Hallo Wolfgang,
ich bin dir sehr dankbar für die Schilderung deiner Beobachtungen im Seegrasbiotop.
Lass mich im Folgenden näher darauf eingehen:
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Die aquaristisch interessanten und hier besprochenen tropischen Gräser, sind nach meiner Beobachtung alle keine Tiefwurzler.
Bei Ovalis zB kann man den Wurzelstrahl oft sehen, da leicht freigespült, weil direkt unter der Oberfläche.
Die Rhizome verlaufen soviel ich weiß bei allen Seegräsern nur knapp unterhalb oder überhaupt an der Substratoberfläche. Nährstoffe nehmen die Gräser aber über die eigentlichen Wurzelstrukturen auf, die an den Trennlinien der Rhizomabschnitte gebildet werden. Die sind extrem empfindlich, sowohl was mechanische Beschädigungen betrifft als auch biochemische Einflüsse. Solang die Rhizome genug Kraft haben ersetzen sie verlorene Wurzeln. Das kann ich in den Aquarien recht gut beobachten bei jenen Pflanzen, die nicht von Anfang an vom Substrat abgedeckt waren. Mit Glück wachsen die Ausläufer dann von selber ins Substrat hinein, und wenn sie dort geeignete Bedingungen vorfinden, erfangen sich die Pflanzen auch wieder. Bei mir scheitert es vor allem in der 'Seegraswiese' an den geeigneten Bedingungen 
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Die kleinen Gräser sind jetzt auch keine Sedimentfallen wie die Positoniawiesen im Mittelmeer, da ist eigentlich immer der Sandboden dazwischen zu sehen, der relativ sauber aussieht.
Spricht jetzt für mich gegen Lindas " Kompostversion" ;-)) Wobei uns gerade da im Aqua ja definitiv die Verwertungsgesellschaft fehlt.....
Wobei ich anmerken möcht, dass der Komposthaufen in der 'Pferdekoppel' schon deutlich kleiner geworden ist, weil der Nachschub fehlt
Die Verwertungsgesellschaft ist hier von der Artenvielfalt sicher nicht mit der im natürlichen Lebensraum vergleichbar, aber sie bemüht sich, den Detritus abzubauen. Dabei fällt mir auf, dass gerade in diesem Bereich der Sand relativ 'sauber' bleibt. Heute hab ich dort auch eine kleine Beggiatoa-Kolonie entdeckt, woraus ich schließe, dass die Ausscheidungsprodukte der Verwertungsgesellschaft dort landen, wo sie an sich gebraucht werden. Im Augenblick vertraue ich vor allem auf die mikrobielle NH4-Produktion in Verbindung mit dem Abbau des Schwefelwasserstoffs.
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Ebenso kommen in den Seegrashabittaten viele "wühlende" Tiere vor, die gerne vergessen werden. Bzw die man nur bei nachttauchgängen sieht.
Da wimmelt es von Krabben, Garnelen und auch so manchem Fisch, die buddeln sich alle gerne ein, so das nur die Augen raussehen. Teils zum Verstecken, teils zum Jagen...
Sorgt natürlich auch immer für einen kleinen Gasaustausch.
... der im Bereich von mehr als zwei, drei Zentimetern ganz offensichtlich gar nicht nötig ist - zumindest nicht für die Seegraswurzeln. Wie die in tieferen Substratschichten lebenden Tiere damit umgehen ist eine andere Geschichte (freilich nicht weniger interessant).
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Es wäre natürlich spannend zu wissen, wie schnell die Schichtung im Substrat anerob wird, bzw durch Abbauprodukte, oder Ablagerungen verändert.
Ja, das ist die Kardinalfrage. Wahrscheinlich wird der Übergang von oxischen Bereich zum anoxischen auch von der Sedimentkörnung abhängen, aber das ist ja erst der Anfang. Das Verständnis für die da ablaufenden mikrobiellen Prozesse erfordert auch fundierte Kenntnisse in organischer Chemie und Redox-Reaktionen. Dass zahlreiche daran beteiligte Mikroorganismen wie durch Zauberhand auch in unsere Aquarien gelangen, hab ich im Mangrovenbecken gesehen. Wie 'komplett' die Gesellschaft ist kann ich nicht sagen, aber in diesem Becken hat sich mit den Jahren offensichtlich eine gesunde Mikrofauna entwickelt.
Redox-Reaktionen hat, glaub ich, mein inzwischen seliger Chemieprofessor vor 43 Jahren selber noch nicht gekannt
Entsprechend schwer tu ich mir jetzt bei der Verinnerlichung der inzwischen sehr umfangreichen Informationen.
So, und jetzt genehmig ich mir noch ein paar Seiten Schlegel 
Gute Nacht!
Linda