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300l Mangroven Korallenriff Ökosystem Aquarium Planung

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    • 300l Mangroven Korallenriff Ökosystem Aquarium Planung

      Hallo liebe Meerwasseraquarianer,

      kurz zu mir, da ich hier neu bin. Ich bin Johns aus der Nähe von Gießen, 35 Jahre alt und liebe die Natur, insbesondere das Zusammenspiel und das Verhalten verschiedener Tiere und Pflanzen rund ums Wasser.

      ich plane gerade ein langfristiges Projekt und will das sehr gemütlich und überlegt angehen.
      Mir ist dabei Folgendes wichtig:
      1. Es soll möglichst nachhaltig sein (Nur Nachzuchten, wenig/kein Gestein aus dem Meer, niedrige Strom und Wartungskosten usw.).
      2. Es soll ein Ökosystem von Mangrovenwald und vorgelagertem
      Korallenriff abbilden und auch als Aquarium als Ökosystem, mit möglichst
      wenigen Eingriffen funktionieren. An Technik, will ich mich daher auch
      auf das allernötigste beschränken.
      3. Ich will keine anspruchsvollen Korallen pflegen, sondern vom
      Verhalten her interessante und schöne Tiere, die relativ einfach zu
      halten sind (Lederkorallen, 1-2 Anemonen, Fische siehe unten).


      Inspiration für das Becken:


      Ich pflege zwei Mangroven im Süßwasser und finde das super spannend.
      Außerdem finde ich das Zusammenspiel in einem Ökosystem und auch das
      Aquarium als solches zu betrachten sehr reizvoll.


      Sehr inspiriert hat mich Folgendes Becken und seine Geschichte:
      nano-reef.com/featured/2016/brad908-r114/



      Mein Becken soll aber dann doch noch etwas anders werden. Vorbild vom
      Layout soll Folgendes Schema sein und die Bilder als Inspiration.



      Hier die LInks zu den Bildern, da ich mir wegen Rechten da unsicher bin:
      https://www.123rf.com/photo_41084870...-water-an.html


      https://www.alamy.com/a-split-level-...215648944.html


      Was steht schon fest:
      Ich habe ein 300l Becken (120x50x50) sehr
      günstig bekommen. Samt Technikbecken (60x30), 165W LED Lampe
      für den Korallenteil (https://www.amazon.de/Bazaar-Dimmbare-Spectrum-Aquarium-Fische/dp/B07BD198R6 sowas ziemlich genau), 2xT5 Röhren für den Rest, Strömungspumpen und Aquarium Systems Abschäumer sind auch dabei.
      Außerdem habe ich ca. 4-5 größere lebende Steine (ca. 20kg), bei einem
      Freund und Bodengrund (Aragonit 1-2mm) aus einem eingefahrenen Becken.
      Zusätzlich noch einige KG totes Riffgestein.


      Außerdem habe ich mich für einen Schlamm/Algenfilter im Technikbecken
      entschieden nach Miracle Mud Prinzip aber mit Carib Sea Mineral Mud o.Ä.
      und Dauerbeleuchtung mit Caulerpa Alge.
      Und ich will das gesamte Becken auf Dauer ohne Abschäumer, Filter, u.Ä.
      betreiben um möglichst wenig aus dem Becken zu entfernen, was ich wieder
      zuführen muss (möglichst geschlossenes System).


      Außerdem habe ich eine RockZolid Mangroven Wurzel Imitation schon gebraucht gekauft.



      Besatzideen: (nach Besatzreihenfolge)
      - Putztrupp (kl. Einsiedler, Schnecken)
      -Ocellaris Paar inkl. Anemone (am liebsten eine Gigantea Teppichanemone, aber die ist halt groß ;-))
      - Päärchen Zitronengrundel (cryptocentrus cinctus) samt Knallkrebs
      - Päärchen Zwergriffbarsch Fridmanni
      - Weißbandputzergarnelen Paar
      - Seestern grabend (noch nichts genaues überlegt)
      - Mandarinfisch Paar (frühestens nach einem Jahr)


      Zu Korallen habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, fände aber etwas gut, was an den Mangroven Ästen wächst. Schwämme z.B.
      Da habe ich aber noch null Ahnung.


      Gestaltung:
      Es soll im linken Teil ein Mangrovenufer nachgebildet werden mit echten
      roten und weißen Mangroven die in einem großen Behälter mit Schlamm
      wachsen, der in die Dekoration integriert ist. Neben der RockZolid
      Wurzel und einigen toten Steinen, die ein ansteigendes Ufer darstellen.
      Evtl. will ich das auch mit Aquarienmörtel und Steinbrocken bauen. Hier
      wachsen ein paar höhere Algen und evtl. etwas auf der RockZolid
      Mangrovenwurzel.


      Dann eine Sandfläche. Evtl. mit ein paar höheren Algen mittendrin.


      Dann Riffsäulen mit einem Korallenriff aus toten und Lebenden Steinen aus dem aufgelösten Becken (nicht aus dem Meer).
      Hier mal eine Vorderansicht und Draufsicht:









      Weiterer Plan:
      Wasser wird erst im Herbst fließen, bis dahin ist Zeit alles gut vorzubereiten, das Aquarium innen drin zu gestalten usw.
      Technikbecken und Ablauf zu basteln...

      Will das also in Ruhe angehen, was auch mein Geldbeutel schon vorgibt :-).
      Außerdem will ich mit dem Post hier um ein Feedback bitten. Ich würde
      mich sehr freuen von euch hilfreiche Tipps zu bekommen. Gerade zu Besatz
      und Filterung, aber auch zur Gestaltung. Kann so ein Konzept gelingen, was sind aus eurer Sicht Probleme/Herausforderungen an so einem Setup?


      Einen salzigen Gruß mit ganz viel Vorfreude auf dieses Projekt!
      Fröhlich bleiben! :D
      LG Johns
    • Hallo Johns,

      Willkommen hier im Forum.

      Dein Vorhaben gefällt mir sehr. Ich hoffe du dokumentierst die Entwicklung des Beckens. Ich bin auch bestrebt möglichst wenig in das System
      einzugreifen.

      Mein letztes Aquarium habe ich sehr ähnlich betrieben, allerdings als Riffbecken.

      Hier mal ein Link dazu: riffaquaristikforum.de/threads/257688-niestetaler-natur-Riff

      LG Andy
    • Hallo Johns,

      sehr interessanter Ansatz. Die Mangrove lebt zu einem guten Teil von organischem "Abfall", vor allem dem Mangrovenlaub, als Energiequelle. Hast Du vor, das zu berücksichtigen? Mit tropischem (Mangroven-)Laub? Mit einheimischem Laub? Pelletfilter?

      Keine Ahnung, ob es auch ohne solche Art von polymerem organischem Kohlenstoff geht. Ich würde das für ein "Upcycling" der Nährstoffe fast für notwendig halten. Ansonsten endet es irgendwann beim Nitrat, was sich womöglich anreichert. Eventuell kommen dann Algen und es geht vielleicht nicht in die gewünschte Richtung. Deshalb meine Gedanken dazu.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

      Tell me the reality is better than the dream - but I found out the hard way nothing is what it seems !
      SLIPKNOT - Duality


      www.photoimpressionismus.de

      Franconia Franca
    • Hallo,

      @kocha/Andy ich finde dein Becken wahnsinnig schön. Hätte nie gedacht das so etwas mit so einfacher Technik geht. Macht mir sehr Mut. Ich überlege jetzt auch statt dem mineral mud nur aragonit sand zu nehmen. Was sind die vor uns Nachteile verschiedener Untergründe?

      @Hans Werner ich habe viel über mangroven gelesen aber das mit den Blättern ist mir nie zu Ohren gekommen. Meine im süßwasser kommen auch ohne Laub aus. Klar sie wachsen nicht so schnell wie in der Natur. Sollen aber ja auch die Nährstoffe aus dem Wasser ziehen.

      @Tanz garnele werde definitiv weiter berichten. Freu mich über das Interesse.

      Gerade zeichne ich ein passendes Aquarien Möbel das etwas außergewöhnlich wird. Das Algen Becken soll nämlich auch sichtbar sein. Ausserdem überlege ich noch wie ich den Ablauf am einfachsten und sichersten mache (Becken hat keine Bohrungen) und wie das TechnikBecken genau aussehen soll.

      Freue mich auf Ideen und Anregungen.
      Fröhlich bleiben! :D
      LG Johns
    • Hallo Johns,

      ich denke, das ist ein Missverständnis: Mit "Mangrove" meine ich nicht die Bäume sondern den Lebensraum. Dieser Lebensraum lebt wesentlich von der Organik, die durch den Laubfall der Bäume, aber auch durch das Zurückhalten von Eintrag vom Land bedingt wird. Ohne diese Organik gäbe es nicht die vielen Mikroben, Filtrierer, Plankter und letztlich auch Jungfische, die in der Mangrove zu finden sind. Das kann man im Süßwasser schlecht nachempfinden.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • Hallo Johns,

      da du in der Nähe von Gießen wohnst: In der Arbeitsgruppe von Prof. Tom Wilke haben sie exakt so ein Becken wie du aufbauen willst. Vielleicht kannst du ja mal einen Termin mit einem Mitarbeiter der Arbeitsgruppe ausmachen und das Becken besichtigen.
      Das Becken ist in zwei Teile geteilt, im linken Teil trennt eine ca. 20cm hohe Glasscheibe den Mangroven-Teil vom "Strand"-Teil ab, dort laufen auch Landeinsiedlerkrebse rum :)
      Diese Abteilung ist nötig um einerseits die Salinität der Mangroven ein wenig zu reduzieren (dann wachsen die besser) und andererseits um nicht den ganzen Sand von den Mangroven nach und nach ins Becken zu spülen.
      Im rechten Teil des Beckens gibt es einen sanften Abhang ins Wasser (wie am Strand) und dann einige Steine + Bewuchs + Weichkorallen. Die Strömung wird durch ein simples, aber geniales System erreicht: Es gibt eine Art dreieckige Schale aus Plexiglas mit abgeschrägter Kante die sich im Laufe der Zeit langsam mit Wasser füllt und dann durch die Schwerkraft umkippt und eine ganze Ladung Wasser auf einmal ins Becken kippt. Dadurch ergibt sich eine Art Brandung mit Wellen usw.
      ich habe mal eine kleine Zeichnung angehängt (bitte nicht über meine Paint-Künste lachen!):
    • Du siehst, außer den beiden Lampen und dem Ablauf + Zulauf des Wassers gibt es keine Technik im Becken.
      Das Becken wurde auf Grund eines Umzugs letztes Jahr vergrößert und neu eingerichtet. Das Becken als solches existiert aber schon seit etlichen Jahren!

      Viele Grüße,
      Rüdiger
    • Ruediger schrieb:

      Hallo Johns,

      da du in der Nähe von Gießen wohnst: In der Arbeitsgruppe von Prof. Tom Wilke haben sie exakt so ein Becken wie du aufbauen willst. Vielleicht kannst du ja mal einen Termin mit einem Mitarbeiter der Arbeitsgruppe ausmachen und das Becken besichtigen.
      Das Becken ist in zwei Teile geteilt, im linken Teil trennt eine ca. 20cm hohe Glasscheibe den Mangroven-Teil vom "Strand"-Teil ab, dort laufen auch Landeinsiedlerkrebse rum :)
      Diese Abteilung ist nötig um einerseits die Salinität der Mangroven ein wenig zu reduzieren (dann wachsen die besser) und andererseits um nicht den ganzen Sand von den Mangroven nach und nach ins Becken zu spülen.
      Im rechten Teil des Beckens gibt es einen sanften Abhang ins Wasser (wie am Strand) und dann einige Steine + Bewuchs + Weichkorallen. Die Strömung wird durch ein simples, aber geniales System erreicht: Es gibt eine Art dreieckige Schale aus Plexiglas mit abgeschrägter Kante die sich im Laufe der Zeit langsam mit Wasser füllt und dann durch die Schwerkraft umkippt und eine ganze Ladung Wasser auf einmal ins Becken kippt. Dadurch ergibt sich eine Art Brandung mit Wellen usw.
      ich habe mal eine kleine Zeichnung angehängt (bitte nicht über meine Paint-Künste lachen!):

      Hallo

      So ein Becken hatte ich auch einmal für Schlammspringer und Winkerkrabben mit Ebbe und Flut. Die Scheibe musste ich aber entfernen. durch die Kapillarwirkung lief der obere Teil mit Wasser voll und fing an zu gammeln. Ohne zwischenscheibe hat es aber super funktioniert. Ich hielt aber im wasserteil keine korallen.

      Gruss Michel
    • Wow Rüdiger. Das ist ja der Knaller. Auch deine Paint Künste sind nicht zu verachten!
      Schreibe den Professor sofort an. Suche sowieso noch mehr Meerwasser Aquarianer in Gießen und Umgebung.

      Sehr, sehr interessant. Danke für all die Hinweise und Tipps! Jetzt habe ich das auch mit den Blättern verstanden. Ich glaube soweit geht mein Ansatz nicht das Ökosystem bis ins Detail abzubilden. Wobei, genial wäre es. ;)

      Mir ist es aber sehr wichtig, dass es äußerst einfach bleibt. Je einfacher desto besser.
      Freu mich über all die guten Anregungen. Danke nochmal.
      Fröhlich bleiben! :D
      LG Johns
    • Servus,

      wie groß in etwa ( Volumen ) wird der "Korallenteil sein?
      Dein Besatz ist schon sehr anbitioniert dafür....

      Clownies und Anemone werden viel Platz brauchen, die Ane könnte wandern.
      Die Putzergarnelen würde ich weglassen, die stressen nur die anderen Tiere in dieser Beckengröße, da sie alles putzen wollen....
      Bei den Grundeln wäre ich vorsichtig, je nachdem wie Du die Abtrennung gestaltest, graben sie Dir sonst die Mangroven um....
      Ein Knalli könnte schon mal auf dumme Ideen kommen...

      Die Friedmani kommen mir schon zuviel vor....,
      da würde ich lieber die Mandarins nehmen.

      Was den grabenden Seestern angeht, eher später einsetzen, oder besser durch einen Sanddollar ersetzen.

      Ev ergänze Deine Besatzplanung um kleine Grundelarten wie Trimnas und co.
      Was Du auch probieren könntest sind filtrierende Tiere, wie eine kleine gelbe Seegurke, wenn die Ane groß ist ev Neopetrolisthes, usw

      LG,
      Wolfgang
      Man muss wissen, bis wohin man zuweit gehen kann!
      reefdesign.eu
    • Hallo Wolfgang, hallo in die Runde,

      nur damit es zu keinen Missverständnissen kommt. Bei mir wird es keine Trennscheibe geben. Korallenriff Teil und Mangroven Teil bleiben zusammen. Die Mangroven allerdings in Boxen gesetzt. Siehe meine Bleistift Zeichnung oben.
      Das mit dem Besatzhinweisen finde ich spannend. Werde deine Hinweise da aufnehmen und nochmal genau überlegen.

      Bin aber gerade noch an dem grundsätzlichen Aufbau.
      Hier mal ein Entwurf zum Aquarienschrank. Bin angehender Schreiner und werde das selbst bauen. Wird eine an der Wand verankerte tlw. freischwebende Konstruktion. Die große Tür, wird aus Platzgründen eine Schiebetür. Das Technikbecken ist zu 2/3 sichtbar. Genau der Algenteil natürlich.


      Die Tür wird weiß lackiert, ansonsten das Holz im Bild Nußbaumfurnier und eine Mehrschichtsperrholzplatte in 3cm DIcke. In dem durchgehenden Brett rechts wird ein Kabelschacht integriert sein, für Kabel für Lampen, Strömungspumpe. Überlauf, Notüberlauf und ZUlauf werde ich versuchen selbst zu bohren und somit von unten durchzuführen.

      Was mir noch Kopfschmerzen bereitet ist Technikbecken inkl. Überlaufkonstruktion.
      Hier schon mal ein Entwurf von einem Technikbecken. Ich werde ja auf Abschäumer, Filter, usw. verzichten, aber in eine gute regelbare Pumpe investieren (Aqua Medic 2.2 oder 3.2). Filter kann ich in Notfällen im Pumpenteil integrieren und einen Abschäumer könnte ich in einem Eimer nebendran betreiben. Wäre aber echt nur für den Worst Case.

      Meine Fragen zum Technikbecken und Überlauf sind.
      1. Das Verdunstungswasser schlägt sich doch, bei meinem Aufbau mit Überlaufschacht mit Kugelventil zum Rückstauen, durch einen niedrigeren Wasserstand im Pumpenteil des Technikbeckens nieder? Oder sinkt der Wasserstand noch sonstwo (z.b. im Überlaufschacht?)
      2. Was würdet ihr für einen Bodengrund im Algenfilter nehmen? Aragonit Sand 0,5-2mm oder Mineral Mud von Carib Sea. Und warum? Außerdem bewegt mich die Durchflussrate. Reicht 4x das Beckenvolumen (1200l/h effektiv) oder sollte es wie beim Miracle Mud System eher 8-10x sein?
      Soweit die aktuellen Planungen... Danke schonmal für alle Tipps. Professor Wilke hat mir freundlicherweise schon geantwortet. Sehr spannend.
      LG Johns
      Fröhlich bleiben! :D
      LG Johns
    • Hallo Johns,

      ich glaube du solltest dein Konzept noch einmal überdenken.
      Die Filterung über Algen im Filterbecken ist eine gute Sache und man kann das auch so machen, aber ich könnte mir vorstellen, dass du damit eine zu große Konkurrenz für die Mangroven schaffst. Die Mangroven benötigen zum einen verhältnismäßig viele Nährstoffe, außerdem solltest du wirklich darüber nachdenken, diese Trennscheibe doch einzusetzen, damit du den Mangroven Süßwasser zuführen kannst, je niedriger der Salzgehalt des Bodens, desto besser wachsen sie!
      Zum Filterbecken möchte ich noch anmerken, dass du keinen Bodengrund benötigst. Überlege dir mal, ob du tatsächlich Caulerpa einsetzen möchtest, oder nicht vielleicht doch lieber Chaetomorpha. Chaetomorpha hat den Vorteil, dass sie keine Giftstoffe ins Wasser abgibt sobald sie abstirbt. Außerdem benötigt sie keinerlei Bodengrund, man kann sie mit Hilfe eines Filterstrumpfs, Plexiglasgitter, etc... gut im Technikbecken halten.
      Falls du unbedingt Algen im Technikbecken einsetzen willst, solltest du überlegen diese antizyklisch zu beleuchten. Damit fängst du das nächtliche Abfallen des pH-Werts (entsteht durch CO2, nachts wird kein Sauerstoff produziert, sondern nur zu CO2 veratmet) im Aquarium ab.

      Als Pumpe für dein Technikbecken rate ich dir zu einer Red Dragon mini. Diese Pumpen sind extrem leise und haltbar, außerdem kannst du sie mit Hilfe von Kugelhähnen problemlos um bis zu 70% in der Leistung reduzieren.

      Viele Grüße,
      Rüdiger
    • Hallo Johns,

      zu 1. Der Wasserverlust durch Verdunstung wird sich nur in der Kammer der Rückförderpumpe bemerkbar machen. Daher sollte die nicht zu knapp
      bemessen sein.

      zu 2. Ich habe schon beide Bodengrund-Varianten für ein Algenrefugium betrieben und konnte keine Unterschiede feststellen.
      Aktuell habe ich ein 200 Liter und ein 500 Liter Algenrefugium, beide mit einer sehr dünnen Schicht Aragonit 3-5 mm. Ich plane aber
      wieder eine höhere Schicht feinen Korallensandes einzubringen.
      Als Algen habe ich derzeit Chaetomorpha linum und Caulerpa taxifolia zu je 50%. Ich beleuchte momentan 12 Stunden nicht versetzt zur Hauptbeleuchtung und
      habe keine großen pH-Schwankungen, wahrscheinlich durch gute Oberflächenbewegung und Verwirbelung im Rücklauf (mein Filterbecken steht im Keller).
      Ein Zusammenbrechen der Caulerpa hatte ich in den letzten 9 Monaten nicht. Ich achte aber immer auf ein regelmäßiges Zurückschneiden.

      Ein 4-facher Durchfluss reicht meiner Meinung nach völlig aus.

      Nachträgliche Bohrungen in meine Aquarien habe ich auch selbst gemacht, bis jetzt 10 Stück. Ist zum Glück immer alles gut gegangen.

      LG Andy
    • Das mit der Pumpenkammer habe ich mir gedacht. Danke Andy. Da muss ich mir was einfallen lassen, weil meine mit 8 Liter Spielraum für Verdunstungswasser definitiv zu klein ist. Aber das ist lösbar.

      Den Bodengrund braucht man doch auch für die Denitrifikation, oder? Würde daher zu einer höheren Schicht Aragonit Sand oder eben zu dem feineren Mineral Mud (geringere Schichthöhe) greifen um anaerobe Bereiche zu schaffen. Tendiere gerade zu einem Mix.

      Die Mangroven müssen nicht besonders schnell wachsen. Daher trenne ich sie nicht ab. Außerdem sollen sie ruhig Nährstoffe verbrauchen. Ich stelle sie aber auch z.T. in Mineral Mud und füge evtl. etwas Düngestäbchen dazu.

      Würde die Bohrungen mit so einem Teil hier machen:
      amazon.de/Diamantbohrer-Wasser…words=glasbohrer+40&psc=1

      Ansonsten habe ich gestern unser Regenwasser getestet. Das mit der Umkehrosmose, dem vielen Abwasser und Harzfiltersauerei (26mg Silikat pro Liter im Leitungswasser) will ich unbedingt vermeiden.
      Habe einfach zum Testen Wasser aus einer dreckigen Tonne (Tannennadeln drin, usw.) genommen.
      Werte sind:
      Nitrat: n.n.
      Kh: <1
      Phosphat: 0,05 - 0,1 (wer kann das bei dem JBL Tröpchentest schon utnerscheiden ;-))
      PH: 6,4

      Werde mir jetzt also eine saubere Lösung bauen von einem kleinen lackierten Stahldach, wo kein Baum in der Nähe steht. Die Werte haben mich überzeugt, trotz etwas Phosphat, was aber in meinem Becken mit den Algen und wenig anspruchsvolle Korallen, ja kein Problem sein sollte. Will einen Aktivkohle Filter mit Pumpe mit der Möglichkeit einen Phosphat Adsorber vorzuschalten nutzen, um das Wasser aus der verschlossenen Tonne abzuzapfen.
      Gibt es sonst noch Regenwasser Nutzer und Erfahrungen?
      Freue mich auch über weitere Anregungen zu Technikbecken und Schrank.

      Die Planungen kommen gerade gut voran, mit den vielen guten Tipps und Erfahrungen hier! Habe jetzt wirklich das Gefühl es könnte was werden und nachdem ich noch einen Schuhschrank für meine Holde gebaut habe, werde ich anfangen zu werkeln... Gibt ja einiges zu tun!
      Vorfreude!!!
      Fröhlich bleiben! :D
      LG Johns
    • Hallo Johns,

      mit genau so einem günstigen Glasbohrer habe auch ich die Löcher nachträglich gemacht. Allerdings hatte ich nicht eine solche Führung :thup .
      Habe das "freihändig" und mit einem 4/6 mm Luftschlauch mit langsamen Wasserdurchfluss gebohrt bzw. geschliffen.

      Da ich auch noch einige Bohrungen vorhabe, werde ich mir das Ding auch ordern.

      Ich glaube nicht, das du noch zusätzliche Bereiche für Denitrifikation schaffen musst. Ich habe im Moment eher das Problem einer Stickstofflimitierung und werde
      mal, zusätzlich zur Fütterung meiner Fische, Stickstoff dosieren.

      LG Andy
    • Hallo Johns,

      Regenwasser ist meiner Meinung nach nicht geeignet für den Betrieb eines Meerwasser-Aquariums.
      Es gibt ja nicht nur NO2, NO3, PO4 und SI die für die Meerwasser-Aquaristik relevant sind. Hast du Metallionen in größerer Konzentration im Becken kann das ganz schnell zu Schwermetallvergiftungen führen bei den Tieren. Mal überspitzt gesagt: Dein Regenwasser läuft über ein Metalldach, ein Vogel hat drauf gekackt und am Ende landet alles in deiner Tonne die vermutlich Sommers wie Winters draußen in der Sonne steht und mit der Zeit schön veralgt. Das ist Welten von Osmose / VE-Wasser entfernt!
      Für die Denitrifikation hast du ja in der Regel den Bodengrund im Becken + Gestein. Da muss nicht noch extra Bodengrund im Technikbecken sein.
      Auch die Aussage mit den Düngestäbchen für die Mangroven treibt mir ein wenig den Schweiß auf die Stirn.
      Mein Vorschlag wäre: Lies dich nochmal richtig in die Materie Meerwasserchemie, Haltung von Korallen und die verschiedenen Filtermethoden ein. Inzwischen gibt es viele etablierte Methoden um Korallen zu halten und es gibt auch Ansätze ohne Abschäumer und dafür mit Algen zur Nährstoffreduzierung.
      Was du aber nie vergessen darfst, dass Meerwasser sehr reaktiv ist und hier schon kleinste Konzentrationen der "falschen" Ionen zu großen Problemen führen können!

      Wer am falschen Ende spart zahlt am Ende drauf, im schlimmsten Fall mit dem Leben der Tiere!
    • Ich habe 4 Jahre lang alles nur mit Regenwasser gemacht, ich wohnte sehr ländlich. Meerwasser, Hochzuchtbienengarnelen (Taiwaner, Pintos etc.), Urzeitkrebse.
      Das Leitungswasser war nicht zu gebrauchen (49,5mg/l Nitrat), steinhart... Wir hatten ein Glasdach hinter dem Haus, das musste ordentlich sauber gehalten werden, die Eimer untendrunter mussten auch ordentlich ausschauen. Die erste Fracht bekamen die Orchideen, das weitere Wasser wurde sehr bald in Kanister abgefüllt und im Keller gelagert.

      Ich hatte mit dem Regenwasser nie Probleme, ich habe auch Meerwassergarnelen gezüchtet.

      Die einzigen Schwermetallprobleme hatte ich mit der Keramik <X Ansonsten waren auch die Regenwasseranalysen (statt dem Osmosewasser) völlig in Ordnung.
      Viele Grüße,
      Steffi
    • Ach OK, ich wusste nicht, dass das möglich ist. Da er aber explizit schrieb, dass er das über ein lackiertes Metalldach (Lack = giftig?, Metall = Metallionen?) in eine festinstallierte, verschlossene Tonne leiten möchte habe ich meine Bedenken geäußert.
      Warum betreibst du deine Becken jetzt nicht mehr mit Regenwasser?

      Andere Frage: Warst du früher in einem anderen Forum mit dem Alias "Krabbe" unterwegs?
    • Danke Steffi für die hilfreichen Infos. Wohne auch sehr ländlich ;) Habe das auch schon öfters gehört das Regenwasser bei umsichtiger Handhabung eine gute Alternative ist. Der Lack ist ja trocken und wird sauber gehalten. Werde auch bis Herbst immer mal das Regenwasser testen und auch schauen ob eine Lagerung draußen im verschlossenen Faß möglich ist. Algen wirds ohne Licht ja nicht geben...

      Die Meinung mit der Denitrifikation von dir Andy finde ich sehr interessant. Dachte halt im Filterbecken, kann ich die Denitrifikation durch eine Regelung des Durchflusses (daher regelbare Pumpe) etwas steuern.

      Werde glaube lieber im Becken mich mit Bodengrund zurückhalten.
      Fröhlich bleiben! :D
      LG Johns
    • Moin Rüdiger,
      jupp, ich war Krabbe, war auch hier im Forum früher Krabbe, habe dann aber auf meinen Vornamen umgestellt.

      Ich wohne jetzt seit 3 Jahren in Ostfriesland. Ich habe hier kein Dach mehr, das sich für die Regenwassergewinnung eignet und da ist auch noch die Hauptstraße vor der Haustür. Dafür teile ich jetzt meine Dusche mit 'ner Osmoseanlage, das Wasser ist hier oben kuschelweich, 2mg/l Nitrat, aber Kupfer ;( Dafür hält die Membran ewig und das Harz auch.

      Ich würde das Regenwasser einfach mal testen lassen.
      Viele Grüße,
      Steffi
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