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Harte Plättchen im Sand und auf den Steinen - Schneckenförmig unter dem Mikroskop

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    • Harte Plättchen im Sand und auf den Steinen - Schneckenförmig unter dem Mikroskop

      Hallo zusammen :wink
      ganz neu im Forum ist die Signatur noch nicht fertig ;)
      Grob:
      500 l Meerwasser AQ (190x40x60); Technikbecken nur mit UV und Abschäumer, Fließ
      AQI System für Spurenelemente


      Mein Plagegeist ist für mich nicht identifizierbar. Auch mein lokaler Händler kannte das nicht.



      In hoher Zahl finde ich im Sand sehr dünne (absolut flach <<1mm) runde / schneckenförmige Plättchen.Die Bilder sind im Mikroskop mit 40 facher Vergrößerung aufgenommen. Die Plättchen haben einen Durchmesser von 1-3 mm
      Sie hängen auch an der Scheibe und sind immer mehr auf den Steinen.



      Einen negativen Effekt konnte ich nicht beobachten. Aber: scheint mehr zu werden und ich weiß nicht, was das ist... macht mich nervös ;)

      Wenn ich die Plättchen mit der Pinzette aufnehme sind sie hart wie Sand oder ein Schneckenhaus. -> die wirken nicht wirklich lebendig.

      Überlegung meinerseits: war das evtl. schon immer da und wird nur durch die 2 Baggergrundeln aufgewirbelt? Allerdings ist der Sand sehr fein und war meines Erachtens nach anfangs ohne Plättchen.

      Danke für jeden Hinweis :)

      Beste Grüße,
      Ben

      Bilder
      • IMG_0521.jpg

        228,99 kB, 960×1.280, 68 mal angesehen
    • Moin,
      wenn ich mich richtig erinnere, habe ich in Knops Buch über Trojaner im MW-aquarium gelesen, dass Foraminiferen durchaus eine Plage werden können. Hab das Buch gerade nicht zur Hand.
      " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
      Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
      In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
      Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

      Beste Grüße

      Stefan
    • Hallo zusammen,

      ja, das sind Foraminiferen.

      Wenn Handlungsbedarf angemeldet wird, wüsste ich gerne, was die Konsequenzen von Nichthandeln und Abwarten wären.

      Ich hatte solche Foraminiferen auch schon ziemlich massig in einem Aquarium, man hat dann halt selbst gezüchteten Foraminiferen-Sand, was passiert sonst noch? Außerdem kann ich mir schwer vorstellen, dass das mit ein paarmal Absaugen nicht mehr in den Griff zu bekommen wäre. Insofern würde ich zu Abwarten raten.

      Ich finde, es sind interessante Organismen: Es sind sehr große, man könnte eigentlich sagen riesige, Einzeller, wenn auch mit vielen Zellkernen. Auch hier wird der Riesenwuchs durch eine Algensymbiose ermöglicht, die "Zooxanthellen " sind aber bei den Foraminiferen glaube ich Diatomeen. Außerdem werden solche Foraminiferen und deren einwandfreier und gleichmäßiger Wuchs als Bioindikatoren für die Wasserverhältnisse in Riffen herangezogen.

      Interessant und für Einzeller sehr ungewöhnlich ist auch die Vermehrung der Foraminiferen. Viele machen eine Generationswechsel zwischen sexueller und asexueller Generation durch. Manchmal sieht man dann an den Scheiben eine solche größere Foraminiferenschale angeheftet, umgeben von vielen kleinen Nachkommen.

      Ältere Beiträge zur Bestimmung gibt es hier und hier. Demnach dürfte es sich wohl auch hier um Heterostegina depressa handeln. Elphidium ist es wohl nicht weil Elphidium scheinbar nicht symbiontisch lebt und auch nur 1 mm groß wird. Die oben gezeigte Art ist aber klar symbiontisch, was man schon an der Farbe sieht, und hat auch mehrere mm Durchmesser, kleine asmybiotische Arten kann man also ausschließen.

      Grüße

      Hans-Werner
      H ><((((°>

      Wachstum ist die Lösung - nicht das Problem, sprach die Krebszelle und begann sich zu teilen. :devil3:

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      Franconia Franca

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