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Cirrhilabrus-Bestand mit Halichoeres ergänzen - bekannte Unverträglichkeiten?

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    • Cirrhilabrus-Bestand mit Halichoeres ergänzen - bekannte Unverträglichkeiten?

      Hallo zusammen,

      da sich nach dem Verlust meines Halichoeres marginatus vor 1,5 Jahren immer wieder (vor allem auf LPS) Strudelwürmer breit machen, mache ich mir Gedanken welche Lippfische ich noch ergänzen kann. Dieser sollte auch gleichzeitig als Schutz vor Acro-Strudelwürmer dienen. Ich dachte da an Halichoeres wie marginatus, melanurus, cosmetus oder chrysus.

      Meinen Cirrhilabrus sind die Strudelwürmer ja leider völlig egal. Es sind jetzt folgende fünf Einzeltiere im Becken.

      C. solorensis
      C. brunneus
      C. rubrisquamis
      C. lubockii
      C. exquisitus

      Ich weiß nicht genau, ob und wo es zu Reibereien (Farbgleichheit?) kommen kann, oder ob sich die Cirrhilabrus generell mit Halichoeres vertragen. Welche Lippfische könnt ihr empfehlen bis zu einer Beckengröße von 1000l? Es müssen nicht unbedingt Halichoeres sein und die Farben sind auch eher zweitrangig. Der Fokus liegt ganz klar bei den Strudelwürmern.

      Viele Grüße
      Andreas
    • Seufz,

      früher hatte mein marginatus auch Strudelwürmer von LPS runtergepickt, aber heute hat er das nicht mehr nötig und frisst sich nur die Wampe voll mit meinem Futter. Bis er aus dem Becken gesprungen war hatte ich parallel auch noch einen H. melanurus, der ebenfalls Turbellarien gefressen hatte. Die beiden haben sich sehr gut vertragen und nicht im geringsten füreinander interessiert. Ebenso ein H. chrysus.
      Stinkstiefel war da eher der Eibli-Zwergkaiser, was auch beim Nachsetzen eines C. multifasciata wieder auftrat.

      Halichoeres fressen meistens Strudelwürmer, gerade wenn sie noch etwas jünger sind. Mir sind jetzt auch aus dem Kopf keine Berichte bekannt, wo es Konflikte zwischen Cirrhilabrus und Halichoeres gegeben hat.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Sandy Drobic schrieb:


      Halichoeres fressen meistens Strudelwürmer, gerade wenn sie noch etwas jünger sind. Mir sind jetzt auch aus dem Kopf keine Berichte bekannt, wo es Konflikte zwischen Cirrhilabrus und Halichoeres gegeben hat.
      Ja,ja, es truegt manchmal der Schein. Denn manche Fische haben altersbedingte Vorlieben. Was in der Jugend noch interessant und schmackhaft, wird im Laufe des Heranwachsens links liegen gelassen.
      Gruss
      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
      Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)
    • Das mit den Vorlieben ist ja bei uns Menschen auch nicht anders. Was habe ich früher Spinat und Grünkohl gehasst, jetzt nehme ich das Zeugs gerne auf den Teller.

      Und schließlich sind Tiere keine mechanischen Schädlingsbekämpfungsmittel, die auf Knopfdruck zu funktionieren haben und ansonsten wegen mangelnder Funktionalität als "fehlerhaft" zum Händler zurück gehen.
      Es war meine Entscheidung, den Fisch ins Becken zu setzen und deshalb hat er Bleiberecht und eine recht großzügige Narrenfreiheit. Die Verantwortung liegt immer beim Aquarianer vor dem Becken, nicht den Bewohnern im Becken.

      Aber fluchen tue ich manchmal doch über die Mistkrücke, wenn sie wieder mal Obelix im Römerlager spielt.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Hallo Mathias,

      ich hatte bereits ein Pärchen im Becken. Leider ist das Männchen verstorben. Ich glaube auch, dass ein Pärchen in 1000l etwas überfordert ist, wenn sich bereits eine bestimmte Population an Waminoa im Becken etabliert hat. Außerdem wären sie keine Hilfe, wenn es um Acropora-Strudelwürmer geht. Trotzdem danke ich dir für den Hinweis.

      Viele Grüße
      Andreas
    • Hallo zusammen,

      Fressfeinde sind natuerlich der Chemie absolut vorzuziehen. Da gibt es einige Vertreter, die immer wieder erwaehnt werden. Chelidonura varians ist naturgemaess dabei, Synchiropus splendidus und Halichoeres-Arten oder Hexataenia sind bei der Bekaempfung meist erfolgreich. Einige Beobachtungen lassen den Schluss zu, dass die bekannten Fische ueberwiegend im juvenilen Stadium an Turbellarien interessiert sind, oder dass mit der Zeit anderes Futter den Turbellarien den Rang ablaeuft. Bei der Schnecke sind auf ungewohntem Terrain eines Riffaquariums einige Fallstricke zu ueberwinden, wie Propeller der Pumpen oder die Aggressivitaet der Nesseltiere. So wird es auch nicht moeglich sein, Chelidonura zur Eliminierung aufsitzender Turbellarien auf Euphyllia oder Catalaphyllia zu bewegen. Ausserdem ist das Tier sehr kurzlebig. Eine absolute Garantie im Erstversuch mit Lippfischen gibt es nicht. Es sei denn, wir haetten es in diesem Fall mit Nahrungsspezialisten zu tun. Das sind die oben erwaehnten Fische wohl kaum. So bleibt uns nur der Versuch von trial & error.
      Gruss
      Hajo
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    • Moin,
      wie sieht es denn eigentlich mit den kleinen Acropora-Krabben ( Trapezia u.ä. ) aus? Hat da schon ´mal jemend gesehen, dass die sich an Schädlingen vergreifen? Lt. MW-Lex sind sie ja eher an Korallenschleim und Plankton interessiert.
      " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
      Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
      In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
      Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

      Beste Grüße

      Stefan
    • Hallo Andreas,

      die von uns selbst kreierte Palette unseres Fischkonsortiums stellt uns manchmal vor Probleme, insbesondere weil die flossigen Kameraden kein so artiges Verhalten an den Tag legen, wie wir es gern hätten. Das angeborene Drohverhalten der Fische, inner- wie auch zwischenartlich, ist wenig harmonischer Natur und wirkt manchmal erschreckend abstossend auf den Betrachter. Man steht dauernd vor der Frage: Ist das jetzt arterhaltener Instinkt oder gar pathologisches Verhalten?
      Kräftemessen und Beschädigungskampf sind zwei verschiedene Verhaltensweisen, wobei bei letzterem meist ein vorangehendes Kräftemessen stattfindet. Bei all diesen Kämpfen kommt es darauf an, dass der Stärkere ermittelt wird, ohne dass ein Individium geopfert wird. Auch kann man bei verschiedenen Arten einen Unterschied auf der Aggressivitätsskala feststellen.
      Den ersten 24 Stunden messe ich grundsätzlich keine große Bedeutung zu. Wenn sich dann allerdings die Aggressivität deutlich steigert, muss genau analysiert werden.
      Unsere Aquarien sind für viele Fische eigentlich nicht groß genug, um die angeborenen aggressiven Reaktionen einer jeden Art von vornherein zu neutralisieren. Aggressionen werden nur zum Teil durch die Haltungsbedingungen relativiert. Bestenfalls führt das zu Kompromissen.
      Normalerweise geht die Konfrontation zweier einander unbekannter Fische derselben Spezies leidlich friedlich aus. Sie gewöhnen sich einander, indem der Unterlegene die Demutshaltung annimmt und die 2. Geige spielt. Man arrangiert sich. Das anfängliche Drohverhalten und ggf. die kurzen Verfolgungen legen sich mit der Zeit, bis jeder seinen Platz eingenommen hat. Ausnahmen bestätigen leider auch hier die Regel. Dann ist u. a. in vielen Fällen die Motivation die beginnende Geschlechtsreife. Das ist aber ein besonderes Thema.
      Territorialverteidigung würde ich bei Lippfischen nicht annehmen. Wenigstens nicht bei den kleinen Arten. Viele von ihnen schwimmen im Meer mit- und durcheinander. Es hat für diese Spezies auch keinen Arterhaltungswert. Der ist an und für sich die Mutter aller „Probleme“. Ich denke, ein gesundes Rivalitaetsverhalten steckt in jedem Fisch. Wie er das nun "auslebt", kommt auf den Besatz und die Größe des Aquariums an.
      Ich würde es versuchen. Wenn möglich mit einem juvenilen Tier. Da gibt es erst einmal kaum Probleme. Halichoeres sind von Hause aus keine Stinkstiefel. Bei Pseudocheilinus hexataenia wäre ich vorsichtiger. Wenn wir es nicht versuchen, kommen wir auch nicht hinter die Verhaltensweisen unserer Fische und die Konsequenzen bestimmter Vergesellschaftungen. Das ist aber das weitaus interessantere Kapitel in der Pflege unserer Fischgesellschaft. :)

      Gruß
      Hajo
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      aber aufhören zu leben.
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    • Hallo Hajo,

      vielen Dank für deine umfangreiche Einschätzung. :)

      Da der Melanurus noch nicht so richtig zufrieden über die Anwesenheit des Iridis ist, werde ich die Vergesellschaftung des Timorensis noch etwas vertagen müssen.

      Momentan übt der Melanurus leichte Angriffe auf den Iridis aus, sobald dieser den Schwimmraum hinter der Schachtverkleidung verlässt. Ich hoffe, dass es sich hierbei nur um das Kräftemessen handelt und die Rangfolge in den nächsten Tagen geklärt ist.

      Mal schauen, was ich morgen berichten kann.

      Viele Grüße
      Andreas
    • Neu

      Hallo Andreas,

      du solltest ruhig in dieser Rubrik den positiven Ausgang dokumentieren.
      Das sehe ich als eine wichtige Information bezueglich der Vergesellschaftung von Lippfischarten an. "Wichtig" ist vielleicht nicht das richtige Wort. Beruhigend ist die bessere Wortwahl! :D

      Gruss
      Hajo
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    • Neu

      Hallo zusammen,


      ich kann vielleicht von meinen Beobachtungen berichten, ich bin ein absoluter Fan von Lippfischen, sehr schön von der Färbung dazu meist nützlich, viel schwimmen tun sie auch.


      Ich hatte bis vor kurzen Cirrhilabrus rubripinnis
      , Cirrhilabrus lubbocki, Halichoeres chrysus, Halichoeres iridis. Der rubripinnis hat den lubbocki immer gejagt, das ging ca. 6 Monate gut (fand es nicht weiter schlimm den bis auf eine kurze Verfolgungsjagd quer durchs Becken war da nichts mehr, gegessen haben sie wieder zusammen) bis vor 2 Wochen der lubbocki den Stress Wohl doch nicht mehr ausgehalten hat. Ich konnte in der Fischfalle nur zugucken wie er seine letzten Kiemenzügen gemacht hat :st: .

      Der rubripinnis ist allgemein relativ aggressiv gegenüber allen kleineren Bewohnern des Beckens.

      Ich würde gerne wieder einen Lippfisch dazu holen, irgendeinen Paracheilinus! Vielleicht kann jemand eine Empfehlung aussprechen unter Berücksichtigung der anderen 3 Lippfische.


      Grüße Mathias :wink




    • Neu

      Hallo Mathias,


      wenn es unbedingt ein Pseudocheilinus sein sollte, wuerde ich dir in Anbetracht des Aggressionspotentials des rubripinnis den Hexateania empfehlen. Der ist aehnlich gut drauf. :D Jedenfalls in mancher Vergesellschaftung.
      Eine andere Moeglichkeit waere, den Fisch ab in die Fischfalle oder Schwimmschule, und das Einbringen einer anderen Cirrhilabrus-Art. Nach ein paar Tagen bis 1 Woche den Fisch wieder zurueck und abwarten. Klappt oft, aber nicht immer. Ansonsten sind Vergesellschaftungen von Zwerglippfischen nicht so spektakulaer, wie diejenigen von manchen groesseren Arten.
      Die Beckengroesse und aehnliches Farbkleid werden manchmal auch zum Faktor fuer die Unvertraeglichkeit. Eine abschliessende Bewertung kann eigentlich nur derjenige geben, der diese Fische bis zur adulten Groesse und Geschlechtsreife zusammen gepflegt hat.
      Diese Berichte sind Mangelware, da viele Fische ohne Sinn und Verstand zusammengepfercht werden und sich dann gewundert wird, wieso der eine oder andere (Lipp)Fisch aus dem Becken gesprungen ist. Es werden noch nicht einmal Zweierbeziehungen alt, da bei der beginnenden Geśchlechtreife (Umfaerbung des weiblichen Parts) der Zoff erst richtig losgeht. So bleibt dann meist nur eine Art uebrig, was eine Aufstockung zur Folge haben kann, und dann beginnt das Drama sich neu zu entwickeln.
      Mit meinen etwas pessimistischen Zeilen moechte ich nur andeuten, dass es zur Lotterie werden kann, einen harmonischen Besatz zu finden. Wenn aber die Moeglichkeit bestuende, den Unterlegenen beim Haendler zu tauschen, dann ist die Chance hoch, eine geeignete Art zu finden. Das sollte aber nicht zur Gewohnheit werden.

      Gruss
      Hajo
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    • Neu

      Hallo zusammen,

      ich hatte ja im letzten Beitrag erwähnt, dass der Melanurus den Iridis nicht von Anfang an akzeptiert hat. Entgegen meiner Annahme, dass die Vergesellschaftung garantiert problemlos funktioniert, hat der Melanurus den Iridis immer wieder in die Ecke gedrängt, so dass sich der Iridis die meiste Zeit hinter der Schachtverkleidung (dahinter ist ein luxuriöser Rückzugsort- und Schwimmraum :) ) verkroch. Wenn der Iridis mal rauskam, gab es aber zu keiner Zeit heftige Attacken. Es war mehr ein Wegdrängen und Abdrängen. Dabei zeigte der Iridis auch keinerlei Stress- oder Schwächesymptome, weshalb ich (und Hajo auch) sehr zuversichtlich war, dass es noch was werden kann. Auffällig war, dass es während der Fütterung überhaupt keine Aggressionen gab. Nachdem der letzte Happen verschlungen war, ging das Bedrängen aber weiter.

      Das Verhalten hielt so ziemlich genau zwei Wochen an, ehe der Iridis langsam aber sicher mehr Freiheiten bekam. Von Tag zu Tag konnte er das Becken dann weiter erkunden und mittlerweile sind keine Unverträglichkeiten mehr zu erkennen. Auch hier nochmal vielen Dank an Hajo, der mir mit Rat un Tat zur Seite Stand und Mut zusprach. :)



      Hallo Mathias,

      eine ähnliche Situation gab es bei mir auch. Ich hatte einen 5er Trupp Cirrhilabrus - solorensis, lubbocki, exquisitus, brunneus und rubrisquamis. Letzterer wirkte die ganze Zeit unterdrückt, schreckhaft und ängstlich, jedoch ohne jegliche Anzeichen der Aggression durch andere Beckenbewohner. Der Rubrisquamis scheint auch vom Verhalten ein etwas ruhigerer Geselle zu sein. Eines Tages fand ich ihn trocken hinter dem Becken. Vielleicht sollte man ihn lieber mit einem ruhigen Beibesatz pflegen.

      Viele Grüße
      Andreas
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