Beiträge von Linda

    Hallo Dietmar,

    ich lehn mich jetzt auch mal ein Stückl aus dem Fenster ... :smiling_face:

    Nach meinem Verständnis der biologischen Abläufe ist Stickstoff mit Phosphor nur insofern zu vergleichen als beide Elemente beim Abbau von Proteinen frei werden. Während der Stickstoff aber zum Teil in die Atmosphäre entweicht und so dem Kreislauf entzogen wird, wird Phosphor auf natürliche Weise im Wesentlichen über die direkte Entsorgung von Biomasse aus dem Wasser gebracht.

    So wie du es beschreibst wird der Nachschub an Eiweiß wahrscheinlich höher sein als die daraus entstehenden Phosphorverbindungen für den Aufbau neuer Biomasse benötigt werden.

    Vielleicht hab ich's überlesen ... betreibst du im Kreislauf ein Algenrefugium? Oder gibt es andere pflanzliche Großverbraucher für Nitrat?

    Mir ist aufgefallen, dass in Becken mit hohem Cyanobestand die im Vergleich zu NO3 anfangs überproportional hohen PO4-Werte bald zurückgehen. Ich führ das auf das Wachstum der Cyanobakterien (mit entsprechendem Phosphorbedarf) zurück, die sich auf diese Weise dann selber die Nährstoffe abgraben. Mit dem Absaugen der Cyanobeläge wird auch das PO4 eliminiert (sofern halt nicht gleichzeitig Nachschub ins Becken kommt).

    Einen ähnlichen Effekt hätt ich mir auch von den Biopellets erwartet, da werden die Bakterien halt im freien Wasser mit dem Abschäumer entsorgt.

    In beiden Fällen wird aber auch Nitrat verbraucht. Je mehr pflanzliche Organismen im System sind und ebenfalls Nitrat verbrauchen, desto stärker entwickelt sich das Mißverhältnis, weil Pflanzen im Vergleich mit Bakterien um ein Vielfaches langsamer wachsen und so auch weniger Phosphor verbrauchen. Das ist zumindest meine Sicht der Dinge - korrigiert mich, wenn ich falsch lieg.

    Verzeih mir bitte diese elendslange Ausführung, aber ich möcht damit zum Ausdruck bringen, dass ein Ungleichgewicht bei den Wasserwerten nach meinem Gefühl seine Ursache hat in einem Ungleichgewicht bei den spezifischen Verbrauchern. Da du aber auch da nicht viel ändern wirst können oder wollen ('Das Becken ist nahezu flächendeckend mit Korallen zugewachsen' - schön :)), erscheint mir die PO4-Reduktion mittels Adsorber als die einzige Erfolg versprechende Variante. Ich glaub nicht, dass die künstliche Zufuhr von Nitrat auf lange Sicht zu einer Lösung führt.

    Dass NO3 nicht nachweisbar ist heißt ja nur, dass der verfügbare Stickstoff von den Verbrauchern aufgenommen wurde (und nicht, dass nie einer da war). So soll's ja sein.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Oliver,

    ich verwend seit kurzem auch den Gravel & Substrate Cleaner - und bin sehr angetan von der Wirkung auf die Beckenbiologie.

    Der Hinweis auf die Haltbarkeit Ist allerdings wirklich seltsam. Da steht, dass die geöffnete Flasche 1 Jahr nach Anbruch haltbart ist und die ungeöffnete Flasche 2 Jahre. Aber es fehlt das Herstellungsdatum.

    Auf der kürzlich gekauften Flasche hab ich einen vierstelligen Code 0710 gefunden. Bedeutet das, dass der GSC im Juli 2010 abgefüllt wurde?

    Die Produkte mögen gut sein, aber die Kennzeichnung hat tatsächlich Verbesserungspotenzial :smiling_face:

    Gut, dass du das Thema angesprochen hast!

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Bettina,

    das für die Druckverrohrung geeignete Material bekommst du auch in Kärnten. Beispielsweise führt das eine Händlerkette, die sich als sehr groß bezeichnet, in ihrem Sortiment, und die hat in Klagenfurt auch eine Filiale. Im Österreichischen Schwesterforum ist das ein Forenhändler, da könnt ich dir den Namen direkt nennen.

    Und weil grad im Fernsehen 'Wetten dass' läuft: Tomy hat dort auch ein Geschäft :winking_face:

    Aber ich sag dir gleich: Wenn du mehr brauchst lohnt sich die Bestellung in D trotz der Versandkosten.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS/Edit: PVC-U ist weichmacherfreies PVC und deshalb für den Einsatz als Druckleitung auch im Meerwasser geeignet. (Hab ich auch erst lernen müssen.) Das rechtfertigt den hohen Preis.

    Hi Dave,

    gern geschehen :smiling_face:

    Aber noch ein Tipp: Wenn der Händler deines Vertrauens nicht in der Nähe ist, gibt's noch die Möglichkeit der Bestellung über's Web.

    Da hab ich erst kürzlich eine interessante Adresse gefunden. Wenn du auf diesem Weg ein paar Portionen (bspw. kleine Mysis) auf Vorrat kaufst, so sind die mit geringem Aufwand selbst über mehrere Wochen gut haltbar. Ich verwend dafür Plastikboxen mit 10 bis 20 Liter Fassungsvermögen, die bei höherem Besatz lediglich leicht belüftet werden. Ein bissl Platz braucht man halt dafür.

    Von Elena (hier Seepferdchendr) hab ich z.B. eine kleine Mysisart bekommen, die sich unter diesen Umständen sogar vermehrt. Ich füttere sie mit Krillgranulat und Artemianauplien (Da kannst die schwarze Schale doch verwenden ;)).

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Dave,

    für die Anzucht von Artemianauplien reicht auch eine kräftig belüftete PET-Flasche. In der können die Nauplien auch mit hochwertiger Nahrung (etwa INVE Selco S.parkle o.ä.) versorgt werden und behalten dann einen Nährwert auch wenn der Dottervorrat bereits aufgebraucht ist. (Das passiert schon innerhalb eines Tages nach dem Schlupf.)

    Zum Trennen der Nauplien von den leeren Eihüllen und den Zysten, aus denen sich nichts entwickelt hat, verwend auch ich die schwarze Schale von Hobby - das ist ganz einfach die bequemste und sicherste Methode der Trennung.

    Aber grundsätzlich: Úm welche Fische handelt es sich denn in deinem Fall? Interessieren sich die überhaupt für frisch geschlüfte (oder ein paar Tage gut gefütterte) Artemianauplien? Die Krebse bis zum Erwachsenenalter durchzufüttern halt ich für einen unverhältnismäßig großen Aufwand, wenn du das Ganze indoor machen willst und nur, um deinen Fischen Gutes zu tun.

    Wenn's eh nur gelegentliche Leckerlis sein sollen, würd ich beim gekauften Lebendfutter bleiben.

    Es sei denn, dich interessiert die Sache an sich. Dann kannst dich aber gleich schlau machen (etwa bei der IfMN) und verschiedenes Zooplankton (Moina salina, diverse Copepodenarten) wirklich 'züchten'. In jedem Fall ist das aber immer nur so gut wie das Futter, das du den Krebsln gibst.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Angi,

    also dein Methusalem ist schon außergewöhnlich mit mehr als 3 Jahren!

    Wegen der Moina: Da bin ich froh, jetzt einen reinen Stamm zu haben. In den 2 Indoor-Boxen, die ich mit Ende des Sommers angelegt hab, find ich weder Gammarus noch Copepoden.

    Du hast Recht: Zugekauftes Futter ist häufig kontaminiert. Ich hab letzthin einen größeren Schwung 'Meerwassercopepoden' aus D importiert. Das sollten wohl Acartia gewesen sein oder halt eine andere calanoide Art, aber abgesehen davon, dass 90% der Copepoden bei der Ankunft bereits tot gewesen sind, waren jede Menge - noch lebende - Gammarus ebenfalls in den Sackerln :frowning_face:

    Bei diesem Lieferanten bestell ich nix mehr. Hab jetzt einen Aquakulturbetrieb Nähe Bremen ausfindig gemacht, der direkt auch nach Wien versendet. Da werd ich gelegentlich mal eine Probebestellung durchführen. Vielleicht gibt's doch noch eine Alternative zu den ausufernden Eigenzuchten. Wir Ösis sind puncto marines Lebendfutter ja net grad verwöhnt, und die Qualität bei den Händlern wurde in den letzten Jahren zusehends schlechter.

    Das Risiko, mit zugekauftem Futter wieder Gammarus in ein vorher flohkrebsfreies Aquarium einzuschleppen, ist offenbar enorm.

    Im Vergleich zu den Hydroiden sind die Flohkebse tatsächlich das weitaus größere Übel. Bis jetzt hab ich keine Idee, wie man ihnen beikommen könnte. Alle paar Monate ein grad erst eingefahrenes Aquarium auszuräumen ist halt nicht mein Ziel, aber auf die naturnahe Haltung der Zwergseepferdchen möcht ich auf Dauer auch nicht verzichten.

    Deshalb setz ich vorderhand weiter auf selbst gezogenes Lebendfutter aus garantiert flohkrebsfreien Zuchten und als Ergänzung angereicherte Artemianauplien.

    Wenn du magst schick ich dir einen Zuchtansatz von meinen Moina. Das selbst Aussortieren aus einem mit Flohkrebsen verseuchten Bestand halt ich für nahezu unmöglich.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo ihr Lieben,

    es ist ruhig geworden in der Ponyecke :smiling_face:

    Deshalb ein kurzes Update zur Wiener Linie.

    Mittlererweile sind wir hier schon zu viert, und 3 von uns haben auch bereits Nachwuchs in der Pferdekoppel.

    Was meine Pferdchen angeht hab ich die derzeit auf 2 Faunaboxen aufgeteilt - 3,1 von den Adulten in der einen und 8 semiadulte aus Würfen 201106, 201107 und 201108 in der anderen Box.

    Aus dem 'eigentlichen' Pferdchenbecken muste ich ja wegen der Flohkrebse alle Ponies entfernen. Ich werd es gelegentlich ausräumen und durch ein neues Aquarium ersetzen. Ein bissl scheu ich mich davor, das gut funktionierende Biotop zu zerstören, aber anders sind die Flohkrebse nicht anzubringen.

    Jedenfalls wird auch die neue Pferdekoppel wieder naturnah geführt werden, wobei ich ganz besonders darauf achten werd, dass der Bestand dort nicht zu groß wird. (Und natürlich, dass ich mir keine Gammarus einschlepp.)

    Völlig naturnah gehalten werden drei Neonate, die vergangenen Samstag zur Welt gekommen sind: Sie hab ich kurzerhand in das seit mehr als einem Jahr verwaiste große Schlammspringerbecken gesetzt, das sich in den letzten Mionaten sukzessive zu einem Eldorado für Kleinzeug entwickelt hat. Es wimmelt da von Copepoden und kleinen Borstenwürmchen (Sylliden). Ansonsten wohnen drin zahlreiche Euplicas und eine Neritina sowie 6 Clibanarius tricolor. Ein paar von den unvermeidlichen Hydroiden gibt's ebenfalls, aber sie vermehren sich in diesem Aquarium nicht in Massen, weil nicht gefüttert wird.

    Für die 3 Fohlen ist das Aquarium mit seiner Grundfläche von 125 x 40 natürlich riesengroß, auch wenn der Wasserstand am 'Landteil' nur etwa 10 cm beträgt. Im Pumpensumpf mit 25 x 40 Grundfläche kommen noch einmal 20 cm dazu.

    Dafür rechne ich damit, dass in diesem Becken auf längere Sicht genug Futter vorhanden ist für die Zwergerln. Auf ähnliche Art habe ich zuletzt alle Neonate die ersten paar Wochen verlustfrei durchgebracht, nur halt in den wesentlich kleineren Faunaboxen, von denen immer eine lediglich mit Zooplankton besetzt ist und die neugeborenen Ponies nach der Geburt dort einquartiert werden. Das hat zuletzt für mehrere Wochen ohne zusätzliche Fütterung gereicht. Wobei ich anmerken möchte, dass die Würfe der letzten Monate stets weniger als 10 Fohlen gebracht haben. Den Grund für die Zurückhaltung kenn ich nicht, aber es ist mir wie schon früher erwähnt ja durchaus angenehm, weniger, dafür aber vitale Nachzuchten aufzuziehen.

    Falls Elena das liest: Elena, du hast Beni letzthin einen Ansatz tropischer Mysis angeboten. Wenn das die kleinen weißen Woisln sind: Darf ich auch einen Ansatz haben? Ich hab die zwar in der alten Ponykoppel, bis jetzt ist es mir aber nicht gelungen einen Ansatz zu extrahieren, bei dem nicht früher oder später auch Gammarus erschienen sind :frowning_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Das Wissen über die Biologie der Tiere ist meiner Meinung nach die Voraussetzung für bessere Erfolge bei der Pflege.


    Hallo Hans-Werner,

    nicht nur deiner Meinung nach ... :smiling_face:

    Danke für den Beitrag und die beeindruckenden Fotos!

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Elena,

    danke schön für deine Nachricht! :smiling_face:

    Weil sich hier bisher nix wirklich Konkretes ergeben hat, hab ich ausßerhalb der Foren gesucht und eine viel versprechende potenzielle Quelle sogar hier in Wien gefunden.

    Nichtsdestoweniger: Wenn du tatsächlcih eine Muricella bekommst, gib bitte Bescheid hier in diesem Thread. Entweder nehm ich sie selber oder wir organisieren eine Sammelbestellung nach Wien. Außerdem gibt's ja auch in Deutschland Interesse an diesen interessanten Hornkorallen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hi Beni,

    ich seh's wie Kathrin.

    Für die Massenzucht, die oft auch noch kommerziell betrieben wird, mag's vielleicht einen Sinn haben. Aber das ist eh eine eigene Sache.

    Im Hobbybereich, wo die Individuendichte meist nicht so hoch ist und folglich auch die Futterdichte nicht so enorm sein muss, halt ich sowas für überzogen.

    Punkto Hygiene neigen unsere Freunde jenseits des Atlantiks ja gern zur Übertreibung :face_with_rolling_eyes:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Harald und Jens!

    Nicht unerwartet habt ihr Recht. Bis jetzt hab ich tatsächlich noch keine konkrete Bezugsquelle gefunden für eine Muricella. Ein paar vage Andeutungen - das ist alles. Ein Problem ist sicher auch die Größe der Tiere. Ich möcht ja bloß einen Ableger und keinen Stock mit 2 m Durchmesser.

    Hier hat sich leider auch wenig getan. Selbst in Spezialforen findet man wenig, und wenn, dann zum Teil Widersprüchliches

    Trotzdem möcht ich mein Projekt Azoo-Gorgonienbecken weiterführen und werd in Kürze ein 100 Liter-Aquarium entsprechend adaptieren.

    Dafür hätt ich gern eine Hornkorallenart, die ähnliche Ansprüche stellt wie Muricella plectana. Soweit ich mich bisher in das Thema eingelesen hab scheint die Polypengröße ein wesentlicher Hinweis zu sein auf die bevorzugte Nahrung der Tiere. Ist das so?

    Habt ihr einen Tipp für mich, welche Art - die im Handel eher erhältlich ist als Muricella plectana - infrage kommt?

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Pati und Bene!

    Hab erst jetzt bemerkt, dass der Thread im Nachzuchtenforum steht ... :O (Dabei hat der Bayern-Wolfgang eh einen link ins österreichische Forum gestellt, das hab ich aber verschlafen.)

    Deshalb ein bissl spät: Herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Aufzucht der Nadelkinder!

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Jens,

    da hab ich eine Info aus D, dass vor ein paar Jahren ein paar Stöcke importiert und verkauft wurden. Deshalb geh ich davon aus, dass es sehr wohl Haltungserfahrungen mit Muriella (ich glaub, es hat sich um paraplectana gehandelt) gibt.

    Vermutlich sind nicht alle AquarianerInnen so mitteilsam, dass sie das von sich aus auch in Foren posten. Aber vielleicht haben wir ja Glück, und einer der damaligen Käufer meldet sich demnächst hier :face_with_rolling_eyes:

    Groß ist die Hoffnung ja eh nicht, denn sonst würden bestimmt auch schon Ableger angeboten.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Harald,

    hab ich mir doch gedacht, dass das Thema nicht so mirnixdirnix an dir vorbei gehen wird =)

    Auf deiner Seite hatte ich natürlich gleich nachgeschaut, aber eben den Eindruck gewonnen, dass es so gut wie keine Haltungserfahrungen gibt. Übrigens: Den Hinweis, dass Muricella plectana laminare Strömung liebt, glaubte ich durch die Beschreibung

    Zitat

    Bei eingezogenen Polypen sieht die Gorgonie warzig aus, bilden aber einen großen engmaschigen Fächer aus. Dieser bildet sich in einer Ebene quer zur Strömungsrichtung aus.

    bestätigt zu sehen.

    Weiter unten im Text schreibst du aber

    Zitat

    Aquaristisch unbedeutend. Das liegt wohl auch daran, dass die Gorgonie manchmal extremen auch starken turbulenten Strömungen ausgesetzt ist,...


    Ich hatte nach 'aquaristisch unbedeutend' nicht weiter gelesen *smile*.

    Du hast schon Recht, natürlich interessiert mich vor allem die Lebensgemeinschaft mit H. bargibanti, aber ohne erfolgreiche Gorgonienhaltung vorher über einen längeren Zeitraum ist das in jedem Fall eine Illusion. (Btw: Dass die Pygmäenpferdchen Gorgonien essen hab ich immer für ein Gerücht gehalten.)

    Im Augenblick ist die ganze Sache ohnehin bloß eine Idee, die seit ein paar Tagen in meinem Kopf herumgeistert, und es wär allein schon spannend, ein Aquarium für die Gorgonien herzurichten, in dem sie dauerhaft gedeihen können.

    Fein, dass du in deinem Post schreibst

    Zitat

    fast unmöglich

    =)

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von C. Schuhmacher (Thread: Zwergseepferde von Bali)
    Diese Sorten von Gorgonien stehen immer auf Sandgrund oder Steingrund mit z.T starker Strömung und reichlich Planktonzufuhr ...


    Hallo Claude,

    starke Strömung bedeutet turbulente Strömung, oder? Irgendwo hab ich gelesen, dass Muricella plectana laminare Strömung liebt, aber das scheint mir wesentlich schwieriger nachzustellen als eine kräftige Strömung der üblichen Art.

    Ich würd nämlich sehr gern ein Spezialbecken mit einer der Bargibanti-Gorgonien einrichten und bin jetzt erst mal am Zusammentragen von Informationen über die Haltung dieser Hornkorallen. Und natürlich wüsst ich auch gern eine Bezugsquelle.

    Hast du weitere Tipps oder mittlererweile gar eigene Erfahrungen? Dein letzter Beitrag hier ist ja schon ein bissl her.

    Bzw. gleich mal die Frage: Sind die Ansprüche von M. plectana und M. paraplectana verschieden? Zwei nahe verwandte Arten mit identen Anforderungen an die Umweltbedingungen in unmittelbarer Nachbarschaft zu einander widersprechen ein bissl meinem Verständnis von Evolution.

    Gespannt auf Antwort :smiling_face:
    Linda

    Zitat

    Original von Frank_L
    Verschwindet diese Kahmhaut irgendwann wieder, wenn sich genügend, ich sag mal "Fressfeinde" der
    Algen und Bakterien gebildet haben ?


    Hallo Frank,

    Copepoden (v.a. substratgebundene wie Tisbe sp.) haben Kahmhaut zum Fressen gern. Weil sich das Becken wie du schreibst noch in der Einfahrphase befindet, würd ich vorderhand gar nix tun außer abwarten und die Entwicklung beobachten bzw. allenfalls den vorhandenen (möglicherweise von vornherein recht dünnen) Copepodenbestand durch Zukauf - z.B. DT's - verstärken.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Torsten,

    Culture Selco Plus wird tatsächlich schon länger (ich glaub, seit September 2009) nicht mehr produziert.

    Das Nachfolgeprodukt ist Selco S.Parkle, davon hab ich mit Hilfe eines Webhändlers in D vorigen Sommer 5 x 500 g (das ist die Mindestbestellmengemenge) von INVE importiert.

    Für die von dir genannten Mengen ist Tagis sicher eine gute Adresse.

    Erweiterst du deine Palette um Zooplankton aus eigener Aquakultur? :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Ja, Sabine, das hab ich mir auch gedacht als ich die Überschrift gelesen hab.

    Aber, Stafan: Schön gelb ist auch schön. Und wer weiß: Vielleicht werden ein paar der Kinder dauerhaft rot bleiben. Zur Not gibst ein bissl Astaxanthin ins Futter =)

    Alles Gute für den Nachwuchs!

    Liebe Grüße
    Linda

    Ja, die grüne Sorte hab ich leider auch schon kennen gelernt, und die grünen Flecken auf dem Foto schauen ganz danach aus. Im Gegensatz zu ihren roten Verwandten scheint diese Art eine starke Giftwirkung gegenüber Wirbellosen Tieren zu besitzen. Schnecken und Asterinas, die davon genascht haben, sind kurze Zeit später gestorben. Copepoden leben in dem Milieu auch nicht lang. Die grüne Sorte hat überdies einen eigenartig muffigen Geruch.

    Edit: Erwachsenen Fischen schaden die Cyanos augenscheinlich nicht.

    Wie bei allen Cyanos halt ich eine Entgleisung des biologischen Gleichgewichts für die Ursache des Schmieralgenwachstums. Bei mir treten sie gelegentlich auf in neu eingerichteten Zuchtbecken bei übermäßiger Fütterung. Gleichzeitig sterben die Höheren Algen ab.

    In solchen Fällen saug ich die Cyanos so gut es geht ab, wasche die Filterpatrone aus (in den Zuchtbecken verwend ich Schwammfilter), tausche einen Teil des Wassers duch solches aus einem gesunden, recht eutroph gehaltenen Becken aus (frisch angesetztes Meerwasser hat sich als nicht optimal erwiesen - enthält offenbar zuwenig Nährstoffe) und schau vor allem, dass die Caulerpas wieder zu wachsen beginnen. Geschwächte Pflanzen werden entfernt und durch frische Triebe ersetzt.

    Alex, ich kann mir vorstellen, dass nicht alles von dem bei dir 1:1 umgesetzt werden kann, aber ich hoff, ein bissl was von den Ausführungen kannst mitnehmen =)

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Stefan,

    ich denk, dass sie schon auch kleinere Nahrung essen. Eine Zeit lang hab ich sie separat in einer 5 Liter-Box gezüchtet und da Trockenfutter (Phytoplan) verwendet. Das hat auch funktioniert, nur glaub ich halt, dass die Schwebegarnelen nicht das Zeug selber, sondern die sich da entwickelnden Bakterien gegessen haben.

    In meiner Copepodenzucht möcht ich sie aber trotzdem net haben =)

    Wenn ich dich jetzt richtig verstanden hab, verwendest du das Technikbecken für die Tisbenzucht. Das halt ich so oder so für nicht sehr praktisch. Die separate Zucht in überschaubaren Behältern kommt mir effizienter vor, und die Mysis bringst unter diesen Voraussetzungen, vermut ich, nimmer an. Sie lassen sich zwar leicht absammeln (leere Schneckenhäuser, Rohrfallen), aber der verbleibende Restbestand vermehrt sich dann umso schneller.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Stefan,

    tropische Mysis (mit 6 mm KL werden deine schon welche sein) hab ich erstmals mit einem Brocken Lebendgestein bekommen. Bei zusagenden Bedingungen vermehren sie sich sehr gut. Vor einem halben Jahr hab ich auch welche in meinem Zwergseepferdchenbecken angesiedelt, dort ist die Population regelrecht explodiert.

    Unerwünschte Nebenwirkungen hab ich nicht festgestellt - mit der Einschränkung, dass sie scheinbar (wär für Mysis nicht überraschend) das andere Zooplankton limitieren.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von L_beni
    Was für schnecken sind zu empfehlen?


    Hi Beni,

    die Frage scheint zwar an Angi gerichtet, aber ich möcht dir die kleinen grabenden Nassarius vibex empfehlen und Täubchenschnecken (Columbella oder Euplica-Arten).

    Erstere sind sehr gute Detritusverwerter und lockern den Bodengrund, die Anderen essen ebenfall Detritus und Algenaufwuchs.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von SeepferdchenDr
    Nun zu meinen Zwergseepferdchen:
    Ich zähle meine Seepferdchen auch fast täglich. Es ist eine kleine Gruppe von 9 Pferdchen.
    Der Bestand hat sich somit erholt und soll auch in etwa dieser Größenordnung im 40-Liter-Becken wohnen bleiben.


    Hallo Elena,

    ja, nach all dem, was ich hier gelesen hab und an eigenen Erfahrungen sammeln konnte, ist die Bestandskontrolle das Um und Auf bei der Ponyhaltung.

    Wenn's nicht zuviele sind, ist die Fütterung mit hochwertiger Nahrung viel einfacher, und die Wasserqualität lässt sich auch leicht im grünen Bereich halten.

    Schön, dass hier auch wieder positive Erfahrungen gepostet werden! :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Angi,

    hast du's also doch ausgeräumt und neu eingerichtet ... :smiling_face:

    Mit dem Gedanken hab ich ja auch spekuliert, nachdem ich dein Flohkrebs-frisst-Fohlen - Bild gesehen und gemerkt hatte, dass meine 'kleine' Gammarusart auch gut eineinhalb Zentimeter groß wird und dem entsprechend rabiat ist.

    Von der Idee abgekommen bin ich deshalb, weil mir die Pferdekoppel mit der bunten Gesellschaft einfach zu gut gefällt und jetzt endlich so funktioniert wie ich's mir immer gewünscht hab. Das eine Foto im Anhang ist von heute Abend und zeigt im Vordergrund die Rohrfalle.

    Aber es stimmt: Die Bestandserhaltung und die Deckung der Nachfrage (die ist Gott sei Dank immer noch bescheiden, dennnoch hab auch ich bereits eine Warteliste angelegt) kann ich nur mit Hilfe der separat in den Faunaboxen gehaltenen Ponies erreichen. Die dortige Flohkrebspopulation (nur semiadulte von ca. 1/2 cm) sorgt für eine natürliche Auslese. In den Faunaboxen sind die Gammarus leicht im Griff zu behalten.

    Vor 6 Wochen hab ich insgesamt 15 halbwüchsige Ponies abgegeben, ich bin mit der Entwicklung jetzt sehr zufrieden. Vor allem freut's mich, dass wir in Wien mittlererweile auch schon mehrere Zuchtstämme haben.

    Wirst du dein großes Becken wieder naturnah einrichten?

    Liebe Grüße
    Linda


    PS: Von den beiden in der Pferdekoppel wohnenden Ponies hab ich jetzt nur den Hengst erwischt, und den nur schemenhaft. Leicht zu finden und gar zu fotografieren sind die beiden Zwerge hier leider wirklich nicht.

    Hi Beni,

    gehört hab ich ja schon von deinem Importprojekt, nur hab ich nicht gewusst, dass es solche Dimensionen hatte!

    Jetzt gibt's also einen ordentlichen Zuchtstamm auch in der Schweiz =) Ich wünsch euch, dass es lang so bleibt!


    Die Gelegenheit möcht ich nützen, um auch wieder ein bissl was von meinen Ponies zu berichten.

    Derzeit hab ich einen Bestand von 5 Alttieren und etwa 12 Halbwüchsigen aus verschiedenen Würfen von August 2010 bis Jänner 2011. Nach einer zweimonatigen Pause gibt's seit gestern auch wieder Fohlen.

    Wie ich zu denen gekommen bin ist allerdings eine abenteuerliche Geschichte:

    Vorigen Sonntag hab ich die Faunabox mit den Alttieren gereinigt und dabei einen Buschen glasig gewordener Caulerpa entfernt. Nach einer Augenoperation vorigen Sommer seh ich leider in der Nähe sehr schlecht, also hab ich die Algen in einem Kübel eh odentlich geschwenkt, damit nicht irrtümlich ein Pony mit entsorgt wird. Glücklicherweise hab ich den Buschen anschließend nicht ins Klo geworfen, sondern in mein 'Mistküberl' gegeben, ein 54 Liter-Becken, das als Zwischenlager für überschüssige Algen dient. Es ist übrigens das am Besten funktionierende Biosystem, das ich hab. Drinnen wimmelt es von Copepoden, Schnecken, Flohkrebsen und Borstenwürmern. Der Herrscher über dieses Becken aber ist ein großer Clibanarius africanus, der Letzte seiner Art. Die 9 anderen hat er bei Domizilstreitigkeiten und anderen Gelegenheiten massakriert und lebt sein ungefähr 1 Jahr buchstäblich als 'Einsiedler' in diesem Aquarium. Ursprünglich haben ein paar von diesen Krebsen bei den Goldringelgrundeln gewohnt. Dort hab ich sie entfernt, als ich gesehen hab, dass sie den Grundeln nachstellen.

    In das Reich dieses Monsters hab ich also vergangenen Sonntag den Algenbuschen entsorgt.

    Gestern hab ich Algen für ein neu angesetztes Zuchtbecken benötigt und geschaut, ob ich was Passendes find im Mistküberl. Da fallen mir ein paar weiße Striche auf, die sich bei näherem Hinsehen als Zwergseefohlen entpuppen! Insgesamt hab ich 6 entdeckt und sie gleich abgesaugt und in ein Aufzuchtbecken überführt, das sie mit GGvJ-Larven teilen.

    Da mir bei der morgendlichen Standeskontrolle seit ein paar Tagen ohnehin ein Hengst abgegangen war, war mir bald klar, dass ich das arme Tier vor fast einer Woche dem Krebsmonster quasi zum Fraß vorgeworfen haben musste 8o. Allerdings waren die Fohlen Neonate, also musste der Papa zumindest ein paar Tage unbeschadet überstanden haben. Und tatsächlich: Nach längerer Suche mit der Lesebrille hab ich ihn zwischen den Caulerpas gefunden und evakuieren können!

    Die Seeponies scheinen also durchaus in einem wirklich schwierigem Umfeld überleben zu können. Das zeigt auch ein Paar aus einem Wurf vom August 2010, das im großen Ponybecken wohnt - gemeinsam mit Clibanarius erythropus, Clibanarius tricolor, Halocaridina rubra, Palaemon sp. 'GGvJ', zahlreichen Schnecken verschiedener Arten, Borstenwürmern, tropischen Mysis, Asterinas, Schlangensternen und Flohkrebsen.

    Leider muss ich Angis Beitrag von vor ein paar Monaten bestätigen: Die Gammarus sind die einzigen Mitbewohner, die Ponies bis zu einem Alter von ca. 3 Monaten aktiv jagen!

    Ich hab's, glaub ich, hier schon einmal geschrieben: Im Schaubecken stört mich die daraus folgende Aussicht, dass Fohlen unter diesen Umständen nicht hochkommen, wenig. Im Gegenteil: Sie ist die Garantie dafür, dass sich die Ponies sozusagen autark ernähren können. In diesem Aquarium sorge ich im Wesentlichen dafür, dass genügend Nahrung für die zahlreichen anderen Bewohner zur Verfügungs steht.

    Die Zwergseepferdchen haben ihr Verhalten dieser Situation angepasst und halten sich tagsüber bodennah im dichten Caulerpagestrüpp auf, wo sich sich hauptsächlich von harpaticoiden Copepoden und - man glaubt kaum, dass sie die erwischen - von juvenilen tropischen Mysis ernähren. Zum Schlafen suchen sie exponierte Stellen etwa in der Gorgonie oder in den oberen Bereichen der Caulerpas auf. Dort sind sie vor den Flohkrebsen sicher - auch wenn ihnen die bei der gegenwärtigen Größe nichts mehr anhaben können.

    Die größten Flohkrebse konnte ich übrigens mit einer selbst gebastelten Rohrfalle einfangen. Die Falle setze ich alle paar Nächte ein und hab das Gefühl, die Flohkrebsbande damit unter Kontrolle zu haben. Den Gammarus-Nachwuchs holen sich z.T. ohnehin auch die Pferdchen.

    Sehr positiv ist anzumerken, dass die gemischte Gesellschaft das Hydroidenproblem gelöst hat. Gelegentlich sehe ich zwar ein paar Meduserln rumhüpfen, aber sie sind längst nicht mehr die massive Nahrungskonkurrenz für die Ponies, die mich vor einem Dreivierteljahr fast meinen gesamten Bestand gekostet hat. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten offenbar die Gänsefußseesterne, die nachweislich die festsitzenden Stolonenkolonien abweiden.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von Wolfgang S

    Ist das nicht bei allen österreichischen Motoren ohnehin so? :grinning_squinting_face:


    Ja, sicher, Wolfgang. Die österreichischen Techniker wissen, dass eine hohe Drehzahl die Lebensdauer des Motors verkürzt, und machen's über's Getriebe :ylol

    Zum Thema: Magnetrührer hab ich mir auch angeschaut, aber erstens sind die sehr teuer, zweitens weiß ich net, wie ich damit die Umwälzung in einem geschlossenen Schlauichsysten hinkriegen soll, und drittens ... na ja, das, was du gemeint hast, ist auch nicht von der Hand zu weisen.

    Ich seh schon: Der Luftheber wird wahrscheinlich gewinnen - zumindest beim Prototyp.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo ihr zwei Wolfgänge!

    Es geht weder um Nannochloropsis (da weiß ich, dass der eine Kreispumpe nix ausmacht) noch um meine Spiralen (die brauchen net einmal unbedingt eine Umwälzung), sondern um Rhodomonas baltica.

    Von der hab ich nach dem Zusammenbruch meiner Kultur vor Weihnachten einen kleinen Rest retten können, den ich jetzt in Fiolen (mit täglicher Beatmung ;)) aufpäppel.

    Die Idee, eine Phytozucht abseits der gewohnten Reaktoren mit einem Schlauchsystem und CO2-Düngung zu probieren, trag ich schon länger mit mir rum. Für die rosa Mona scheint mir das ideal zu sein, nur muss die Umwälzung halt bei der ganz besonders schonend erfolgen. Deshalb die Frage nach der Motorpumpe.

    Die soll natürlich auch noch erschwinglich sein, schließlich ist es ja für's Erste nur ein Versuch. Wenn's so nicht geht, bleibt immer noch die Lufthebermethode. Da könnt ich auch gleich das CO2 zumischen. Aber eleganter ist halt die Variante mit der Motorpumpe :smiling_face:

    Schraubenspindelpumpe hab ich noch nicht in der Sammlung, langsame Propellerpumpe klingt auch gut, nur hab ich da keine Vorstellung, wie das anzustellen wär. Eine Koralia nano mit Potentiometer runtergeregelt? Geht das?

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von angi
    Linda,
    50 Babies?? Wo hast Du das gehört?


    Hallo Angi,

    es findet sich z.B. bei Alisa Wagner Abbott, The Complete Guide to Dwarf Seahorses in the Aquarium, Kapitel Gestination and Pregnancy: ' A large brood may have up to 55 fry ...'

    Zitat

    Solche Wurfstärken kenne ich nicht, obwohl ich teilweise schon über 3 Jahre alte Pferdchen habe


    Ich auch nicht, Gott sei Dank. Lieber so wie jetzt grad 4 neugeborene Fohlen gut füttern können als 50 verhungern zu sehen.

    :wink
    Linda

    Hallo Oliver,

    herzlichen Glückwunsch zum ersten Nachwuchs!

    Ich glaub, auch du wirst noch froh sein, wenn deine Ponies nicht die fallweise in Berichten auftauchenden Wurfgrößen von 50 Stück erreichen =)

    Liebe Grüße
    Linda