Hallo Eve,
dass es immer wieder zu unerklärlichen Todesfällen kommt ist leider nicht ungewöhnlich. Man darf auch nicht vergessen, dass die Lebenserwartung der Seegrasponies keine hohe ist: Eineinhalb Jahre in der Natur, bis zu zweieinhalb Jahren in 'Gefangenschaft'.
Durchaus möglich also, dass deine erwachsenen Pferdchen ihr natürliches Ablaufdatum erreicht hatten und zumindest anfälliger für Krankheitskeime geworden sind. Natürlich ist die rasche Abfolge seltsam, aber wenn die Nachzuchten keine Symptome einer Erkrankung zeigen und auch die verstorbenen Tiere zuvor kein außergewöhnliches Verhalten (etwa hektisches Schwimmen mit ausgestrecktem Schwanz und Torkeln) gezeigt haben, dann ist es wahrscheinlich zu früh, sich ernsthafte Sorgen zu machen. Für mich waren solche Ereignisse aber der Grund, die Tiere auf zumindest zwei Becken aufzuteilen. Speziell bei (vermutlich durch erhöhte Keimbelastung auftretende) Vibrio-Infektionen ist die konsequente Trennung der Populationen unerlässlich.
Dabei ist es nicht wichtig, 2 perfekte Systeme zu haben, sondern einfach 2 Aquarien, die mehr oder weniger Selbstläufer sind. Sprich: Möglichst wenige Pferdchen und ein für Copepoden günstiges Umfeld. Damit hast du den geringsten Aufwand.
Mein Ansatz war von Beginn an, die Becken möglichst naturnah zu 'fahren'. Das kommt noch aus meiner jahrzehntelangen Süßwasserzeit und natürlich dem Studium einschlägiger Literatur wie Daniel Knops 'Florida-Zwergseepferdchen' und Alisa Wagner Abbotts 'The Complete Guide to Dwarf Seahaorses in the Aquarium' (wobei die angeführten Bücher auf mich angesichts der Empfehlung möglichst steriler Haltung eher abschreckend wirken) und natürlich der Monsterthread von Peter Schmiedel hier im Forum.
Die naturnahe Haltung hat sich bei mir als die am Wenigsten aufwändige Methode erwiesen, wenngleich ich zugeben muss, dass manche der zunächst als unbedenklich eingeschätzten Mitbewohner (Netzreusenschnecken und Spaghettiwürmer) durchaus 'Schädlings'-Potenzial haben, weil sie sich mitunter massenhaft vermehren und dann vor allem Fohlen gefährlich werden können. Flohkrebse waren von vornherein suspekt. Einmal eingeschleppt machen Sie das Becken für die Pferdchenzucht untauglich.
Ich wünsch dir, dass deine Nachzuchten ihrerseits bald für Nachwuchs sorgen werden und du wieder Freude hast an deinen Ponies - ohne Stress und ohne Sorgen.
Liebe Grüße
Linda