Beiträge von Jens Kallmeyer

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    Original von Uwe Dolling
    Hallo Harald

    Ich habe Jens so verstanden, dass mit Agar Platten im Meerwasser keine vernünftigen Ergebnisse zu gewinnen sind, da ein Promille bis ein Prozent nun wirklich nicht repräsentativ ist. Mich würde Deine Meinung dazu sehr interessieren.

    Hallo Uwe

    Du hast mich richtig verstanden, meiner Meinung nach sagen Agar Platten im Meerwasser praktisch nichts aus. Allerdings, und hier kommt die Einschraenkung, koennen sie einem erfahrenen Anwender mit reichlich zusaetzlicher Laborausruestung ein paar Hinweise geben.
    Frage: Was sagt Dir eine Agar Platte mit ein paar bunten Punkten?

    Gruesse

    Jens

    Hallo Wilfried

    Na das schaut ja wirklich recht passabel aus. Mit dem PO4 Wert ist es etwas komplizierter, ich habe zu lange nicht mehr an einer ICP-OES gearbeitet und habe die Spektren nicht mehr im Kopf. Bei so einem Geraet wird Optische Emmissions Spektroskopie betrieben, d.h. da werden bestimmte Wellenlaengen von Licht gemessen, die einem bestimmten Element zugeordnet werden. Je mehr von dieser Wellenlaenge da ist, desto mehr ist von diesem Element in der Probe. Bei Mischungen von verschiedenen Elementen kann es zu ueberlagerungen, Verschiebungen und Ausloeschungen von Wellenlaengen kommen, deshalb die sogenannte Matrixkorrektur. Es kann nun sein, dass P ein SPektrum hat, welches von den anderen Elementen nicht so stark beeinflusst wird, und sich daher kaum veraendert. Aber das ist jetzt nur geraten. Ausserdem waere es interessant zu wissen, wie die Probe in der Zwischenzeit aufbewahrt wurde, bei welchem pH Wert, gekuehlt oder gefroren, hell oder dunkel, vergiftet oder nicht? Alle diese Sachen koennen gerade den PO4 Wert massiv beeinflussen.
    Ganz persoenlich wuerde ich PO4 auch nicht ueber ICP messen, da es immer nur den gesamt P Gehalt messen kann, nicht aber die Speziation von P, wieviel ist in organischen Molekuelen gebunden, was liegt als ortho-Phosphat vor. Eine gute Nassanalyse, braechte da u.U. mehr Information.

    Gruesse

    Jens

    Hallo

    Phosphat ist recht hoch, da wuerde ich mir mal Gedanken machen wie Du das runterkriegst, und zwar bevor Du Steinkorallen einsetzt. Bei 0,25 fangen einige Steinis schon an echte Probleme zu bereiten. Setze mal etwas Adsorber ein, Berichte ueber das Thema findest Du hier im Forum genug.

    Wenn Du Phosphat noch runterbringst, dann sollte es eigentlich keine weiteren Probleme geben. Wie schon gesagt, Ca ist etwas hoch aber noch nicht gefaehrlich, ich wuerde den so bei 450 einpendeln, aber wenn erstmal ein paar Steinis drin sind, dann kommt der von alleine runter.


    Gruesse

    Jens

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    Original von Harald Mülder
    Hai Thilo
    Nein im gegenteil.
    Ich habe damals Blutagarplatten benutzt die praktisch allen Bakterien eine Nahrungsgrundlage bildet.
    Eine gröbere Differentzierung ist dann schon mal möglich über die Kolonieform und die Biochemischen Eigenschaften auf der Blutagarplatten.

    Hallo Harald


    Hmm, ich weis nicht so recht. Diese Blutagarplatten gibt es meiner Meinung nach nicht in der Apotheke, und diese Apothekentests sind wahrscheinlich deutlich groeber bzw. unsensibler als Deine Techniken. Ausserdem: Was sollte ein Laie mit einer Platte mit bunten Punkten anfangen? Ich glaube weiterhin, dass solche Tests nicht in die Hand von Laien gehoeren, bzw. das Laien den Test zwar richtig benutzen koennen, daraus aber keinerlei brauchbare Schluesse ziehen koennen.

    Gruesse

    Jens

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    Original von Synapse
    Was wäre denn das schlimme wenn der Calziumgehalt zu hoch ist.

    Hallo

    Bei sehr hohen Ca Werten kann es u.U. in der Koralle zu Problemen bei der Bildung des Skeletts kommen. Wie das genau funnzt, da frag mal lieber Joerg, der ist hier der Biologe.
    Auf jeden Fall wuerde mich mal Dein KH interessieren, NO3 und PO4 waeren auch nicht schlecht.

    Gruesse

    Jens

    Hallo Harald

    Das sind mit Sicherheit recht interessante Ergebnisse die Du da gewonnen hast, ausserdem bist Du jemand, der weis was er tut wenn er Aquarienwasser auf Agarplatten packt.
    Aber es sind halt nur bestimmte Bugs die auf den Medien wachsen, und so kann ein als fast keimfreies Becken vielleicht eine Bakterienpampe sein, nur halt mit Arten die nicht kultivierbar sind. Ein Test auf coliforme Keime ist mit Sicherheit sehr gut und auch interessant, weil uns das eine Aussage ueber die Wasser BELASTUNG bringt, denn die colis sind einfach nicht gut.
    Trotzdem halte ich diese Angaben ueber Keimzahlen meistens fuer Werbung oder Panikmache, siehe die "kranke Fische durch hohe Keimzahl wegen Vodka" Diskussion.
    Nur so am Rande: UV Anlagen und Ozon finde ich klasse.

    Gruesse und ein schoenes Wochenende wuenscht

    Jens

    Hallo Uwe

    Als ich diese Zahlen sah traf mich der Schlag und ich dachte dass der Bornemann noch weniger Ahnung hat als ich im bisher noch zugestand. Als ich dann in den Artikel sah fiel mir auf, dass es sich nur um ein technisches Problem handelte, denn die Zahlen sind nicht 104, 105 etc. sondern 10[H]4[/H]. Ich habe Dein Posting mal etwas editiert, damit da keine Verwirrung aufkommt. Es befinden sich in normalem Meerwasser rund 1.000.000 (EINE MILLION!!!) Bakterien pro Milliliter. Soviel zum Thema normale Bakteriendichten. In Strandsand am Spuelsaum in der Nordsee kann man z.B. noch wesentlich hoehere Bakteriendichten finden. Bis 10[H]9[/H] ist alles noch recht normal.
    Die von Bornemann angegebenen Keimzahlen sind sehr gering, trotdem hat man es mit Millionen bis Milliarden von Zellen zu tun und nicht mit ein paar Tausend oder noch weniger.

    Ich sitze hier gerade im Buero an Daten von Bakterienzaehlungen. Da passt das Thema gerade so gut... wenn wir im Sediment weniger als 10[H]4[/H] bis 10[H]5[/H] Zellen haben, dann finden wir sie nicht, da das unterhalb der Nachweisgrenze liegt, und zwar weder mit mikroskopischen Methoden,noch mit Gensonden.
    In einem vorherigen Posting waren schon mal Zahlen von irgendeinem Autor gepostet worden, die wuerde ich einfach ignorieren da sie absolt falsch und ueberholt sind. Die stammen noch aus einer Zeit, in der man meinte man kann die Keimzahl von Umweltproben dadurch bestimmen, dass man sie auf Agar Platten schmiert und inkubiert, frei nach dem Motto: Was nicht waechst existiert auch nicht! Die Kulturfaehigkeit von Umweltbakterien ist leider sehr gering, mit den momentan vorhandenen Kulturmethoden koennen wir bei marinen Proben zwischen einem Promille und einem Prozent aller vorkommenden Organismen kultivieren. Von daher halte ich jeglichen Kulturansatz zur Bestimmung von Keimzahlen fuer Zeit und Geldverschwendung und die daraus resultierenden Ergebnisse fuer nicht beachtenswert.


    Organismus Typ ---------------- Zelldichte pro ml
    Bakterien ------------------------------ 10[H]6[/H]
    Pico- und Nanophytoplankton -------- 10[H]3[/H]
    Nanoplankton Flagellaten ------------ 10[H]3[/H]
    Mikrophytoplankton ------------------- 10[H]3[/H]
    Viren ----------------------------------- 10[H]8[/H]


    Gruesse

    Jens


    [H]4[/H][H]4[/H]

    HI

    Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann ist Claude einer derjenigen, die die Anlage in Stuttgart geplant und bebaut haben. Wenn das was verwertbares bei rauskommt, so werden wir mit Sicherheit was davon hoeren..

    Da gibt es einen Spruch, der leider sehr viel Wahrheit beinhaltet: Die schlechtesten Aquarien sind die, die von Biologen eingerichtet wurden.

    Joerg ist da eine ruehmliche Ausnahme, aber der koennte auch ein Buch darueber schreiben, was fuer Kampfe er mit seinen wissenschaftlichen Kollegen austragen musste um ein Becken aufzubauen, in dem Korallen laenger als ein paar Tage ueberlegen. Das ist uebrigends kein deutsches, sondern ein weltweites Problem.


    Gruesse

    Jens

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    Original von Günter Carstens
    Hallo Jens,

    hast Du Namen ggf. auch Adressen oder gar Telefonnummern der Labore in Oldenburg und Bremen ?

    Hallo Guenter

    Ja, habe ich, ruecke ich aber nicht raus. Nichts gegen Dich, aber wenn da ploetzlich ein Haufen Leute anruft und eine Analyse haben will, dann sind die reichlich genervt. Oldenburg macht Auftragsanalysen, aber erst so ab 100 Stueck, vorher schmeissen die die Geraete garnicht erst an, denn das Kalibrieren etc. dauert echt lange. Und wenn die Dir eine Rechnung stellen dann ueberlegst Du schon, ob Du Dir fuer das Geld nicht lieber ein weiteres Aquarium kaufst.....:D
    Ich will und muss mit den Leuten noch laenger gut zusammenarbeiten, deshalb meine Zurueckhaltung. Bitte nimm das nicht persoenlich. Wenn ich noch in Deutschland waere, dann koennte ich evtl. mal eine Messreihe organisieren, aber nun bin ich in USA und komme auch nicht mehr so schnell bei denen vorbei.

    Viele Gruesse

    Jens

    Zitat

    Original von Ingo Caster
    die Koralle zurück geben ?
    Meinst Du der Händler würde die zurück nehmen ?

    Gruss INGO

    Hallo

    Ein guter Haendler sollte sowas machen. Ich wuerde es auf jeden Fall probieren.

    Deine Koralle ist mit Sicherheit keine Lithophyton oder irgendeine andere zooxanthellate Weichkoralle, sondern irgendwas aus der Richtung Dendronephtea, Scleronephthea oder so, auf jeden Fall ist sie azooxanthellat. Wenn es eine zooxanthellate waere, dann waere sie bei Licht gross und bei Dunkelheit klein, Deine macht das ja anscheinend andersrum, ein ziemlich sicheres Zeichen, dass es sich um eine azooxanthellate handelt.

    Gruesse

    Jens

    Hallo Ingo

    Grundsatzdiskussion hin oder her, Du hast Das Teil im Becken und willst es so lange wie moeglich am Leben halten.
    Erstmal: Phytoplan reicht absolut nicht aus, um den Naehrstoffbedarf der Koralle zu decken, schon garnicht bei 2 mal pro Woche.
    Du brauchst Staubfutter und andere Sachen, und zwar reichlich und haeufig.
    Ich hatte auch mal solche Korallen, aber leider haben sie trotz 8 Fuetterungen pro Tag nicht sehr lange gehalten. Die, die am laengsten stand und auch wuchs, wurde leider von einem Borstenwurm von innen aufgefressen.....Sch@#$*
    Ich habe gute Erfahrungen mit einem Mix aus Ultramin Staubfutter,Cyclop Eeze Roswal-Dorswal und meinem Sedimentmix gemacht:
    Der Sedimentmix muss selber gemacht werden und haelt sich nicht allzu lange. Rezept:
    Nimm ca. 2 TL Ultralife Pulver, kippe 20 ml Ultramin fluessig und 3 ml Multisanostol drauf, alles zusammen in ein kleines Glas mit Deckel und kraeftig schuetteln bis es einen hellbraunen Schleim ergibt. Das stellst Du in den Kuehlschrank und laesst es einen Tag ziehen. Am naechsten Tag hat das Zeug abgebunden und ist eine Art Paste. Nun gibst Du 1 - 2 TL UltraClam drauf und etwa 10 ml Wasser und schuettelst wieder ganz kraeftig durch. Wenn es zu fest ist, dann nimm etwas mehr Wasser, aber vorsichtig, das Zeug sollte nicht zu fluessig werden. Von dieser Pampe kannst Du kleine Mengen direkt in die Pumpenstroemung geben, mindestens 3 mal taeglich. Das Wasser truebt kurzzeitig ein, sollte aber nach 10 minuten wieder klar sein.
    Das Zeug kann etwa 2 Wochen im Kuehlschrank aufbewahrt werden.
    Kontrolliere Deine Naehrstoffgehalte im Becken, besonders Nitrat kann Dir durch die Decke gehen.
    Mit den azooxanthellaten Gorgonien hatte ich damit sehr gute Erfolge, bei den Weichlingen sind wir immer noch ganz am Anfang. Wenn Du Dich mehr mit solchen Tieren beschaeftigen willst, dann sei Dir im Klaren dass das sehr viel Arbeit bedeutet und eine leistungsfaehige Filterung voraussetzt. Frag mal Frank Diehl zu dem Thema....

    Gruesse

    Jens

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    Original von wilfried fillafer
    er sagt aber, dass der wert stimmen wird, denn es ist mit der "icb" methode analysiert worden und das gerät für die analyse kostet 2 mio €. (kein tropfentest). er sagt, dass das gerät vor der analyse kalibriert wird. er sagt ob salz oder süßwasser ist bei dem gerät egal. na ja!


    Hallo Wilfried

    Wenn der Analysant behauptet, dass es einer ICP (ich denke mal das Du ICPmeinst, eine ICB kenne ich nicht) egal ist, ob sie Meerwasser oder Suesswasser misst, dann sollte er die Finger von der Analyse von Meerwasser lassen. Es waere dann interessant zu wissen, welche Buchstaben hinter ICP kommen, haben die eine ICP-MS, oder eine ICP-OES. Ausserdem wuerde mich interessieren ob es eine Multicollector ICP ist oder nicht.
    Die Probe war zwar hoechstwahrscheinlich hunderfach oder tausendfach verduennt fuer die Messung, aber trotzdem gibt es diverse Interferenzen mit anderen Ionen. Ausserdem ist die Aussage, dass das Geraet kalibriert wurde, nun wirklich kaum noch an ...Selbstzensur.... zu uebertreffen. Natuerlich ist die Kiste kalibriert, sonst kann man ueberhaupt nicht messen. Die Frage ist nur wie denn die Kalibrationsfluessigkeiten aussehen. Ist das destilliertes Wasser mit ein paar wenigen Ionen, oder ist das eine Fluessigkeit, die der Zusammensetzung von Salzwasser entspricht und lediglich die Ionen von Interesse (hier Ca und Mg) habe eine andere Konzentration.
    Wenn man mit jeder ICP mal so eben und ohne Probleme Salzwasser messen koennte, dann frage ich mich, warum z.B. in Bremen und Oldenburg ganze Laboratorien fuer viele Millionen Euro stehen, die nichts weiter tun als Salzwasser und aehnliche Sachen analysieren, und wo die Leute Jahre gebraucht haben, diese Analytik so zum laufen zu kriegen.


    Gruesse

    Jens

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    Original von HolgerC
    Hi,

    was ist denn ne Tanzgarnele ? Ne Rynchocinetes uritai, oder ne Cinetorhychus reticulatus ?

    Vorsicht mit den deutschen Namen. Vieleicht kennt dein Händler die Wurdemanni unter dem Namen Tanzgarnele .

    Hallo

    Kann sein, dass ich nicht mehr ganz auf dem laufenden bin mit der Nomenklatur, aber der deutsche Name fuer die ganze Gattung Rhynchocinetes ist Tanzgarnelen. Ob es sich nun um R. uritai, durbanensis und was weis ich noch alles handelt, ist eigentlich egal, fallen wohl alle unter den Begriff Tanzgarnelen. Das Gattungsmerkmal von Rhynchocinetes ist ,glaube ich, ein bewegliches Rostrum, d.h. sie koenne den hinteren Teil des Panzers abknicken. Die meisten Berichte ueber Rhynchocinetes im Aquarium gingen dahin, dass sie Scheiben und Krusten entweder fressen oder zerstoeren. Ob sie dabei auch mal an eine Glasrose gehen....kann wohl sein, muss aber nicht.

    Lysmata wurdemanni gehoert zu einer komplett anderen Gattung, und sieht auch komplett anders aus. Von der Seite her sollten eigentlich keine Verwechslungen moeglich sein, wenigstens nicht bei einem halbwegs erfahrenen Haendler.

    Die Rueckenlinie (mir faellt kein besseres Wort ein) einer Rhynchocinetes hat einen "Hoecker" im hinteren Teil, siehe hier
    http://www.starfish.ch/photos/crustac…ntes-uritai.jpg
    die Rueckenlinie von Lysmata ist mehr oder weniger gerade oder beschreibt eine leichte Kurve, siehe hier

    http://www.starfish.ch/photos/crustac…mboinensis1.jpg

    Gruesse

    Jens

    Hallo Andre

    Ich wuerde erstmal das Becken wieder in den Griff kriegen, bevor ich da irgendwas dosieren wuerde. Bei solch einem Unfall wuerde ich auf die Umkehrosmose pfeifen und direkt Leitungswasser benutzen, sofern nicht irgendwelche ganz fiesen Inhaltsstoffe dagegen sprechen.
    Da Nitrat und Phosphat wahrscheinlich sehr weit abgerutscht sind wuerde ich erstmal mit der Dosierung so lange aufhoeren, bis sie wieder auf dem Niveau sind bei dem sie vor dem Unfall waren.


    Gruesse

    Jens

    Zitat

    Original von Frank Mohr
    Übrigens husten meine Zwergkaiser (Lori, Bisbi, Nox) auf alles was ich an Grünzeugs reinhänge (auch Algenblätter)

    Trotz meiner beschraenkten Beobachtungsgabe komme ich zum gleichen Ergebnis wie Du. Ich habe es auch niemals gesehen, dass meine nox die Algenblaetter angeruehrt haben. Allerdings hingen die auch recht weit oben und soweit haben die sich nicht vom Riff entfernt. Sie pickten eigentlich nur an den Steinen

    Jens

    Zitat

    Original von Frank Mohr

    Das man Fische vollstopfen muß das sie aussehen wie dein Doc halte ich auch für unnötig bzw falsch, da Fettlaibigkeit für kein Lebewesen gesund ist. Aber das ist auch ein anderes Thema. :winking_face:
    Gruß Frank

    Hallo Frank

    Ich habe leider keine Fotos von den C. loriculus und bispinosus, die ich mal im Riff beobachten konnte, aber eines kann ich Dir bestaetigen: Die haben einen Querschnitt, da kannst Du 2 "fette" aquariengehaltene Exemplare nebeneinander reinstecken und hast noch Platz. Auch die C. resplendens sind bei einer Gesamtlaenge von ca. 5 cm schon fast 1 cm breit.
    Ich bin der Meinung, dass ueber 90 % der Fische in unseren Becken zu duenn sind.

    Gruesse

    Jens

    Hallo Volko

    Schoen das Du Dich hier angemeldet hast, hatte ich schon drauf gewartet.
    Die beiden Lo vertilgen zusammen etwa 1/2 Blatt Nori Alge (DIN A 4 Format) pro Tag, dazu noch einen guten Strunk Rucola oder etwas Kopfsalat. Bruehen musst Du da garnix, die hauen sich das Zeug so rein. Keine Angst, was die fressen koennen sie auch verdauen. Da Du ja noch den Paletti drin hast, der auch nicht ganz so klein ist, kannst du ruhig noch mal etwas oben drauf legen. Befestige die Algen an mehreren Stellen im Becken, damit jeder in Ruhe fressen kann.
    Ich wuerde momentan noch nicht allzu unruhig werden, bei mir haben die beiden sich auch mal ein oder zwei Tage lang gekloppt, dann war wieder Frieden. Selbst im kleineren Becken gab es keine Probleme. Die Viecher haben manchmal eine Macke.

    Gruesse

    Jens

    PS: Du hast ne PN

    Hi

    Ich hatte 2 C.nox, das war wohl auch ein Paar. Sie haben den ganzen Tag gepickt, aber niemals an Korallen, nur an den Steinen. Anscheinend leben sie weitestgehend von Algen oder anderem Aufwuchs. Ansonsten frassen sie so gut wie jegliches Frostfutter. Sie sind sehr aktive schwimmer, allerdings bleiben sie immer sehr nah am Riff. Man sieht sie haeufig, aber niemals sehr lange, sie kommen aus einem Loch, picken etwas, verschwinden wieder, und tauchen woanders wieder auf. Es gab niemals Probleme mit irgendwelchen anderen Fischen etc. Allerdings hatte ich auch nur sehr ruhige Mitbewohner drin, keine Ahnung wie sich verhalten wenn sie mit Ruepeln zusammengehalten werden.

    Sie sind zusammen mit meinem Becken verkauft worden, und sind weiterhin friedlich. Zwischenzeitlich waren sie noch in einem anderen Aquarium, da gab es auch keine Probleme.
    Wenn ich sie mir nochmal einsetzen wuerde, dann evtl. als kleine Haremsgruppe, aber immer mindestens als Paar. Meiner Meinung nach picken die meisten Zwergkaiser nur, wenn sie sich langweilen oder Hunger haben.

    Meine Empfehlung: Kaufen!


    Gruesse

    Jens

    Hallo Tom et al.

    Hier findest Du Bilder von meinem Ex-Becken
    http://www.aquabilderbuch.de/JensKallmeyer

    Wenn Du Dir einen Raumteiler bauen willst, dann waehle die Beckentiefe so gross wie moeglich. Ich hatte 80cm und fand das war die absolute Untergrenze wenn Du den Aubau nicht 2 cm vor der Seitenscheibe haben willst. Eine ordentlich grosse freie Sandzone war mir auch sehr wichtig, das macht das Becken optisch um einiges groesser.

    ICh habe noch mehr Bilder, aber an die komme ich momentan nicht ran, vielleicht schaffe ich es morgen.


    Gruesse

    Jens

    Hallo

    3 Tiere halte ich bei allen Anthias fuer zu wenig. Der Bock macht den Weibchen dann zuviel Stress, so dass die immer mehr unter Druck geraten. In einer groesseren Gruppe verteilt sich das halt auf mehrere Tiere, aber das scheidet in Deinem Becken wohl aus. Ich wuerde mir ueberlegen die Tiere abzugeben oder auf ein groesseres Becken umsteigen. In der jetzigen Situation wird Dir wahrscheinlich einer nach dem anderen ableben, und das waere schade.

    Gruesse

    Jens

    Zitat

    Original von cms
    mein jetztiges gestein wurde in mehreren vorgängen in H2O2 gereinigt, wie hier mal im forum empfohlen wurde. und zwar solange bis kaum noch O2 frei wurde und alles organische vernichtet war *grins*


    Hi

    Hast Du Dir mal den Spass gemacht und in dem Waschwasser mal PO4 gemessen? Das waere bestimmt ein sehr interessanter Wert gewesen, wahrscheinlich haettest Du wohl 1:100 verduennen muessen..

    Gruesse

    Jens

    Hallo

    Ich hatte auch immer etwas PO4 Adsorber mitlaufen, damit bekam ich bei gleichzeitiger Anwendung von Wodka und massiver Fuetterung die Werte recht gut in den Griff. Ich hatte zwar nie Nitrat 0 aber so um 3 bis knapp unter 10. PO4 lag bei 0,07.
    Als Adsorber hatte ich meistens einen Alu Adsorber (Ultraphos) aber auch mal einen auf Eisenbasis, gefunzt haben beide. Allerdings hatte ich auch immer etwas Ozon mitlaufen, so dass es mit Gelbstoffen an sich keine Probleme gab. Ob der Abrieb von Aluadsorbern wirklich so gefaehrlich ist moechte ich bezweifeln. Gibt es einen Fall von NACHWEISBAREN Problemen durch solche Produkte? Bei den Eisenadsorbern sollte man auch mal fragen, was passiert, wenn sie in einem Topffilter eingesetzt werden und dann geht die Pumpleistung mal runter und das Teil wird anoxisch? Bei dem dabei stattfindenden pH-Abfall werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viele adsorbierte Stoffe wieder in Loesung gehen. Bei einem Aluadsorber sehe ich da weniger Gefahren, da die Bindung meines Erachtens nach wesentlich stabiler ist. Aber wie gesagt, es handelt sich hier um nich experimentell ueberpruefte Theorien.

    Gruesse

    Jens

    Hallo

    In Nature ist ein interessanter Artikel erschienen, in dem eine Erhöhung der Diversität im Sediment durch wühlende Organismen untersucht wurde. Leider ist der Text nicht frei zugänglich, am besten mal Leute aus der Uni fragen oder in eine Unibibliothek gehen. Ich kann leider nur das Zitat und den Abstract hier einstellen, alles andere ist nicht erlaaubt.

    Grüße

    Jens

    Nature \ 431, 1092 - 1095 (28 October 2004);

    Bioturbators enhance ecosystem function through complex biogeochemical interactions

    ANDREW M. LOHRER, SIMON F. THRUSH & MAX M. GIBBS

    Predicting the consequences of species loss is critically important, given present threats to biological diversity such as habitat destruction, overharvesting and climate change. Several empirical studies have reported decreased ecosystem performance (for example, primary productivity) coincident with decreased biodiversity, although the relative influence of biotic effects and confounding abiotic factors has been vigorously debated. Whereas several investigations focused on single trophic levels (for example, grassland plants), studies of whole systems have revealed multiple layers of feedbacks, hidden drivers and emergent properties, making the consequences of species loss more difficult to predict. Here we report functionally important organisms and considerable biocomplexity in a sedimentary seafloor habitat, one of Earth's most widespread ecosystems. Experimental field measurements demonstrate how the abundance of spatangoid urchins—infaunal (in seafloor sediment) grazers / deposit feeders—is positively related to primary production, as their activities change nutrient fluxes and improve conditions for production by microphytobenthos (sedimentatry microbes and unicellular algae). Declines of spatangoid urchins after trawling are well documented, and our research linking these bioturbators to important benthic–pelagic fluxes highlights potential ramifications for productivity in coastal oceans.


    Copyright by Nature

    Hallo Frank

    Ich denke mal, dass Dein Becken einfach noch etwas Zeit braucht. Starterbakkies sind in diesem Fall bestimmt nicht schlecht, allerdings sollte das LS und der Life Sand schon das meiste bzw. alles in den Griff kriegen.
    Wie alt ist denn der NH4 Test. ICh habe vor 3 Jahren mal ein paar getestet und war von denen echt nicht überzeugt, um das mal vorsichtig auszudrücken. Die Teile scheinen rapide zu altern, von der Meßgenauigkeit mal ganz zu schweigen.
    Hast Du Algen, z.B. Caulerpa, im Becken? Wenn nicht hole Dir mal ein paar, denn die ziehen gut Nährstoffe aus dem Wasser.

    Grüße

    Jens

    Hallo Maik

    Ich hatte die noch nicht selber im Becken, habe sie aber schon öfters bewundert. Sie scheinen wirklich die meiste Zeit im freien Wasser zu sein, also sollte ordentlich viel Schwimmraum vorhanden sein. Sie scheinen auch wirklich nicht an Korallen zu gehen. Ob sie sich gegen ruppige Fische durchsetzen können weis ich nicht, scheinen eher ruhigere Gemüter zu sein.


    Grüße

    Jens

    Zitat

    Original von Tobias Coring


    Wieso brauch man denn nun doch einen Abschäumer für den Miracle Mud Filter ? Ecosystems gibt zwar an, dass dies wohl nur für einen sehr extremen Besatz erforderlich sei, aber ein wenig verunsichert einen dies schon, da es ja ein großer Leitspruch des MM ist, eben auf diesen Abschäumer zu verzichten.
    n ;))

    Hallo Tobias

    Ein Miracle Mud Filter, wie jeder andere Biofilter auch, ist träge. Bei einem Händler mit schnell wechselnder Besatzdichte im Becken kann das Probelme bereiten, aber das hat Markus Resch ja schon angesprochen. Obwohl ich Schlammfilter jeglicher Art (MM, Jaubert, DSB) absolut klasse finde, würde ich niemals ganz auf einen Abschäumer verzichten wollen. Wenn es mal Probleme gibt kann ich das Ding an- und auch wieder abschalten. Bei einem Biofilter geht das nicht. Wenn der MM Filter erstmal läuft, dann wird der Abschäumer wahrscheinlich arbeitslos sein, aber es kann immer mal vorkommen, das irgendein Fisch stirbt und wir den nicht finden, zuviel gefüttert wurde etc. Dann ist eine sofort einsatzbereite Zusatzfilterung schon sehr beruhigend. Ausserdem kann man bei einem Schäumer auch Ozon einsetzen und darauf möchte ich nicht mehr verzichten.

    Grüße

    Jens

    HI

    OK, dann geht die Ratestunde los

    1) Technische Ursachen:

    Von irgendwo kommt normales Beckenwasser rein, dazu fallen mir diverse Möglichkeiten ein
    1.1) Die Klebung der Glasscheibe ist nicht in Ordnung
    1.2) Das Rohr/Schlauch etc. mit dem Du die Probe aus dem Plenum genommen hast, ermöglicht einen Wasseraustausch zwischen Becken und Plenum
    1.3) Der Sand ist zu grob, er wird bis unten von frischem Wasser durchspült
    1.4) Einer der Krebse hat sich eine Wohnröhre von der Oberfläche bis ans Plenum gegraben und pumpt fleissig frisches Wasser nach unten

    2) Biologische Ursachen

    2.1) Das System läuft noch nicht richtig rund, es braucht halt noch länger
    2.2) die Cyanos machen die Oberfläche des Sands dicht, es kommt kein Frischwasser ins System, daher entwickelt sich keine anständige Bakterienfauna, von daher wieder bei Punkt 2.1.
    2.3) Die Krebse stören das System so stark, dass es sich nicht richtig entwickel kann

    3) Chemische Ursachen

    3.1) Dein Super Power Bubble King holt so viel organisches Zeug aus dem Wasser, dass einfach nicht genügend gelöstes organisches Material im Jaubert ankommt, damit die Bakkies ordentlich arbeiten können. Es ist zwar immer noch genügend Zeug im Becken, aber das wird dort komplett remineralisiert und kommt nicht in brauchbarer Form im Jaubert an. Wenn ich das richtig in einem älteren Posting verstanden habe, dann geht alles Wasser aus dem Überlauf erst durch den BK und dann ins Filterbecken, oder?


    3.2) Der BK reichert das Wasser so starkt mit Sauerstoff an, dass es die Bakterien nicht schaffen, des Sauerstoffgehalt auf ein Niveau runterzubringen,bei dem die Denitrifikation vernünftig läuft.


    Zusammenfassung:
    Der Ursachen gibt es viele, einige kannst Du recht einfach ausschliessen. Ich tippe auf die Abfolge "erst Schäumer, dann Jaubert", anders rum wäre es u.U. besser. Aber einen besseren Tip kann ich momentan nicht machen.

    Grüße

    Jens

    Hi


    Erst mal ein paar Fragen: Was sind die Maßen des Systems, wie läuft das Wasser rein und raus, und wieviel Wasser geht da durch?
    Kannst Du mal ein Foto machen, das wäre wohl das Einfachste.

    Ansonsten hast Du Recht, 5 mg/l sind zu viel. Es gäbe diverse Möglichkeiten woran das liegen könnte, aber ohne ein paar mehr Daten läßt sich das schlecht eingrenzen.

    Grüße

    Jens

    Hallo

    1) DIe Rückförderpumpe von Technikbecken hat einen 3 Wege Hahn, umstellen von "ins Aquarium" auf "Schlauch", der reicht quer durch die Wohnung ins Badezimmer. Während des Abpumpens rühre ich kräftig im Technikbecken rum, damit der Dreck aufgewirbelt und mit abgepumpt wird.
    2) Wenn das Technikbecken leer ist wird der Schlauch an die Dusche angeschlossen und das Becken mit Leitungswasser gefüllt. Während dieser Zeit gebe ich 4,5 Wassergläser Salz dazu, Marken sind variabel (Grotech, TM classic, TM neu, Reef Chrystals, Red Sea, HW)
    3) sobald genügend Wasser im Technikbecken ist und das Salz gelöst, wird der 3 Wege Hahn wieder umgelegt und die Rückförderpumpe angeschmissen, fertig.

    Rekordzeit: 12 Minuten bei 50 L WW.

    Grüße

    Jens

    Hallo Günter

    Bei den Zwergkaisern habe ich das Gefühl, dass das Korallenzupfen nicht nur vom Charakter der Tiere abhängig ist, sondern auch von der Haltungsart.
    Wenn die Tiere in einer Gruppe oder im Paar gehalten werden, dann scheint es wesentlich weniger Übergriffe zu geben, vielleicht zupfen sie ja nur weil ihnen langweilig ist. Ausserdem scheint der Ernährungszustand eine wichtige Rolle zu spielen, wenn man seine Fische nicht richtig füttert, dann werden die kleinen Racker schon mal eher an der Deko knabbern.
    Wer völlig panisch auf seine Wasserwerte schaut und kaum noch ruhig schlafen kann weil Nitrat auf über 1 mg/L ansteigen könnte und dann die Akropora Monokultur nicht mehr aussieht wie ein Wohnzimmer im psychedelischen 60er Jahre Design, der hat wohl mit jedem Fisch Probleme.
    Ich denke mir nur wie ich mich fühlen würde, alleine und mit leerem Bauch. Da stelle ich wohl auch mehr Unsinn an als satt und mit Partner.....
    Mein Päärchen C. nox hat zwar permanent an der Deko nach Algen und kleinen Krebsen gepickt, aber niemals Korallen angerührt, keine einzige. Allerdings gab es auch 7 mal am Tag Futter, und zwar reichlich.
    Ob andere nox unter diesen Bedingungen nicht doch mal an Korallen gehen kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall scheinen gute Fütterung und Paar/Gruppenhaltung das Problem stark zu reduzieren.

    Ansonsten kann ich noch eine Gruppe von Kanarienlippfischen emfehlen, immer vorne, immer in Bewegung, friedlich zu allen anderen Mitbewohnern.

    Grüße

    Jens

    Hallo

    Wir haben den resplendens.......gesehen.
    Er lebt komplett anders als alle anderen Zwergkaiser, in riesigen Gruppen von 80 bis 100 Tieren, und nicht in Riff, sondern in kleinen Huegeln auf den Sandgrund, ausserdem recht tief, mindestens 30, eher 35 Meter
    Heute Abend geht's nach Hause

    Gruesse

    Jens und Peter