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Neue Beleuchtung 130liter MWAQ

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      Hallo Hajo,

      genau dazu hat Henning ja schon vor einiger Zeit einige Messungen gemacht, weil der Verlust der Leistung bei einigen Modulen (er hatte keine einzelnen LEDs vermessen) deutlich über den Erwartungen lag. Ich gehe davon aus, dass das Wärmemanagement dieser Module nicht in Ordnung ist und die LEDs deutlich zu warm werden.

      Die 20W-Strahler, welche ich über dem Refugium habe sind auch nach knapp einem Jahr verstorben (täglich etwa 15 Stunden Brenndauer). Ich gehe auch hier davon aus, dass die Wärmeableitung über das kleine Gehäuse völlig unzureichend ist.
      Viele Grüße

      Sandy
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      Hallo,

      das deckt sich mit den Erfahrungen aus der Industrie, da wird das Problem aber anders gelöst......

      Die LEDs werden am Anfang mit geringerer Leistung betrieben und dann mit zunehmender "Alterung" mit größerer Leistung betrieben, um den Verlust an Lichtleistung zu kompensieren. Allerdings geht das nur, wenn es nicht auf Lichtstabilität usw. ankommt, z.B. bei Beleuchtungen.

      Gute Wärmeabführung verlängert das Leben der LEDs aber sicher extrem. Das wird dann aber in der Regel ziemlich teuer, StefanR hatte eine geniale Wasserkühlung bei seinen LEDs eingebaut: HIER
      Aber so ein Selbstbau kostet unterm Strich auch nicht wenig.

      LG
      Daniel
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      Sandy Drobic schrieb:

      Hallo Hajo,

      genau dazu hat Henning ja schon vor einiger Zeit einige Messungen gemacht, weil der Verlust der Leistung bei einigen Modulen (er hatte keine einzelnen LEDs vermessen) deutlich über den Erwartungen lag. Ich gehe davon aus, dass das Wärmemanagement dieser Module nicht in Ordnung ist und die LEDs deutlich zu warm werden.

      Hallo Sandy,

      man koennte davonausgehen, dass das Waermemanagement nicht die kostenguenstigste Position einer Leuchte ist. Wenn das richtig ist, waere das eventuell die Schwachstelle bei Billigleuchten?
      Gruss
      Hajo
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      Es gibt mehrere Möglichkeit, LEDs regelrecht zu verheizen, letzten Endes kann aber alles auf zu hohe Temperaturen der LEDs zurückgeführt werden. Je wärmer die LEDs werden, desto ineffizienter werden sie.
      Je höher der Strom, mit dem eine LED betrieben wird, desto schneller muss die Wärme abtransportiert werden, um die Temperatur der LED niedrig zu halten. Bei wirklich hohen Strömen darf dann kein Fehler beim Wärmeübergang der LED zum Kühlkörper passieren.

      Wie warm der Kühlkörper dann wird ist völlig egal, es kommt einzig darauf an, wie heiß die LED wird. Cree z.B. hat wohl etwas über den Deckel bekommen, weil sie in den Datenblättern der LEDs die Angaben bei einer Temperatur Tj von 25°C gemacht haben, was ungefähr so praxisnah ist wie die Autohersteller ihren Verbrauch für Autos angeben und mit welchen Bedingungen sie da arbeiten. Wohlgemerkt, wir reden hier von der Temperatur der Sperrschicht innerhalb der LED. (^-^)
      Inzwischen machen sie die Angaben für eine Temperatur Tj von 85°C. Ein enormer Unterschied.

      Maxpect etwa verwendet bei der Razor eine sehr hohe Bestromung der LEDs und eine nicht so gute Kühlung, wie es nötig wäre. Wenn die Lampen stark genutzt werden sind die LEDs nach drei Jahren komplett hinüber. Zudem ist die Effizienz dieser Lampen ziemlich gering, was Maxpect dann durch die starke Bündelung mit Linsen aufzufangen versucht.
      Lobenswerteweise geben sie die Art der LEDs und der Bestromung sogar an! Hier z.B. findet man diese Grafik mit den Angaben, welche LED wie stark bestromt wird:



      In dieser Lampe sind Konstantstromquellen mit 2600mA verbaut, einige LEDs, werden zu zwei parallel eingebaut (teilen sich den Strom von 2600mA auf auf je 1300mA), andere werden zu dritt parallel an die KSQ gesetzt und der Strom wird so gedrittelt auf 866mA.
      Die Cree XT-E darf maximal bis 1500mA bestromt werden, die 1300mA sind also schon sehr nahe am Limit der erlaubten Bestromung. Selbst wenn eine gute Kühlung vorhanden ist, beträgt die Effizienz der LED laut den Datenblättern von Cree selbst nur noch 90 Lumen pro Watt. Die selbe LED hat aber eine Effizienz von 139 Lumen pro Watt, wenn sie bei 350mA betrieben wird. Dies ist natürlich der Strom, den Cree empfiehlt.
      In der Beschreibung zu der Razor steht noch dabei, dass die Lampe hauptsächlich passiv gekühlt wird und sich der Ventilator zuschaltet, wenn es zu warm wird. Die LEDs werden also ziemlich heiß betrieben.

      So eingesetzt sind die LEDs nicht mehr sehr effektiv, also wird in die Trickkiste gegriffen und ein Linsenset davor geklatscht, welches das Licht schön kräftig bündelt. Die Effizienz sind damit noch einmal gut, denn bei jedem Phasenübergang (Luft zu Kunststoff, Kunststoff zu Luft usw.) sind Verluste unausweichlich. Bei Plexiglas etwa beträgt dieser Verlust 3,96 Prozent bei optimalen Verhältnissen (perfekt geputzt und plan, das Licht tritt genau senkrecht ein) pro Phasenübergang. Daher der Transmissionsgrad von 92 Prozent für Plexiglas. Das Linsenset schluckt also im perfekten Fall schon 8 Prozent, in der Praxis sind es eher 15 Prozent für die billigen Linsen.
      Der Rest von diesem Licht wird dann durch die Linse schön eng gebündelt. Außerhalb des Kegels praktisch kein Licht, dicht unter der Lampe riesige PAR-Werte bis in den vierstelligen Bereich, was keine Koralle braucht.

      All das zusammen ist für mich ein Beispiel, wie Lampenbau nicht sein sollte. So wird nicht gebaut, weil es gut für die Korallen ist, sondern nur, weil es so gebaut schön billig ist.
      Man kann damit durchaus ein Becken betreiben, aber gut oder langlebig sind andere Sachen. Auch eine Dimmung ist da kein Allheilmittel, denn die Dimmung reduziert nicht den Strom, sondern schaltet ihn nur in sehr schnellem Takt an und aus, der Strom selbst ist dann weiterhin diese 1300mA.

      Sorry, aber das musste ich mal loswerden.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Neu

      Hallo,

      Sandy, da hast du genau das richtige Problem angesprochen.

      Aber eine einstellbare Konstantstromquelle ist eben nicht ganz billig. Dann verdoppelt (verdreifacht) sich die Zahl der benötigten LEDS. Letzteres ist allerdings wieder vorteilhaft, weil dann natürlich tatsächlich eine vollflächige Beleuchtung erreicht wird. Dabei gehen die Kosten natürlich durch die Decke. Gerade bei den ganzen Selbstbauprojekten wurde auf Linsen und Co verzichtet (bei der Lani z.B. ja auch). Die meisten LEDs haben ja von sich aus einen Abstrahlwinkel von 100 - 120 Grad, der im Wasser (dichteres Medium) ja nochmals automatisch reduziert wird.

      Die Bierkiste ist recht primitiv produziert. Eine dünne Metallplatte, die die Wärme der LEDs aufnehmen soll, zwei Lüfter, die temperaturabhängig Luft auf die Metallplatte blasen, billige und recht kleine Stromquellen, viele (vermutlich billige) LEDs, die in Reihe geschaltet sind, fällt eine aus, ist der ganze Strang dunkel. Anders bekommt man den Preis aber nicht hin, ist halt so. Wer bei uns eine gute LED Beleuchtungen für industrielle Bildverarbeitung kaufen will, zahlt pro cm² mehrere EUR, bei einer Bierkiste sind es vielleicht 20 Ct.


      Ronny, ich habe dir eine kurze Nachricht gesendet :-).

      LG
      Daniel

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Daniel Rother ()

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      Hallo Daniel,

      meine Lampen baue ich auch nicht, weil ich es billig haben möchte, sondern weil ich eine GUTE Beleuchtung genau passen für mein Becken möchte. Da geht viel Arbeitszeit und Geld rein, wenn ich die Arbeitszeit auch nur einigermaßen einrechnen würde kämen da horrende Beträge raus. Allein die Materialkosten sind schon hoch genug, weil ich nur sehr gute und hochpreisige LEDs kaufe.

      Die China-LED-Lampen gehen nach einer anderen Philosophie: billig bauen, geringere Qualität, aber ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis und das Ergebnis ist gut genug für die Beckenbeleuchtung. Wenn sie in drei Jahren unbrauchbar ist hat sie ihre Dienste dann aber getan.
      In einer Zeit, wo viele schon vorher aufgeben oder auf ein größeres Becken umsteigen ist das keine schlechte Wahl.

      Viel anders sind auch gute Lampen nicht konzipiert, nur hoffentlich mit besseren LEDs, langlebiger ausgelegt, sorgfältig abgewogener Kühlung und einem ausgewogenen Verhältnis von LEDs für ein perfektes Spektrum.

      Meine DIY-Lampen über dem großen Becken sind fast fünf Jahre gelaufen und funktionieren immer noch hervorragend. Abgeschaltet wurden sie, weil ich das Becken umbaue.
      Viele Grüße

      Sandy
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      Sandy Drobic schrieb:

      Hallo Daniel,

      meine Lampen baue ich auch nicht, weil ich es billig haben möchte, sondern weil ich eine GUTE Beleuchtung genau passen für mein Becken möchte. Da geht viel Arbeitszeit und Geld rein, wenn ich die Arbeitszeit auch nur einigermaßen einrechnen würde kämen da horrende Beträge raus. Allein die Materialkosten sind schon hoch genug, weil ich nur sehr gute und hochpreisige LEDs kaufe.

      Weiß ich doch :D , habe deine Bauten ja im Nachbarforum alle verfolgen dürfen.


      LG
      Daniel
    • Neu

      Hallo

      Ich lese hier gespannt mit, weil ich mir Gedanken über die Beleuchtung meines Zukünftigen mache. Aber warum nennt ihr die Dinger eigentlich Bierkisten? ?(

      Ich bin mit meinen AI Hydra 26 eigentlich sehr zufrieden. Aber der Lüfterlärm nervt, besonders wann sich 8 Stück zu einem Chor vereinen. Daher möchte ich künftig eigentlich eine lüfterlose Beleuchtung. Die Coral Care ist momentan Favorit.

      Aber mit 20 von den Bierkisten könnte ich auf 180*120 eine flächige Beleuchtung mit viel Leistungsreserven realisieren. Zu einem unschlagbaren Preis!

      Daniel hat geschrieben, dass die Lüfter nur selten anspringen, dh diese sind demnach temperaturgesteuert, oder? Auf Fotos in Netz habe ich gesehen, dass die LED's an eine plane Metallplatte montiert sind. Daher würden sich da doch sicher relativ einfach die Lüfter entfernen und Zusatzkühlkörper montieren lassen, evtl. sogar eine einfache Flüssigkeitskühlung. Optik wäre mir völlig egal, Becken bekommt eh einen Überbau mit Abluft.

      Was haltet ihr davon?

      Gruss
      Andi
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      Hallo Daniel.
      Hallo Ronny.
      Hallo Sandy,
      Hallo Allerseits.

      Das Thema hat ja weit mehr Ausmaß genommen als gedacht.
      Also für mich als Anfänger der Meerwasseraquaristik ist die China LED eine super Alternative.

      Ich hab den Sera Cupe gebraucht sogut wie geschenkt bekommen. Ich beschäftige mich mit Meerwasser seit dem 31.10.17.

      Wer weiß was zukünftig auf mich zukommen wird... Vergrößerung oder gar Auflösung. (Bis jetzt, jedenfalls nicht das letzter es)

      Wenn ich mit einem Hobby anfange, dann starte ich auch nicht mit dem teuersten Equipment. Kann man zwar machen aber in der Regel fängt man klein an.

      Und was man so von Maxspect liest, die Leuchte die ich ursprünglich kaufen wollte, da bin ich glaub ich zumindest, mit der China LED besser bedient. An dieser Stelle nochmals Danke an Sandy wegen der Empfehlung. :whistling:

      Danke auch dir Daniel, für den tatsächlichen ermittelten Verbrauch. Eine Frage stellt sich mir. Sofern es tatsächlich Bridgelux LEDs verbaut sind und diese bei 700mA 3Watt verbrauchen, warum kommt die Lampe auf 110Watt? Schwächeres Netzteil?

      Gruß
      Toni
    • Neu

      Hallo Toni,

      die Lampen werden als 165 Watt Lampen beworben, weil dort LEDs drinstecken, die bis zu 3 Watt pro LED Leistung verbraten können. Mit 55 LEDs wären das dann die beworbenen 55 * 3 = 165 Watt.
      Tatsächlich aber werden sie nicht voll bestromt (was gut ist!), sondern nur zu etwa zwei Drittel. Daraus dann die 110 Watt, die ich schon genannt hatte.
      Über den Daumen kann man die elektrische Leistung am Strom sehen: 350mA = 1 Watt, 700mA = 3 Watt, 1000mA = 3 Watt.

      Genau genommen ist dies ganz klar Verbrauchertäuschung, denn von einer Lampe, die als 165 Watt Lampe angepriesen wird muss man auch erwarten können, dass diese 165 Watt wirklich genutzt werden können. Durch die Begrenzung des Stroms sind diese in der Praxis aber eben 110 Watt Lampen. Die KSQs, welche den Strom auf 700mA setzen, begrenzen die Leistung (was gut ist!).
      Viele Grüße

      Sandy
    • Neu

      A.L. schrieb:

      Aber warum nennt ihr die Dinger eigentlich Bierkisten?
      Hallo Andi,

      das hat sich so in verschieden Foren eingebürgert. Wahrscheinlich wegen der Form oder weil die Linsen von oben betrachtet wie die Bierflaschen in einer Kiste angeordnet sind.

      Bierkiste bei Facebook

      LG
      Daniel
    • Neu

      hi,

      oft wurde/wird tatächlich nur der verbrauch der led x anzahl angegeben.
      vorschaltteile blieben unberücksichtigt, sodass nach abzug dieser viel weniger in licht umgesetzt ist.
      also anders zur obigen geschichte.
      ansonsten
      gruss
      joe

      korallenfarm.de H
      "ULTRA-C o r a l s - made in Germany"
      der weg ist das ziel!
      theorie ist: wenn man alles weis und nichts funktioniert.
      praxis ist: wenn alles funktioniert und keiner weis warum.
    • Neu

      Bei LEDs sind das weniger Vorschaltgeräte sondern Netzteile und KSQs, die noch an der Effizienz knabbern. Gute Netzteile haben etwa 93-96 Prozent Effektivität, schlecht weniger als 80 Prozent. Dies gilt aber grundsätzlich für alle Geräte, auch für T5-Lampen.
      Die KSQs können noch einmal schlucken, gute sind bei etwa 95-98 Prozent, schlechte schlucken fast 10 Prozent.

      Im Durchschnitt kann man damit rechnen, dass 6-10 Prozent von der Leistung, die aus der Steckdose kommt, nicht bis zu den LEDs durchkommt. Wer das billigste nimmt heizt damit eher seine Wohnung. (^-^)

      So ein Netzteil hier straft den Käufer mit Lärm, Risiko und hohen Stromkosten:
      reichelt.de/Schaltnetzteile-Ca…/index.html?ARTICLE=66870
      Von der dieser Art habe ich am Anfang welche gehabt und mir mehrmals durch Tropfen von Salzwasser (was so gut leitet) die Lampe abgeschossen. Danach habe ich sie alle rausgeworfen und dichte Netzteile gekauft.

      Man beachte die Angabe zum Wirkungsgrad: 71-84 Prozent, der Rest wird für das Heizen der Wohnung verwendet.

      reichelt.de/www.reichelt.de/Tr…OUPID=6581&ARTICLE=124072

      Das ist ein Netzteil ohne Lüfter, welches gegen Spritzwasser geschützt ist.

      Hier steht dann beim Netzteil akzeptable 93 Prozent.

      Jetzt kann jeder schnell ausrechnen, wann der Aufpreis sich allen durch die Stromkosten bezahlt macht:
      das schlechte erstere kostet 55,50 Euro, das gute zweite kostet 72,95 Euro. Unterschied 17,45 Euro, dafür kein Risiko mit Spritzwasser, kein Lärm und deutlich bessere Effizienz.
      Nach nicht einmal einem Jahr ist die Differenz allein durch den zusätzlichen Strom schon amortisiert, von den übrigen Vorteilen mal ganz zu schweigen.

      Da fragt man sich, warum das erste Netzteil eigentlich noch Käufer findet.
      Viele Grüße

      Sandy