Marubis e.V. Korallenriff Meerwasserlexikon Mrutzek Meeresaqiaristik Interessengemeinschaft für marine Nachzuchten - IFMN www.meerwasserforum.info

Wer bin ich und wie kann ich getötet werden...

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wer bin ich und wie kann ich getötet werden...

      Hallo liebe Wissenden,

      die braunen schleimigen Mistdinger sind seit gut 2 Jahren mein treuer Begleiter. Bis jetzt relativ überschaubar und lokal begrenzt. In letzter Zeit leider überhand nehmend. Auf dem Bodengrund quasi garnicht zu finden, eher an Gestein, Technik und leider auch Koralle. Am Morgen optisch weniger und im Laufe des Tages mehr werdend. Dabei augenscheinlich Sauerstoff produzierend. Absaugen und Stelle abbürsten bringt nicht viel. Die Stelle mit heißem Wasser behandelt teilweise.





      Wie klassische Dinoflagellaten sehen sie nicht aus. Eine andere Gattung? Goldalgen?

      UV läuft permanent im System mit. 110 W auf 2250 l Nettovolumen.

      LG Kristian
    • Hallo Reinhard,

      ja die PDF kenne ich. Die dort abgebildeten Dinos sind es nicht. Die hatte ich 2 Wochen in der Einfahrphase. Deswegen dachte ich, dass sie wieder zurück sind. Tja ätsch. Bei den Goldalgen ist die Qualität des Bildes im PDF zu schlecht um eine sichere Identifikation zu treffen.

      Die runden Murmeln sind übrigens unter dem Mikroskop nicht mobil. Verharren eher auf der Stelle.

      LG Kristian
    • Hallo,

      die Fäden auf der Aufnahme sind Cyanobakterien. Die Kugeln sind so schwer zu erkennen, dazu ist die Aufnahme zu schlecht. Wenn sie sich nicht bewegen, dürfte es eine Alge sein, so aber schwierig. Das du abends mehr hast, bestärkt die Tatsache, dass es Cyanos sind. Meistern treten dies Bacs aber nicht alleine auf, sondern häufig zusammen mit Algen.

      Rolf
    • Hallo,

      der Größe nach, im Vergleich zu den Cyanos, halte ich das eher für Dinoflagellaten als für Goldalgen. Goldalgen sind sehr klein. Dinoflagellaten gibt es in zahlreichen Formen und eine annähernd kugelige Form ist sogar relativ typisch für einige Gattungen wie z. B. Gymnodinium.

      Grüße

      Hans-Werner
      H ><((((°>

      Wachstum ist die Lösung - nicht das Problem, sprach die Krebszelle und begann sich zu teilen. :devil3:

      www.photoimpressionismus.de

      Franconia Franca
    • Hallo Hans-Werner,

      danke für die Info. Probiere gerade die tägliche Zugabe von H2O2 (2.66 ml 3% pro 100 l). Erfahrungen bzgl. Erfolg sind eher durchwachsen was man so liest, die Nebeneffekte sollen überschaubar sein. Bei mir keine negativen Effekte. Andere Algen (kurzbüschelige Haaralgen) leiden, die Dinos (?) leider unbeeindruckt. Immerhin ist mein Redoxwert in bessere Regionen gestiegen...

      LG Kristian
    • Hallo Daniel,

      den kannte ich noch nicht, interessanter Artikel. Wenn auch ernüchternd. Gerade die von Hans-Werner angesprochene Gymnodinium sp. wird ja explizit erwähnt mit autotropher als auch heterotropher Lebensweise. Würde erklären, warum das H2O2 nicht funktionieren kann. Wobei ich da immer noch die Vermutung habe, das diese Schnodder-artige Masse sehr effektiv dafür sorgt, dass das H2O2 garnicht alle Dinos erreichen kann und diese dann weiter fröhlich effektiv Photosynthese betreiben können. Vielleicht gebe ich der Option verkürzte Beleuchtung doch noch eine Chance. Man liest hierzu immer wieder, dass die Blaulichtphase länger als die verkürzte "Hauptbeleuchtung" von 4 - 6 h gehen kann. Ich kann mir schwer vorstellen, dass die Dinos von dem Blaulichtanteil garnicht profitieren sollen ?(


      LG Kristian
    • Moin,

      Mein erster Beitrag in dem Forum, aber das Thema finde ich schon spannend!
      wie schaut denn deine Beleuchtung aus? Womit Beleuchtest und wie schaut die Einstellung aus?

      Ein interessanter Artikel zu dem Thema habe ich im Englischen gefunden
      blog.coralwonders.com/en/dinof…dos-en-el-acuario-marino/

      Bei welcher Vergrößerung hast du Fotos gemacht? Das sieht mir sehr nach >600 Fach aus wenn ich mir die Cyanos daneben anschaue. Oder das Foto ist nur so riesig reingezoomt aus.

      Wo in deinem Becken hast du die belege und wie verhält sich deine Cleaning Crew?

      Gruß
      Robin
    • Hallo Robin,

      den Artikel kannte ich schon, kann man jedem Dino geplagten durchaus empfehlen. Zumal durchaus andere Sichtweisen zu deutschen Quellen der Thematik enthalten sind. Thema Nährstoffe z. B.

      Mein System ist ein Hauptbecken (1450 l netto), von dort hinter Singlevlieser, UV, AS ein kleineres Refugium (ca. 180 l), Blasenfang und RFP Kammer. Aus dem Blasenfang wird ein ein größeres Ablegerbecken (300 l) gespeist, welches seinen Ablauf in die RFP Kammer hat. Alle drei Bereiche werden mit PCC's beleuchtet. Gleicher Verlauf der Kanäle, nur unterschiedliche Intensität.

      Die ersten Stellen, und es waren wirklich nur 2 - 3 kleien Stellen, traten vor ca. 1,5 - 2 Jahren im Hauptbecken auf. Mal mehr mal weniger, aber nie so viel, dass es wirklich nervig wurde. Ablegerbecken und Refugium waren lange Zeit völlig frei. Die Beläge sind quasi nie auf dem Sand, nur auf Gestein und Algenaufwuchs bzw. toten Stellen von Korallen. Fängt als keiner Spot an der wächst und irgendwann Fäden ziehend. Auch auf Stellen, die sehr gut mit Kalkrotalgen bewachsen sind.

      Cleaning Crew ist ein schwieriges Thema. Fürs Gestein die Docs bzw. sehr stark ausgedünnt Schnecken, da Leopardenstrudelwurmplage. Wobei auch bei sehr überschaubarer Anzahl von Schnecken es zu keiner deutlichen Zunahme der Dinos kam. Ansonsten 3 grabende Seesterne und Kegelfechterschnecken.

      Ich hatte dann ein größeres Problem mit meinen Fischen, so dass alle Fische aus dem Becken mussten. Dafür musste alles Gestein aus dem Becken. War insofern ok, als da ich hoffentlich alle Strudelwürmer erwischt habe. Die waren quasi nur im Hauptbecken. Singlevlieser und UV waren eine hoffentlich sehr gute Barriere zum Rest des Kreislaufs.



      Aktuelle Deko entspricht der derzeitigen Mode der spartanischen Ausführung. Durch den Verlust der alten Deko ist viel Kleingetier verloren gegangen. Nährstoffwerte etwas schwierig zu halten, z. T. muss ich 0,08 mg/l/Tag PO4 und 0,8 mg/l/Tag NO3 dosieren, um nicht auf nn zu rutschen. In dem Zusammenhang gedeihen die Dinos nun prächtig. Das Bild täuscht etwas, da hatte einmal alle Lichtrasterplatten und Pumpen abgespült. Hat für ca. 1 Woche geholfen, dann wieder alter Zustand mit vielen Schnoddernasen. Im kleinen Ablegerbecken ähnliches Bild, einzig das größere Ablegerbecken ist fast komplett frei. Hier ist allerdings auch die Population an Schnecken und Kleingetier am größten.

      Versorgung ist Balling, Spurenelemente habe ich auf Null gefahren. Nur etwas Kaliumiodid für die Garnelen.

      LG Kristian
    • Hallo Kristian

      HTO schrieb:

      den Artikel kannte ich schon, kann man jedem Dino geplagten durchaus empfehlen. Zumal durchaus andere Sichtweisen zu deutschen Quellen der Thematik enthalten sind. Thema Nährstoffe z. B.
      Genau das fand ich auch. Er nimmt vor allem die Dramatik, da nicht alle Dinos gleich den tot aller Bewohner bedeutet, wie in vielen andren Artikeln.

      Ich habe ebenfalls Dinos in meinem Becken. Ich habe irgendwann im übertriebenen Kampf gegen Cyanos meine Lampe verstellt (Lichtzusammensetztung) und hierbei den Anteil an Royalblau übertrieben hoch eingestellt und kurz darauf kamen die Dinos. Ich konnte Tage später sehen wie meine Euphyllia massenhaft braune Schleimfäden ausspuckte. Nachdem ich das wieder korrigiert habe wurden die Dinos weniger. Allerdings nimmt sich auch meine Putzerkolone der Sache.


      Gruß
      Robin