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Vorstellung..........

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    • Vorstellung..........

      Hi an Alle,
      ich bin Hans, 63, seit 50 Jahren Süsswasserfuzzi, 20 Jahre Wirbellosenzüchter und traue mich nun Halocaridina rubra (rote Hawaigarnele). Was ich nicht wusste, Brackwasser ist anders, nichts funktioniert normal. Alleine die simple Prozedur die ich für meine Süsswasserbecken mache (Soil rein, Pflanzen rein, Wasser rein, Schnecken rein), reicht aus um Süsswasserbecken mit einer funktionierenden Beifauna auszustatten. Im Brackwasser habe ich das nicht, ich habe keine Pflanzen, bewachsene Steine/Hölzer, Schnecken oder sonst irgend etwas um ein funktionierendes Becken aufzubauen.
      Die angestrebte Dichte meines Beckens liegt bei 1010-1013, salztolerante Süsswasserorganismen gehen bis 1005-1008, dann ist Schluss. Es ist ein Standard 60er Becken, gefiltert über Säulen-HMF .


      Wie man sieht habe ich altes, totes Lebendgestein verwendet und es mit Lavabrocken hinterfüttert, es kommt den Lebensgewohnheiten dieser "Spaltenbewohner" sehr nahe, manchmal sieht man halt keine Tiere :)
      Seit einer Woche sind da 20 H. rubra drin, weil ich dachte das Becken sei stabil (das Becken lief 4 Wochen ein) , dann tauchten Cyanos auf (aus dem toten Lebendgestein, die die mein Korallenbecken vernichtet haben, es ist unmöglich, (4 Jahre trocken im Karton, halbe Dichte) trotzdem bin ich mir ziemlich sicher das es dieselben sind, ein ekelhaft grüner Schleim der Blasenschnüre nach oben bildet. Wegen den Cyanos habe ich nun zusätzlich einen alten Eheim (2008) mit entsprechenden Granulaten (Phosphor, Nitrat, Ammoniak) bestückt und angeschlossen.
      Nun versuche ich an Steine, Holz, Dreck usw. aus den Brackwassergebieten zu kommen um das Becken biologisch in Gang zu bekommen.

      So das ist meine Geschichte, ich weiß das ich einem Meerwasserforum bin, in einem Süsswasserforum bin ich genau so richtig oder falsch wie hier.
      Hat jemand eine Idee wie mir zu helfen ist? Brainstorming ist gefragt. :)
    • Hallo Hans,

      herzlich willkommen hier im Forum. Auch wenn die überwiegende Zahl der eingerichteten Becken hier Korallenbecken sind gibt es doch einige Leute, die Erfahrung mit Ostseebecken und Brackwasserbecken haben. Ich denke da allein schon an Steffi und ihre kleinen Garnelenbecken. Unter anderem auch Felsengarnelen, die sich sogar vermehrt haben, wenn ich mich recht erinnere.

      Ich bin nicht überzeugt davon, dass es wirklich die gleichen Cyanos sind, die bereits als Sporen auf dem Totgestein überdauert haben. Weit eher wird es wohl der Fall sein, dass ähnliche Bedingungen die Cyanos bevorzugten und eine Steilvorlage für die Massenvermehrung der Cyanos geboten haben.

      Wenn es wirklich Cyanos sind (google mal nach dem Alkoholtest der Cyanos), dann hast Du bei den Wasserwerten wahrscheinlich die sogenannte Reinwasserform der grünen Cyanos erwischt. Diese kommt oft bei sehr nährstoffarmen Becken vor und nutzt dabei gerne Phosphatdepots in den Steinen. Cyanos sind bekannt dafür, dass sie solche Depots in den Steinen aufschließen und für sich nutzen können.

      Wie sind die Werte für Nitrat und Phosphat? Süßwassertests sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht empfindlich genug!
      Viele Grüße

      Sandy
    • Hallo Hans,

      du solltest dich komplett von deinem Wissen aus der Süßwasserzeit verabschieden.
      Ein HMF ist kein geeignetes Filtermaterial, im Gegenteil, das wird irgendwann zur Phosphat / Nitratbombe.
      Du solltest das Becken nochmal leeren, reinigen, danach 1-3 cm Bodengrund rein, Lebendgestein rein und dann ein paar höhere Algen rein und maximal 12 Stunden beleuchten.
      Totgestein ist für Anfänger meiner Meinung nach nicht geeignet.
      Wichtig ist wirklich, dass du möglichst viele verschiedene, höhere Algen reinmachst, sonst wirst du immer wieder Plagen bekommen.
      Die beiden Wasserwerte, die du im Auge behalten musst sind Phosphat (PO4) und Stickstoff (NO3 oder NH4).
      Diese sollten weder zu hoch <0,2 noch zu niedrig >0,02 für Phosphat und >0 und <50 mg/L Stickstoff.
      Ein weiterer Wert, den du ab und zu messen solltest ist Jod für die Häutung der Garnelen. Bei mir gebe ich 2 Tropfen Jod auf 100L jeden Tag dazu.

      Insgesamt hast du viel zu viel Gestein im Becken. Ich würde das gesamte Gestein rausnehmen und entsorgen und einen einzelnen Brock Lebendgestein verwenden.
      Von dem Vulkanzeug kann ich dir nur abraten, da können alle möglichen (Schwer)Metalle dein sein.

      Viele Grüße,
      Rüdiger
    • Hallo Hans!

      Herzlich willkommen!

      Ich befürchte hier werden jetzt viele schreiben die keine Ahnung von Deinen Garnelen haben.
      Linda hat schon seit vielen Jahren diese kleinen Garnelchen. Ich werde sie auf diesen Beitrag aufmerksam machen.
      Sie hat sicher einige Tipps für Dich.
      Ich selber pflege seit ca. 5 Jahren Pseudomugil cyanodorsalis mit Caridina gracilirostris, rote Nashorngarnele und Nerita Schnecken.
      Ich versuche aber eher einen Mangrovenbereich nachzubilden. Bin dabei aber nicht sehr erfolgreich. :(
      Servus Reinhard
      _________

      Meeresverein Austria
    • Hallo Hans,

      zunächst mal herzlichen Glückwunsch zur Entscheidung, Halocaridina rubra zu pflegen.

      Anders als die meisten hier verwende ich gerne Kreiselpumpen mit aufgesetzter Schaumstofffilterpatrone, auch im Meerwasser. Cyanos und in weiterer Folge Dinoflagellaten (die ich für das größere Risiko halte) kann durch die Entfernung feiner Schwebeteilchen die Existenzgrundlage entzogen werden. In einem jungen Aquarium sind meist PO4-Depots in porösem Gestein verantwortlich für die Entwicklung von Cyanos, wenn gleichzeitig Nitrat nicht in ausreichender Menge vorhanden ist. Da hilft nach meiner Erfahrung recht gut absaugen der Beläge und häufiger Wasserwechsel sowie die Reinigung des Schaumstofffilters alle paar Tage. Für den WW verwende ich in diesem Fall gefiltertes verdünntes Altwasser aus meinem Riffbecken. PO4-Adsorber habe ich schon lang nicht mehr in Verwendung.

      H. rubra kommt auch mit sehr widrigen Verhältnissen gut zurecht, einen größeren Ausfall hatte ich nur einmal im Zuge eines Dinoflagellatenbefalls.

      Korrigieren möchte ich dich hinsichtlich der Aussage, dass Süßwasserorganismen nur eine Dichte von 1.008 vertragen. Ich halte in Brackwasser zwischen 1.015 und 1.020 Rennschnecken, Turmdeckelschnecken und Ostafrikanische Einsiedlerkrebse. Diesen Salzgehalt vertragen einige Seegräser und - nach längerer Eingewöhnungszeit - auch Cryptocoryne ciliata. Fadenalgen stellen sich oft von alleine ein, da muss man eher darauf achten, dass es nicht zuviele werden. Optisch geben sie ja auch nicht so viel her, aber die Algenpolster werden von den Garnelen wegen der Bakterienfilme gerne aufgesucht.

      Dein Garnelenbecken sieht gut aus und ist mit den vielen Versteckmöglichkeiten sicher ein schönes Zuhause für H. rubra. Die Menge an Gestein ist halt - abgesehen von den PO4-Depots - auch gut geeignet für Detritusablagerungen, wo sich gerne wieder Cyanos ansiedeln. Da wirst du aber jetzt nicht mehr viel ändern können, weil die Garnelen wirklich kleinste Höhlen im Gestein aufsuchen und von dort kaum wegzubringen sind. Lava- und anderes Gestein mit mineralischen Einschlüssen würde ich dennoch entfernen, weil andere Organismen durch die Freisetzung etwaiger Schadstoffe durch das Salz im Wasser Probleme bekommen können. DAS ist tatsächlich ein Unterschied zum reinen Süßwasser.

      Ich wünsch dir trotz des vielleicht etwas holprigen Starts viel Freude mit den roten Zwergen!

      Liebe Grüße
      Linda
    • Hai

      Ruediger schrieb:

      Hallo Hans,

      du solltest dich komplett von deinem Wissen aus der Süßwasserzeit verabschieden.
      Ein HMF ist kein geeignetes Filtermaterial, im Gegenteil, das wird irgendwann zur Phosphat / Nitratbombe.



      Viele Grüße,
      Rüdiger
      Sehe ich nicht so, HMF können auch ganz gut im Meerwasser funktionieren und sind im Brackwasser sicher nicht weniger ungeeignet solange die Filtergröße und die Besatzdichte gut zueinader abgestimmt sind.

      Ich verwende dieses Prinzip seit Jahren erfolgreich in der Zucht von marinen Lebewesen und habe erst vor kurzem wieder ein Becken mit HMF in Betrieb genommen.
      Eins dieser Becken war auch schon Teil eines Artikel in der KORALLE NR. 110:
      koralle-magazin.de/zuechtereck…oehnlicher-weg-zum-erfolg



      Lieber Hans, behalte dein Süßwasserwissen ruhig weiter vorne aber verlasse dich nicht ausschließlich darauf.
      Mit Linda hat sich die denkbar beste Hilfe für dich ja schon zu Wort gemeldet. :thumbsup:

      Ich freue mich über die weitere Berichte von dir zu deinem Becken und wünsche dir gutes gelingen!

      MFG Torsten
    • Neu

      Vielen Dank für den lieben Empfang und die vielen guten Ratschläge. Zunächst einmal verwendet die ganze Wirbellosengemeinde im Süsswaser Lavasteine, mir war nicht bewußt das davon eine Gefahr ausgehen kann. Jedenfalls sind sie jetzt nicht mehr im Becken. Der HMF bleibt dafür drin :-). Nach der ganzen Aktion und einem größeren Wasserwechsel sind meine Wasserwerte nicht aussagekräftig. Nitrit, Nitrat, Posphor und Ammonium/Ammoniak sind z.Z. nicht messbar. Das wird am Donnerstag vor der ganzen Aktion nicht so gewesen sein.
      Dieses Grünzeugs das ich für Cyanos halte, hab leider grad keinen Alkohol im Haus, geht auch zurück.
      @Linda, Beim Steine ausräumen und umräumen habe ich nur 2 Garnelen gesehen, das waren aber definitiv 2 verschiedene. Die großen Korallenbrocken habe ich gar nicht aus dem Wasser genommen, die Lavasteine in einen Eimer mit Beckenwasser gelegt und genau untersucht. Sind diese kleinen Garnelenzwerge solche Versteckheimer, das sie eisern im Stein sitzen bleiben?
    • Neu

      Ja, Hans, das sind sie :)

      ich hab auch einmal Schlacken- und Lochgestein im Hawaiigarnelenbecken verwendet und das beim Ausräumen in einem Kübel geparkt. Nach 1 Woche hab ich da noch eine Garnele gefunden.
      So wie du es beschreibst scheint sich in deinem Becken langsam ein Gleichgewicht zu bilden. Ein Vorteil von Hawaiigarnelen Ist ja Ihre Genügsamkeit, da ist weiterer Nährstoffeintrag leicht zu vermeiden.
      Bin gespannt wies weitergeht.
      Liebe Grüße Linda
    • Neu

      Hi Linda,

      gestern abend habe ich noch mit jemand gesprochen der die Ulas aus Amerika kennt, auch die Fundplätze. Die werden dort in jeder 2 Blumenvase gehalten und zwar ohne jegliche Strömung oder Filterung, die würden das nicht mögen. Weil es schon egal war habe ich den Filter gestern Abend auch noch raus, mir blutete das Herz stehendes Wasser ist für mich ein absolutes nogo. Heute früh schwammen etliche Garnelen munter umher und nicht nur die auch Cyclops (der Schwimmweise nach) waren unterwegs auch die Thiara winteri die ich vor 6 Wochen mal versuchsweise einquartiert hatte schneckte munter daher. .
      Ja ich denke so langsam geht es in die richtige Richtung.

      PS. Das sind Cyanos, allerdings färbten diese hier den Alkohol grün und gar keine Strömung mögen sie überhaupt nicht.