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Neuling macht sich Gedanken

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    • Neuling macht sich Gedanken

      Hallo zusammen,

      mein Name ist Anne und ich bin absoluter Neuling in der Aquaristik.
      Trotzdem sehe ich es nicht ein erstmal mit einem Süßwasserbecken anzufangen, was ich vom ein oder anderen höre. Auch wenn das System vielleicht unempfindlicher ist, also nicht gleich alles verstirbt, sollten die Tiere dort nicht als "Probelauf" genutzt werden.
      Ich habe zuerst ein kurzes Buch von Kosmos durchgelesen und habe mir nun das Buch von Knoll bestellt, um Weiteres über Meerwasseraquaristik zu lernen.
      Vor etwa 8 oder 9 Jahren bin ich so in die Terraristik eingestiegen, also Literatur in Verbindung mit einem tollen Forum und habe gute Erfahrungen gemacht (das damals komplett selbst gebaute Becken steht mit den gleichen Tieren neben mir).
      Ob ich mir den Aufwand zutraue, kann ich wohl erst beurteilen, wenn ich das Buch durchgelesen habe, aber mich beschäftigen ökologische Gedanken:
      Ich habe gelesen, dass manche Fische im natürlichen Lebensraum wegen der Aquaristik gefährdet sind, gibt es eine Liste mit Fischen, die definitiv nicht gefährdet sind, bzw. deren Bestände sehr gut sind? Ansonsten würde ich es wie mein Vorredner machen wollen, der auf Nachzuchten setzen möchte (Beitrag).
      Auf Lebend Gestein werde ich wohl nicht verzichten können - wie ist die Entnahme für die Umwelt zu bewerten?
      Da wir tagsüber fast immer unterwegs sind, frage ich mich, ob ich ein hauptsächlich dämmerungsaktives Becken zusammen stellen könnte?
      Um die Belastung des Wassers niedrig zu halten und den Tieren gerecht zu werden, würde ich mich hauptsächlich auf Korallen konzentrieren und ein paar - hauptsächlich für das Ökosystem nützliche - Fische einsetzen wollen.
      Die Größe steht noch nicht fest, zuerst hatte ich 160-200l gedacht, vielleicht wird es auch größer, haben auch schon über 600l nachgedacht.

      Soweit die Theorie. Da so viele gebrauchte Becken günstig abzugeben sind, bin ich am überlegen evtl. ein eingefahrenes zu übernehmen. Da kamen auch die 600-Liter-Überlegungen her: in unserem Ort wird ein komplettes, eingefahrenes Becken incl. Zubehör (Alter 1 Jahr) für unter 1000,- Euro abgegeben.
      Da ist schon wieder das nächste riesige Fragezeichen: wie ziehe ich so ein großes Becken um, ohne den Besatz zu gefährden? Maschinen, Hänger, Transporter etc. sind vorhanden.

      Hoffe ich habe hier nicht schon zu viele Fragen gestellt, gebt mir nur kurz Bescheid, dann stell ich sie ins richtige Unterforum.


      Viele Grüße :flower:

      Anne
    • Hallo Anne,

      ich hoffe, Du wirst viel Freude an der Meerwasseraquaristik haben. Der wichtigste Rat, den ich Dir für den Einstieg geben kann ist: Lasse Dir genügend Zeit, Dich erst mal in die Materie einzuarbeiten und etwas mit der Technik vertraut zu werden. Setze Dich nicht selbst unter Druck, weil gerade ein billiges Becken angeboten wird. Meist hat es nämlich gute Gründe, warum der Besitzer die Lust am Becken verloren hat.

      Bei Becken ab etwa 300l sollte man zuerst einen Blick auf die Statik werfen: meist haben Etagenwohnungen nur eine zulässige Flächenlast von 300kg/m², das ist sehr wenig, im Prinzip ein Becken mit 30cm Höhe. Ein größeres Becken mit 60cm Höhe zusammen mit dem Technikbecken darunter kommt schnell auf eine Flächenlast von 700-800 kg/m².

      Gehe am besten mal ein paar Aquarianer in der Umgebung besuchen und lasse Dir erklären, wie deren Technik funktioniert und wie sie dimensioniert wurde. Dabei bekommst Du auch direkt mit, wie laut die Becken sind und was man gegen Lärm tun kann. Ich bin da sehr empfindlich und gebe lieber einiges Geld mehr aus als eine Lärmbüchse im Wohnzimmer zu haben. Da must Du etwas ausloten, wie bei Dir die Gewichtung von Lärm zu Preis ist. Glaube mir, Lärm ist auf Dauer derart zermürbend, dass man da sehr ehrlich mit sich selbst sein sollte.

      Schau Dir die Tiere an und lasse Dir die Bedürfnisse bezüglich Licht, Strömung, Wasserwerte und Nachbarn erklären. Keiner erwartet, dass Du das dann alles behälst, aber Du bekommst zumindest eine kleine Einschätzung, was die Korallen brauchen und für welche Tiere Du Dich vielleicht interessierst.

      Ein eigenes Becken würde ich erst anschaffen, nachdem Du die Technik einigermaßen zuordnen kannst und etwas besser siehst, wie laut das sein darf und welche Tiere etwa für Dich interessant sind. Dann erst kannst Du nämlich die Technik auch darauf abstimmen und hoffentlich einige teure Fehlkäufe vermeiden.

      Wenn möglich nimm Dir einen erfahrenen Aquarianer mit, wenn Du gebrauchte Becken anschaust, der kann Dir dann auch helfen, den Transport zu planen und hat wahrscheinlich auch einiges an praktischen Hilfsmitteln wie Kanister, Styroporkisten dafür bereit.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Guten Morgen

      und danke schonmal für deine Tipps.
      Da wir das Haus vor 4 Jahren neu aufgebaut haben und wir das Becken an der Außenwand platzieren möchten, sollte das eigentlich kein Problem sein. Wenn es ein großes Becken wird, spreche ich den Statiker nochmal an.
      Tatsächlich kommt mir das günstige Becken aus der Nachbarschaft auch komisch vor, die Besitzerin scheint keine Ahnung zu haben.
      So oder so, lese ich mich zu allererst weiter ein.
      Woher nehme ich erfahrene Aquarianer, die sich für sowas - mit einer fremden Person - Zeit nehmen? Ich kenne nur Süßwasser-Leute.

      Es wäre interessant, ob mir jemand die Fragen zum Thema Ökologie beantworten könnte. Ich bin zwar leider kein großer Umwelt-/Naturschützer, aber wo ich darauf achten kann, möchte ich das auch tun.

      Grüße

      Anne
    • Laren schrieb:


      Ich habe zuerst ein kurzes Buch von Kosmos durchgelesen und habe mir nun das Buch von Knoll bestellt, um Weiteres über Meerwasseraquaristik zu lernen.

      Ich habe gelesen, dass manche Fische im natürlichen Lebensraum wegen der Aquaristik gefährdet sind, gibt es eine Liste mit Fischen, die definitiv nicht gefährdet sind, bzw. deren Bestände sehr gut sind?


      Da wir tagsüber fast immer unterwegs sind, frage ich mich, ob ich ein hauptsächlich dämmerungsaktives Becken zusammen stellen könnte?

      Soweit die Theorie. Da so viele gebrauchte Becken günstig abzugeben sind, bin ich am überlegen evtl. ein eingefahrenes zu übernehmen. Da kamen auch die 600-Liter-Überlegungen her: in unserem Ort wird ein komplettes, eingefahrenes Becken incl. Zubehör (Alter 1 Jahr) für unter 1000,- Euro abgegeben.
      hallo anne,

      bücher zum thema lesen ist weise, auch wenn manches noch zu hinterfragen sein wird. aber die leute haben ihre anlagen so aufgebaut und es begegnen einem auch das ein oder andere tier.

      die einzigen fische, die in der natur durch die aquaristik stark bedrängt sind, sind die pterapogon kauderni, die aber mittlerweile als maulbrüter von vielen nachgezogen werden.

      die schäden in der natur werden durch unsere lebensgewohnheiten insgesamt hervorgerufen, die aquaristik ist dabei m. e. zu vernachlässigen. im prinzip pflegen wir tiere, die anderenorts auf dem grill oder in der fischsuppe landen.

      die beleuchtungszeit ist recht frei wählbar, sodass der tag im aquarium zeitversetzt gefahren werden kann.

      bei dem gebrauchten becken wäre es interessant, mehr über die geräte und den inhalt zu erfahren.

      der umzug eines laufenden beckens ist fast wie ein neustart zu bewerten.
      ansonsten
      gruss
      joe

      korallenfarm.de H
      "ULTRA-C o r a l s - made in Germany"
      der weg ist das ziel!
      theorie ist: wenn man alles weis und nichts funktioniert.
      praxis ist: wenn alles funktioniert und keiner weis warum.
    • Laren schrieb:

      Woher nehme ich erfahrene Aquarianer, die sich für sowas - mit einer fremden Person - Zeit nehmen? Ich kenne nur Süßwasser-Leute.
      Hallo Anne,

      am einfachsten ist es, sich in den Meerwasser-Geschäften in der Umgebung umzuhören, meist sind die Kunden ja aus auch aus der Umgebung.
      Zusätzlich kannst Du auch hier im Forum fragen, ob jemand vielleicht zur Verfügung steht und Du ihn/sie besuchen kannst. Die Becken in der Praxis laufend zu sehen ist neben der Theorie aus Büchern ein wichtiger Baustein.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Hallo Anne,

      ich habe die Erfahrung gemacht, ein Becken gebraucht zu kaufen und umzuziehen (allerdings nicht innerhalb meines Ortes, sondern vom Bodensee in Richtung Heilbronn). Zum Glück ist alles gutgegangen, aber heute würde ich das nicht mehr machen. Das hat mehrere Gründe:

      - Man braucht wahnsinnig viel Logistik: Styroporboxen mit Kühl- bzw. Wärmemöglichkeiten, jede Menge Kanister oder Wassertonnen, Packmaterial, Tüten für die Fische, in jedem Fall frischen Bodengrund und fertig angesetztes Wasser in rauen Mengen dann zu Hause, viele, wirklich viele Helfer (so ein Becken ist schwer, genauso wie die vielen Wasserbehälter). Insgesamt (also mit der weiteren An- und Abfahrt) waren wir gute 20h beschäftigt und das mit sechs Helfern.

      - Das Becken startet im Grunde von Null auf Hundert: Die komplette Beckenbiologie gerät durch den Transport durcheinander, der ein oder andere Verlust wird auch dabei sein und dann hatte ich ja den kompletten Besatz. Der große Nachteil ist halt, das Becken muss laufen und man hat keine Zeit, nach dem Einsetzen die Entwicklung zu beobachten. Am Anfang ist man eh unsicher, wie alles funktioniert und muss oft sehr schnell reagieren, weil wieder ein Parameter aus dem Ruder läuft.

      - Man fängt mit der Technik an, die man übernimmt und die passt vielleicht nicht ganz so gut auf die eigenen Gegebenheiten (Lautstärke z.B. oder die Frage der Luftfeuchtigkeit).

      - Mein Fazit: So ein Beckenumzug kann funktionieren (bei mir ist bis auf einen Verlust alles gut gegangen), aber mit meinem heutigen Wissen denke ich, es war sehr viel Glück dabei. Wenn ich noch mal ein Becken aufbaue, dann in Ruhe und gut durchdacht, damit es die Zeit hat, sich zu entwickeln und man selbst die Chance hat, auf Fehlentwicklungen besonnen zu reagieren.

      Viele Grüße
      Svenja

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ennilein ()

    • Guten Abend,

      danke für eure Antworten.
      Dann werde ich mal vom Gedanken ein laufendes Becken zu übernehmen Abstand halten, die Befürchtungen wie beschrieben hatte ich nämlich schon. Lieber in Ruhe Stück für Stück...
      Mein Buch kommt morgen, da werde ich mich erstmal vertiefen und euch in weiteren Schritten wohl weiter löchern.
      Besonders schön finde ich, dass sich bereits jemand aus euren Reihen als Kontakt gemeldet hat :thup

      Liebe Grüße

      Anne
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