Hallo Freunde der Seegrasponies,
oft schon hatte ich mich zu früh gefreut, aber diesmal hoff ich, lang genug gewartet zu haben mit der Botschaft: Mein Ziel, H. zosterae in einem naturnahen Aquarium ohne besonderen Pflegeaufwand zu halten, ist (fast) erreicht.
Meine 'Seegraswiese' (die leider noch nicht wirklich eine Wiese ist, sondern nur ein paar spärliche Halme aufweist) ist tatsächlich zum Selbstläufer geworden!
In diesem Becken mit den Maßen 60/30/35 wohnten schon länger 4.1 Hippocampus zosterae. Vor 3 Tage ist wieder ein Wurf mit 8 Fohlen zur Welt gekommen, und die kommen gänzlich ohne Zufütterung aus. Ich muss bloß darauf achten, dass die harpaticoiden Copepoden genug zu essen bekommen, damit sie sich ausreichend vermehren. Aber das ist keine besonders schwierige Übung mehr.
Die adulten Tiere bekommen zwar grad jetzt (damit genug Tisben bleiben für die Youngsters) zusätzlich calanoide Copepoden und gelegentlich ein paar Artemiannauplien, aber die Zufütterung insgesamt hält sich in Grenzen.
Auch wenn die Frontscheibe mit Algenaufwuchs belegt ist und ich deshalb momentan keine Fotos machen möchte: Glaubt mir, es macht Freude, die erwachsenen Ponies und die Fohlen gut genährt in diesem Aquarium zu sehen. Unter dem zahlreich vorhandenen Kleingetier finde ich derzeit nichts, was mir Sorgen bereiten würde: Dinoflagellaten und Turbellarien sind dank Chelidonura varians Geschichte, Flohkrebse hab ich keine drinnen, ebensowenig Schlangensterne, und der Rest der Crew (Clibanarius tricolor, Borstenwürmer, Asterinas und zahlreiche Schnecken verschiedener Arten) ist erfahrungsgemäß unbedenklich.
Neugierig bin ich natürlich, wie lange sich dieses wunderbare Gleichgewicht mit dem gegebenen (Nicht-)Aufwand halten lässt. Mit etwas Glück (und dem Interesse samt dem Kapital Gleichgesinnter) beabsichtige ich, privat Seegras aus Florida zu importieren. Sofern das klappt, wird auch die Bepflanzung der Seegrasponykoppel dem Heimatbiotop entsprechen. Obendrein bietet das Grünzeug Siedlungsfläche ohne Ende für das Kleinzeug und damit auch Lebensraum für ein paar Pferdchen mehr.
Die zweite ehemalige Pferdchenkoppel, in der zuletzt Unmengen von Glasrosen gewohnt haben, ist dank zweier Feilenfische binnen 2 Wochen von den Aiptasien so weit befreit worden, dass ein paar Wischmops (Berghia stephanieae) ausreichen werden, um auch die letzten Glasrosen zu eliminieren. Dann können auch in dieses Aquarium wieder Zwergseepferdchen einziehen, und deren derzeitiges Zuhause wird dann tatsächlich nur mehr zur Aufzucht überschüssiger Fohlen dienen, die ich auch wieder abgeben kann.
Zuletzt war das Platzproblem mit den wegen der ungebetenen Gäste nur eingeschränkt benützbaren Pferdchenbecken, verbunden mit der notwendigen Sicherung des eigenen Bestands, die wesentliche Herausforderung für mich. Jetzt aber hat sich die Lage deutlich entspannt.
Darüber freut sich
Linda 