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Und wieder was wertvolles von Claude!

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    • Hallo,

      grundsätzlich sind die Tipps von Claude ganz hervorragend; er hat ja so viel praktische Erfahrungen wie kaum ein Anderer. Aber selbstverständlich kann es in kleinen Einzelfragen auch einmal andere Bewertungen geben, was seine herausragende Kompetenz keinesfalls in Frage stellt.
      Über Artemia wurde hier ja im Grund schon alles geschrieben. Ich persönlich habe damit über die vielen Jahre hin nur gute Erfahrungen gemacht; als Frostfutter immer gute Qualität bekommen, wird von vielen Fischen ganz besonders gern gefressen, bei dem von ihm gezeigten uralten Amphibrion-Pärchen kann ich trotz häufiger Artemia-Fütterung auch gut mithalten.

      Gruß

      Bernd
    • Hallo Zusammen,

      es ist schon erstaunlich wie sich am Begriff Artemia so die Geister scheiden. Claude meinte mit Sicherheit den Gehalt an Frostfuttertafeln. Jeder weiss das frisch geschlüpfte Artemia in den ersten 24 Stunden nach Schlupf ein gehaltvolles Futter sind und besonders angereicherte auch einen Beitrag leisten. Aber mal ehrlich es gibt viele Leute die glauben Artemia ist ein gutes Futter (das in Tafeln) und füttern es ihren Tieren ohne auch nur ein wenig über den Gehalt nachzudenken. Hier zu sensibilisieren ist sicherlich nicht falsch und Alternativen gibt es auch.

      Auch ich habe lange Zeit nur Artemia gefüttert und bin erst vor nicht allzulanger Zeit drauf gekommen das es bessere Möglichkeiten gibt. Die Tukas habe ich nicht mit Artemia ans Fressen bekommen, da haben Cyclops, Bosmiden und Fischeier den ersten Impuls gegeben. Heute fressen sie auch Mysis. Der Weg ist eben das Ziel und so ist Artemia ein gutes Hilfsmittel, aber eben nicht ausschliesslich.

      Seid lieb zueinander und viele Grüße

      Eric
    • Hallo,

      bei den Diskussionen ist, unabhängig von Fragen über den Nährwert, zu bedenken, dass bei verschiedenen Fischarten vor allem in den Anfangszeit nur mit lebendem Futter, oftmals auch noch sehr kleinem, gearbeitet werden kann. Dabei kommt Artemia (juvenil und adult) eine große, oftmals nicht verzichtbare Bedeutung zu.

      Beispielsweise sieht man im Verkauf häufig deutlich abgemagerte Mandarinfische. Auch in alteingerichteten Becken reichen die dort vorhanden Kleinstlebewesen oftmals nicht aus, um allein damit die Fische wieder ausreichend aufzupäppeln. Mit lebenden Artemias, besonders geeignet im Zwischenstadium zwischen Nauplien und ausgewachsenen Krebschen, lassen sich diese Mandarinfische schnell an Ersatzfutter gewöhnen. Nach einiger Zeit erkennen sie dann auch gefrorenen Artemia als Nahrungsquelle. Cyclops dagegen haben sie bei mir immer verschmäht. Das liegt vermutlich daran, dass auch lebende Cyclops im Meerwasser schnell absterben und dann nicht als Futter erkannt werden.

      Über die Möglichkeiten zur Ergänzung des Nährwertes von Artemia wurde ja schon genug geschrieben, auf Probleme im Handel bei lebenden Artemia habe ich an anderer Stelle schon hingewiesen. Diese stellen für mich aber die Bedeutung dieser Nahrungsquelle nicht grundsätzlich infrage.

      Gruß

      Bernd
    • Hallo

      Ich komme bei der Zucht von Fischen und Garnelen an Artemien nicht vorbei, was nicht bedeutet,
      das nur Artemia verfüttert wird.
      Gruß Ewald

      _______________________________________________________________________________________________________________________________

      Früher hatte ich Angst im Dunkeln.
      Wenn ich heute so meine Stromrechnung sehe,
      hab ich Angst vorm Licht. ;(
    • "Moderne" Artima-Ansätze haben zudem die Vorteile, dass saubere Nauplien innerhalb 18 h jederzeit rund ums Jahr verfügbar sind.

      Das lästige und letztendlich dennoch unsaubere Trennen der Eierschalen entfällt mittlerweile.

      Beim netten Aufziehen in der "Dohse" Schale sind die Nauplien zwar schalenfrei, aber der Ertrag ist prinzipbedingt wenig.

      Durch die schalenfreien "Vita"-Eier, die ich in mehreren JBL-Trichtern ansetze, erhalte ich pro Trichter etwa 2 Teelöffel nahezu reine Nauplien. Selbst noch ungeschlüpfte Eier sind im Becken nährwertreich.

      Frischer geht es nicht, und die Mühe ist gering.
      Grüße vom schönen Nordeifelrand,
      Werner

      Reefer 425, 2 x Hydra 32 + 40 Watt umlaufende LED-Leisten 13.000 K., 2 Spots.
      5 Turbelle, Wellen im 8 Sekundentakt, Strömungswechsel alle 3,5h, Deltec 600i.
      0,8 ml/d Lanthan, Biopellets, Zeolith.
      15 % Wasserwechsel/Woche, Balling light.

      Täglich lebende Artemianauplien + 250 cm³ frisches Phytoplankton.
    • Hallo zusammen!

      Das Thema des Nährwertes von Artemia ist eingehend untersucht und beschrieben worden.
      Insbesondere für die Aufzucht von Fischlarven.
      Es gibt dazu gefühlte 1000 Abhandlungen!
      Achtung Klugscheißer!
      „Generell ist es wichtig, dass die Fische mit Nauplien des ersten Stadiums gefüttert werden, und nicht mit ausgehungerten Meta-Nauplien im zweiten Stadium, die innerhalb von 24 Stunden nach dem Schlüpfen 25 % bis 30 % ihrer Energiereserven aufgebraucht haben.
      Darüber hinaus enthalten sie geringere Mengen an freien Aminosäuren und ihr niedriger organischer Trockengewichts- und Energiegehalt verringert die Energieaufnahme des Fisches pro Jagdanstrengung.“ So die Wissenschaft.

      Es werden Nauplien mit Vitaminen etc. angereichert, bevor man sie in der Fischzucht verwendet.
      Auf diesem Weg wird auch Antibiotika elegant über spezielle Anreicherungsverfahren an die Zucht verfüttert. (Anreicherung zur Krankheitsbekämpfung, Stabilisierung der Jungbrut).
      Kaninchenfische (Siganus guttatus), die mit vitaminreicher Artemia gefüttert wurden, zeigten eine geringere Sterblichkeit unter Stress, als jene, die mit vitaminarmer Artemiakost gefüttert wurden.
      Also, greift besser in der Tiefkühltruhe zu angereicherten Produkten oder pimpt eure Zucht selbst auf.
      Angereicherte, gefrostete Cyclops sind ebenfalls auf dem Markt vertreten.
      Allerdings kann es auch sein, dass die Chargen von Frostfutter ein und desselben Lieferanten unterschiedliche Nährwerte ergeben.
      Das ist nicht unnatürlich, das hat den Ursprung in den temporären Umweltbedingungen lokaler Gegebenheiten.
      Wenn man sich tiefer in die Materie Artemia eingräbt, sieht man manche Tafel Frostfutter mit anderen Augen. ^^
      Nicht negativ, sondern mehr aufklärend gemeint.
      Mich hat auch nicht irgendeine Nährwerttabelle ermutigt, Artemia zu füttern.
      Es ist vielmehr der besondere Futterreiz, der bei den Fischen ausgelöst wird.
      Über diese Brücke schafft man es (fast) immer sensible Fische für andere Kost zu ermutigen.
      Es ist schon merkwürdig, was so ein kleines Krebschen für eine Diskussion auslöst.
      Macht bloß aus der Artemia keinen Elefanten!
      Oder, wie der Volksmund sagt:
      Man soll nicht aus einem Furz einen Donnerschlag machen!

      Gruß
      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
      Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)

      Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!
    • Hai

      Ich verstehe die Diskussion nicht, Claude spricht von Artemien und das sind adulte Tiere.
      Frisch geschlüpfte Artemien sind Artemianauplien.
      Damit ist doch klar was gemeint ist.
      Wo ist das Problem?

      Frisch geschlüpfte Artemianauplien sind ein gutes und schnell verfügbares Futter. Ich fahre in der Zucht einen 12Std. Turnus wenn es notwendig ist, schneller kann man kein frisches Lebendfutter in größeren Mengen in unserem Hobby produzieren.

      Wie so oft kommt es aber auch immer darauf an was man damit macht und wofür man es benötigt.
      Eine reine Aufzucht mit Artemianauplien kann ebenso auch schädlich sein, was sich allerdings erst im späteren Verlauf bemerkbar macht und der Zusammenhang zu diesem Zeitpunkt dann schwer zu erkennen ist.

      Es ist wie mit allem, richtig angewendet ist es ne super Sache, falsch angewendet ist es eine Katastrophe.
      Das Problem liegt nicht nicht am Futter, es liegt beim Anwender selbst. ;)


      Mfg Torsten
      Schaut vorbei:
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    • Na ja, Artemianauplien sind natürlich auch Artemia, keine andere Art, sondern ein anderes Entwicklungsstadium. Ich gehe aber davon aus, dass Claude primär Frostartemia oder die Beutelzombies im Blick hatte und da kann man wirklich skeptisch sein. Artemia allein geht sowieso nicht.
      Ansonsten hast du natürlich recht.

      Gruß
      Wolfgang
      Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!
    • Hallo Bernd,

      Bernd Koberstaedt schrieb:

      Aber selbstverständlich kann es in kleinen Einzelfragen auch einmal andere Bewertungen geben, was seine herausragende Kompetenz keinesfalls in Frage stellt.
      es kann sogar in ganz grundsätzlichen Fragen andere Bewertungen geben, gibt es tatsächlich auch. So ist z.B. Claude ein Verfechter des regelmäßigen Teilwasserwechsels, während andere "Koryphäen" wie z.B. Kokott oder Pritzel davon abraten. Letztlich muss wohl jeder Aquarianer seine eigenen Erfahrungen machen.

      Mit Artemia hab ich zumindest bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Die Fische lieben es, und wenn man nicht nur Artemia verfüttert, kann man damit glaub ich auch nix falsch machen.

      Gruß, Thomas
    • Zanclus schrieb:

      es kann sogar in ganz grundsätzlichen Fragen andere Bewertungen geben, gibt es tatsächlich auch. So ist z.B. Claude ein Verfechter des regelmäßigen Teilwasserwechsels, während andere "Koryphäen" wie z.B. Kokott oder Pritzel davon abraten.
      Natürlich kann man auch in grundsätzlichen Fragen unterschiedlicher Meinung sein. Hier geht es aber lediglich um eine Randbemerkung in dem Video zu Artemia, die auslegungsbedürftig ist und im Gesamtkontext von Bernd zurecht als Einzelfrage eigenstuft wurde. Im übrigen ist aber dein Beispiel - ohne das hier zum Thema machen zu wollen - nicht gücklich gewählt. Bei der Frage Wasserwechsel ja oder nein geht es allen Beteiligten ersichtlich um die Notwendigkeit, den gehaltenen Tieren möglichst optimale Bedingungen zu bieten und die Werte stabil zu halten. Das ist der Grundsatz. Die Meinungen driften erst auseinander bei der Frage, wie man das am besten erreicht. Da geht es um die Methode, die aber den Grundsatz der optimalen Wasserwerte nicht in Frage stellt.

      Zum Thema:
      Ich glaube, dass Claude diese recht sachliche und nützliche Diskussion hier wesentlich gelassener sieht (wenn er sie denn sieht) als so mancher, der aus unerfindlichen Gründen darin eine Majestätsbeleidigung oder gar Blasphemie erkennen will. Hier beschäftigt man sich mit einer Einzelfrage des Videos und hakt es nicht als gelesen und vergessen ab. Gerade weil Claude eine Kapazität auf dem Gebiet der Meerwasseraquaristik ist, legen Anfänger vielleicht auch eine Randbemerkung falsch aus oder werden irritiert. Eventuell nimmt Claude ja die sich hieraus ergebende Anregung sogar auf, sich einmal etwas intensiver und detaillierter zur Futterfrage zu äußern. Das wäre doch auch ein nützliches Video (über das man dann vermutlich wieder konstruktiv diskutieren könnte :) ). Mich würde es freuen.

      Gruß

      Wolfgang
      Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!
    • Hallo zusammen,

      das Problem ist, dass es kein Problem gibt. Das gepostete Video ist klasse, die Diskussion danach höflich und gesittet. Wie so oft reicht ein Kommentar aus, das Thema in eine andere Richtung zu lenken. Lassen wir mal Claude in Ruhe, solange er hier nicht selbst schreibt, ist das Spekulieren über was gemeint sein könnte, total überflüssig.
      Über Artemien ist ja schon viel geschrieben worden, aber man lernt nie aus. Aktuell habe ich Probleme, einen Neuzugang zum Fressen zu bewegen, da nehme ich diese Diskussion mal als Impuls auf und versuche es mit Nauplien. Vor 2 Stunden frisch angesetzt, morgen gibt es lecker Nauplien...



      Peace und Grüße

      Chris
    • Keimbelastung. Gut, ja. Das ist klar im Frostfutter, wenn es alt ist oder schlecht gelagert.

      Aber ganz ehrlich, wenn man aus der Zucht tote Tiere entnimmt und füttert, was immer auch passieren kann, hat man auch gleich eine Flora dabei. Es ist zwar etwas weniger, aber keimfrei ist das auch nicht.
      Für mich aber tatsächlich ein Grund, weshalb ich Lebendfutter immer bevorzuge, solange es weiterleben kann. Artemianauplien im Süßwasser sind auch riskant, wenn man zuviel dosiert.
      Gruß Heike
    • Gast schrieb:

      Im übrigen ist aber dein Beispiel - ohne das hier zum Thema machen zu wollen - nicht gücklich gewählt. Bei der Frage Wasserwechsel ja oder nein geht es allen Beteiligten ersichtlich um die Notwendigkeit, den gehaltenen Tieren möglichst optimale Bedingungen zu bieten und die Werte stabil zu halten. Das ist der Grundsatz.
      Dein "Grundsatz" ist eine Banalität. Natürlich braucht es für die optimale Hälterung von Lebewesen optimale Bedingungen, was denn sonst?! Doch was optimale Bedingungen sind und wie diese zu erreichen sind, das sind die Fragen, wo die Meinungen auseinandergehen. Was ja auch gut so ist, ansonsten hätten wir ja nix mehr zu streiten und der Chris nix mehr zu schlichten. :)

      Zu Artemia fällt mir noch ein .. Als kleiner Junge hab ich die mal gezüchtet, damals hab ich so ein Artemia-Set geschenkt bekommen. Mal fernab der eher schnöden Frage nach der Eignung als Futter finde ich es noch heute spannend, wie Leben in diese eigentlich toten Eier kommt. Was die Frage aller Fragen aufwirft .. Was ist Leben?

      Der Link vom Reinhard ist allerdings interessant. Dass gefrostete Artemia dermaßen keimbelastet sind, wusste ich nicht. Vielleicht wären gefriergetrocknete (FD) Artemien eine Alternative.

      Gruß, Thomas
    • Zanclus schrieb:

      Vielleicht wären gefriergetrocknete (FD) Artemien eine Alternative.
      Dieses gefriergetrocknete graue Zeug sieht nicht nur nach nixmehr aus, sondern lässt auch nicht ansatzweise das Ursprungsfuttertier erkennen.

      Ich frage mich immer wieder, wo das Problem ist, in einer Blubberflasche Nauplien zu erbrüten und frisch geschlüpft lebend zu verfüttern. Kein Lebendfutter ist so einfach und schnell herzustellen.
      Grüße vom schönen Nordeifelrand,
      Werner

      Reefer 425, 2 x Hydra 32 + 40 Watt umlaufende LED-Leisten 13.000 K., 2 Spots.
      5 Turbelle, Wellen im 8 Sekundentakt, Strömungswechsel alle 3,5h, Deltec 600i.
      0,8 ml/d Lanthan, Biopellets, Zeolith.
      15 % Wasserwechsel/Woche, Balling light.

      Täglich lebende Artemianauplien + 250 cm³ frisches Phytoplankton.
    • Hallo

      Hier und da füttere ich gern die gefriergetrockneten Artemien, als Vitaminbombe oder Metikamentenschleuse,
      einfach in dem entsprechenden Medium einweichen.
      Alle meine Fische fressen es.
      Gruß Ewald

      _______________________________________________________________________________________________________________________________

      Früher hatte ich Angst im Dunkeln.
      Wenn ich heute so meine Stromrechnung sehe,
      hab ich Angst vorm Licht. ;(
    • Hallo zusammen,

      @Thorste81
      Eine Sechspunkt Schläfergrundel. Ich hatte schon eine, außerdem eine Maiden Schläfergrundel. Die waren sehr unkompliziert in der Futteraufnahme. Das aktuelle Tier habe ich etwas größer gekauft, also kein wirklicher Jungfisch mehr. Der geht an gar nichts. Ich habe ihm verschiedenen Pelletfutter und verschiedene Frustfuttersorten angeboten und direkt in seine Höhle gegeben. Er reagiert irgendwie nicht auf Futterreize. Außerdem schwimmt er gegen Abend häufig an der Scheibe von unten nach oben, was auch recht merkwürdig ist. Er wird von den anderen Fischen komplett ignoriert, keiner jagt oder drangsaliert ihn. Er magert leider immer mehr ab.

      @Zanclus
      Manche Banalitäten sind so banal, dass sie übersehen werden.
      Das zentrale Argument bei Systemen ohne Wasserwechsel ist, dass man durch Wasserwechsel unkontrolliert Zugaben macht, die dann zu Schwankungen führen. Je nach Salzqualität, Charge usw. Claude als Vertreter für Wasserwechsel sagt ganz klar, dass es ihm nicht um den Eintrag geht, sondern um den Austrag unerwünschter Stoffe. Zudem bietet der regelmäßige Wasserwechsel die Möglichkeit, sich mit dem Becken zu beschäftigen.
      Beides funktioniert, wobei die Systeme ohne Wasserwechsel etwas mehr Erfahrung und Kontrolle benötigen.

      Die Qualität des Futters ist wohl der Stein des Anstoßes. Claude wurde mal gefragt, was er von der Zugabe von Phytoplankton hält. Da hat er ganz klar mit Jaein geantwortet ;) Er kann das in seinem Labor ja alles untersuchen und die meisten Proben, die er bekommen hat, waren belastet mit allem Möglichem. Bakterien, Nährstoffen, Spuris usw. Es gibt aber auch Hersteller, die sehr reines Phytoplankton herstellen, dafür war er offener.
      Wie so oft kann man nicht alles über einen Kamm scheren, richtig und falsch gibt es meist nicht. Wieder so eine Banalität, ich hoffe, Thomas wird mich nicht zurechtweisen. Apropos:

      Zanclus schrieb:

      Was die Frage aller Fragen aufwirft .. Was ist Leben?
      Echt jetzt? :)

      Ich sehe es wie Werner. Frische Nauplien sind einfach zu produzieren, die Fische reagieren wir Kinder an Ostern, wenn es ums Finden der ganzen Leckereien geht und man muss sich keine Gedanken machen um schlechte Qualität. Besser geht es nicht, was Artemien anbelangt.

      Grüße

      Chris
    • Hallo Chris,

      argonaut schrieb:

      Zudem bietet der regelmäßige Wasserwechsel die Möglichkeit, sich mit dem Becken zu beschäftigen.
      Beides funktioniert, wobei die Systeme ohne Wasserwechsel etwas mehr Erfahrung und Kontrolle benötigen.
      der Witz ist ja der, dass auch diejenigen, die auf ein System angeblich ohne Wasserwechsel setzen, über kurz oder lang nicht um den Wasserwechsel herumkommen. Zeigt der ICP-Test nämlich an, was nur eine Frage der Zeit ist, dass ein oder mehrere Elemente zu hoch sind, werden eh (große) Wasserwechsel empfohlen. Da mach ich lieber einen mäßigen, aber regelmäßigen Wasserwechsel. Dabei kann man auch gleich noch seinen Sand mit der Mulmglocke schön durchsaugen, dann klappt's auch mit Sand, und der Pfleger freut sich. :)

      Gruß, Thomas
    • Hi Thomas,

      es ist halt ein Unterschied, ob man es praktiziert oder die Infos theoretisch (aus dem Internet) diskutiert. Ich betreibe gut 8 Jahre Becken ohne Wasserwechsel, Ati Essentials, Ati Essentials pro und Sangokai. Und ich kann dir sagen, da wird nichts angereichert an Spurenelementen.
      Was Claude meint sind Stoffwechselprodukte, die Korallen und andere Lebewesen produzieren.
      Mittlerweile mache ich wieder regelmäßige Wasserwechsel, weil es mir a. wieder Spaß macht und b. es tatsächlich so ist, dass man sich mehr um sein Becken kümmert. Man darf das alles nicht zu engstirnig sehen.

      Grüße

      Chris
    • Hallo Chris,

      argonaut schrieb:

      Und ich kann dir sagen, da wird nichts angereichert an Spurenelementen.
      dann hast Du wohl acht Jahre lang richtig viel Glück gehabt, da die zugeführten Elemente selten deckungsgleich mit dem Verbrauch sind.

      argonaut schrieb:

      Was Claude meint sind Stoffwechselprodukte, die Korallen und andere Lebewesen produzieren.
      Wie hast Du die aus dem Wasser rausgekriegt ohne Wasserwechsel?

      Gruß, Thomas
    • Hallo Thomas,

      ermüdend, aber was solls. Mit Glück hat das nichts zu tun. Die Systeme ohne Wasserwechsel gibt es ja nicht erst seit gestern und in keinem kommt es zu automatischen, systematischen Anstiegen von Spuren- und Makroelementen.
      Ozon zerstört einiges, was genau sonst gemeint ist mit "auszutragenden Stoffen" weiß ich nicht, musst du Claude fragen. Auf jeden Fall kann ich von keinen wahrnehmbaren negativen Folgen berichten.
      Wenn du ein Aquarium mit oder ohne Wasserwechsel betreibst und es läuft, alles wächst und gedeiht, dann interessieren dich solche theoretischen Abhandlungen einfach nicht.

      Grüße

      Chris
    • argonaut schrieb:

      Wenn du ein Aquarium mit oder ohne Wasserwechsel betreibst und es läuft, alles wächst und gedeiht, dann interessieren dich solche theoretischen Abhandlungen einfach nicht.
      Mich schon, ich verstehe aber, dass man es auch so wie Du sehen kann. Kommt halt immer auf die Ansprüche an. Wer ein Mischbecken pflegt, bei dem mag es auch ohne Wasserwechsel klappen. Wer wie Claude im High-End-Bereich unterwegs ist, wird wissen, warum er nicht auf den Wasserwechsel verzichten kann.

      Gruß, Thomas
    • Hallo Chris,

      ein Austrag ist schon wichtig! Alle die so gern propagierten "Systeme" orientieren sich an Durchschnittswerten für Dosierungen, nur ist individuell der Verbrauch bzw. Einbau in Organismen nicht immer gleich. Gerade hinsichtlich vieler Spurenelemente gibt es im Bezug auf Verbrauch, Nutzen oder Schwellen zur Toxizität noch reichlich Unklarheiten. Mit Ozon lassen sich Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Chrom, Zink, Nickel, Mangan etc. pp. nicht entfernen.
      Mit der Elementanalytik wie z.B. ICP lassen sich die aktuellen Konzentrationen zwar in die wichtigsten Bereichen bestimmen, problematisch kann aber die richtige Nachdosierung aller einzelnen Elemente sein. Zumeist werden dabei ja die angebotenen Fertigmischungen und nicht jedes einzelne Spurenelement separat verwendet. Anreicherungen sind somit durchaus möglich!

      Noch problematischer sieht es mit schädlichen organischen Verbindungen aus, die sich der herkömmlichen Analysen entziehen. Ich nenne da nur beispielhaft Algentoxine, Hemmstoffe, Nesselgifte und sonstige marine Biotoxine.

      Mit regelmäßigen Teilwasserwechseln lassen sich ungewollte Anreicherungen, Ionenverschiebung usw. sehr gut vermeiden. Aus diesem guten Grund empfiehlt dies Claude ( und nicht nur er!) als "Systemreset" - obwohl selbst Hersteller von hervorragenden Spurenelementprodukten und Anbieter von Analysen - auch weiterhin mit Nachdruck.

      Gruß

      Bernd
    • Hallo Bernd,

      ich kann nur aus der Erfahrung sprechen und Spurenelemente haben sich nie angereichert. Teilweise musst mal was separat dosiert werden, wie Jod oder Fluorid, aber das gibt auch bei regelmäßigem Wasserwechsel. Ein Argument der Hersteller von solchen Systemen ist ja, dass viele Salze viel zu viel enthalten und es bei manchen Elementen kaum möglich ist, die so niedrig zu dosieren, dass es nicht zu viel ist.
      Mit dem falschen Salz kann man durchaus negative Effekte verursachen.
      Aber das ist eigentlich kein Thema mehr, es gibt gute Salze, die jedem bekannt sind. Ich bin auch wirklich kein Verfechter der einen oder anderen Richtung. Ich finde es nur manchmal etwas schade, wenn es zu einseitig wird. Ich glaube es war Armin Glaser, der mal einen Vortrag hielt über einen Versuch, ein Becken 1-2 Jahre ohne Wasserwechsel zu betreiben. Er hat, soweit ich mich erinnern kann, jede Woche eine ICP gemacht. Finde das Video leider nicht mehr. Das war eine gute Dokumentation.

      Ich habe keine Ahnung, was biochemisch in einem Becken über längere Zeit passiert. Ob Algentoxine, Hemmstoffe, Nesselgifte usw. über Ozon oder Kohle wirklich gut entfernt werden oder ob Wasserwechsel die bessere Wahl sind. Ich weiß auch nicht, ob Becken ohne regelmäßige Wasserwechsel nach 4, 5 oder 6 Jahren nicht doch mal ein größeres Problem bekommen.

      Ich würde Anfängern immer zu regelmäßigen Wasserwechseln raten, nicht nur wegen der Beschäftigung mit dem Becken, sondern auch wegen dem routinierten Messen der Werte. Es ist merkwürdig, ich war die ganzen Jahre immer zu faul zum Wasserwechseln, nun mache ich es sogar wöchentlich und es macht Spaß. Ecken absaugen, abgebrochene Korallenäste entfernen, die Korallen genau anschauen usw., das ist wirklich sehr wichtig. Zudem habe ich das gute Gefühl, "altes" Wasser gegen frisches auszutauschen.

      Grüße

      Chris
    • Bernd Koberstaedt schrieb:

      Noch problematischer sieht es mit schädlichen organischen Verbindungen aus, die sich der herkömmlichen Analysen entziehen. Ich nenne da nur beispielhaft Algentoxine, Hemmstoffe, Nesselgifte und sonstige marine Biotoxine.

      argonaut schrieb:

      Ob Algentoxine, Hemmstoffe, Nesselgifte usw. über Ozon oder Kohle wirklich gut entfernt werden oder ob Wasserwechsel die bessere Wahl sind.
      Ich glaube, das ist einer der wesentlichen Kernpunkte. Der (intensive) Einsatz von Ozon und Kohle ist auch nicht immer unproblematisch. Vor allem mit Aktivkohle kann man bestimmte Korallen durchaus in Schwierigkeiten bringen. Ich habe das schon mit Xenia und Discosoma erlebt. Außerdem stellt sich natürlich immer die Frage, was denn alles außer den unerwünschten Stoffen und in welcher Menge entfernt wird. Aber natürlich gibt es auch sehr ansehnliche Becken ohne oder mit wenig Wasserwechsel, hier ein Beispiel mit der Methode Sangokai. Ich selbst bin jetzt rund 40 Jahre in den (Wasser)Wechseljahren und werde das auch bleiben, zum einen aus geübter Gewohnheit, zum anderen aus guten Erfahrungen heraus und schließlich, weil ich ohnehin nur noch kleine Becken betreibe.

      Gruß

      Wolfgang
      Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!
    • Werner F. schrieb:

      Zanclus schrieb:

      Vielleicht wären gefriergetrocknete (FD) Artemien eine Alternative.
      Dieses gefriergetrocknete graue Zeug sieht nicht nur nach nixmehr aus, sondern lässt auch nicht ansatzweise das Ursprungsfuttertier erkennen.
      Ich frage mich immer wieder, wo das Problem ist, in einer Blubberflasche Nauplien zu erbrüten und frisch geschlüpft lebend zu verfüttern. Kein Lebendfutter ist so einfach und schnell herzustellen.
      Wasserwechsel ist der Booster eines jeden Meerwasseraquariums. Man sieht es den Korallen deutlich an, dass sie 1-2 Tage nach dem Wasserwechsel, sich * wohler * fühlen.
      Ich würde nicht darauf verzichten wollen.

      Grüße ... KLaus
      Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....
    • Ruediger schrieb:

      Hallo Klaus,

      den gleichen Effekt sehe ich, wenn ich Reef Roids füttere oder Calciumhydroxid verwende.
      Worauf basiert der Effekt also?
      Deiner Aussage nach müsste man am besten ein System anwenden, bei dem kontinuierlich Wasser gewechselt wird.

      Viele Grüße,
      Rüdiger
      ... dann wären wir fast bei naturähnlichen Systemen, zumindest was das Wasser anbelangt und müssten auch keine Spuris mehr dosieren (die meisten sind ja schon drin). Würde auch einen Riesennachfülltank bedeuten und ein ausgeklügeltes System das auch wirklich nur das Altwasser abgeschöpft wird. Also ein "Go" an alle Erfinderköpfe ... oh man wie schön ist die Rumspinnerei! :thumbsup:

      Viele Grüße

      Eric
    • Hallo Rüdiger,

      Ruediger schrieb:

      Deiner Aussage nach müsste man am besten ein System anwenden, bei dem kontinuierlich Wasser gewechselt wird.
      wird auch gemacht, und zwar in der Fischzucht. Ohne ständige Wasserwechsel würde man die Wachstumsraten nicht hinbekommen. Und für unsere Aquarien wäre eine Pipeline zum Meer auch ideal. Zum Glück sind Fische und Korallen ziemlich tolerante Lebewesen, so dass sie auch in der Suppe in unseren Aquarien mehr oder weniger gut überleben können.

      Gruß, Thomas
    • Zanclus schrieb:

      Hallo Rüdiger,

      Ruediger schrieb:

      Deiner Aussage nach müsste man am besten ein System anwenden, bei dem kontinuierlich Wasser gewechselt wird.
      wird auch gemacht, und zwar in der Fischzucht. Ohne ständige Wasserwechsel würde man die Wachstumsraten nicht hinbekommen. Und für unsere Aquarien wäre eine Pipeline zum Meer auch ideal. Zum Glück sind Fische und Korallen ziemlich tolerante Lebewesen, so dass sie auch in der Suppe in unseren Aquarien mehr oder weniger gut überleben können.
      Gruß, Thomas


      Tjo, der ein oder anderen Koralle wird's in so mancher "Suppe" sicherlich nicht schlechter gehen. Da sind sie wenigstens nicht von der Versauerung, Überdüngung und dem Temperaturanstieg betroffen. Auch die Dornenkrone und andere Fressfeinde kommen in so mancher "Suppe" hierzulande glücklicherweise nicht vor.

      Auch Gruß
      Thomas
      Grüße
      Tom
    • Ganz so konstant sind die Bedingungen in der Natur auch nicht. In vielen Riffen ändern sich die Strömungen, oft jahreszeitlich. Wenn mal wieder ein Schwung Tiefenwasser in die Riffnähe kommt, wird das Riff mit Spurenelementen und erhöhten Calciumkonzentrationen gedüngt. Ich gehe auch davon aus, dass die wichtigste Spurenelementversorgung von Korallen durch das Plankton geschieht. Und davon haben wir im Aquarium nicht gerade viel, um nicht zu sagen nix.
      LG Burkhard
    • Grüß Euch!

      audioTom schrieb:

      Tjo, der ein oder anderen Koralle wird's in so mancher "Suppe" sicherlich nicht schlechter gehen. Da sind sie wenigstens nicht von der Versauerung
      Ich glaub Du schaust zu viel TV. Milch kann versauern, nicht das Meer. Zumindest braucht es "einiges", um die Meere zu versauern. 1,3 Mrd. Kubikkilometer Salzwasser sind nämlich ein ziemlich großer Puffer. Mit CO2 / Kohlensäure kommt man da nicht weit. Selbst wenn man es mit der relativ starken Salzsäure versuchen wollte, müsste man ca. 13 Billionen Tonnen davon in die Meere kippen, um den pH-Wert um nur 0,1 zu senken.

      Burkhard Ramsch schrieb:

      Ich gehe auch davon aus, dass die wichtigste Spurenelementversorgung von Korallen durch das Plankton geschieht. Und davon haben wir im Aquarium nicht gerade viel, um nicht zu sagen nix.
      Das glaub ich auch. In diesem Video kann man schön sehen, wie schnell Korallen im Meer wachsen können. Davon sind wir noch ein gutes Stück weit entfernt ..



      Gruß, Thomas