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Bitte um Erfahrungen zu Lichtfarben (rote und UV LEDs sinnvoll)??

    • Bitte um Erfahrungen zu Lichtfarben (rote und UV LEDs sinnvoll)??

      Hallo liebe Salzfreunde.

      Ich hatte in meinem 840L Becken eine DIY LED gebaut. Musste leider verkleiner und habe mir ein Red Sea Max 250 gekauft.
      Die integrierten T5 sollen nun durch LEDs getauscht werden.

      Geplant ist die Bestückung mit blauen, royalblauen und weißen LEDs mit 8.000 Kelvin. Da ich die jeweilige Farbe dimmen kann, kann ich die Lichtfarbe nach Geschmack einstellen.

      4x 6 Sück weiße LEDs in Reihe zu je 1500mA - CREE XML-T6
      4x 6 Stück royal blau mit je 700mA - CREE XP-E
      4x 6 Stück blau mit je 700mA - CREE XP-E

      Immer 6 LEDs hängen an einem Kanal. Insgesamt habe ich 12 Kanäle zur Verfügung.

      Ich sehe immer wieder, dass Leute auch rote LEDs und UV LEDs verbauen.
      Wäre es sinnvoll ggf. statt 6 weißen LEDs lieber rote zu verbauen und statt 6 royal blue lieber 6 UV LEDs.

      Ich weiß, dass das Licht Geschmackssache ist, aber vielleicht hat jemand Erfahrungen gerade mit roten und UV LEDs und kann mir hier diese miteilen.
      Vielen Dank.

      LG, Paul
    • Hallo Paul,

      eine Mischung weiß/blau/royalblau von 1:1:1 ist eine akzeptable Mischung, mit der man seinen eigenen Geschmack dann später auch gut einstellen kann, ohne die Korallen zu vernachlässigen. Es gibt aber einige Details zu berücksichtigen, damit man lange Spaß an der Lampe hat:

      Die Cree XM-L2 hat eine hohe Leistung, läuft aber optimal im Bereich 700-1000mA, danach lässt die Langlebigkeit und die Effizienz nach. In diesem Bereich sind die Farben dann auch am schönsten, weil sie sonst zu sehr ins blaue geht (je höher der Strom desto blauer das Licht der LED). Da weißes Licht für den Menschen um ein vielfaches heller erscheint als blaues oder royalblaues Licht sollte man die Leistung der weißen LEDs gut optimieren ohne zu viel Leistung dort zu setzen.

      Die Cree XP-E2 M3 für blau ist optimal bei Leistung/langlebigkeit bei 350-600mA, stärker sollte sie für eine lange Lebensdauer nicht bestromt werden. Ebenso die royalblaue Cree XP-E2.

      Rotes Licht ist nicht unbedingt notwendig, auch wenn es fantastisch aussieht, wenn man seinen Seeigel regelrecht als Leuchte anknipsen kann mit den dunkelroten LEDs im Bereich 640-660nm. Wenn man einen Kanal übrig hat kann man es setzen, obwohl es mehr für den optischen Kontrast des Betrachters dient als der Fotosynthese der Korallen.

      UV wird eigentlich nicht verwendet, die LEDs sind eher im violetten Bereich bis zur Grenze zum UV angeordnet. Bisher sind echte UV-LEDs auch noch nicht sehr langlebig und verschleißen sehr schnell. Zudem werden Wellenlängen unterhalb von 380nm auch von den Additiven in Glas oder Plexiglas geschluckt, die genau vor schädlicher UV-Strahlung schützen sollen.
      Korallen verwenden diese Bereiche bis in den echten UV-Bereich tatsächlich für Fotosynthese, nur kann dieser Bereich mit LEDs nicht gut bedient werden.
      Es macht aber durchaus Sinn, den Korallen LEDs im violetten bis zum Anfang des UV-Bereiches zu spendieren, diese LEDs sind in den letzten Jahren deutlich leistungsfähiger und inzwischen auch langlebig genug geworden. Gute Erfahrungen habe ich mit den LEDs von Ledgroupbuy gemacht mit 410nm und 430nm.

      Von daher meine Empfehlung für eine Lampe:


      FarbeLED-BezeichnungStrom (mA)
      LED-Zahl pro Kanal
      weißCree XM-L2 U2/U3/U4
      10006-7
      weißCree XM-L2 U2/U3/U4
      10006-7
      weißCree XM-L2 U2/U3/U4
      10006-7
      blauCree XP-E2 M3
      6006
      blauCree XP-E2 M3
      6006
      blauCree XP-E2 M3
      6006
      blauCree XP-E2 M3
      6006
      royalblauCree XT-E royalblau
      7006-7
      royalblauCree XT-E royalblau
      7006-7
      violett 430nm
      Ledgroupbuy 430nm
      5006
      violett 410nm
      Ledgroupbuy 410nm
      5006
      rot 620/660
      Cree XP-E2 P4, Cree XP-E photored
      3504 + 4



      Das ist so eine ziemlich optimale Zusammenstellung für einen BlueTwiled mit 12 Kanälen und ein 250l-Becken. Als Netzteil wird dann eines mit mindestens 200 Watt benötigt, welches bei 24V Ausgang die benötigten 8 Ampere liefert. Ich nehme dafür dann immer die etwas größeren Meanwell HLG-H 240-24A. Die sind gedichtet und sehr effizient.

      Die Leistung ist für ein Steinkorallenbecken gedacht mit SPS in der oberen Hälfte.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Vielen Dank Dir Sandy für die Empfehlung.

      Ich hätte noch 2 Fragen:

      1.
      Die Jungs von BlueTwiled haben mir empfohlen bei 24 Watt nur 6 LEDs pro Kanal zu nehmen.
      Du schreibst oben in der Tabelle 6-7 Stück. Hattest du schon selbst 7 LEDs pro Kanal an einer BlueTwiled Steuerung?
      Von der Spannung müssten eigentlich auch 7 Stück gehen rein rechnerisch.

      2.
      Warum sollte man die roten "nur" mit 350mA bestromen? Theoretisch wären hier ja auch, wie bei den blauen, 500-600mA möglich.
      Wird das Licht dann zu rot oder leiden die roten LEDs mehr darunter als die anderen Farben?

      Denn leihenhaft gedacht geht es mir so, dass ich denke ich mache lieber 600mA und kann dann immer noch runterschalten durch die TWILED wenn es mir zu rotlastig ist.
      Aber ich habe eben 0 Erfahrung mit roten LEDs.

      Besten Dank für deine schnellen Antworten.

      LG, Paul

      P.S.: Hättest du ggf. noch violette LEDs zu verkaufen? Aus den USA ist der Versand ja teurer als die LEDs :(
    • Hallo Paul,

      sieben LEDs gehen nur bei bestimmten LEDs, die nicht so viel Spannung benötigen. Die 24V stehen auch nicht vollständig den LEDs zur Verfügung. Da gibt es vier Faktoren zu berücksichtigen:
      • Auf dem BlueTwiled sind KSQs verbaut, die ebenfalls noch etwas Spannung benötigen, etwa 1,5 Volt. Also bleiben für den Rest noch etwa 22,5V übrig.
      • Die Kupferleitungen des LED-Kanals haben ebenfalls einen Widerstand, der Spannung verbraucht. Wenn man z.B. eine 1,5m lange Lampe hat und einen Kanal von vorne bis hinten verlegt hat man locker 3m Kabel pro Kanal. Bei den gerne genommenen Kabeln mit 0,14mm² Durchschnitt sind das dann bei 1200mA aber immerhin schon 0,47 V Spannungsabfall. Deshalb habe ich bei meiner Lampe die Controller in der Mitte und gehe nur über eine Lampenhälfte, reduziere so die Kanallänge auf deutlich unter 2m und verwende 0,25mm² als Kabel, damit komme ich auf einen Spannungsabfall von 0,16V, womit ich leben kann. Bei 0,14mm² im ersten Fall wären wir jetzt schon bei knapp 22V runter.

        So kannst Du den Spannungsabfall am Kabel selbst berechnen:

        A=Querschnitt (in mm²)
        I=die gezogenen Ampere
        rho=0,0178 Ohm mm²/m (spezifischer el. Widerstand von Kupfer)
        L=ist die benötigte Kabellänge (in meter)
        Uv=0,5V (zulässiger Spannungsverlust

        Uv = ( I * rho * L ) / A

      • Selbst Cree gibt für seine LEDs eine mögliche Streuung von 7 Prozent bei den Werten an, diese müssen dann auch beim Spannungsabfall berücksichtigt werden als Reserve.
      • Auch ein gutes Netzteil gibt etwas bei der Spannung nach, wenn es nahe am Anschlag betrieben wird, also darf man nicht erwarten, dass die vollen 24V auch bei Vollast zur Verfügung stehen. Das kann durchaus in meiner Erfahrung 0,3-0,4V ausmachen.
      Insgesamt hast Du also real nur etwa 21,5V bis maximal 22V für die LEDs zur Verfügung, mit denen Du wirklich rechnen kannst.

      Damit die Lampe stabil läuft darf die LED also nur höchstens 3,1V an Spannungsabfall verursachen, wenn 7 LEDs in einem Kanal stabil laufen sollen. Das ist bei der Cree XM-L so gerade eben noch der Fall bis 1200mA. Voraussetzung ist aber immer, dass die LEDs sauber gekühlt werden, sonst steigt nämlich der Spannungsabfall bei den LEDs. Auch die Cree XT-E schafft dies, aber eben nicht die blaue oder royalblaue Cree XP-E2. Deshalb nehme ich auch immer noch gerne die Cree XT-E.

      Sollte man übrigens trotz sorgfältiger Verkabelung und LED-Wahl Probleme beim Betrieb haben lohnt es sich, die Spannung des Netzteils mit einem Multimeter zu überprüfen. Viele Netzteile haben auch eine Justiermöglichkeit für die Spannung, mit der man die Spannung etwas justieren kann. Dies geht dann natürlich zulasten der möglichen Stromstärke, welche entsprechend etwas kleiner wird.

      Bei den roten LEDs sehe ich diese nicht als Leistungsträger für Fotosynthese und lege deshalb mehr Wert auf flächendeckende Verteilung als auf die mögliche Leistung. Da sie sehr wenig Spannung benötigen kann mann bis zu 8 LEDs pro Kanal verwenden.

      Bei den violetten LEDs habe ich leider noch keine deutsche Quelle gefunden, welche Endkunden bedient und in kleinen Zahlen liefert. Deshalb lohnt es sich immer noch, die LEDs in Amerika zu bestellen. Da kann man auch ruhig die langsame Lieferung nehmen, die LEDs kommen dann in der Regel in sechs bis zehn Tagen dann an. Häufig habe ich bei kleinen Mengen auch Glück und muss keinen Zoll zahlen.

      Selbst wenn ich jetzt ein paar LEDs noch hätte würde ich anteilig die Kosten aufschlagen, die LEDs wären für Dich also nicht unbedingt billiger. :P
      Als ich vor zwei Jahren wieder ein paar LEDs bestellte (48 violette) habe ich 216 $US für die LEDs bezahlt und 33,68 $US an Transport. Ich habe noch einen Rabatt bekommen, weil ledgroupbuy es hasst, einen Kunden entkommen zu lassen. Also eingeloggt, LEDs in den Warenkorb gelegt und dann ein paar Tage gewartet. Prompt hat ledgroupbuy mir eine Mail geschickt und 5 Prozent Rabatt mit einem Coupon angeboten, wenn ich den Einkauf abschließe. So war dann der Aufschlag für den Transport nur etwa 10 Prozent des LED-Preises.
      Ich hatte noch zusätzlich Glück und habe keinen Zoll zahlen müssen für mein Päckchen.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Hi,
      Ich würde keine 660nm rot nehmen. hab ich gerade bei meinem Ablegerbecken eine verbaut. Die Algen lieben es. ich würde 620nm nehmen. Oder gleich eine Cree XP-E RGB.
      Bei weißen LEDs würde ich die neuen XP-G3 mit 5500k nehmen bei 1000mA.

      4x XP-G3 weiß 5500k mit 1000mA
      2x Satisled Hyperviolett 425nm 500mA
      1x XP-G3 RB 1000mA
      3x XP-E2 Blue 500mA
      1xRGB XP-E 350mA

      Gruß
      honk
    • Hallo Sandy,

      welche Erfahrungen hast du wegen den tiefroten LEDs? Auch vermehrten Algenwuchs?

      Ich habe noch viele CREE XML T6 kaltweis, XP-E (oder XP-G müsste ich nachschauen)in blau und royalblau.
      Diese würde ich noch nutzen wollen.

      Sandy, du sprichst bei den UV-nahen LEDs von Langlebigkeit. Meinst du damit, dass die LEDs nach kurzer Zeit die Leuchtkraft verlieren, oder sich die Lichtfarbe verschiebt, oder diese gar nicht mehr leuchten?

      Vielen Dank Dir!

      Auch Dir Honk :)
    • Die tiefroten LEDs können tatsächlich den Algenwuchs vermehren, nicht umsonst verwendet man bei den Chaetoreaktoren die rote und blaue Mischung, aber bei vier LEDs mit 350mA hast Du etwa 3Watt Leistung in diesem Bereich für das gesamte Becken, das ist ziemlich wenig und sollte nicht viel ausmachen.

      Bei den vorhandenen LEDs musst Du schauen, ob es wirklich die erste Generation ist oder schon die zweite. Deshalb habe ich bei der Bezeichnung auch explizit immer die zweite Generation erwähnt wie Cree XM-L2 oder Cree XP-E2 M3. Teilweise ist der Unterschied in der Leistung wirklich dramatisch bis zu 50 Prozent mehr.
      Was Du an Lichtleistung durch ältere LEDs sonst günstig verwenden kannst zahlst Du eventuell sonst später dann teuer als Strom drauf, billiger wird er leider wohl nicht.

      Noch vor ein paar Jahren war es praktisch unmöglich, überhaupt an violette LED heranzukommen, UV oder violette LEDs bekam man nur im Ausland meist aus China, und hier kamen viele Billigprodukte her, die keine lange Lebensdauer hatten. Da erblindete dann die schnell die zuerst transparente Linse und wurde blind oder verfärbte sich sogar dunkel.
      Inzwischen gibt es einige ordentliche violette LEDs, die auch eine gute Lebensdauer haben, es ist aber immer noch einiges an kurzlebigem Schund in diesem Bereich unterwegs. Satisleds haben bei mir nicht den besten Ruf und ich habe deshalb bisher einen Bogen darum gemacht. Vielleicht hat sich das aber gebessert und deshalb habe ich da nachgefragt.

      Wenn man in der Wellenlänge noch weiter in den echten UV-Bereich rübergeht wird die Strahlung auch immer energiereicher. Diese agressive Strahlung greift auch die Kunststofflinse der LED an und sorgt für eine deutlich frühere Erblindung als bei normalen LEDs im sichtbaren Bereich. Freunde hatten auch mit dem Einsatz einer LED im Bereich von 360-395nm experimentiert und ungläubig gesehen, wie der Bereich um die LED sich verfärbte im Laufe weniger Wochen, weil die Strahlung der LED den Bereich um die LED herum auch auf der Platine angriff.
      Das führt zwangsläufig zu einer kürzeren Lebenszeit. Die LED schluckt zwar genausoviel Strom wie bisher, aber produziert dann nur noch wenig Licht und sehr viel Wärme.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Hallo,
      meine erste LED Lampe war mit SatisLed bestückt. Jedoch ohne violette LEDs. Ich war damit sehr zufrieden. Die Leistungen reichen aber nicht an Cree heran. Hersteller wie GHL setzen jedoch die 425nm LEDs von SatisLED ein.

      Gruß
      honk
    • Ups,
      fehler von mir. Die GHL 425nm LEDs sind von SemiLED nicht SatisLED.
      SemiLED und Epiled kann man aber bei eBay bestellen.

      Gruß
      honk
    • Hallo nochmals.

      @Sandy
      Da du schon Erfahrungen mit LEDs aus den USA (LEDGROUPBY) hast, die hab ich nun bestellt.

      Da ich gerne den Kühlkörper für die LEDs vorbereiten würde (vorbohren etc.):
      Sind die STAR-Platinen von LED-Tech gleich wie die Platinen von LEDGROUPBY ?
      Ich habe noch LEDs mit Star-Platine von LED-Tech, dann würde ich hier eine als "Bohrvorlage" nehmen.
      Oder ist hier ggf. der Durchmesser größer oder kleiner?

      Besten Dank vorab.
    • Noch eine Frage zu den verwendeten Leitungen:

      Ich habe bisher immer 1,4mm Querschnitt gehabt.Von der Firma, in der mein Vater arbeitete, die hatten immer Reste.
      Das ist aber bei vielen LEDs sehr dick und "sperrig".

      Kann ich auch Kabel einer Telefonleitung nehmen, die immerhin noch 0,8mm Querschnitt haben (keine Litze), oder sind diese nicht genug gegen Wärme geschützt?
      Wo habt ihr sonst die Kabel her?

      LG, Paul
    • Bei 1,4mm³ bekommst Du auch noch ganz andere Probleme: das Kabel transportiert die Hitze so gut ab, dass die Isolierung schneller schmilzt als das Kabel auf Temperatur kommen sich mit dem Lötzinn verbindet.

      In Beitrag 6 habe ich mich schon ziemlich ausführlich über den Kabeldurchmesser und die Auswirkungen ausgelassen. Mehr als 0,34mm² würde ich definitiv nicht nehmen und der Lötkolben muss dann schon richtig Leistung haben, sonst gibt es nur kalte Lötstellen.
      Viele Grüße

      Sandy