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Anwendungsdauer Amoxicillin

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    • Hallo,

      man muss ja nicht gleich ganz von einer Behandlung absehen, es gibt ja Mittel mit einer nachgewiesenen Wirkung bei bakteriellen Infektionen, die völlig (oder zumindest nahezu völlig) harmlos sind. Da wären z. B. das richtige Protein : Fett Verhältnis von 2-3 : 1, Knoblauch (Allicin), Immunstimulanzien (Beta-Glucane etc.), Probiotika (wirken eigentlich erst nach der erfolgten Infektion) und Präbiotika (wozu ich auch Aloe zählen würde). Diese Mittel erhöhen zwar die Überlebenswahrscheinlichkeit nur um einen gewissen Prozentsatz aber immerhin statistisch signifikant, das ist allemal besser als nix ... und man hat sein Möglichstes getan.

      In der Aqua- und Marikultur werden diese Mittel auch eingesetzt weil man da keine Antibiotika-Rückstände in Lebensmitteln haben will.

      Grüße

      Hans-Werner
      H ><((((°>

      Tell me the reality is better than the dream - but I found out the hard way nothing is what it seems !
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      Franconia Franca
    • Hallo Hans-Werner,

      dann würdest Du von dem Futter angereichertem Antibiotikum in diesem Fall eher abraten?
      Oder geht Dein Hinweis eher in die Richtung, davon abzuraten, einfach (global) was ins Becken zu kippen? Im Sinne von, wird schon der Richtige finden…oder auch nicht... ;)

      Ich sehe das ja im Grunde auch teilweise bedenklich, chemische Sachen einzusetzen, wie hier das Breitbandantibiotikum, das bakterizide Eigenschaften sowohl grammpositiver wie auch grammnegativer Art hat.

      Denke aber Jens ist ja Wissenschaftler und weiß was er macht.
      Finde trotzdem, dass es interessant ist, an dieser Stelle auch Alternativen zur eingeschlagenen Behandlung zu nennen, wie Du das grade ergänzt hast Hans-Werner. :thumbup:


      Gruß,
      Matthias
    • Hallo zusammen,

      das Antibiotikum ist meist die letzte Wahl zur Bekämpfung von Bakterien/Parasiten bei Fischen. Dazu gehören noch enige andere "harte" Mittel, die man z. B. gegen Wurmbefall (Kiemen, Hautoberfläche, Darm) einsetzt....
      Allerdings niemals im Becken mit Niederen, sondern man setzt die befallenen Fische, entsprechend ihrer Krankheit, separat für mehrere Tage in einen dafür vorgesehenen Behälter. In manchen Fällen sind auch Kurzzeitbäder angesagt.
      Wer nicht in der Lage ist, die kranken Fische zu separieren, der muß mit jener Methode vorlieb nehmen, die uns eben Hans-Werner beschrieben hat.
      Dass das in der Mehrzahl mit einigen Verlusten einhergehen wird, sollte schon jedem klar sein.
      Verluste deshalb, weil meist die Krankheit verschleppt und zu spät erkannt wird. In diesen Fällen ist oft das Immunsystem der Fische im Keller und die "sanfte Behandlung" greift nicht mehr.
      Wer aber die Symptome rechtzeitig erkennt, der hat halbwegs noch eine Chance, wenigstens einen Teil seiner Fische zu retten. Auch die lange Dauer der Behandlung mit dem angereicherten Futter darf man nicht unterschätzen. Zu früh abbrechen bringt nichts!
      Gruß
      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
      Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)
    • Hallo Matthias,

      ich hätte gar kein Antibiotikum griffbereit und wüsste auch nicht, wie ich eines fürs Aquarium bekommen könnte, insofern stelle ich mir die Frage weniger und befasse mich gleich mit den alternativen Behandlungsmethoden. :)

      Ich weiß, so wie andere auch, genug über die negativen Seiten einer Antibiotika-Behandlung, ich würde wahrscheinlich Abstand davon nehmen.

      Der Erfolg ist zudem auch bei einer Antibiotika-Behandlung fraglich, wahrscheinlich sind sogar Antibiotika die Ursache des ganzen Übels. In einigen Export-Stationen und im Meer davor wurden so viele antibiotikaresistente Keime wie Vibrio-Arten usw. festgestellt, wahrscheinlich kommen die Fische genau deswegen in diesem schlechten Zustand an. Man befreit sie mit Antibiotika mal schnell von ihrer natürlichen Bakterienflora, auf dass sie frei sind als Tummelplatz für pathogene antibiotikaresistente Keime, die sich in den Exportanlagen so richtig wohl fühlen.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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    • Hans-Werner schrieb:




      Der Erfolg ist zudem auch bei einer Antibiotika-Behandlung fraglich, wahrscheinlich sind sogar Antibiotika die Ursache des ganzen Übels. In einigen Export-Stationen und im Meer davor wurden so viele antibiotikaresistente Keime wie Vibrio-Arten usw. festgestellt, wahrscheinlich kommen die Fische genau deswegen in diesem schlechten Zustand an. Man befreit sie mit Antibiotika mal schnell von ihrer natürlichen Bakterienflora, auf dass sie frei sind als Tummelplatz für pathogene antibiotikaresistente Keime, die sich in den Exportanlagen so richtig wohl fühlen.

      :thup
      Das vermute ich schon lange!

      Gruß
      Hajo
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    • Hans-Werner schrieb:

      Hallo,

      man muss ja nicht gleich ganz von einer Behandlung absehen, es gibt ja Mittel mit einer nachgewiesenen Wirkung bei bakteriellen Infektionen, die völlig (oder zumindest nahezu völlig) harmlos sind. Da wären z. B. das richtige Protein : Fett Verhältnis von 2-3 : 1, Knoblauch (Allicin), Immunstimulanzien (Beta-Glucane etc.), Probiotika (wirken eigentlich erst nach der erfolgten Infektion) und Präbiotika (wozu ich auch Aloe zählen würde). Diese Mittel erhöhen zwar die Überlebenswahrscheinlichkeit nur um einen gewissen Prozentsatz aber immerhin statistisch signifikant, das ist allemal besser als nix ... und man hat sein Möglichstes getan.

      In der Aqua- und Marikultur werden diese Mittel auch eingesetzt weil man da keine Antibiotika-Rückstände in Lebensmitteln haben will.

      Grüße

      Hans-Werner
      Hallo Hans-Werner,
      glaubst Du etwas das es entsprechende Immunstimulanzien etc bei mir nicht gibt? Das ist Standard bei mir. Wenn allerdings innerhalb eines Tages ein kompletter Schwarm Fische verschwindet, dann brauchen wir uns nicht mehr mit solchem (entschuldige die Ausdrucksweise) Kinderkram beschäftigen. Sowas ist gut und hilfreich um eine gesunde Fischpopulation fit zu halten, aber wenn trotzdem eine Krankheit ausbricht, dann kann man sich entscheiden seinen gesamten Bestand zu risikieren oder man greift zu härteren Mitteln. Ich habe 2 gelbe Docs die bald 20 Jahre alt werden und einen Mirakel der noch älter ist (Partner leider Anfang des Jahres vestorben), dazu ein Brutpaar Amphyprion latezonatus, laichende Centropyge multifasciata etc. Nur rumsitzen und hoffen das es nicht so schlimm wird (Deine empfohlenen Mittel haben nunmal nicht geholfen) ist natürlich eine Option, meine ist es nicht.
      Und was den Erfolg der Behandlung angeht: Ab der ersten Behandlung gab es keine weiteren Ausfälle mehr, sämtliche Fische fressen und die Anthias verlieren auch schon wieder ihre Scheu. Natürlich kann ein Antibiotikum immer nur das allerletzte Mittel sein das man einsetzt, aber es gibt sie und wir können damit etwas bewirken.
      Mein Wechselwasser wird aufgefangen und erst 24 Std mit Hypochlorit behandelt um das Antibiotikum weitestgehend zu zersetzen. Ist zwar total übertrieben, aber auch ich bin mir darüber im Klaren das Antibiotika im Abwasser ein Problem ist das man nicht noch verschlimmern muss auch wenn andere Quellen deutlich mehr dazu beitragen.

      cubicus schrieb:


      Ich sehe das ja im Grunde auch teilweise bedenklich, chemische Sachen einzusetzen, wie hier das Breitbandantibiotikum, das bakterizide Eigenschaften sowohl grammpositiver wie auch grammnegativer Art hat.
      Hallo Matthias,
      na wenn ich schon ein Antibiotikum einsetze dann auch eines mit ordentlicher Breitbandwirkung. Diese alte Einstellung der Ärzte und Veterinäre "one bug one desease", also das eine Infektion von einer bestimmten Art ausgelöst wird ist einfach nicht mehr haltbar. Die molekulare Ökologie zeigt uns doch viel mehr, dass praktisch jede Infektion von mehreren Organismen (ich hasse das Wort Keime) ausgelöst wird. Daher würde ich in einem solchen Fall immer ein Mittel nehmen das gram-positive und negative killt. In der reinen Mikrobiologie mit Reinkulturen oder wenigstens gut charakterisierten Anreicherungen sieht das anders aus, aber davon sind wir bei einem Aquarium ganz weit entfernt.

      Grüße
      Jens
      Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)
    • ... ja, so hieß es schon vor etlichen Jahren bei einem Vortrag von Tierarzt Harald Mülder in Sifi. Es gab auch Fotos von Anlagen und das Vorgetragene erschien mir vernünftig recherchiert und begründet. Es wurden damals auch eine ganze Reihe von Kulturen gemacht, u. a. mit den bekannten erschreckenden Ergebnissen von einigen TK-Artemia. Die dort beschriebenen Symptome glichen exakt den von Jens beschriebenen, aufgelöste innere Organe, eine Matsche ... auch dort resistente Vibrionen.

      Gruß

      Hans-Werner

      P. S.: Ist natürlich die Antwort auf das vorletzte Post!
      H ><((((°>

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    • Hallo Jens,

      Ich habe ja eigentlich schon alles dazu schon geschrieben. Vielleicht baust Du ja die Mikrobiologie im Becken und bei den Fischen wieder mit Prä- und Probiotika auf, da gibt es sicher unterschiedliche Möglichkeiten über das Wasser und/oder über das Futter.

      Eins würde mich aber noch interessieren, so vom Fachmann: Kann man so eine Krankheit rein über das Futter mit entsprechend niedriger Dosierung behandeln? Soviel ich weiß, sind Fische in mikrobiologischer Hinsicht ziemlich offen. Was vorne an Bakterien reingeht, kommt hinten wieder raus, und so stehen sie in ständigem Auftausch mit der Mikrobiologie des Beckens. Viele pathogene Organismen hören sich zumindest vom Namen her auch nicht sehr spezialisiert an, z. B. Vibrio alginolyticus. Überleben die nicht in Biofilmen usw. im ganzen Becken, bzw. ist die Dosierung dann nicht viel zu niedrig? Von anderen pathogenen Bakterien der gleichen Gattung ist so etwas (das Vorkommen im Biofilmen) bekannt, z. B. von Vibrio cholerae.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • Hallo zusammen,

      normaler Weise geht man tiermedizinisch davon aus, erkrankte Tiere in einem separaten Becken mit Antibiotika zu behandeln (es gibt auch Informationen über Kurzzeitbaeder von bis zu 5 Stunden). Auch ist kein besonderer Hinweis zu finden, dass die Quelle bezw. Ort (Becken) desinfiziert werden muss. Vielleicht sollten wir deshalb davon ausgehen, dass im Normalfall auch das Immunsystem der Fische damit fertig wird und nur deshalb in die Knie geht, weil hier das aufgenommene, stark verdorbene Futter in der Keimzahl ungewöhnlich hoch ist, und/oder etwa die Gemengelage der verschiedenen Vibrio-Typen erst eine rasche Mortalität möglich macht? Auch wird in manchen Fällen die gegenseitige Aufnahme von Kot eine Ansteckung fördern. Wenn die Möglichkeit greift, über das präparierte Futter die Krankheit unter Kontrolle zu bringen, die Fische also dabei im Becken verbleiben können, ist das ein Erfolg. Wie man allerdings mit einigen der sogenannten "Futterspezialisten" verfahren soll, bleibt noch eine schwierige Aufgabe.
      Gruss
      Hajo
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    • Hallo Matthias,
      dem Becken geht es soweit gut, vier Anthias sind top fit, zwei weitere sind extrem scheu und kommen praktisch nicht aus ihren Löchern, keine Ahnung ob die wirklich was fressen und ob sie durchkommen. Werde bis Sonntag weiter Amoxicillin geben, danach bin ich erstmal für 4 Tage auf Dienstreise.
      Grüße
      Jens
      Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)
    • Hallo
      kurzes Update. Habe die Behandlung nach 10 Tagen beendet, von den 9 Tieren haben 5 überlebt, 4 stehen wie früher, einer ist noch recht scheu. Sämtliche anderen Tiere im Becken haben keinen Schaden genommen, auch die Korallen nicht. Ledigliche viele Schwämme sind kaputt gegangen, aber auch nicht alle. Habe keine größeren Wasserwechsel danach gemacht, nur wieder Ozon eingeschaltet (läuft bei mir stundenweise) und das ganz normale Wasserwechsel Regime (ca 1% pro Tag) wieder aufgenommen.
      Grüße
      Jens
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    • Hi Jens

      tut mir leid um die Tiere, ich lese gerade erst von deinem Ärger.

      Mit dem Antibiotika sehe ich überigens ähnlich wie du, das aber nur am Rande.
      Was mich noch interessieren würde; Giftigkeit von Schwämmen und deren Zersetzung mit Auswirkungen auf das Milieu bzw. den Rest der Fische.

      Du schreibst nichts, also gehe ich davon aus es ist nichts erkennbar passiert, oder?

      lg Norbert
      H Hersteller/Händler
    • Hallo Norbert,
      Ich habe keine negativen Effekte durch das Zersetzen der Schwämme feststellen können. Meine A.latezonatus Dame hat dicke Augen, aber ob das damit zusammenhängt kann ich nicht sagen, glaube ich auch nicht. Das hatte sie schon mal, wird auch wieder weggehen.
      Grüße

      Jens
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