das ist doch ein wenig wie mit der henne und dem ei...
zunächst würde ich mal davon ausgehen, dass vor allem der großhändler, also leute wie dejong, einen frischen import erst mal in die quarantäne schicken. ist dem denn nicht so?
wer also weiteren stress für die tiere vermeiden möchte, könnte daher auf den gedanken kommen, vom zwischen- endkundenhändler erst gar nicht auspacken zu lassen, sondern direkt in die eigene anlage zu setzen. das wäre dann nur einmal stress (aber dafür ein sehr großer mit eventuell langem transportweg etc.).
und auf der anderen seite muss man sich bewußt machen, haben wir alle keine sterilen becken. auch die händler nicht. ich würde daher immer davon ausgehen, dass es immer einen irgendwie gearteten keimdruck gibt. in jeder anlage! wenn der fisch fit und ansonsten "gesund" ist, kommt er mit erregern und parasiten klar. hat der fisch viel stress, wird er anfällig und erkrankt.
meine theorie ist, dass prinzipiell jeder fisch gefährdet ist, und es nur auf die stress verursachenden umstände ankommt ob ein fisch erkrankt.
ein frisch importierter fisch hat in der regel besonders viel stress. seine keime bringt er dann auch gleich noch mit. er trifft auf einen für ihn neuen altbestand und neue keime, das stresslevel steigt zusätzlich und was ihm so gerade eben noch keine probleme bereitet hat, bricht sich bahn.
ich habe sowohl schon den direkt importierten fisch eingesetzt, auch den fisch der schon lange gehältert war. und ich hatte dennoch nur ein einziges mal probleme mit pünktchen. und ausgerechnet bei diesen fisch habe ich mir über einige wochen (6 -
im händlerbecken anschauen können. ohne dass er da anzeichen gehabt hätte. man steckt jedenfalls nicht drin.
das ganze macht die notwendigkeit eines qurantänebeckens aber nicht obsolet. viele behandlungen lassen sich im riffbecken nicht durchführen. und je nach besatz macht es schon sinn, einen neuen fisch erst einmal separat zu beobachten und fit zu machen für neue stressoren bevor man ihn ins eigentliche becken setzt.
mmn sind einige faktoren essentiell, die man grundsätzlich vorher bedenken sollte, um stress zu reduzieren:
sind unterstützende maßnahmen wie uv etc. vorhanden?
ist der vorhandene bestand gesund und verträgt eine änderung der fischgesellschaft oder ist das ganze eh nicht so harmonisch?
ist die einrichtung des beckens tauglich für den neuzugang?
passt die beckengröße zum neuzugang?
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