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Anwendungsdauer Amoxicillin

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    • Anwendungsdauer Amoxicillin

      Hallo liebe Forengemeinde,
      bei mir hat die Seuche zugeschlagen. Seit gut 2 Monaten habe ich eine Gruppe von 9 Pseudanthias bimaculatus im Becken, bisher keinerlei Probleme, fraßen vom ersten Tag an wie blöde. Als ich letztes mal Frostfutter kaufte überredete mich mein Händler doch mal wieder eine Platte Artemia mitzunehmen, und gegen besseres Wissen machte ich es. Die letzten zwei oder drei Wochen lief alles gut, aber Ende letzter Woche kam ich abends nach Hause und der Anthias Schwarm war einfach weg. Nach etwas Sucherei fand ich wenigstens einige von Ihen zurückgezogen in einer Höhle. Beim Füttern kam immer wieder mal ein einzelner Fisch raus, aber nur sehr zögerlich, rein äußerlich war nichts zu sehen. Alle anderen Fische fraßen normal, nur die Anthias waren betroffen. Am nächsten Morgen konnte ich einen Anthias tot aus dem Becken holen, Bauch war etwas geschwollen. Schnell aufgeschnitten und mal reingeschaut, die inneren Organe waren bereits in den Zustand der Verflüssigung übergegangen. Für mich sah das nach Vibrionen aus. Glücklicherweise hatte ich noch Amoxicillin Trockensaft zum Ansetzen einer Suspension da. Sofort das Futter darin eingeweicht und dann verfüttert. Glücklicherweise fraßen sämtliche noch lebenden Anthias wenigstens noch etwas Futter, so dass ich damit auch alle Fische behandeln konnte. Nun gebe ich Amoxicillin bereits 4 Tage, den Fischen geht es besser, aber sie sind immer noch schreckhaft. Von den 9 Tieren habe ich 5 oder 6 wieder gesehen, momentan stehen sie noch nicht wieder zusammen im Schwarm wie vorher. Wie lange sollte ich die Behandlung noch fortsetzen? Ich muss ja alle Fische behandelt und auch im Hauptbecken, fangen ist nicht möglich.
      Bin für jegliche Hinweise dankbar.
      Grüße
      Jens
      Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)
    • Hallo Jens,

      schöner Mist!
      Da dieses Medikament auch für Tiere angewendet wird, kann sicherlich die TIHo Auskunft geben.
      Die Verabreichung über das Futter ist optimal, solange sie dieses noch annehmen. Normalerweise werden die befallenen Fische herausgefangen und separat behandelt, indem man das Mittel mit dem Wasser vermischt und/oder es zusätzlich auch noch über das Futter verabreicht.
      Ich würde mit der entsprechenden Fachabteilung der TiHo Rücksprache halten. Auch wegen der Halbwertzeit des Medikaments. Natürlich ist das nicht einfach, wenn man "über den Daumen" dosiert und verabreicht hat.
      Gruß
      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
      Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)
    • Hallo Jens, die AMIS verwenden das Amoxilin sehr viel. Einfach mal googeln; Stichwort: Fish mox

      Die schreiben folgendes: Add contents of one capsule (500 mg) into aquarium for each 20 gallons of water to be treated. Repeat in 24 hours. It is suggested that a partial water change be made between treatments. While duration of treatment depends on type and severity of infection, it is recommended that extended medication baths continue for a minimum of 5 days & for not more than 10 days. Discontinue treatment if no improvement is noted within 5 days.To remove harmless yellow color, change 20% of water and use charcoal filter until clear.
      Gruß Dieter
    • Das kann ich dir nicht sagen. Denke aber das es daher länger als die 5 Tage sein muss

      Claude hatte mir damals zu einer Anwendungsdauer von min 10 Tagen geraten.

      Aber wenn es eine Krankheit ist, mussten dann auch die anderen Fische infiziert sein. Anthias gelten doch in der Regel als empfindlich und haben doch den Hang sich zu uberfressen.
    • Hi Dieter,

      die Berichte über Artemia sind mir bekannt. Trotzdem vielen Dank für den Link.

      Ich hätte dazu gerne nur kurz die Einschätzung von Jens gehört, da er ja diese auch in seinem Fall hauptsächlich in Verdacht hat. 8 Wochen nach Einsetzen Verluste zu erleiden, ist aber auch oft ein recht geläufiger Zeitraum, um vielleicht auf andere Möglichkeiten zu schließen. Bei den Symptomen des aufgeschnittenen Fisches mit den zersetzten Organen evt. Giftfang etc.

      Denke in jedem Fall, dass Jens hier absoluter Experte ist und das gut abschätzen kann.
      Daher kurz meine Nachfrage.

      Gruß,
      Matthias
    • hi ihr,
      danke für die Informationen. Nach Rücksprache mit einem Tierarzt werde ich die Behandlung über 8-10 Tage laufen lassen, dazu brauche ich dann noch eine zweite Flasche Hustensaft.
      Habe auch mit meinem Händler geredet, er hatte auch Probleme. Die Probleme traten bei ihm zu einem ähnlichen Zeitpunkt auf, auf jeden Fall fütterte er auch Artemien aus der gleichen Charge. Er durfte diverse gelbe Docs und einen Chelmon entsorgen, sämtliche Tiere waren schon länger in der Anlage und garantiert top fit, der Chelmon war verpaart.
      Was eine genauere Untersuchung angeht, ich hatte jetzt keinen Bock und schon gar keine Zeit irgendwelche Agar Platten zu gießen und die Keime auch noch anzuzüchten. Außerdem sah das sehr nach bakterieller Infektion aus, Giftfänge haben zwar auch kaputte Organe, aber die sind noch halbwegs im Stück und nicht einfach nur noch ein schleimiger Brei.
      Grüße
      Jens
      Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)
    • Hallo Jens,

      der Meyer Tom hatte neulich auch Vibrionen bei nem Anthiasschwarm nach Artemiafütterung. Eventuell die selbe “Berliner Charge“?
      Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: Tunze 6105 und 6095, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Ballinglight und Zeolight-Methode nach Fauna Marin
      Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita




      Viele Grüße
      Stefan
    • Hallo zusammen,

      nicht, dass wir hier gleich in Panik verfallen, was die Fütterung mit Frostfutter anbelangt.
      Dass in einigen Fällen die Kühlkette unterbrochen wird, ist nicht neu. Höchstwahrscheinlich animiert das jene Leute, die entweder die aufgetaute Brühe unausgewaschen gleich ins Becken kippen oder die noch gefrorenen "Eiswürfel" aus Bequemlichkeit direkt ihren Fischen anbieten. Diese Art von "Empfehlung" taucht sporadisch in solchen Diskussionen auf, die sich auf den gewollten und rapiden Anstieg von Nährstoffen beziehen.
      Für ein reines Korallenbecken ist das weniger ein Problem (obwohl manche Keime auch Garnelen dahinraffen). Bei Fischbesatz ist das anders. Wobei ich mir halbwegs sicher bin, dass bei ploetzlicher Erkrankung der Fische selten Rückschlüsse auf das gereichte Futter gezogen wird. Wohl eher nicht.
      Seit es, wie es ist. Für mich war das konsequente Ausspülen des gefrorenen Futters immer oberste Pflicht! Zu gleichen Teilen wegen des Einschleppens eventueller Keime, und wegen des damit verbundenen Naehrstoffanstiegs. Manche Tiefkühlprodukte sind die Verpackung nicht wert, in der sie sich befinden. Ich glaube, diese Erfahrung hat schon jeder einmal machen müssen. Da dieses Thema verstärkt wieder hochkocht, obwohl es schon in der meeresaquaristischen Steinzeit diskutiert wurde, zeugt viel von der Unachtsamkeit der Anwender.
      Pathogene Keime sind schon immer ein Thema gewesen. Zwar hauptsächlich in der Verzehrkette des homo sapiens, als in der Tiefkühlkost unserer Fische. Dem hat man bislang wenig Bedeutung geschenkt. Vielleicht wachen jetzt einige auf und betrachten die Frostprodukte mit mehr Sorgfalt. Nicht nur zu ihrer eigenen Sicherheit, auch zum Wohle der uns anvertrauten Lebewesen.
      Gruss
      Hajo
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      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)
    • Hi
      Noch eine interessante Beobachtung. Seit der Dosierung von Amoxicillin lösen sich die Schwämme in meinem Becken auf. Ich habe in einer Ecke de schwarzen Ohrenschwamm, der ist nur noch hellgrau, auch die anderen Schwämme sehen (leider) ziemlich angegriffen aus. Wenn das eine Mögichkeit wäre den Ohrenschwamm loszuwerden, dann wäre eine Amoxicillin Behandlung evtl. auch für andere Leute interessant. Ich werde weiter berichten
      Grüße

      Jens
      Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)
    • Hallöchen,

      Auf die Gefahr hin als jammernder Ökofreak dazustehen, aber mal eben so ein Antibiotikum als schnelle Methode einen lästigen Mitbewohner im Becken loszuwerden ins Aquarium zu geben halte ich - mit Verlaub - für eine schlechte Idee.

      Ich weiß nicht zu welchem Grad Antibiotika resistente Bakterien Thema in diesem Forum sind, aber gerade in den letzten 10 Jahren sind wirklich viele resistente Stämme aufgetaucht, die früher gut zu behandeln waren. Im letzten Semester hatten wir in Zell- und Molekularbiologie ein sehr eindrucksvolles Video dazu gezeigt bekommen, das habe ich mal rausgesucht:

      Geschwindigkeit der Entwicklung von Resistenzen bei Bakterien

      Es liegt in der Natur von Bakterien sich schnell zu vermehren, dabei sind Mutationen sehr wahrscheinlich und genau das ist der Knackpunkt warum sich so schnell resistente Stämme entwickeln. Wenn wir unsere Tiere (und im Zweifelsfall uns selber!) weiterhin effektiv behandeln wollen
      muss von solchen Experimenten wie oben vorgeschlagen unbedingt abgeraten werden.

      Liebe Grüße, Caro
    • Hallo,

      ... hinzu kommt, dass nach einer Antibiotika-Behandlung eine gewisse Gefahr besteht, dass sich die falsche Mikrobiologie etabliert (was beim Menschen dann zu chronischen Erkrankungen wie Reizdarm etc. führen kann), es vielleicht also angeraten ist, hier steuernd mit Probiotika und Präbiotika einzugreifen.

      Grüße

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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