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How to: "Schwimmschule"

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    • How to: "Schwimmschule"

      Ich möchte gerne einen neuen Fisch (chelmon und/oder Zwergkaiser Multicolor) hinzufügen. Aus Erfahrung weiß ich, dass meine 3 Doktoren das nicht unbedingt gut finden werden.
      Habe mir eine Schwimmschule 35x25x25cm bestellt.
      Fragen: Wie lange läßt man den "Neuen" dort allein.
      Stellt man in der Schwimmschule ein Versteck, z.B. einen halben Blumentopf zur Verfügung?
      Falls jemand da positive Erfahrungen gemacht hat, würde ich mich über eine Empfehlung freuen.
      LG
      Ameo
    • Das hängt von den Reaktionen des Altbesatzes ab. Normalerweise sollten nach ein bis zwei Tagen Anfeindungen deutlich nachlassen und dann kann der Neue aus der Schwimmschule entlassen werden, am besten nach einer guten Fütterung.

      Ich würde schon einen Tag vorher damit beginnen, reichlich zu füttern und diese reichliche Fütterung auch durchziehen bis der Neue einige Tage im Becken ist, damit Futterangst nicht beim Altbesatz hochkommt. Das senkt Anfeindungen meist sehr effektiv.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Hallo Ameo,

      eine Schwimmschule ist auch keine absolute Garantie für das ablesen von Aggressionen. Aber doch ein Weg dorthin. Die Notwendigkeit eines kleinen "Verstecks" sehe ich nicht so. In manchen Fällen, z. B. bei sehr scheuen Fischen, verlängert du den Zeitpunkt des Miteinander-Bekanntwerdens und befoerderst so den Stress. Man kann in solchen Situationen meist nur eine oberflächliche Diagnose stellen. Die Wahrheit zeigt sich immer erst nach dem Umsetzen. Ich habe schon Alteingesessene mit lammfrommen Verhalten gegenüber einem Neuzugang in der Schwimmschule erlebt. Sie kamen alle auf Besuch und betrachteten friedlich den neuen Kollegen in seinem Behaeltnis. Auch versuchten sie vorsichtig an das gereichte Futter in der Box heranzukommen. Scheinbar tiefer Frieden. Was nach dem Öffnen der Box geschah, war jenseits von friedlichem Benehmen. Die vielen Spalten und Höhlen im Riff waren erst einmal die Rettung für den Neuankömmling. Ein paar Blessuren hat's gegeben, aber nach 3 Tagen war der Spuk vorbei und man frass gemeinsam.Es kann auch zum Gegenteil führen. Ein alteingesessene P. imperator ließe einen Neuzugang (Paracentropyge multifasciata) nicht aus einer der oberen Ecken. Der Fisch sass dort solange, bis er zu schwach für die Attacken geworden war. Er konnte dem Imperator nicht entweichen. Ich musste ihn umsetzen.
      Dusiehst, es kann so oder so ausgehen. Bei unterschiedlichen Arten setze ich die Tiere ohne Schwimmschule um. Bei gleicher Art nehme ich (manchmal) den Umweg über eine geräumige Box.
      Gruss
      Hajo
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      (Mark Twain)
    • hi,

      bei den genannten fischen ist es von vorteil, wenn sie bereits futterfest sind, was schon eine schwierigkeit für sich ist.

      falls sie auch nach schwimmschule weiter bedrängt werden und nicht aus ihrer deckung rauskommen, wissen sie wenigstens, das es etwas fressbares ist, dass da vorbei schwimmt.
      ansonsten
      gruss
      joe

      korallenfarm.de H
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      praxis ist: wenn alles funktioniert und keiner weis warum.
    • Hallo,- zunächst besten Dank für die Tipps. Schwimmschule ist heute angekommen. Wenn ich einen passenden Fisch finde, kommt sie zum Einsatz.
      Ich bin mir im Klaren, dass das Nachsetzen von Fischen eine Herausforderung an den Altbesatz darstellt. Hab da leider auch schon meine (schlechten) Erfahrungen gemacht.
      Einen Versuch ist es dennoch wert.
      LG
      Ameo
    • Hallo zusammen

      Ich musste/konnte einen Flammen Zwergkaiser aus einer aquariumauflösung übernehmen. Da der Lori kein plätzchen hatte, hab ich ihn genommen.

      Bei mir schwimmt bereits ein grösseres Bispinosa-Exemplar im Becken. Hab zuerst den lori einige stunden in der Schwimmschule gelassen und dann ins Becken entlassen.
      Bispinosa ging sofort drauflos.

      Nun hab ich den Bispi mit der Fischfalle fangen können und in die Schwimmschule gesteckt.
      Soll ja eventuell mehr bringen, den Stänkerer in die Schwimmschule zu stecken.

      Mir ist bewusst gewesen, dass es kompliziert werden kann. Nun zu meiner Frage:

      Wie lange würdet ihr den „eingesessenen“ Bispinosa in der Schwimmschule lassen?

      Wie lange würdet ihr nach dem Freilassen die beiden streiten lassen, wenn es denn dazu kommt? Soll sich ja teilweise nach einiger Zeit auch legen...
    • Dann nehme ich an, dass der bispinosa der Beckenboss ist? Meine Strategie bei neuen Fischen ist meist, sehr viel zu füttern, um Angst um das Futter nicht aufkommen zu lassen.

      Der Bispinosa will aber vermutlich seine Dominanz im Becken zeigen, obwohl ich die Reaktion ziemlich heftig finde. Bei mir vertragen sich Kaiser miteinander ziemlich gut.

      Unter den Umständen würde ich den bispinosa erst mal eine Woche in der Schwimmschule und den neuen im Becken heimisch werden lassen.

      Hat der bispinosa in der Falle Sichtkontakt in das Becken oder ist das etwas, was den Ausblick ins Becken etwas absperrt? Wenn nicht würde ich etwas reinsetzen, was den Sichtkontakt etwas blockt, damit er seinen Rivalen nicht ständig sieht und sich etwas abregen kann, z.B. eine PVC-Hartschaumplatte oder so. Auch ein Stück großes Rohr, wo er sich verkriechen kann.

      Ob es danach klappt kann man nicht sagen, aber zumindest dürfte das Kräfteverhältnis etwas ausgewogener sein. Sind beide erwachsen oder ist der Flammi noch nicht ausgewachsen?
      Viele Grüße

      Sandy
    • Danke für deine Antwort. Das Wohl der Tiere liegt mir sehr am Herzen, darum möchte ich es richtig machen. Hab eben auch schon mehrere Bispi/Lori Kombis gesehen, darum bin ich erstmal erschrocken.

      • Kann gut sein dass er der Boss ist, hat bis jetzt aber nicht sonderlich dominant gewirkt
      • Eine Woche kein Problem? Schwimmschule ist ca. 30x20cm gross
      • Hat nach allen Seiten freien Blick, wobei sich der Lori jetzt nicht ständig zeigt
      • Bispinosa ist ca. 7,5cm gross und der Lori ca. 5cm
    • Es ist sicherlich nicht luxuriös für den ruppigen bispinosa, aber wenn die Fischfalle normal durchströmt wird dann sollte er keine Probleme haben, und es braucht seine Zeit, bis ein Fisch sich in ein Becken einlebt. Eine Woche ist dafür eher sehr wenig, teilweise braucht es eher ein bis zwei Monate für manche Fische. Bis mein Chelmon mein Becken angenommen hatte und sich ohne Stress im Becken bewegte hatte es volle zwei Monate gedauert, ohne dass er dabei von anderen Fischen attackiert wurde.

      Aber allzulange darf der bispinosa eben auch nicht in der engen Falle bleiben, deshalb ist diese Woche ein Kompromiss. Gib ihm wie gesagt noch einen Unterschlupf rein und etwas Sichtschutz zum Becken, dann sollte das funktionieren.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Das kommt darauf an, wie sehr die Streiterei den Fischen zusetzt. Sieht es danach aus, als ob der kleine loricula in echter Gefahr ist würde ich den loricula rausfangen und dann doch weitervermitteln, dann hat es keinen Zweck mehr. Solange er ihn nur scheucht und etwas knufft würde ich es darauf ankommen lassen.

      Übrigens, wie sieht es mit dem Sprungschutz aus? Zwergkaiser sind nicht wie Lippis bekannt dafür zu springen, aber in so einer Situation ist dies durchaus möglich.
      Viele Grüße

      Sandy
    • Hallo zusammen,

      den Bispinosa auszusperren ist eine kleine Chance den Streit zu beenden. Wie und wann das spaeter enden wird, kann dir niemand mit Sicherheit sagen. Es ist ein Versuch, mehr nicht. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Viel haengt auch von der Groesse des Beckens ab. Bei der (Zwangs)Vergesellschaftung von Kaiserfischen fliegen oft die Fetzen. Bisswunden und Flossenschaeden koennen eine Trennung provozieren, obwohl wie wir wissen, das meist zum Ritual eines angeborenen Verhaltens gehoert. Der Mensch reagiert da viel sensibler. Viel wichtiger ist es, den Ernst der Lage zu erkennen, denn nicht jede Aggressivitaet laeuft ins Leere. Ich kenne Faelle, wo es bei diesen beiden Arten nicht geklappt hat.

      Gruss
      Hajo
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    • How to: "Schwimmschule"

      Zwergkaiser behaupten sehr schnell ein Becken für sich. Eine Woche könnte durchaus reichen. Um sicher zu gehen würde ich den bispinosa einen Monat in das Technikbecken verbannen falls dieses möglich ist. Dann sollte der loricula auch locker ein paar Tage Verfolgung überstehen.

      Gruß Torben

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    • Nehmen wir an, ich setze den Bispinosa für paar Wochen ins TB.

      Kann es nicht sein, dass dann neue Unruhe rein kommt, wenn er wieder als „neuer“ reinkommt?

      In der Schwimmschule wird er ja gesehen. Danach ist er wieder neu.

      Werde mit meinen Real Reef Rocks die ich noch übrig habe, noch einige verstecke mehr mörteln. Muss ich nach dem Austrocknen zuerst abspülen oder ist das Unbedenklich. Man könnte ja mit dem Reefmörtel theoretisch sogar unterwasser vermörteln
    • Das wirst Du nicht verhindern können. Selbst bei einem Transport von einem Aquarium zum neuen Wohnort etwa sollten Pärchen zusammen in einem Beutel transportiert werden, damit sie sich nicht entfremden.

      Riffmörtel gibt meist einige Stoffe ab, das kann kaum verhindert werden, deshalb würde ich raten, die getrockneten vermörtelten Steine erst ein paar Tage in einem Behälter mit Meerwasser zu wässern, damit der erste große Schwung nicht mit ins Aquarium geht. Das ist sehr wichtig, wenn Du ein System wie Triton ohne Wasserwechsel hast, bei regelmäßigen Wasserwechseln ist es nicht so kritisch.
      Viele Grüße

      Sandy
    • sivas_kangal schrieb:

      Nehmen wir an, ich setze den Bispinosa für paar Wochen ins TB.

      Kann es nicht sein, dass dann neue Unruhe rein kommt, wenn er wieder als „neuer“ reinkommt?



      auf diesen Fall ist ja schon eingegangen worden. Nichts gilt als sicher bei der Vergesellschaftung von Kaiserfischen.
      Wo es bei den Doktoren meist um den Futterneid geht, gilt es bei Kaiser & Co den "Besitzstand" zu wahren, den es in Form von Reviergrenzen zu verteidigen gilt. Kommentkaempfe finden wir bei beiden Arten. So etwas beruhigt sich meist.
      Fuer eine Beurteilung der Lage ist das Verweilen des Loricula leider nur von kurzer Dauer gewesen. Das kann ich verstehen, denn arglose Mitmenschen werden meist erschrecken ob der Ruppigkeit des Erstlings. Man haette den Neuzugang laenger im Becken belassen muessen, um den Grad der Aggression besser abzuschaetzen. Voraussetzung sind Verstecke, die dem Neuankoemmling Schutz und Sicherheit bieten. Sonst wird der Druck zu gross und die Folgen sind absehbar.

      Gruss
      Hajo
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      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)
    • Hallo Leute

      Wollte mich bei euch bedanken.
      Die vergesellschaftung der Fische hat geklappt.

      Nach mehreren Tagen in der Schwimmschule hat sich der Stänkerer beruhigt und ich hab ihn entlassen. Ein ganz anderes Verhalten!!!
      Die zwei Zwergkaiser haben sich zwar „beschnuppert“ aber völlig ohne Agressionen. Sie schwimmen nun seelenruhig im Becken und es gibt bis jetzt keinerlei Probleme.