Beiträge von Linda

    Harolds Meer ist dreieinhalb mal so groß.


    Oje, da hab ich ein anderes Nano von Harold in Erinnerung ...

    Aber 28 Liter ist doch mehr als 25 :smiling_face:

    Im Ernst: Mag sein, dass ein 'Bewertungsmoderator' andere ästhetische Ansprüche hat als ein biologisch interessierter Aquarianer, aber mir gefallen die gefiederten Blätter auch dann, wenn sie eine Minipfütze fast zugewachsen haben. Kommt halt immer drauf an, was sonst noch in dem Becken wohnt.

    Harolds Aquarien sind schon immer eine gelungene Kombination verschiedener Lebensformen gewesen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Und ich habe von einem Bewertungsmoderator bei Einrichtungsbeispiele.de einen Anschiss kassiert, weil ich in meinem Nano diese Caulerpa gehalten habe.


    Hallo Dietmar,

    wie kommt man zu einem ... Bewertungsmoderator?

    Ich hätt auch gern so einen :smiling_face: Gibt's etwa Mindestbeckengrößen für Kriechsprossalgen? Also nach meiner Erfahrung kriecht C. sertularioides so langsam, dass sie auch gut mit 25 Liter auskommt. Harolds Meer ist dreieinhalb mal so groß.

    Der Harold ist mir hoffentlich nicht gram für den Ausflug ins Off Topic.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Stephan,

    ich hab so eins im Azoo-Gorgonienbecken und bin damit sehr zufrieden.

    Ob es das Redoxpotenzial genau anzeigt ist mir nicht so wichtig wie der Trend, und den bekomm ich damit geliefert.

    Es steuert einen regelbaren C25 Ozonisator von Sanders, und der ist üblicherweise auf die geringste Ozonmenge eingestellt. Es kann also nix passieren, wenn das Gerät falsch anzeigt.

    Das Problem ist sowieso die Sauberhaltung der Elektrode, weswegen ich mir noch 2 weitere Elektroden dazu gekauft hab, die wechselweise zum Einsatz kommen und nach Gebrauch mit Spülmittel gereinigt und anschließend in 3molarer KCl-Lösung aufbewahrt werden.

    Grad heute hat mich der RedoxController darauf aufmerksam gemacht, dass es offensichtlich ein Problem im Gorgoniensystem gibt, weil der Redoxwert markant gesunken war. Tatsächlich war durch eine Luftblase im Filtersystem der Außenfilter ausgefallen.

    Natürlich haben mir auch die Bewohner des Systems gezeigt, dass irgendetwas nicht passt, aber mit dem Redox-Controller hab ich den Fehler rasch orten können.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Armins Hinweise in seinem Buch Meerwasserchemie halt ich für das Verständinis dieses Themas für sehr hilfreich :smiling_face:

    Hallo Reinhard,

    ich kann Daniels Gedanken schon nachvollziehen. Aus Stefans Posts geht schon recht deutlich hervor, dass alles, was nicht zu 100% auf seiner Linie liegt, unter Verantwortungslosigkeit fällt.

    So gesehen trifft's mich auch.

    lg
    Linda

    Edit:

    Zitat von stkismo

    Da sieht mal mal wieder , dass Fische eigentlich mehr Aufmerksamkeit benötigen als viele denken.


    Was aber net was wirklich Neues ist. Der Zugang entweder Fische oder Korallen ist mir sowieso suspekt.

    Aber damit lass ich's bleiben. Wär wirklich schad um den Thread.

    Hallo Armin, Hans-Werner und Joe!

    Armin: Es ist nicht so, dass ich UV grundsätzlich ablehne. Bei einem Massenauftreten von Dinoflagellaten hat es bereits 2x geholfen, und der Vorteil ist sicher, dass es die 'gesunde' Beckenbiologie nicht schädigt. In meinen Aquarien ist halt der Dauereinsatz nicht nötig, weil der Besatz in jedem Fall sehr moderat gehalten wird.

    Hans-Werner: Danke für die links zu den Artikeln in deinem letzten Post.

    Joe:

    Zitat

    d.h., auch beim weitergeben von privat an privat sollte bei den gesundesten fischen immer mit einem "anstecken" infolge unterschiedlicher keiminhalte? der becken gerechnet werden.


    Ja, das auf jeden Fall. Das Fragezeichen bei den Keiminhalten würd ich weglassen :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Björn,

    deine Skepsis was das Carely angeht kann ich schon nachvollziehen - mir ist es anfangs nicht anders gegangen :smiling_face:

    Anlass der seinerzeitigen Recherche war meine Absicht. neues Blut in meine Ponyzucht einzubringen, und da hatte ich eine günstige Quelle empfohlen bekommen. Allerdings mit dem Hinweis, dass zahlreiche Tiere aus diesem Bestand bereits verendet waren und offensichtlich eine Infektion vorliegt. Pünktchen sieht man bei Seepferdchen nicht, auf Cryptocarion hab ich geschlossen wegen der hohen Atemfrequenz und als Alternative an Kiemenwürmer gedacht (ich weiß, das ist die übliche Herangehensweise eines Laien =))

    Im Vorfeld hatte ich mich deshalb mit Gyrodol eingedeckt, aber nach dem Studium des Beipacktextes hab ich das im Kastl gelassen und lieber auf das Carely (früher: Coly) gesetzt. Im Web habe ich über die Inhaltsstoffe nix gefunden, aber auf dem Gebinde steht's drauf.

    In einem Thread im Riffaquaristikforum hab ich damals folgendes gepostet:

    Zitat

    Weil sonst scheinbar keine Erfahrungen mit Preis Carely hier existieren, möcht einen kurzen Zwischenbericht geben, nachdem ich am Samstag das Präparat gekauft und gleich testhalber an einem Borstenwurm, ein paar Turbellarien und einer Asterina probiert hab. Die Wirkung auf diese Organismen war gleich null. Das klingt vielleicht enttäuschend, ist es aber ganz und gar nicht, weil sich das Mittel deshalb mit der Standarddosierung gefahrlos im Aquarium anwenden lässt. Anhand der Inhaltsangabe auf der Flasche wird auch klar, warum: Es besteht aus Auszügen zweier Knoblaucharten, Malva sylvestris (Schleimhautpflege), Zitronensäure und Chrysanthemum (Tanacetum) vulgare. Letzteres dient der Herstellung von Insektiziden, ist aber offenbar im Carely nur in sehr geringer Konzentration vorhanden.

    Alles in allem eine gelungene Kombination verschiedener Wirkstoffe. Der wesentliche Nutzen für Fische besteht in der Stärkung der Abwehrkräfte, verbunden mit der Pflege der Kiemenschleimhaut. Ich hab tatsächlich den Eindruck, dass die betroffenen Ponies nach zweimaliger Anwendung des Carely schon ruhiger atmen.


    Tatsächlich hatte ich mit diesem Super-Knofel auch in der Zeit danach keine Ausfälle - weder bei den Neuankömmlingen noch beim Altbestand.

    Anmerken möcht ich, dass ich seeeehr viel Zeit mit der Beobachtung meiner Tiere verbringe und deshalb nicht erst reagiere, wenn bereits mehrere Fische unübersehbare Krankheitssymptome aufweisen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Oder bei einer vernünftigen Beckenbiologie, einem angemessenen Besatz, einer vitaminisierten ausgewogenen Ernährung, die
    mit Knoblauch angereichert ist, dann klappt es auch mit dem Nachsetzen (bei vernünftigen Händlern).


    Hallo Daniel,

    das hab ich mir auch gedacht :smiling_face:

    Trotzdem: Uninteressant ist die Diskussion unserer Kapazunder nicht.

    Und was den Knoblauch angeht: Als Dauerprävention würd ich das ab nun nicht mehr machen. Bis vor ein paar Tagen (= dem Beginn dieser Diskussion hier :)) hab ich über mehrere Monate hindurch meinen Seegrasponies in der großeren Koppel alle 2 Tage Artemianauplien mit Knoblauchgranulat und Vitaminsirup gegeben. Es waren die Restln vom Vortag, da war sonst eh nimmer viel dran, und ich hab mir gedacht: Hift's nix, schaden wird's auf keinen Fall.

    Tatsächlich aber scheint das Allicin der Beckenbiologie auch nicht gut zu tun, wenn es regelmäßig und auf Dauer verabreicht wird. Selbst im Granulat dürfte genug vorhanden sein um die Bakterienfauna zu schädigen. Aufgefallen ist mir nämlich, dass in dieser Zeit das Pflanzenwachstum zu stagnieren begonnen hat. Das kann natürlich auch mit dem zuckerhaltigen Vitaminisrup zu tun haben. (Ich glaub , ich sollt gelegentlich den Nitratwert checken.)

    Den Pferdchen scheint es nix zu machen, die sind gesund und fit, aber das Drumherum gefällt mir halt nicht.

    Im Vergleichsbecken hingegen - wo ich nicht geknofelt hab - ist alles paletti.

    In Summe aber bin ich bei voll dir: Ein gesundes Beckenmilieu schafft die Voraussetzungen für gesunde Fische. Erhöhte Atemfrequenz bei auch nur einem einzelnen Fisch ist immer ein Zeichen dafür, dass irgendwas nicht passt. Dann kommt bei mir 2 Tage hindurch Preis Carely zum Einsatz. Das Mittel basiert auf pflanzlicher Basis (enthält ebenfalls Extrakte von Allium-Arten) und ist erfahrungsgemäß den sanften Therapeutika zuzurechnen. Aber es wirkt.

    Btw: Die Immunabwehr ist nach meinem Dafürhalten ein Produkt der im Becken vorhandenen Keimflora. So wie die Ureinwohner Amerikas an inportiertem Schnupfen gestorben sind sterben auch Fische in den durch UV und Ozon keimarm gehaltenen Aquarien, sobald von außen ein unbekannter Keim eingebracht wird und nicht genauestens beobachtet wird wie's den Aquarienbewohnern in den folgenden Tagen geht.

    Deshalb bleib ich bei meiner Devise: Möglichst wenig Neuzugänge, und wenn, dann werden die für 3 bis 6 Wochen in einem ebenfalls naturnah (sprich: Mit Bodengrund und Höheren Algen) eingerichteten Aquarium mit Preis Carely und hochwertigen Futter versorgt.

    Liebe Grüße
    Linda

    Allerdings könnten die Knoblauchfans mit dem Argument kommen, dass es auch eine angebliche Wirkung gegen viele andere Mikroorganismen geben soll, die ich aber bezüglich der Bekämpfung von akuten parasitären Infektionen (also nicht nur hinsichtlich Cryptocaryon) aus den angeführten und anderen Gründen deutlich infrage stelle. Insofern stehen wir da im Kern ja gar nicht im Widerspruch.


    Hallo Bernd,

    weil die Diskussion jetzt doch noch weiter gegangen ist und ich das Thema Allicin eingebracht habe möcht ich noch einmal präzisieren was ich mir dazu denk (ist in meinem vorherigen Post offenbar nicht deutlich genug rübergekommen):

    Potenzielle Wirte von Ektoparasiten bieten denen dann die beste Angriffsfläche, wenn sie durch Stress und/oder eine bakterielle Vorinfektion geschwächt sind. Allicin wirkt nachweislich gegen Bakterien. Ich glaube nicht an eine unmittelbare Wirkung gegen Ciliaten, aber das ist eh wurst. Die Kombination aus antibakterieller Wirkung des Knoblauchs und Verbesserung der allgemeinen Konstitution durch Vitaminpräparate halt ich für Ausschlag gebend. Natürlich nur, solange die Ektoparasiten sich nicht bereits so vermehrt haben, dass die Pünktchen sich auch bereits auf dem Altbestand zeigen. Dann ist es vermutlich zu spät für eine sanfte Behandlung.

    Für Fälle im Anfangsstadium hat es bei meinen Fischen jedoch gereicht, das Futter für die Dauer von 3 Wochen mit Knoblauchgranulat(!) und Egmovit zu präparieren. Es kommt ja ohnehin nur ganz selten vor, dass ich mir neue Fische kaufe, und noch seltener, dass sie eine Pünktcheninfektion mitbringen. Bei mir war das in den vergangenen 8 Jahren 2x der Fall, und der Spuk war binnen weniger Tage vorüber.

    Dass Allicin schnell zerfällt hab ich erst vor kurzem gelesen, allerdings auch von dessen Beitrag zum typischen Geruch des Knoblauchs - den auch das getrocknete Granulat aufweist.

    Ich sprech euch die Vorzüge 'richtiger' Medikamente nicht ab, schon gar nicht dem Malachitgrün, das weitgehend ohne schädliche Wirkung auf die Beckenbiologie bleibt, aber bitte glaubt mir: Rechtzeitig angewendet und konsequent über einen längeren Zeitraum durchgeführt ist auch die Knoblauch-Vitamin-Kombi eine brauchbare Behandlungsmethode. Wie schon früher erwähnt halt unter der Prämisse, dass die Beckenbiologie funktioniert und die Infektion mit einem geschwächten Neuzugang ausbricht.

    Liebe Grüße
    Linda

    Ich verstehe nicht , wie man seine Bakterien oder Kleinstlebewesen über das Leben der Fische stellen kann. Bei mir haben Fische höchste Priorität . Oder willst du hier behaupten , dass du dir im Geschäft einen schönen Zwergkaiser kaufst . Sagen wir mal für ca. 100 ,-€ . Und würdest dann das Leben deiner Kleinstlebewesen , dem Fischleben vorziehen ??

    Dann glaube ich ,dass du den Sinn von diesem Hobby nicht verstanden hast . Wenn dir deine Bakterien ja so wichtig sind , warum kaufst du dir dann Fische . Wenn du sie dann eh lieber verrecken lässt. Als das du dein Biologie zerstörst.


    Hi,

    mit Verlaub: Ich glaube eher, dass der Schreiber des zitierten Textes den Sinn des Hobbies nicht verstanden hat.

    Ohne Rücksicht auf die Biologie ist ein Aquarium eine Zeitbombe, deren Detonation nur mit großem technischen Aufwand verzögert werden kann.

    Mein Verständnis von Aquaristik ist das auch nicht.

    Gruß
    Linda

    das eigene Beobachtungen und Verfahrensweisen als Schwachsinn abgetan werden, finde ich schon ordentlich formuliert...

    Hallo Daniel,

    danke für diesen Post!

    Ich hab mich auch geärgert über die Art und Weise, wie hier alternative Methoden heruntergemacht werden. Es hat sich scheinbar noch nicht herumgesprochen, dass aquaristische Probleme welcher Art auch immer selten eindimensional zu sehen sind, sondern in der Regel das Produkt mehrere Faktoren.

    Fische, die durch (Übersiedlungs-)Stress und/oder eine bakterielle Vorerkrankung geschwächt sind, werden schnell mal eine parasitäre Infektion einfangen und die in ihr neues Zuhause mitbringen.

    Meine Erfahrung mit Cryptocarion irritans ist genau jene, dass Knoblauch und Vitamine die Infektion eindämmen - sofern die Haltungsparameter ansonsten stimmen. Allicin wirkt antibakteriell, und die Vitamine stärken die Widerstandskraft.

    Beizeiten (also beim ersten Verdacht oder überhaupt präventiv - am Besten natürlich in einem Quarantänebecken) angewendet ist die Wirksamkeit einer solchen Behandlung evident.

    Das lass ich mir von 'Schulaquarianern' nicht kaputtreden.

    Es ist schon ok, wenn traditionelle Behandlungsmethoden mit Kupfer, Ozon und UV als Mittel gepriesen werden. Aber die ganzheitliche Betrachtung von Krankheiten hat auch in der Aquaristik ihren Platz.

    Gruß
    Linda

    Natürlich, Wolfgang :smiling_face:

    Es ist wirklich sensationell, aber für mich eben weniger die gelungene Aufzucht der Babies als vielmehr die über Jahre hindurch erfolgreiche Haltung der Muricella, die ja als eine der heikelsten Azoogorgonien gilt. Das scheint mir ein wesentlicher Erfolgsfaktor auch für die Pflege der Pygmies zu sein.

    Sicher macht's einen Unterschied, ob die Fohlen im Gegensatz zu den Seegrasponies während der ersten Wochen planktonisch leben. Aber das tun Reidis auch, und an das Futter scheinen die Pygmies keine außergewöhnlichen Ansprüche zu stellen.

    Damit möcht ich den Erfolg des Steinhart Aquariums nicht schmälern, im Gegenteil: Die Muricella auf Dauer bei Laune zu halten ist allein schon eine großartige Leistung.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Torsten,

    in meinem Suchthread für Muricella plectana hab ich's schon vorgestern erwähnt, aber hier ist der link noch besser aufgehoben: Im Steinhart Aquarium in San Francisco gibt es tatsächlich Nachwuchs von H. bargibanti. Und das Tollste dran ist (für mich :)), dass sie die Wohngorgonie vor dem Import der Pygmies schon 3 Jahre erfolgreich gepflegt haben.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Community,

    aus gegebenem Anlass - im Steinhart Aquarium in Frisco wurde H. bargibanti nachgezüchtet, nachdem ein Muricella-Stock mehr als 3 Jahre erfolgreich gepflegt worden war und die Pygmies erst dann eingesetzt wurden - schubs ich meine Anfrage nach oben.

    Wenn jemand eine verlässliche(!) Quelle für Muricella plectana/paraplectana weiß: Für eine Info bedankt sich

    Linda

    Jede Menge :smiling_face:
    Würde ich aber niemals im Meerwasser machen wollen. Die platzenden Luftblasen werden dir überall eine unschöne Salzkruste hinterlassen - da kommt man mit dem putzen nicht mehr nach


    Das ist der Punkt. Mit ein bissl Glück saugt dir die Kruste - wenn du sie nicht gleich siehst und entfernst - auch noch mittels Kapillareffekt Wasser aus dem Aquarium. Vorzugsweise an der Rückwand, wo man in der Regel nicht gut dazu kommt.

    Ich hab meine Ponybecken eine Zeitlang mit Lufthebern betrieben (sowohl die tschechischen mit den feinen Luftblasen als auch die 'russische' Eigenbau-Variante, bei der das Luftrohr einfach ins Steigrohr gesteckt wird) und war mit der Wirkung (Filter, Strömung) sehr zufrieden. Aber die Aerosole rund um die Aquarien haben mich schließlich davon abgebracht.

    Bei der tschechischen Bauart kommt noch dazu, dass die feinen Poren, durch die die Luft ins Steigrohr strömt, recht rasch verkrusten. Salzwasser ist ja doch mineralreicher als Süßwasser.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Hajo,

    dass marine Gastropoden in der Hinsicht sehr variabel sind ist schon klar. Nudibranchien etwa sind allesamt Zwitter. Die Gattung Cerithium ist getrenntgeschlechtlich, aber den GU kenn ich nicht.

    Es ging mir um den Ausdruck 'Paar'haltung, der unter diesem Gesichtspunkt unglücklich gewählt ist.

    Ich stell mir gad vor, wie der hier schon oft zitierte Anfänger im Geschäft darauf besteht, ein Pärchen Nadelschnecken zu bekommen. Da ist wohl die Kreativität des Verkaufspersonals gefordert, wenn der Kunde dann auch noch wissen will, woran man das erkennt :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Andreas,

    jetzt bist mir zuvorgekommen ... =)

    Grad wollt ich deinen Steckbrief für Cerithium als Beispiel anführen.

    Besser geht's doch nicht! Da würd ich nimmer viel ändern. Allenfalls die Angabe 'als Nachzucht erhältlich: Ja' etwas relativieren. Die üblicherweise im Handel erhältlichen Arten sind meiner Kenntnis nach keine Nachzuchten.

    Rike: Gegen Empfehlungen spricht ja nix. Ich bin nur strikt gegen Richt-, Leit- und andere Linien, die das Nachdenken ersetzen.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Hinweise auf Geschlechtsunterschiede bei Gehäuseschnecken hab ich nicht gefunden, aber Zwitter sind sie jedenfalls nicht. Deshalb wird die 'Paarhaltung' ohnehin ein bissl schwierig. Ob jemand auf bspw. 500 Liter 2 Stück dieser Gattung setzt oder gleich ein Dutzend ist ziemlich Conchita :smiling_face:

    PPS/Edit: Für einen Putztrupp würd ich sowieso Schnecken wählen, die sich auch im Aquarium vermehren, also Columbella/Euplica sp. und Nassarius sp..

    Welcher Anfänger hat dafür schon ein Gefühl?


    Hallo Andreas,

    gerade Newcomer neigen in Zeiten wie diesen dazu, Empfehlungen vorbehaltlos umzusetzen.

    Ehrlich gesagt: Wenn jemand sogar für den Schneckenbesatz eine Anleitung benötigt, dann sollt er besser die Finger von der Aquaristik lassen :smiling_face:

    Im Ernst: Es reicht doch, in den Haltungsempfehlungen darauf hinzuweisen, dass Schnecken in der Mehrzahl wichtige Faktoren sind für das Funktionieren des Systems. Wenn darauf eingegangen wird, welche Art welchen Lebensraum bevorzugt und welche Nahrung, dann halt ich die Beschreibung für komplett.

    Im Übrigen schließ ich mich den Posts an, die auf die Selbstregulierung des Bestands durch das Nahrungsangebot hinweisen.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS/Edit @Naif: Natürlich vermehren sich nicht alle Schneckenarten unter Aquarienbedingungen. Arten des ursprünglichen Fortpflanzungstyps mit einem Larvenstadium (z.B. einige Cerithium- oder Nerita-Arten) sind auch nicht unbedingt die, an die ich im Zusammenhang mit dem erwähnten positiven Einfluss von Schnecken auf die Aquarienbiologie denke.

    Hallo Wolfgang,

    danke für die Wiederholung des Angebots :smiling_face: Ich komm darauf gern zurück.

    Für meine Seegrasponies ideal ist Halodule uninervis, ein Gras, das ich zuletzt bei Riff-Toys bekommen habe. Das ist an sich ganz gut angewachsen, nur hab ich leider zu spät bemerkt, dass sich Seegras und Caulerpa nicht gut vertragen. Die mit der Zeit wuchernde C. serrulata hat die Seegrastriebe dermaßen schattiert, dass sie nach und nach eingingen. Die radikale Entfernung der Caulerpa hat den Verfall zwar gestoppt (und ein paar Stammerln anderer Arten hab ich von Maria bekommen), aber eine üppige Seegraswiese stell ich mir zumindest so vor wie eure.

    Auf die Idee, nach Samen von H. uninervis zu suchen, bin ich gekommen im Zusammenhang mit einem Folder, den ich bei der letzten Samen-Bestellung bei seedeo.de erhalten hab. Da war die Rede von 'seltenen Gräsern'. Und da sind mir natürlich die Seegräser eingefallen (auch wenn die damit natürlich nicht gemeint waren) :smiling_face:

    Aus Samen gezogene Seegraspflanzen hätten den Charme, gleich eine größere Anzahl zu erhalten und nicht auf die Ausbreitung über Rhizome warten zu müssen.

    Ich werd jetzt noch ein bissl recherchieren wegen der Blütezeit von H. uninervis, bis dato hab ich in diese Richtung keinen Hinweis gefunden, möglicherweise blüht das Gras auch das ganze Jahr über.

    Vermutlich sind Seegrassamen leichter privat zu exportieren als ganze Pflanzen, und H. uninervis ist leicht zu identifizieren durch den Mittelnerv. Vielleicht finden sich ein paar Urlaubstaucher, die's in die richtigen Gegenden verschlägt :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Achtung! Die letzte Antwort auf dieses Thema liegt mehr als 2 833 Tage zurück. Das Thema ist womöglich bereits veraltet. Bitte erstellen Sie ggf. ein neues Thema.


    Na, ich glaub, dass man den Thread auch weiterspinnen kann und nicht wieder einen neuen zum selben Thema eröffnen muss.

    Hallo Community,

    als langjähriger Seegrasfan (leider mit durchwachsenem Erfolg) interessiert mich u.a. die Fortpflanzungsbiologie dieser Pflanzen.

    Die Mehrzahl der Arten wächst ja in geringer Tiefe. In dem Zusammenhang würd ich gern wissen, ob die Samen auch trocken fallen dürfen bzw. - konkreter - eine Trockenperiode überdauern können.

    Hintergrund der Frage ist der Umstand, dass der Import von Seegraspflanzen nach Auskunft eines Wiener Händlers, der zuletzt öfter Seegräser angeboten hat, wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Und wenn mal eine Partie den Weg nach Wien gefunden hat, dann sind oft die Rhizome beschädigt, was über kurz oder lang zum Tod der Pflanze führt.

    Halodule uninervis oder die etwas größere Cymodocea serrulata hab ich an sich als unter Aquarienbedingungen recht gut haltbar kennengelernt. Davon Samen zu bekommen und selbst eine Wiese zu säen wär ein Hit.

    Hat jemand aus der Community Kenntnisse in dieser Sache?

    Liebe Grüße
    Linda

    Und - bei allen Tieren handelt es sich um Ableger aus anderen Aquarien.


    Nicht nur bei den Tieren, gell Harold :smiling_face:

    Ich freu mich, dass die Federcaulerpa bei dir so gut gedeiht.

    Dass sich auch dein Büroaquarium nahtlos in die Galerie deiner Bio-Blumengärtlein einfügt ist nicht wirklich überraschend für die

    Linda :wink:

    Ob man sie zur Massenzucht verwenden kann, habe ich nicht ausprobiert. Wenn du Lust zum Rumexperimentieren hast, könnte ich dir ja ein paar schicken, denn ich will die Wanne ebenso wie meine anderen salzigen Zuchten allmählich ausleeren. Für einen Ansatz sollten meine Restbestände reichen.


    Hallo Wolfgänge, guten Morgen!

    Wolfgang S: Mit meinen Kleinen hab ich zwar jetzt eine Art, die sich erwiesenermaßen gut zur Massenzucht eignet, aber warum nicht auch schauen, wie das mit deinen ist. Vielleicht ist es eh dieselbe oder eine sehr ähnliche Art. Die Details machen wir uns per Mail aus, gut?

    Weil du schreibst, du hast sie möglicherweise auch mit einer Moinakultur bekommen, und sie setzen sich sogar gegen Tiggerpods durch: A. tranteri wird sowohl als herbivor beschrieben als auch als Vertilger von kleinem Zooplankton

    Zitat

    Filter-feeder that feeds on both phytoplankton and small zooplankton

    Mir kommt vor als ob die Massenvermehrung dieser Copepoden den Moina nicht gut getan hat. Die sind nach anfänglich guten Erfolgen bei der Indoor-Kultur im heurigen Winter nämlich verschwunden, als die Copepodenpopulation sprunghaft zugenommen hat. Natürlich kann das Verschwinden der Salzwasserflöhe auch andere Ursachen haben, die eventuell in der Nahrungskonkurrenz zu suchen sind.

    Wolfgang Suchy: Tiggerpods sind sowas wie der Besen für den Zauberlehrling :smiling_face:
    Ich bring dir heut ein Glasl von den Minis mit.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Zooplanktonzüchter,

    der letzte Post in diesem Thread feiert bald seinen 8. Geburtstag, aber vom Titel her schien es mir passend, meinen Beitrag hier reinzustellen ...
    Wenn's nicht ok ist, liebe Mods, übertragt ihn bitte in ein neues Topic.

    Durch Zufall hab ich (mit Moina salina) eine calanoide Copepodenart in meine Kulturen eingeschleppt, die sich als geradezu fantastisch einfach zu züchten und dabei als ausgesprochen produktiv erweist.

    Mit meinen bescheidenen Fotografiermöglichkeiten (Lupe und Deppenkamera) hab ich ein Bild zusammengebracht, auf dem zumindest ein Exemplar halbwegs gut zu erkennen ist. Auf den ersten Blick scheint es sich um einen Vertreter der Familie Acartiidae zu handeln, mglw. in die Richtung A. tranteri http://www.imas.utas.edu.au/zooplankton/im…oida/acartiidae Die Antennen sind bei 'meiner' Art halt ein bissl kürzer (und das spräche gegen die Familienzugehörigkeit.)

    Was mich dabei überrascht: Die Individuendichte ist sehr hoch, was m.M. nach Kannibalismus ausschließt. Ich glaube auch nicht, dass die Art ovipar ist: Eipakete tragende weibliche Tiere konnte ich bisher nicht entdecken. Allerdings sind die Tiere recht lebhaft und dem entsprechend - v.a. allem in der Menge - schwierig zu beobachten.

    Die größte Überraschung aber ist für mich, dass diese Art ganz simpel mit Selco S.parkle zu ernähren ist - und davon verträgt sie Unmengen (rd. 1 ml/d, gerechnet auf 14 Liter). Die Wasserqualität 'mess' ich nur mit Nitratstäbchen, sie ist trotz der großen Futtermenge (vermutlich als Folge der ebenfalls hohen Dichte an heterotrophen Bakterien, die sich als Film an den Wänden der Box und an der Wasseroberfläche ansiedeln) durchaus im grünen Bereich. Trotzdem: Als 'Reinwasser' würde ich die Brühe nicht bezeichnen.

    Natürlich freut mich die Beobachtung enorm. Erstens, weil die Vermehrungsrate dieser Copepoden deutlich höher ist als bei den Tisben und ich dadurch viel mehr Erstfutter für die Zwergseepferdchen zur Verfügung hab, und zweitens, weil ich damit meinen Vorrat an Selco S.parkle rascher aufbrauchen kann. Das gibt's bei INVE ja nur im 2,5 kg-Gebinde, und bisher wär ich mit dieser Menge grundsätzlich ungefähr 150 Jahre ausgekommen :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Habe auch den letzten wasserwechsel vor 2 jahren gemacht und das Becken läuft sehr stabil. Habe seit dem ich nicht mehr drin rum fusche ruhe mit canjo`s , Fischkrankheiten und schwankende wasserwerten.


    Hallo Torsten,

    warum willst du dann was ändern?

    Mit ausreichend Siedlungsfläche für Bakterien etwa im Lebendgestein ist ein Außenfilter nicht nötig, aber die in Meerwasseraquarianerkreisen häufig anzutreffende Verunglimpfung von Filterschwämmen als Nitratschleuder etc. halt ich für falsch.

    Ein wie du schreibst stabil laufendes System zu ändern, ohne Notwendigkeit, just for fun, kann ich nicht verstehen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Wie ich in meine Erster Beitrag geschrieben habe, weiß ich genau, dass unsere Koralle ein minimale menge von No3 und PO4 brauchen. das ist klar


    Hallo Stephan,

    ja, und wenn das aufgegessen ist, dann ist eben nix mehr da. Zumindest nicht in einem Maß, das wir mit einfachen Mitteln feststellen können. Den Ausdruck 'messen' halt ich in der aquaristischen Praxis sowieso für übertrieben.

    Zitat

    Also, zusammenfassen: MW beinhaltet immer PO4 und NO3, welches wir - im besten Fall - auch messen können. Oder habe ich falsch verstanden?


    Im Meer schon. Wie auch Armin geschrieben hat ist das im Aquarium nicht zwangsläufig der Fall, solang nicht in ausreichender Menge und im richtigen Verhältnis Nachschub erfolgt.

    Auch ich pack meine Wassertests erst aus, wenn ich das Gefühl hab, es läuft was nicht richtig. Der Blick ins Aquarium ist verlässlicher.

    lg
    Linda

    Hallo Stephan,

    bitte nimm's nicht persönlich, aber diese Fragestellung ist für meinen Geschmack wieder einmal ein Musterbeispiel für die völlige Abwesenheit jedes biologischen Verständnisses in Aquarianerkreisen :smiling_face:

    Abgesehen von Rainers Ausführungen, denen ich schlichtweg nicht folgen kann: Die Zooxanthellen verwerten Nitrat und Phosphat und geben ihre Stoffwechselprodukte an die Wirtskorallen als Nahrung weiter. Das ist jetzt vielleicht nicht richtig ausgedrückt und soll auch nur darauf hinweisen, dass 'Messwerte' per se keine Aussagekraft besitzen, solang sie nicht eine Zeitreihe umfassen und die eingebrachte Nährstoffmenge berücksichtigt wird.

    Wenn sich meine Korallen augenscheinlich wohlfühlen und die 'Messwerte' nahe der Nachweisgrenze aquaristischer Tests sind, dann ist das doch prima! Wenn ich mein Essen aufgegessen hab, dann ist der Teller eben leer.

    Geht's den Korallen dabei nicht gut, dann ist der Nährstoffeintrag vermutlich zu gering, oder er erfolgt nicht im richtigen Verhältnis. Das hat Armin schon ausgeführt.

    Mir erscheint diese Art von Milchmädchenrechnung sinnvoller in der Diskussion als hoch wissenschaftliche Erläuterungen. Es sei denn, ich bin damit völlig auf dem Holzweg. Allerdings passt die Milchmädchenrechnung sehr gut zu den Erfahrungen, die ich bisher gemacht hab.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Mark,

    ja. Aussieben auf jeden Fall.

    Ich mach das mit einem Trichter und 2x gefaltetem Küchenpapier.

    Früher neu ansetzen halt ich nicht für notwendig, denn so hast du wenigstens keine Düngerrückstände in der Kultur. Das vermut ich zumindest, wenn du das Guillard-Medium (f/2) verwendest.

    Die ausgeflockten Algen sind als Nahrung auch willkommen.

    So wie das aussieht wird's bestimmt wieder!

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Für den Düngertest verwend ich die NO3-Teststreiferln von Merck. Wenn die Algen ausflocken ist in der Regel schon ein paar Tage kein Nitrat mehr nachweisbar. Es kann aber auch sein, dass die Algen aus einem anderen Grund abgestorben sind. Deshalb ist der Test zur Sicherheit schon zu empfehlen.

    Hallo Cyanofighter :),

    unabhängig davon, ob Cyanobakterien der Ordnung Oscillatoriales ein bestimmtes Lichtspektrum fürchten oder lieben, beschäftigt mich seit Jahren ein Verständnisproblem grundsätzlicher Natur. An sich hab ich's bei verschiedenen Gelegenheiten schon mehrmals erwähnt, aber nie hat jemand die Frage aufgegriffen ...

    Eine derart alte, anpassungsfähige und erfolgreiche Lebensform wie die Cyanobakterien hätte andere Lebensformen gar nicht erst aufkommen lassen dürfen, wenn sie nicht auch verwundbar wäre. Tatsache ist, dass z.B. neue Lebensräume wie etwa länger bestehende Regenlacken oder frisch ausgebaggerte Teiche anfangs meist von Cyanobakterien besiedelt werden und sich andere Organismen erst allmählich ansiedeln. Mit der Zeit verringert sich die Cyanopopulation 'ganz automatisch', bis sie mit freiem Auge nicht mehr sichtbar ist.

    Warum ist das so?

    Eine mögliche naturwissenschaftliche Erklärung habe ich vor Jahren in einer Folge der Sendung Universum gehört im Zusammenhang mit der Anpassung des Blinden Höhlenfisches Astyanax mexicanus an seinen Lebensraum. Ein Artikel über dieses Thema findet sich auch auf http://www.scienceticker.info/2007/02/15/spa…isch-erblinden/

    Weiter gedacht geht es also um die Energieeffizienz, die Allrounder im Vergleich mit weniger anpassungsfähigen Organismen benachteiligt. Jede Fähigkeit, die nicht (mehr) benötigt wird, kostet bloß unnötig Energie.

    Auf den Lebensraum Aquarium umgelegt würde das bedeuten: Wenn die Lebensbedingungen etwa für Nitrifikanten nicht passen treten an deren Stelle die anpassungsfähigeren Cyanobakterien, mit ihnen gemeinsam oft Schwefelbakterien und in der Folge Dinoflagellaten, die sich von ihnen ernähren. Irgendwann gelangt der Lebensraum trotzdem in einen Zustand, der es anderen Organismen ermöglicht sich zu etablieren, und zwar teilweise unabhängig von den Ausgangsbedingungen.

    Die Conclusio daraus: Bei der Neueinrichtung oder gravierenden Eingriffen in das System wie etwa großflächigem Austausch des Bodensubstrats oder massiven Änderungen des Riffaufbaus ist abwarten oft die geeignete Methode. Bei massenhaftem Auftreten von Cyanobakterien & Co in einem zuvor gut laufenden System passt oft die Substratstruktur nicht (weil zu grob und folglich mit Detritusansammlungen in einem Bereich, der nicht mehr genug Sauerstoff aufweist für einen effizienten aeroben Abbau), oder es wird etwa wegen einer Bestandserhöhung von heute auf morgen der Nährstoffeintrag erhöht, und das System kann sich nicht so rasch drauf einstellen. In diesem Fall ist vermutlich maßvolles Absaugen der Cyanobeläge das Mittel der Wahl, aber vor allem die Beseitigung der Ursachen. Die Erhöhung des Nährstoffeintrags ist dabei das geringste Problem und erledigt sich oft von allein binnen ein paar Wochen. Heikel ist es allenfalls für Korallen, wenn die ohnehin geschwächt durch die Veränderung der Umweltparameter auch noch mit Sediment- und Cyanobelägen überzogen werden.

    Was ich damit sagen will: Ich halt es für den falschen Ansatz, Cyanobakterien unmittelbar zu 'bekämpfen'.

    Wenn ihr's mit nicht glauben wollt: Ich hatte bisher 2 Paradebeispiele 'cyanoverseuchter' Aquarien - eine Zwergseepferdchenkoppel, die ich aus einer Fehleinschätzung heraus mit desinfizierten Höheren Algen bepflanzt hatte (die mir diese Behandlung schwer übel genommen haben) und ein Mini-Riff, das ich mit Steinen aus dem Becken einer leider verstorbenen Aquarianerin eingerichtet habe. Die waren allerdings zuvor 3 Wochen lang in lediglich belüfteten Kübeln untergebracht gewesen und in einem entsprechenden Zustand. Es hat mich einfach interessiert, wie sich die Sache entwickelt, deshalb habe ich die Steinbrocken ohne weitere Behandlung eingebracht.

    Im Anhang findet ihr vorher-nachher - Fotos. Dazu möcht ich anmerken, dass ich außer einer einmaligen Cyano-Absaugaktion und einer Nachbesetzung von Caulerpa in der Pferdchenkoppel, gelegentlichem Wasserwechsel und dem Einsatz eines Bakterienstarters keine gröberen Maßnahmen gesetzt habe. Die Pferdekoppel hat etwa 1 Jahr gebraucht, bis sie ihr Gleichgewicht gefunden hat, das Miniriff grad mal ein paar Wochen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Einiges Deiner Ausführungen wirst Du bestätigt finden, manches auch nicht.


    Hallo Bernd,

    danke für den link. Ich kannte deinen Gastbeitrag im Gorgonienlexikon noch nicht.

    Zitat

    Das Thema wird ja dauern diskutiert, letztlich bleibt es weitgehend bei den immer gleichen Argumenten, also nichts Neues.


    Nicht ganz. Ich seh Cyanobakterien im Aquarium schon lang nicht mehr als Plage. Vielmehr ist ihre gesteigerte Präsenz für mich ein Zeichen, dass etwas nicht so läuft mit der Beckenbiologie wie ich's gern hätt.

    Was mich immer wieder erstaunt ist der Umstand, dass selbst Fachleute nicht einsehen wollen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt gemessene Nährstoffwerte in einem lebenden System nur eine Momentaufnahme ohne besondere Aussagekraft darstellen.

    Über weite Strecken aber kann ich deinem Beitrag gut folgen. Dass noch nicht alles gegessen ist zu dem Thema ist eine andere Geschichte :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Community,

    ohne jetzt den schon recht langen Ursachenforschungsthread im Detail durchgearbeitet zu haben ...

    Beim Überfliegen dieses Themas vermisse ich grundlegende Anmerkungen über den Stamm Cyanobacteria. Die Mehrzahl ihrer Vertreter - wenn nicht alle - sind entweder überhaupt Pionierlebewesen, die als Erstbesiedler einen Lebensraum für anderes Leben erst aufbereiten, oder sie besiedeln Nischen, in denen sich andere Organismen nicht behaupten können.

    Ihre Anpassungsfähigkeit macht sie so erfolgreich, und trotzdem werden sie im Aquarium - wenn man der Natur die nötige Zeit lässt - in der Regel nach einiger Zeit von anderen Organismen abgelöst. 'Wirksame' Mittel werden den Prozess höchstens unterstützen und verkürzen, niemals aber die Cyanobakterien 'vernichten'. Oder lieg ich da falsch?

    Dass es so schwierig ist, ein Patentrezept zu finden, liegt wohl daran, dass es mehrere unterschiedliche Ursachen für den Umstand gibt, dass sich Konkurrenten nicht etablieren können. Geh ich in dem Zusammenhang von den Nitrifikanten aus, dann brauchen die Sauerstoff, und sie sind lichtscheu. Beides Faktoren, die in völlig gegensätzlich erscheinenden Aquarien zu 'Cyanoplagen' führen. Vermutlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Ursachen, warum die Biologie nicht wie gewünscht in die Gänge kommt.

    So wie ich es versteh kann's nicht darum gehen, Cyanobakterien aktiv zu bekämpfen, sondern nach Faktoren zu suchen, die ihren Konkurrenten Vorteile bringen. Nach meiner laienhaften Vorstellung steht es in Aquarien mit einem Sauerstoffdefizit auch mit Schwefelbakterien im Zusammenhang. Eigene Beobachtungen in der Vergangenheit zeigen, dass gesteigertes Cyanowachstum mit vergleichsweise niedrigem Redoxpotenzial (< 200 mV) einhergeht und häufiger H2S-Herde entstehen. Was dabei Ursache ist und was Wirkung vermag ich nicht zu beurteilen, aber in derartigen Fällen hilft es gewöhnlich, die Beläge samt den obersten 1-2 mm der Substratschicht abzusaugen.

    Eine andere Beobachtung (die vermutlich zu den von Bernd Koberstaedt erwähnten physikalischen Ursachen gehört) ist der Umstand, dass sich Feinpartikel organischen Ursprungs mitunter an Substratoberflächen anlagern als ob hier eine besondere Anziehungskraft bestünde. Auch da gedeihen (rote) Cyanobakterien in der Folge besonders gut. Auffallend ist dabei auch eine spürbare Temperaturerhöhung des Wassers. Substratoberflächen mit einem 'gesunden' Bakterienfilm wirken hingegen geradezu 'schmutzabweisend'. Gibt's dafür eine Erklärung?

    Falls diese Frage in dem Ursachenthread schon beantwortet wurde, ich das aber angesichts des abschnittweise sehr hohen Levels übersehen habe: Nehmt mir das bitte nicht übel, sondern verweist einfach darauf. Dann versuch ich's noch einmal dort :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hans Werner gibt aber eindeutig wieder das er cyanos bekommt wenn sein po4 sinkt ...


    Hallo Norman,

    das find ich nett.

    So wie ich den Hans-Werner kenn gibt er nix so undifferenziert wieder. Ich kenn den Text nicht, auf den du dich beziehst. Aber wenn Cyanos gedeihen, dann ist auch ihr Phosphatverbrauch hoch, und natürlich geht dann der Messwert für PO4 zurück.

    Wie Torsten schreibt ist das ganze Cyanothema die Folge einer Wettbewerbssituation, und das beste Mittel gegen ein Überhandnehmen ist immer noch, gute Bedingungen für Nitrifikanten zu schaffen.

    Gruß
    Linda

    Ich habe Ihn mir vor gut 3 Tagen gekauft , allerdings wollte ich erst hier berichten , wenn alles geklappt hat


    Na fein, Norman, dann ist ja alles paletti - oder besser achilli :smiling_face:

    Als Außenstehende, die den Thread bloß interessehalber verfolgt hat, glaub ich nicht, dass man dich hier zerreißen oder ausschließen wird.

    Ab jetzt glaub ich eher, dass man dich ignorieren wird.

    Ich wünsch dir und vor allem deinem Doktor alles Gute, auch über die 3 Tage hinaus.

    lg
    Linda

    Hallo Torsten!

    Hai


    Kannst mir das mal bitte genauer erklären?

    Ich habe hier ein gutes Dutzend Luftheber im Einsatz.


    Das hatte ich früher auch. Aber wenn die Luftblasen an der Oberfläche zerplatzen ergibt das Salzkrusten einen halben Meter rund um das Aquarium. Deckscheiben waren auf Dauer auch keine Lösung, weil Salz in den Ritzen zu Wasserschlieren außen an den Scheiben gesorgt hat. Außerdem war's mit der Zeit lästig, die Salzablagerungen im Luftrohr zu entfernen.


    Zitat

    Wieviele Ponys haben eigentlich am Dienstag die Reise angetreten?


    *smile* ... Was du schon wieder alles weißt :smiling_face:

    Sieben.

    Und ich hoff ja sehr, dass die dazu beitragen werden, die Ponyherde im Westen Deutschlands zu vergrößern =)

    Liebe Grüße
    Linda

    Nein, Karin, in dem Becken arbeiten

    1) ein HangOn Eheim Liberty 100, gefüllt mit Korallenbruch,
    2) ein Aquaball, der ist für die Strömung in Bodennähe zuständig, und
    3) ein Eheim 2213 Außenfilter, ebenfalls gefüllt mit Korallenbruch. Den hab ich später zusätzlich installiert als eine Dinoflagellateninvasion ausgebrochen war, um die Möglichkeit zu haben, im Filterkreislauf einen UV-Klärer einzubauen. Er erzeugt eine kräftige Oberflächenströmung, und weil das den Ponies offenbar taugt, hab ich ihn lassen.

    Bei allen Filtern und Kreiselpumpen befindet sich auf der Ansaugseite ein Schwammaufsatz (Eheim Air Filter, der hat sich am Besten bewährt).

    Das alles ist für das 54 Liter-Becken an sich ja überdimensioniert, in den anderen Aquarien hab ich entweder nur einen Liberty oder eine JBL ProFlow (jeweils mit Schwammaufsatz).

    Luftheber hab ich mir im Salzwasser abgewöhnt wegen der Aerosole :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Seegrasponyfreunde,

    Nadine wird's mir verzeihen, wenn ich ihren Thread hier kapere ...

    Zu einem anderen Thema hat Karin heute geschrieben:

    :winking_face_with_tongue:
    Das ist ja super!

    Ich dachte, die schwangeren Papas (oder das Paar) werden dann vorher umgesetzt. Zumindest kenne ich das so von den großen Pferden.
    Das ist natürlich optimal. Allerdings ist die Haltung der Mini-Pferdchen ja auch etwas "spezieller".... da sind die normalen Behausungen ja schon so groß und eingerichtet, wie bei manch einem das Aufzuchtsbecken :smiling_face:

    Hallo Karin,

    mit einem Riffbecken hat meine Ponykoppel wenig gemeinsam, das stimmt. Insofern ist es schon etwas 'spezieller'. Wenn du für den Vergleich mit einem Aufzuchtbecken aber an ein weitgehend steril gehaltenes Pferdchen-Zuhause denkst: Irrtum! :smiling_face:

    In Ermangelung einer Seegraswiese ist das Aquarium hauptsächlich mit Caulerpa (serrulata und sertularioides) bepflanzt. Eine große Zahl von Mitbewohnern sorgt dafür, dass Futterreste raschest in den biologischen Kreislauf gelangen und so einerseits die Keimdichte gering gehalten wird, andererseits genug Dünger für das Pflanzenwachstum bereit steht.

    Wasserwechselfrequenz: Alle 4 Wochen 20 bis 40% (ich brauch das Altwasser für die Zooplanktonzucht)

    Zur Veranschaulichung anbei ein Foto von heute und drei Ausschnitte davon. Auf dem mit der Gruppe ist ganz hinten, etwas rechts von der Mitte, ein Fohlen von dieser Woche zu sehen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Wie du das vielleicht aus dem Süßwasserbereich kennst, dass sich Garnelen/Fische selbst wenn man es nicht möchte, vermehren.... das gibt es hier leider gar nicht.


    Ja, wenn man's vergleicht, sind im Meer wesentlich weniger Tiere, die voll entwickelte Junge zur Welt bringen bzw. aus deren Eigelegen solche schlüpfen. Meist handelt es sich um mehr oder weniger lange Larvenstadien, die frei im Wasser treiben und so leichte Beute sind für andere Lebewesen.

    Im Gesellschaftsaquarium haben sie keine Chance.

    Karin: Die Seegrasponyfohlen lass ich im Gesellschaftsbecken und sorg bloß dafür, dass die dort wohnenden substratgebundenen Copepoden gute Bedingungen vorfinden um sich ordentlich zu vermehren bzw. muss ich halt gelegentlich Tisben zufüttern. Abgesehen von der Versorgung mit Essen werden die Kleinen ganz von allein groß :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda