Hallo Knut,
die Beobachtung, dass H. zosterae mitunter wählerisch ist was die Futtertiere angeht hab ich ebenfalls gemacht. Allerdings verändern sich die Vorlieben auch ein wenig im Lauf der Zeit, wenn sich die Ponies an das Futter gewöhnt haben. So haben meine Tiere anfangs die freischwimmenden Copepoden aus den Portionsbeuteln oder Tigriopus californicus (als ich die noch gezüchtet habe) nicht gerade mit Begeisterung gegessen. Heute nehmen sie die calanoiden Copepoden aus den Portionsbeuteln durchaus gerne, auch wenn ihnen substratgebundene Copepoden dem Anschein nach lieber sind.
Ich glaube, dass es damit zu tun hat, dass die Pferdchen Futtertiere anhand deren Antenne erkennen, aber auch die Fortbewegungsart scheint relevant zu sein. Permanent hüpfende Sorten wie Artemianauplien sind bei den Ponies genauso beliebt wie Tisben, die mitunter länger still sitzen, aber trotzdem als Nahrung erkannt werden. Freischwimmende Copepodenarten, die auch länger ohne Schwimmbewegung durch's Wasser treiben (etwa Acartia), erkennen die Pferdchen hingegen erst mit einiger Übung. Und jetzt, wo du's schreibst, glaub ich auch, dass die Farbe eine Rolle spielt: Acartia ist überwiegend transparent, v.a. wenn sie keine Eipakete trägt.
Zur Aufbewahrung und Fütterung der Kauf-Copepoden und ihrer Freunde:
Ich hab's jetzt recht gut einerseits mit einem ortsansässigen Händler, der ziemlich regelmäßig alle 14 Tage die portionierten Copepoden aus Polen bekommt, und andererseits mit Poseidon Aquakultur, die ich als ausgespochen verlässlichen Lieferanten kennengelernt hab. 50 Portionen alle 2 Wochen sind nicht zuviel für meine stets hungrigen Ponies.
Abgesehen von der unterschiedlichen Dichte der Futtertiere sind bei Poseidon mehr rote Copepoden (vielleicht ohnehin auch Tigriopus?) enthalten. Der Mix bei den Anderen ist weniger artenreich und besteht hauptsächlich aus einer etwas größeren calanoiden Art (vermutlich Acartia). Darüber hinaus unterscheiden sich die Portionsbeutelcopepoden auch durch den Salzgehalt des Kulturwassers: Poseidons weisen meist eine Dichte von 1.020 auf, die polnischen schwimmen in der Regel in nur leicht gesalzenem Wasser von 1.010.
Das jedes Mal vorab getestet, die Kulturwannen mit entsprechend angepasstem Aquarien-Altwasser vorbereitet und den Inhalt der Beutel zügig dort hinein geleert halten die Copepoden bei Zimmertemperatur problemlos bis zur nächsten Lieferung und vermehren sich sogar in Maßen (leider nicht in Massen :)). Unter bestimmten Umständen (gelegentliche WW und Entfernung von Feinsubstrat-Überschüssen) komm ich mitunter auf weit längere Standzeiten der einzelnen Kulturen. Anmerken möcht ich, dass ich beim Ansatz der Kulturwannen auch eine Prise Bioplus (einem Präparat aus der Masttierhaltung, bestehend aus den probiotischen Bakterien Bacillus subtilis und Bacillus licheniformis) zufüge und die Krebse abwechselnd mit lebenden Schwebealgen (Nannochloropsis salina) und Spirulina (Arthrospira fusiformis) sowie mit Selco s.parkle füttere. Das bewährt sich so schon seit längerem.
Nach derselben Methode füttere ich auch die Moina salina, nur kommen dort auch noch Blütenpollen zum Einsatz. Die Salzwasserflöhe werden trotz kaum vorhandener Antennen und bis auf den gefüllten Darm geringer Eigenfärbung - vermutlich wegen ihrer Fortbewegungsweise - von den Seegraspferdchen mit Begeisterung gegessen.
Seit nunmehr über einem Jahr versorg ich die Ponies abwechselnd einen Tag mit den Selco-gefütterten Artemien, am nächsten mit Kauf-Copepoden und Moina. Sind Neonate im Becken, kommt zumindest während der ersten Woche zusätzlich noch 2x täglich eine Portion Tisbe ins Aquarium.
Zu deiner ersten Beobachtung: Stimmt, es kommt selten vor, dass ein Seegraspony daneben schnappt, vor allem bei substratgebundenen Futtertieren. Bis zu deinem Hinweis auf den Bericht hab ich mir allerdings nix dabei gedacht 
Liebe Grüße
Linda
PS: Eine Fotodokumentation verschiedener Copepodenarten hab ich mal gesehen im Web. Hab den link aber wohl verschlampt und muss noch einmal nach der Doku suchen. Das wäre hilfreich, stimmt.