Beiträge von Linda

    Zitat

    Original von Anfänger2
    Gestern haben meine Thors geworfen. Da konnte ich beobachten, dass Thorneonate nicht von Zosteraes gefressen werden, weil sie in der Strömung treiben. Deswegen sind sie fast bewegungslos für Zosteraes uninteressant!

    Ein Mythos der widerlegt wurde. Soll bei Rubras ähnlich sein.


    Hallo Frank,

    da widersprech ich dir. Meine Ponies essen sowohl Halocaridina- als auch Palaemon-Larven. Drum halt ich die Hawaiigarnelen in einem separaten Aquarium - sie sind mir als Futter einfach zu teuer.

    Ich bin neugierig, wie es bei deinen aussieht, wenn sie nach ein paar Tagen mehr Eigenbewegung machen und die Pferdchen draufkommen, dass das was zu essen ist.

    Und weil wir grad dabei sind: Bei mir hängen derzeit 18 Seegrasponies rum, dennoch bin ich nicht ganz glücklich. Die Einrichtung der neuen Ponykoppel mit desinfizierten Algen hat sich als Fehlentscheidung herausgestellt. Vermutlich hab ich sie zu lang in KMnO4-Lösung gebadet, nur einige von ihnen haben die Behandlung überstanden. Dann hatte ich zwar keine Hydroiden im Becken, aber die Biologie hat sich bis heute nicht erfangen. Schon vor ein paar Wochen hab ich dann die Notbremse gezogen und frisches Grünzeug aus dem Guppybecken eingebracht. Natürlich mit Hydroiden - somit was das Ganze für die Katz.

    Aber die Hydroidpolypen sind ja nicht mehr der große Schrecken, abgesehen davon, dass sie den Pferdchen das Futter wegessen. Und Gammarus hab ich derzeit - noch? - keine im Becken.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Boris,

    ja, die Kontamination von Tisben- oder Moinakulturen mit Rädertierchen oder Euplotes ist immer wieder ein Ärgernis. Die kommen nicht, sie sind einfach da :smiling_face: Vor allem, wenn in erster Linie marine Schwebealgen verfüttert werden. Meine Krebsln bekommen auch Blütenpollen und Arthrospira (Spirulina) zu essen, da hab ich das Gefühl, dass sich Brachionus und Konsorten nicht so dramatisch vermehren.

    Aber du hast eh auch eine Erfolg versprechende Maßnahme gesetzt mit dem Flockenfutter.

    Ich hab hier ja kürzlich meinen Fridolin vorgestellt. Wie geplant hat er voriges Wochenende Gesellschaft von einem Teil seiner Geschwister (die noch in der Plastikbox bei den Eltern gewohnt haben) bekommen.

    Ich freu mich so, dass die gemeinsame Aufzucht der Seeponies mit etwa gleichaltrigen Glasgarnelenlarven so toll funktioniert. Das ist an sich nichts Neues, aber diesmal gab's auch bei den Garnelenlarven keine Ausfälle, und ich brauch mich um das Aquarium fast nicht zu kümmern. 2 bis 3x täglich füttern und gut ist's.

    Ich hab vorhin ein Video auf youtube geladen. Leider in gewohnt schlechter Qualität, aber ich hoff, das geübte Auge erkennt das Wesentliche =)

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo ihr Lieben,

    ich möcht mich auch wieder mal melden mit einem kurzen Update ...

    Im zarten Alter von nicht ganz 3 Monaten haben meine Christkindln in der Plastikbox am 13. März erstmals Nachwuchs bekommen. Für den ersten Wurf gar nicht schlecht konnte ich 7 Fohlen zählen. Eins davon war leider verkrüppelt - das habe ich schweren Herzens sofort getötet.

    2 der Kinder habe ich in einen 30er Cube übersiedelt, in dem tags zuvor eine Glasgarnele ihren Nachwuchs abgesetzt hatte. Solche Behälter eignen sich recht gut für die gemeinsame Aufzucht von Garnelenlarven und Ponyfohlen - grünes Wasser, jede Menge substratgebundene Copepoden sowie ein paar Schnecken und Asterinas als Putztruppe halten die Wasserqualität hoch bei geringstem Pflegeaufwand.

    Von den 2 übersiedelten Fohlen hatte eines auch ein offensichtliches Handicap, es konnte kaum schwimmen und nahm fast keine Nahrung auf. Nach drei Tagen ist es verendet.

    Der im Cube verbliebene Mohikaner aber entwickelt sich prächtig und wird im Zuge des Neuansatzes der Aufzuchtbox Gesellschaft von seinen Geschwistern bekommen. Ich bin ja neugierig, ob bei der Gelegenheit eventuell noch mehr als die vier Fohlen auftauchen, die ich regelmäßig in dem Caulerpabuschen sehe.

    Die Großen in der Plastikbox möchte ich alsbald in die neue Pferdchenkoppel übersiedeln, in der zur Zeit ein Nachzuchthengst vom Dezember und die verbliebene Stute von de Jong wohnen. Die Beiden habe ich zusammengespannt um zu sehen, ob aus der Verbindung Nachwuchs entsteht. Bisher leider vergeblich - was meine Befürchtung bestärkt, dass die beiden Stämme miteinander nicht fruchtbar sind.

    Alles in allem aber bin ich zufrieden. Mein Altbestand hat gezeigt, dass er noch Nachkommen produzieren kann, und an sich sind wir grad am Beginn der traditionellen Fortpflanzungsperiode.

    Einschließlich der de Jong-Dame hab ich derzeit 3 Stuten, 2 Hengste und 7 Fohlen noch unbestimmten Geschlechts. Nicht berauschend viel, aber abgesehen von den 2 missgebildeten Kindern gab's zuletzt Gott sei Dank keine Ausfälle bei der Aufzucht der Fohlen. Und die Geschlechterverteilung ist ok.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Das Bild im Anhang zeigt (ziemlich genau in der Bildmitte) Fridolin nachts auf seinem kleinen Schlaf-Algenbuschen im Cube. Das Foto ist (wie die meisten von mir :() leider grottenschlecht, soll aber ohnehin nur einen Eindruck vermitteln von dem recht simplen Setup, das aber durchaus guten Erfolg verspricht. Bei den Garnelenlarven gab es keine erkennbaren Ausfälle.

    Hallo Armin,

    danke wie immer für die aufschlussreiche Antwort. Mit 64 mg/l ist 'meine' Stammlösung im Vergleich zu der von dir genannten Konzentration recht dünn.

    Ein Bakterizid ist in dem Fall nicht so wirklich das Wahre, also werd ich die zweite Variante wählen und beim nächsten Mal eine wesentlich geringere Menge ansetzen, dafür um den Faktor 10 konzentrierter. Ist halt ein bisschen heikler beim Dosieren für Nährlösungen, die das Volumen eines Schwimmbassins unterschreiten, aber Spritzen mit 0,01 ml Unterteilung hab ich.

    Weil du lediglich von einer biogenen Veränderung schreibst nehm ich an, dass die Verbindung in Wasser gelöst zumindest chemisch stabil ist.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Die Verwendung von NH4NO3 als Phytodünger in Zooplanktonkulturen scheint sich zu bewähren. Den Krebsln schadet's nicht, und das Grünzeug gedeiht prima.

    Hallo Clemens,

    ich dachte, du hast bereits eine konkrete Quelle, bei der du die Halophila schon in Natura gesehen hast und nur mehr kaufen musst =)

    Bei Elena haben wir (WienerInnen) eine Sammelbestellung für Meergemüse laufen, aber das ist bis jetzt eine zähe Sache.

    Zuvor hatte ich's schon bei anderen Händlern versucht, nach Monaten vergeblichen Wartens dann aber aufgegeben.

    Gegen die tatsächliche Beschaffung von Seaweed ist das Beleuchtungskonzept eine Kleinigkeit :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hi,

    mit Rotalgen (Gracilaria) habe ich ähnlich wie André gute Erfahrungen gemacht unter schwachem Licht mit höherem Blauanteil (Mischung aus T5 mit 10.000K und Blue actinic). Die Farbe ist kräftiger, das Wachstum unter diesen Bedingungen ausreichend.

    Caulerpa (serrulata und sertularioides) und Halimeda (mglw. incrassata) gedeihen bei mir gut unter heller Beleuchtung mit Tageslichtspektrum (2x 23W ESL Philips tornado daylight) in einem mit etwa 20 Guppies besetzten 45 Liter-Aquarium. Da ist das Nährstoffangebot reichlich und CO2 ist auch kein Thema.

    Mit Halophila hab ich - leider - noch keine Erfahrung, nehm aber an, dass sie als Höhere Pflanzen in seichten Gewässern vorkommen und dem entsprechend ebenfalls Tageslichtspektrum bevorzugen.

    Btw: Hast du eine Quelle für Seegras? :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    PS/Edit: Es wird hier erlaubt sein, den Hinweis auf das befreundete Österreich-Forum anzubringen. Die dortigen Freunde des Meergemüses sind recht aktiv und freuen sich bestimmt über neue Salzwassergärtner. (Posts würd ich dort aber in jedem Fall mit einem 'richtigen' Namen signieren :))

    Hallo Wissende,

    in den letzten Beiträgen ist oft die Rede gewesen vom raschen Verlust des NH4 nach der Einbringung von Ammoniumsalzen ins Aquarium. Wenn ich's richtig verstanden hab passiert das einerseits im Weg der Nitrifikation, andererseits durch direkten Verbrauch durch pflanzliche Lebewesen.

    Wie aber ist das mit einer Stammlösung? Ich hab gestern einen halben Liter Stammlösung angesetzt mit ein paar Gramm NH4NO3. Da sollte dieser Effekt nicht eintreten, oder? Auch wenn ich zur Herstellung von Stammlösungen in der Regel Leitungswasser verwende und die Gerätschaften für die Algenzucht meist nur mit Natriumhypochlorit und Salzsäure 'desinfiziere'.

    Den Sprengstoff hab ich seinerzeit gekauft um den Nitratgehalt in den Aquarien bei Bedarf anzuheben, aber das hat sich seither nicht als notwendig erwiesen. Jetzt verwende ich ihn für die Phytoplanktonkultur. Da brauch ich am Tag 2 ml des Konzentrats, komm mit dem halben Liter Stammlösung also rein rechnerisch ein Dreivierteljahr aus.

    Welche chemischen Reaktionen können denn stattfinden, wenn die Flasche mit der Stammlösung verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt wird? Irgendwie steh ich grad auf der Leitung ...

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Sudad,

    meine Frage bezieht sich auf die Veränderung des Geruchs bei einer angebrochenen Flasche und welchen Einfluss das hat auf die Wirksamkeit des Präparats.

    Vorausschicken möcht ich, dass ich die Flasche vor einem Monat erstmals geöffnet habe, sie aber nicht im Kühlschrank lagere, sondern lichtgeschützt in einem Kastl im Zimmerdschungel (mit tagsüber 26°).

    Die Färbung der Innenwand hat sich nicht geändert, auch nicht die Farbe der Flüssigkeit, aber der Inhalt riecht jetzt mehr nach Schwefeldioxid, nicht nach Schwefelwasserstoff wie am Anfang.

    Danke vorweg für die Antwort,
    liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von K.B.
    Ein anderer Wert, der sich völlig anders verhält, als in der Literatur beschrieben, ist die Salinität.


    Ja, das hab ich vergessen zu erwähnen. 39 psu ist viel. Dass die Ponies auch in dieser Hinsicht starke Schwankungen vertragen ist kein Geheimnis. Aber die Empfehlung, sie dauerhaft nicht über 30 psu zu halten, versteh ich jetzt auch nimmer. Und muss gestehen, dass ich diese Empfehlung von früheren Haltern übernommen und so weitergegeben hab. Meiner Erfahrung nach ist das für die Haltung auch nicht falsch, könnte aber der Grund sein, warum die Fortpflanzungsfreude im Lauf der Zeit sinkt. Ich kann mir vorstellen, dass Schwankungsreize für Tiere aus solchen Lebensraumen generell zum Wohlbefinden beitragen.

    Das Monitoring der Umweltbedingungen wie es die SMS zur Verfügung stellt ist tatsächlich eine interessante Informationsquelle.

    Zitat

    Die Indian River Lagoon interessiert mich aber besonders, da ich die Gegebenheiten vor Ort gesehen habe und eine Rückkehr plane, falls ich organisatorisch in der Lage bin, die H. zosterae vor Ort unter Wasser filmen zu können.


    Für dieses Video meld ich mich schon vorsorglich einmal an :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Frank & Knut!

    ich freu mich mit euch über die neuen Würfe und wünsch euch natürlich wieder gutes Gelingen für die Aufzucht!

    Knut: Dank deines links zur Smithonian Marine Station schau ich mir jetzt auch öfter die Werte an und bin erstaunt über die starken Schwankungen v.a. der Temperatur. Ist aber nicht wirklich ein Wunder bei eineinhalb Meter Wassertiefe.

    Übrigens - was das Lebendfutter angeht: Der deutsche Aquakulturbetrieb, von dem ich meine calanoiden Copepoden bezieh, hat mich diesen Winter nicht im Stich gelassen. Das hat sicher dazu beigetragen, dass meine Ponies recht gut beisammen sind und hoffentlich auch bald wieder für Nachwuchs sorgen werden.

    Unter diesen Umständen hab ich auch keine Bedenken wegen der 50%igen Zufütterung mit angereicherten Artemien.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von Joerg Kokott
    ... die Zudosierung von organischen C-Quellen wie Zucker, Zuckeralkoholen, Alkoholen oder Carbonsäuren hat aber nichts mit dem Redfield Verhältnis zu tun, da muss ich Dich enttäuschen :winking_face:

    Aber es hat mich auf die Idee gebracht =)

    Das ist halt eine Folge des angelesenen Halbwissens, das sich - siehe Sokrates - im Lauf der Zeit auf immer größere Nenner verringert.

    Zitat

    Aber, unabhängig davon, Deine Schlußfolgerung im Azoobecken war genau richtig ...


    Na, wenigstens :smiling_face:

    Wenn du wieder mal auf einen Vortragsbesuch nach Wien kommst lass mich's bitte vorher wissen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von Joe... wobei bei diesem ja auch noch der kohlenstoff mit angegeben wird.

    das können wir ja nicht messen.


    Gut, Joe, dass du das erwähnst - darauf hatte ich vergessen!

    Kohlenstoffmangel (in Relation zu Stickstoff und Phosphor) war in meinem Azoobecken offenbar die Ursache für die aufgrund der großen Futtermenge enorm hohen Nährstoffwerte. Die Redfield Ratio hat mich dann auf die Idee gebracht, dass die externe Zufuhr einer Kohlenstoffverbindung Sinn machen könnte, weil ich vergleichsweise nur wenige photoautotrophe Lebewesen im System habe, die Zucker und Stärke aus Kohlendioxid gewinnen.

    Ein Artikel auf Reefdreams zur Wodkamethode (der sich übrigens auf Arbeiten von Jörg Kokott und Michael Mrutzek zu dem Thema stützt) hat dann dazu beigetragen, dass ich Ethanol zu dosieren begann. Die Nährstoffwerte sind nach einer längeren Versuchsphase auf einem nach meiner Einschätzung vernünftigen Niveau gelandet und schwanken seither in nur geringem Maß.

    Wie gesagt: Darauf hat mich das Redfield-Verhältnis gebracht =)

    Nein, ich möcht euch nicht sekkieren, und ich versteh auch, dass viele kontroverse Diskussionen der Vergangenheit Allergien bei so Manchem ausgelöst haben. Aber mir hat Redfield im Verein mit Liebig ein paar nette Denkanstöße gegeben, die ich mir nicht madig machen lassen möchte.

    Ganz allgemein steh ich auf dem Standpunkt, dass Aquaristik nicht nach simplen Kochrezepten funktioniert, sondern eine recht komplexe Materie ist. Und je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, desto mehr erkenn ich die Weisheit des Sokrates, wenn er meint: Ich weiß, dass ich nichts weiß.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Auf welcher aquaristischen Grundlage kann man also stumpf behaupten, dass der Verhältnis von 16 N : 1 P für unsere Korallenriffaquarien optimal ist?


    Hallo Jörg,

    ich sehe die Redfield Ratio nicht als Kochrezept, an das man sich sklavisch zu halten hat. Aber im Zusammenhang mit dem Minimumprinzip hat sie mir schon zum zumindest ansatzweisen Verständnis der (Aquarien-)biologie verholfen - jedenfalls weit mehr als isoliert betrachtete Messergebnisse und undifferenzierte Verweise auf Grenzwerte für NO3 und PO4.

    Dass sich die Untersuchungen Redfields auf einen einzigen Organismus stützen war mir lange Zeit nicht bekannt gewesen, aber davon habe ich kürzlich an anderer Stelle gelesen.

    Die stumpfe Behauptung bezieht sich auch nicht auf das Verhältnis der Nährstoffe im Eintrag, sondern auf die Rückstände vor der nächsten Fütterung. Ich verstehe nicht, was falsch ist an der Annahme, dass die dann im besagten Verhältnis noch vorliegenden Nährstoffe ein guter Hinweis sind auf eine funktionierende Beckenbiologie. Vor allem dann, wenn sie in bescheidener absoluter Höhe gemessen werden und die Bewohner gesund erscheinen.

    Im Grund genommen wollte ich mit dem ersten Beitrag zum Ausdruck bringen, dass 'nährstoffarm' und 'nährstoffreich' nicht an Momentaufnahmen festzumachen sind.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS/Edit: Ja, auch von mir ein Dankeschön für die Mühe, die du dir gemacht hast, diesen ausführlichen Beitrag zu schreiben.

    Hallo Stephan,

    das Verhältnis 1P:16N entspricht bezogen auf die Oxide 1PO4:10,33NO3. Das wird auch als Buddy Ratio bezeichnet.

    Ganz allgemein: Das Redfield-Verhältnis (oder eben einfacher die Buddy Ratio) ist für mich eine wichtige Orientierungshilfe. Wie Bernd schon angemerkt hat ist das Verhältnis eine Sache, die absoluten Werte die andere. Irgendwann ist halt Schluss - nach oben genauso wie nach unten (wobei letzteres eh auch schwer zu berechnen ist :))

    Aber jetzt zum Wesentlichen: Die 'gemessenen' Nährstoffwerte sind ja nur eine Momentausnahme und sagen im Grund genommen gar nix aus, solang ich nicht den Nährstoffeintrag berücksichtige und die Zusammensetzung der Verbraucher.

    Wenn ich in einem Aquarium vor der Fütterung feststell, dass PO4 bei 0,02 mg/l liegt und NO3 unter der Messgrenze, dann heißt das ja nicht von vornherein, dass das Becken 'nährstoffarm' geführt wird, sondern dass die darin lebenden Organismen das Futter optimal nutzen konnten. Solang es ihnen augenscheinlich gut geht ist das doch prima!

    Natürlich ist es eine Herausforderung, solche Verhältnisse zu schaffen. Aber genau das empfind ich als die Essenz der Aquaristik.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von IngridR
    Die Verweise gingen, wie auch in deinem Zitat, in Richtung Atmungskette. Deshalb meine Vermutung, dass da eine Verwechslung vorliegt.


    Ja, Ingrid, auch da hatte ich zu kurz gedacht. So wie ich das jetzt verstehe geht es bei dem letzen Verweis nicht um den Sauerstofftransport im Blut, sondern um den Stoffwechsel in den Mitochondrien, oder? Eine ausführlichere Diskussion würde hier aber dann doch zu weit gehen.

    Obendrein scheint ja wirklich Ammonium der Verursacher derartiger Probleme zu sein, sobald im Bodengrund umgerührt wird.

    Da aber fehlt mir immer noch die Erklärung, wie NH4 dort gelagert wird bzw, woher es so plötzlich entsteht, dass es massiven Schaden anrichten kann. Der Abbau von Aminosäuren im Detritus zu NH4 erfolgt doch auch auf bakteriellem Weg. Es widerspricht meinem biologischen Verständnis, dass dieses Zwischenprodukt dann nicht weiterverwendet wird. Wenn schon nicht von aeroben Organismen, dann hat von anaeroben.

    Hast du einen Tipp für mich betreffend ein (leistbares :)) Buch über Gewässerökologie?

    Zitat

    Ich wollte wirklich nur ausdrücken, dass ich mich da auch irren kann. :smiling_face:


    Ja, in der Beziehung vermutlich aber seltener als jemand, der in der Schule vor bald 40 Jahren noch nix von Redoxprozessen gelernt hat =)

    Außerdem hab ich gesehen, dass du ja auch noch in anderen Threads dieses Themenbereichs unterwegs bist und wohl nicht den ganzen Tag Zeit haben wirst, um Fragen im Forum zu beantworten.

    Also nichts für ungut,
    liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Wenn du eine gute Quelle hast, dann poste sie bitte.


    Hallo Ingrid,

    genau das zu erkennen ist für den Laien DIE Herausforderung. Das Zitat aus dem letzten Beitrag stammt von Wiki, ob diese Quelle seriöser ist vermag ich nicht zu beurteilen. Da steht jedenfalls

    Zitat

    Da H2S die Enzyme der Atmungskette inhibiert (Bindung an dreiwertiges Eisen der Cytochrom-c-Oxidase)...

    habe ich die Angabe auf Wiki als grundsätzlich korrekt eingeschätzt.

    Ich verstehe schon, dass Leute mit spezifischer akademischer Bildung mitunter ungeduldig werden, wenn Hobbyaquarianer angelesenes Halbwissen für eigene Überlegungen heranziehen und damit unter Umständen völlig falsch liegen. Aber dann sagt bitte deutlich. dass euch das auf den Nerv geht.

    Zitat

    Ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen.

    könnte man leicht als Zynismus auffassen. (Mag aber auch sein, dass ich das falsch verstanden hab.)

    Liebe Grüße
    Linda

    Ja, Klaus, ich hab das damals auch gerochen :smiling_face:

    Und vor kurzem hab ich Aquarien einer leider verstorbenen Bekannten ausgeräumt. Beim Absaugen des Bodengrunds war bei ausnahmslos jedem Becken H2S festzustellen. In allen Fällen waren zwischen den Sandkörnern umfangreiche Mulmdepots vorhanden. Deshalb bin ich davon ausgegangen, dass in Aquarien mit homogenem Bodensubstrat selbst bei vergleichsweise Körnung 1 - 3 mm) wohl meist organisches Material in nennenswerter Menge bis in tiefere Bodenschichten gelangt (z.T. natürlich auch durch grabende Bodenlebewesen wie Würmer, Flohkrebse und Schnecken) und dort u.a. die Entstehung von Schwefelwasserstoff verursacht.

    Aber gut, wenn etwa André keinen Schwefelwasserstoff wahrgenommen hat und somit Ammonium als wahrscheinliche Ursache infrage kommt: Wie entsteht das so plötzlich? Eine Reduktion von Nitrat quasi als umgekehrte Nitrifikation kann ich mir nicht vorstellen. Gibt es Ammoniumdepots im Bodengrund?

    Zur Gewässerökologie mariner Lebensräume find ich wenig im Web.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Community,

    weil Jürgen dem Begriff GAU eine neue, ein bisschen weniger dramatische Bedeutung - (grad noch einmal) gut ausgegangener Unfall - gegeben hat und Daniel mit seinem letzten Post neuerlich die Ursachenforschung anspricht ...

    Auch mir ist einiges noch nicht klar, aber ausgehend von Ingrids Hinweis auf den Schwefelwasserstoff glaub ich auch an diese Verbindung als Ursache für das Fischsterben.

    Jürgen schildert das Einsetzen der Atembeschwerden als unmittelbare Folge der Arbeiten, in deren Zusammenhang im Bodengrund abgelagerter Mulm und vermutlich sauerstofffreies Bodenwasser aufgewirbelt wurden. Das deckt sich mit meiner hier schon geschilderten Beobachtung, wonach der Erstickungstod bei meinem Fisch damals innerhalb von sehr kurzer Zeit erfolgt ist.

    Auf Wiki findet sich der Hinweis

    Zitat

    Die eigentliche Giftwirkung beruht auf einer Zerstörung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin...

    , was die Beobachtung erklären könnte, dass Krebse und Schnecken in meinem Fall damals nicht unmittelbar betroffen waren, weil sie in der Regel Hämocyanin als Blutfarbstoff für den Sauerstofftransport besitzen. Ist das korrekt? (Deshalb war ich auch auf die Nitritvergiftung als mögliche Ursache gekommen, ein bisschen nachlesen bei Armin Glaser hat aber schon geholfen, die geringe Gefahr im Meerwasser zu verstehen :))

    H2S ist nach meinem Verständnis nicht die Ursache für Sauerstoffmangel, sondern eine Folge davon. Ist die Bildung von H2S lediglich eine von biologischen Prozessen unabhängige chemische Reaktion (Sulfatreduktion unter anoxischen Bedingungen)?

    In anaeroben bzw anoxischen Bereichen sorgen Schwefelbakterien für den Abbau von H2S, weil sie für ihren Stoffwechsel Schwefel statt Sauerstoff veratmen können. Das ist jetzt zwar ein Nebenschauplatz und hat nicht unmittelbar mit dem Problem zu tun, ich möcht das aber anführen mit dem Hinweis, dass begrenzte 'schwarze Stellen' etwa unter Steinen oder in Mulmecken nicht grundsätzlich schädlich sind und so keineswegs Panik auslösen müssen. Man muss halt wissen, was passiert, wenn das Ganze umgerührt wird - sei es durch Tätigkeiten des Aquarianers oder durch neu eingesetzte Tiere. Seht ihr das auch so?

    An Sauerstoffmangel infolge Massenvermehrung aerober Bakterien nach dem Aufwühlen des Mulms kann ich nicht glauben, weil selbst Bakterien mit rasanten Vermehrungsraten für die Verdopplung der Population eine halbe Stunde brauchen. Nitrifikanten sind wesentlich langsamer, und die Reaktion der Fische ist sowohl bei Jürgen als auch bei mir sehr rasch erfolgt.

    Dass sauerstofffreies Bodenwasser durch die Mischung mit freiem Beckenwasser zu einem gefährlichen Rückgang des Gesamt-O2-Gehalts führt kann ich mir aufgrund der Volumsrelation und des Gasaustauschs bei guter Strömung auch nicht vorstellen.

    Als besonders wahrscheinliche Ursache für das Fischsterben wurde NH3/NH4 angeführt. Wenn ich's richtig verstanden hab, greift Ammoniak die Schleimhäute an und beeinträchtigt auf diese Art die Atmung. Daneben gibt es eine neurotoxische Wirkung des Ammoniums, die zum Zelltod führt. Davon mussten aber auch wirbellose Tiere in gleichem Maß betroffen sein, oder?

    Für Ammonium als Verursacher spricht, dass der Einsatz von Zeolith rasch Abhilfe gebracht hat.

    Allerdings fehlt mir noch die Erklärung, wie NH3/NH4 in so kurzer Zeit entstanden ist.

    Ingrid, Jens und Klaus stellvertretend für alle, deren Wissen über das Hobbyniveau hinausgeht: Ich hoff, ihr habt Verständnis für die Hartnäckigkeit, mit der ich das Thema Ursachenforschung verfolge. Ich möcht ganz einfach wissen, was sich in einem solchen Fall bei der Beckenbiologie abspielt.

    Dass die Tipps für Sofortmaßnahmen - allen voran Zeolithpulver und Abschäumung - zielführend gewesen sind, ist prima und die eine Sache.

    Die andere ist, wirkliche Gefahren von Mythen unterscheiden zu lernen und nach Möglichkeit Risken von vornherein richtig einzuschätzen.

    Für die beste aller Methoden halt ich die Prävention.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von IngridR
    Beide Gifte haben nichts mit Sauerstoffmangel bei den Fischen zu tun.


    Hallo Ingrid,

    du meinst, dass NH3 und H2S unabhängig vom Sauerstoffmangel für den Tod der Fische verantwortlich sind?

    Ich hatte die abgespreizten Kiemendeckel des Plectranthias als eindeutigen Hinweis auf Tod durch Ersticken verstanden.

    Aber ich mag Jürgens Thread jetzt nicht mit weiteren Fragen zu Nebenschauplätzen verwässern.

    Werd noch einmal gründlich nachdenken und kommt ggf. an anderer Stelle noch einmal auf das Thema zu sprechen.

    Danke jedenfalls,
    liebe Grüße
    Linda

    Jürgen: Ich drück die Daumen, dass du keine weiteren Verluste mehr zu beklagen hast.

    Hallo Seegrasponyfreunde!

    Wieder einmal hab ich eine gute und eine weniger gute Nachricht ...

    Zuerst die Gute: Bei den letzten beiden Würfen hatte ich Glück, es gab keinen einzigen Ausfall. Die Christkindeln sind schon geschlechtsreif, die einzige Stute von den Vieren scheint Laich anzusetzen. Das Foto ist wegen der milchigen Wand der Plastik-Aufzuchtbox nicht schärfer hinzukriegen, aber die junge Dame ist halbwegs gut zu sehen.

    Die weniger gute Nachricht: Wie angekündigt habe ich vorgestern die Ponykoppel wieder einmal ausgeräumt, nachdem diesmal die Schlangensterne zur Plage geworden waren. An sich habe ich ihnen ja nur unterstellt, in dieser Menge - es sind hunderte - den Pferdchen das Futter streitig zu machen (es ist so gut wie kein Zooplankton mehr vorhanden im Becken), beim Ausräumen habe ich aber ein paar Exemplare eine größeren Art entdeckt, denen ich sogar zutrauen würde, die Pferdchen direkt anzugreifen. Leider waren auch ein paar sehr große Flohkrebse übrig geblieben, die die Grundeln offenbar nicht rechtzeitig gefunden hatten. Dazu kommt, dass ich mit einer Pflanze (ein Danaergeschenk, nur halt nicht aus Griechenland) wie schon früher mal erwähnt eine Hydroidenart eingeschleppt hatte, die auch von den als Hydroidenvertilger bewährten Asterinas verschmäht werden. Die winzigen Medusen sind festsitzend und vermehren sich nicht so rasant wie Cladonema, aber sie müssen recht ungesund sein. Im vergangenen Herbst hatte ein Pony irrtümlich eins dieser Gebilde, das gerade eine Artemianauplie gefangen hatte, geschnappt und war daraufhin binnen weniger Minuten gestorben.

    Auf wessen Konto die Verluste gehen kann ich nicht sagen, Tatsache ist, dass ich beim Ausräumen nur mehr eine Stute gefunden habe, nämlich eins der de Jong-Tiere. Besonders leid tut mir in dem Zusammenhang, dass die letzte adulte Stute aus meinem Altbestand - die ich tags zuvor noch frisch und munter in der Gorgonie gesehen hatte - dann spurlos verschwunden blieb. Die zwei Kübel Caulerpa habe ich stundenlang kleinweise in alle Richtungen untersucht, leider ohne Erfolg.

    Jedenfalls ist die neue Pferdekoppel - konzipiert als Ausweichquartier in der Küche - jetzt mit zunächst einem Paar Seegraspferdchen besetzt: Eben dem Hollandmädel und einem der Junghengste aus der NZ 201212.

    Bei ihrer Einrichtung war ich aufgrund der Erfahrungswerte besonders vorsichtig: Bodengrund (der bewährte feine Quarzsand aus dem Baumarkt) gründlich gewaschen, Pflanzen über Nacht in Kaliumpermanganatlösung eingeweicht, Fische 20 Miniuten in Preis Carely (50 ml auf 5 l Wasser) gebadet sowie Schnecken, Asterinas, Borstenwürmer und Gorgonienableger kurz unter handwarmem Leitungswasser gespült. Die Gorgonienableger sind frisch geschnitten und auf einen Brocken totes Riffgestein geklebt.

    Eingefahren wurde das Becken während der vergangenen 3 Wochen, wobei ich ML Special Blend als Bakterienstarter eingesetzt habe. Weiters wurden ein paar Tage nach der Befüllung Copepoden eingebracht und ein Viertelliter Nannochloropsis-Brühe. Die Ponies zogen jetzt ein als sich die Algentrübung zu setzen begann. Die Mikrofauna hat sich prima entwickelt, vorderhand brauche ich lediglich die Copepoden zu füttern.

    Ich hoff, dass sich der derzeitige Gesamtbestand von insgesamt 2 Stuten, 4 Hengsten und 2 noch nicht sicher bestimmten Fohlen (möglicherweise ein Paar) jetzt endlich erholen wird. Wenn ich mich erinnere, dass ich 2009 mit ursprünglich 3,2 binnen weniger Monaten 40 Pferdchen zu versorgen hatte, wär's hoch an der Zeit. Dioe Konstitution der Tiere scheint besser zu sein als in den vergangenen Jahren, mit Sicherheit eine Folge der Futterumstellung (50% Copepoden, 50% mit Selco angereicherte und mit Preis Carely vesetzte Artemianauplien).

    Diese Futterversorgung ist so weit sichergestellt, auch wenn ich zuletzt wieder größere Mengen calanoider Copepoden aus Deutschland importieren musste, weil mein hiesiger Futterlieferant ein paarmal ausgelassen hatte.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von IngridR
    Nitrit ist im Meerwasser im Gegensatz zum Süßwasser erst in sehr hohen Konzentrationen giftig. Bevor die erreicht werden, kommt es zu einer Ammoniakvergiftung.


    Hallo Ingrid,

    dass NO2 im Meerwasser nicht so dramatisch ist wie im Süßwasser hab ich gelesen. Wirkt eine Ammoniakvergiftung ähnlich, sprich, Verhinderung des Gasaustauschs?

    An sich klingt es ja logisch, dass aus noch nicht abgebautem organischen Material vor dem Nitrit erst mal NH3 entsteht. Das müsste aber doch zumindest in gleicher Weise auf Wirbellose wirken. In meinem Fall damals hatte ich keinen Ausfall bei Schnecken und Krebsen.

    Zitat

    Und gegen die hilft, wie von Klaus schon geschrieben, Zeolith.


    Klaus' Beitrag hab ich erst nach dem Absenden meines Posts gesehen. Danke auf jeden Fall für den Hinweis.

    Zitat

    Das Aufrühren von Schwefelwasserstoff aus dem Bodengrund könnte aber auch eine Ursache gewesen sein...


    H2S löst sich schlecht in Wasser. An welche physiologischen Auswirkungen denkst du?

    Sauerstoffmangel als Todesursache steht für mich außer Zweifel. Welche chemischen Prozesse dahinter stehen würd mich interessieren. Das hab ich bis jetzt nicht verstanden.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Jürgen,

    erst mal möcht ich dir mein ganzes Mitgefühl aussprechen!

    Deine Schilderung erinnert mich fatal an eine ähnliche Erfahrung, die ich einmal in meinem Gorgonienbecken machen musste. Da habe ich eine größere Menge Sand aufgewirbelt, um den Detritus, der sich zwischen den Körnern angesammelt hatte, abzusaugen. Wenige Stunden später war der Plectranthias im angeschlossenen Planktonteil tot, eindeutig mit Sauerstoffmangelsymptomen.

    Ich hab damals auch an eine Nitritvergiftung gedacht, weil sauerstoffarmes Bodenwasser dadurch in den Kreislauf gelangt ist und ich glaube, dass damit Nitrat zu NO2 reduziert wurde oder noch nicht verrottetes organisches Material plötzlich zuviel Sauerstoff gebunden und so zu einer Unterbrechung der Nitrifikation gaführt hat.

    Das Dumme an einer Nitritvergiftung ist ja, dass sie ähnlich abläuft wie bei uns Landtieren eine Kohlenmonoxidvergiftung: Das Zeug verhindert den Gasaustausch im Blut und ist so leicht und schnell nicht mehr aus dem Blut zu entfernen. Selbst eine unmittelbar darauf durchgeführte Rettungsaktion kann so vergeblich sein.

    Deshalb find ich's gut, dass du das Thema wieder angeschnitten hast. Bei mir war's damals 'nur' der eine Plectranthias (er war der einzige Fisch im Becken), bei dir sind jetzt gleich mehrere Fische gestorben. Wenn man die Ursachen kennt, kann man draus lernen für's nächste Mal.

    Ein Wasserwechsel unmittelbar nach einer solchen Umbauaktion könnte zwar helfen, die Folgen zu mildern, wirklich verhindern, glaub ich, kann er allein sie nicht. Nach meinem Verständnis wär es gut, im Vorfeld den Bodengrund im Bereich der Baustelle großflächig abzusaugen, um das Aufwirbeln des Mulms im Zug der Umbauarbeiten so gering wie möglich zu halten.

    Ich kann mir vorstellen, dass dir das grad jetzt in deiner Trauer, Enttäuschung, was auch immer, nicht helfen wird. Möglicherweise aber hilft es anderen, bei änlicher Gelegenheit solche Katastrofen zu vermeiden.

    Liebe Grüße
    Linda

    Danke, Ingrid, für die raschen Antwort!

    Da hab ich offenbar wirklich das Wesentliche übersehen :smiling_face:

    Ja, natürlich, im Aquarium selber würd ich Kaliumpermanganat auch nicht anwenden.

    Jetzt bin ich beruhigt.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Aquarienchemiker,

    in Erinnerung daran, dass man KMn04 früher zur Behandlung von Fischkrankheiten eingesetzt hat, hab ich es zuletzt zur Desinfektion marinen Gemüses verwendet. Da ging's weniger um Bakterien als um Strudelwürmer, Hydroiden und Flohkrebse

    Die Behandlung der Makroalgen (einweichen über Nacht in mit KMnO4-Lösung versetztem Seewasser) war augenscheinlich erfolgreich. Nach anschließender kurzer Spülung des behandelten Grünzeugs mit Süßwasser hab ich es wieder in die Aufbewahrungsbox gegeben, und die Copepoden dort tun so als wäre nix geschehen. Turbellarien, Hydroiden und Flohklrebse seh ich nimmer. Die Algen (konkret: Eine dünnblättrige Ulva) hat hingegen keinen Schaden genommen und wächst.

    Jetzt hab ich diesen Thread gefunden und bin erstaunt: Ihr würdet so etwas nie machen? Ja, die Gewässergefährlichkeit ist natürlich ein Thema, aber ein paar Winzigkristalle, die grad mal ein paar Milliliter ordentlich violett färben, werden doch vertretbar sein? Noch dazu, wo die Verbindung über Nacht offenbar n Manganoxid und Sauerstoff zerfallen ist.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von K.B.
    Meine Intention war lediglich, die Situation für Lars zu erläutern.
    Er sieht die Ursachen einzig bei seiner Händlerin. So zumindest klingt es.


    Ja, Knut, so hatte ich es auch verstanden.

    Zitat

    Ich denke aber, dass es an der Fallgestaltung lag. Er hat einen Händler beauftragt, ihm H. zosterae zu besorgen. Das hat die Händlerin auch getan. Im Wirtschaftsdeutsch nennt man das " Durchhandeln".


    Wenn dem so ist: Wie käme es da zu einer Durchmischung mit einem Altbestand? Und vor allem: Welchen Einfluss hätte der auf die Mortalität?

    Wo liegt der Unterschied zwischen den durchgehandelten Tieren und solchen, die beim Importeur zwischengehältert wurden? Ich würde glauben, dass im zweiten Fall das Risiko noch höher ist, dass sich vom Transport gestresste Tiere noch zusätzliche Infektionen einfangen.

    Dabei geh ich davon aus, dass es keinen WF gibt, der nicht latente Keime in sich trägt.

    Steh ich noch immer auf der Leitung?

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Knut,

    über die Texteditoren ärgere ich mich auch, nur ist das in den zwei weiteren Foren, in denen ich gelegentlich unterwegs bin, genauso. Längere Beiträge schreib ich deshalb in Outlook und kopier sie anschließend in den Editor - zur Schonung der Nerven.

    Zum Thema: Du schreibst:

    Zitat

    Ich stimme Angi in ihrer Meinung zu, dass 90 % der ungeklärten Zosterae Verluste auf Vibrionen zurückzuführen sind. Liegt diese Ursache vor, bleibt keine Zeit mehr, zu experimentieren. Dann ist sehr schnelles, konsequentes Handeln notwendig.

    Das wäre die einzige Chance für Lars gewesen, einen kleinen Teil seiner Truppe zu retten.
    Aber das wusste zum damaligen Zeitpunkt noch niemand.

    Genau das stell ich in Abrede. Vibrioinfektionen als Todesursache von H. zosterae wurden auch hier mehrfach beschrieben und die vermutlichen Auslöser (hohe Bestands- und vor allem Futterdichte) genauso. Dumm ist halt, dass das im Monsterthread gemacht wurde und nicht in einem spezifischen Topic. Deshalb ist es wahrscheinlich nicht aufgefallen.

    Dass ich mit meinen de Jong-Stuten Glück gehabt hab stimmt schon. Irgendwie hab ich jetzt aber den Eindruck als stünde lediglich dieser Umstand im Vordergrund und nicht der von mir bevorzugte biologische Ansatz, der sich halt vom 'schulmedizinischen' unterscheidet. In dem Zusammenhang möcht ich auch mit einer Redensart aufwarten: Es führen viele Wege nach Rom.

    Welcher Ansatz im Ernstfall mehr Erfolg verspricht sei dahingestellt. Du hast mit einer Radikalbehandlung selbst aussichtlos scheinende Fälle retten können, das stimmt schon. Aber die eingangs zitierte Bemerkung lass ich wie gesagt nicht gelten.

    Wahrscheinlich macht es Sinn, erfolgreiche Behandlungsmethoden für speziell bei H. zosterae gehäuft auftretende Infektionen und Parasiten in einem eigenen Topic zu beschreiben - und mögliche Präventionsmaßnahmen genauso.

    Auf jeden Fall halt ich es für sinnvoll, für Seegrasponies mehrere Becken parallel zu betreiben (sofern der Bestand das zulässt - es sollte zumindest ein sicheres Paar pro Aquarium sein).

    Liebe Grüße
    Linda

    Hi ihr!

    Boris: Schön, wieder mal was von dir zu lesen, ganz besonders, wenn es sich um gute Nachrichten handelt =)

    Gut find ich auch, dass du mit Simply Seahorses bessere Erfahrungen gemacht hast als ich seinerzeit, aber das lag bei mir wohl auch an deren sinistren Kooperationspartner in Holland, an den mich Helen damals verwiesen hatte.

    Also scheint bei dir jetzt alles paletti zu sein, und wir warten alle auf den Frühling.

    Knut: Ganz so weit hergeholt find ich Karins Beitrag nicht. Auch ich hab neben den Aquarientieren Amphibien und Reptilien, und speziell bei den Zwergkrötchen gibt es ganz ähnliche Erfahrungen wie bei den Seegrasponies. Alles Zwergenhafte ist halt besonders empfindlich was die Erholung von Transportstrapazen und Umzugsstress ganz allgemein angeht. Sind sie erst mal eingewöhnt halt ich sowohl die Krötchen als auch die Ponies für ausgesprochen robust.

    Dank deiner Info habe ich ja bei den de Jong-Pferdchen besonders aufgepasst und hatte bei denen keinen Verlust zu beklagen.

    @all: Mit eurer Antworten weiß ich jetzt wenigstens ein paar Leute in D, die noch Zosterapferdchen haben.

    Meinen eigenen Bestand kann ich wegen des Gestrüpps in der Pferdekoppel nicht genau feststellen. Es sollten die 3 de Jong Mädels sein und eine Stute aus dem Altbestand.

    Zu den 6 Fohlen im Plastikwanndl: Bei den Christkindln dürfte es sich nach meiner aktuellen Einschätzung um 3 Hengste und 1 Stute handeln, die Youngsters vom Jänner kann ich noch nicht einschätzen, vermutlich ist es ein Paar, oder es sind 2 Stuten. Aus dieser Sicht sind die Voraussetzungen im Augenblick nicht schlecht für die Bestandserhaltung, dafür bin ich hier im Osten Österreichs leider allein auf weiter Flur.

    Aber wie gesagt: Wenn sich ein Netzwerk etablieren lässt und die Halter bereit sind, sich ins IfMN-Nachzuchtenregister einzutragen, lässt sich der Bestand im deutschsprachigen Raum hoffentlich sichern. Auch ohne kommerzielle Importe, die nach den gemachten Erfahrungen überwiegend recht riskant erscheinen.

    Bitte bleibt dem Forum erhalten!

    Liebe Grüße
    Linda.

    Hallo Lars,

    auch ich finde es schrecklich, wenn einem binnen weniger Tage der gesamte Bestand wegstirbt. Dazu meine ganze Anteilnahme.

    Allerdings verstehe ich den Zusammenhang nicht was die vermutete Mischung mit Tieren aus einem Altbestand angeht.

    Ich habe vom Rest der de Jong-Tiere (das waren dann nur mehr Stuten) 3 Stück bekommen, wurde aber vorgewarnt, dass die in keinem guten Zustand seien. Deshalb war ich besoonders vorsichtig und hab sie ein Monat lang in Quarantäne belassen. Anders als Knut habe ich vom Antibiotika-Einsatz abgesehen und lediglich ein Stärkungspräparat (Preis Carely) verwendet, als Wasserzusatz und für die Behandlung des Futters.

    Nach meiner Überzeugung sind neben Vibrionen Kiemenwürmer und Darmparasiten eine ernste Gefahr für die Pferdchen, die vom Transport geschwächt und in hoher Besatzdichte, noch dazu nicht adäquat gefüttert, beim Importeur großer Infektionsgefahr ausgesetzt sind.

    Deshalb hätte es von vornherein Sinn gemacht, Importe gleich an Interessenten mit Haltungserfahrung aufzuteilen und nicht erst auf Nachzuchten zu warten.

    Gerüchten im Zusammenhang mit den Importen der letzten zwei, drei Jahre zufolge ist es immer so abgelaufen, dass die Importtiere dann beim 'Endverbraucher' (dieser Begriff trifft es leider punktgenau) nicht lang gelebt haben.

    Deshalb schließ ich mich grundsätzlich Knuts Empfehlung an, Neuzugänge aus solchen Quellen 4 Wochen unter Quarantäne zu stellen. Im Interesse der Tiere aber halt nicht schon beim Importeur.

    Bei privaten Nachzuchten späterer Generationen ist die Sache vielleicht nicht so dramatisch, schaden wird Quarantäne trotzdem nicht.

    Dass es nicht nur dir, sondern auch anderen Käufern so ergangen ist, find ich traurig.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Torsten!

    Vielen Dank für die schnelle Antwort, die zumindest Anlass gibt zur Hoffnung, dass es in absehbarer Zeit auch wieder Nachzuchten geben wird am Markt.

    Bei einer - grundsätzlich - so einfach zu züchtenden Art sollte es nicht notwendig sein, jedes Jahr einen oder mehrere Importe nach Europa durchzuführen. Da nämlich, scheint es, sind die größten Ausfälle zu beklagen.

    Für die kommerzielle Zucht sind die Seegraspferdchen ohnehin nicht geeignet, weil größere Bestände besonders im Binnenland nicht ausreichend mit hochwertiger Nahrung versorgt werden können.

    Aber im privaten Züchterbereich ist es schon möglich, die Bestände zu sichern - solang es ein Netzwerk gibt, in dessen Rahmen bei Bedarf auch Täusche stattfinden.

    Ich bin auch gespannt auf den Sommer und hoff sehr, dass die jetzigen privaten Halter die Nerven behalten, wenn wieder mal was schief läuft. Schön ist ja, dass es überhaupt noch welche gibt :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Seegrasponyfreunde!

    Es lässt mir keine Ruhe: Nachdem vor kurzem auch der letzte Hengst aus meinem Altbestand verstorben ist setz ich alle Hoffnung in die 6 Youngsters der letzten 2 Würfe. Aber bis da weiterer Nachwuchs kommen kann wird's noch dauern. Oder es tritt wieder ein Unglücksfall ein, und das war's dann mit Lindas Seegrasponies.

    In dem Zusammenhang war ich wirklich erleichtert, als ich voriges Jahr von den zwei Großimporten Faunatec und de Jong erfahren hab. Da hat es ja wirklich so ausgesehen als ob der Bestand von H. zosterae in den europäischen Aquarien wieder für einige Zeit gesichert wäre.

    Nur: Wohin sind alle diese Tiere gekommen? Noch dazu, wo anfangs von zahlreichen Nachzuchttieren die Rede war. Wenn mich heute jemand angeschrieben hat, der dringend Hengsterln sucht, dann hätt ich ihn zu allererst an Faunatec verwiesen. Dort, sagt er, hat er aber bereits eine Absage bekommen.

    Deshalb die Frage an die hiesige Community: Hat jemand eine Ahnung, wo man derzeit europäische Nachzuchten von H. zosterae bekommt?

    Es interessiert mich schlicht und einfach, auch wenn ich derzeit keine Tiere brauch.

    Liebe Grüße
    Linda

    Der Eheim Air Filter ja auch, 'Nicht viel' war ironisch gemeint.

    Zusatztipp: Von JBL gibt's aus der Serie ProFlow Kreiselpumpen etwas gröberporige Schwammaufsätze, die auf aneinander gereihte Körbchen gesteckt werden, die wiederum auf das Filterroh passen. Hagen prodiziert das Gleiche. Damit wird die Stabillität der Schwammpatronen erhöht bzw. die Ansaugleistung optimiert.

    Edit: Die Air Filter Patronen passen natürlich auch drauf.

    lg
    L.

    Zitat

    Original von AnkeEine Frage noch: Wie habt Ihr die Ansaugung Eures Hang On gesichert? Schaumstoff?

    Hallo Anke,

    ich verwend Schaumstoffaufsätze bei allen Ansaugvorrichtungen. Auf die des Eheim Liberty HangOn passen die Eheim Air Filter - Patronen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Tina, Axel und Karin,

    insofern kann ich euch gut verstehen als humanistische Bildung im Allgemeinen und 'tote' Fremdsprachen im Besonderen heutzutage in der Gesellschaft keinen Stellenwert mehr besitzen.

    Ich hab in der Schule noch Latein gelernt, und auch wenn die letzte Schulstunde bald 36 Jahre her ist, so hilt mir das Verständnis dieser Sprache auch beim Umgang mit wissenschaftlichen Namen. Altgriechisch hab ich zwar nicht gelernt, aber zahlreiche Namen sind von immer wieder auftauchenden Silben abgeleitet, deren Bedeutung recht einfach zu erlernen ist. Sehr oft beschreiben die wissenschaftlichen Namen das Tier, die Pflanze oder was auch immer recht bildhaft. 'Reticulum' etwa stammt aus dem Lateinischen und ist das (kleine) Netz. So ist die Netzhaut des Auges auch als Retina bekannt und der Netzpython Python reticulatus sehr treffend als der Python (das ist die Riesenschlange aus der griechischen Mythologie, die vom Gott Apollon bei Pytho=Delphi getötet wurde) mit dem Netzmuster beschrieben. Auch der Guppy, Poecilia reticulata, ist derart stimmig beschrieben: Der - immer groß geschrieben - Gattungsname stammt von gr. poikilos=verschiedenartig, variabel, der - immer klein geschriebene - Artname beschreibt wieder die für die Urform des Guppy typische Netzzeichnung. Bei der Zebrasoma flavescens tu ich mir zwar schwer, den zebraartigen Körper (den der Gattungsname verspricht) zu erkennen, aber flavescens - von lat flavus, gelb - passt wiederum.

    Das wissenschaftliche Namensgebungssystem hat den Vorteil, Verwandtschaftsverhältnisse systematisch auf mehreren Ebenen darzustellen - auch wenn sich zunehmend herausstellt, dass sich die Natur nicht immer in ein Schema zwängen lässt und die Nomenklatur bei zahlreichen Gruppen alle paar Jahre durcheinandergewürfelt wird.

    Tina: Genau aus diesem Grund möchte ich dir abraten, dir die Arbeit zu machen und eine Liste anzufertigen. Das grundsätzliche Verständnis der Systematik und die Erlernung von ein paar meist aus dem Altgriechischen oder dem Lateinischen stammenden (oder halt latinisierten) Silben wird auch ohne Schulkenntnisse in einem überschaubaren Zeitrahmen möglich sein. Eselsbrücken wie die genannten Beispiele helfen dabei.

    Denn - das haben die Vorschreiber schon mehrfach betont: Trivialnamen (seien sie nun deutsch oder englisch) sind in erster Linie dazu da, Verwirrung zu stiften.

    Liebe Grüße
    Linda

    Ah ja, noch was: Heut hab ich ein zweites Baby in der Gorgonie im Pferdchenbecken gefunden und es ebenfalls umquartiert in die Box. Das von gestern gefällt mir leider nicht gut. Möglicherweise hab ich es beim Herausfangen verletzt :frowning_face:

    Einmal mehr freu ich mich aber über die Schwebegrundeln, die ja doch immer zumindest ein paar Fohlen hochkommen lassen. Das ist eine ganz tolle Erfahrung.

    Flohkrebse seh ich übrigens keine mehr in der Koppel. Das heißt zwar nicht, dass auch gar keine mehr da sind, aber die für die Ponies gefährliche Massenvermehrung der Gammariden ist - wohl dank der Grundeln - somit Geschichte.

    Dafür hab ich jetzt die Schlangensterne im Verdacht, dass sie einerseits den Tisbenbestand dezimiert haben und andererseits - weil sie jetzt ebenfalls in Massen vorhanden sind - Neonate fangen und vertilgen können. Das wird wahrscheinlich in absehbarer Zeit auf eine groß angelegte manuelle Limitierungsaktion hinauslaufen oder überhaupt auf ein neuerliches StartUp der Koppel :frowning_face: Carnivore Krabbe kommt mir keine ins Becken, aber eventuell versuch ich's wieder mit GGvJ, die ich als harmlose Genossen für die Ponies in Erinnerung hab. Wenn ich Glück hab, mögen die zumindest juvenile Schlangensterne zum Essen gern.

    Im Anhang schick ich euch zwei Fotos von heute - leider wie immer nicht scharf zu kriegen durch das milchige Plastik. Zwischen den beiden Würfen liegen grad mal dreieinhalb Wochen! Die 4 älteren Fohlen sind von der Größe her schon semiadult und beginnen, die geschlechtstypischen Unterschiede auszubilden. Das Mädchen bekommt auch schon hübsche Cirrhi - ich bin total happy.

    Eine derartige Rasanz bei der Entwicklung hab ich in der Vergangenheit noch nie festgestellt.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS/Edit: Das Neugeborene ist auf dem zweiten Foto links oben von der Mitte zu sehen.

    Hallo Frank,

    die kleinen Ostseemysis gibt's auch in Portionsbeuteln, hin und wieder find ich sie sogar als Beifang bei den calanoiden Copepoden. Im Herbst konnte ich in einer Futterbox eine 'Massenvermehrung' der Schwebegarnelen beobachten, aber grundsätzlich sind sie ohne großen Aufwand nicht produktiv nachzuziehen. Wolfgang nennt sie launig 'Mühsis'.

    Aber sie halten recht gut im Pferdchenbecken und sind damit ein prima Zubrot für adulte Ponies. Wenn mein Copepodenhändler welche bekommen hat, nehm ich auch immer eine oder zwei Portionen mit.

    Zitat

    Wobei wir uns von den Gründern dieses Threads ja alle immer mehr entfernen.


    Das seh ich gar nicht so. Dass Copepoden die bessere Wahl sind wirde nie infrage gestellt. Nur sind Artemianauplien halt wesentlich leichter in beliebiger Menge zu beschaffen, und lange Zeit galt es ja als Evangelium, dass man die Pferdchen vor lauter Futter gar nimmer sehen darf. Die Folgen waren Infektionen und eine Massenvermehrung der Hydroiden, die unter diesen Umständen zwangsläufig passiert.

    Aber genau deshalb - weil der die Erkenntnisse der vergangenen Jahre beinhaltet - find ich diesen Thread so gut. Auch wenn er wegen seiner Länge kaum mehr verkraftbar ist für Newcomer: Wenn man ihn einmal halbwegs kennt findet man die Highlights schon.

    Liebe Grüße
    Linda

    Ja, Frank, Mulm entfern ich in den Futterzuchtboxen nur, wenn's zuviel wird. Eine dünne Schicht von ein paar Millimeter ist gut für die Bakterien.

    Für noch wichtiger halt ich sparsame Beleuchtung und Wasser- bzw. Substratumwälzung. Mit Wolfgang S. hab ich im Österreichischen Riffaquaristikforum sogar einmal eine Rührwerkkonstruktion diskutiert. Der Prototyp hat auch funktioniert, aber weiter getan hab ich damit dann doch nicht. In jeder Futterbox schwimmt ein Aräometer, und es reicht, damit 2x täglich kräftig umzurühren.

    Ja, und Moina salina sind bei meinen Ponies ebenfalls äußerst beliebt als Futter. Sie füttere ich nahezu ausschließlich mit lebender Spirulina und einer weiteren - viel kleineren - grünen Cyanobakterienart sowie mit Pollenkörnern.

    Indoor ist diese Zucht halt leider nicht rasend produktiv, aber von Mai bis September im Garten explodiert sie meist regelrecht.

    Das wollt ich dir noch mitgeben - falls du die Möglichkeit einer Freilandkultur hast.

    Liebe Grüße
    Linda