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Praktische Anleitung für Balling Methode

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    • Praktische Anleitung für Balling Methode

      Zu Beginn hatte ich mir nachfolgendes (ähnliches) Setgekauft, wobei ich die „Fauna Marin Trace“ (1 bis 3) nicht benötigt habe.
      https://www.shop-meeresaquaristik.de/Wasseraufbereitung-chemisch/Alles-zur-Balling-Methode/Mrutzek-Balling-Start-Sets/aqua-biotica-Balling-Start-Set-gross::1970.html?XTCsid=8oa4m5vjfg6iqop5enhoddhpm5
      Die Kanister wurden mit Osmose-Wasser (0 µS; <0,1 Silikat SiO2) gefüllt.
      Kanister 1: 4 Liter Osmose, dann bis zur Sättigung, d.h. ca.340g bis 350g Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) dazu und mindestens 3 Tagestehen lassen und mind. 3 x täglich durchschütteln
      Kanister 2: 4 Liter Osmose, dann 400g Calciumchlorid - Dehydrat(CaCl2 x 2 H2O) dazu; Löst sich i.d.R. nach einem Mal schütteln in ca. 5Minuten vollständig auf
      Kanister 3: 2 Liter Osmose, dann 2.000g (2kg) Magnesiumchlorid- Hexahydrat (MgCl2 x 6 H2O) dazu; Nach dessen vollständiger Auflösung 250g Magnesiumsulfat- Heptahydrat (MgSO4 x 7 H2O)

      Für anliegendes Becken (netto 600 Liter) habe ich via GrotechDosiercomputer nachfolgende Substanzen täglich zugegeben.
      Die Aufteilung der Zuführung (jeder Kanal) sollte sehrregelmäßig erfolgen, d.h. möglichst stündlich.
      Natriumhydrogencarbonat und Calciumchlorid mit möglichst großem Abstand dosieren.

      Orientierungswerte -> hängen von Anzahl/Größe der Korallen ab:
      Kanal 1: Natriumhydrogencarbonat - 150mL
      Kanal 2: Magnesium - 6mL
      Kanal 3: „Stickstoff+“ - 1mL (abhängig vom Messwert 1 oder 2 mal proWoche)
      Kanal 4: Red Sea Coral Colors A - 6mL
      Kanal 5: Red Sea Coral Colors B - 6mL
      Kanal 6: Red Sea Coral Colors C - 6mL
      Kanal 7: Red Sea Coral Colors D - 3mL
      Kanal 8: Calciumchlorid - 140mL

      Zielwerte:
      Salz: 1.024,0bei 26°C
      pH: 8,0
      KH: 8,0 bis9,0
      Ca: 440 bis450
      Mg: 1.300 bis1.340
      Na: 2,0 bis4,0
      PO4: 0,04

      Der „Rest“ waren wahrscheinlich optimale Beleuchtung,Abschäumung und Strömung.
      Alle zwei/drei Monate 100 Liter Wasserwechsel mit Red SeaSalzen. Keine weitere Zugabe von Substanzen.
      Morgens Fütterung mit Trocken- und abends mit Frost-Futter.



    • Hi

      Wenn du das Karbonat mit heissem Wasser anmischst, löst es sich viel schneller. Mir wäre das Geschüttle zu kompliziert.

      Aber Achtung, es schäumt bei aufgiessen, genügend hohen Behälter verwenden. Ich verwende einen 25 Kg Salzeimer dafür.

      Gruss
      Andi
    • Hallo,

      heißes Wasser ist keine gute Idee, da ein Teil des Wirkstoffes dabei verloren geht - deswegen schäumt es.

      Mann kann aber das Natriumhydrogencarbonat super in einem Kalkwasserreaktor verwenden, um nicht allzuoft die Lösung anrühren zu müssen. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass der Reaktor eine große Kapazität (Gramm Pulver) hat.

      Infos: aquacare.de/index.php/aquarist…hydrogencarbonat-kwr.html

      Grüße, Burkhard
      LG Burkhard
    • Hallo,

      keine Gute Idee ist wohl richtig, aber weniger wegen der Wirkstoffe.

      Durch das heiße Wasser verliert das Natron (Natriumhydrogencarbonat, Natriumbicarbonat) die Kohlensäure. Dabei wird es in das stärker alkalische Natriumkarbonat umgewandelt. Deswegen "kaltes" Wasser verwenden.

      Mit "kaltem" Wasser:

      HCO3- + H2O ===> H2O + CO2 + OH-

      Das Gleichgewicht dieser Reaktion liegt dabei sehr stark auf der
      Ausgangsseite. Die Lösung reagiert auch nur nur schwach alkalisch. Bei der Erwärmung von über 65°C zerfällt Natriumhydrogencarbonat in Natriumkarbonat Kohlendioxid und Wasser.

      H-W. Balling odere A.Glaser können das aber sicher genauer ausführen.


      LG
      Daniel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Daniel Rother ()

    • Das Hydrogencarbonat ist der Wirkstoff und soll eine Erhöhung der Karbonathärte bewirken. Das Natrium ist nur das unvermeidliche Gegenion und hat keine Wirkung (wenn es sich nicht überdurchschnittlich anreichert).

      Grüße, Burkhard
      LG Burkhard
    • Hallo zusammen,

      mir ist der ganze Akt viel zu umstaendlich. Einmal abgesehen von den Red Sea-Additiven - warum wird eigentlich kein TM CarboCalcium genommen? Einfacher geht es nicht. Wir verwenden es seit laengerer Zeit mit Erfolg. Es gibt eigentlich kaum Gruende, die diese Methode ausschliessen.
      Gruss
      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
      Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)

      Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!
    • Hallo Hajo,

      wenn sich Karbonathärte und Calciumkonzentration im Aquarium unterschiedlich anreichern - kommt doch relativ häufig in Riffaquarien vor - kommt man mit einem Kombiprodukt nicht weit: ein Wert ist immer zu niedrig, dafür der andere zu hoch. Dann hilft nur einzelne Zugabe der Karbonat- und Calciumkomponente. - Dass es bei Dir klappt ist super, aber nicht selbstverständlich.
      Andere halten Kalkreaktoren für die einfachste Methode.
      Alle Kalk-Methoden (Balling, Kalkreaktor, Kalkwasser) funktionieren und können kombiniert werden, alle haben ihre Vor- und Nachteile und alle können schief gehen.

      Grüße, Burkhard
      LG Burkhard
    • Hallo Burkhard,

      richtig ist, dass es mit der Zeit Abweichungen von den Idealwerten geben kann. Falsch ist, dass man sie nicht korrigieren kann. Das wird bei der anderen Methode genauso der Fall sein. Unproblematisch sind Abweichungen im Toleranzbereich. Auch damit koennen die Korallen leben. Wo diese Vorgehensweise passt, wird das handling einfacher. In meinem aquaristischen Beritt laufen einige Becken mit dieser Methode. Das laesst den Schluss zu, dass es auch bei unterschiedlicher Biologie recht akzeptable Werte geben kann. Ich moechte das Produkt nur als Alternative verstanden wissen. Jedem ist es freigestellt, diesen oder einen anderen Weg zu gehen. Hauptsache, es passt.
      Gruss

      Hajo
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    • Hallo Hajo,

      warum soll man die Werte nicht korrigieren können?
      Unsere Erfahrungen (einige Kunden) zeigen, dass man sehr wohl z.B. Karbonathärte überdurchschnittlich dosieren kann, wenn z.B. durch Säurequellen die Karbonathärte sinkt, die Calciumkonzentration jedoch schön im Optimum bleibt. Wir empfehlen sogar die Karbonathärte bei ca. 10°dH zu halten (natürliche Konzentration 6-7°dH), um die täglichen pH-Schwankungen geringer zu halten. Die mögen z.B. Doktorfische gar nicht gern.

      Bei Calcium kann es sein, dass trotz vermehrter Dosierung die Konzentration nicht steigt. Oft genug liegt es an einem Magnesiummangel - Magnesium ist ein Calcium-Ausfällverhinderer.

      Zu den Toleranzen: richtig ist, dass die Optimumwerte nicht bis zur zehnten Stelle hinter dem Komma eingehalten werden müssen, um Erfolg zu haben. Wie groß die Toleranzen sein können, ist pauschal nicht festzumachen, da artspezifisch sehr unterschiedliche Werte vertragen werden. Es gibt z.B. auch Steinkorallen die über 10 mg/l Phosphat aushalten. Daraus jetzt eine allgemeine Empfehlung zu machen, wäre tödlich für die Mehrheit der Steinkorallen.

      Grüße, Burkhard
      LG Burkhard
    • Hallo Burkhard,

      Unterschiede im Wachstum der artspezifischen Naturen sind voellig normal, wenn die Wasserwerte in den jeweiligen Toleranzbereichen verbleiben. Dramatische Ausreisser nach oben oder nach unten muessen natuerlich eingefangen werden.
      Einerseits sagt uns doch die Analyse, was zu tun ist. Andererseits ist es nahezu unmoeglich auf Dauer einen optimalen Gleichgewichtszustand zu erreichen. Aus diesem Grund passen wir doch den tatsaechlichen Verbrauch an.
      Die verbrauchsoptimierte Zugabe kann auch als Ergaenzung zu anderen Calcium- und Carbonat-Verfahren erfolgen, wenn sich einer der beiden Werte aus irgendeinem Grund nicht befriedigend einstellen laesst.
      Becken Hajo: Die Kohlensaeure nagt an der Karbonathaerte. Das ist die Normalitaet. Das Zugabeverhaeltnis wird durch die Carbocalcium-Mischung festgelegt. Da die Alkalitaet staerker sinkt, als der Verbrauch an Calcium, waere theoretisch eine verbrauchsoptimierte Zugabe auf der Seite der Karbonate wuenschenswert. Aber nicht immer notwendig, wenn der Toleranzbereich (Ca 380-440 mg/l und KH 6-9 dH) nicht verlassen wird. Das ist bei mir der Fall. Ich sehe einfach keinen Sinn darin, mit allen Klimmzuegen den "Idealfall" zu erreichen. Nahe dran, ist auch genug.
      Noch etwas zu der von dir empfohlenen Hoehe der Karbonathaerte. Ich habe versehentlich in den Anfaengen mit CarboCalcium ebenfalls diesen Wert erreicht. Starke Beeintraechtigungen im Polypenbild waren das Ergebnis. Bei Werten von 7-8 dH verschwanden sie wieder!
      Bei Fischen ist KH 10 nicht dramatisch. Bei den Korallen wuerde ich nicht so weit gehen.
      Gruss
      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
      Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)

      Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!
    • Burkhard Ramsch schrieb:

      Das Hydrogencarbonat ist der Wirkstoff und soll eine Erhöhung der Karbonathärte bewirken.

      Um die Karbonathärte um 1° dH (100 LiterWasser) zu erhöhen, benötigt man ca. 3 Gramm Natriumhydrogencarbonat.

      Um die Karbonathärte um 1° dH (100 LiterWasser) zu erhöhen, benötigt man 1,9 g Natriumcarbonat.

      Natriumcarbonat stellt man aus Natriumhydrogencarbonat her, indem man es erwärmt.... Gewichtsverlust rund 65%.

      Ergo, der Einfluss auf die Karbonathärte ist fast IDENTISCH, egal ob mit heißem Wasser angesetzt oder nicht. Die Wirkung auf den PH-Wert hingegen ist komplett anders.

      Wer einen sehr niedrigen PH-Wert hat, kann problemlos das Natriumcarbonat verwenden, wer von Haus aus einen Hohen PH-Wert hat sollte das ehr lassen (Der pH-Wert der Stammlösung erreicht einen PH-Wert von 11,5.).

      LG
      Daniel
    • Daniel Rother schrieb:

      Natriumcarbonat stellt man aus Natriumhydrogencarbonat her, indem man es erwärmt.... Gewichtsverlust rund 65%.

      Ergo, der Einfluss auf die Karbonathärte ist fast IDENTISCH, egal ob mit heißem Wasser angesetzt oder nicht. Die Wirkung auf den PH-Wert hingegen ist komplett anders.
      Da kann etwas nicht stimmen. Wenn beim Erwärmen CO2 frei wird, geht ein Teil der Pufferkapazität (KH) in die Atmosphäre und steht dem Aquariumwasser nicht mehr zur Verfügungung. Die Wirkung kann nicht identisch sein. - Dass beide Lösungen unterschiedliche Wirkungen auf den pH-Wert haben ist natürlich klar. Und die Regel bei hohen pH-Werten mit Hydrogencarbonat, bei tiefen pH-Werten mit Carbonat zu puffern, ist absolut plausibel.
      (Übrigens der Umweg über erwärmtes Nariumhydrogencarbonat ist nicht notwendig, Natriumcarbonat gibt es ebenfalls und ist in Wasser gut löslich)

      Grüße, Burkhard
      LG Burkhard
    • Hallo,

      die Pufferkapazität von Meerwasser wird eigentlich durch den Gehalt an gelöstem Hydrogencarbonaten und Carbonaten bestimmt und nur zu einem geringen Teil (um die 3%) durch Kohlenstoffdioxid. Klar, ich kann E500 (Soda) auch direkt kaufen. Die früher gebräuchliche Herstellung von SODA war das Trona-Verfahren, welches mit der Kalzinierung (=Erhitzung im Backofen) abgeschlossen wurde.

      Unabhängig von der Pufferkapazität finde ich aber deinen Hinweis eben nicht mit heißem Waser zu hantieren wichtig, genau so wie die Nutzung der guten alten Kalkrührgeräte.

      LG
      Daniel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Daniel Rother ()

    • Hallo zusammen,

      ich krame diesen Thread nochmal aus, da ich eine Frage hinsichtlich Natriumhydrogencarbonat / Natriumcarbonat habe.

      Ich mische mir meine KH-Lösung in der Regel zu 3/4 aus Natriumhydrogencarbonat und 1/4 Natriumcarbonat zusammen und habe meine KH damit stabil bei 7,0 gehalten.
      Ich nutze grundsätzlich Mischungen mit 84g Natriumhydrogencarbonat pro Liter sowie 52g Natriumcarbonat pro Liter. Meist setze ich mir 2-Liter Mischungen an mit 126g Natriumhydrogencarbonat und 26g Natriumcarbonat.

      Um meinen PH Wert etwas zu steigern - Folge des weniger Lüftens bei kühleren Temperaturen - habe ich die Lösung nun eher umgedreht, also 1/4 Natriumhydrogencarbonat zu 3/4 Natriumcarbonat .
      Die gesamte Dosiermenge (aktuell 120ml am Tag, verteilt auf 48 Dosen) ist gleich geblieben. Meinen PH steigerte dies um 0,1. Bin jetzt morgens bei 8,1-8,15 und laufe über den Tag auf einen maximalen PH wert von etwa 8,35-8,4 hinaus. Habe zeitschaltuhr-gesteuert nachts immer noch Atemkalk mitlaufen.

      Jetzt hat sich innerhalb von 3 Tagen meine KH von 7,0 auf 7,7 erhöht und ich kann mir nicht erklären warum dies so ist. Was übersehe ich hier?

      Danke und Gruß
      Thomas
    • Hallo Thomas,

      ich habe es jetzt nicht nachgerechnet, aber bezüglich KH entspricht 1 mol = 84 g Natiumhydrogencarbonat 1/2 mol = 53 g Natriumcarbonat. Wenn Du also vom Natriumhydrogencarbonat zu einer Zufuhr der gleichen KH als Natriumcarbonat übergehen willst, musst Du mit dem Faktor 0,63 oder den Teiler (Divisor) 1,585 rechnen.

      Gruß

      Hans-Werner
      unbequeme Wahrheiten

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    • Hallo Hans-Werner,

      dies habe ich bei der Anmischung der Gebrauchslösung auch berücksichtigt. Insofern muss ich den Fehler wohl woanders suchen, zumindest auf der chemischen Seite scheine ich keinen Fehler zu haben. Bleibt noch die Dosierpumpe oder auch ein einstellen des Korallenwachstums (aktuell auch sehr wenig PO4, Hanna Checker warf gestern 0,006 aus)

      Gruß
      Thomas
    • Hallo Thomas,

      das Phosphat könnte auf jeden Fall ein Faktor sein.

      Ein Problem in der Riffaquaristik ist, dass sich mit der Veränderung eines Faktors immer das ganze Beziehungsgeflecht verschiebt.

      Angenommen, eine Erhöhung des pH-Wertes fördert das Steinkorallenwachstum. Ist Phosphat eh schon knapp, ist der Zeitraum für die Wachstumsförderung bis zum Einbremsen durch Phosphat so kurz, dass Du es nichtmal mitbekommst. Anschließend stehen und wachsen die Korallen durch die Phosphatlimitierung sogar schlechter. War die pH-Erhöhung nun eine Verbesserung oder eine Verschlechterung? Antwort: Kommt drauf an ... ;) ^^

      Gruß

      Hans-Werner
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