Beiträge von Linda

    Klar macht die Natur was, ja aber er wird früher oder Später richtig Probleme mit seinen Wasserwerten bekommen wenn er das Gestein nicht richtig behandelt, das mag bei deinem Becken zu keinen Problemem führen da du ja Hauptsächlich Weiche und Krusten hälst, wenn er aber SPS und LPS halten will dann sollte er sich auf keinen Fall an deine Anleitung halten!!!


    Also nix für ungut ...

    Da steht einer offenbar ganz am Beginn seiner Meerwasseraquarianerkarriere und soll sich groß Gedanken machen über Steinkorallen? Was, glaubst du, passiert mit Futterresten und organischem Detritus in einem laufenden Aquarium? Es ist doch blauäugig anzunehmen, dass das mit Abschäumer, Ozon und sonstigem Pipapo restlos aus dem Becken entfernt wird. Natürlich sind da auch Organismen beteiligt, die von dem 'Abfall' leben. Und glaub mir: Es sind die gleichen, die sich um die faulenden Reste auf dem toten Riffgestein kümmern. Nur muss man sie halt einbringen und fördern.

    Ich hab die Weisheit auch nicht mit dem Löffel gegessen, aber mit den Erfahrungen, die du als deine schilderst, würd ich mich erst einmal mit den Grundlagen der Biologie befassen bevor ich anderen Fahrlässigkeit vorwerfe.

    Nur zur Abrundung: In dem kleinen Aquarium, das ich gezeigt habe, sind NO3 und PO4 nicht nachweisbar, obwohl ich täglich eine kleine Menge Futter für die Fische und das Kleingetier einbringe. Es besitzt nicht einmal einen Abschäumer.

    DAS ist etwas, wovon ich einem Newcomer abraten möchte. Aber die stinkenden Steine einzubringen ohne sie vorher chemisch zu behandeln ist ein Lehrbeispiel wie die Natur zu einem Gleichgewicht findet und kann langfristig keinen Unterschied machen zu einem 'herkömmlich' mit Lebendgestein eingerichteten Aquarium. Mit Riffkeramik hab ich keine Erfahrung.

    Gruß
    Linda

    PS/Edit: Die Behandlung des Riffgesteins mit mit H2O2 entfernt soviel ich weiß nicht das darin gebundene Phosphat. Genau das aber sind die berüchtigten 'Depots', die immer wieder als Ursache für Probleme mit Steinkorallen genannt werden. Wie genau die unter natürlichen Umständen aufgelöst werden, können die Fachleute hier im Forum sicher besser beschreiben.

    Ich weiß noch nicht ob ich schnell die paar liter wo die Steine drin liegen aufsalze
    und Wasserstoffperoxid reinmische...


    Hallo Laurens,

    wenn du dich für die H2O2-Methode entscheidest, dann genügt die Verdünnung des Wasserstoffperoxids auf 5% mit Leitungswasser, da brauchst nix aufsalzen! Aber das ist halt eine Rosskur, die u.a. die (Fäulnis-)Bakterien abtötet. Nach ein paar Tage hast du schön gebleichtes Riffgestein, das wirklicht 'tot' ist. Das musst du anschließend gründlich (wieder mit Leitungswasser) spülen, und erst dann kannst du mit der 'Belebung' beginnen.

    Gibst du die stinkenden Brocken gleich ins Aquarium (dann aber mit Salzwasser und ausreichender Strömung!) und setzt anschließend die erwähnte Cleaning Crew ein, dann regelt das die Natur von alleine. Vergessen hab ich zu erwähnen, dass ein paar Höhere Algen dabei auch gute Dienste leisten.

    Und ja, am Besten ist: Erst die Steine rein, dann den Sand und erst am Schluss das Wasser.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Ich hatte Anfang 2013 von einer leider verstorbenen befreundeten Aquarianerin u.a. 2 Kübel 'Lebend'gestein aus einem aufgelassenen Aquarium geerbt. Die Steine waren mehrere Wochen in Kübeln gelagert gewesen und haben dem entsprechend gerochen (ich glaub, da ist dein Fall harmlos dagegen). Ich hab sie dann in ein Aquarium getan und bin so vorgegangen wie ich es dir jetzt geraten habe. Nein, nicht ganz: Ich hab sogar das stinkende Wasser aus den Kübeln verwendet und das Becken dann mit Aquarienwasser aufgefüllt.

    Im Anhang stell ich ein paar Bilder rein von der Entwicklung des Aquariums - ohne dass ich da viel rumgepfuscht hab. Nach nicht ganz 2 Monaten war alles im Grünen Bereich. Das letzte Bild zeigt das Aquarium wie es jetzt ausschaut.

    Hallo, guten Morgen!

    Sich Gedanken zu machen ist immer eine gute Idee :smiling_face:

    Aber bevor ich bei einem neu eingerichteten Aquarium über die Zugabe von Spurenelementen nachdenk, beobachte ich die Entwicklung ganz genau und such die Ursachen, wenn was anscheinend aus dem Ruder läuft. Vor allem ist jede Maßnahme auf ihre Sinnhaftigkeit zu prüfen.

    Totes Riffgestein einfach in Süßwasser einzulegen halt ich wie schon erwähnt für sinnfrei. Dass da Fäulnisherde entstehen darf nicht wundern und ist kein Qualitätsmangel, sondern die logische Konsequenz. Dem Händler daraus einen Vorwurf zu machen und das auch noch öffentlich in einem Forum erinnert an amerikanische Verhältnisse, wo auch der Hersteller schuld ist, wenn der Kanarienvogel das Bad in der Waschmaschine nicht überlebt.

    Laurens: Bevor du das Zeug zurückbringst und eventuell mit dem Verkäufer streiten musst, weil der keinen Reklamationsgrund sieht: Salz das Wasser auf (oder noch besser: Nimm Altwasser aus einem laufenden Aquarium) und versuch es mit der von mir gestern beschriebenen Methode.

    Dinoflagellaten und andere weniger erwünschte Bewohner vermehren sich immer dann besonders gut, wenn etwa das Nährstoffangebot hoch ist und Nahrungskonkurrenten keine für sie geeigneten Bedingungen vorfinden. Das kann grundsätzlich auch mit Lebendgestein und Livesand passieren, wenn ein Fehler im System (viel abgestorbenes organisches Material, hohe Temperatur, Sauerstoffmangel etc.) vorliegt.

    Dinos hab ich gelegentlich in der Seepferdchenkoppel, weil da der Nährstoffeintrag hoch und die Artenvielfallt naturgemäß eingeschränkt ist. In einem 'normalen' Riffbecken mit gemischtem Besatz und ausgewogener Fütterung haben sie weit weniger Entfaltungsmöglichkeiten.

    Deshalb seh ich diese 'Schädlinge' nicht als Plage, sondern als hilfreiche Anzeichen dafür, dass was nicht stimmt mit der Beckenbiologie.

    Grüße
    Linda

    Hallo Laurens,

    totes Riffgestein in Süßwasser einzulegen macht gar keinen Sinn.

    Der Tipp mit dem Wasserstoffperoxid ist gut, aber nicht die einzige Lösung.

    Wenn ich ein Becken neu einrichte, leg ich die Brocken gleich ins Aquarium und beström sie ordentlich. Mit einem Starterbakterienpräparat (Microbe Lift Special Blend oder ähnliches) und ein paar Detritusverwertern (Copepoden, Schnecken, Borstenwürmer) wird das Problem organischer Reste auf totem Riffgestein sehr schnell und gründlich gelöst. Die folgenden Algenphasen sind heftig aber kurz, dafür hast du anschließend ein gut belebtes Gestein und eine funktionierende Beckenbiologie.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo ihr Lieben!

    Vielen Dank für die schnellen Antworten mitten im Feiertagstrubel!

    Elisabeths link bringt tatsächlich Licht in die Sache: Das Stichwort ist Epitoke. Deshalb wohl auch das plötzliche Auftreten des doch recht großen Tieres. Meine kleinen Borsties vermehren sich zwar recht zahlreich, aber es ist das erste Mal, dass ich so ein abgetrenntes Hinterteil im Aquarium umherflitzen sehen *smile*

    Wieder was gelernt.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Der Popo ist bereits wieder in 'Freiheit'.

    Hallo Community,

    ihr wart ja sicher brav das ganze Jahr, und so hat euch das Christkind hoffentlich reich beschenkt.

    Ich hab auch ein paar schöne Sachen bekommen, unter anderem das Tier, um das es hier geht. Ein kleines Weihnachtswunder.

    Entdeckt hab ich den etwa 3 cm langen Wurm heute in der Früh in der Aufzuchtbox, in der momentan eine Handvoll Seepferdchenfohlen wohnen sowie 5 Mini-Wurmgrundeln, eine Gorgoniengrundel, ein paar Columbellas und kleine Borstenwürmer (Eurythoe sp.). Eingerichtet ist das Aquarium ohne Bodensubstrat, nur mit einen Buschen Caulerpa serrulata und ein paar Botryocladia-Trieben, beide aus dem Guppybecken.

    Es ist mir deshalb ein Rätsel, woher das unbekannte Etwas stammt und warum ich es nicht schon früher gesehen habe. Mit der Größe wird es ja vermutlich nicht erst gestern zur Welt gekommen sein. Heute in der Früh aber hab ich's zum ersten Mal gesehen, da ist es hektisch durch das Aquarium geschwommen. Es verhält sich also durchaus auffällig. Und ich schau mehrmals täglich in alle meine Aquarien!

    Zur Sicherheit habe ich das Tier erst einmal aus dem Becken entfernt. Bis jetzt scheint es zwar keinen Schaden angerichtet zu haben, aber ich möcht halt nicht, dass sich daraus eine Gefahr für die anderen Aquarienbewohner entwickelt, deshalb bleibt es zunächst isoliert, bis ich weiß, worum es sich handelt.

    Ich bitte also die Wurmexperten um Hilfe bei der Bestimmung des Tieres und hoffe, dass das Foto im Anhang und das Video dazu reichen werden.

    Dafür bedank ich mich ganz herzlich vorweg und wünsch euch noch schöne Feiertage!

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Corinna,

    danke für die strokes :smiling_face:

    Und keine Sorge: Die Weitergabe von Erfahrungen die Seegrasponyhaltung betreffend ist mir sowieso ein großes Anliegen. Für ganz wichtig halt ich in dem Zusammenhang die Eignungstests von Mitbewohnern und die Limitierung unerwünschter Gäste in der Pferdchenkoppel.

    Da gibt's noch ganz viel zu lernen, auch wenn mittlererweile etwa Hydroidpolypen ihren Schrecken für mich verloren haben. Die hatten ja den Peter - der den wunderbaren Monsterthread über H. zosterae eröffnet hat - zur Aufgabe der Ponypflege veranlasst.

    Dass die Ponies in gewissem Rahmen sogar für Gesellschaftsbecken taugen hätt ich 2009 nicht einmal zu träumen gewagt.

    Schad halt, dass sie dennoch bis jetzt keine weitere Verbreitung in den heimischen Aquarien gefunden haben. Vermutlich liegt es daran, dass die naturnahe Haltung wie ich sie betreibe die Ausnahme darstellt. In Aquarien ohne Bodengrund und nur mit künstlicher Bepflanzung (die v.a. in den USA den Standard darstellt) ist die Aufrechterhaltung der Wasserqualität eine weit größere Herausforderung und mit deutlich mehr Arbeit verbunden.

    Die naturnahe Haltung bedingt wiederum ein hohes Maß an Aufmerksamkeit bei der Auswahl der Mitbewohner einschließlich der Cleaning Crew. Genau dafür ist dieser Thread eröffnet worden.

    Hat man das nämlich halbwegs im Griff, dann reduzieren sich die 'Probleme' bei der Pflege von H. zosterae auf die Versorgung mit geeignetem Lebendfutter. Das reicht eh auch =)

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Corinna,

    die Ponies bekommen abwechselnd Copepoden und Artemianauplien. Natürlich sind die Artemien auch für die Glasrosen in der Pferdchenkoppel leichter zu fangen als die Cops, aber die Aiptasien bleiben braun.

    Trotzdem werdet ihr Recht haben: Die orange Farbe der Schneckerln wird schon von den Artemianauplien kommen und - leider - nicht von den Strudelwürmern :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Gut ist das man " klein " anfangen kann und mit wachsender Erfahrung auch die Technik und die Ansprüche wachsen lassen kann.


    Das seh ich ein bissl anders: Gut ist wenn man "groß" anfängt und mit wachsender Erfahrung die Ansprüche wachsen lassen, dafür aber die Technik reduzieren kann.

    Peter: Deine Einstellung teil ich. Wenn du mit Meerwasser grad erst beginnst ist ein Abschäumer kein Nachteil. Ich kenn einige 'alte' Hasen, die ihre zum Teil gar nicht großen Aquarien (meist Mischbecken) mit einem Minimum an technischer Ausstattung sehr erfolgreich betreiben. Ich gehör auch zur Fraktion "Soviel wie nötig so wenig wie möglich".

    Ist irgendwie auch interessanter.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Reinhard,

    danke für die guten Wünsche!

    Solche Spenadler hab ich noch nicht gehabt! Dagegen sind sogar die Eviota atriventris Riesen, vor allem, weil die Minis auch so schlank sind.

    Essen tun sie aber wie die Großen, und sie haben von Anfang an auch Trockenfutter genommen. Die Haltung ist scheinbar weniger das Problem. Eher, sie zu bekommen. Es ist das erste Mal, dass ich sowas im Handel gesehen hab.

    Hoffnung, da auch mal Junge zu haben, mach ich mir halt keine. Dafür braucht man sicher ein gutes Mikroskop =)

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Wieder mal Lust auf die Haltung von Seegrasponies? :winking_face:

    Hallo Zwergseepferdchenfreunde,

    heute möcht ich euch ein paar Juwelen vorstellen, die mir kürzlich ins Sackerl gehüpft sind und die sich dem Anschein nach sehr gut als Gesellschaft für H. zosterae eignen.

    Gekauft hab ich sie als Gorgoniengrundeln. Schon im Geschäft ist mir aufgefallen, dass die Minis frei im Schwarm geschwommen sind, und trotz eifriger Suche im Web hab ich dieses Verhalten bei keiner 'Gorgonien'grundel beschrieben gefunden.

    Ursprünglich wollte ich 2 Stück kaufen als Aufputz für mein Wohnzimmerrifferl mit seinen Lichtgorgonien. Weil sich nach längerer Suche aber herausgestellt hat, dass es sich vermutlich um Wurmgrundeln handelt (vermutl. Parioglossus nudus - da kommt die Beschreibung auf fishbase am Ehesten hin), hab ich dann noch den beim Händler vorhandenen Restbestand von 5 Stk. gekauft.

    Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt die 2 Grundeln im Wohnzimmerriff verschwunden, und ich habe befürchtet, dass sie irgendeinem anderen Mitbewohner zum Opfer gefallen sind. Ergodessen sind die Neuankömmlinge in ein 25 Liter-Becken eingezogen, in dem zur Zeit ein paar Zwergseepferdchenfohlen wohnen.

    Das hat sich bis jetzt als gute Entscheidung erwiesen, denn die Grundeln essen, wenn sie tatsächlich im Schwarm schwimmen, vor allem das freischwebende Futter. Das ist, wenn's Artemianauplien oder calanoide Copepoden gibt, ein Vorteil, weil damit auch eine größere Futtermenge verwertet werden kann. Die Ponies müssen ja nicht unbedingt im Futter stehen, aber die Artemien für bloß 9 Fohlen müsst ich abzählen. Das ist mir zuviel Aufwand.

    Die Grundeln sind halt recht schreckhaft, und vor kurzem habe ich selbst in diesem Minibecken ohne Bodengrund 2 Tage lang keine einzige(!) gefunden. Danach waren wieder alle da. Wo genau sie sich versteckt hatten ist mir ein Rätsel.

    Anmerken möcht ich aber, dass die 2 im Riffbecken einen Rotalgenbuschen als Heim ausgewählt haben und den nur zum Essen oder für gelegentliche Ausflüge ins freie Wasser verlassen. Bei der geringsten Störung flitzen sie in ihr Versteck.

    So gesehen sind sie gut für winzige Aquarien geeignet und in der Pferdchenkoppel ein netter Kontrast zu den phlegmatischen Seegrasponies.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Trotz zahlreicher Versuche hab ich's bisher leider nicht geschafft, Fotos oder Videos von den Minis in halbwegs brauchbarer Qualität herzustellen. Für die wenig Anspruchsvollen unter euch: https://www.youtube.com/watch?v=Qs-cfE04Nok, https://www.youtube.com/watch?v=5q8CjU2qQ9g sowie ein Foto im Anhang

    Hallo Knut,

    ja, an die Artemianauplien hab ich auch schon gedacht, weil die Farbe der Schnecken ja wirklich frappant an die Krebsln erinnert. Ich geb zwar kein Astaxanthin mehr dazu, sondern nur das Selco S.parkle, aber die Nauplien werden trotzdem intensiv orangerot. Und natürlich gedeihen die Glasroserln in der Pferdekoppel ggf. deshalb so gut, weil sie dort einen reich gedeckten Tisch vorfinden. Allerdings bleiben die Aiptasien trotzdem braun (was mich angesichts der Transparenz der Anemonen - sie heißen ja nicht umsonst Glasrosen - eh wundert).

    Selber kann ich b.a.w. keine weiteren Beobachtungen im Zusammenhang mit Convolutriloba retrogemma mehr beisteuern, weil sich der Bestand in den vergangenen Tagen unter die Wahrnehmungsgrenze reduziert hat.

    Vielleicht bin ich damit aber eh auf dem Holzweg, und die Schneckerln kriegen die Farb wirklich über den Umweg des Glasrosenfutters.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hi Caren,

    das wär interessant, und dich schätz ich auch so ein, dass du dir die Mühe der Beobachtung machst :smiling_face:

    Dass die Schnecken Artemianauplien essen wär zwar angesichts der Farbe ebenfalls möglich, erscheint aber noch absurder als die Turbellarien.

    Ich glaub ja, dass die Schnecken das Gift ihrer Beute in den Fortsätzen speichern, um selbst weniger genießbar zu werden. Das wiederum würd für die Tuerbellarien sprechen. Ansonsten wüsst ich net, woher die Farbe kommt. Meine Glasrosen sind dunkelbraun, wie wahrscheinlich die meisten :smiling_face:

    Bin gespannt auf deinen Bericht.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Freunde der Wischmops!

    Also ganz gleich, wie sie aktuell heißen mögen: Die Schneckerln sind immer wieder gut für Überraschungen.

    Die Linda, welche bekanntlich in ihrer Seepferdchenkoppel allerlei Getier wohnen hat, schleppt auch gelegentlich Glasrosen ein. Das ist bei den Seegräsern kaum zu vermeiden, weil die Anemonen anders als Flohkrebse beim Bad im Süßwasser nicht von den Pflanzen abgehen. Wie die Erfahrung zeigt ist das aber absolut nicht tragisch, vor allem solang die Roserln nicht größer sind als ca. 1 cm Durchmesser gemessen am Tentakelkranz. Vorher seh ich sie eh net.

    Und wenn die dann die kritische Größe überschreiten, dann setz ich ein paar von den Wischmops ein, die die Sache binnen weniger Tage erledigen. Wenn die dann wieder Hunger bekommen schnecken sie an den Scheiben entlang und lassen sich so leicht wieder einsammeln.

    Heute find ich in der Ponykoppel 2 Wischmops vom letzten CleanUp, die statt der braunen Körperfortsätze (wenn sie Glasrosen gegessen haben) solche von orangeroter Farbe haben. Jetzt ist die letzte Aiptasienmahlzeit vermutlich schon eine Woche her, und ich frag mich, woher die auffällige Farbe der Fortsätze (und z.T. auch des Körpers) kommen mag. Kann es sein, dass Aeolidiella/Berghia stephanieae doch kein so extremer Nahrungsspezialist ist und ersatzweise auch Turbellarien (Convolutriloba retrogemma) aufnimmt? Die Farbe würd passen, und die zuletzt recht zahlreichen Strudelwürmer sind deutlich weniger geworden.

    Das wird natürlich zum Großteil auf das Konto der Samtschnecke (Chelidonura varians) gehen, aber die Farbe der 2 Wischmops ist schon außergewöhnlich. Seht selbst.

    Hat jemand ähnliche Beobachtungen gemacht?

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Wolfgang, ich hoff, dass dich die Kaperung deines Threads nicht stört. Ansonsten die Bitte an die Mods, den Beitrag in einen eigenen Thread zu verschieben.

    Für den Fall, dass ein Garnelen Kundiger sich berufen fühlt, einen Bestimmungsversuch vorzunehmen, füge ich noch drei Bilder bei,


    Hallo Knut,

    da bin ich neugierig, ob Garnelenkundige den Thread verfolgen :smiling_face:

    Dein Hinweis auf Kannibalismus bei schlechter Futterversorgung klingt halt net so toll was die Ponyfohlen angeht. Meine GGvJ müssen allerdings sowieso nie Hunger leiden, vielleicht sind sie deshalb nicht auf den Geschmack gekommen :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Knut,

    da hast mir den Teil 2 der Sendereihe vorweggenommen :smiling_face:

    Sind das Ostseegarnelen Palaemon adspersus? Die werden soviel ich weiß ein bissl größer als die GGvJ Palaemon concinnus, die ich schon seit Jahren gemeinsam mit den Ponies halte. Bei denen konnte ich Übergriffe noch nie beobachten, nicht einmal auf Neonate.

    Mit P. adspersus als Gesellschaft für H. zosterae hat sich schon einmal eine Ponyfreundin (Anke) beschäftigt, ich weiß allerdings nimmer, wie das ausgegangen ist. Die Posts müssen aber eh hier im Monsterthread zu finden sein. (Edit/Nachtrag: Beitrag #690)

    Als Mitglieder der Cleaning Crew sind die Glasgarnelen sehr wertvoll, die finden jedes noch so kleine Futterrestl.

    Die Krabbenaugengrundeln schwimmen übrigens schon wieder beim Händler. Noch nie hat mir die Rückgabe eines Fehlkaufs so leid getan, aber im Interesse der Seegräser hatte ich schließlich keine Alternative. Das aufgewirbelte Sediment, das sich auf den Blättern abgelagert hat, war für das Gras nicht günstig. Glücklicherweise hat sich die Sache schnell wieder beruhigt, die Schnecken und Seesterne haben den Großteil der Blätter schon wieder befreit von den Ablagerungen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Laurens,

    ich würde in einem Seepferdchenbecken auf Lebendgestein verzichten und stattdessen totes Riffgestein verwenden. Das kann man gut mit Starterbakterien animpfen. Eine allenfalls verlängerte Einlaufphase (mus aber gar nicht sein) steht in keiner Relation zu den mit Lebendgestein möglicherweise ins Aquarium gelangenden unerwünschten Gäste. Krabben etwa (von reinen Pflanzenessern abgesehen) sind nach meinem Gefühl eine für so bedächtige Fische wie Seepferdchen besondere Gefahr. Genauso natürlich Kieferwürmer. Sogar die kleinen Gänsefußseesternchen können den Pferdchen unter Umständen schlimme Wunden zufügen. Das ist Vorsicht keinesfalls verfehlt.

    Was die Gorgonien angeht muss du nur drauf achten, dass es zooxanthellate Arten sind, also solche, bei denen eingelagerte Algen die Nährstoffversorgung übernehmen und die deshalb außer Licht keine extra Fütterung brauchen. Man erkennt sie an der braunbeigen Farbe der Polypen und findet sie in jedem gut sortierten Zoofachgeschäft mit Meerwasser-Abteilung.

    Beim UVC-Entkeimer ist vor allem wichtig, dass das Durchströmvolumen der Leistung angepasst ist. Soll heißen: Schwache Leistung und starker Durchfluss = null Wirkung. Ich habe bei meinen Zwergseepferdchen eine kleine UVC-Anlage ständig im Bypass mitlaufen, schalt sie aber nur ein, wenn ich glaub, dass es nötig ist - z.B. beim Auftreten freischwimmender Dinoflagellaten.

    Bei meinen Ponies ist die ständige Entkeimung nicht erforderlich, bei großen Arten wird wegen der hohen Menge an Frostfutter der permanente Einsatz vermutlich von Vorteil sein.

    Ansonsten hat Reinhard eh schon ein paar wesentliche Punkte genannt.

    Ich wünsch dir gutes Gelingen für dein Projekt. Mit Seepferdchen in der MW-Aquaristik zu beginnen ist schon eine Herausforderung =)

    Und ja: Auch von mir ein herzliches Willkommen!

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Reinhard,

    ich glaub das nicht, weil die Grundeln (zumindest in der kurzen Zeit, die sie bei mir wohnen) kein freischwebendes Futter angerührt haben. Sie essen nur das, was sie im Sand finden.

    Es käme auf einen Versuch an, aber das wird - bei mir - wohl nix mehr werden. Heut sind die 2 Hübschen nämlich draufgekommen, dass in dem Blumentopf das Seegras in Gartenerde gepflanzt ist ...

    Als ich nach Haus gekommen bin war die Pferdchenkoppel eine trübe graue Suppe, und die Grundeln waren ganz in ihrem Element. Ich konnte sie zwar von dieser Wirkungsstätte verscheuchen, und sie haben draufhin eine Höhle unter dem Gorgonienstein gegraben (was mich ja net stört), aber die Kombination Krabbenaugen und Seegraswiese mit Mulm bzw. Feinsubstrat ist doch nicht ideal. Genau dieses Umfeld versuch ich jetzt schon seit längerem zu schaffen und hab mich bis vor ein paar Tagen durchaus gut unterwegs gefühlt. Den Berichten im Web folgend hab ich nicht erwartet, dass Signigobius biocellatus ihre Wohnumgebung mit solcher Hingabe gestaltet.

    Wahrscheinlich werd ich sie doch wieder zurückgeben :frowning_face:

    Noch bin ich im Zweifel, weil die Grundeln
    . erstens Leben ins Becken bringen,
    . zweitens die Schopf- und (offenbar) auch die Borstenwürmer limitieren und
    . drittens die Ponies keinerlei Probleme mit ihnen zu haben scheinen.

    Sollten Pony- Neonate wider Erwarten doch ins Beuteschema der Grundeln fallen ist es ja kein Aufwand, nötigenfalls ein paar neugeborene Fohlen abzusaugen und separat aufzuziehen.

    Aber auch falls ich meine beiden Krabbenaugen schließlich nicht behalte: Den Versuch seh ich keinesfalls gescheitert, denn in einer Ponykoppel mit Caulerpa serrulata (wie ich's ja selber lange hatte) können die Grundeln mit ihrer Grabungstätigkeit nix anrichten. Und die aufgezählten Vorzüge sind evident.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Knut,

    am Interessantesten an diesem Beitrag find ich die Karte mit den Vorkommen der Seegrasponies in der Tampa Bay.

    Dass selbst ein öffentliches Schauaquarium in dieser Gegend sich nicht die Mühe macht, die Pferdchen in einem dem natürlichen Lebensraum nachempfundenen Aquarium zu halten ist schade. Noch dazu, wo sie's nicht züchten wollen, hätten die Leute dort die Möglichkeit, auch Mitbewohner zu etablieren wie z.B. Gobiiden, die wegen ihrer unscheinbaren Färbung wohl niemals zu uns in den Handel kommen werden.

    So erinnert mich das Foto des Beckens im Florida Aquarium an die Bilder von den Seegraspferdchen, die's im Web so zahlreich gibt und die den Eindruck erwecken, dass H. zosterae unbedingt in einem sterilen Umfeld gehalten werden muss. Das scheint ganz allgemein (nicht nur in der Aquaristik) eine Marotte der Menschen jenseits des Großen Teichs zu sein.

    Ich hingegen wünsch mir ein Ponyaquarium, in dem ein Gleichgewicht herrscht zwischen den Fischen und den zahlreichen anderen Organismen, die man gemeinhin als Cleaning Crew bezeichnet, die aber bei unkontrollierter Vermehrung zur 'Plage' werden.

    Das ist vermutlich auch für hiesige Schauaquarien ein unzumutbarer Aufwand :frowning_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Seegrasponyfreunde,

    dem Echo im Monsterthread nach zu schließen gibt's außer Knut und mir eh niemand mehr, den's interessiert :smiling_face:

    Trotzdem start ich hiermit einen neuen Thread, der die mögliche Vergesellschaftung der Seezwerge zum Inhalt haben soll. Erfahrungen anderer SeegrasponyhalterInnen sind übrigens willkommen.

    Vorgenommen hab ich mir das schon länger, aber jetzt gibt's einen aktuellen Anlass: Seit vergangenem Samstag wohnt ein Paar Signigobius biocellatus in meiner 'großen' Pferdchenkoppel. Ein Video von den beiden hab ich vorhin auf Youtube geladen.

    Für die Krabbenaugengrundeln hab ich mich entschieden, weil die Schopfwürmer (Reteterebella) ohne Limitierung zu einer Plage werden und S. biocellatus vornehmlich wurmartiges aus dem Sand aufnimmt.

    Die Begeisterung, mit der die Grundeln den Sand durchkauen, kann ich halt leider nicht im selben Maß teilen, weil sie bei ihrer Arbeit das mühsam etablierte Seegras unterminieren bzw. es an anderer Stelle mit Sand zudecken. Dazu kommt, dass sie in ihrer Begeisterung auch noch mit der Schwanzflosse schlagen und dabei das Feinsubstrat aufwirbeln.

    Kurios ist, dass die Seepferdchen sich sehr rasch an die deutlich aktivere Gesellschaft gewöhnt haben und selbst in unmittelbarer Nähe der Baustelle völlig gelassen bleiben. Gestern hat eine Grundel ein Maul voll Sand über einem Seepferdchen ausgelassen. Nicht einmal das hat das Pony aus der Ruhe gebracht.

    Also abgesehen von den Grabungstätigkeiten mit den möglichen Folgen auf die Seegraswiese scheint S. biocellatus eine Bereicherung für die Pferdekoppel zu sein.

    Ein weiteres Kapitel zum Thema Vergesellschaftung folgt in Kürze.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Dani,

    da muss ich jetzt schmunzeln: 3.000 Liter sind ja net grad Durchschnitt :smiling_face:

    Ist eigentlich klar, bei der Größe und adäquatem Besatz finden die Nadeln genug zu essen ohne dass man Futter einbringen muss. Im kleinen Maßstab funktioniert das bei mir ähnlich mit der Aufzucht von Seegrasponyfohlen. An sich ja der Idealzustand!

    Ich glaub, schwieriger ist es aber immer noch in Gesellschaftsbecken 'gewöhnlicher' Größe, in denen zugefüttert werden muss. Da haben Röhrenmäuler sehr oft das Nachsehen, wenn man sich nicht gewisser Tricks bedient.

    Ist aber nur eine Theorie (die sich halt in einigen Posts hier bestätigt findet), eigene Erfahrung mit Seenadeln hab ich - leider - keine.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Community,

    im Gegensatz zu anderen hier, die im Thread gut oder böse? ihre Erfahrungen mit Corynactis sp. als durchaus positiv beschrieben haben steh ich vor der Herausforderung, die mittlererweile zur Plage v.a. in meinem Azoo-Gorgonienbecken gewordene Korallenanemone zu limitieren.

    Vor längerem hab ich von einem Bekannten ein Exemplar dieser zweifellos sehr hübschen Anemone bekommen - im Nachhinein betrachtet ein Danaergeschenk. Denn das Tier hat sich unter den gegebenen Fütterungsbedingungen rasant vermehrt und bedrängt die anderen Bewohner des Aquariums. Den Gorgonien scheint das überhaupt nicht zu gefallen. Außerdem bin ich von der Harmlosigkeit ihrer Nesselkraft nicht so überzeugt: Ein Flohkrebs, der bei Arbeiten im Aquarium in die Fangarme einer Korallenanemone geraten ist, wurde blitzschnell geschnappt.

    Welches Tier isst denn sowas? Aber ohne die Gorgonien, die Tubastreas, die Scleronephthyas und die Sabellastartes gleich mit zu vernaschen.

    Ich fürcht, das ist wieder sowas wie die Quadratur des Kreises :frowning_face:

    Aber vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Ah ja: Das Aquarium fasst 112 Liter, der abgetrennte Azooteil etwa 35.

    Weiters werd ich so bald wie möglich Wasserproben aus Seegraswiese und Pferdchenkoppel zur Testung auf Silikat zu einem Fachhändler bringen. Die neuerliche Anschaffung eines SiO2-Tests möcht ich mir sparen. Aber der Verdacht liegt nahe, das es hier einen Zusammenhang gibt.


    Hallo Seegrasfreunde,

    die Wasserproben zum Händler zu bringen war mir dann doch zu umständlich, also hab ich einen SiO2-Test gekauft und die Messungen heute Abend duchgeführt.

    Die Ergebnisse waren teils überraschend, bei näherer Betrachtung aber dann doch wieder nicht ...

    Also: Mein Leitungswasser weist derzeit einen Wert von 0,8 mg SiO2 auf. In der Pferdchenkoppel ist Silikat an der Nachweisgrenze, und in der Seegraswiese liegt der Wert bei 0,2 mg/l.

    Jetzt ist mir klar, warum sich die Kieselalgenbeläge in der Pferdchenkoppel so gut entwickeln. Die logische Folge ist, dass SiO2 dann nicht mehr nachweisbar ist. Und die Turbellarien (Convolutriloba retrogemma) finden einen reich gedeckten Tisch vor, der sie zur zügigen Vermehrung anregt. Es kann durchaus sein, dass die fädigen Gebilde, die im Wasser schweben, auch Kieselalgen sind. Leider hab ich jetzt vergessen, einen abgefilterten Auszug zeitgerecht unter dem Mikroskop anzuschauen. (Bin derzeit gesundheitlich leider nicht ganz fit :-()

    Der im Vergleich zum Leitungswasser deutlich niedrigere Silikatgehalt der Seegraswiese bestätigt meiner Ansicht nach die Vermutung, dass Seegras Silikat aufnimmt. In Abwesenheit von Kieselalgen und mit lediglich ein paar Fadenalgenbüschel als Nahrungskonkurrenz liegt dieser Schluss zumindest nahe.

    Die Conclusio für mich: Sofern sich im Wasser ein Übermaß an bestimmten Nährstoffen findet, der das Wachstum von Algen (jedenfalls Mikro- vermutlich aber auch Makroalgen) fördert, graben die dem Seegras v.a. das CO2 ab, möglicherweise auch notwendige Nährstoffe und Spurenelemente. Oder sie beeinflussen den Stoffwechsel der Gräser negativ. Das trifft auf Silikat zu, ganz besonders aber auf Phosphat, das in der Pferdchenkoppel jenseits der Buddy-Ratio vorliegt und wahrscheinlich einer der Gründe ist für die grünen Cyanos, die sich an manchen Stellen des Beckens ebenfalls finden.

    Was mir weiters auffällt im Pferdchenbecken ist der Umstand, dass sich an den Scheiben schon längere Zeit keine Grünalgenbeläge bilden, und die früher gut gedeihenden Kalkrotalgen (die vermutlich das Karbonat gebunden haben) sind ebenfalls nimmer da. Übrigens auch nicht mehr auf den Seegrasblättern, dort siedeln jetzt offensichtlich Kieselalgen, wie ich aus den Gasperlen schließe, die aus den kupferfarbenen Belägen steigen. KH heute übrigens 14°dH, pH 8,5.

    Die Nährstoffzufuhr in der Pferdekoppel kann ich nicht reduzieren. Ein Abschäumer geht sich platzmäßig nicht aus, damit fällt auch Ethanoldosierung als Lösungsansatz weg. Um den Nährstoffhaushalt trotzdem in den Griff zu bekommen (Hans-Werner schreibt, dass Seegräser oligotrophe Verhältnisse mögen) werd ich entweder häufiger Wasser wechseln oder einen PO4-Adsorber einsetzen. Vermutlich ist zweiteres die gescheitere Lösung. Irgendwann wird sich das Gras ja erfangen haben und seinerseits auch mehr Phosphat aufnehmen. Das wird wohl so sein wie im Süßwasser: Üppiger Pflanzenwuchs fördert das Wachstum der Pflanzen :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Hans-Werner,

    nein, Probleme mit den Pferdchen wegen des Wegfalls des Korallenbruchs gibt's nicht und wird's auch nicht geben. Als alter Schaumstofffan hab ich die groben Filtermatten im Eheim belassen, und außerdem sitzt auf jedem Ansaugrohr eine Schaumstoffpatrone als Schutz, damit keine Neonate im Filter landen oder von den Kreiselpumpen geschreddert werden. Die Nitrifikation des Ammoniums, das nicht von den Gräsern für die Assimilation verwendet wird, funktioniert mit Sicherheit.

    Den Außenfilter brauch ich für die UVC-Entkeimung, die im Bypass mitläuft und bei bestimmten Gelegenheiten (z.B. Dinoflagellateninvasion) eingeschaltet wird.

    So, jetzt fahr ich Silikat messen. Mich interessiert eh in erste Linie der Vergleich von Seegraswiese und Ponykoppel. Angst vorm SiO2 hab ich nie gehabt :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    dann werden Ca und mindestens ein Teil der KH aus dem Filter stammen. Durch die kräftige Fütterung und die Ausscheidungen der Pferde wird im Filter ausreichend CO2 entstehen, dass der Korallenbruch in Lösung geht. Brauchst Du diesen Außenfilter?


    Hallo Hans-Werner,

    im Wohnzimmerrifferl ist das auch so beabsichtigt. Bei der Pferdchenkoppel hatte ich eher die biologische Filterfunktion des grobporigen Materials im Auge und weniger die Lösung. Die hohe Alkalinität in diesem Becken hat mich einigermaßen überrascht, deshalb habe ich den Bruch gleich nach Erkennen des Problems aus diesem Filter entfernt. Das war vor über 1 Woche.

    Wegen der fädigen Organismen rühr ich mich später.

    lg
    Linda

    Hallo Hans-Werner,

    nein, in der Pferdchenkoppel füge ich weder Ca noch KH zu. Durch die Wassertäusche der letzten Tage zwischen Wohnzimmerrifferl und Pferdchenkoppel kann es aber sein, dass das aus dem Wohnzimmerriff 'importiert' wurde. Dort ist der Außenfilter (wie bis vor einer Woche auch der von der Pferdchenkoppel) mit Korallenbruch bestückt, um den Kalzium- und Karbonatverbrauch der Steinkorallen etwas abzufangen.

    Dem werd ich noch nachgehen.

    Weiters werd ich so bald wie möglich Wasserproben aus Seegraswiese und Pferdchenkoppel zur Testung auf Silikat zu einem Fachhändler bringen. Die neuerliche Anschaffung eines SiO2-Tests möcht ich mir sparen. Aber der Verdacht liegt nahe, das es hier einen Zusammenhang gibt. Wie du weißt dosiere ich in der Pferdchenkoppel einen Dünger, der möglicherweise Silikat enthält. Und weil ich mein Meerwasser mit Wiener Leitungswasser anmisch und obendrein in den Seegrasaquarien Quarzsand als Bodensubstrat verwende ist das eventuell zuviel des Guten. Indizien dafür sind der kupferfarbende Bodenbelag an manchen Stellen der Pferdchenkoppel (Kieselalgen? Dinoflagellaten sind's diesmal keine) und der neuerliche Anstieg der Turbellarienpopulation. Beides trat auf wenige Tage nachdem ich mit der Düngerzugabe begonnen hatte. Und vielleicht sind die jetzt auch wieder stärker bemerkbaren fädigen 'Cyanos', die im Wasser treiben, gar keine Cyanobakterien, sondern andere Organismen, die Silikat mögen (evtl. auch Diatomeen, nur kenn ich da keine Arten, die diese langgestreckte Form besitzen). Auch dieser Spur möcht ich noch einmal nachgehen. Die Mikroskopfotos, die ich anderorts hier schon mal gepostet habe, waren leider grottenschlecht und wenig hilfreich :()

    Danke auch für den Tipp was die Handhabung des Ca/Mg-Kombitests angeht.

    Liebe Grüße
    Linda

    Bei der Gelegenheit hab ich mir vorgenommen, die komplette Testreihe (Ca, Mg, NO3, PO4, KH und K) parallel auch im Vergleichsbecken (der 'neuen' Seegraswiese mit den Guppies) durchzuführen.


    Hallo, guten Morgen!

    Im Anhang findet ihr die Ergebnisse der gestern durchgeführten Testreihe.

    Anmerkungen:

    . Die Tests mussten bei Kunstlicht durchgeführt werden.
    . Der seit vergangenem Sonntag täglich durchgeführte Wassertausch von 10 Liter mit dem Wohnzimmerriff hat sich positiv auf Alkalinität und Nährstoffwerte in der Pferdchenkoppel ausgewirkt. Zuvor lag die KH bei 18,5°, NO3 bei 2 und PO4 bei 0,62.
    . Der Mg-Wert der Seegraswiese ist zweifelhaft, weil sich die Probe nach neuerlicher Zugabe des Reagens A nicht mehr deutlich hellblau gefärbt hatte. Das ist aber möglicherweise auch auf die künstliche Beleuchtung zurückzuführen. (Vielleicht hat Hans-Werner dafür eine weitere Erklärung.)

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Knut,

    danke schön für die Fotos. Die Biotopdokumentation ist außerordentlich wertvoll für die Haltung unserer Tiere. Es wär ja fein, wenn in jedem Steckbrief nicht nur die Verbreitung einer Tierart, sondern auch der natürliche Lebensraum beschrieben würde.

    Beim Anblick des angespülten Strandguts blutet mir das Herz. Aber irgendwann werden wir's schon hinkriegen, dass das Gras in unseren Aquarien so dicht wächst wie das auf dem letzten Bild von der Marina :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Matthias,

    meine GSL-Artemien gedeihen prima bei 24-26°. Sie vertragen problemlos auch Werte jenseits der 30°, da ist halt das Problem die O2-Aufnahme des Wassers.

    Es gibt aber auch Sorten aus gemäßigten Klimaten, die niedrigere Temperaturen mögen. Steht in der Regel in der Gebrauchanleitung.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Hans-Werner,

    danke schön für diese erhellende Antwort. Ja, tatsächlich habe ich die Aussage von wegen Ammonium als bevorzugte Stickstoffquelle aus dem Süßwasserbereich in Erinnerung. Dort war's mir aber wurst, woher sich das wuchernde Gemüse den Stickstoff holt.

    Im konkreten Fall bin ich ja auf der Suche nach Antworten für den Alkalinitätsanstieg und denke mir eben, dass der Weg überschüssiger Proteine im Fischorganismuns ein anderer sein wird als wenn der organische Abfall etwa von Schwefelbakterien zersetzt wird. Und im Sinn von Armins Chemiebuch wäre Ammoniumassimilation der Seegräser eine mögliche Erklärung dafür. Auch, weil das die KH-Erhöhung nicht von einem 1:1 Anstieg von Ca und Mg begleitet ist.

    Mir ist schon klar, dass derart simple Erklärungsversuche bei so komplexen Zusammenhängen womöglich zu kurz greifen, aber irgendwo muss man ja beginnen. Es muss ja einen Grund geben, warum die neue Seegraswiese einfach 'gesünder' ausschaut - trotz Fadenalgen, angesichts des noch kurzen Beckenbestands. In dem Zusammenhang bin ich übrigens sehr zufrieden mit der Entscheidung, die Guppies bereits wenige Tage nach dem Start dort anzusiedeln: Sie sind stets hungrig und lassen kein Essen liegen.

    Wie im vorigen Post erwähnt möcht ich heute eine Testserie von beiden Aquarien durchführen (wobei SiO2 vielleicht auch noch interessant wäre, aber der Test ist vermutlich abgelaufen - muss erst zu Hause nachschauen).

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Seegrasfreunde,

    ich hab grad gesehen, dass ich die Werte für Ca und Mg vorige Woche nicht gepostet hatte...

    Die Vermutung, dass diese beiden Werte auch ähnlich überhöht sein werden wie die Alkalinität hat sich nicht bestätigt. Ca war mit 452 mg/l etwas über dem Sollwert, dafür lag Mg mit 1180 mg/l darunter (gemessen mit Tropic Marin Kombitest). Ich hab keine Ahnung ob die Differenzen in diesem Ausmaß wirklich gravierend sind, aber offenbar haben sie doch Einfluss auf die Beckenbiologie. Mg soll die Bildung von ATP fördern (Energiehaushalt?) und die Assimilation.

    Der Wassertausch mit dem Riffaquarium scheint zwar einen positiven Einfluss zu nehmen, trotzdem frag ich mich, woher die 'Entgleisung' kommt. Interessant ist ja, dass ich bei gleichem Ausgangswasser und demselben Salz im Wohnzimmerriff vor kurzem einen Mg-Wert von 1.800 mg hatte und eine KH von 6.

    Kann es sein, dass der Abbau des nicht von den Ponies gegessenen Futters im Sinn von Armins Chemiebuch zu einem Anstieg der KH durch 'Zersetzung' beiträgt? Die Ausscheidungen der Pferdchen (die werden wohl in erster Linie NH3/NH4 sein) sollen durch die Oxidation zu Nitrit die KH erhöhen, aber weil ich NO2 nicht nachweisen kann glaub ich, dass das keine große Rolle spielen wird.

    Höhere Pflanzen verwenden angeblich vorzugsweise Ammonium als Stickstoffquelle für die Assimilation. Das erhöht die Alkalinität und würde auch den vergleichsweise hohen Nitratwert erklären. Allerdings ist das Wachstum der Gräser in diesem Aquarium derzeit wenig berauschend, es scheint eher ein Mangel vorzuliegen. Woran?

    Ah ja, bei der Gelegenheit: Die floatenden Faden-Cyanos sind auch wieder da.

    Ich hab mir heute einen K-Test gekauft und werd wenn möglich gleich morgen bei Tageslicht eine Messung durchführen. (Jetzt hoff ich nur, dass morgen überhaupt Tageslicht durch den Hochnebel durchkommt ins seit Tagen dunkelgraue Wien :))

    Bei der Gelegenheit hab ich mir vorgenommen, die komplette Testreihe (Ca, Mg, NO3, PO4, KH und K) parallel auch im Vergleichsbecken (der 'neuen' Seegraswiese mit den Guppies) durchzuführen.

    Die Ergebnisse werd ich dann hier posten.

    lg
    Linda

    Hallo Artemiazüchter :),

    bei mir sind erwachsene Artemia eigentlich ungewollte Einwanderer in den Copepodenzuchten, und je nach Fütterung kommt es auch mal vor, dass dann mehrere Generationen in den Wanndln schwimmen.

    Wenn jemand Artemia (indoor) züchten möchte, ist Thomas Geisels Empfehlung ung'schaut zu unterschreiben: Kein feinperliger Ausströmer, wenn Belüftung, dann einfach mittels Luftschlauch. Zuchtgefäß Wanne (große Oberfläche im Verhältnis zum Volumen). Eine höhere Salinität als im 'normalen' Riffbecken verhindert, dass sich Brachionus als Nahrungskonkurrenten breitmachen. Kein Bodengrund ist ebenfalls von Vorteil, weil sich da bloß Detritus (v.a. in Form der Exuvien) absetzt und die Wasserqualität dadurch sicher nicht gefördert wird.

    Den Boden der Wanndln reinige ich eher selten, dafür bekommen meine Cops (und somit auch die Artemien) etwa alle 3-4 Wochen ein neues Zuhause. Dabei saug ich das freie Wasser mit den Krebsln ab über ein Sieb und geb den Inhalt dann in eine neue Wanne mit Altwasser aus einem der Aquarien. NB: Wenn die Salinität im alten Wanndl sehr hoch war empfiehlt sich natürlich, das Altwasser entsprechend aufzusalzen. Schwankungen in Maßen veträgt Artemia salina aber problemlos.

    Gefüttert werden meine Algen essenden Krebsln mit lebenden Schwebealgen, Phytoplanktonkonzentrat und Selco S.parkle. Die Artemien sind auch gut mit dem Selco als Alleinfutter zu ernähren. INVE hat dafür mit S.presso auch ein spezielles Anreichungsfutter entwickelt, aber das ist eine Paste. Mir ist das Granulat S.parkle lieber, und es hält auch länger. Der Vorteil gegenüber Hefe ist vermutlich, dass das Selco auch ungesättigte Fettsäuren enthält. (Von Hefepilzen weiß ich das zumindest nicht.)

    Ganz grundsätzlich möcht ich anmerken, dass die Zucht von Salinenkrebsen als lebendes Zubrot für die Fische zwar eine nette Spielerei ist, effzient aber ist sie nur outdoor in größeren Wannen.

    Der Aufwand für die Indoor-Zucht ist vergleichsweise hoch im Vergleich zu den im Fachhandel erhältlichen Artemia-Portionsbeuteln. Freilich kommt man aber auch da nicht umhin, die Futtertiere mit hochwertigem Futter zu versorgen, wenn sie nicht gleich selber verfüttert werden.

    Trotzdem: Viel Spaß und Erfolg bei den Zuchtversuchen wünscht euch
    Linda

    PS: Beleuchtung mit Unterbau-LED aus dem Möbelhandel genügt sicher, aber die Dinger sind üblicherweise nicht spritzwassergeschützt und deshalb aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen.

    Hallo Thomas,

    in völliger Dunkelheit würde ich die Krebsln nicht aufziehen, auch wenn sie selber nicht unbedingt Licht zum Leben benötigen. Dass sie's aber mögen zeigt sich daran, dass sie fototaktisch sind, also immer in Richtung einer Lichtquelle schwimmen. Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass sie sich in der Natur von Algen ernähren, und die brauchen eben Licht für die Assimilation.

    Für die Artemien reicht indirekte Beleuchtung. Bei mir stehen die Anzuchtflaschen am Rand des Bords mit den Algenkulturen, und das ist mit einer gewöhnlichen T8-Tageslichtröhre bestückt.

    Weil du schreibst, du würdest das Aufzuchtbecken gern in den Keller verfrachten: Ist es dort nicht kalt?

    Liebe Grüße
    Linda