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Probleme mit Acropora (RTN)

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    • Hallo Sandy,

      der Wasserchemismus der Hydrogencarbonate mit der freien zugehörigen und freien kalklösenden Kohlensäure ist sehr kompliziert. Mal kurz zusammengefasst entsteht bei der Vermischung von hartem mit weicherem Wasser immer freie kalklösende Kohlensäure (-- Mischungskorrosion). An der Stelle, wo sich also Kalkreaktor-Wasser und Beckenwasser mischen, könnte zusätzlicher Kalk gelöst werden. In einer "Mischkammer" könnte man das ausnutzen um zusätzlichen Kalk zu lösen, oder man lässt das Wasser aus dem Kalkreaktor einfach noch einmal über ein mit Calciumcarbonat gefülltes Siebrohr, das im Beckenwasser steht, laufen. Das würde zusätzlichen Kalk lösen, den pH-Wert anheben und freies CO2 verringern. Hier ist die Verweildauer eher von sekundärer Wichtigkeit. Wenn das CO2 in der Wohnraumluft also so relativ gravierende Auswirkungen hat, vielleicht bringt ein Siebrohr mit Calciumcarbonat dann doch etwas. Andererseits ist es aber auch relativ einfach, den pH-Wert mit Balling etwas höher einzustellen.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

      Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens goldener Baum (Mephistopheles)
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      Franconia Franca
    • Meerwasser ist grundsätzlich übersättigt an Gelöstkalk (mal Extrema ausgeschlossen), deshalb löst sich Kalkstein (Korallenskelette, Lebendgestein) nicht im Meerwasser auf.
      Der Unterschied zwischen Abschäumer und Aquarium kann nicht besonders hoch sein, sodass eine nachgeschaltete Kalksäule nichts ausrichten kann.
      Ich habe mal gerade nachgemessen: Aquarium pH 8,35, direkt nach dem Abschäumer pH 8,33 - dabei können die 2/100stel Unterschied aufgrund der unterschiedlichen Anströmung an der pH-Messkette liegen.

      (Aquarium: zur Zeit 1500 l, Abschäumer H2O: 2000 l/h, Luft: 500 l/h; KH 8°dH; ziehmlich geschlossenes Technikum, so dass der pH-Wert ohne Manipulation deutlich unter 8,0 sinkt)

      Bei erhöhter CO2-Konzentration im Raum sinkt der pH-Wert im Aquarium langsam unter pH 8,0. So bleibt einem nichts anderes übrig, als Gegenmaßnahmen zu treffen:
      1. CO2-Adsorber "Atemkalk"
      2. Kalkwasserdosierung
      Mit beiden Methoden habe ich den pH-Wert ähnlich anheben können.

      LG Burkhard
      LG Burkhard
    • Eine KH von 9 und ein Ca-Wert von 450 ergibt in meinem Gewässer einen PH von ca. 7,9-8,1.
      Eher noch etwas weniger. :(
      Ich nutze seit Jahren CarboCalcium. Das Becken ist also auf die entsprechende Dosierung angepasst.
      Um auf meinen Wunsch-PH von 8,2 zu gelangen, müsste ich theoretisch die Zugabe von CarboCalcium erhöhen. Das sprengt in jedem Fall die Dosiervorschrift. X(
      Auch einseitig die Alkalität mit dem Triple Buffer zu erhöhen, ist nicht sinnvoll. Ich würde mir dabei eine KH von mindestens 10 einfangen. Das ist kontraproduktiv.
      Eine Erhöhung der Alkalität ist zwar bei einem schlappen PH angezeigt, doch muss man genau abwägen, was man in diesen Fällen tut.
      Ich seh das so, wie Burkhard. Wenn man eine weitere Erhöhung der Alkalität vermeiden möchte, könnte der PH mit CalciumHydroxid angehoben werden. Das aber wiederum hätte einen Anstieg des jetzt schon zu hohen Calcium-Wertes zur Folge. Wenn ich die Dosierung von CarboCalcium verringere, geht das zu Lasten des PH´s. Eine Zwickmühle ist gar nichts. ;(
      Also wird versucht, den PH mit anderen Methoden zu verbessern. Zum Beispiel unter Verwendung von Atemkalk o.ä. Wenn´s klappt ist es gut. Falls nicht, bleibt es weniger optimal.
      Gruß
      Hajo
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      (Mark Twain)
    • Hallo Hajo,
      Im Moment ist es eigentlich so wie du es bei dir beschrieben hast. Die Beschreibung könnte eigentlich genau von meinem Becken sein. Viele Fische, sehr gutes Polypenbild und guter Gesamteindruck, kräftige eher dunklere Farben, mittelmäßiges Wachstum. Man darf auch nicht vergessen das das Becken erst im April gestartet wurde.

      Wenn ich nun die paar Montis die noch grau sind anstatt grün und das bei vollem Polypenbild und das STN an den empfindlichen Acros nicht hätte, würde ich nichts bemerken und meinen die Korallen werden immer besser und es fehlen vielleicht paar Spuris wegen den grauen Montis.
      Habe fast 40 Fische drin.
      Nitrat laut Salifert und Red Sea 2,5 , kh 7, Ca 410
      Aber das Problem ist halt die Po4 Messung. Mit dem Checker 5x gemessen und im Mittel 18 errechnet. Das wären 18 x 3,066 / 1000 ein Po4 von 0,055 mg (warum soll man da an Mangel denken oder dosieren ?)
      Wenn man die Messungenauigkeit nun abrechnet von dem Gerät von 5% auf 200 der Anzeige bin ich im schlechtesten Fall bei 8 x 3,066 / 1000 also 0,024 mg
      Oder sehe ich da etwas falsch? Dann wäre der Wert schon wieder niedrig und könnte das Problem sein. Nur will ich nicht mehr wahllos Mittel in das Becken schütten.
      Wie hast du das Problem bei dir in den Griff bekommen bzw. wie machst du es heute?


      Zu dem Atemkalk haben sie in einem anderen Forum berichtet das durch den hohen pH die Balling Flüssigkeiten bzw. kh ausfällt und sie die Dosierung so stark erhöhen mussten.

      Ich hatte damit viel öfter die Schäumeransaugung verstopft, als ob ein feiner Staub durch den Wattefilter kommt. Das war bei einem Bekannten auch so, wäre mir erst mal gar nicht aufgefallen bis er es gesagt hat.

      In Verbindung mit dem Warnhinweisen auf den Verpackungen hab ich es dann wieder gelassen weil ich es nicht zufällig ins Wasser bekommen wollte.

      Ich hatte erst das ATI und dann ein Produkt aus einem Pharmashop


      Hier sind noch die Bilder. Erst beide Koloniene, bei der einen sieht man gut die Stellen. Bei der anderen sind die abgestorbenen Stellen unten und in der Mitte aber schon teilweise sind die Äste schon dunkel weil es nicht mehr frisch ist. Und die Montis (Reverse Sunset) Rechts Mutterstock unter Red Dragon mehr im Schatten,
      auf den Platten die Ableger ohne jegliches grün.

      Die Bilder sind nur nicht besonders gut mit meinem Handy
      Bilder
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      Gruß Spooner

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Spooner ()

    • Spooner schrieb:

      Zu dem Atemkalk haben sie in einem anderen Forum berichtet das durch den hohen pH die Balling Flüssigkeiten bzw. kh ausfällt und sie die Dosierung so stark erhöhen mussten
      Weiß nicht, ob das die optimale Reaktion war. Hat sich dann auch Korallenwachstum/Kalkbildung entsprechend erhöht? Ständig nachzukippen weil das Zeugs aufgrund des pH-Wertes im Becken ausfällt ist weder für den Geldbeutel noch für die Korallen wirklich gut. Ich würde vermuten, dass da irgend etwas nicht optimal läuft.

      Bei der A. echinata würde ich eigentlich sagen, die KH ist zu hoch für die Phosphatkonzentration, stimmt aber nicht mit Deinen Zahlen überein.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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    • Hallo Spooner,

      von den Zahlen her sollte alles in Ordnung sein, danach also keine hohe KH, kein niedriges Phosphat, nur die Symptome an der Koralle sehen so aus. Die könnten aber vielleicht auch eine andere Ursache haben.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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    • ja das ist auch das Verrückte. Ich messe ständig mit verschiedensten Tests und überlege was ich gemacht habe.
      Daher auch die Frage vom Anfang ob solche Korallen die vor Monaten in einem Becken vielleicht einen Schaden weg bekommen haben, irgendwann ein Problem bekommen durch was auch immer (ständiger Jodmangel) und dann nicht mehr zu retten sind.

      Ist Stickstoffmangel definitiv durch helles Gewebe alleine zu erkennen? Wäre das nicht möglich bei den dunklen Farben das zwar Stickstoff messbar ist, aber nicht verfügbar?
      Gruß Spooner
    • Hallo Spooner,

      nach dem Gau wurden alle befallenen Korallen entfernt und innerhalb einer Woche das gesamte Wasser durchgewechselt. Das Zeolith hatte ich entsorgt und es wurde nie mehr verwendet.
      Am Becken taten weiterhin ein Kalkreaktor und ein grosser Aussenabschäumer ihren Dienst.
      Den Kalkreaktor tauschte ich später gegen die „Balling-Methode“ ein. Gegen die Nährstoffbelastung dosierte ich vorsichtig Ethanol. Im Laufe der Zeit wuchsen die neu erworbenen Acros zu grossen Stöcken heran, begleitet von den obligatorischen, wöchentlichen Wasserwechseln. Die Korallen entzogen mit der Zeit der Wassersäule bedeutende Mengen an Nährstoffen, so dass PO4 mit 0,1 und NO3 mit 15 keinerlei Beeinträchtigungen an Wuchs und Farbe hervorriefen. Die angegebenen Werte sind Durchschnittswerte. Sie floateten fast täglich. Ich war, und ich bin bis heute nicht mehr hirnverbrannt und verlass mich auf die (Un)genauigkeiten verschiedener Messutensilien. Deshalb bleibt bei mir die absolute Grenze ein gemessener Wert von 0,05 PO4! Wer aus bestimmten Gründen darunter gehen möchte, der soll! Die Korallen sind auch mit leicht erhöhtem PO4 zufrieden, wenn sonst alles stimmt, wie z. B. das Licht und die im Meerwasser relevanten Spurenelemente.
      Wenn durch den Atemkalk der PH-Wert so stark zulegt, dass dabei extrem die Alkalität in die Knie geht, dann wird die Umgebungsluft bestimmt nicht tauglich gewesen sein. Weder für die Tiere, noch für den Menschen. Ein Abstellen der Ursache wäre die Lösung gewesen.
      Gruß
      Hajo
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    • Ja, wie oben schon geschrieben, ein stärkerer Wechsel beim Phosphat von hoch nach niedrig kann eine Koralle dauerhaft übel nehmen.

      Beim Stickstoff gibt es zwei Formen, die sehr unterschiedlich wirken sollen. Das Nitrat macht die Korallen zwar dunkel, hat tendenziell aber eher negative Auswirkungen auf die Korallen, das Ammonium soll eher die günstigere Stickstoffform sein. Von Klinoptilolith ("der" Zeolith für Meerwasser) wird Ammonium gebunden, was bei Korallen zu Schäden führen kann wenn es zu rasch geschieht. Das könnte auch damit zu tun haben, dass die Koralle dann Nitrat verwerten muss um noch an Stickstoff zu kommen.

      Es wäre auch eine gewisse Logik dahinter, wenn der Mangel an Ammonium ähnliche Symptome wie ein Phosphatmangel macht, denn ich hatte negative Auswirkungen von Nitrat-Dosierung bei niedrigen Phosphat-Konzentrationen. Ich denke, die Nitrat-Verwertung kann Phosphatmangel verstärken.

      Gruß

      Hans-Werner
      H ><((((°>

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      Franconia Franca
    • Hallo Hans-Werner,
      ich habe noch mal über das hohe und dann schnell sinkende Po4 nachgedacht. Was im alten Becken der Auslöser war kann ich schlecht rausfinden.

      Im neuen Becken ab Mai kann es schon sein das zwischenzeitlich das Po4 hoch war. Die erste ATI Messung ( P04 = 0,02) ist von Mitte Mai und dann wieder im Oktober ( Po4 = 0,004 ). Ich habe das Becken mit der alten toten Keramik von Norbert bestückt und im September noch mal eine Säule nachgesetzt. Beim Nachsetzen der Säule hab ich mit dem Checker eine deutliche Erhöhung gemessen für kurze Zeit. Die ersten Riffteile haben sicher noch höhere Konzentrationen kurzzeitig verursacht. Leider kann ich das nicht genau sagen.

      Hajo,
      mein pH ist im Moment 7,9-8,2 mit Kalkreaktor
      Gruß Spooner
    • Spooner schrieb:

      Hajo,

      mein pH ist im Moment 7,9-8,2 mit Kalkreaktor
      Wollen wir tauschen? :D

      Unter den gegebenen Bedingungen sind die Werte zu tolerieren. Obwohl es theoretisch (oder sogar praktisch) vielleicht noch besser gehen wuerde, wirft es keine großartigen Probleme auf. Jedenfalls keine, die ich nicht auch haette. :D Die Schwankungen sind völlig normal. Der Gasaustausch funktioniert. Man ist ja immer bemüht, an die natürlichen Werte heranzukommen. Klappt meist nicht, weil die Aquarienbedingungen es selten zulassen. Aber nahe dran, ist auch schon gut. Wir diskutieren diese Werte auf einem hohen Niveau. Andere waren vielleicht froh, wenn sie diese Ergebnisse hätten. Aber um ein optimales Ergebnis zu erreichen, müssen wir uns erst einmal möglichst nahe an den natürlichen Umgebungsparametern unserer Tiere orientieren. Dann ist immer noch Zeit fuer Experimente.
      Gruss
      Hajo
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      (Mark Twain)
    • Hallo,
      kurze Info zu dem Verlauf der letzten Wochen.

      Ich habe den sporadischen Gewebeverlust an den Red Dragons noch immer. Mitte Dezember habe ich bei Ozeamo wieder eine Analyse machen lassen, da war po4 bei 0,017 und
      Nitrat bei 4.
      Ende Januar waren dann wieder einige Stellen.
      Vor 4 Wochen habe ich das Vlies aus dem Rollermat genommen und das Ergebnis war relativ schnell zu sehen.
      Die Korallen haben mit Wachstum etwas angezogen und dadurch die Werte noch weiter runter gebracht. Vor einer Woche hatte ich in der Ozeamo Analyse po4 0,004 und Nitrat 0,22

      Ich habe meine po4 Dosierung auf 4ml am Tag erhöht von zeitweisen 2ml und kippe das Frostfutter jetzt gleich ohne zu spülen rein.
      Mit dem Checker messe ich abenteuerliche Werte. Bei einigen Proben ist das Wasser im Reagenzröhrchen sofort blau und er hatte sogar Endausschlag. 10min später mit anderer Probe um die 50. 2 Tage später 18. Natürlich habe ich zwischenzeitlich die po4 Dosierung eingestellt bei diesen Messwerten mit dem Checker, und bekomme dann total überrascht die 0,004 mi der ICP vorgelegt.

      Der Red Sea Phosphat Test zeigt immer 0,04-0,08
      Gruß Spooner
    • Kalkreaktor und Spuris. Wasser Wechsel die letzten 3 Monate kaum noch. Pro Tag jetzt 4 ml Nightsun po4 Calculator (hatte ich noch rumfliegen) und 5ml Sango Kai
      Nutri P
      Frostfutter ungespült was ich aber abstellen will wenn ich die richtige po4 Dosierung gefunden habe.
      Kh ist bei knapp 7, eher etwas darunter. Wenn ich ihn anhebe ziehen sofort die Korallen mit an, somit komme ich eigentlich kaum über 7 im Moment. Ich habe seit einer Woche zusätzlich Balling verdünnt mit 1/5 dran um den kh etwas zu heben. Das hat sich angeboten weil ich die Spuris vorher nur mit Osmosewasser dosiert habe. Eigentlich Balling ohne Salz wenn man so will :)
      Ich bin auf die Balling Spuris umgestiegen weil ich mit den alten Probleme hatte (ständig so eine Art Schimmel in den Flaschen).
      Gruß Spooner