Original von Koberstaedt
Hallo Thomas,
ich denke Du hast inzwischen selbst gemerkt, dass man hier einigen Beiträge mit Vorbehalten begegenen muss.
Nach dem Du im Wasser kein Phosphat gemessen hast, ebenso nicht im Bodengrund und diesen sogar gewechselt hast, kannst Du wohl für Deinen Fall das ewige Argumentieren mit dem Phosphat getrost vergessen.
Armin Glaser, dessen Sachverstand bei chemischen Problemen nun wirklich außer Frage steht, hat ja auch auf den Zusammenhang zwischen Depots und Wasserwerten hingewiesen.
Wenn man Bodengrund erhitzt und die darin enthaltenen zahlreichen Mikroorganismen dadurch abtötet, wird man immer Phosphat messen können. Aber eine solche Feststellung ist doch ohne jede Aussagekraft im Bezug auf Phosphatwerte im Becken! Wie Du richtig festgestellt hast, können die vom Bodengrund weit entfernten Cyanos Phosphat ja auch nicht direkt aus dem Boden aufnehmen. Es müsste also auch im Wasser nachweisbar sein.
Auch wenn es einige Leute immer noch nicht verstehen, es gibt unzählige verschiedene Cyanoformen und deshalb auch kein Allheilmittel!!!
Aussagen wie, "dies hilft immer", sind völliger Unsinn, so schön und einfach es auch wäre! Deshalb ist auch die Kohlenstoffzufuhr bei nicht von Nährstoffverhältnissen beeinflussten Cyanoformen kein erfolgreicher Bekämpfungsansatz, auch wenn einmal Traubenzuckerlösungen - erfolglos - einige Zeit als Wundermittel verkauft wurde (nur dem Verkäufer hat es gut genützt). In einer von Hans-Werner einmal verlinkten Dipl.Arbeit wurde auch Phosphat bei den damals untersuchten Cyanos als entscheidender Wachstumsfaktor eindeutig ausgeschlossen.
Aber dies wurde auch schon alles geschrieben. Leider geben hier auch Leute oftmals Tipps, ohne den Hintergrund richtig zu lesen.
Die grünen Cyanobakterien sind häufig den sogenannten "Reinwasserformen" zuzurechnen und dafür sprechen ja alle Deine Beobachtungen. Mit Peter Wilkens hatten wir vor vielen Jahren beobachtet, dass Reinwasserformen bei einem hohen Redoxpotential besonders gut wuchsen und dies sogar in leeren Glasbehältern mit frischem Wasser. Starke Belüftung oder Strömung wirkte da besonders förderlich, ebenso Ozonzugaben. Sie wuchsen besonders stark nahe der Wasseroberfläche. Ob nun ein hoher Sauerstoffgehalt, ein hohes Redoxpotential oder physikalische Wirkungen, wie in Untersuchungen der Uni-Bremen ermittelt, der entscheidende Faktor ist, muss dahingestellt bleiben.
Es bleibt dabei. Es hilft nur probieren. Geh einmal von der Möglichkeit aus, dass Du eine Reinwasserform im Becken hast. Vielleicht hift dieser Ansatz weiter (also Minimalströmung, kein Wasserwechsel, höhere Nährstoffe, auch vorerst keine Mittel, die ein niedriges Nährstoffniveau halten, einsetzen usw.). Nach einiger Beobachtungszeit kannst Du sicher feststellen, ob die Cyanoplage sich eher verstärkt oder verbessert hat. Damit hast Du dann wenigstens die richtige Richtung, in welche Du agieren kannst.
Gruß
Bernd