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Untergang im Aquarium/Dringend Soforthilfe!!!

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    • Untergang im Aquarium/Dringend Soforthilfe!!!

      Hallo liebe Aquarienfreunde,

      ich brauche dringend eure Hilfe um wenigstens die Fische im Becken noch zu retten!!! ich schildere euch zuvor natürlich ein paar Fakten zum Becken und die genaue Problematik.

      Wir haben jetzt seit fast 2 Jahren ein 120l Meerwasseraquarium und es lief immer sehr stabil.

      Dichte: 1,023
      Temperatur: 25,5 °C
      Filter: EHEIM Expertise 150 (Außenfilter)
      Tunze Abschäumer
      2 Strömungspumpen
      UVC- Klärer
      Wechselwasser immer in der eigenen Osmoseanlage hergestellt

      Parameter wie Nitrat, Phosphat.. wurden nie mittels Laboruntersuchung ermittelt (das haben wir immer am Allgemeinzustand festgemacht und sind damit immer gut klar gekommen). Das Becken war bisher ja auch immer stabil, die Korallen und Anemonen wuchsen prächtig und wir hatten auch immer reichlich Nachwuchs, es gab also wirklich nie Probleme.

      Nun kam letzte Woche, unser Seestern fing langsam an sich aufzulösen (ja wir wussten vor dem kauf das die Haltung schwierig sein könnte, aber ihr kennt das sicher, dass man selbst seine Erfahrung machen möchte, in der Hoffnung vielleicht doch Glück zu haben) wir nahmen den Seestern natürlich gleich aus dem Becken und haben ihn in Quarantäne gesteckt, am nächsten Tag fehlten dann die Arme war uns zeigt das er endgültig verendet war. Ca. 12h nach der Entnahme des Seesterns fing das Aquarium an sich einzutrüben und von da an ging es rapide bergab, es folgte der Tod der Acropora, dann von unserer geliebten T.crocea und auch die Kupfer-, Krusten-, Scheiben- und Sandanemonen waren ab jetzt fest verschlossen und sahen absolut nicht gut aus sowie auch Keniabäumchen und Euphilien...eigentlich alles!!!

      Lediglich die Fische (2 Clownfische) und die Krebse/Garnelen war noch recht mobil. (Heute morgen mussten wir uns von der Putzergarnele verabschieden)

      bisherige Maßnahmen:

      - Entnahme der abgestorbenen Sachen
      - über 5 Tage ca. 50l Wasserwechsel
      - Außenfilter gereinigt
      - Abschäumerleistung erhöht

      eine Woche vor dem Dilemma waren die Anschlüsse des UVC-Klärers defekt, weshalb er 5 Tage ausfiel, wurde aber 2 Tage vor dem großen Absterben wieder installiert.

      Könnt ihr uns helfen??? Wenigstens das die Fische noch irgendwie zu retten sind???

      Liebe Grüße
      Jeanette

      PS: anbei ein Foto von Ende Dezember und eins von letzter Woche :(
      Bilder
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    • - alles, was stirbt sofort herausnehmen
      - Wasserwechsel beibehalten
      - Ammonium/Ammoniak messen und auswerten : aquacare.de/index.php/aquarist…ter/ammoniak-rechner.html, bei zu hohen Werten mehr Wasserwechsel und/oder über Zeolith filtern
      - über Aktivkohle filtern
      - Filtermedium im Filter vorsichtig säubern: einfach nur mit Aquarienwasser grob durchspülen - nicht auf MeisterPropper machen!

      Mittelfristig mal über einen leistungsstärkeren Abschäumer nachdenken - das Unglück hätte so nicht passieren dürfen

      Viel Glück, Burkhard
    • Ich halte es für fraglich, ob der tote Seestern die Ursache oder nicht doch nur die erste Folgeerscheinung des eigentlichen Problems war. In letzterem Fall solltet ihr natürlich dringend herausfinden, was da aus dem Ruder gelaufen ist.

      Wenn sich die Tiere trotz der immensen TWW und trotz Filterung mit Aktivkohle (schnellstmöglich beginnen) nicht erholen oder gar weiter sterben, würde ich das Becken auseinandernehmen und der Sache buchstäblich auf den Grund gehen.

      Zwei Ideen dazu:
      - Ist im hinteren Bereich der Sand sehr hoch? Sieht auf den Fotos so aus. Nicht dass da ein problematisches Milieu entstanden ist?
      - Was für eine UVC habt ihr? Wir hatten vor Jahren mal einen fast Komplettausfall an Fischen und Krebstieren. Die Ursache war aller Wahrscheinlichkeit nach giftiger Schlick, der sich in der UVC gesammelt hatte. Jedenfalls kam da beim Herausnehmen und widerlich stinkenden schwarze Masse heraus... Kannst du sowas ausschließen? Ich kam drauf, weil eure Anlage ein paar Tage nicht lief und beim Neustarten evtl. Ablagerungen herausgeschwemmt wurden?

      Toi toi toi!

      edit: Die wesentlichen Wasserwerte würde ich ebenfalls in Zukunft im Auge behalten. Dass Die Korallen aufgrund schlechter Minderalienwerte so schnell sterben (plus weitere Wirbellose), mag ich allerdings nicht glauben...
      Viele Grüße
      Christiane

      ***400l Meer***
      Würfelbecken 60x60x60 (abgebaut)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Azalee ()

    • Hallo Jeanette,
      der tote Seestern wird vermutlich nicht die Ursache sein. Die Wasserwerte zu überwachen gehört zu einer guten Aquarienpraxis. Ohne diese zu kennen wird eine Korallenhaltung schwierig. Einen Außenfilter benutzen die wenigsten für ein Seewasserbecken. Vermutlich sind die Wasserwerte, wie z.B. Calzium oder KH aus dem Toleranzbereich und haben das Korallensterben verursacht. Absterbende Korallen werden den Zustand des Beckens weiter beeinträchtigt haben. Wasserwechsel helfen sicher erstmal und die Fische werden mit etwas Glück überleben. Wassertests (Ca, KH, No3, Po4) solltest du aber durchführen, bevor du Steinkorallen hältst.
      Grüße
      Lutz
    • Burkhard schrieb:

      Mittelfristig mal über einen leistungsstärkeren Abschäumer nachdenken - das Unglück hätte so nicht passieren dürfen
      Bei so einem Supergau hilft auch ein stärkerer Abschäumer nicht wirklich... Außerdem laufen gerade manche kleineren Becken sogar ganz ohne Abschäumer. Ich vermute, dass da etwas anderes dahintersteckt.
      Viele Grüße
      Christiane

      ***400l Meer***
      Würfelbecken 60x60x60 (abgebaut)
    • Azalee schrieb:

      Bei so einem Supergau hilft auch ein stärkerer Abschäumer nicht wirklich
      ist auch nur als mittelfristiger Tipp gedacht:
      stärkerer Abschäumer = höherer Luftleistung = höherer Ammoniak-Strippeffekt und
      weniger durch Bakterien abbaubare Stoffe und somit eine geringere Ammoniakproduktionsrate

      Wenn ein System nicht mal ein totes Tier verträgt, steckt ein systematischer Fehler oder eine zu gering ausgelegte Technik dahinter.

      Auch das regelmäßige Testen der Wasserparameter gehört dazu. Ansonsten kann sich ein Aquarium langsam und unerkannt an ein kritische Grenze bewegen und dann reicht eine Kleinigkeit für den Supergau.

      LG Burkhard
    • Hallo und vielen Dank erstmal für die schnellen Antworten!

      Das es zu viel Sand ist, könnte täuschen, da unser Knallkrebs gerne den ganzen Sand von vorn nach hinten holt und auch wieder zurück. Der UV Klärer ist innen sauber. Aktivkohle kaufe ich morgen und lege sie mit in den Außenfilter.

      Wir sind heute gleich los und haben ein Test Set gekauft. Folgende Werte sind vor dem Wasserwechsel heraus gekommen:

      Temp 25,5
      Dichte 1,023
      KH 9(-10)
      pH 8,0
      NH4 0,5mg/l - NH3 0,03mg/l
      NO2 0,0mg/l
      NO3 0,0mg/l
      PO4 0,1mg/l

      Mg, Cu, Ca und Fe haben wir erstmal weggelassen.

      Nach 25Liter Wasserwechsel, sind die Werte unverändert??? Ich bestimme auch morgen die Werte für das reine Osmosewasser, vielleicht ist da auch etwas nicht richtig. (Das mache ich mit meiner eigenen Anlage selber)

      Zum Zustand, es ist heute nix weiter eingegangen. Das Wasser ist auch nach dem Wasserwechsel noch leicht trüb. Allerdings haben sich zwei Hawaiianemonen geteilt. Und die Kupferanemone hat sich in der Quarantäne wieder etwas gefangen. Fische sind unverändert gut unterwegs.

      Liebe Grüße
      Jeanette
    • Moin,
      zum einen scheint der Sand im hinteren Bereich tatsächlich ziemlich hoch zu sein. Dort könnten anaerobe Zonen mit Ammoniakbildung entstehen. Dieses könnte, wenn der Knalli drin rumgräbt, in´s Bescken geraten und zu den geschilderten Veränderungen führen. Zum anderen: Welches Test-Set habt Ihr gekauft? Gerade in der MW-Aquaristik ist Test nicht gleich Test Häufig lohnt es sich, hierbei etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und dafür genauere Tests zu bekommen ( reef analytics, Red Sea, ROWA usw. ). Ich bin mir nicht sicher, ob ich Euch raten soll, alles Lebendige aus dem Becken in einen Eimer mit Wasser zu packen, Bodengrund komplett entfernen, anschließend neuen Sand, frisch aufbereitetes Wasser, das LS und die anderen Lebewesen wieder ins Becken und jeden Tag die wichtigsten WW kontrollieren ( Ammoniak, Ammonium, Nitrit ) und bei Entgleisungen frühzeitig mit WW dagegen arbeiten. Klingt etwas anstrengend, aber ich glaube wenn es mein Becken wäre würde ich es so machen.
      " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
      Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
      In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
      Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

      Beste Grüße

      Stefan
    • muschelschubser schrieb:

      WW kontrollieren ( Ammoniak, Ammonium, Nitrit )
      Auf die Nitritmessung kann man auch verzichten. Im Süßwasserbereich ist Nitrit ein wichtiger Faktor aber im Meerwasserbereich durch den hohen pH-Wert kann Nitrit eher vernachlässigt werden. Konzentrationen von einigen mg/l Nitrit in Ausnahmefällen sind kein Problem bei pH >8,0. Dauernd erhöhte Werte sind jedoch zu vermeiden.

      aquacare.de/download/veroeffen…gen/KORALLE_55_nitrit.pdf

      Grüße, Burkhard
    • Moin,
      mag sein, aber im weiteren Verlauf des Artikels heißt es auch:

      "Im Blutplasma kann
      sich Nitrit auf das 60- bis 70fache der
      Umgebungswasser-Konzentration an-
      reichern, in den Organen auf das 30-
      fache."

      Das wird für die Fische in jedem Fall zum Problem
      " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
      Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
      In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
      Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

      Beste Grüße

      Stefan