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mein erstes Meerwasser Aquarium

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    • mein erstes Meerwasser Aquarium

      Hallo,

      da ich in meinem Vorstellungsthread bereits Tipps zu meinem geplanten ersten Meerwasserbecken bekommen habe, starte ich nun hier den Diskussionsthread zu meinem Vorhaben.

      Zu meiner vorhandenen Technik:
      • Becken 60x30x30 --> 54l Standardbecken (Die Maße sind nicht optimal aber das Becken steht ohnehin hier.)
      • Luftheber als Strömungsquelle 1 (Ja der macht nicht so viel Wellen aber der ist eben auch noch hier und passt ganz gut in den ehemaligen Bereich des Eck-HMF. Die Matte wird durch eine Platte ersetzt und bekommt oben Aussparungen um eine art low cost Oberflächeabzug zu erzeugen wenn der Luftheber das Wasser hinter der Platte ansaugt. Dort wäre dann auch noch Platz für eine Heizung, sofern diese notwendig wird.)
      • 0815 Strömungspumpe als eigentliche Strömungsquelle. Diese war mal in meinem 240l Becken um den Corydoras (kleine Süßwasserwelse, welche laut Netz Strömung lieben) etwas gutes zu tun. Die haben sich bei mir mit der Pumpe im Becken allerdings nur noch verkrümelt und die Strömung gemieden.
      • Aquarienheizungen sofern diese benötigt werden.
      • Als Beleuchtung habe ich drei Optionen:
        • Original Abdeckung mit einer T5 Röhre. (Eigentlich habe ich nicht vor das überhaupt zu testen, da die wohl deutlich zu schwach ist.)
        • Mehrere 10W LED Strahler mit Reflektor über dem Becken Montieren. Habe hier noch fünf davon liegen.
        • Mehrere LED Module auf einem Alu Kühlkörper. Laut Beschreibung haben die auch jeweils 10W bei 12V. Daran glaube ich allerdings noch nicht ganz. 5W ist wohl realistischer. Diese würde ich dann in Harz eingießen um das Ganze Wasserdicht zu bekommen. Das sollte bei 30cm Wasserstand doch eigentlich hinhauen oder übersehe ich etwas?


      Eine Osmose Anlage habe ich mir heute über ein Kleinanzeigenportal geordert.

      Als Einrichtung ist folgendes Geplant:
      • Steinaufbauten aus RRR + Lebendgestein. (Die Kombi möchte ich nicht wegen des Preises, sondern um die Menge aus dem Meer entnommenen Gesteins zu minimieren. WhiteCorals ist nur 100km von mir entfernt und die scheinen da auch relativ verantwortungsvoll mit umzugehen. Ich denke dort werde ich mir dann die genauen Aufbauten zurecht suchen.)
      • Sand als dünne Bodenschicht soll mit ins Becken. Da würde ich ebenfalls einfach mal schauen was WC da so auf Lager hat.
      • Ein wenig Algen, vorzugsweise caulerpa taxifolia die im Hintergrund auf Sand sitzt könnte ich mir auch vorstellen.
      Nun zum für mich spannendsten Teil des Beckens, Die Bewohner:
      • Wie mir als Tipp schon genannt wurde möchte ich mit Weich- und Lederkorallen starten. Welche Arten genau hängt ein bisschen von der Verfügbarkeit ab. Bevor ich kaufe lese ich mir aber definitiv die jeweiligen Einträge im Lexikon durch.
      • Eine Xenia möchte ich wegen ihrer pumpenden Bewegungen definitiv. Sie bekommt aber einen Platz abseits des eigentlichen Aufbaus um Kontrollierbar zu bleiben.
      • clibanarius tricolor und eventuell die ein oder andere Schnecke fände ich auch ganz interessant.


      zu meinen Fragen:

      Nachdem der Tipp möglichst früh mit Korallen zu beginnen kam, stelle ich meinen Plan das alles nach und nach einzubringen etwas in Frage. Ich habe hier zwei Bücher von Daniel Knop liegen die das langsame Zusetzten empfehlen. Die Konkurrenz zu den Algen kann ich aber durchaus nachvollziehen.
      Sind Weichkorallen da Robust genug um bereits in der Einfahrphase einzuziehen?

      Ich habe nicht vor einen Abschäumer anzubringen. Ist das ein Problem wenn ich dennoch 3-4 kleine clibanarius tricolor einziehen lasse?

      Würdet ihr einem Neuling eher frisches Lebendgestein oder gehältertes Lebendgestein empfehlen?
      Ich finde den Gedanken der Wundertüte eigentlich ganz nett und auch wenn diese aus Plagegeistern besteht, dürfte das doch alles Machbar sein oder?

      Eigentlich sollte das Becken an eine Östliche Wand auf die nie direkte Sonneneinstrahlung fällt, allerdings frage ich mich ob direkte Sonne nicht auch nützlich sein könnte. Alternativ hätte ich einen Platz unter einem Schrägen Dachfenster an der Südseite. Hier würde die Sonne, wenn der Rollo oben ist ;) , vermutlich direkt auf die Abdeckscheiben scheinen.

      Sobald es was zu sehen gibt folgen natürlich auch Bilder.

      Grüße Max
    • Hallo Max,

      ein paar Kommentare zu deiner Planung:

      Ska200 schrieb:

      Luftheber als Strömungsquelle 1 (Ja der macht nicht so viel Wellen aber der ist eben auch noch hier und passt ganz gut in den ehemaligen Bereich des Eck-HMF. Die Matte wird durch eine Platte ersetzt und bekommt oben Aussparungen um eine art low cost Oberflächeabzug zu erzeugen wenn der Luftheber das Wasser hinter der Platte ansaugt. Dort wäre dann auch noch Platz für eine Heizung, sofern diese notwendig wird.)
      Das wird nicht funktionieren. Im Meerwasser wird eine Strömung benötigt, die ganz grob gesagt 20-30x dem Wasservolumen im Becken entspricht. Bei knapp 60 Litern sind das 120-180 Liter REALE Strömung. Zu viel ist schädlich, zu wenig ist TÖDLICH!
      Deshalb nochmal mein Tipp aus dem anderen Thread: 4-in-1-Bio-Circulator von Dennerle + Aquaclear 70 von Hagen.

      Ska200 schrieb:

      0815 Strömungspumpe als eigentliche Strömungsquelle.
      Ist die seewasserfest? Falls nicht, ist sie schneller weggerostet als du Semesterferien hast.

      Ska200 schrieb:

      Original Abdeckung
      Von einer Abdeckung rate ich dir generell ab, du benötigst viel Sauerstoff im Becken, eine Abdeckung behindert den Sauerstoffaustausch signifikant.

      Ska200 schrieb:

      Als Beleuchtung habe ich drei Optionen:


      Original Abdeckung mit einer T5 Röhre. (Eigentlich habe ich nicht vor das überhaupt zu testen, da die wohl deutlich zu schwach ist.)

      Mehrere 10W LED Strahler mit Reflektor über dem Becken Montieren. Habe hier noch fünf davon liegen.

      Mehrere LED Module auf einem Alu Kühlkörper. Laut Beschreibung haben die auch jeweils 10W bei 12V. Daran glaube ich allerdings noch nicht ganz. 5W ist wohl realistischer. Diese würde ich dann in Harz eingießen um das Ganze Wasserdicht zu bekommen. Das sollte bei 30cm Wasserstand doch eigentlich hinhauen oder übersehe ich etwas?
      Ich rate dir zu einer Standard Beleuchtung. Für Do-It-Yourself-Projekte fehlt dir möglicherweise die Erfahrung in Sachen Spektrum und den Bedürfnissen von Korallen.

      Ska200 schrieb:

      Sind Weichkorallen da Robust genug um bereits in der Einfahrphase einzuziehen?
      Definitiv! Die sind fast nicht totzukriegen. Einfach Steine rein, Salzwasser rein und direkt die Korallen rein. Warten war vorgestern!

      Ska200 schrieb:

      Ich habe nicht vor einen Abschäumer anzubringen. Ist das ein Problem wenn ich dennoch 3-4 kleine clibanarius tricolor einziehen lasse?
      Überhaupt kein Problem! Ich betreibe 90L ohne Abschäumer mit einer Menge Schnecken, Einsiedlern, fünf Garnelen und vier Fischen.

      Ska200 schrieb:

      Würdet ihr einem Neuling eher frisches Lebendgestein oder gehältertes Lebendgestein empfehlen?
      Das liegt an dir. Durch vorgehältertes Lebendgestein ersparst du dir einigen Stress mit Einfahrphase, Algen usw. Außerdem sparst du dir oft Plagen.

      Ska200 schrieb:

      Alternativ hätte ich einen Platz unter einem Schrägen Dachfenster an der Südseite. Hier würde die Sonne, wenn der Rollo oben ist , vermutlich direkt auf die Abdeckscheiben scheinen.
      Das würde ich nicht machen, viel Sonne bedeutet auch immer viel Wärme. Die meisten Tiere im Meerwasser haben eine kleine Temperaturspanne in der sie sich wohlfühlen. Diese reicht von ~22°C - 27°C, alles drunter führt zur Einstellung des Wachstums, alles drüber führt längerfristig zum Tode der Tiere (4 Tage über 30°C bedeuten meistens das Ende aller höheren Lebewesen im Becken).

      Viele Grüße,
      Rüdiger
    • Ähnlich wie Rüdiger denke ich, dass Du ein paar Punkte nicht ganz richtig einordnest.

      • Du brauchst einen Oberflächenabzug, damit sich keine Kahmhaut bildet, sonst ersticken Deine Tiere schneller als sie durch Lichtmangel verhungern.Eheim Skim 300 ist eine billige und gut funktionierende Lösung dafür. Oder eben den Biocirculator. Königsweg wäre wahrscheinlich ein Technikabteil einkleben mit Überlaufkamm und einer eingebauten Strömungspumpe.
      • Nimm eine oder besser noch zwei kleine Strömungspumpen, So kannst Du die notwendige Strömung gut verteilen und verhinderst einen Komplettausfall, wenn eine mal blockiert wird etwa durch eine Schnecke.
      • LED-Beleuchtung muss gut gekühlt werden, sonst nimmt die Leistung der LEDs schnell ab, dehalb ist ein Eingiessen in Harz etwas kritisch.

      Viele Grüße

      Sandy
    • Hallo zusammen,

      Sandy Drobic schrieb:

      Du brauchst einen Oberflächenabzug, damit sich keine Kahmhaut bildet, sonst ersticken Deine Tiere schneller als sie durch Lichtmangel verhungern.
      deshalb ja der Hagen Aquaclear 70, der bietet gute, breite Strömung und wälzt das Wasser zuverlässig von oben nach unten um.
      Außerdem passt dort super ein Büschel Algen rein oder ein Nano-Heizer oder ein Beutelchen mit Aktivkohle oder so.

      Der 4-in-1-Biocirculator dient als zweite Strömungspumpe und Schnellfilter (wenn man den Schwamm aufsteckt).

      Sandy Drobic schrieb:

      LED-Beleuchtung muss gut gekühlt werden, sonst nimmt die Leistung der LEDs schnell ab, dehalb ist ein Eingiessen in Harz etwas kritisch.
      Das größte Problem bei LED ist, dass der User nach Belieben daran herumspielen kann. Ein Neuling, der nicht weiß was er da tut, kann durch falsche Einstellung (hey, es ist total schön blau!) viele Korallen (und die eigenen Augen bei DIY) dauerhaft schädigen.

      Ich kann 2x Kessil A80 Tuna Blue bedenkenlos für so ein Becken empfehlen, damit kannst du nichts kaputt machen.
      Oder eben ganz klassisch und günstig: 2x Dennerle Nano Marinus Reef Light mit 24W

      Viele Grüße,
      Rüdiger
    • Hallo und danke für die vielen Antworten.

      Ich muss gestehen ich bin etwas geplättet. Ich hatte gehofft ich kann mit meiner bestehenden Süßwassertechnik zumindest einen Teil der Anschaffungen umgehen, solange ich nur ein solch kleines Becken betreibe. Ich möchte aktuell allerdings nicht so viel Equipment kaufen und werde daher zunächst nicht in die Meerwasseraquaristik abtauchen. Mir geht es dabei nicht nur um die Ausgaben, sondern auch um die Menge an Equipment gering zu halten. Ich habe erst einen Umzug hinter mir und ich muss sagen ich bin erschrocken wie viele alte Pumpen, Leuchten, Heizer, ... sich da angesammelt haben.

      Versteht das nicht falsch, ich finde die Meerwasseraquaristik nach wie vor sehr Interessant und ich bin mir sicher wenn ich Mein Masterstudium beendet habe und wieder voll im Arbeitsleben stehe, wird auch die Meerwasseraquaristik einen weg zu mir finden. Dann vermutlich auch ohne DIY und direkt Wohnzimmertauglich ;) .

      Mir fällt diese Entscheidung nicht leicht, weshalb über das Wochenende auch keine Reaktion kam, aber ich möchte auch keiner Sein der in ein Forum kommt sich und sein Vorhaben vorstellt, super Tipps bekommt und dann doch seinen eigenen Plan durchzieht. Am Ende wundert man sich dann warum denn das alles so blöd ist und der Verkäufer der das Glasbecken verkauft hat und dabei erwähnt hatte das das Becken auch für Meerwasser geeignet sei ist schuld weil er einen falsch beraten hat.

      Sowas habe ich im Süßwasserbereich schon zu Hauf gesehen und immer sind die Tiere die Leidtragenden darunter. Daher vielen Dank für die wertvollen Informationen und ich hoffe ich melde mich irgendwann wieder zurück und starte dann wirklich mein erstes Meerwasser Becken.

      Grüße Max