da jetzt an einem einzelnen Parameter drehen halte ich für weniger sinnvoll als einfach durch kräftige Wasserwechsel allles wieder ins Lot zu bringen. Das können dann auch gerne mal mehr als 10 L pro Tag sein. Dietmar wechselt in seinem Becken mal eben 100 % an einem Tag, das halte ich zwar für ziemlich heftig, aber auf jeden Fall für weniger schädlich als irgendwelches Tuning in einem komplett aus dem Ruder gelaufenen System.

    Grüße
    Jens

    Hallo Kai,
    Lass denn ganzen Unsinn mit irgendwelchen speziellen Salzen mit besonders niedrigen oder hohen Werten.Mach einfach reichlich Wasserwechsel bis die Werte sich wieder normalisiert haben. Je nachdem wie das Leitungswasser bei Dir ist würde ich auf Osmosewasser verzichten und einfach direkt das Leitungswasser nehmen. Bei 50 mg/L Nitrat oder ähnlichen Sachen fällt so eine Option natürlich aus! Mir persönlich wären massive Wasserwechsel wichtiger als evtl etwas Silikat.
    Grüße Jens

    Hallo Axel,

    Da ich den PO4 Tests bei solch geringen Werten generell nicht so ganz traue würde ich bei Dir mal so sagen:
    Du hast weniger PO4 als vorher, bist aber immer noch im messbaren Bereich. Solange Deine Korallen nicht rumzicken würde ich den Adsorber drin lassen, denn selbst wenn Du massiv PO4 aus dem Wasser gezogen hast kannst Du nicht sagen wie viel von dem Zeug noch in irgendwelchen Gammelecken liegt oder in der Deko hängt. Wenn der Wert wieder hoch geht wenn der Adsorber draußen ist, dann finden Deine Korallen das JoJo Spielchen bestimmt irgendwann nicht mehr lustig.
    Mach Dich nicht verrückt wegen irgendwelcher Zahlen (besonders nciht bei PO4) sondern beobachte Deine Tiere. Wenn die gut stehen gibt es für mich keinen Grund irgendetwas zu verändern.

    Grüße
    Jens

    Bei dem Volumen würde ich einfach Wasserwechsel machen. Mach ruhig mal 20 bis 30 L auf einmal und das zwei oder drei Tage hintereinander. Das hilft besser und schneller als irgendwelche Ca und Mg Dosierungen. Durch die massiven Karbonatausfällungen sind mit Sicherheit auch einige andere Stoffe mit ausgefallen (z.B. Strontium, Barium), daher bringt ein Wasserwechsel mehr als das bloße Zudosieren von den Komponenten die Du auch messen kannst.

    Grüße
    Jens

    Jens, wer zieht denn nigripes nach - habe ich noch nie gehört oder gesehen. Schade eigentlich, ich finde die Tiere mindestens genauso schön, wie echte Nemos!


    Damals hat Gerd Voss die nachgezogen, der hat aber aufgegeben. Ab und zu kommen aber NZ in den Handel, kommen wohl aus Asien. Von Privat wurden auch schon mal welche angeboten. Peter Schmiedel hat die damals wohl auch einmal gezüchtet, hat sich aber nicht gelohnt.

    Hallo Chris,

    es kommt ganz massiv darauf an ob Du Wildfänge oder Nachzuchten bekommst. Bei beiden Arten sind die NZ wesentlich friedlicher, auch in der Brutphase. Ich hatte schon beide Arten als NZ und die waren echt lieb. Gerade A. nigripes kann als WF echt übel werden, konnte ich bei den Elterntieren von meinem Paar beobachten, das waren Monster die nur in Einzelhaft gehalten werden konnten. Jegliche Beifische wurden gekillt. Außerdem sind WF nigripes laut Aussage von M. Mrutzek ziemlich empfindlich und haben eine sehr hohe Ausfallrate.
    Egal für welche Art Du Dich entscheidest, nimm auf jeden Fall NZ Tiere.

    Grüße
    Jens


    Die Zahl und Wirkung der im NSW vorkommenden Bakterien wird hier überschätzt: Jede Handvoll Dreck aus einem
    alten Aquarium enthält tausende Male mehr Bakterien. Und auch die natürlichen Bakterien müssen sich erst einmal
    im Gestein und Bodengrund ansiedeln und vermehren. Denn dort leben sie zu 99,9%, nicht im offenen Wasser.
    Das dauert bei ihnen genau so lange, wie bei den Bakterien aus einem Aquarium.

    Hi Armin,
    ich würde ja echt gerne mal eine Gesamt-Zellzahlbestimmung von diesem abgepackten Wasser machen, wenn also irgendjemand mir ein paar ml mit 2% Formalin fixieren und schicken könnte, dann zähle ich gerne mal nach. Hab jetzt so eine tolle neue Maschine, die macht das fast von selbst.....
    Grüße
    Jens

    gruß Norbert[/quote]

    Hallo Hans Werner,
    genau darum geht es mir, wer hat ein Becken über mehrere Jahre mit natürlichem Meerwasser betrieben oder betreibt es noch. (das von dir genannte Zitat von mir war mehr oder weniger etwas ironisch gemeint)

    Hallo Norbert,

    ich habe damals in USA mein Becken 2 Jahre lang mit NSW betrieben, war schon nett. Irgendwelche grundsätzlichen Unterschiede zu ASW habe ich nicht gemerkt. Mein Wasser hatte maximal 30 Minuten zwischen Ozean (Entnahmestelle in 40 m Tiefe im freien Wasser) und Aquarium und wurde absolut NICHT gefiltert, ozonisiert o.Ä. Abgezapft und rein damit, selbst Temperatur habe ich nicht angeglichen, da ging teilweise Wasser mit knapp 10°C ins Becken, hat auch niemanden gesört. Da ich mein Algenrefugium auch mit feinem Sand aus dem Meer gefüllt hatte gab es schon einige interessante Beobachtungen, so hatte ich z.B. winzige Pfeilschwanzkrebse (Limulus) im Becken, leider haben sie es nie zum adulten Tier geschafft. Korallen standen gut, aber ein Frühjahr hatte ich auch mal ein paar Wochen Cyanos im Becken......trotz 30% Wasserwechsel pro Woche (kostete ja nix).

    Grüße
    Jens

    HI Torben

    Ich habe damals in USA mein Becken 2 Jahre lang mit natürlichem Seewasser betrieben. Musste etwas aufsalzen um von 1.019 auf 1.022 zu kommen aber das war es dann auch. Die Möglichkeiten die sich dadurch ergaben waren schon nett, wenn irgendwas mal nicht stimmte hab ich einfach 50% Wasserwechsel gemacht, Kostenpunkt war das Benzin, Wasser gabs umsonst. Die Einfahrphase war bei mir genauso wie bei den meisten Becken, kurze Abfolge der verschiedenen Algen, einige Algenfresser eingesetzt, dann langsam und kontinuierlich die anderen Korallen und Fische eingesetzt. Das Becken war innerhalb von ca. 6 Monaten voll besetzt.
    Wenn Du die Möglichkeit hast an wirklich frisches Meerwasser ranzukommen würde ich überhaupt nicht zögern, etwas Besseres kannst Du nicht bekommen. Wenn das Zeug allerdings längere Zeit ohne Belüftung rumsteht oder in irgendwelchen Kanistern abgefüllt wird, dann vergiss es einfach. Entweder ist das das nur noch eine stinkende Brühe oder es wurde vorher sterilfiltriert und all das was Du Dir eigentlich mit natürlichem Seewasser ins Becken holen willst ist da nicht mehr drin. Dann nimm lieber Osmosewasser und gutes Salz. Was die Verkürzung der Einfahrphase angeht.....willst Du es wirklich riskieren wegen ein paar Wochen mehr oder weniger Wartezeit so ein Becken vielleicht nicht richtig zum Laufen zu kriegen. Dieses monatelange Warten ohne irgendwelche Tiere im Becken halte ich für Blödsinn, aber auf Biegen und Brechen die Einfahrphase verkürzen? Du investierst ja locker den Wert eines Mittelklassewagens und willst damit sehr lange Deine Freude haben, da würde ich schon die Ungeduld etwas im Zaum halten. Nur auf natürliches Meerwasser vertrauen und dann sofort voll besetzen halte ich für ein gutes Rezept für langfristige Probleme. Auch wenn es Dich finanziell nicht stört, einige Tiere würden Deine Ungeduld mit dem Leben bezahlen und in ein schlecht laufendes Becken zu schauen macht nun wirklich keinen Spaß, egal wie groß es ist.
    Fazit: gutes natürliches Meerwasser ist klasse, aber Wunder darf man davon nicht erwarten.

    Grüße
    Jens

    Hallo Torben,

    Bei allen Siganus Arten wirst Du ein Problem mit der Paarhaltung haben wenn nicht genügend Aufwuchsfutter im Becken ist. So viel Grünfutter kannst Du gar nicht ins Becken werfen um dagegen anzukommen. Solange genug Algen zum Abweiden da sind ist alles OK, irgendwann werden die zu wenig und die Viecher mutieren innerhalb von einer Nacht vom friedlichen Paar zu Killermaschinen. In Wolfgang Colsmanns 8000 L Würfel schwimmt ein Paar S. uspi seit Jahren friedlich zusammen, es ist eine absolute Augenweide, aber da ist auch immer genug Material zum Abweiden zu finden. Ob Dein Pott bereits groß genug ist für ein Paar kann ich nicht sagen, aber wenn das mein Becken wäre würde ich es versuchen. Meine Erfahrungen beim Tauchen sind eigentlich die, dass Siganiden immer im Schwarm oder paarweise unterwegs sind.
    Was die Ctenochaetes angeht, die tominiensis halte ich für die umgänglichsten von allen, sie lassen sich auch ohne größere Probleme in kleinen Gruppen halten. Außerdem finde ich die echt schön! In der Natur habe ich die in lockeren Verbänden schwimmen sehen, 5 bis max. 10 Tiere aber mit mindestens 50 cm Abstand zueinander, eher 1 m. Den Ct. hawaiiensis finde ich nur als Jungtisch schön, danach einfach ein grau-brauner Fisch. Die Ct. strigosus oder truncatus halte ich für absolute Mistviecher, praktisch alle Leute die sie haben würden sie nicht wieder einsetzen. Meine persönliche Erfahrung mit einem Exemplar ist OK, allerdings konnte er unangefochten der Chef im Becken sein. Einen Salarias fasciatus hatte er allerdings auch auf dem Gewissen.
    Was die Lippis angeht, den M. bipartitus habe ich schon ein paar mal in der Natur beobachten können, die sind meistens als kleines Harem unterwegs, 1 Mann mit max 3 Damen. Da sie permanent in Spalten verschwinden kann die Anzahl der Damen auch etwas höher sein. Interessanterweise habe ich die kleinen Jungfische nie in Schwärmen gesehen sondern eher alleine oder zu zweit in irgendwelchen Geweihkorallen, ähnlich den Chromis Arten.
    Bei einem Becken Deiner Größe kannst Du schon einige Sachen anders machen als wir in unseren Nanos. An Deiner Stelle würde ich über eine Verpaarung des Achilles nachdenken, die sind im Riff auch nur in kleinen Gruppen unterwegs. Hier in Berlin schwimmt ein Achilles Paar in einem 3 m Privatbecken. Die haben sogar schon gelaicht! Wenn Du Dir solch einen Pott hinstellst, dann nutze die Größe auch aus. Das muss ja nicht zwangsweise bedeuten irgendwelche Riesenfische einzusetzen, aber es ergeben sich einfach andere Möglichkeiten in der Paar- und Gruppenhaltung.

    Grüße
    Jens