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Cyanos... Ideen?

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    • Hallo zusammen, eine Überlegung...
      Bei mir hatte das mit der Dunkelkur zuerst funktioniert. Die Biester kommen aber wieder ;(

      Habe vor zwei Wochen die Cyanos auf einem Stein mit einer Bürste entfernt und auf der Oberseite Nitribiotic aufgetragen. An der Stelle sind bisher keine Cyanos mehr nachgekommen, jedoch wieder auf der unteren Seite, wo halt das Nitribiotic nicht hält.

      Gibt es keine festere "Bakterien-Paste", die besser hält? Dann könnte man (wenn es bei mir kein Zufall ist), zumindest bei einem beginnenden Ausbruch direkt entgegenwirken?!?!
      Irgendwie muss man die doch loswerden :uzi:

      Was sagen die PROs hier unter euch?

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag noch.

      Andre
    • Walhai schrieb:

      Ingenieure berechneten, dass die Hummel nicht fliegen kann. Die Hummel weiß das aber nicht und fliegt trotzdem.
      die Ingenieure (angeblich ein gewisser Ludwig Prandtl) waren aber dann nicht sehr clever, sie haben den Flügel als statisch und nicht als flexibel betrachtet.
      Spaß beiseite, das Hummel-Paradoxon existiert seit fast 100 Jahren und die fliegen trotzdem.....oder gerade deshalb.... Und Ludwig Prandtl ist und bleibt ein begnadeter Wissenschaftler.

      Cyanos kommen und gehen...... und wenn sie genug "Mitbewerber" im Becken haben, bleiben sie auch in der Minderzahl.
      In einem Becken habe ich das Anti-Algenmittel von Michael sehr erfolgreich ausprobiert.... Algen weg----- dafür waren sofort die Cyanos als "Ersatzbesiedler" da. Monate später, ohne Wasserwechsel (mittlerweile gut zwei Jahre (den Abschäumer habe ich vor 30 Wochen das letzte Mal geleert)) sind die Cyanos wieder auf den Rückmarsch, dafür kommen die Fadenalgen wieder.

      Lange Rede, kurzer Sinn.... schafft Konkurrenten für Cyanos. Die Natur wird immer die Lebensform "bevorzugen" die mit den aktuellen Umständen am besten zurecht kommt.

      LG
      Daniel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Daniel Rother ()

    • nano48 schrieb:

      Von dir habe ich aber auch schon bessere und kompetentere Beiträge gelesen
      Hallo Reiner,

      dann werde ich mich zukünftig wieder mehr bemühen :D .


      nano48 schrieb:

      Das heißt es werden zu viel WW gemacht ?

      Eventuell schon. Ich war, was das betrifft schon immer faul. Ansonsten setze ich den da ein. Der macht das fast von alleine ;) .


      nano48 schrieb:

      Was heißt AS seit 30 Wochen, (Schaumtopf) nicht geleert ?
      Erst vor 5 Tagen wieder angeschaltet oder hat sich seit 30 Wochen nix abgeschäumt ?

      So in etwa. Den Abschäumer, den ich aktuell an diesem Becken einsetze hat eine "tolle" Eigenschaft, er schäumt 3-4 Tage richtig gut ab und dann fördert er kein ml. Substrat mehr in den Behälter, der dann maximal halb voll ist. Eigentlich habe ich ihn aktuell nur zur Belüftung des Wassers dran (mit Schaumtopf). Übergekocht ist der noch nie. Nur beim Reinigen "müffelt" das Teil "etwas".

      Aber wie gesagt, ich bin faul, deswegen kommt bald nur noch das hier zum Einsatz: Da muss ich nichts mehr reinigen und wenn der Behälter voll ist, schaltet der Abschäumer ab. (Das ist ein MBK 160 de Luxe mit automatischer

      Schaumtopfreinigung, verzögerten Anlauf (beim Neustart der Förderpumpen) und Abschaltung des Abschäumers, wenn der Behälter (gut 5 Liter) voll ist.)


      Aber zurück zum Thema: Cyanos sind immer dann richtig lästig, wenn die Konkurrenten Probleme haben. Sie halten viel mehr aus, als als viele Algen, Korallen und Kalkrotalgen. Wenn letztere also irgend ein Problemchen bekommen, dann sind die Cyanos nicht weit und bereit, die "Macht zu übernehmen" Das hilft Andreas aber aktuell nicht weiter, außer dass er nun weiß, dass eventuell irgend etwas nicht stimmt.


      Deswegen mein einziger sinnvoller Tipp:

      Richtig gute Erfahrungen habe ich aber mit dem CO2 bzw. dem Fehlen von CO2 gemacht. Ich habe (manche wissen es noch) viele Versuche mit Atemkalk durchgeführt. Die alten Hasen mögen mir verzeihen, wenn ich beim Urschleim anfange. Also: Atemkalk hat die Eigenschaft CO2 aus der Luft zu binden. Dies geschieht über zwei nebeneinander ablaufende chemische Reaktionen. Im Ergebnis kann man es schaffen, dass die gereinigte oder gefilterte Luft nur einen geringen CO2-Anteil hat. Dies wirkt sich extrem auf den PH-Wert des Wassers aus. Mit Atemkalk, ist es teilweise möglich, den PH-Wert um 0,2 - 0,4 PH zu erhöhen.

      Meine Erkenntnis daraus ist, was Cyanos betrifft folgende: (Interessanterweise konnte Oliver von ATI alles bestätigen, was ich damals festgestellt habe.)









      Mit Hilfe dieser Tabelle habe ich dann den PH-Wert bei meiner Alkalinität (diesen Wert wollen wir ja konstant halten) ermittelt.
      Etwas Arbeit und schon hat man eine PH-Wert gesteuerte Atemkalknutzung für das Becken. Atemkalk wird nur genutzt, wenn wir uns im Bereich einer Übersättigung bewegen.



      Was soll das ganze nun bringen??? Nun, ich habe festgestellt, dass das Wachstum vieler Korallen stark zugelegt hat und dass alle Cyanos verschwunden sind. Und wenn der PH-Wert in der Nacht sinkt, sorgt die Reglung dafür, dass der Abschöumer nur CO2-freie Luft bekommt, womit der PH-Wert in der Nacht nicht mehr so stark abfällt. Tagsüber, wenn die Korallen (bzw. deren Zooxanthellen CO2 verbrauchen und O2 produzieren, bekommt das Becken normale Raumluft mit CO2.
      Ob das nun daran liegt, dass die Korallen besser wachsen und den Cyanos damit die "Lebensgrundlagen" erfolgreich entziehen oder ob letztere höhere PH-Werte nicht so gut vertragen, müssen letztendlich Biologen klären.
      Ein Algenrefugium könnte durchaus den gleichen Effekt haben (das würde ich aber eh immer wieder empfehlen).

      LG
      Daniel
    • Neu

      Hallo,

      da Cyanos leider ja viele treffen hier ein Statusupdate. Vielleicht hilft die Info ja dem einem oder anderen Cyanozüchter :)

      Es hat in den letzten fünf Wochen tatsächlich einen massiven Fortschritt in die richtige Richtung gegeben. Was aber nicht heißt, dass die Plage vorbei wäre - sie sind nur massiv zurück gegangen, aber noch immer hier.

      Was habe ich den letzten fünf Wochen getan:

      .) weiter an meinem Werteproblem PO4 nn. und Nitrat nn. gearbeitet. PO4 ist nach wie vor so gut wie nn, aber mein Nitratwert ist mit Hilfe von Ammoniumchlorid mittlerweile auf 1
      .) Sand abgesaugt - ca. die Hälfte des Beckens ist jetzt Sandfrei. Dort wachsen jetzt Kalkrotalgen und absolut keine Cyanos mehr. Der verbliebene Sand hat nach wie vor leichte Beläge (gingen aber mit den anderen Maßnahmen zurück)
      .) Erdaufguss zwei Mal angewendet (innerhalb von 3 Tagen): die Idee dahinter, Cyanophagen ins Becken zu bringen, wollte ich ausprobieren. Ich habe Erde von verschiedenen Stellen des Gartens und Schlamm aus einem kleinen Bach eingebracht. Erfolg war jetzt nicht der Hammer, aber tatsächlich waren am Morgen nach dem zweiten Aufguß mehrere Stellen am Riffdach Cyanofrei (wir reden pro Stellen von 4 cm2). Da es aber den Korallen extrem gefallen hat und eben diese Stellen frei wurden verbuche ich das mal als Erfolg und als etwas mit dem man weiter arbeiten kann.
      .) Nachdem sich die oa. Stellen über zwei Wochen behaupten konnten habe ich wieder einmal abgesaugt. Gleichzeitig habe ich probiotische Bakterien von Nitribiotic eingebracht (UVC für 5 Stunden abgestellt).

      -> Die abgesaugten Stellen sind seither (zwei Wochen) relativ gut Cyanofrei - zumindest sind keine so dicken Beläge mehr entstanden wie normalerweise (innerhalb von 12 Stunden waren die immer wieder da).

      Nachdem der verblieben Sand immer noch ein Cyanoherd ist werde ich hier beim nächsten Wasserwechsel bis auf ein kleines Stück für meinen Symbiosekrebs den Sand weiter entfernen. Kalkrotalgen am Boden sehen auch sehr schöne aus.

      lg
      Andreas