Beiträge von Linda

    die Zucht der Cops ist ganz einfach. Habe damals von Wolfgang einen Ansatz bekommen und habe zwei Jahre in einem 20 Liter Salzeimer auf dem Balkon gezüchtet.


    Hallo Stefan,

    da schreibst du aber von Tiggerpods, gell?

    Substratgebundene Copepoden wie Tisbe sind auch noch vergleichsweise einfach nachzuziehen, brauchen aber selbst bei guten Kulturbedingungen eine Woche, um den Bestand zu verdoppeln, und deutlich mehr Pflegeaufwand als Tigriopus.

    So gesehen sind Tiggerpods als Leckerbissen für erwachsene Fische noch die beste Lösung, aber auch da wird ein Händler das nur als nicht kostendeckende Serviceleistung anbieten können, wenn er die Tiere selbst züchten möchte.

    Zitat von Paru1976

    Gibt's denn ne "einfache" Möglichkeit, die Zeit des Überlebens zu verlängern?


    Hallo Rudi,

    natürlich gibt's die: Krebsln raus aus den Beuteln und in Plastikwannen hältern!

    Du musst nur aufpassen, dass das Wasser dort für's Erste eine ähnliche Dichte hat wie das in den Beuteln (die ist meist recht niedrig). Und wichtig ist auch, den Inhalt der Sackerln in das vorbereitete Wasser zu leeren und nicht die Krebsln erst in einem Gefäß zu sammeln, das dann langsam aufgefüllt wird. Auf die Tour gibt's schnell mal einen Totalausfall. Das hat vermutlich mit dem rapiden pH-Anstieg nach dem Öffnen des Sackerls zu tun und mit der folgenden NH3-Belastung.

    Und je nachdem welches Zooplankton man auf diese Weise länger am Leben erhalten will ist es nötig zu füttern und gelegentlich auch Wasser zu wechseln.

    Das ist bei Tiggerpods ganz allgemein (auch indoor) nicht so tragisch, ebensowenig bei Moina und Artemia in der Freilandkultur.

    Liebe Grüße
    Linda

    In Österreich in den Bergen wird es natürlich schwer


    Da sollt man sich das Salzkammergut näher anschauen :smiling_face:

    Im Ernst: Ich kenn einen jungen Mann im Burgenland, der auf seinem Grundstück mehrere Plastikpools aufgestellt hat, um Zooplankton (auch marines) zu züchten. Das funktioniert im kleinen Rahmen, aber für die kommerzielle Zucht sind Investitionen erforderlich, die ein beschränkter Markt nicht decken kann. Da ist es besser, Futterquellen direkt am Meer oder die paar schon jetzt bestehenden Aquakulturbetriebe in Polen und Westdeutschland zu nutzen.

    Mir reicht es, wenn ich die calanoiden Copepoden aus den Portionssackerln die zwei Wochen bis zur nächsten Lieferung gut gefüttert durchbringe. Die vermehren sich zwar auch in en Kulturwannen, aber die Rate ist zu gering um autark zu sein, selbst für eine Handvoll Zwergseepferdchen.

    Einzig die von Wolfgang S erwähnten Tigriopus californicus und wahrscheinlich auch Brachionus ließen sich so vermehren, dass ein Händler die Versorgung eines überschaubaren Kundenstocks selbst übernehmen könnte. Aber bei uns in Wien scheitern viele schon an der dauerhaften Kultur von Nannochloropsis, da wird das mit der Eigenproduktion von Zooplankton wohl nix.

    Weil Wolfgang Suchy die Süßwassermysis ins Gespräch gebracht hat: Die 2 bei uns in den Donauauen vorkommenden Arten haben wir versuchsweise schon gehalten. Die Vermehrungsrate in 'Gefangenschaft' ist gering, die Zyklen mit 2x jährlich machen sie für die Futterzucht ungeeignet.

    Norbert: Es ist toll, dass du Lebendfutter in dein Sortiment aufgenommen hast. Lass es wie es ist :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Knut,

    Andreas' Ponies waren immer schon eine Augenweide. Ich bin froh, dass er nach ein paar Jahren Pause wieder zurück ist im Boot.

    Es sieht also gut aus für die Seegraspferdchen-Community im Westen Deutschlands :smiling_face:

    Auch in Wien und Umgebung sind wir mittlererweile zu dritt. Darüber freu ich mich sehr, denn wie die Erfahrung zeigt sind die Ponies immer wieder gut für Überraschungen.

    Nach der radikalen (und in diesem Ausmaß nicht erwarteten) Verjüngung meines Bestands ist der jetzt auch wieder auf 20 Tiere angewachsen, einschließlich der 8 Fohlen von der vergangenen Woche.

    Chris: Gut Ding braucht Weile. Ich denk, dass es auch in ferner Zukunft noch Seegrasponies gibt in den heimischen Aquarien. Immerhin halten sie sich bei uns jetzt doch schon seit 2008 ohne Unterbrechung.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Karin,

    bei der Attacke selber war ich nicht anwesend. Hab nur gesehen, dass der Wurm das leere Schneckenhaus in seine Röhre eingebaut hat und in der Nähe der Röhre ein paar Restln des Krebses gefunden. Natürlich könnte es auch sein, dass der Einsiedler nur umgezogen ist und die Restln von der Exuvie stammen. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass an dieser Stelle zuvor ein anderes Schneckenhaus gelegen wäre. Und nackig laufen die Einsiedlerkrebln ja nicht weit.

    Trotzdem kann's auch gut sein, dass ich das Ungeheuer zu Unrecht verdächtige. Das größte Futterstück, das mein Röhrenwurm bis jetzt überwältigt hatte, war eine mittelgroße Frostmysis. Allerdings: Wenn ich mir die Fotostrecke aus dem link zu wildsingapore anschau, wo der Wurm einen Mangrovensämling 'gefangen' hat, spielt die Größe des Futters vermutlich keine Ausschlag gebende Rolle. Eher, wie schnell die mögliche Beute aus der Gefahrenzone kommt.

    Natürlich werd ich das jetzt noch genauer als bisher beobachten, hab aber die feste Absicht, das Ungeheuer nicht mirnixdirnix, auf bloßen Verdacht, aus dem Aquarium zu entfernen. Ich liebe ja Critters :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    ein interessantes Tier - auch wenn ich es nicht gern im Becken hätte.


    Das war der Grund für die Frage nach der ID. Nach der Sache mit dem kleinen Einsiedler war mir schon klar, dass der Wurm nicht ganz harmlos ist.

    Aber solang er er in dieser Größe und seine Röhre an dieser Stelle bleibt, bleib ich auch gelassen. Ist ja ein wirklich interessantes Geschöpf und so knapp an der Frontscheibe gut zubeobachten.

    Liebe Grüße
    Linda

    Aber wo, wenn nicht hier, werde ich geholfen?


    Oder doch nicht?

    Ich schieb's mal hoch. Vielleicht waren die Polychaetenspezialisten auf Urlaub. Oder die Fotos zu schlecht.

    Selber hab ich trotz eifriger Suche im Web nichts Passendes gefunden.

    Allerdings: Wenn kein Tipp zur ID kommt ist das auch nicht allzu tragisch. Das Tier hat zwar gestern einen kleinen unvorsichtigen Tricolor-Einsiedler erwischt, nach meinem Dafürhalten ist es wegen seiner Sesshaftigkeit aber trotzdem kein Räuber, den es zu eliminieren gilt.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Community,

    schon vor längerem ist mir ein interessanter Wurm begegnet in meinem Wohnzimmerrifferl. Er war so freundlich und hat es zugelassen, dass ich ihn mitsamt seiner Wohnröhre näher zur Frontscheibe übersiedeln konnte, und heute hat er bei der Fütterung sogar so lange aus der Röhre geschaut, dass der Linda Zeit blieb, 2 Fotos knipsen.

    Seine Röhre verlässt er nie, deshalb kann ich die Länge nicht angeben. Auffällig sind die gefiederten Haltefüßchen, die etwa einen Zentimeter hinter dem Kopf ansetzen und die man nur sieht, wenn er sich bei der Futtersuche weit aus der Röhre herausstreckt. Normalerweise ist nur der Kopf zu sehen. Gefährliche Mundwerkzeuge scheint er nicht zu besitzen, obwohl er durchaus an fleischlicher Kost interessiert ist.

    Was ist das für ein Wurm?

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Seegrasfreunde,

    ich bin euch - vor allem Hans-Werner, der mir ein paar wertvolle Tipps und auch sonst Unterstützung gegeben hat - noch das Ergebnis der Vergleichs-Wassertests in meinen zwei Becken mit Seegrasbestand bis jetzt schuldig geblieben.

    Zur Erinnerung: Bei dem einen Becken handelt es sich um die Seepferdchenkoppel, die im Spätherbst des vergangenen Jahres durch eine Reihe von Fehleinschätzungen meinerseits ziemlich stark aus der biologischen Balance geraten war.

    Das andere Aquarium ('Seegraswiese') wurde im Oktober 2014 gestartet und läuft seither stabil.

    Beide Becken sind mit feinem Quarzsand (Putzsand aus dem Baumarkt) als Bodensubstrat ausgestattet. In derSeegraswiese ist die Schichtstärke ein wenig höher als in der Pferdekoppel und überdies mit einem Zusatz von Gartenerde versehen.

    Der Besatz: 6 adulte H. zosterae und zahlreiche Invertebraten als Mitbewohner in der Pferdekoppel, in der Seegraswiese derzeit etwas mehr als 10 Poecilia reticulata sowie ebenfalls einige Invertebraten.

    Filterung: In der Pferdekoppel Außenfilter Eheim 2213 mit Schwammfilteraufsatz und Korallenbruch als Substrat sowie eine Eheim Aquaball-Kreiselpumpe, ebenfalls mit Schwammfilteraufsatz. In der Seegraswiese arbeitet lediglich eine Kreiselpumpe JBL ProFlow 750 mit Schwammfilteraufsatz.

    Das Ausgangswasser für beide Aquarien wird mit Wiener Leitungswasser und Standard-Seesalz in einer Salinität von 30 bis 35 psu hergestellt. PO4 und NO3 sind im Leitungswasser nicht nachweisbar, SiO2 dzt. 0,8 mg/l, KH 8°.

    Dem entsprechend ist die Alkalinität des frischen Meerwassers mit 18,5° sehr hoch.

    Verwendet werden die Tests folgender Hersteller:
    NO3 Tropic Marin
    PO4 Hanna Phosphat-Checker
    Ca/Mg Tropic Marin Kombitest
    KH JBL
    pH JBL
    SiO2 JBL
    K Anton Gabriel

    Das Ergebnis:
    In der Seegraswiese scheint eine biogene Entkalkung stattzufinden, denn dort konnte ich nach ein paar Wochen nur mehr 10° KH testen, Tendenz gleichbleibend. Kalkausfällungen auf den Blättern der Seegräser sind jedoch nicht festzustellen. Der pH-Wert liegt über die gesamte Zeit ziemlich stabil bei 8,5. Für interessant halt ich den Silikatverbrauch: 14 Tage nach dem Start lag der Wert bei 0,2 mg/l, weitere drei Wochen später unter der Nachweisgrenze - trotz des Quarzsands als Bodensubstrat. Die Nährstoffwerte sind ebenfalls niedrig, obwohl die Guppies täglich gefüttert werden: Sowohl NO3 als auch PO4 sind nahe der Nachweisgrenze (halt mit der Einschränkung, dass der Hanna PO4-Checker unter 0,4 m g/l als unverlässlich gilt). Ca/Mg wurde zuletzt Anfang Dezember gestestet (368/1.300), allerdings sind diese Werte nicht wirklich aussagekräftig, weil ich aufgrund eines Augen-Handycaps den Farbumschlag nicht gut erkenne und eine Übertritrierung bei Ca zu insgesamt zweifelhaften Ergebnissen führt. Ich glaube aber auch, dass Kalzium und Magnesium in Bezug auf die Seegräser eine untergeordnete Bedeutung haben.

    In der Pferdekoppel stellt sich die Situation ganz anders dar. Am 24.11.14 habe ich folgende Testergebnisse ermittelt: Ca 452 mg/l, Mg 1180 mg/l, KH 14,5°, pH 8,5. Die Nährstoffwerte waren wenige Tage zuvor mit NO3 10 mg/l und PO4 1,71 mg/l bestimmt worden und sind infolge eines damals sofort durchgeführten großzügigen Wasserwechsels auf 2/0,6 gesunken. Ursache der hohen Nährstoffwerte scheint der vorübergehende Aufenthalt von 2 Krabbenaugengrundeln gewesen zu sein, die mit ihrer massiven Grabungstätigkeit Nährstoffdepots aus dem Bodensubstrat freigelegt und gleichzeitig die Gräser teilweise verschüttet haben, was zum Absterben mehrerer Pflanzen geführt hat.

    Des weiteren habe ich bei einer der Testreihen festgestellt, dass die Alkalinität auf bis zu 18,5° (Maximalwert am 28.11.14) angestiegen war. Das dürfte eine Folge des bereits kümmernden Pflanzenwuchses gewesen sei, ich habe aber als Reaktion vorübergehend den Korallenbruch aus dem Außenfilter entfernt und damit die Beckenbiologie nahezu ruiniert.

    Ein zu Jahresende angeschlossenes 12 Liter-Algenrefugium mit einem Sackerl PO4-Adsorber auf Fe-Basis, die neuerliche Befüllung des Filters mit Korallenbruch, Dosierung von ML Special Blend und wöchentliche Wasserwechsel von fast 40% haben die Biologie wieder ins Lot gebracht. Die Nährstoffwerte lagen gestern vor dem Wasserwechsel bei NO3 <1mg/l, PO4 0,15 mg/l, KH 14°.

    Silikat liegt auch in diesem Becken nur in geringer Menge vor, zwischen 0,9 mg Anfang Dezember und <0,1 mg zu Jahresende.

    Die Ca/Mg-Werte lasse ich hier außer Ansatz, da sie aus den oben genannten Gründen nicht realistisch erscheinen.

    Ähnliches gilt für Kalium. Der Test ist für Süßwasser konzipiert, das Wasser für die Probe muss 30fach verdünnt werden, und dann ist wieder gutes Kontrastsehen gefragt, zu dem ich nicht in der Lage bin. Die so ermittelten 450 mg/l erscheinen im Bereich der Norm, aber es ist mehr ein Schätzwert als ein Testergebnis. Von 'Messung' sprech ich ganz bewusst nicht :smiling_face:


    Schlussfolgerungen:
    Hans-Werner hat in einem seiner Posts zu Thema berichtet, dass Seegrasbiotope überwiegend oligotroph sind, also mit einem durchschnittlichen bis geringen Nährstoffgehalt. Vermutlich sind die Pflanzen selbst dafür verantwortlich, da die Biomasse von Seegraswiesen eine ernorme Reinigungsleistung erbringen kann.

    Der Hauptverursacher von Wachstumsproblemen bei Seegräsern scheint Phosphat zu sein, das in hoher Konzentration die Nährstoffkonkurrenz (v.a. Cyanobakterien) begünstigt. Weiters ist der Silikatverbrauch evident, was darauf schließen lässt, dass Silizium für Seegräser ein sehr wichtiges Makroelement ist.

    Die Alkalinität dürfte angesichts der Vergleichsdaten und der bei gutem Pflanzenwuchs offenbar stattfindenden biogenen Entkalkung eine untergeordnete Rolle spielen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Freunde der Seegrasponies,

    weil mein letzter Bericht scheinbar zu sehr nach Showdown geklungen hat zur Abwechslung wieder mal was Positives:

    Das 'große' Becken hat sich inzwischen stabilisiert, das pflanzliche Leben gedeiht wieder und mit ihm die Beckenbiologie. Derzeit füttere ich abwechselnd im 2 Tage-Rhytmus Artemien und calanoide Copepoden zu, aber halt sehr wenig. Die 6 adulten Ponies finden genug harpaticoide Copepoden im organischen Abfall, außerdem kommmen ständig welche aus dem angeschlossenen Algenrefugium nach. So soll's sein.

    Das Seegras ist zumindest in den letzten Tagen auch nicht weniger geworden. Möglicherweise erfängt sich der Bestand in der Pferdchenkoppel ja doch noch.

    Recht nett find ich einen vor wenigen Tagen in der Aufzuchtbox entdeckten Jungspund, die dort wohnenden Halbwüchsigen sind also bereits geschlechtsreif. Das Foto ist leider wieder einmal nicht so toll gelungen, weil die Kamera auf die Caulerpa fokussiert hat, aber man erkennt das Ponykind. Es scheint ein Hengsterl zu sein der Farbe nach.

    Interessant sind die Parioglossus-Wurmgrundeln, die ebenfalls in diesem Becken wohnen. Von den 5 seh ich fast nie alle gemeinsam, kann sie aber auch nicht in der Caulerpa entdecken, und soviele Versteckmöglichkeiten gibt es in diesem Aquarium sonst nicht.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hi ihr,

    endlich die Gelegenheit, eine zufällige 'Erfindung' an geeigneter Stelle zu veröffentlichen ... :smiling_face:

    Kaputte Nylonsöckchen sammle ich und geb 3-4 Stück davon in ein weiteres - verknoten und fertig ist der Wunderreiniger für Planktonflaschen, Abschäumertöpfe u.dgl. - alles halt, was mitunter nicht leicht zu säubern ist. Das feine Nylongewebe entfernt sogar fettigen Schmutz - ohne Spülmittel.

    Liebe Grüße
    Linda

    ich habe auch Manjanos drin, ich finde die wirklich hübsch...


    Hallo Steffi,

    das halt ich für eine tolle Einstellung! Ich drück dir die Daumen, dass deiner Art der Limitierung auf Dauer funktioniert. Mir geht's ähnlich bei den Glasrosen, nur hab ich da halt die Wischmops, die mir das Spritzen ersparen, wenn's zu viele werden.

    Deine Marmorgarnelen sind ein Hit, überhaupt das ganze Flachtümpelchen :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Aber die 18,5 Salinität nehme ich Dir nicht ab. Meinst Du KH?


    Hallo Reinhard,

    ja, natürlich! Soll Alkalinität heißen. Danke für den Hinweis. Kannst du's editieren?

    Zitat

    Für uns Mitleser ist es besser aus Fehlern anderer zu lernen als aus eigenen.

    Für mich auch, Reinhard! :smiling_face:

    Spaß beiseite: Die Ponyhaltung ist in den letzten Jahren ja doch bedeutend einfacher geworden wegen der ganzjährig recht sicheren Versorgung mit Copepoden. Wenn ich jetzt Probleme anspreche, dann sollt ich auch erwähnen, dass die Pferdchenkoppel in guten Zeiten - wenn's offensichtlich läuft, das sieht man ja gleich - mit WW-Intervallen von 2 Monaten auskommt.

    Dumm ist immer, wenn eineN der Hafer sticht und er/sie was Neues ausprobiert. 'Never change a running system', sagt man. Aber bis zum Idealbild eines nahezu wartungsfreien Seegraspferdchenaquariums ist noch ein Stück weit zu gehen. Da ist man mangels Erfahrungen anderer auf Versuch und Irrtum angewiesen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Marco, Chris & Wolfgang!

    Ich fang bei Wolfgang an: Ehrlich gesagt hab ich den Zeitpunkt des Posts mit Rücksicht auf unsere Fotosession gewählt - damit du ein bissl vorbereitet bist :smiling_face:

    Marco: Ja, jetzt bin ich eh wieder zuversichtlich, dass es bald wieder aufwärts geht. Eine Option wär auch gewesen, die 6 adulten Ponies zu den Youngsters in die Aufzuchtbox zu setzen. Aber das hätte gegen das bewährte Backupprinzip verstoßen, und wegen der zuletzt gestorbenen Tiere wollte ich kein Risiko eingehen. Die letzte Variante wäre die Übersiedlung der Oldies in ein Quarantänebecken gewesen, aber das scheint jetzt nicht mehr nötig.

    Chris: Im naturnahen Becken mit funktionierender Biologie (die umfasst natürlich auch eine ordentliche Botanik) sind Futterreste kein Problem. Die werden von der Cleaning Crew entsorgt, und die Nährstoffe werden von den Pflanzen aufgenommen.

    In steril gehaltenen Becken (allenfalls auch noch ohne Bepflanzung) ist das Problem, das jetzt in meiner Koppel aufgetreten ist, noch evidenter. So wie es aussieht sind die Ursache vor allem Futtertiere, die im freien Wasser von den Ponies nicht so leicht erwischt werden und im Aquarium mangels geeigneten Futters nicht lang leben. Verbunden mit einer hohen Futterdichte (die etwa bei Fütterung mit Artemianauplien schnell mal gegeben ist) erscheint mir die folgliche Wasserbelastung der Hauptgrund dafür zu sein, dass doch mehrere Ponyhalter von recht rasch eintretenden hohen Verlusten berichten. Von Knut weiß ich, dass er bei seinen Ponybecken mehrmals täglich Wasser wechselt, um das Problem zu umgehen.

    Ich hab selbst in den bodengrundlosen Aufzuchtboxen noch nie auf pflanzliche Lebewesen (Caulerpa serrulata, C. sertularioides) verzichtet und damit gute Erfahrungen gemacht. Allerdings ist etwa im Fall einer Caulerpablüte rasch ein großzügiger Wasserwechsel angebracht, weil die freigesetzten Nährstoffe vom System nicht verarbeitet werden können.

    Das naturnahe Becken besitzt da einen besseren Puffer. Die wesentlichen Aspekte sind aber auch da ausreichende Bepflanzung und die Wahl des Futters unter Berücksichtigung der Besatzdichte. Sprich: Geringe Besatzdichte -> substratgebundene Copepoden, hohe Besatzdichte -> (zusätzlich) Artemianauplien und calanoide Copepoden.

    Dass bei mir jetzt mehrere ungünstige Faktoren zusammengekommen sind ist einerseits unerfreulich, andererseits bietet es aber die Chance, weitere Erfahrungen zu sammeln.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Freunde der Seegrasponies!

    Zur Abwechslung wieder mal ein - nicht so tolles - Update von meiner Pferdchenkoppel ...

    Für die, die nicht den ganzen Thread verfolgt haben, eine kurze Zusammenfassung von den Ereignissen der letzten Zeit: Im Sommer des vergangenen Jahres habe ich versucht, meinen Traum von einer Seegraswiese, also dem natürlichen Habitat von H. zosterae, in diesem Becken zu verwirklichen. In dem Zusammenhang habe ich alle Höheren Algen aus dem Aquarium entfernt und verschiedene Seegrasarten (Halodule uninervis, Halodule pinifolia, Cymodocea nodosa) gepflanzt so viel ich kriegen konnte.

    In den folgenden Wochen hatte sich das Gras auch gut entwickelt, und ich habe gehofft, dass die Seegraswiese nach mehreren Fehlschlägen in der Vergangenheit endlich Realität werden würde.

    Leider hab ich dann ein paar folgenschwere Fehler gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte und die schlussendlich auch ein Hinweis darauf sein können, warum die Ponyhaltung in Aquarien ohne ausreichende Beckenbiologie ungleich schwieriger ist als in einem naturnahen Becken (allerdings mit funktioniernder Biologie! :face_with_rolling_eyes: ).

    Zunächst also hatte ich mich in ein Paar Krabbenaugengrundeln verliebt. Die Fische gefallen mir außerordentlich gut, und die beiden sollten die übermäßige Vermehrung der Spaghettiwürmer bremsen. Da sie nur sehr kleines Futter aufnehmen hatte ich auch keine Sorge, dass Pony-Neonate auf ihrem Speisezettel stehen würden. Das hat so auch gestimmt. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte war die Gestaltungsfreude der Grundeln. Schon am nächsten Tag haben sie begonnen, das Aquarium umzugraben. Dabei haben sie die Seegraspflanzen zum Teil völlig verschüttet bzw. an anderer Stelle die Rhizome freigelegt. Beides hat dem Seegras nicht gefallen, aber als ich die Grundeln schweren Herzens wieder dem Händler zurückbrachte, war der Schaden schon angerichtet.

    In den folgenden Wochen starb nahezu der gesamte Seegrasbestand, mit Ausnahme von ein paar wenigen Pflanzen, die am Rand wachsen und so von den Grabungsarbeiten der Grundeln kaum betroffen waren.

    Weil der kausale Zusammenhang mit den Grundeln auch aufgrund der zeitlichen Verzögerung nicht eindeutig sicher war habe ich auch hier im Forum nach möglichen anderen Gründen gesucht und bin auf eine extrem hohe Salinität von bis zu 18,5° aufmerksam geworden, die ich mit dem Substrat im Außenfilter, Korallenbruch, in Verbindung gebracht habe. Also habe ich den Korallenbruch schnellstens entfernt. Das war leider auch ein Schnellschuss, da dieses Substrat einen hervorragenden biologischen Filter abgibt und ich mit der Entfernung offenbar die Biologie empfindlich gestört habe.

    Dazu kam, dass sich mein doch etwas überalterter Ponybestand in dieser Zeit auf die Hälfte reduziert hat und ich die Reste der verstorbenen Tiere erst fand als sich ein Haufen Schnecken und Borstenwürmer auffällig daran zu schaffen machten. Die Auswirkungen auf die Nährstoffwerte waren massiv. Der PO4-Spitzenwert lag am 21.12.14 bei 0,86 mg/l. Mit der wieder einmal entgleisten Beckenbiologie sind dann auch noch 4 Pferdchen gestorben, die noch nicht älter waren als 1 Jahr, also noch lang nicht am Ende ihrer Lebenserwartung.

    Daraufhin hab ich die Notbremse gezogen und folgende Maßnahmen gesetzt:

    1) Etablierung eines 12 Liter Algenrefugiums mit Caulerpa serrulata und einem Sackerl PO4-Adsorber
    2) Erhöhung der WW-Frequenz
    3) Reduktion des Artemiaanteils und der freischwimmenden Copepoden, um angesichts des geringen Pferdchenbestands eine zusätzliche Wasserbelastung durch abgestorbene Futtertiere zu vermeiden
    4) Aufstockung der Tisbekulturen, um den derzeit 6 adulten Ponies und den 6 Halbwüchsigen in der Aufzuchtbox dieses am Besten geeignete Futter in ausreichender Menge anbieten zu können
    5) Schließlich habe ich mich noch dazu durchringen können, ein paar Triebe Caulerpa prolifera direkt in der Pferdekoppel zu pflanzen, um den Bestand an pflanzlichem Leben zu erhöhen. Im Gegensatz zu C. serrulata scheint diese Kriechsprossalge nicht so dichte Haftstrukturen im Bodensubstrat zu bilden, die beim Gärtnern zu ungewollten Effekten (H2S-Freisetzung) führen

    In den letzten Tagen konnte ich endlich eine Trendumkehr bemerken: Die Pferdchen wirken wieder vitaler, auch der Rest der Seegraspflanzen zeigt ansatzweise wieder Wachstumsenergie, v.a. H. pinifolia.

    Die Nährstoffwerte sind deutlich zurückgegangen (NO3 <1 mg/l, PO4 0,42 mg/l) auch die Alkalinität ist gesunken auf 13,5° (scheinbar findet sehr wohl auch eine biogene Entkalkung durch die pflanzlichen Lebewesen statt).

    Auch wenn dieser Post jetzt kein Ruhmesblatt ist für mich, so denk ich doch, dass er für andere Ponyfreunde (gottlob interessieren sich ja jetzt wieder mehr Leute für die Seezwergerln) den einen oder anderen Ansatzpunkt bietet für die künftige Gestaltung der eigenen Pferdchenkoppel.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Über's Seegras schreib ich demnächst einen eigenen Bericht in einem der spezifischen Threads. Die Fotos häng ich aber auch gleich hier an. Sie zeigen das traurige Bild der Gräser in der Seepferdchenkoppel und zum Vergleich die 'neue' Seegraswiese, die ich am 18.10.14 gestartet habe. Sie entwickelt sich vielversprechend. Der Unterschied besteht v.a. im Fischbestand: Die Guppies lassen keine Futterreste übrig. Welche Schlüsse daraus gezogen werden können, möcht ich im Seegrasthread zur Diskussion stellen.

    Offensichtlich ist es aber ja schwieriger, GgvJ oder Tiere mit den gleichen Eigenschaften zu finden, als an die Pferdchen zu kommen :-).


    Hallo Chris,

    ja, im Augenblick sieht es ganz danach aus. Wobei ich Wolfgang S's Palaemon debelius ja auch ansprechend finde und mir gut vorstellen kann, dass sie angesichts ihrer geringen Größe ähnliche Eigenschaften besitzen wie GGvJ - wenn es nicht eh sogar ein und dieselbe Art ist.

    Die Frage bleibt auch in diesem Fall: Woher bekommen?

    Was die GGvJ angeht müsste der nächste Zuchtversuch des bisher einzigen bekannten 'Retters der Glasgarnelen' in den nächsten Tagen stattfinden. Wenn der erfolgreich ist und ähnlich groß wie mein letzter Wurf mit 80 Nelchen nach der Adulthäutung, dann ist die Chance ja am Leben, dass es binnen weniger Monate wieder GGvJ in ausreichender Zahl zu kaufen gibt. Vermutlich will sie dann keiner haben :frowning_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Chris,

    die Infos über die Herkunft der Tiere hab ich ja nur gerüchteweise erhalten. Sicher ist da nix.

    Und was deine Vermutung betrifft, dass Nachzuchten weniger anfällig sind für Krankheitserreger, muss ich dich leider enttäuschen. Weitere Gerüchte im Vorfeld sprachen davon, dass es beim Großhändler zahlreiche Ausfälle gegeben haben soll, weil die Becken im Kreislauf mit anderen stünden und so eine Infektion mit Keimen erfolgt sein könnte, gegen die die Ponies noch keine Antikörper besaßen. (Dasselbe kann dir bei privaten Nachzuchten passieren, selbst wenn die neue Umgebung nur gering kontaminiert ist.) Vermutlich wird auch die Fütterung beim Großhändler nicht so individuell dem jeweiligen Bestand angepasst sein. Geht auch gar nicht, aber damit tut sich ein weiteres Risiko auf.

    Egal: Die Tiere, die ich damals bei de Jong gekauft habe, waren bei der Ankunft in augenscheinlich gutem Zustand, aufgrund der Warnungen hab ich sie trotzdem mehrere Wochen in Quarantäne gehalten und präventiv mit Preis Carely behandelt. Ausfall hatte ich damals keinen, aber weil die Tiere schon sehr groß gewesen sind (und wohl dem entsprechend alt waren) sind sie ein paar Monate später der Reihe nach gestorben. (Nachzulesen ist die ganze Geschichte übrigens hier in diesem Thread, ab Oktober 2012.)

    Was sie gekostet haben möcht ich nicht sagen, aber sie waren bedeutend günstiger als bei der von dir genannten Quelle, bei der ich ursprünglich bestellt hatte, die aber zum vereinbarten Zeitpunkt nicht liefern konnte oder wollte.

    Zusammengefasst: Mit entsprechender Sorgfalt bei der Eingewöhnung und ein wenig Glück sind preiswerte H. zosterae von de Jong durchaus eine Option. Ob es besser ist, sie möglichst bald nach Einlangen beim Großhändler zu kaufen oder zuzuwarten, bis sie sich von den Strapazen der Reise erholt haben, ist angesichts der geschilderten Umstände eine schwierige Entscheidung.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Sven und Chris,

    im Oktober 2012 hab ich über einen Bekannten 3 Stuten von de Jong bekommen. Das waren sehr große adulte Tiere. Ich dachte, es wären Wildfänge, irgendwer hat mir aber später gesagt, dass es kommerzielle Nachzuchten aus Frankreich oder Spanien gewesen sein sollen.

    Die Kategorie captive bred gibt's bei de Jong soviel ich weiß gar nicht.

    Knut weiß vermutlich auch da mehr.

    Liebe Grüße
    Linda

    Schade, dass sich das hier zum Zwiegespräch entwickelt. Ich hätte erwartet, dass es viel mehr Pferdchenhalter und damit auch viel mehr aktiven Austausch gibt.


    Hallo Chris,

    es kommt leider häufig vor, dass selbst erfahrene Aquarianer den Beobachtungsaufwand einer Seegrasponykoppel unterschätzen. Auf Veränderungen muss rasch reagiert werden, sonst drohen rätselhafte Sterbefälle, die etwa im Fall einer Vibrioinfektion binnen weniger Tage den gesamten Bestand vernichten.

    Das mag - neben der bekannten 'Futterproblematik' - einer der Gründe sein, warum die Ponyhalter-Community bisher überschaubar geblieben ist.

    Wieder andere Pferdchenhalter sind zwar durchaus erfolgreich unterwegs, aber lang nicht so mitteilsam wie die Linda (oder der Knut :)). Ihre Erfahrungen publizieren sie nicht in Foren.

    Und dann gibt's noch ein paar, die diesen Thread hier am Leben halten (und gelegentlich auch neue Themen im Zusammenhang mit der Seegrasponyhaltung eröffnen), sich von Zeit zu Zeit aber fragen, ob das überhaupt noch jemand interessiert :smiling_face:

    Gottlob hat Knut mit seiner Dokumentation über den natürlichen Lebensraum der Ponies oder zuletzt mit seinen Posts über die Frühchen das Interesse wieder geweckt.

    Die Haltung der kleinen Pferdchen wird auf absehbare Zeit - trotz der mittlererweile besseren Versorgung mit leistbarem Lebendfutter - ein Minderheitenprogramm bleiben, aber über nette Kommentare und die Ausweitung des Interessentenkreises freut sich niemand mehr als die

    Linda :smiling_face:

    Hallo Chris,

    zu den Algen: Geeignet ist grundsätzlich alles was schnell wächst und mit den Bedingungen in der Pferdekoppel gut zurecht kommt. In erster Linie geht's ja um die Nährstoffaufnahme.

    Chaetomporpha linum ist in der Tat optisch nicht mein Favorit, obendrein ist sie brüchig und deshalb nicht einfach zu entfernen, wenn man sie loshaben will. Ihr Vorteil ist, dass sie keine Haltestrukturen in den Boden ausbildet, was bei den verschiedenen Caulerpas mitunter zu einer empfindlichen Störung der Biologie beim Gärtnern führt, wenn ausgedehnte Partien des Bodensubstrats 'umgedreht' werden.

    Gracillaria (ich habe Erfahrung mit G. curtissae) ist für meinen Geschmack optisch ansprechender als Drahtalgen, bietet aber wegen ihres dichten Wuchses ideale Versteckmöglichkweiten für unerwünschte Gäste wie Flohkrebse und Schlangensterne. Ohne gründliche Spülung mit Süßwasser würde ich sie nicht einsetzen.

    Was Caulerpa angeht ist mein Favorit wie schon erwähnt C. serrulata. Für recht gut geeignet halt ich auch C. sertularioides, nur ist die nach meiner Erfahrung heikler als serrulata. Die Federcaulerpaemp find ich halt als die hübscheste Vertreterin der Kriechsprossalgen. Seit kurzem hab ich auch die Allerweltsalge C. prolifera im Pferdchenbecken, weil ich von den anderen Algen keine ausreichend großen Reserven für die Neubepflanzung eines 54 Liter-Beckens hatte, und die gefällt sowohl mir als auch den Ponies. Haltestrukturen finden die auch bei dieser Art problemlos.

    Was Ulva angeht hatte ich ein paar Jahre eine schmalblättrige Art in den Outdoor-Boxen, die dort sehr gut gediehen ist und jedes Jahr nach dem Winter wiedergekommen ist. Im Aquarium hat sie sich leider nicht gehalten.

    Zur UV-Anlage: Eine ständige Entkeimung halt ich für überflüssig. Freilich ist die richtige Futtermenge dabei ein Thema, aber selbst in der Anfangszeit mit den hier im Thread dokumentierten Cyanoinvasionen sind die Ponies ohne UVC ausgekommen.

    Angeschafft hab ich mir erst eine kleine Entkeimungsanlage, als die Dinoflagellatenpopulation explodiert ist und sich herausgestellt hat, dass die für die Ponies ungesund sind. Sie läuft im Bypass bei der 'großen' Koppel ständig mit, eingeschaltet ist die Röhre aber nur sehr selten, eben wenn wieder Dinos verstärkt auftreten oder die fädigen Gebilde im freien Wasser, die ich für Oscillatoria halte. Nch 2 Tagen ist die Sache dann in der Regel vorbei.

    Mit Americamysis bahia hab ich selber keine Erfahrung, ein befreundeter Aquarianer in D ist davon aber sehr angetan. Die Art ist halt wie die meisten Schwebegarnelen kannibalisch veranlagt, eine produktive Futterzucht ist also nicht drin.

    Copepoden: Die calanoiden Cops in den Portionsbeuteln bekomm ich alle 14 Tage beim Händler meines Vertrauens hier in Wien. Gelegentlich bestell ich auch welche bei bei Poseidon.

    Tisbe sind im Handel eher schwer zu bekommen, und wenn, sind sie wegen des hohen Preises höchstens als Zuchtansatz leistbar. Ich züchte sie für die Aufzucht der Fohlen oder - so wie jetzt, wenn die Population bezogen auf das Beckenvolumen niedrig ist - auch für die adulten Pferdchen. Als Alleinfutter wären harpaticoide Copepoden ideal (weil artgerecht).

    Zu der von dir gezeigten Schnecke kann ich nix sagen (außer, dass sie hübsch ist :)).

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Chris,

    zur Beckengröße: Ideal erscheint mir ein Volumen, das bei gegebener Pferdchenanzahl den Bestand an harpaticoiden Copepoden sichert. Das ist natürlich Illusion, denn nach den ersten paar geglückten Aufzuchten sind 40 Ponies (wie jetzt bei Andi) ein Bestand, der unter diesen Voraussetzungen ein paar hundert Liter erforderte. Zur Sicherung des eigenen Ponybestands ist es aber auch nicht opportun, das Vermehrungspotenzial der Pferdchen nicht zu nützen - zumindest nicht unterhalb dieser Indíviduenanzahl.

    Was die Stabilität der Wasserwerte angeht tu ich mir schwer mit einer Volumsempfehlung. Nur soviel: Ein paar Fohlen vom Herbst hab ich separiert und halte die derzeit 6 Ponies gemeinsam mit 5 Wurmgrundeln, meinen letzten 2 GGvJ sowie ein paar Columbellas und Borstenwürmern in einem 25 Liter-Aufzuchtbecken ohne Bodengrund, mit Caulerpa serrulata als Nährstoffverbraucher. Dort sind die Nährstoffwerte trotz täglich zweimaliger Fütterung bis vor kurzem im nicht nachweisbaren Bereich gewesen. Dann hat die Caulerpa geblüht und sich in der Folge aufgelöst. Als Sofortmaßnahme habe ich die abgestorbenen Algen entfernt und einen großzügigen Wasserwechsel durchgeführt. Dennoch ist eine Gorgoniengrundel, die zuvor auch in diesem Aquarium gewohnt hat, im Zuge der Ereignisse gestorben. Ein neuer Algenbuschen hat die Situation schnell wieder beruhigt, alle anderen Bewohner haben den Vorfall ohne Schaden überstanden. Auf die Bestimmung der Nährstoffwerte habe ich dann verzichtet, weil sie mehrere Stunden nach dem Ereignis soweiso nicht mehr aussagekräftig gewesen wären.

    Zum Vergleich: In meinem Wohnzimmerrifferl (Mischbecken, ohne Abschäumer, Eheim 2213-Außenfilter mit Korallenbruch und Schwammaufsatz auf der Ansaugseite, Strömungspumpe zur Hinterspülung) mit 54 Liter hat zum selben Zeitpunkt eine Algenblüte stattgefunden. Dort hab ich lediglich die abgestorbenen Algen rausgefischt und sonst nix getan. Am Abend war das Wasser wieder klar, Verluste jedwelcher Art gab es keine.

    Als weiteren Vergleich möcht ich meine Ponykoppel mit ebenfalls 54 Liter anführen: Sie ist naturnah eingerichtet, mit Seegras als Nährstoffverbraucher. Das hat leider unter der vorüberhehenden Anwesenheit von 2 Krabbenaugengrundeln mehr gelitten als erwartet und erfüllt seine biologische Funktion derzeit nur in geringem Maß. Dazu kommt, dass der Bestand an Ponies durch den Tod von mehrerer Methusalems in den letzten Monaten deutlich gesunken ist. Wegen des schwächelnden Seegrases ist die Etablierung eines ausreichenden Tisbebestands für die derzeit 8 adulten Pferdchen nicht möglich, sodass ich Artemien und calanoide Copepoden zufüttern muss. Die Biologie in diesem Aquarium ist derzeit alles Andere als zufriedenstellend. Erst der Einsatz von ein paar halbwüchsigen Guppies und der Anschluss eines kleinen Algenrefugiums mit 12 Litern hat augenscheinlich eine Verbesserung gebracht.

    Was ich damit sagen möchte? Das Volumen allein ist nicht die Ausschlag gebende Größe, aber je geringer es ausfällt, desto unmittelbarer wirken sich Entgleisungen der Beckenbiologie aus. Das ist an sich ja keine besondere Neuigkeit, aber die Unterschiede sind so wie ich's jetzt erlebt hab gravierend.

    Anderes Thema, Hydroidenlimitierung:

    Zitat

    Aber am Ende hat man vielleicht das gleiche Problem wie mit Glasrosen fressenden Schnecken und muss dann noch eine Hydroidzucht bewerkstelligen.

    Also abgesehen davon, dass es mir seinerzeit nicht gelungen ist, eine auf Cladonema californicum spezialisierte Fadenschnecke zu bekommen, wär das das Letzte, das ich mir (und den Schneckerln) antun wollte. Die Futter-Glasrosenbeschaffung für die gelegentlich notwendige Wischmopzucht, wenn der Aiptasienbestand in den kleinen Aquarien das gesunde Maß überschreitet, reicht mir bei weitem :smiling_face:

    Die von Torsten und Karin beschriebenen Schädigungen von Pferdchen (durch Gänsefußseesterne und Gorgonien) betrafen entweder nicht H. zosterae, oder sie waren die Folge von Attacken einer anderen Asterinaart als die, die ich als unproblematisch kenne.

    Zur Dichte und der Temperatur: Lange Zeit habe ich mich an den Empfehlungen etwa von Martin Reith orientiert und eine Dichte von maximal 1.020 gehalten. Bis ich von Knut auf das Umweltmonitoring des SMI aufmerksam gemacht wurde: Im Indian River gab es meiner Erinnerung nach Schwankungen von etwa 1.020 bis 1.035. Genau kann ich's nimmer sagen, und aufgeschrieben hab ich's mir auch nicht. Aber jedenfalls ist die Salinität das geringste Problem bei der Seegrasponyhaltung. Und ich halt Klimareize generell für förderlich wenn's um die Widerstandskraft der Tiere geht.

    Was die Temperatur betrifft reicht bei 'normalen' Wohnzimmerverhältnissen meiner Erfahrung nach ein unheiztes Aquarium. Damit können die jahreszeitlichen Schwankungen recht gut nachgestellt werden. Im Winter hatte ich früher nachts etwa 22°, im Sommer tagsüber mitunter mehr als 30°. Das hat den Pferdchen keine Probleme bereitet. Erst seit ich Hochlandchamäleons pflege und für die die Temperatur im Winter nachts auf 17-18° bringen soll, habe ich nach längerer Überlegung einen Regelheizer installiert, der die Temperatur im Pferdchenbecken nicht unter 20° sinken lässt.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Christian,

    deinen Vorstellungspost hab ich gelesen und finde deine Absicht, auf Naturentnahmen zu verzichten, durchaus zeitgemäß und gerade in Bezug auf H. zosterae auch sinnvoll im Hinblick darauf, dass du ohne Lebendgestein die Einschleppung unerwünschter Mitbewohner vermeiden kannst. Übrigens: Auch deinen Vornamen habe ich dort gefunden - eine Anrede und eine Grußfloskel wirken doch freundlicher.

    Zu den von dir aufgelisteten Punkten:

    Als Futter würde ich wenn möglich auf Artemien verzichten, da diese erstens keinen guten Nährwert haben wenn sie nicht extra angereichert werden und zweitens Hydroiden einbringen so sie denn nciht sorgfältig entkapselt werden, die dann wieder aufwendig entfernt oder durch Fressfeinde wie Tenellia fuscata eingedämmt werden müssen. Auch können Artemien schlechter von den Pferdchen verwertet werden.


    Dass Artemiazysten Hydroiden einbringen wurde schon oft behauptet. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass dafür ein zweifelsfreier Nachweis erbracht wurde. Tatsache ist, dass einzelne Hydroidpolypen schnell mal den Weg ins Aquarium finden, etwa als Aufwuchs auf Schneckenhäuschen, auf Algen oder sogar auf den Pferdchen selbst. Klar ist auch, dass mit einer hohen Futterdichte für die rasche Ausbreitung gesorgt ist. Und bei Temperaturen über 25°, wenn sich die Geschlechtstiere abschnüren, explodiert die Hydroidenpopulation mitunter geradezu. Nichtsdestoweniger können sie auch ohne den Einsatz von Nudibranchien limitiert werden.

    Zum kompletten Verzicht auf die Artemien selbst: Das geht nach meiner Erfahrung nur mit umfangreichen Futterkulturen und einer überschaubaren Anzahl von Ponies. Auf Dauer halt ich's für eine Utopie.

    Zitat

    Bei den Temperaturen liest man ganz unterschiedliche Angaben, die zwischen 20 und 26 pendeln. Niedrigere Temperaturen werden empfohlen, da dies eine Prophylaxe gegen Krankheiten darstellt und auch den Metabolismus der Tiere etwas herunter fährt. Ich würde 22 Grad anpeilen.

    Die Salinität kann von 1.015-1.025 reichen. Knop schlägt 1.019 vor. Seahorsebredder.co.uk nennt 1.022 als optimalen Wert. Auch dort gibt es noch weitere unterschiedliche Optimalwerte. Wie sind eure Erfahrungen dahingehend? Es gibt ja auch Leute, die halten halocoridina rubra mit den Seepferdchen zusammen, diese haben ja wieder einen anderen Optimalbereich der Dichte, der mit 1.010 angegeben wird, auch wenn die Tiere aufgrund ihres natürlichen Habitats sehr große Dichteschwankungen tolerieren, was wäre das Optimum? Ich persönlich würde lieber die GGvJ halten, so sie denn wieder irgendwann verfügbar sein werden :-).

    In Bezug auf die Umweltparameter reicht ein Blick auf den natürlichen Lebensraum von H. zosterae um zu erkennen, dass 'optimal' hinsichtlich Salinität und Temperatur eine gewisse Schwankungsbreite im Jahresverlauf ist. Leider ist das Monitoring-Tool des Smithonian Marine Institute seit mittlererweile mehr als einem Jahr vom Netz genommen - das war für mich ein Paradigmenwechsel.

    Niedrige Temperaturen um die 20° schränken meiner Erfahrung nach jedenfalls die Vermehrungsfreude ein und sind so günstig als Erholungsphase für die Hengste. Obendrein wird - wie von dir angesprochen - der Stoffwechsel gedämpft und verlängert so das ohnehin nicht sehr lange Leben der Zwergseepferdchen.

    Halocaridina rubra ist hinsichtlich der Umweltfaktoren noch um einiges toleranter als H. zosterae. Ihr Nutzen als Restevertilger ist meiner Ansicht nach aber gering, weil sie sich hauptsächlich von Algen- und Bakterienaufwuchs ernähren. GGvJ halt auch ich für die bessere Wahl.

    Zitat

    Als Becken dachte ich an ein 30l Becken, in dem dann zwei kleine umgedrehte Fischfallen wie bei Knop eingebracht werden. So können die Zuchtpaare von den Jungtieren getrennt gehalten werden. Auch braucht man dann nur einen Heizer und hat ein größeres Wasservolumen. Der Auslass in den Einhängebecken wäre so beschaffen, dass er eine austauschbare Membran hat. Im Normalfall ist die Maschenweite so, dass keine Futtertiere aus den Einhängebecken entkommen können. Wird die Membran getauscht, werden durch größere Maschenweite die Futtertiere ausgespült und auch Futterreste ins große Becken übertragen. Im großen Becken sind dann der Heizer, Bodengrund, Totgestein und Makroalgen untergebracht. In den Einhängebecken sind nur Haltestrukturen. So hat man eine Kombination aus der Sterilität und einfachen Kontrolle der Einhängebecken und dem natürlichen Hauptbecken. Im Hauptbecken ist dann entweder die Wasserzufuhr in die Einhängebecken mit einem Luftheber oder mit einer normalen kleinen Pumpe mit T-Stück realisiert. Das Hauptbecken kann zusätzlich zur Futterzucht genutzt werden.

    Die Trennung der Fohlen von den erwachsenen Tieren halt ich nicht für notwendig. Ich mach das nur, wenn ich sicherstellen möchte, dass nahezu alle Fohlen eines Wurfs durchkommen. Aber das scheint ohnehin nicht der Hauptgrund der Konzeption zu sein. Das größere Wasservolumen hat mit Sicherheit einen günstigen Einfluss auf die Stabilität der Wassergüte.

    Wenn im großen Becken genügend Restvertilger wohnen, die die gelegentlich ausgespülten Futtertiere verwerten, dann wird das schon eine gute Lösung sein.

    Edit: Hab's erst nach dem Absenden des Beitrags mitbekommen: 30 Liter sind kein 'großes' Becken, auf das die genannten Vorzüge zutreffen.

    Ich denk, Knut wird dazu auch eine Stellungnahme abgeben. Vielleicht auch Andi.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Udo,

    mit Azoos hab ich ein bissl Erfahrung und schließ mich der Meinung von Wolfgang an: Tubastreas brauchen keine hohe Futterdichte und müssen auch nicht (mehrmals) täglich gefüttert werden. Außerdem macht es ihnen nicht viel aus, wenn sie in bissl Licht abbekommen. Damit eignen sie sich prínzipiell auch für Mischbecken, mit der Einschränkung, dass flinke Nahrungskonkurrenten ihnen schnell mal die mit der Pinzette in die Tentakel gelegte Mysis klauen. Aber zumindest 1x pro Woche brauchen sie was für den 'Magen', sonst kümmern sie.

    Azooxanthellate Gorgonien sind heikler. Natürlich gibt's auch da weniger problematische Kandidaten, aber sie müssen halt öfter von einer Futterwolke eingehüllt werden. Ich füttere meine Azoos jetzt morgens und abends mit Frostfutter (abwechselnd Cyclop Eeze und Lobster Eggs), das reicht an sich. Die Nährstoffwerte können sich allerdings auch sehen lassen: PO4 liegt jetzt recht konstant zwischen 0,4 und 0,5 mg/l (Hanna PO4-Checker), NO3 zwischen <1 und 2 mg/l (Tropic Marin) - das Ganze trotz Abschäumung mit Ozon und tgl. 0,5 ml Ethanol 98%.

    Ich denk, die Mehrzahl der Arten wird auch keine helle Beleuchtung vertragen, vor allem wegen der Mulmablagerungen, an denen sich dann schnell auch Fadenalgen bilden. Damit ist ihnen kein langes Leben beschert. Meine (eine lila Menella, zwei unbekannte Arten mit rotem Gewebe und weißen Polypen und eine Anthogorgia) halte ich bei 2x 8W T5 (14.000K und marine blue) auf ca. 35 Liter, die vom Rest des Aquariums mit lichtundurchlässigem Plexiglas getrennt sind. Für ein Schaubecken im Wohnzimmer ist das vielleicht nicht die optimale Variante :smiling_face:

    Was ich mir allerdings gut vorstellen kann ist ein kleines Azoobecken im Bypass mit einem großen Riffaquarium. Da schlägt man 2 Fliegen mit einer Klappe, sofern man den Platz hat und das optisch elegant realisieren kann.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Haralds Gorgonienlexikon kennst du, nehm ich an.

    Leider sind mir in allen Boxen gleichzeitig die Tisbe Kulturen auf ein Minimum gekippt, nachdem sie vor ca. 2 Wochen offensichtlich einen Populationshöhepunkt erreicht hatten.
    Das habe ich leider nicht erkannt und keine weitere Aufteilung vorgenommen, sodass die Besatzdichte zu groß wurde. mit den oben genannten Folgen.


    Hallo Knut,

    das sind die Leiden der jungen (und weniger jungen :)) SeegrasponyhalterInnen. Es wär fein, wenn du den Youngsters wenigstens ein paar Tisbe-Nauplien kredenzen kannst. Ich glaub nicht, dass sie die 430µ Artemien schon aufnehmen können.

    Aber so wie du es geschafft hast, die Frühchen bis jetzt durchzubringen, wär's kein Wunder, wenn ich mich auch da irre.

    Schön, dass mit deinen Beiträgen und Fotos das Interesse der Community am Monsterthread wieder zunimmt :smiling_face:

    Auf weitere Fortsetzungen freut sich
    Linda

    Hallo Knut,

    das sieht ja gut aus!

    Deine Bemühungen um die Pferdchen insgesamt sind wirklich außergewöhnlich und verdienen einen Erfolg.

    Auch ich drück dir weiterhin die Daumen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Hat niemand Erfahrungen mit der Aufzucht von " PONY FRÜHCHEN " bzw. Seepferdchen Frühchen ?


    Hallo Knut,

    Frühchen hat's bei meinen Ponies auch gelegentlich schon gegeben, aber die konnte ich nie am Leben erhalten. Zugegeben, ich hab's auch nicht wirklich ernsthaft versucht, weil meist ein paar Tage später ohnehin der Rest des Wurfs zur Welt gekommen ist.

    So viele auf einmal hatte ich aber nie. Wie geht's denn dem Papa?

    Vom Gefühl her würd ich, wenn ich solchen Nachwuchs großziehen wollte, einen Larvenkreisel verwenden.

    Ich bin natürlich neugierig, ob es im Forum - zumindest mit anderen Seepferdchen-Frühgeburten - positive Erfahrungen gibt.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS/Edit: Sind beide Funde von demselben Hengst? Mir erscheinen die Frühchen von heute Abend weniger entwickelt als das von heute Morgen.

    Hallo Corinna,

    du bist mir hoffentlich nicht böse, dass ich deinen Thread kapere. Aber einen neuen wollt ich dafür nicht eröffnen, und thematisch passt's ja zum Thema ...

    Ich zücht die Wischmops nicht ständig, sondern kauf mir immer dann 2 Stück, wenn die Glasrosen in den verschiedenen Aquarien nach einer Limitierung rufen. Die Jungschneckerln werden dann auf die Aquarien verteilt und später, wenn sie den Aiptasienbestand reduziert haben, wieder in die Zuchtbecher zurückgegeben. Werden's zu viele, dann geb ich sie an befreundete Händler ab, im Gegenzug für Futterroserln. Sind die Aiptasien soweit erkennbar verschwunden, dann beende ich die temporäre Zucht wieder.

    So funktioniert das jetzt schon einige Zeit, und ich bin sehr froh, dass mittlererweile auch bei uns in Wien immer irgendwer Wischmops züchtet, und so die Wiederbeschaffung eines Zuchtpaars kein Problem mehr ist.

    Was mich aber schon lang beschäftigt ist die Frage, wie die Wischmop-Larven ausschauen. Heute hab ich nach der Fütterung in einem der Becher zahlreiche wurmartige Tiere an der Becherwand entdeckt, die flink umhergehüpft sind und die Nähe der bereits angeknabberten Glasrosen gesucht haben.

    Jetzt würd mich interessieren, ob es sich dabei um Veliger von Berghia (Aeolidiella) stephanieae handeln könnte. Ich wüsst sonst nicht, woher die hüpfenden Miniwürmchen stammen könnten.

    Die Fotos hab ich mit meiner Digicam durch eine Lupe gemacht. Dem entsprechend ist die Qualität, aber das ist ja nix Neues bei der Linda. Ich hoff, dass man die Hauptdarsteller trotzdem erkennen kann.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hi,

    in dem Fall nützen Fotos genau gar nix. Es geht auch nicht darum, ob man den Schlauch 'nicht einfach schnell rausziehen kann'. Dicht sind die Verbindungen nur, wenn beim Einschieben der spürbare Widerstand überwunden wurde.

    Im Zweifelsfall wär's g'scheit, die Verbindung zu lösen und den Schlauch neuerlich einzuführen.

    Gruß
    Linda

    Hallo Laurens,

    bei meiner Osmoseanlage muss man beim Einführen der Schläuche zuerst einen deutlichen Widerstand überwinden und darf erst dann die Fixierungsringe anbringen.

    Das hatte ich zunächst auch übersehen, und dann sind die Verbindungen nicht dicht.

    Vielleicht ist das auch bei deiner Anlage der Grund, warum das Wasser aus den Steckverbindungen raus rinnt.

    lg
    Linda

    Hallo Elisabeth,

    danke für den link.

    Da kann ich nur sagen: Bleibt brav in diesem Leben, denn sonst kommt ihr im nächsten als Tiefseeaale zur Welt, die sich in der ewigen Finsternis von solchen grauslichen Kadavern ernähren müssen! :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hi,

    also ich denk, der 'Staub' von dem du schreibst ist organischer Abfall, der von allen möglichen Organismen (natürlich auch von Borstenwürmern) verarbeitet wird. Am Schluss bleibt Feinsubstrat übrig, das sich bei nicht optimalen Strömungsverhältnissen auch auf dem Riffgestein absetzt. Mit einem Abrieb der Steine hat das nix zu tun.

    Natürlich gibt es Lebewesen, die ihre Wohnröhren direkt im Gestein errichten. Das bissl Material, das dabei als Sand abfällt, wird aber nicht der Rede wert sein.

    Feinsubstrat-Ablagerungen auf dem Gestein und allenfalls den Korallen halt ich für problematisch, weil sie die darunter lebenden Organismen ersticken und einen guten Nährboden für Cyanobakterien und Dinoflagellaten schaffen. Darunter leidet die gesamte Beckenbiologie.

    Da ist absaugen angesagt und die Verbesserung der Strömung, allenfalls auch die Verwendung von Hilfspräparaten wie Microsoft Gravel & Substrate Cleaner, oder halt was Vergleichbarem.

    lg
    Linda

    Am besten wäre, du senkst deine KH durch Wasserwechsel und die Verwendung einer Salzmischung
    mit wenig KH. Vielleicht gefällt deinem Seegras einfach nur diese ungewöhnlich alkalische Umgebung nicht.
    Eine vorsichtige CO2-Zufuhr (mit pH-Überwachung) könnte daher möglicherweise auch hilfreich sein.


    Hallo Community,

    es ist schon eine Zeit lang her dass Armin das Zitat hier in diesem Thread geschrieben hast.

    Abgesehen davon, dass das Seegras leider durch die vorübergehende Anwesenheit von 2 Krabbenaugengrundeln arg in Mitleidenschaft gezogen wurde ist die hohe Alkalinität nach wie vor ein Problem. Ja, mit Wasserwechsel lässt es sich einigermaßen im Griff bekommen, aber ich kann mir den Anstieg nicht erklären.

    Den Korallenbruch im Außenfilter hab ich gleich nach dem ersten Hinweis hier entfernt, eine Aufhärtung durch das im Filter entstehende CO2 ist damit ausgeschlossen.

    Die Nährstoffwerte sind zurückgegangen und liegen jetzt bei NO3 <1 mg (Tropic Marin) und PO4 0,75 mg (Hanna) - möglicherweise eine Folge der jetzt wieder stärker in Erscheinung getretenen grünen Cyanobakterien. Das schlappe Seegras kann dafür nicht verantwoprtlich sein.

    Die sonstigen Werte, die ich heute bestimmt habe:

    Ca 480 mg (Tropic Marin)
    Mg 1400(?) mg (Tropic Marin)
    KH 17(!)° (JBL)
    pH 8,5 (JBL)
    SiO2 < 0,1 (JBL)

    Bei der Gelegenheit die Anmerkung, dass Wolfgang und Sonja, als ich sie vor Weihnachten besucht habe, die Werte in ihrem Seegrasbecken gemessen haben. Die Nährstoffwerte lagen meiner Einnerung nach nahe der Nachweisgrenze, Silikat ebenfalls.

    Weil die Biologie im Pferdchenbecken nicht so recht ins Lot kommen mag hab ich ein paar Faktoren mit den anderen Aquarien verglichen: Hohe Phosphatwerte mess ich in den Aquarien, die keinen oder einen nur minimalen Pflanzenwuchs aufweisen. Der Nährstoffeintrag scheint dabi nicht die vorrangige Rolle zu spielen, denn etwa im Hawaiigarnelenbecken habe ich gestern einen Phosphatwert >2,5(!) mg gemessen (da hat sogar der PO4-Checker aufgegeben). In diesem Aquarium wird kaum gefüttert, interessanterweise gibt es da auch kein pflanzliches Leben. Die Caulerpa ist eingegangen.

    Im Wohnzimmerriff, dem Guppybecken, der Seegraswiese, dem Schreibtischnano, dem Azoobecken und sogar in der Aufzuchtbox funktioniert die Biologie dem Anschein nach einwandfrei. Allen diesen Aquarien gemeinsam ist, dass sie gut bepflanzt sind und/oder zooxanthellate Korallen dort wohnen. Die Nährstoffwerte sind sogar im Azoobecken nicht besonders hoch, trotz des hohen Nährstoffeintrags, allerdings ist es das einzige Aquarium, das mit einem Abschäumer ausgestattet ist und in dem täglich Ethanol zugeführt wird.

    Das Seewasser für den WW wird für alle meine Aquarien in gleicher Weise (mit Leitungswasser) hergestellt.

    Der einzige Unterschied zwischen den gut laufenden Becken und jenen, in denen's nicht so läuft, besteht in der Bepflanzung bzw. deren Dichte. Ich habe deshalb gestern ein kleines Algenrefugium an das Seepferdchenbecken angeschlossen. Seegras und Höhere Algen gemeinsam in einem Aquarium haben sich als ungünstig erwiesen, weil die Algen das Seegras überwuchern. Ich hoff, mit dem Bypassbecken wird es funktionieren. Hemmstoffe sind vielleicht ein Risiko, aber das wird man ja sehen.

    Neugierig bin ich natürlich auch, ob es auch zu einer biogenen Entkalkung kommen wird.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Knut,

    die kleinen Ostseemysis finden sich auch hin und wieder als Beifang in den Sackerln mit den Polen-Cops. Dass sie die dortigen Zuchtbecken nicht leer räumen ist eh ein Wunder.

    Es überrascht mich, dass die Ponies selbst große Exemplare dieser Sorte überwältigen können: In meiner Pferdchenkoppel wohnt eine adute Schwebegarnele schon seit Wochen. Leider nur eine einzige, denn grundsätzlich vermehren sie sich selbst in den Indoor-Planktonwannen recht gut. Die von dir angesprochen kannibalische Lebensweise sorgt halt dafür, dass der Ertrag einer Hobbyzucht nicht in den Himmel wächst. Wolfgang S. hat sie angesichts der mühevollen Zuchtversuche Mühsis genannt =) Aber es kommen ja doch immer auch ein paar Jungmysis durch, und die schmecken den Pferdchen tatsächlich ausgezeichnet.

    Adulte Mysis in den Copepodenwanndln separier ich halt so gut es geht, damit mir auch noch ein paar Cops für die Pferdchen übrig bleiben bis zur nächsten Lieferung.

    Übergriffe der Schwebegarnelen auf Pony-Neonate konnte ich zwar noch nie beobachten, aber die Hand ins Feuer legen würd ich dafür auch nicht.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Die Fotos gefallen mir :winking_face:

    wer haut sich denn das Becken voll mit Weichkorallen wenn er später auf SPS und LPS gehen will.


    Ich zum Beispiel :smiling_face: Gut, ein paar Steinkorallen sind recht bald - kurz nachdem das Aquarium sein Gleichgewicht gefunden hatte - eingezogen, etwa Montipora digitata, Stylophora pistillata und Hydnophora exesa. Die anderen etwas später, aber Platzproblem gab es keines.

    Natürlich gibt es Arten, die rascher wachsen als andere, da muss man ggf. halt ein bissl gärtnern. Oder man lässt auch da der Natur ihren Lauf und verzichtet auf Tiere, die unter den gegebenen Umständen nicht so richtig gedeihen wollen. Daran find ich nix Schlechtes.

    Das Problem von Steinkorallen vor allem in kleinen Aquarien ist eine dem Verbrauch angepasste ständige Versorgung mit Ca und Karbonaten. Eine Acropora etwa ist bei mir nach 1 Jahr guten Wachstums innerhalb von ein paar Tagen gestorben, vermutlich, weil ich die niedrige Alkalinität 1x zu rasch erhöht habe. Die Acanthastrea lordhowensis hingegen gedeiht seit ihrem Einzug am 10.04.13 prima.

    Es ist schon gut, wenn sich Laurens beizeiten Gedanken macht, welche Tiere er später in dem Aquarium halten möchte. Aber schaden wird's wohl nicht, wenn er sich mit Steinkorallen Zeit lässt bis ihm Aquariumbiologie und -chemie schon ein bissl vertrauter sind.

    Gruß
    Linda