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Riffkeramik Herstellung

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    • Riffkeramik Herstellung

      Hallo,
      da ich mich nun einige Zeit mit Riffgesteinen beschäftigt habe, hab ich mich mal gefragt wie Riffkeramik hergestellt wird. Klar wird das gebrannt usw.
      Aber was genau sind die Rohstoffe - Ist das weißer Ton oder Porzellan?
      Vorallem wie bekommen die diese Poren rein - wenn ich mir das logisch überlege entstehen diese Hohlräume durch Gase (wie beim Käse) aber das Gerüst ist ja dann hart und spröde - das sollte ja dann springen beim Brennen..

      Vielleicht ist ja ein Exerte hier, der mir das erklären kann..

      LG
    • Hallo
      Es gibt betriebsgeheimnisse bzw. Von Hersteller zu Hersteller Unterschiede bloß soviel dazu.
      LG wernerkoi
      Das Becken 2mx0,60x0,60cm
      Filter Rollermat Abschäumer Royal Exklusiv 200+Rd3
      2x Maxspekt 15000k180W + 3 leuchtbalken
      Ozon Magnetfilter mit Absorber Zeolith und Filter Kohle.u.Algenrefugium
      ?( :bfish:
    • Hallo,

      das mit der Keramik und dem weiß stimmt. Das die Keramik teilweise porös ist, stimmt auch, aber inwieweit das Material auch nur ansatzweise biologisch aktiv werden sollte, wäre nachzuweisen. Ich möchte es fast bezweifeln. Die Oberfläche ja, aber im Inneren?????? Umgedreht möchte man heutzutage ja kaum noch eine größere biologisch aktive Deko haben, also wäre das auch kein Mangel.

      Lebende Steine sind aber auch nach Jahren, wenn man sie zersägt im Inneren hell ..... Insofern ist das weiße erst mal kein Qualitätsmangel...... eventuell abgegebene Stoffe schon.

      Zur Porosität der Keramik bei den gewerblichen Keramiken: meines Wissens könnte mit einem von einem Zuschlag an Stoffen (z.B. Perliten, Sägespäne etc....) gearbeitet werden. Diese Stoffe verbrennen bei etwa 1300 Grad mehr oder weniger rückstandsfrei. Übrig bleiben die Hohlräume. Mit Lufteinschlüssen vor dem Brennen wäre ich vorsichtig..... Das macht die Keramik beim Brennen durch die unterschiedliche Ausdehnung nicht mit.

      LG
      Daniel
    • Hallo,
      danke für die Infos. Ich glaube auch, das die Keramik im Inneren nicht bioaktiv ist - das wird aber auch bei anderen Materialen wie Riffgestein so sein. Ich glaube das ist wohl auch eher ein Marketingding mit der Porösität.

      Das Perlit ist interessant..vermtulich schmilzt das und es bilden sind diese Hohlräume..eine Gasentwicklung darf ja vermtulich nicht stattfinden sonst würde die Keramik wieder bersten.

      LG
    • Hallo zusammen

      Dass die Porosität ein Marketingding ist würde ich so nicht generell unterschreiben, da es ja das material leichter macht und so einfacher zu Transportieren und damit zu Hantieren ist...
      Da es sehr viele Hersteller gibt, ist hier eine Pauschalaussage ziemlich gewagt.

      Viele Grüsse
      Stefan
    • Hallo,
      als es mit Keramik losging meinten ja viele Leute, dass die nicht ausreichend porös sei, also haben die Hersteller wie wild versucht das Zeug porös zu machen. Inzwischen hat sich die Meinung dazu geändert, bzw. das Wissen darüber wohl deutlich vergrößert. Wir haben ja nicht zu wenig Oberflächen im Aquarium sondern zu viele. Was die Porosität im Inneren des Materials (egal welches) angeht, da kann wenn überhaupt ja nur noch per Diffusion ein Stoffaustausch stattfinden, denn neben Porosität ist ja die Permeabilität und Tortuosität wichtig. Diffusion nimmt mit dem Quadrat zur Tiefe ab, d.h. es ist ein sehr effizienter Prozess auf der Mikroskala, aber dann ist sehr schnell schluss. Wenn dann noch weitere Faktoren (Permabilität, Tortuosität) oben drauf kommen ist noch schneller schluss. Ein advektiver Austausch wie z.B. in den obersten mm bis cm von Sedimenten ist abhängig von Strömungsgeschwindigkeit, Oberflächentopografie und Korngröße und kann in einer Aquariendeko praktisch ausgeschlossen werden, und das ist auch gut so. Wenn die inneren Oberflächen alle reaktiv wären hätten wir nackte Becken weil es sonst überhaupt nicht in den Griff zu bekommen wäre.
      Grüße
      Jens
      Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)
    • danke für diese kompetente Rückmeldung. Es wird aber dem Aquarianer schon etwas vorgespielt, wenn halbierte Keramikstücke präsentiert werden die löchrig wie ein Schwamm sind..
      Ich frage mich auch, wenn Perlit beim Brennen schmilzt und dadruch diese Poren entstehen sind diese Poren praktisch dicht verschlossen - das wäre ja praktisch eine "Glasartige Abdichtung" jeder einzelenen Pore.
      Da wird ja wohl keine Austausch in welcher Form auch immer, stattfinden können:-)
      LG
    • Hallo,

      wie bekommt man Poroton-Ziegel porös? Ganz einfach indem man Fremdstoffe, die verbrennen, in den Ton einmischt. Diese Fremdstoffe können z. B. Sägemehl, Stroh oder ähnliches sein. Ich meine, bei einer der Keramiken sieht es sehr nach Stroh aus.

      Grüße

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • Hallo,
      aus meiner Sicht ist das aber nicht nachvollziehbar. Da Lufteinschlüsse aufgrund der Expansion zum Bruch der Keramik führt, wird vermutlich eine gasbildende Zerrsetzung wie die Verbrennung von organischem Material einen ähnlichen Effekt haben. Das was schlüssig wäre ist die Verwendung von Material, welches beim Brennen schmilzt wie Perlit.
      LG
    • Hallo,

      Perlit enthält aber ebenfalls Luft/Gaseinschlüsse, es ist ja an sich porös.

      Bei Stroh könnte ich mir ganz gut vorstellen, dass durch die röhrenförmigen Kanäle Gas entweicht und wenn, dann nur Brücken zu benachbarten Hohlräumen gesprengt werden, nicht das Brenngut an sich. Ähnlich dürfte es aber auch bei Sägespänen funktionieren, soviel beimengen, dass interne Brücken gesprengt werden, nicht das Brenngut an sich.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • Porös ist wichtig. Das Material lässt sich dann viel besser bearbeiten, ohne gleich ganz zu zerspringen. :D

      Das wärs dann aus meiner Sicht aber schon.

      Was da im Innern der Steine abgehen soll ist für mich ein nicht nachvollziehbares Rätsel. Alles was tot ins Becken kommt lebt frühestens nach vielen Jahren tatsächlich. Vorher bloss oberflächlich.

      Anders bei echten lebenden Steinen, da sind Bakterien im Innern durchaus vorstellbar. LS sind aber nicht notwendig. Sonst würden diverse junge Becken mit totem Material nicht so gut funktionieren.

      Das Foto zeigt übrigens meine rostocker Keramik. Ich bin mit dem Leben zufrieden und erkenne keinen Unterschied zu LS oder TS. Vieleicht hatte ich aber auch nur Glück mit dem Brand.

      Gruss
      Andi
      Bilder
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    • Der Vorteil der fehlenden Porösität der neuen Keramiken bzw künstlichen Riffaufbauten liegt ja wohl eher wo anders. Durch die fehlenden Kanäle kommt halt auch kein Schmodder ergo Depots rein. Geht natürlich auf Kosten des Gewichts
      Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: Tunze 6105 und 6095, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Ballinglight und Zeolight-Methode nach Fauna Marin
      Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita




      Viele Grüße
      Stefan
    • Hi,
      beim überfliegen der posts bin ich mir nicht sicher, wer Perlit ins Spiel gebracht hat;
      Perlit ist ein vulkanisches Gestein, das im Rohzustand nicht zu gebrauchen ist. Erst durch den Aufglühvorgang
      wird es zu Perlite mit bis zu 20fachem Volumen; es ist und bleibt aber eine wahre Si-Bombe und somit unbrauchbar.

      Das gebräuchlichste Mittel um kapillare Hohlräume zu schaffen, ist die Vermengung mit Baumwollflocken, gepufftem Mais u.a.
      Diese gehen beim Brennvorgang in nahezu 'Nichts' auf.

      Gruß,
      Stefan
      Servus
      Stefan

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Stefan C. ()

    • A.L. schrieb:

      Anders bei echten lebenden Steinen, da sind Bakterien im Innern durchaus vorstellbar.
      Hallo Andi,

      siehe Posting # 8 von Jens. Überall, wo Nährstoffe nur durch Diffusion hinkommen, ab wenige mm Tiefe, kann es kaum bakterielles Leben geben, zumindest keines mit einem aktiven Stoffwechsel. Aufgrund der physikalischen Gesetze findet dort fast kein Austausch statt, folglich keine Nahrung und folglich kein aktives Leben. Es brächte aufgrund der Langsamkeit der Diffusion ab mm-Bereich auch nichts, viel zu langsam und ineffizient.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • moin,

      nunja, im ls zeigen sich ja haufenweise offene strukturen und kanälchen etc. mit ihren oberflächen, die daher diesen mm-bereich ja ungemein vergrößern.
      ansonsten
      gruss
      joe

      korallenfarm.de H
      "ULTRA-C o r a l s - made in Germany"
      der weg ist das ziel!
      theorie ist: wenn man alles weis und nichts funktioniert.
      praxis ist: wenn alles funktioniert und keiner weis warum.
    • Hallo,

      kommt darauf an, ob Druckunterschiede in der Lage sind, das Wasser durch das Gestein zu bewegen. In feinen Röhren und Spalten würden Moleküle u. U. trotzdem nur über Diffusion bewegt. Die Frage ist immer, gewährleistet der Austausch einen effizienten Abbau welcher Art auch immer.

      Bei der Denitrifikation kommt hinzu, dass nicht nur das kleine Nitrat-Ion bewegt werden muss sondern auch die organische Nahrung für die Denitrifikanten.

      Also, Nitrat-Abbau durch Lebendgestein auch ein Mythos? Grundsätzlich ist es so, dass selbst in dickeren Biofilmen Denitrifikation stattfinden kann. Zudem sind die meisten Denitrifikanten fakultativ anaerob, können also entweder Sauerstoff oder Nitrat veratmen. Wahrscheinlich ist es so, dass die Denitrifikationsleistung im Inneren von Lebendgestein eher überschätzt, die an Oberflächen und im Bodengrund eher unterschätzt wird. Die Meinung, dass Denitrifikation nur unter "großräumig" und dauerhaft anaeroben Bedingungen wie im inneren von Lebendgestein stattfindet, ist falsch, es reicht ein dickerer Biofilm oder eine größere Mulmflocke. Da ist auch der Austausch viel besser und die Denitrifikation somit effektiver.

      Grüße

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • Hans-Werner schrieb:

      ... woraus sich für mich die Frage ergibt, ist Keramik ohne Perlite keine SiO2-Quelle? Immerhin besteht Keramik, bis auf spezielle Ausnahmen, aus Alumosilikaten.

      Grüße

      Hans-Werner
      Hallo Hans-Werner,
      Ein simpler Silikat-Test mit gewässertem Perlite verifiziert meine Aussage.
      Dies läßt einen ein 'dunkel'blaues Wunder erleben;
      die meiste Riffkeramik dagegen verhält sich unauffällig...
      Servus
      Stefan

    • Hallo Hans-Werner,

      die kontinuierliche Si-Abgabe ist bei Keimlingen und Jungpflanzen durchaus erwünscht,- besonders Monokotyledonen sind Starkzehrer; aber da erzähle ich gerade dir wohl nichts neues?

      Späters ist der 'Hunger' aber nicht mehr zu stillen, weshalb mittels Düngung nachgeholfen werden muß.
      Perlite wird als Zuschlagstoff zur besseren Durchlüftung und Dränage der Erden eingesetzt,
      nachdem Styropor Ende der 70er langsam in Verruf kam.
      Ich weiß allerdings nicht, ob Vorteile der kontinuierlichen Si-Versorgung damals schon bekannt waren?
      Servus
      Stefan

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Stefan C. ()

    • Hallo Stefan,

      da liegst Du richtig, Yucca- und Agave-Aussaaten habe ich aus anderen Gründen schon in Substraten, die überwiegend aus Perlite bestehen, speziell für die Tillandsien habe ich Silikat im Dünger integriert (Kaliumsilikat), profitieren aber auch alle anderen von. Wenn man mal gesehen hat, wie Tillandsien in Argentinien wachsen, die haben teils mehr Granitsand und Mineralstaub auf den Blättern als andere Pflanzen an den Wurzeln ... :D

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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    • Hallo Hans-Werner,
      vielleicht mißverstehe ich deinen letzten Satz...
      ist zwar jetzt abseits des Themas, -meine berufliche (Aus)Bildung nach knapp 40 Jahren auch schon etwas angestaubt-,aber ich meine mich dunkel erinnern zu können, das Tillandsien als sog. Aufsitzerpflanzen dahinvegetieren. Die paar Wurzelchen dienen lediglich zur Befestigung am Substrat.
      Aber wohl wahr ist, das die Dinger vom angewehten Staub leben; in Verbindung mit etwas Tau oder Nebeltröpfchen.

      Edit:
      da sieht man, wie mein Wissen langsam einstaubt; 'epiphytisch' nennt sich die Lebensweise der Pflanzengattung.
      Ist mir einfach nicht mehr eingefallen ||
      Servus
      Stefan

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Stefan C. ()

    • Hallo Stefan,

      ich Antworte mal per "Konversationen", Symbol oben, um den Thread nicht zu sehr zu unterbrechen. Ist auf jeden Fall ein interessantes Thema. Aufsitzerpflanzen ist halt Deutsch und ebenso richtig wie "Epiphyten". Staub ("Mineralstoffe") und Saugschuppen auf den Blättern sind die zwei entscheidenden Komponenten.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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    • Stefan C. schrieb:

      Hi,
      beim überfliegen der posts bin ich mir nicht sicher, wer Perlit ins Spiel gebracht hat;

      Das war ich.

      Daniel Rother schrieb:

      Zur Porosität der Keramik bei den gewerblichen Keramiken: meines Wissens könnte mit einem von einem Zuschlag an Stoffen (z.B. Perliten, Sägespäne etc....) gearbeitet werden. Diese Stoffe verbrennen bei etwa 1300 Grad mehr oder weniger rückstandsfrei.

      Ich hätte noch ganz andere Sachen nennen können, z.B. Polystyrol, letzteres findet bei der Herstellung von porosierten Ziegeln Anwendung. Bezüglich Perliten gibt es einige Schriften und ein Patent. Vor gut 10 Jahren hat sogar ein Aquarianer (Wolfgang) versucht Keramiken mit Perliten selber zu brennen. Soll wohl ziemlich "gestunken" haben. Wenn es interessiert, kann sich mal im Internet unter dem Begriff Poroton-Verfahren kundig machen.

      Für unsere Keramiken wird mit Sicherheit auf einfachere Sachen zurück gegriffen, Ich würde an Sägespäne, Baumwollflocken, Stroh usw. denken. Bei der Keramik aus Rostock könnte ich mir letzteres sogar vorstellen. Die Abdrücke sehen aber verdächtig danach aus.

      LG
      Daniel