Hallo Dietmar,
ich lehn mich jetzt auch mal ein Stückl aus dem Fenster ... ![]()
Nach meinem Verständnis der biologischen Abläufe ist Stickstoff mit Phosphor nur insofern zu vergleichen als beide Elemente beim Abbau von Proteinen frei werden. Während der Stickstoff aber zum Teil in die Atmosphäre entweicht und so dem Kreislauf entzogen wird, wird Phosphor auf natürliche Weise im Wesentlichen über die direkte Entsorgung von Biomasse aus dem Wasser gebracht.
So wie du es beschreibst wird der Nachschub an Eiweiß wahrscheinlich höher sein als die daraus entstehenden Phosphorverbindungen für den Aufbau neuer Biomasse benötigt werden.
Vielleicht hab ich's überlesen ... betreibst du im Kreislauf ein Algenrefugium? Oder gibt es andere pflanzliche Großverbraucher für Nitrat?
Mir ist aufgefallen, dass in Becken mit hohem Cyanobestand die im Vergleich zu NO3 anfangs überproportional hohen PO4-Werte bald zurückgehen. Ich führ das auf das Wachstum der Cyanobakterien (mit entsprechendem Phosphorbedarf) zurück, die sich auf diese Weise dann selber die Nährstoffe abgraben. Mit dem Absaugen der Cyanobeläge wird auch das PO4 eliminiert (sofern halt nicht gleichzeitig Nachschub ins Becken kommt).
Einen ähnlichen Effekt hätt ich mir auch von den Biopellets erwartet, da werden die Bakterien halt im freien Wasser mit dem Abschäumer entsorgt.
In beiden Fällen wird aber auch Nitrat verbraucht. Je mehr pflanzliche Organismen im System sind und ebenfalls Nitrat verbrauchen, desto stärker entwickelt sich das Mißverhältnis, weil Pflanzen im Vergleich mit Bakterien um ein Vielfaches langsamer wachsen und so auch weniger Phosphor verbrauchen. Das ist zumindest meine Sicht der Dinge - korrigiert mich, wenn ich falsch lieg.
Verzeih mir bitte diese elendslange Ausführung, aber ich möcht damit zum Ausdruck bringen, dass ein Ungleichgewicht bei den Wasserwerten nach meinem Gefühl seine Ursache hat in einem Ungleichgewicht bei den spezifischen Verbrauchern. Da du aber auch da nicht viel ändern wirst können oder wollen ('Das Becken ist nahezu flächendeckend mit Korallen zugewachsen' - schön :)), erscheint mir die PO4-Reduktion mittels Adsorber als die einzige Erfolg versprechende Variante. Ich glaub nicht, dass die künstliche Zufuhr von Nitrat auf lange Sicht zu einer Lösung führt.
Dass NO3 nicht nachweisbar ist heißt ja nur, dass der verfügbare Stickstoff von den Verbrauchern aufgenommen wurde (und nicht, dass nie einer da war). So soll's ja sein.
Liebe Grüße
Linda
