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"Kalk"Ablagerungen in Rohren, Pumpen etc.

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    • "Kalk"Ablagerungen in Rohren, Pumpen etc.

      Hallo zusammen,
      ich betreibe mein Becken nach dem Balling-System und dosiere zur Erhöhung der KH Natriumcarbonat. Ich dosiere Natriumcarbonat nur dann wenn sonst keine Dosierung (Calcium, Magnesium etc.) läuft.
      Die Technik der Anlage ist im Keller weshalb ich das Natriumcarbonat nach der Filtereinheit und vor der Rückförderpumpe dosiere. Nun zum Problem:

      Sämtliche Rohrleitungen nach der Dosierungeinheit, Ventile und auch die Förderpumpe im Inneren sind voll von "Kalk"Ablagerungen. Die Schicht an den Rohren ist so dick, dass die Pumpe zu streiken beginnt und überhaupt keines der Ventile mehr bedienbar ist. (Ich habe etwas gebraucht bis ich das Problem identifizieren konnte).

      Wenn das Natriumcarbonat tropfenweise dosiert wird, bildet sich bei jedem Tropfen ein kleiner Nebel der aber unmittelbar wieder verschwindet.

      ph liegt bei 8.1
      Calcium bei ca. 400
      Magnesium bei 1300
      Die KH versuche ich auf 7 einzustellen

      Bei ca. 2000L Wasservolumen und doch einigen Korallen dosiere ich derzeit ca. 200ml Natriumcarbonat (5kg auf 35 Liter aufgelöst)

      Wie kann ich anders die KH erhöhen ohne dass es zu den Ausfällungen kommt?

      Vielen Dank!
      Andreas
      Andreas
    • brandneranien schrieb:

      Wenn das Natriumcarbonat tropfenweise dosiert wird, bildet sich bei jedem Tropfen ein kleiner Nebel der aber unmittelbar wieder verschwindet.
      Hallo Andreas,

      ich dosiere auch Natriumcarbonat in das Abteil der RFP. Bei mir ist eine kleine 6045 Tunze in der Kammer, welche für ordentlich Bewegung sorgt und den sich bildenen Niederschlag in 1 - 2 Sekunden verschwinden lässt. Ich habe ca. 1/3 deiner Menge an Natriumcarbonat in der KH Lösung. Ca und Mg Werte vergleichbar. Ich dosiere aktuell fast das Doppelte deiner Dosis und konnte bis dato keinerlei Kalkablagerungen feststellen.

      In wie vielen Einzeldosen gibts du die KH Lösung zu? Bei mir sind es 2x 48 Einzeldosierungen (2 Kanister falls ein Problem bei einem Kanister/Dosierpumpe) mit 5 min Zeitversatz.

      LG
      Kristian
    • Hallo Andreas,

      Meerwasser ist grundsätzlich mit gelöstem Calciumcarbonat übersättigt (andernfalls würden sich alle Kalkmaterialien mit der Zeit auflösen). Deshalb sind Kalkausfällungen immer mehr oder weniger vorhanden. Bevorzugte Stellen sind turbulente Strömungen (deshalb verkalken Pumpen besonders schnell), Rohre, Heizungen, Eintropfstellen von Gelöstkalklösungen (Balling) und Kalkwasser, und Stellen, die bereits verkalkt sind. Wenn sogenannte Kristallisationskeime vorhanden sind, lagert sich an ihnen sehr gern Kalk an.

      Maßnahmen:
      - KH nicht in utopische Höhen anheben zu wollen, aber deutlich über 7°dH (damit der pH-Wert nicht zu stark schwankt). Je höher der pH-Wert, desto niedriger ist der zu erreichende KH
      - für genügend Mg sorgen (Magnesium ist ein Ausfällinhibitor und verhindert ein wenig die Kalkausfällungen - ist bei Dir aber o.k.
      - Bei Heizungen grundsätzlich den Typen bei gleicher Leistung wählen, der eine größere Oberfläche hat (längere Bauart)
      - Eintropfstellen so weit wie möglich von der Rückführpumpe oder anderen Pumpen einrichten, aber an einer gut durchströmten Stelle
      - nur nachts dosieren, wenn der pH-Wert niedriger ist
      - bereits vorhandene Verkalkungen entfernen (bei Pumpen ist das normale Routine; die Steigleitung von Technikbecken zum Aquarium ist da schon komplizierter zu reinigen - ich hoffe, dass die Verrohrung auseinander genommen werden kann. Wenn nicht muss die Steigleitung chemisch vor Ort gereinigt werden. ACHTUNG! Es darf nur gaaaaanz vorsichtig und seeeehr langsam Säure in das Rohr eingefüllt werden. Das Steigrohr wirkt als Luftheber und wenn zu hastig Säure eingefüllt wird, schießt das Wasser-Schaumgemisch mit Schmackes oben aus dem Rohr - ein artesischer Säurebrunnen macht wirklich keinen Spaß! Schutzbrille, Handschuhe nicht vergessen. - Alternativ das Rohr erneuern.

      LG Burkhard
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    • Hallo zusammen,

      herzlichen Dank für eure Antworten!

      Aus allen Antworten lese ich heraus, dass ich die Lösung jedenfalls zu konzentriert hergestellt habe. Auf S.70 des zitierten Dokumentes steht max 100g/L. Das wären bei mir 3,5 kg statt 5kg auf 35L.

      Ich werde die Lösung einfach mal um 50% verdünnen also 2,5 kg auf 35L und halt doppelt dosieren. Derzeit dosiere ich 14 mal pro Tag. Ich kann das auf 24 mal erhöhen und die Geschwindigkeit der Dosierpumpe auf minimal lassen. Das ist dann die maximal zeitlich gestreckte Dosierung.

      Aber ist es dann nicht so, dass die Ablagerungen halt doppelt so lange brauchen bis sie auftreten? Ich gebe mir mal die Antwort selbst: Wenn die Lösung wenig genug konzentriert ist und langsam genug dosiert wird, löst sich das Natriumcarbonat vollständig sodass es zu gar keinen Ablagerungen kommen kann. Hmmmm

      Was das Reinigen der Rohrleitungen betrifft kann ich die Bedenken teilen (hab ich teilweise letztes Wochenende gemacht). Ich habe den Pumpenkopf selbst (ATK), die unteren Ventile etc. ausgebaut und "entkalkt". Das größte Teilstück ist so 1,5 m hoch, mit 2 Kugelhähnen. War ein schöner Salzsäurevulkan. Ich kenne das Zeug etwas und konnte die Gefahr daher erahnen und es ist nichts passiert.

      Leider sind die oberen Leitungen nicht entfernbar ohne das komplette AQ abzubauen bzw. die Leitungen zu zerschneiden. Da bleibt der Kalk dann wohl vorerst drinnen.

      So etwas wie die letzte Entkalkungsaktion mag ich nur nicht öfter machen daher die Frage.

      LG Andreas
      Andreas
    • Hallo Andreas,

      ich arbeite mit 80 g Natriumhydrogencarbonat in 1 Liter. (also Natrimumhydrogencarbonat incl Wasser = 1 Liter)

      Rechne mit dem Faktor zur fertigen Lösung 0,08.

      Ich löse das Salz komplett mit Turbelle auf und fülle es erst dann in den Dosierbehälter.

      Die Zugabe erfolgt bei mit einmal täglich.

      Auf 1.500 Liter netto Aqaurienwasser dosiere ich 400 ml Täglich.

      Habe noch keine besonderen Verkalkungen bemerkt.

      Alle 2 Wochen Kontrolle der Werte. Danach Ausgleich wenn nötig nach Aqua-Calculator.


      VG

      Elisabeth
    • Hallo zusammen,

      ich habe gestern die Lösung auf ca. 70 g/L verdünnt und dann versucht zu dosieren. Ich habe bewusst eine Stelle gewählt wo zwar eine gleichmäßige, flächige Strömung ist aber keine Turbulenzen bestehen sodass ich beobachten kann wie sie sich die Ausfällung verändert. Bei 70g/L entstehen noch immer weiße flockenähnliche Gebilde die sich nicht wirklich auflösen. Ich konnte einige Zeit die kleinen Flocken im Aquarium umher schwimmen sehen. Gefühlt war das eine Minute.

      Ich befürchte das trotz der deutlichen Verdünnung (früher hatte ich 140g/L) sich die Rohre wieder verlegen weil die Zeit bis sich die Ausfällung auflösen einfach zu lange ist.

      Ich verstehe irgendwie nicht, dass sich bei mir die Ausfällungen so lange halten und bei euch anscheinend nicht.

      LG Andreas
      Andreas
    • Hallo nochmal,

      eigentlich hat es Burkhard schon gesagt (wenn ich das so noch einmal genau lese). Zu Ausfällungen müsste es immer kommen. Es kommt anscheinend nur auf die Stelle ein wo ich dosiere.

      Müsste Natirumhydrogencarbonat nicht leichter ohne Ausfällungen dosierbar sein? Irgendwie habe ich da was mit CO2 und einem niedrigeren ph-Wert im Kopf. Das müsste doch Ausfällungen mindern oder?

      LG Andreas
      Andreas
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