Marubis e.V. Korallenriff Meerwasserlexikon Mrutzek Meeresaqiaristik Interessengemeinschaft für marine Nachzuchten - IFMN www.meerwasserforum.info

Dinos? Frage an Meerwasser Experten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Dinos? Frage an Meerwasser Experten

      Hallo ihr Meerwasser Experten,

      unser Becken läuft nun in der sechsten Woche und es hat sich allerlei Belag gebildet. Zum einen Cyanos, wo ich denke das man das in den Griff bekommt. Aber es ist auch ein hellbrauner Belag gewachsen der sich mäßig schnell ausbreitet. Auch nur dort wo direktes Licht einfällt.
      Ich habe heute mal das alte Schülermikroskop ausgegraben und versucht Bilder zu machen. Außer der Würmer hat sich nichts bewegt. Ich hoffe man erkennt was. Die Wasserwerte scheinen top zu sein. Phosphat ca 1 und Silikat nicht nachweisbar. Nitrat ist auch fast keins vorhanden.

      Was sagen die erfahrenen Aquarianer dazu? Abwarten bis das Becken richtig eingefahren ist oder Gegenmaßnahmen ergreifen?

      Danke, Lars!
    • Hallo
      @Thomas
      Das mag genauso stimmen und gewesen sein, als du deine Dinos unter dem Mikroskop betrachtet hast. Es gibt aber auch genügend Arten, die sich wenig bis fast nicht bewegen. Diese erscheinen dann unter dem Mikroskop betrachtet regungslos.

      Hallo Lars,
      Cyanobakterien gehen oft einher mit Dinos und anderen „Ungemach“.
      Es ist nicht selten, dass die Biester gerade in der Einfahrphase oder noch jungen Becken auftreten.
      Das „A und O“ auch hier Ruhe bewahren. Nicht alle möglichen Maßnahmen mit einmal machen. Zeitversetzt immer nur einzelne Komponenten verändern und beobachten. Am besten legt man sich ein Büchlein an in dem man alle Wasserwerte und Parameter notiert.
      Was kann man tun?
      Aussitzen und abwarten, da es noch ein jungen Becken ist. In dieser Phase ist noch nichts stabil, auch wenn das oft und gern behauptet wird. Chemisch kann man natürlich nachhelfen und regulieren. Biologisch gesehen, braucht man Geduld und muß warten.
      Andererseits kann man durchaus versuchen einzelne Komponenten zu ändern. Geduld braucht man auch hier.
      Zu den Cyanos schreibe ich nicht viel, weil es da kein Allheilmittel gibt.
      Aber ich würde das Zeugs absaugen. Immer und immer wieder.

      Oder:

      *mal Kohle einsetzen
      *den Abschäumer kritisch beäugen( nicht extrem viel oder wenig abschäumen)
      *die Eisenkonzentration kontrollieren
      *Strömung verändern
      *Licht überprüfen, wenn dann langsam und vorsichtig ändern
      *Nährstoffe kontrollieren
      Im Buch „Trojaner im Meerwasseraquarium“ von Knopp ist auch ein Versuch mit Kalziumhydroxid beschrieben. Das sieht da eigentlich auch ganz gut aus.

      In Anbetracht der Dinos würde ich auf Wasserwechsel und der Dosierung von Spurenelementen verzichten, zumindest die Dosierung überdenken.
      Höhere Algen kann man auch ins System einbringen. Refugium oder ein Reaktor ist schick. Direkt ins Becken bitte keine invasiven Arten.
      Die Zugabe von Kalkwasser wäre auch ein Ansatz. Hierbei verringert sich freies CO2 im Wasser und dämmt so ebenfalls die Vermehrung ein.
      Atemkalk vor dem Lufteinzug des Abschäumers schalten, ist ebenfalls eine gute Maßnahme. (Die Mikroblasen eines durchschnittlichen Abschäumers haben übrigens eine Oberfläche von rund 10 Quadratmetern!)
      Hierzu gibt es fertige Kartuschen oder man bastelt sich selbst was. Beim Basteln aber unbedingt darauf achten, dass keine „Falschluft“ aus etwaigen Undichtheiten eingezogen wird. Sonst funktioniert es nicht oder nicht gut.
      Fazit: Abwarten und lediglich absaugen oder aktiv einzelne Komponenten ändern. Dabei unbedingt immer nur einzelne Parameter korrigieren und entsprechend dokumentieren. Ruhe und Gelassenheit sollte immer dabei sein.
      Gruß Frank
    • Hallo Lars,

      ich weiß nicht wie du dein Wasser angesetzt hast bzw. auch dein Wechselwasser, auf jeden Fall sollte der Osmoseanlage ein Mischbettharzfilter nachgeschaltet werden. Leitungswasser enthält oftmals, manchmal auch schwankend, Silikat. Manche Wasserwerke geben dies auch zeitweise zum Schutz der Rohre gesondert hinzu. Dieses ist die wichtigste Nahrungsquelle für Kieselalgen und diese dann wieder für Dinoflagellaten.
      Die Osmosanlage entfernt Silikat nur ganz unzureichend; daher der Mischbettharzfilter!

      Wenn das Silikat aufgebraucht ist, verschwindet dann der Spuk meist auch wieder von allein. Beim verstärkten Auftreten von Dinoflagellaten nichts, wirklich gar nichts dem Becken zugeben, vor allem auch keine Bakterienpräparte, denn viele Arten davon stellen auch eine gute Futterquelle für die Dinos dar.

      Gruß

      Bernd
    • Hallo zusammen!

      Erstmal vielen Dank für eure Hilfe. @Frank H. Mein Puls ist wieder im normalen Bereich. Dein Post hat mir wieder Mut gemacht.

      Das Wasser kommt aus einer Osmoseanlage mit Mischharzfilter. Der Tröpfchentest kann kein Silikat nachweisen. Ich habe jetzt trotzdem erstmal Silikatabsorber in das Filterbecken gesetzt.

      Des Weiteren habe ich so weit wie möglich die Beläge abgesaugt, die Strömung optimiert (hoffentlich), den Wasserstand im Abschäumer etwas erhöht und die Beleuchtung erstmal mehr ins Blaue verlagert.

      Ich hatte angefangen Sangokai Basic zu dosieren, das ist jetzt auch gestoppt.

      Mal schauen wie es sich die nächsten Tage so entwickelt.

      Grüße, Lars
    • Benutzer online 2

      2 Besucher