Hallo Community,
die Linda, welche auch das Scheitern als Lernerfahrung begreift, möchte euch anbei aktuelle Fotos ihrer ehemaligen Seegraswiese zeigen. Die, die mich kennen, wissen, dass Katastrofenszenarien für mich kein Grund sind, gleich alles hinzuschmeisssen. Oft schon hat sich das Warten als kluge Entscheidung erwiesen.
Jetzt aber bin ich mit meinem Latein nahe dem Ende. Die Seegräser sind bis auf 2 Triebe des (ursprünglich gar nicht so robust eingeschätzten) Halodule pinifolia verschwunden, die Seegraswiese hat sich in eine Turbellarienwiese verwandelt. Kaum ein Quadratzentimeter, der nicht von den Strudelwürmern besiedelt ist.
Hab ich die bislang für Convolutriloba retrogemma gehalten, so bin ich mir anhand neuerer Recherchen nicht mehr sicher, dass es wirklich diese Art ist. Es fehlen ihr die Schwanzerln. Ebenfalls rot ist eine Waminoa-Art, die passt etwas besser zu meinen Gästen.
Im Grund ist das aber eh wurst. Da im Gefolge der Massenvermehrung der Strudelwürmer die Copepoden verschwunden sind geh ich davon aus, dass die auf dem Speisezettel der Turbellarien stehen.
Variante 2: Es sind Dinoflagellaten, die für das Verschwinden der Tisben verantwortlich sind, weil die die Dinos zwar essen, davon aber auf Dauer Verdauungsstörungen bekommen. Glaub ich aber weniger.
Variante 3: Die Strudelwürmer essen Copepoden und andere Kleinkrebse, nehmen aber auch Dinoflagellaten auf und sind dadurch (Fotosynthese) auch Selbstversorger. Diese Variante erscheint mir nach den bisherigen Beobachtungen als die wahrscheinlichste.
Die Frage ist: Welche Maßnahmen eignen sich für die Limitierung der Turbellarien?
1) Chelidonura varians: Hat sich bei anderen Gelegenheit bewährt, ist aber bei uns schon seit Monaten nicht zu bekommen. Bzw. erfährt die Linda immer erst im Nachhinein, dass ein Händler hier welche hatte 
2) Absaugen der Turbellarien und Wiederverwendung des gefilterten Wassers. Das müsste allerdings in sehr kurzen Abständen erfolgen, weil die Dinos schon nach einem einzigen Tag die zuvor gereinigte Substratoberfläche wieder besiedeln.
3) Einsatz eines UV-Klärers, der erfahrungsgemäß bei einer durch Dinoflagellaten verursachten Wassertrübung hilft. Bis dato tritt eine derartige Trübung aber nur selten auf.
4) Abschaltung der Beleuchtung für eine längeren Zeitraum. Hat in anderen Seepferdchenbecken geholfen, die auch dort gelegentlich auftretenden Dinoflagellaten zu limitieren. Nachteil: Weniger Lichtenergie bremst den Stoffwechsel aller fotoautotrophen Organismen, mit den logischen Folgen für die Nährstoffbelastung des Systems.
Anmerken möcht ich noch, dass in dem betroffenen Aquarium nach wie vor 4 Zwergseepferdchen wohnen, die auch regelmäßig Nachwuchs produzieren. Weiters wohnen in der Turbellarienwiese eine Lichtgorgonie, 3 kleine Kalkröhrenwürmer, mehrere Clibanarius tricolor, einige Cerithium-Schnecken, zwei Turboschnecken sowie zahlreiche Euplica- und Nassarius-Schnecken und jede Menge Borstenwürmer.Wer die hübschen Maulwurfhügerln produziert hab ich bis jetzt noch nicht in Erfahrung bringen können. Interessant sind die allemal. Die dominante Belegschaft sind freilich die roten Turbellarien. Derzeit ...
Ich neig zur unter 2) beschriebenen Methode. Begründung: Entfernung der Biomasse mitsamt der Grundlage für die Dinovermehrung. Allerdings werden durch die notwendige Fütterung der Pferdchen auch wieder Nährstoffe eingebracht. Nach Möglichkeit möcht ich das Setup aber beibehalten.
Lieg ich mit der Methode deshalb falsch?
Anbei ein Auszug aus der Wasserwerte-Statistik. Seither hab ich nicht mehr gemessen, weil's eh nix bringt.
Liebe Grüße
Linda